Die Ruhmreichen Rächer 5
Langsam steuert die „Secret Invasion“ der Skrulls auf der Erde dem Höhepunkt zu, und während sich die Marvel-Heroen mit den außeriridischen Gestaltwandlern, welche die Superheldengemeinschaft in einer perfiden Geheimaktion infiltriert haben, herumschlagen, gibt es auch unter den Skrull-Agenten interessante Entwicklungen. Wer die Rächer in diesem Band erwartet, wird enttäuscht sein. Die vier hier gesammelten Geschichten sind eher eine Ergänzung zur Haupthandlung, die sich in der „Secret Invasion“-Miniserie abspielt. Es wird enthüllt, wie Elektra durch einen Skrull ersetzt wurde, wie der untergetauchte Nick Fury mit einem Team von NachwuchsheldInnen namens „Secret Warriors“ Guerilla-Krieg gegen die Invasoren führt und was für unerwartete Probleme die Doppelgänger von Hank Pym und dem Kree-Krieger Mar-Vell für ihre Genossen darstellen. Die Helden-Kopien verdanken ihre Perfektion nämlich dem Umstand, dass ihre DNA jeweils mit der des zu verkörpernden Helden verschmolzen wurde. Was dabei von den Skrull-Wissenschaftlern nicht eingeplant wurde, ist, dass die Kopien somit auch die Persönlichkeit der jeweiligen Person entwickeln. Das alles ist kurzweilig und ansprechend erzählt – solide Brian-Michael-Bendis-Szenarien plus durchweg gute (zuweilen vielleicht etwas unebene) grafische Umsetzung durch Khoi …

Vera Michailov kommt viel herum. Die junge Frau reist nämlich als Freiwillige des Roten Kreuzes in fremde Länder, um humanitäre Hilfe zu leisten. Dass das nicht ungefährlich ist, zeigt sich auch während ihres Aufenthaltes auf dem afrikanischen Kontinent, bei dem sie die Nachwehen einer Dorfplünderung hautnah miterleben muss. Zurück in Frankreich begegnet sie vor dem Grab ihres kürzlich verstorbenen Vaters einer Gruppe Zigeuner, die eine für sie persönlich äußerst informative Geschichte zu berichten wissen. Darin geht es um den Stargeiger Jakob, Veras Vater, der sich mehr schlecht als recht durchs Leben schlug. Und es fällt der Name eines gewissen Kolyas, der angeblich ihr Zwillingsbruder sein soll
Mit der Fantasy-Reihe Les Lumières de l'Amalou wurde Zeichnerin Claire Wendling bekannt und mehrfach preisgekrönt. In den neunziger Jahren erschienen die ersten drei Alben der fünfbändigen Serie auch auf deutsch; Teil 1 und 2 als Amalu, Teil 3 als Die Lichter von Amalou. Obwohl Wendling beim Comic-Salon 2004 mit einer Ausstellung geehrt wurde, musste man in Deutschland auf die beiden letzten Episoden sehr lange warten. Nun gibt es also endlich die komplette Serie, mit einem abermals leicht veränderten deutschen Titel: In der Carlsen-Ausgabe heißt die Fantasy-Geschichte Die Lichter des Amalu, was auch sinnvoll ist, da es sich bei dem titelgebenden „Amalu“ um einen Fluss handelt.
Wenn man über Religionsgrenzen hinaus Humor betreibt, muss der jeweilige Künstler auf Kritik nicht lange warten: Der Vorwurf der Missachtung der kulturellen Besonderheiten oder gar Blasphemie kann einem vorgeworfen werden. Wir erinnern uns, nur welchen politischen Aufruhr die Mohammed-Karikaturen in der dänischen Zeitung Jyllands-Posten erzeugt haben. Nun hat die freischaffende Künstlerin Eva Schwingenheuer in ihrem Buch mit dem schlichten Titel Burka den Versuch unternommen, sich der Bekleidung der vollverschleierten Muslima von außen zu nähern. Sie lädt die Leser nicht nur zum Rätseln ein, was sich da für Konturen unter dem „großen Schwarzen“ abzeichnen, sondern kritisiert – wenngleich auch etwas ungestüm – diese Form der Vollverschleierung.
In den vergangen Jahren wurden viele beliebte Comicserien einer Frischzellenkur unterzogen. Die Ehre gebührte z. B. Charles M. Schulz' Peanuts: In einer speziellen 25-bändigen Reihe werden derzeit alle Comicstrips chronologisch gesammelt und bei Carlsen neu aufgelegt. Bei gleichem Umrechnungskurs hätte es Schulz' Freund und Kollege Bill Watterson mit seinem Strip Calvin and Hobbes auf nur fünf Bände gebracht (1985-1995). Obwohl es bei ihm dann nicht für die Sonderausgabe gereicht hat, bringt Carlsen nun eine neue Auflage auf dem Markt. „Von Monstern, Mädchen und besten Freunden“ lautet der Titel dieses Sammelbandes, einer Auslese, die sich auf die ersten beiden deutschen Einzelbände „Calvin und Hobbes“ und „Was sabbert da unterm Bett?“ stützt.