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Redhand 1 – Der Preis des Vergessens

Cover Redhand 1Ein amerikanischer Autor und ein italienischer Zeichner arbeiten zusammen an einem Comic in französischem Format. Cross Cult macht ernst mit seinem Verlagsnamen. Das Verlagshaus aus Asperg veröffentlichte schon zuvor Arbeiten, in denen sich unterschiedliche Comicsphären miteinander kreuzten. Hochkarätig ist die Besetzung: Autor Kurt Busiek (Astro City, Conan) und Zeichner Mario Alberti (Morgana) erzählen die Geschichte von Redhand, einem einsamen Superkrieger.

Das archaische Cover lässt es nicht vermuten, aber die ersten Seiten von Redhand sind Science-Fiction. Text gibt es auf diesen Anfangsseiten nicht, da fällt die Orientierung zunächst schwer. Der Leser blickt auf eine große Stadt und wohnt einem Bombenanschlag bei. Offensichtlich soll eine Kammer mit mehreren verkabelten Überwesen in die Luft gejagt werden. Die Bilder erzählen von einer Explosion, so gewaltig, dass sie sogar noch aus dem All zu erkennen ist. Ein Anschlag in einer hochentwickelten Metropole, mehr bekommen die Leser vorerst von dieser Zukunft, die bald Vergangenheit sein wird, nicht mit.

Seite aus Redhand 1Man braucht einen Augenblick, um zu begreifen, wie die Geschichte danach weitergeht. Der Planet ist noch derselbe, allerdings viele Jahrhunderte später. Die hochentwickelte Zivilisation ist verschwunden, ausgelöscht. Zurück blieben nur ein paar Ruinen. Ein Stamm verfolgt einen anderen, gekämpft wird wieder mit Speeren, Schwertern und Pfeil und Bogen. Es gibt ein facettenreiches göttliches Pantheon, zudem Magie und Priester. Von hochentwickelter Technologie keine Spur mehr.

Durch einen Zufall stößt einer der Stämme auf eine versteckte Kammer, einer so genannten Stätte der Alten. Hier schlummern in grünen Sarkophagen die Überreste humanoider Wesen. Götter oder Dämonen aus längst vergangenen Tagen? Niemand kann sagen, ob dieser Ort Gutes oder Böses in sich birgt. Als die Entdecker schon denken, alles in der Kammer sei tot, erwacht in einem Sarkophag Leben. Ein nackter Mann, rothaarig und muskulös, kommt hervor. Er spricht eine fremde Sprache und rettet seine Entdecker mit brachialer Gewalt vor ihren Verfolgern. Bald wird der Fremde den Namen Redhand bekommen, eine neue Sprache lernen und versuchen, sich in die archaische Kultur der Stämme einzugliedern. Mit katastrophalen Folgen. Denn Redhand ist eine Kampfmaschine, Krieg liegt ihm im Blut.

Die Story von Redhand ist gut erzählt, wie von Kurt Busiek nicht anders zu erwarten, actionlastig, hat aber eine Fülle von Figuren, zu denen sich nicht so leicht eine persönliche Verbindung aufbauen lässt. Zu oft wird man mit Statements wie „Ich bin, was ich bin“ oder „Ich tue, was ich tue“ abgespeist. Redhand ist die traurig-melancholische, undurchschaubare Kampfmaschine, der Priester des Dorfes ist der Neidhammel, und Redhands barbusige Geliebte ist der Schuss Erotik in der Handlung. Alles in allem gut komponiert, aber kein atemberaubender Höhenflug, wie man nach so manchen Ausgaben von Busieks Astrocity vielleicht hätte erwarten können. Wer die Conan-Stories von Busiek mochte, wird in Redhand eine merkwürdige Form zerbrechlichen Höhlenmenschentums wiederfinden.

Anders hingegen das Artwork. Mario Alberti hat mit Redhand phantastische Arbeit geleistet und liefert detailverliebte, aber nicht überfrachtete, und interessant komponierte Bilder, die dem Auge schmeicheln. Landschaften und Innenräume, Anatomie, Licht und Schatten – all das sitzt und macht auch beim x-ten Ansehen immer noch Riesenspaß.

Redhand ist vorerst angelegt auf drei Bände. Der nächste Band erscheint voraussichtlich im September 2008.

