Sandman: Ewige Nächte
Neil Gaiman ist wieder da. Genauer gesagt: Der Sandman ist es, alias Morpheus, Lord Dream oder der Herr der Träume. So genau trennen kann man das nicht. Obwohl der Sandman seinen Ursprung im Superhelden-Kosmos des Golden Age hat und obwohl Gaiman noch diverse andere Veröffentlichungen vorweisen kann, sind er und seine Figur nahezu untrennbar miteinander verbunden. Verwunderlich ist das nicht. Die Sandman-Serie sticht aus Gaimans Gesamtwerk allein wegen ihres bloßen Umfangs heraus. Hinzu kommt, dass Gaiman mit seiner eigenwilligen Neuinterpretation des Sandman mal eben einen Meilenstein der Comic-Literatur hingeworfen hat. Comics wie Die Bücher der Magie und Fables profitieren noch heute davon.

Als eine der letzten Zuckungen des alten Splitter-Verlags erschien seinerzeit der erste Band der Serie Die Legende der Drachenritter. Dann war Ruhe. Jetzt gibt’s den Band wieder, dieses mal vom neuen Splitter-Verlag und dementsprechend in tadelloser Aufmachung und mit der wohlbegründeten Aussicht auf Fortsetzung. Vier weitere Bände sind bereits angekündigt, drei davon sollen sogar schon bis September 2007 auf dem Markt sein. Da können sich nun also nicht nur die freuen, die damals den Band 1 erstanden haben, sondern auch die Neueinsteiger.
Au Backe, was für ein Ziegelstein! Selten habe ich so einen massiven Comicband vor mir gehabt. In gewohnt guter Cross-Cult-Manier mit Hardcover und edlem Papier, aber nicht in handlichem DIN A5, sondern in gefühltem DIN A2 (dabei hat er in Wirklichkeit etwa DIN A4-Format) liegt einem der Klops schwer in der Hand. Genauso mächtig, wie er von außen daherkommt, so stark und kraftvoll ist der grafische Inhalt. Erzählerisch wird sie nicht jedem zusagen, die Geschichte eines Krieges, eines stark an die Sowjetunion angelehnt sozialistischen Staates und seiner Soldaten. Zu abstrus scheint einem Historie verwoben zu sein mit Zauberei, futuristischen Kriegsluftschiffen und pathetisch verblendeter Aufgabe der Individualität. Müsste man diesen Band auf ein Wort reduzieren, trifft es trotzdem dieses am besten: opulent.
Wer kennt Alice im Wunderland nicht? Kleines Kind stolpert in Traumreich und erlebt Abenteuer. Seit Lewis Carroll wurde dieses Thema vielfach kopiert und variiert. Der kürzlich bei Ehapa erschienene Band Der Dieb der Zeit ist im Prinzip darauf zurückzuführen. Die dazugehörige Pressemitteilung möchte der Geschichte zwar gerne nachsagen, dass sie das Fantasy-Genre revolutioniere, aber das ist eindeutig zu hoch gegriffen. Dennoch: Der Dieb der Zeit ist keine langweilige Kopie, sondern eine interessante Variation eines altbekannten Themas. Und irgendwie hat schließlich alles seine Vorgänger.
Kurt Krömer? Hat bis auf die Erfindung des Wortes Kackbratze noch nicht viel gerissen. Olli Dittrich? Ja ja, ganz toll und intelligent und so, aber wenn wir ganz ehrlich sind, auch ein bisschen langweilig. Mario Barth? Ach, hör mir auf mit. Nein, das größte komödiantische Talent, das dieses Land, achwasredich, diese Galaxie vorzuweisen hat, hockt in Berlin, hört auf den schönen Namen Fil und ist einigen wenigen Glücklichen durch seine in Berlin weltbekannte Fil-und-Sharkey-Show, Provinzlern wie mir durch seine Didi-&-Stulle-Comics bekannt.
Es ging Schlag auf Schlag mit der neuen Science-Fiction-Serie Universal War One von Splitter. Im Dezember kam der erste Band, im Januar nun schneit uns schon der zweite Band ins Haus. Und zu verdanken haben wir das einer Reihe von Problemen beim Verlag. Der für November angekündigte Band 1 wurde nämlich wegen eines Fehldrucks um einen Monat verschoben. Und der Band 2 wurde um einen Monat vorgezogen, weil der neue Band der Serie Marlysa noch nicht ausgeliefert werden konnte.
Mit Fables bringt Panini die erste neue VERTIGO-Serie heraus, seitdem sie die exklusiven Lizenzrechte für Deutschland des Unterverlags von DC besitzen.
Rote Fliegen, Fußball und Gehirnimplantate – nur ein paar Details aus „Rendevous in Paris“, dem neuen Werk von Enki Bilal. Optisch wie inhaltlich ist der Band ein schwerer Brocken. Aber Unterhaltung auf hohem intellektuellen Niveau ist man von dem französischen Altmeister ja gewohnt. Mögen muss man das nicht.
Yorick, der letzte Mann in einer Welt voller Frauen, ist endlich zurück!
London in naher Zukunft: Die Stadt befindet sich im fortdauernden Krisenzustand, die Regierung ist korrupt und intrigiert gegen das eigene Volk. Hintermänner ziehen die Fäden in einem Großbritannien, das finanziell am Boden liegt und sich dem moralischen Verfall ausgesetzt sieht. Im von einer Mauer begrenzten Londoner Stadtteil Soho leben überwiegend zwielichtige Gestalten und Außenseiter. Ein eben solcher ist Rupert Cain, ein ehemaliger Soldat, der jetzt im Auftrag der Regierung Attentate verübt. Cain gerät zwischen alle Fronten, als ein ehemaliger Kollege aus Militärzeiten umgebracht wird.