Alle Artikel in: Rezensionen

In dieser Rubrik finden sich alle Arten von Comic-Besprechungen, von den Kurzrezensionen im „Kri-Ticker“ bis hin zu ausführlicheren Einzelvorstellungen bestimmter Titel.

Sin City 7 – Einmal Hölle und zurück

teaser_sincity7Frank Millers Epos über den dunklen Großstadttraum geht in die letzte Runde. Sicherlich, Sin City ist ein Meisterwerk des amerikanischen Comics. Der hard boiled-Siebenteiler von Frank Miller wird viel gelesen und viel gelobt. Die Themen sind hinlänglich bekannt: Gewalt, Sex, Kriminalität, Korruption und nochmals Gewalt. Sin City ist nicht bloß eine Stadt, sondern ein dunkler Kosmos. Zahllose verlorene Gestalten ringen hier um Macht und Geld, immer nahe am Abrund der menschlichen Seele. Es tobt der ewige Kampf zwischen böse und noch böser. Aber was bleibt übrig, wenn man das mythische Setting einmal außer Acht lässt, die Oberfläche durchstößt?

Update 19.01: jetzt Doppelrezension von Christopher und Johnny, die sich etwas uneins in der Bewertung sind.

Donjon Monster 1 und 2

teaser_donjon_monster2Neben den drei Hauptreihen der Donjon-Serie schufen Joann Sfar und Lewis Trondheim auch noch die Nebenserien Parade und Monster. Von letzterer sind die ersten beiden Bände frisch auf deutsch erschienen. Donjon Monster hat keinen Stammzeichner – hier wird jeder Band von einem anderen Künstler umgesetzt, und so bekommt jedes Album seinen ganz eigenen Charakter. Band 1 und 2, die gleichzeitig erschienen sind, machen dies sehr deutlich, denn die beiden Geschichten sind so verschieden wie Tag und Nacht.

Mädchen

teaser_maedchenNach Held und Sag was ist Mädchen nun schon das dritte mehr oder weniger autobiographische Werk von Flix. Auch hier ist der Ich-Erzähler Felix Görmann der Hauptdarsteller, und auch hier schöpft der Autor viel aus dem alltäglichen Leben. Während in Held noch ein ganzes Leben, von der Kindheit bis zum hohen Alter, verhandelt wurde, und Sag was von einer langen Liebesbeziehung (und deren Ende) erzählt, spielt sich die Handlung von Mädchen an einem einzigen Tag ab.

Finder 8 – Five Crazy Women (US)

teaser_finder8 Carla Speed McNeil erschafft in ihrer Comicserie Finder eine ganz eigene Welt. Diese macht sie als Webcomic den Lesern zugänglich, veröffentlicht aber auch gedruckte Sammelbände. Der achte, „Five Crazy Women“, ist vor kurzem erschienen.
Auf den ersten Blick sieht diese Welt manchmal fast so aus wie unsere. Die Menschen dort sprechen praktisch so wie wir, leben in relativ normalen Wohnungen, tragen normale Kleidung, gehen sogar manchmal einem recht alltäglichen Job nach. Doch je länger man weiterliest, desto häufiger tauchen Dinge auf, die irritieren: der sprechende, gefiederte Saurier, der an der Universität lehrt. Das Mädchen, das an einer renommierten Schule eine Ausbildung zur Prostituierten macht. Oder der Clan, in dem alle, Frauen wie Männer, aussehen wie Marilyn Monroe.

Der Selbstmordclub

 Der Selbstmordclub von Usumaru Furuya gehört zum Label Shodoku, in dem der Verlag Schreiber & Leser Mangastoffe für erwachsene Leser präsentiert. Augsgangspunkt der Geschichte, die in Japan parallel zum Film
erschien, aber keine strikte Adaption des Films darstellt, ist ein kollektiver Selbstmord von fünfzig Schülerinnen, die sich im größten Bahnhof Tokios vor einen Zug werfen. Nur ein Mädchen überlebt.

Conan 2 – Der Gott in der Kugel…

teaser_conan2Conan der Barbar ist eine Legende. Und er geht wieder in Serie. Seit kurzer Zeit verstricken Kurt Busiek und Cary Nord den wilden Cimmerier in neue Abenteuer. Nach dem fabelhaften ersten Band kommt nun die Fortsetzung: „Der Gott in der Kugel“. Was Autor und Zeichner angefangen haben, entwickeln sie konsequent weiter. Zwar kein Höhenflug, dafür aber ein wasserdichtes Fantasy-Spektakel. Dämonen und Gemetzel inklusive, denn schließlich ist es Conan.

Aya

 Ein Mädchen aus einer Region, die wir in der Regel nur aus Krisenmeldungen in den Fernsehnachrichten kennen, emigriert nach Frankreich. Später, als junge Frau, erzählt sie vom Leben in dem Land, aus dem sie stammt – in Comicform. Das klingt ganz nach der Iranerin Marjane Satrapi, die mit Persepolis eine Erfolgsstory geschrieben hat. Die Rede ist hier jedoch von Marguerite Abouet. Sie stammt von der Elfenbeinküste, Aya ist ihr erster Comic.

Tosca

teaser_toscaDieser Comic ist ein Mafia-Film, bin ich versucht zu sagen. Es ist zwar ein Comic mit allem, was dazu gehört – Bilder, Sprechblasen und ein wenig Onomatopöie -, aber beim Lesen hatte ich den Eindruck, Der Pate, Teil 7 oder 8, anzugucken.
Die drei Alben lange Geschichte, die hier in einem Sammelband präsentiert wird, beginnt damit, dass ein Mann seinen Bruder rächt, der an einer Überdosis Drogen gestorben ist. Er erschießt auf der Straße zwei Drogendealer und wird dafür zum Tod verurteilt. Doch der DEA-Agent (U.S. Drug Enforcement Administration) Harvey Clegg inszeniert seinen scheinbaren Tod und rekrutiert ihn als Handlanger. Er wird operativ in den Patensohn John Tosca verwandelt, der mit seiner Familie gebrochen hat und als ordentlicher Student sein Leben verbringt. Der wahre John Tosca wird beseitigt und durch den falschen ersetzt, der sich bei seinem Vater meldet und ein Versöhnungstreffen vereinbart.