Redhand 1 – Der Preis des Vergessens
Cross Cult, April 2008
Text: Kurt Busiek
Zeichnungen: Mario Alberti
Übersetzung: Kai Wilkens
Originalausgabe: Redhand Tome 1 – Le Prix de l’oubli (Humanoids 2004)
56 Seiten; vierfarbig; Hardcover; 12,80 Euro
ISBN 9783936480641
Infos und Leseprobe auf crosscult.de

Gute Fantasy, phantastische Zeichnungen

 

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Abbildungen © Cross Cult, Mario Alberti

 

 

Die Rückkehr aufs Land 1

Die Rückkehr aufs Land CoverWährend der Comic-Salon Erlangen und die deutsche Comicszene mit Anke Feuchtenberger und Hendrik Dorgathen ihre avantgardistischen Helden feiern, bahnt sich in Frankreich seit ein paar Jahren eine Renaissance der Geschichtenerzähler an. Doch trotz des Fokus auf nationale Comic-Künstler kann man beruhigt sein, da sich deutsche Verlage auch um die frankobelgischen Lizenzen kümmern. Der Berliner Comicverlag Reprodukt zeigt dabei ein reges Interesse an der Nachfolgegeneration der Künstlergemeinschaft L'Association (um Lewis Trondheim, Killoffer und David B). So erschien zum Comic-Salon Manu Larcenets Koproduktion mit Jean-Yves Ferri, Die Rückkehr aufs Land, eine biographische Erzählung, die das klassische Comicstrip-Prinzip verwendet.

Den Namen Manu Larcenet (37) sollte man sich merken. Der junge Franzose, der sich zunächst als Sänger einer Punkband versuchte, begann 1994 seine Karriere als Zeichner. Über Arbeiten in Musikzeitschriften gelangte er bald in französische Comic-Publikationen wie Spirou. Um sich ganz als Künstler absetzen zu können und eigene Themen zu verfolgen, gründete er den Verlag Les Rêveurs (“Die Träumer“).

Donjon Parade Einem breiteren Publikum wurde Larcenet erst durch die Zusammenarbeit mit Lewis Trondheim bekannt. Als Zeichner tritt Larcenet mit Die Kosmonauten der Zukunft (Poisson Pilote) und Donjon: Parade (Delcourt), die beide bei Reprodukt erschienen sind, die Nachfolge der französischen Geschichtenerzähler der 90er Jahre an und arbeitet dabei mit eben diesen KünsDer Alltägliche Kampftlern zusammen.
Obwohl Ähnlichkeiten zu Trondheim hinsichtlich seiner Ideenvielfalt und der schier unbändigen Produktion existieren, fängt Larcenet gerade in seinem in Deutschland bekanntesten Werk Der Alltägliche Kampf durch einen unverklärten Realismus die pessimistische Grundstimmung unserer Zeit ein. In Frankreich ist er seit dem dritten Band (der Abschlussband Nr. 4 erscheint auf Deutsch im November 2008 bei Reprodukt) übrigens auf dem Weg, einer der ganz Großen zu werden – die damit verbundene Bekanntheit  ist ihm aber wohl nicht ganz so angenehm. Seinen zuerst bestätigten Besuch auf dem diesjährigen Comic-Salon sagte er ab.
Doch es wäre zu einfach, Herrn Larcenet nur auf Der alltägliche Kampf zu reduzieren. Bei Reprodukt stellt man dem deutschen Publikum nun die Vielseitigkeit des Franzosen vor: In Zusammenarbeit mit seinem Kompanion Jean-Yves Ferri entsteht in den Jahren 2002 bis 2006 La Retour à la terre, auf Deutsch Die Rückkehr aufs Land.

Beispiel aus Die Rückkehr aufs LandWie schon der Titel des aufwändig produzierten Querformats im Original besagt, geht es zurück zu den basics, zurück zur Erde. Der (auto-)biographische Comic handelt von Manu und Mariette, die nach dem Leben in der Stadt Juvisy die Ruhe und Zurückgezogenheit auf dem Land suchen, zumindest was Mariette betrifft. Wie der französische Titel bereits zweideutig andeutet, verhält sich Manu wie ein Außerirdischer, der auf die Erde zurückgekehrt ist und mit den Gepflogenheiten dort – wie dem jährlichen Schweinefest – nicht vertraut ist. Leider schafft es unsere deutsche Sprache nicht ganz, das französische Wortspiel entsprechend wiederzugeben, dafür wird aber der ländliche Aspekt betont.

