Monate: Juni 2008

Slow

 Hendrik Dorgathen ist ein Künstler, der mit seinem einzigartigen Stil die Comicwelt begeistert und auch darüber hinaus für hohe Aufmerksamkeit sorgt. Dem Max-und-Moritz-Preisträger und Hochschullehrer wurde zum diesjährigen Comic-Salon in Erlangen nicht nur eine Ausstellung gewidmet, auch sein neues Buch Slow erschien rechtzeitig. Dorgathen ist ein Wanderer zwischen den Medien, pendelt zwischen Illustration, Animation und schließlich dem Comic.

Exterminators 1 – Käferkiller

 Kakerlaken sind eklig. Aber auch interessant. Das Cover von Exterminators ist jedenfalls ein Blickfang. Zu sehen ist eine Kakerlake in voller Pracht, wie sie Beine und Fühler ausstreckt. Sowas möchte niemand in seiner Küche haben. Zum Glück gibt es die tapfere Truppe von „Bug-Bee-Gone“. Die Kammerjäger ziehen jeden Tag aufs Neue aus, um die Zivilisation vor dem Untergang zu bewahren. Denn das Chaos ist auf dem Vormarsch. Und es ist hungrig.

Die sechs Schüsse von Philadelphia

 Die sechs Schüsse von Philadelphia ist der fünfte Band der Kollektion Levitation, die im Avant-Verlag erscheint. Und man muss sich positiv wundern, dort einen deutschen Comicschaffenden vorzufinden, ist doch diese wunderbare Reihe bislang den beiden internationale Ausnahmekünstlern Joann Sfar (Pascin, Klezmer, Die kleine Welt des Golem) und Gipi (5 Songs) vorbehalten gewesen. Nicht minder überrascht es, dass man mit Ulrich Scheel einen hierzulande kaum bekannten Zeichner antrifft. Scheel hat zwar in Frankreich bereits einige seiner Comics veröffentlicht, aber Die sechs Schüsse von Philadelphia stellt sein Deutschlanddebut dar – umso bemerkenswerter, dass er dabei gleich ein 240 Seiten dickes Buch vorlegt.

Redhand 1 – Der Preis des Vergessens

Redhand 1Ein amerikanischer Autor und ein italienischer Zeichner arbeiten zusammen an einem Comic in französischem Format. Cross Cult macht ernst mit seinem Verlagsnamen. Das Verlagshaus aus Asperg veröffentlichte schon zuvor Arbeiten, in denen sich unterschiedliche Comicsphären miteinander kreuzten. Hochkarätig ist die Besetzung: Autor Kurt Busiek (Astro City, Conan) und Zeichner Mario Alberti (Morgana) erzählen die Geschichte von Redhand, einem einsamen Superkrieger.

Die Rückkehr aufs Land 1

Die Rückkehr aufs Land 1Während der Comic-Salon Erlangen und die deutsche Comicszene mit Anke Feuchtenberger und Hendrik Dorgathen ihre avantgardistischen Helden feiern, bahnt sich in Frankreich seit ein paar Jahren eine Renaissance der Geschichtenerzähler an. Doch trotz des Fokus auf nationale Comic-Künstler kann man beruhigt sein, da sich deutsche Verlage auch um die franko-belgischen Lizenzen kümmern. Der Berliner Comicverlag Reprodukt zeigt dabei ein reges Interesse an der Nachfolgegeneration der Künstlergemeinschaft L'Association (um Lewis Trondheim, Killoffer und David B). So erschien zum Comic Salon nicht nur die neue Ausgabe von Manu Larcenets Der Alltägliche Kampf, sondern auch seine Koproduktion mit Jean-Yves Ferri, Die Rückkehr aufs Land, eine biographische Erzählung, die das klassische comic strip-Prinzip verwendet.

Die Sache mit Sorge

 Richard Sorge gehört eher zu den Randfiguren der deutschen Geschichte. Obwohl er als KGB-Spion in Japan durchaus Einfluss auf den Verlauf des Zweiten Weltkriegs hatte, ist sein Name nicht sonderlich bekannt. Im Geschichtsunterricht kommt Sorge praktisch nicht vor (zumindest im Westen, in der DDR mag das anders gewesen sein), seine Vita bietet jedoch genug interessanten Stoff für biographische Literatur. Isabel Kreitz hat sich dieses Stoffes angenommen und ihn in Form eines umfangreichen, 240 Seiten starken Comic-Romans aufbereitet.

Interview mit Sascha Hommer

Sascha HommerZum diesjährigen Comic Salon in Erlangen verabredeten wir uns mit Sascha Hommer, der sich vor allem durch seinen 2006 erschienen Comic Insekt (Reprodukt), aber auch durch seine Arbeit als Verleger der Comic-Anthologie ORANG hervorgetan hat. Wir sprachen mit ihm über sein Werke, über das Leben als Künstler und über die Sinnhaftigkeit einer Ausbildung als Illustrator.

Epidermophytie 14

Epidermophytie 14Stellt Euch einfach mal vor, Ihr bekämt die Zusammenfassung der Handlung (!) eines Pornofilms (hier: deutscher Erotikfilm, auch als Lederhosenfilm bekannt) vorgesetzt, ohne diesen zu kennen. Könnte ja sein. Und nun sollt Ihr auf maximal sechs Seiten zeichnerisch umschreiben, was Ihr glaubt, worum es in dem Film geht. Verspricht spaßig zu werden, oder? Genau das haben sich die Jungs des Berliner Comicmagazins auch gedacht und ihr zweijähriges Epidermophytie-Zölibat pünktlich zum Comic-Salon 2008 gebrochen.

Comic-Salon 2008: Das Messe-ABC

Schlange: Die Fans warten auf den EinlassAlle zwei Jahre wird Erlangen für vier Tage das Mekka der deutschsprachigen Comicszene – der Comic-Salon öffnet seine Tore und lädt ein zum Plausch mit Künstlern und Verlagen, zu Ausstellungen, Podiumsdiskussionen und speziellen Filmvorführungen, zu Preisverleihungen und last but not least zur kräftigen Aufstockung der eigenen Comicsammlung, am besten noch signiert von den anwesenden Zeichnern.

Comicgate hatte nach 2006 zum zweiten Mal einen Stand auf dem Salon – diesmal in deutlich besserer Lage – und verkaufte das druckfrische Comicgate-Magazin 3. Aber auch pressemäßig waren wir unterwegs, haben uns umgeschaut, Diskussionen gelauscht/dran teilgenommen und Interviews geführt. Unsere Gedanken während des Salons konntet Ihr in unserem Blog Messe am Draht verfolgen, die großen und kleinen Eindrücke fassen wir nun für Euch in unserem Messe-ABC zusammen.
Viel Spaß!