Anna Fink – Die Fanfare des Königs
Der Comiczeichner Boris Zatko (Nico und Mirek, KNAX) hat sich an ein Buchprojekt gewagt.
Ein Grund für uns, uns das Ganze etwas näher anzuschauen. Stefan Dinter stellt die Jugendlektüre „Anna Fink – Die Fanfare des Königs“ des Schweizers vor, von der bereits eine Fortsetzung geplant ist.

Nachdem Angela aus dem kleinen Verlag Bunte Dimensionen ein wahrer Volltreffer in Sachen frankobelgischer Westerncomic war, legen die Augsburger mit einer vierteiligen Serie nach. Galgenvögel ist in den Südstaaten angesiedelt, die eben vor den Yankees aus dem Norden kapituliert haben. Das Land ist desolat und gerade wieder im Aufbau begriffen. Die fünftausend Dollar, die die Regierung für den Wiederaufbau der Kirche von Church Hill zur Verfügung stellt, werden sehnlichst erwartet. Doch als der Zug einfährt, spielt sich eine dramatische Szene ab, denn die Frau des verschollenen Colonel Granger samt Tochter Shannon und Sohn Williams reißen das Geld gewaltsam an sich und verschwinden damit in das Lager einer Gruppe Bushwackers.
Im Oktober letzten Jahres erschien der erste Band dieser vorzüglichen Near-Future-SF-Serie, und mittlerweile ist schon der dritte Band erhältlich. Schön, dass es mit Travis so flott voran geht, denn wer wartet schon gern auf Folgebände, nachdem er einmal von einem überzeugenden Serienstart angefixt ist? Und angefixt konnte man von „Huracan“, dem ersten Band der Reihe, aus guten Gründen sein, wie ich versucht habe
Thomas Tennant ist 7 Jahre alt, als seine Mutter stirbt. Als selbsternannter Hüter des Reiches (verlassene Orte, die ihn an die Mutter erinnern) sieht er sich in der Pflicht, mit Umhang und Löwenmaske ihr Andenken zu wahren. Thomas will stark sein, auch für seinen Vater, den der Tod in emotionale Starre versetzt hat und der den Verlust einfach nicht verarbeiten kann. Er entfernt sich vom normalen Leben und bürdet Thomas damit unwissentlich große Verantwortung auf. Zu große für einen 7-jährigen Jungen.
Daredevil hat seinen Erzfeind, den Kingpin, der die kriminelle Szene im New Yorker Viertel Hell's Kitchen beherrscht, geschlagen und sich selbst zum neuen Kingpin erklärt. Seitdem ist ein Jahr vergangen, und diese Storyline soll erzählen, was in der Zwischenzeit passierte. Die Rahmenhandlung spielt im Keller einer Kirche, wo sich eine Art Selbsthilfegruppe von Leuten trifft, die mit Daredevil zu tun hatten.
Kurze, knackige Krimis zu besprechen, ist immer eine knifflige Angelegenheit: Sobald man anfängt, etwas über die Handlung zu erzählen, entsteht daraus ziemlich schnell eine Rutschpartie, auf der der Leser Spannung verliert. Man läuft schlicht und einfach Gefahr, beim Erzählen zu viel zu verraten. Der Leser reagiert verärgert, vollkommen zurecht, weil er die Geschichte selber lesen, weil er selber gerne überrascht werden möchte. Mit dem neuen Einzelband Jonny Double aus der Lizenzschmiede Cross Cult verhält es sich eben genau so.
Wenn man bei Dark Horse stöbert, fällt einem schnell auf, dass sich dort Vieles um Horror dreht. Hellboy, Buffy und andere geben sich bei dem US-Verlag ein Stelldichein. Seit August 2006 veröffentlicht Dark Horse auch die Serie Rex Mundi. Das ist zwar weniger Horror und mehr Verschwörungsthriller, aber wer weiß diese Grenze im Angesicht von Dämonen und fanatischen Klerikern schon genau zu bestimmen?
Es beginnt mit einem Traum: Patrice Killoffer, französischer Comiczeichner und Mitbegründer des Verlages L'Association, schließt, nachdem er von seiner Montrealreise zurückkehrt, seine Pariser Wohnung auf. Mit Angstschweiß auf der Stirn tritt er dem unerledigten und schmutzig zurückgelassenen Geschirrberg in seiner Spüle entgegen. Und das Geschirr… ja, es nimmt Besitz von ihm und lässt durch eine Art mutagenen Verschmelzungsprozess Killoffers Kopf eine Vielzahl kleiner Köpfe entsteigen.
Eigentlich müsste die Serie nicht Die Legende der Drachenritter heißen, sondern „Die Legenden…“, denn in jedem Band wird eine andere, in sich abgeschlossene Geschichte um die Figuren aus dem Jungfern-Kriegerorden erzählt, die mit den anderen zwar verknüpft ist, aber nicht in einem solchen Maße, dass man ihr nicht mehr folgen könnte, wenn man den Vorgänger nicht kennt. Das ist ein sympathischer Vorteil der Reihe, weil man nicht zum Komplettismus gezwungen wird und auch in der Mitte einsteigen kann.