Die Handlung des Comics ist in einzelne Episoden aufgeteilt, die nach dem Muster des Comicstrip strukturiert sind. Auf einem bis drei Panels bringen Larcenet und Ferri einen Kalauer nach dem anderen. Dabei variieren die beiden ständig zwischen simplen Schenkelklopfern und spitzfindigen Pointen. Der großartige Humor entsteht aber erst, wenn man Die Rückkehr aufs Land als Ganzes liest. Betrachtet man jeden Strip einzeln, überzeugt der Humor noch nicht wirklich. Witze über das Schweinefest und den Wintereinbruch sind zwar ganz nett, aber die richtigen Brüller kommen erst dann zum Vorschein, wenn Larcenet und Ferri in die Welt der Wiederholungen eintauchen. Es sind nämlich keine simplen running gags, welche die beiden Franzosen hier zum Besten geben. Vielmehr handelt es sich um die raffinierte Kunst, den Leser an jedem Witz aktiv teilhaben zulassen. Er ist es, der sich auf zehn Comicseiten über die Gefahr eines Genickbruchs beim Baumfällen belehren lässt, nur um dann bei folgendem Strip in schallendes Gelächter auszubrechen:

Das Genick und Obelix

Warum ist diese Passage noch gleich so lustig? Der Leser kramt in seinem Gedächtnis und findet nach nur Bruchteilen einer Sekunde die Antwort. Auf diese Weise wird das Album zu einem Riesenwitz, der mit Querverweisen nur so gespickt ist.

Fragt man sich nach der ausführlichen Vorstellung von Larcenet und der Beschreibung der Handlung, was Jean-Yves Ferri eigentlich in diesem Band zu suchen hat, so muss man Mariette das Wort erteilen, die diesen Sachverhalt viel einleuchtender erklären kann:

Das Album

Wie die beiden im Comic beschreiben, kam es erst zu diesem Album, nachdem Ferri seinem Freund die Idee unterbreitet hat, Lesern von seiner Erlebnissen dieser Landflucht zu berichten. Wie bereits in früheren Koproduktionen von Ferri und Larcenet (Correspondances und La Sens de al vie) zu sehen, ergänzen die beiden sich prächtig und bereiten das unfreiwillig, groteske Landleben für den Leser liebevoll auf.

Vielleicht mag Die Rückkehr aufs Land noch nicht an die Klasse von Trondheims autobiographischem Comic Approximate Continuum Comics herankommen, doch verbindet Larcenet mit Die Rückkehr aufs Land, Der Alltägliche Kampf sowie der Reihe Die wundersamen Abenteuer von … gerade die französische Avantgarde von L'Association mit der unbändigen Freude am Geschichtenerzählen. Dabei gelingt ihm sogar der in Frankreich diskutierten Spagat zwischen Kunst und Kommerz, zwischen L'Association und den großen Verlegern wie Dargaud.

Während sich Reprodukt bei Der Alltägliche Kampf dazu entschieden hat, das Originalalbenformat beizubehalten, wählte man bei der Veröffentlichung von Die Rückkehr aufs Land den französischen Sammelband als Vorlage, dessen Querformat die Ausgaben eins bis drei beinhaltete. Die Frage bleibt nun, ob wir warten müssen, bis Larcenet nach Band vier noch fünf und sechs veröffentlichen muss oder ob sich Reprodukt etwas ausdenkt, um den deutschen Lesern bald mehr von dem Franzosen zu präsentieren.

Nachtrag: Wie Dirk Rehm im Reprodukt-Forum schreibt, wird es keine Nachschubprobleme geben: „Kein Problem, der deutsche Band 1 beinhaltet nur die ersten beiden Alben der französischen Ausgabe und in Frankreich liegen schon vier Bände vor, wir können also nächstes Jahr nachlegen.“
Wir entschuldigen uns für den Faux Pas, freuen uns aber auch, dass es schneller weitergeht als zuerst von uns gedacht.

