Die Macht der Archonten 1
“Genesis“ nennt sich der erste Band der Serie Die Macht der Archonten, die im Original L’Histoire secrète heißt, also eine bisher „geheim gehaltene Geschichtsschreibung“ unserer Welt zum Thema hat. Sie stellt einen Spin-Off zu der ebenfalls aus der Feder Jean-Pierre Pécaus stammenden und ebenfalls bei Bunte Dimensionen erscheinenden Reihe Arcanes dar. In diesem Spin-Off soll die Herkunft der vier Kartensymbole geklärt werden, die in Arcanes eine Rolle spielen, und eine Variation unserer irdischen Geschichte zusammen fabuliert werden, die ganz entscheidend von diesen zaubermächtigen Karten beeinflusst ist.

Paris im Jahre 2054: Die junge Wissenschaftlerin Ilona Tasuiev verschwindet aus ungeklärten Umständen. Ihr Arbeitgeber Avalon, ein multinationaler Großkonzern, der Gesundheit, Schönheit und ewiges Leben propagiert, versucht sie ebenso ausfindig zu machen wie Karas, ein impulsiver Polizist, der mit Hilfe Ilonas Schwester Nachforschungen betreibt. Nach und nach eröffnen sich die wahren Gründe für die Entführung. Doch das tatsächliche Ausmaß der Verschwörung und die Tragweite der wissenschaftlichen Erkenntnisse werden dem Leser erst später bewusst.
Auf den ersten Blick sieht The Fountain ein bisschen aus wie Dave McKeans Cages. Offene Formen, unruhige Panels, eine unübersichtliche Erzählstruktur. Und auch wie bei Cages weiß man als Leser zunächst nicht, wohin die Reise eigentlich gehen soll. Aber das ist noch kein Minuspunkt, im Gegenteil. Erst auf den letzten Seiten von The Fountain begreift man die Komplexität des Werks. Plötzlich fügen sich die Teile zusammen. 
Für diese Miniserie hat Marvel-Chefredakteur Joe Quesada selbst zu Stift und Papier gegriffen und die Story sowohl geschrieben als auch gezeichnet. Offenbar hat er dabei den Zeitaufwand gewaltig unterschätzt, denn die Erscheinungsweise der Einzelhefte in den USA war katastrophal: zweieinhalb Jahre lagen zwischen dem ersten und dem sechsten Heft, was man wahlweise peinlich, lustig oder unprofessionell finden kann.
Der Genfer Zeichner Frederik Peeters beweist mit dem Album Blaue Pillen wieder einmal eindrucksvoll, wie kraftvoll und emotional autobiografische Comics sein können. Auf einer Party begegnet er zum ersten mal Cati, die Frau, an die er zukünftig öfter denken muss, obwohl er sie höchstens einmal im Jahr wieder sieht. Nach einiger Zeit kommen sich die beiden schließlich doch näher und Cati offenbart ihm, dass sie und ihr Sohn HIV-positiv sind.
Mit der Anthologie 200g Hack erscheint beim Verlag Schwarzer Turm der zweite Band der Reihe Turm Manga Spezial. Während es im ersten Band Es war (k)einmal im weitesten Sinne um Märchen ging, dreht sich die neue Ausgabe um das Thema „Horror“. In elf Kurzgeschichten und einigen Illustrationen wollen uns junge Künstlerinnen und Künstler aus dem Umfeld des Vereins Animexx das Gruseln lehren.
Die Franzosen und Belgier lieben Western, was man am Ausstoß von Comics dieses Genres leicht ersehen kann. Und diese Liebe führt nicht nur zu einer steigenden Unzahl an Westerncomics, sondern auch zu immer ausgefalleneren Variationen und Spielarten derselben und zu einigen wirklich großartigen Highlights und Kunstwerken. Einer dieser Höhepunkte heißt Angela und liegt seit Ende letzten Jahres bei Bunte Dimensionen auf Deutsch vor.
Mit einer Vielzahl von franko-belgischen Titeln hat der Splitter-Verlag seinen rechten Platz unter den deutschen Comicverlagen wiedergefunden. Teil dieser neuen Reihe ist Cañari 1 – Die goldenen Tränen. Die Geschichte, erzählt von Autor Crisse und gezeichnet von Carlos Meglia, führt den Leser zurück in ein Mexiko bevölkert von Azteken, Panthern und Mythengestalten.
Okko könnte der Titel eines der unzähligen Mangas sein, die nicht nur hierzulande, sondern auch bei unseren comicversessenen frankobelgischen Nachbarn einen hohen Grad an Beliebtheit besitzen. Auf den ersten Blick mag es so aussehen, als ob die frankobelgischen Zeichner und Autoren stets ihr eigenes Ding machten, sich in den engen Grenzen ihrer ureigenen Schule verkrümelten und borniert ihre Verliebtheit in schöne Bilder pflegten. Doch entspricht das nicht der Wirklichkeit. So viel von der Comicszene auch geklagt werden mag über steigende Marktanteile fernöstlicher Comics, so zeigen viele der Künstler keinerlei Berührungsängste, im Gegenteil. Einflüsse des amerikanischen Underground wie auch der Superhelden-Comics wurden schon sehr früh und begierig aufgenommen und umgesetzt. Genauso ist es mit Stilelementen des Mangas. Bereits vor gut zehn Jahren gab es die ersten französischen Mangas auf dem Markt, und selbst anspruchsvolle, von der Kritik gefeierte Zeichner wie Baru (Autoroute du soleil) scheuen sich nicht, ihre Meisterwerke als Mangas zu bezeichnen.