Alle Artikel in: Rezensionen

In dieser Rubrik finden sich alle Arten von Comic-Besprechungen, von den Kurzrezensionen im „Kri-Ticker“ bis hin zu ausführlicheren Einzelvorstellungen bestimmter Titel.

Donjon -97: Das Ende einer Jugend

 In der großen weiten Comicwelt gibt es kleine Projekte, es gibt große Projekte, es gibt riesig große Projekte und es gibt Donjon. Wer noch das Ende der insgesamt auf 300 Bände angelegten Reihe erleben will, sollte besser kein allzu weit zurückliegendes Geburtsdatum vorweisen können und selbst die Vielschreiber Sfar und Trondheim werden sich schon sicher mehr als einmal selbst verflucht haben für das gigantische Pensum, das sie sich auferlegt haben. Aber kann man denn in dieser Beziehung wirklich Mitleid empfinden mit jemandem, der 100 Bände dem Werdegang einer Figur widmet, die im weiteren Verlauf der Handlung gerade mal eine Nebenrolle spielen wird?

The Walking Dead (Comic-Duett)

comic-duett01-teaserDie Zombie-Serie The Walking Dead lässt das Herz vieler Genre-Fans höher schlagen – aber ein paar Ungereimtheiten gibt es schon, findet zumindest Jan Dinter. Mit Manuel Clavel zusammen müffelt und ballert er sich durch die Serie.
Das Besondere: die beiden haben das Ganze als eigenen kleinen Comic visualisiert (Text: Jan, Zeichnungen: Manuel).

Achtung: die Rezension enthält einen Spoiler für den gerade auf Deutsch erschienenen Band 3 sowie wenige grobe Andeutungen für die späteren Geschehnisse.

Quintett 1 & 2

teaser_quintettFrank Giroud ist zwar als Autor schon ein alter Hase, doch gelangte er erst in jüngerer Zeit mit seiner Serie Die zehn Gebote zu Bekanntheit und Ruhm. 2002 wurde ihm in Erlangen sogar der Max-und-Moritz-Preis als bester internationaler Szenarist überreicht. Seine Spezialität sind Thriller in historischen oder zeitgenössischen Settings mit politisch brisanten Kontexten. Die zehn Gebote feierten nicht zuletzt wegen ihres ungewöhnlichen Konzeptes so große Erfolge: Jeder der zehn Bände war von einem anderen Zeichner ausgeführt. Dieses Konzept wendet Giroud nun in der fünfteiligen Serie Quintett erneut an, wobei es hier nicht nur als eine unterhaltsame Raffinesse dient, sondern einen zentralen Aspekt der Serie illustriert. Die einzelnen Bände der Serie decken nämlich mit ihrer Erzählung immer wieder denselben Zeitraum und dasselbe Geschehen ab.

Fun Home: A Family Tragicomic (US)

teaser_fun_home Wie sieht eigentlich ein anspruchsvoller Comic aus? Würde es zum Beispiel ausreichen, die Comicseiten zusammenzukleben, sie zwischen zwei Buchseiten zu pressen und das Ganze mit dem Stempel „graphic novel“ zu versehen? Natürlich nicht, aber dennoch scheint das neue Jahrtausend dem vergangenen treu zu bleiben, indem es eben diesen Begriff für Qualität im Medium Comic benutzt, ohne wirklich festzulegen, welche Kriterien der Begriff beinhaltet. Während auf dem amerikanischen Comicmarkt immer wieder Titel kursieren, die das Prädikat graphic novel nicht verdienen, hat es die Künstlerin Alison Bechdel – Schöpferin des cartoon strips Dykes to watch out for – geschafft, den Begriff der graphic novel durch ihre Comicmemoiren wiederzubeleben. Ihr gelingt es, das Medium Comic zu benutzen und es sogar zu revolutionieren.

Green Manor 1

teaser_green_manor1 Ich muss zugeben, dass ich bis vor kurzem gar nicht auf dem Schirm hatte, dass es die ZACK Edition gibt. Ich muss auch gestehen, dass ich das ZACK-Magazin nicht lese, weniger aus Desinteresse als vielmehr wegen meiner Abneigung gegen Fortsetzungsgeschichten. Da stieß ich aber auf dieses schöne Album: Green Manor, dessen Inhalt bestens in ein Magazin nach meinem Gusto passen würde: der Band versammelt nämlich lauter abgeschlossene Krimi-Kurzgeschichten. Also nichts mit Fortsetzungen, alles wunderbar.

Comic! Jahrbuch 2007

teaser_icom2007Zum siebten Mal hat der ICOM (Interessenverband Comic e.V.) ein Jahrbuch herausgegeben, in dem er wie gewohnt durch viele Interviews und Artikel das vergangene Jahr Revue passieren lässt und Ausblick auf das kommende gibt. Diesmal liegt der Schwerpunkt auf Manga, es werden aber auch andere Themen wie Cartoon, Trickfilm, der internationale Markt sowie die Preisträger des ICOM Independent Comic-Preises 2006 behandelt.
Für eigentlich jeden an Comic-Hintergrundwissen Interessierten findet sich in diesem dicken und schön gelayouteten Wälzer etwas.

Killer stellen sich nicht vor

teaser_tardi_killer“Ach, sei still! Trink deinen Scotch aus, geh duschen. Und komm vögeln!“
In Jacques Tardis neuester Romanadaption einer Vorlage von Jean-Patrick Manchette geht es im Prinzip so zu wie in Frank Millers Sin City. Sex, Gewalt und Rache sind bestimmende Elemente der Handlung, die Optik ist schwarz-weiß und trostlos. In den Details aber unterscheiden sich das von Tardi/Manchette gezeichnete Frankreich der Siebzigerjahre und die fiktive Stadt der blutigen Sünde gewaltig voneinander.

Herrensahne 11

teaser_herrensahne_11Das in Düsseldorf beheimatete Magazin Herrensahne brachte diesen Sommer schon zum elften Mal eine Sammlung von Comics diverser Künstler heraus. Das Prinzip solcher Anthologien ist ja meistens die Vorgabe eines Themas, an dem sich dann jeder Zeichner auf seine Weise abarbeiten darf. So entstehen interessante Stilmixturen, die viele Leser jedoch oft nur teilweise begeistern können. Manches mag man, manches mag man nicht. Die elfte Ausgabe von Herrensahne mit dem Titel „Neues Spiel“ macht es anders.

Die Blueberry-Chroniken 3

teaser_blueberry-chroniken3 Ein wundervolles, sehr verdienstvolles Projekt sind die Blueberry-Chroniken des Ehapa Verlages, die endlich alle Blueberry-Geschichten, die von Jean Giraud entweder gezeichnet oder getextet wurden, in zwölf Hardcoverbänden vereinigt. Bisher musste man sich durch die teilweise verwirrende Nummerierung der Albenreihe ein wenig durchkämpfen, nun aber werden die Abenteuer des nimmermüden Helden in der Chronologie der Handlung präsentiert.