Die Rückkehr aufs Land 1 – Das wahre Leben
Reprodukt Mai 2008
Text: Jean-Yves Ferri, Zeichnungen: Manu Larcenet
192 Seiten, farbig, 16,5 x 23,5 cm, Hardcover
ISBN: 978-3-938511-82-4
22,- Euro
Leseprobe

Autobiographischer Comicstrip in Höchstform

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Abbildungen: © Reprodukt und Manu Larcenet

Die Sache mit Sorge

 Richard Sorge gehört eher zu den Randfiguren der deutschen Geschichte. Obwohl er als KGB-Spion in Japan durchaus Einfluss auf den Verlauf des Zweiten Weltkriegs hatte, ist sein Name nicht sonderlich bekannt. Im Geschichtsunterricht kommt Sorge praktisch nicht vor (zumindest im Westen, in der DDR mag das anders gewesen sein), seine Vita bietet jedoch genug interessanten Stoff für biographische Literatur. Isabel Kreitz hat sich dieses Stoffes angenommen und ihn in Form eines umfangreichen, 240 Seiten starken Comic-Romans aufbereitet.

Sorge war überzeugter Kommunist und Gegner des Nazi-Regimes. Seit 1929 lebte er, offizell als Journalist, in China und später in Japan, wo er das Vertrauen des deutschen Botschafters genoss und Zugang zum engsten Zirkel der Botschaft und zu geheimen Informationen aus Deutschland hatte. Mit Hilfe mehrerer Mittelsmänner übermittelte er diese Informationen nach Moskau. Unter anderem erfuhr er vom bevorstehenden deutschen Überraschungsangriff auf die Sowjetunion (“Unternehmen Barbarossa“, 1941) – eine Information, der Stalin jedoch nicht ausreichend Glauben schenkte, was Sorge zutiefst verbitterte. Später gelang es ihm doch noch, mit einer Information kriegsentscheidenen Einfluss zu nehmen. Moskau erfuhr von Sorge, dass Japan die UdSSR nicht angreifen würde und konnte deshalb seine Truppen von Sibirien an die Westfront schicken, wo es ihnen gelang, den Vorstoß von Hitlers Wehrmacht auf Moskau zu stoppen.

 Diese politischen Fakten behandelt Isabel Kreitz eher am Rande. Sie konzentriert sich auf die Person Richard Sorge und seinen Charakter. Dieser war ein einnehmender Mensch, der viele Freunde und etliche Affären hatte, Autos und Motorräder liebte und gerne dem Alkohol zusprach, der aber auch cholerisch und überheblich sein konnte – keine besonders sympathische Figur. Die Sache mit Sorge beginnt Anfang der 30er Jahre in China und behandelt dann vor allem Sorges Zeit in Japan während des Zweiten Weltkriegs. Dabei wird die Handlung nicht direkt aus der Sicht Sorges geschildert, sondern aus der seines Umfelds. Zwischendurch wird die Geschichte immer wieder unterbrochen – wir sehen dann alte Menschen, die damals mit Sorge zu tun hatten und sich rückblickend an diese Zeit erinnern (ähnlich wie bei Zeiteugen-Interviews in Geschichtsdokus im Fernsehen). Die wichtigste dieser Figuren ist die Pianistin Eta Harich-Schneider, die längere Zeit in Tokio lebte und ein Verhältnis mit Sorge hatte. Ihre Autobiographie gehörte zu den Quellen, die Isabel Kreitz bei der Recherche benutzt hat. Der Spion Sorge wird also aus unterschiedlichen Perspektiven gezeigt und dadurch quasi eingekreist.

 Bis auf die kurzen Statements der Zeitzeugen gibt es keinerlei Erklärtext im Comic. Isabel Kreitz verzichtet auf einen allwissenden Erzähler aus dem Off genauso wie auf Captions mit Zeit- und Ortsangaben und verlässt sich ganz auf Bilder und Dialoge. Dies erfordert vom Leser viel Aufmerksamkeit, funktioniert aber hervorragend. Die schwarz-weißen, annähernd fotorealistischen Bleistiftzeichnungen sind sehr detailreich, auch was die Hintergründe angeht. Kreitz' Bilder transportieren Stimmungen, das wird vor allem in den mehrfach eingestreuten „stummen“ Passagen deutlich: wortlose Szenen über mehrere Seiten, wie man sie sonst eher aus fernöstlichen Comics kennt.

