Torpedo 2
Torpedo – das ist zugleich ein Spitzname und ein Meisterwerk. Der Titel wurde geboren aus Angst und Schrecken. Er ziert Luca Torelli, seines Zeichens Auftragsmörder der Mafia. Schnell, hart und gewissenlos – so schlägt Torpedo zu. Die von Enrique Abuli und Jordi Bernet geschaffene Figur ist einer der markantesten Killer der Comic-Geschichte. Er treibt im New York der dreißiger Jahre sein Unwesen und erscheint seit 2006 bei Cross Cult in einer fünfbändigen Gesamtausgabe. Im Mai 2007 erschien Band 2.

Trenchcoat, schlechte Rasur, Zigarette: John Constantine ist eine Ikone des amerikanischen Horror-Comics. Dabei ist der ironische Einzelgänger eigentlich Engländer durch und durch. Kaum ein anderer kennt sich mit Schwarzer Magie besser aus als er. In seinem neuesten Hellblazer-Abenteuer Hölle auf Erden erkundet er altbekanntes Terrain zwischen dem Inferno und dem Diesseits.
Nachdem Felix „Flix“ Görmann in den letzten Jahren bereits drei mehr oder minder autobiografische Bände, nämlich Held, Sag was und Mädchen bei Carlsen vorlegte, erschien jetzt beim selben Verlag ein dicker Sammelband mit Strips in Form eines gezeichneten Tagebuches. Es begann als Wette, die Flix herausforderte, ein halbes Jahr am Stück jeden Tag eine Seite (meistens 1-4 Panels) zu zeichnen. Doch auch nach dem Gewinn jener Wette (es ging natürlich um Bier) hielt der Berliner die Motivation aufrecht und führte das Projekt konsequent weiter.
Dass Comics inzwischen an den Hochschulen angelangt ist, ist nichts Neues mehr. An vielen Fakultäten, die sich mit Illustration, Design und ähnlichem beschäftigen, werden Comics gemacht. Künstler halten Seminare, Comics werden als Diplomarbeiten abgegeben, Anthologien werden veröffentlicht. Ein Großteil dieser Comics aus dem Hochschul-Umfeld trägt mehr oder weniger bewusst das Label Kunst vor sich her. Das Ergebnis ist dann oft interessant anzuschauen, aber inhaltlich gerne so verrätselt, dass sich Lesevergnügen eher nicht einstellt. Bei Strichnin ist das anders.
Für unsere nächste Vier-Augen-Besprechung haben sich Björn und Thomas über einen eher ungewöhnlichen Titel aus dem Hause Marvel unterhalten. Mit Nextwave: Agents of H.A.T.E. (in Deutschland leider bisher nicht erschienen) hat Starautor Warren Ellis eine völlig überdrehte, actionlastige Superhelden-Parodie geschaffen. Die erste Hälfte der 12-teiligen Maxiserie ist als Trade Paperback erhältlich.
Wenn man sagt, dass Warren Ellis gut darin ist, eine Menge abgefahrener, kranker Ideen auf engstem Raum zu versammeln, dann ist das in etwa so, als würde man die Bemerkung fallen lassen, dass es im Sommer in der Sahara ganz schön heiß werden kann. Warren Transmetropolitan Ellis ist als Schöpfer abgefahrener, kranker Ideen hinlänglich bekannt. Sie sind gewissermaßen sein Aushängeschild.
Unglaublich: Ein neuer Loisel ist erschienen! Wenn das mal kein großes Ereignis ist! Denn, wer sich mit der Szene beschäftigt, weiß zweierlei: Zum einen ist Régis Loisel der Schöpfer zweier umjubelter Comicklassiker, zum anderen braucht er rekordverdächtige Zeiten, um seine Alben fertig zu stellen. An den sechs Alben seiner bezaubernd schönen, erfolgreichen und mit dem Max-und-Moritz-Preis ausgezeichneten Serie Peter Pan arbeitete er läppische fünfzehn Jahre. Seinen Ruhm begründete er bereits in den 80er Jahren mit dem Fantasy-Zyklus Auf der Suche nach dem Vogel der Zeit (Szenarist: Serge Le Tendre), der einen regelrechten Boom auslöste und zum Vorbild für das Gros frankobelgischer Fantasyserien wurde. Noch heute ist das an den Werken von Autoren wie Scott Arleston oder Didier Crisse deutlich zu sehen.
Mit Der Globus ist unser Pony. Der Kosmos unser richtiges Pferd legten Stephan Katz und Max Goldt im März 2007 ihren achten Sammelband von Cartoon-Strips, die sich in den letzten vier Jahren bei der Wochenzeitung Die Zeit angehäuft haben, vor. Neu sind nicht nur einige unveröffentlichte Strips, die es in der Zeitung nicht zu sehen gab, sondern auch der Verlag: Edition Moderne.
Der vierte Band der Blueberry-Chroniken, „
Wie mag es wohl sein, wenn man anders ist als die anderen? Also, so richtig anders. Kein Außenseiter, weil man den falschen Namen hat oder einen Sprachfehler. Nein, sondern weil man merkt, dass man wirklich anders ist. Autor Brian Wood (DMZ) entwirft zusammen mit der jungen Zeichnerin Becky Cloonan zwölf Geschichten über Teenager und junge Erwachsene, die irgendwie mit der Situation klarkommen müssen, dass sie eine besondere Gabe haben, sei es Unverwundbarkeit oder immense Stärke. Die Erzählungen kommen dabei so abwechslungsreich und angenehm zurückhaltend daher, wie es Cloonans Zeichenstil ist.