Wenn Richard Sorge am Ende des Comics von den Japanern verhaftet wird und spurlos verschwindet, hat man ihn und seine Motivation zwar kennengelernt, hat aber nicht wie in klassischen Spionagestories mit dem Helden mitgefiebert. Zwischen der Hauptfigur und dem Leser bleibt eine gewisse Distanz – Die Sache mit Sorge ist eben gerade kein Spannungsroman, sondern semi-dokumentarisch. Im Fernsehen würde man es wohl Doku-Drama nennen.

 Besonders gelungen sind die Szenen, die vom alltäglichen Leben an der Deutschen Botschaft in Tokio erzählen. Weit weg von Deutschland, aber auch nicht direkt in Japan, eingeschlossen in einer eigenartigen Seifenblase, in der man sich wenig um das Gastland und dessen Bewohner kümmert. Stattdessen feiert man zahlreiche Dinnerparties, intrigiert ein bisschen und lässt ansonsten das Leben eher gleichgültig an sich vorbeiziehen. Man kann verstehen, wie dieses Leben einen überzeugten Kommunisten wie Richard Sorge angewidert haben muss.

Ein Comic über ein Thema der deutschen Geschichte, das in keiner Weise dröge, trocken oder verkrampft didaktisch wirkt, wie es bei solchen Projekten leider oft der Fall ist. Die Sache mit Sorge will eine Geschichte erzählen, nicht belehren oder dozieren. Dies gelingt Isabel Kreitz vortrefflich, und wenn man bei der Lektüre auch noch etwas lernt (nicht zuletzt auch durch den informativen Anhang), hat sie sicher nichts dagegen.

 

 

Die Sache mit Sorge
Carlsen
Verlag, März 2008
Text und Zeichnungen: Isabel Kreitz
Hardcover; s/w; 256 Seiten; 19,90 Euro
ISBN: 978-3551787439


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Faszinierendes Doku-Drama in Comicform

Bildquelle: www.carlsen.de/web/graphicnovel

Interview mit Sascha Hommer

Zum diesjährigen Comic-Salon in Erlangen verabredeten wir uns mit Sascha Hommer, der sich vor allem durch seinen 2006 erschienenen Comic Insekt (Reprodukt), aber auch durch seine Arbeit als Verleger der Comic-Anthologie ORANG hervorgetan hat. Wir sprachen mit ihm über sein Werke, über das Leben als Künstler und über die Sinnhaftigkeit einer Ausbildung als Illustrator.

Inhalt:

Multiple Persönlichkeiten? / Das Zeichnen war schon immer da / Das Insekt kommt nach Hamburg: ORANG /Auf eigenen Wegen / Keine Veranstaltung für Insider / Insekt / In Zukunft ?

Multiple Persönlichkeiten?

Daniel Wüllner und Sascha Hommer (rechts)Comicgate: Hallo Sascha, steigen wir gleich direkt mal ein: Als ich mich auf dieses Interview vorbereitet habe, fand ich zunächst widersprüchliche Informationen über dich auf deiner Homepage und auf anderen Internetseiten: Während man in deiner Biographie, die auf butterbiene einzusehen ist, lesen kann, dass du im Schwarzwald geboren wurdest, findet man auf Wikipedia ganz andere Informationen. Dort steht, du seist in Hamburg geboren, aber im Schwarzwald aufgewachsen, stimmt das?

Sascha Hommer: Das ist natürlich falsch. Ich bin nicht in Hamburg geboren, sondern im Schwarzwald. Nach Hamburg bin ich erst 2001 gezogen und war vorher noch nie dort.

CG: Da scheint ja eine Vielzahl von Fehlern online über dich zu existieren. Auf
lambiek.net steht zum Beispiel, dass Pascal D. Bohr dein richtiger Name sei und Sascha Hommer das Pseudonym. Solche Fehler willst du nicht klären oder ist dir das schlichtweg egal?

SH: Ich denke nicht, dass es meine Aufgabe ist, das zu klären. Das müssen die schon selber recherchieren. Es ist mir auch eigentlich egal, ob das da steht.

CG: Kommen wir aber erstmal zurück in den Schwarzwald. Das Thema „Natur“ hat dich in Insekt ja stark beschäftigt. Resultieren diese Eindrücke aus deiner Heimat?

SH: Auf jeden Fall. Als Kind bin ich sehr viel in der Natur gewesen und habe auch als Jugendlicher sehr viel Zeit im Wald verbracht, manchmal tagelang. Da hat man dann seine Zeit mit Zelten, Feuermachen vertrieben und manchmal hat man sich auch ein Süppchen gekocht.

CG: Dann stellt eine Stadt wie Hamburg das komplette Gegenteil dazu dar?

SH: Ja, am Anfang war es erstmal schwierig, das Stadtleben zu verstehen oder anzunehmen. Aber da ich dann kurz nach der Schule ein paar Reisen unternommen hatte nach Südostasien war ich bereits gewöhnt an Städte und fand Hamburg dann gar nicht mehr so groß und erschreckend, sondern eigentlich ganz niedlich und eher provinziell.

CG: Bist du dann gleich nach dem Abi zur Kunsthochschule? Hast du dich für die HAW (Hochschule für angewandte Wissenschaften) bewusst entschieden? Als du angefangen hast war sie ja noch nicht wirklich Anke Feuchtenbergers Hochschule für Comics.

SH: Da ich damals noch nicht genau wusste, was ich mit meinem Leben anfangen sollte, habe ich zuerst eineinhalb Jahre Freie Kunst an der privaten Kunsthochschule Nürtingen EV studiert. Das war aber eher so eine Notlösung, denn obwohl ich wusste, dass ich zeichnen wollte, wusste ich nicht genau, was das werden soll. Die Richtung, in die ich mich dabei bewegen wollte, war mir noch unklar. An der kleinen Kunsthochschule hatte ich Glück mit einem Dozenten, der sich ein wenig mit Comics auskannte. Nach einem Jahr habe ich dann gemerkt, dass Freie Kunst gar nicht das ist, was ich machen will. Eigentlich wollte ich damals schon Comics zeichnen. Das hatte bereits als kleiner Junge getan, so bis zur fünften oder sechsten Klasse, und die dann an meine Freunde verkauft. Doch irgendwann habe ich damit aufgehört.

CG: Durch was wurdest du in der Jugend dazu inspiriert, Comics zu machen oder hast du damals selbst schon Comics gelesen?

SH: Als ich so zehn Jahre alt war, habe ich Clever & Smart und MAD gelesen. Gleichzeitig wurde ich auch stark durch das Fernsehen beeinflusst, z.B. KAH – Kommisar Albert Humbertdurch Knight Rider. Das hat sich dann alles so gemischt und es entstand mein erster eigener Comic: KAH: Kommissar Albert Humbert. Das ist so ein Kommissar, der ein bisschen blöd ist, wie man das von Clever & Smart kennt. Es gab da natürlich auch viele andere Figuren in dem Comic, wie z.B. den genialen Erfinder Strich und das Superauto KAHSA (Kommissar Albert Humberts Super Auto), das ständig Witze machte und KAH reinlegt. Also eine Mischung aus vielen verschiedenen Einflüssen. Das Heft konnte man sogar abonnieren. Es hatte eine Auflage von 15 Stück pro Ausgabe und die erschien fast alle zwei Monate. Eineinhalb Jahre habe ich das regelmäßig gemacht. Doch dann kam die Pubertät und ich hatte nicht mehr den Anspruch, das weiter zu machen.

Das Zeichnen war schon immer da.

CG: Andere Sachen wurden wichtiger?

SH: Ja, damals hatte ich begonnen, Musik zu machen. Ich habe mit 14 eine E-Gitarre geschenkt bekommen und zwischen 16 und 18 habe ich dann nur noch Musik gemacht. Als ich dann 18 war, habe ich überlegt, was ich mit meinem Leben anfangen will, welchen Beruf ich wählen soll. Als Musiker hätte ich vielleicht arbeiten können, aber das Zeichnen war halt schon immer da, die Musik kam erst später. Das Zeichnen ist eigentlich die eine Sache, die ich wirklich kann. Deshalb habe ich dann auch wieder angefangen, sehr konzentriert zu arbeiten, sehr systematisch versucht, mir Anatomie beizubringen, mit idiotischen Methoden: Ich habe mir diese Bücher gekauft, wie Gottfried Bammes – Künstleranatomie. Das nutzt aber alles nichts.

CG: Und wie sieht es aus mit Hogarths Zeichenschule?

SH: Genauso! Wenn man sich nur darauf konzentriert, ist das sinnlos. Wenn man direkt am Modell arbeitet z.B. in Aktkursen und die Bücher als Ergänzung hat, um Sachen nachzuschlagen, ist das sehr gut. Aber du kannst dir nicht so ein Buch nehmen und lernen, wie man anatomisch korrekt zeichnet. Das Zeichnen von der Natur weg ist der beste Weg, um das zu verstehen. Das habe ich in der Kunstschule tatsächlich gelernt, deswegen war die Zeit dort auch nicht verschwendet, aber im Prinzip wollte ich eben Comics machen. Nach einem Jahr habe ich gemerkt: das was ich da machen will, heißt gar nicht Kunst. Nach einer längeren Recherche musste ich feststellen, dass es Comicstudiengänge nur im Ausland gab. In ein französischsprachiges Land wollte ich aber nicht, da ich Französisch als Sprache nicht leiden kann. Dann habe ich Anke Feuchtenberger entdeckt, als ich das Schweizer Comicfest Fumetto in Luzern besuchte. Obwohl Anke Sachen gemacht hat, die ganz anders waren als das, was ich damals selbst gemacht habe, hatte ich das Gefühl, ich muss zu ihr (Ich habe damals Fantasycomics á la Richard Corben gezeichnet). Also war meine Entscheidung für Hamburg schon bewusst getroffen. Kurze Zeit später war ich dann zu einem Vorgespräch in Hamburg und habe Anke ein paar Sachen von mir gezeigt. Sie meinte gleich, dass sie sich das vorstellen könne. Also habe mich dann gezielt für die HAW beworben.

CG: Du hast aber trotzdem das ganz Prozedere mit Mappen und Bewerbungen durchlaufen müssen?

SH: Ja, ja klar. Aber da ich sowieso schon an der Kunsthochschule war und mein Dozent sich mit Comics auskannte, hat er mich gut beraten. Es war also keine große Hürde mehr, außerdem hatte Anke mir ja auch schon gezeigt, was passt und was nicht.

Das Insekt kommt nach Hamburg: ORANG

CG: Dann kam das Insekt nach Hamburg und hat sich da komplett fremd gefühlt. Wie stellt man sich als junger Zeichner das Leben an einer Universität wie der HAW – an der Comics auf dem Lehrplan stehen – vor? Liest man die ganze Zeit Comics? Wie sieht der Unterricht aus?

SH: Es ist immer die Frage, wie man mit der Universität, oder besser mit dem was man vorfindet, umgeht. Für mich war es von Anfang an so, dass ich mit extrem viel Ergeiz nach Hamburg kam und dachte, jetzt geht es richtig los und war dann eigentlich eher enttäuscht von dem, was ich da vorfand. Ich hatte gedacht, dass es da viel mehr Studenten gibt, die im Comicbereich arbeiten, eigene Fanzines herausgeben und so. Es gab aber nur ein Fanzine: Strichnin. Das gefiel mir aber nicht so besonders. Wegen meines großen Ergeizes habe ich dann immer gesagt: Alles scheiße hier!

CG: Das kam bei den anderen Studenten bestimmt gut an.

SH: Bis irgendjemand dann zu mir gesagt hat, ja wenn alles so scheiße ist, dann mach halt ein eigenes Magazin. Und dann musste ich das auch machen.

CG: Und aus dieser Motivation heraus entstand ORANG?

ORANG 7SH: Ja, dann habe ich ORANG gegründet. Was zu Beginn nur so als ein billiges Kopierheft gedacht war, wurde zu einer Plattform für Studenten, auf der sie ihre Werke veröffentlichen konnten. Das Projekt war auch dazu gedacht, das Studium mit anderen Mitteln im Privaten fortzusetzen. Wir hatten damals noch ziemlich viel Freizeit an der Uni, wenig Pflichtkurse, die man besuchen musste. Mittlerweile hat sich das mit dem Bachelor/Master-System etwas geändert. Obwohl ich die Freiheit an der Schule sehr geschätzt habe, fand ich es viel zu wenig Anforderung. Aus diesem Grund wollt ich privat auch über die Arbeiten reden. In den Kursen ging das nicht immer so gut: Die Lehrer mussten viel zu sehr darauf achten, die Studenten nicht zu verletzen. Im Privaten war es dann schon eher möglich den Leuten auch mal ins Gesicht zu sagen, dass es scheiße ist, was sie da machen. So was habe ich damals gesucht.

CG: Du hast gerade über die Lehrer an der HAW gesprochen. Wie muss man sich Anke Feuchtenberger im Seminar oder in der Vorlesung vorstellen?

Anke Feuchtenberger (Foto: Zittel Wassily)SH: Es sind Seminare, in denen Anke den Studenten Aufgaben stellt, die diese dann zuhause bearbeiten und anschließend zum Unterricht mitbringen. Dort werden sie der Reihe nach, Student für Student, diskutiert.

CG: Die Bewertungen dieser Arbeit sind dann meist wohlwollend?

SH: Nicht zwangsläufig wohlwollend, aber Anke würde wegen ihrer Herangehenswiese halt nie direkt Leute beleidigen. Das wäre ja auch nicht angebracht. Es ist ja auch nicht ihr Beruf Leute runterzuputzen, sondern Studenten zu unterstützen in dem, was sie machen. Ihren Unterrichtsstil finde ich sehr beeindruckend, weil es ihr gut gelingt, auf die Leute im Einzelnen einzugehen. Sie hat eine Fähigkeit, die vielen anderen Professoren fehlt: Wirklich wahrzunehmen, was die Leute selber wollen und nicht nur das eigene Bild davon wahrzunehmen.

CG: Trotzdem hat man manchmal das Gefühl, dass die Feuchtenberger-Schule viele Studenten beeinflusst.

SH: Ja, das sieht man oft. Aber durch die ganze Arbeit an ORANG, bei der uns Anke unterstützt hat – sie ist z.B. mit mir in die Druckerei gefahren, als wir ORANG zum ersten Mal per Offset gedruckt haben -, habe ich gemerkt, dass sie sehr wohl in der Lage ist, Sachen zu unterstützen, die ganz anders sind als das, was sie selbst macht.

CG: Sie ist dann so richtig ab Ausgabe vier bei ORANG eingestiegen?

SH: Genau. Da hat sie gleich einen Beitrag gemacht. Ich glaube, dass sie ab Ausgabe drei das Gefühl hatte, dass es sich bei ORANG um ein lang anhaltendes Projekt handelt, in das es sich lohnt, Zeit zu investieren.

CG: Mir ist bei ORANG aufgefallen, dass du nicht unbedingt in jeder Ausgabe mit einem Beitrag vertreten bist. Du bist mehr mit der Organisation beschäftigt. Du hast Ausgabe sechs und sieben zu Reprodukt gebracht. Wie lässt sich diese Position mit der Figur in Insekt, dem schüchternen Jungen vom Land verbinden? Hast du jetzt mehr die Rolle des Leitwolfs übernommen? Jemand, der sich um die Organisation eines gesamten Heftes kümmert, kann doch kein Außenseiter sein?

SH: Sicher beinhaltet Insekt viele Dinge aus meiner Vergangenheit. Die Rolle, die man selbst spielt, ändert sich aber auch im Laufe des Lebens. Gegen Ende meiner Schulzeit war ich wirklich dieser Außenseiter. So etwas wie ORANG zu machen, war für mich auch ein Weg, mit anderen Leuten klar zu kommen. Das ist halt einfach ein Projekt, über das man Leute kennen lernt und auch lernt, mit ihnen zusammen zu arbeiten. Wie meine jetzige Rolle aussieht, das muss jemand anderes beantworten. Aber ich mache das ja auch nicht allein. Arne Bellstorf mischt viel mit, kümmert sich um die Internetseite und das Layout. Auch andere Hamburger investieren viel Arbeit in ORANG, für die sie auch nicht bezahlt werden.

CG: Bei meiner Recherche habe ich nichts über deinen Abschluss gefunden. Wann bist du fertig geworden?

SH: Ich habe keinen Abschluss gemacht.

CG: Das heißt, du bist noch an der Uni?

SH: Nein, ich bin exmatrikuliert. Ich hatte keine Lust mehr zu studieren und auch keine Lust mehr die Studiengebühr zu bezahlen, deswegen habe ich keinen Abschluss.

CG: In Hamburg wurde ja auch gegen die Studiengebühren protestiert. War die HAW auch davon betroffen?

SH: An unserer Schule ist nicht soviel passiert, man ist da eher unpolitisch und verpennt. Aber an der HfBK, da ist fast die Hälfte der Studenten exmatrikuliert worden, da sie die Studiengebühren nicht akzeptieren wollten. Da hat der Senat sie einfach rausgeschmissen.

CG: Aber um noch einmal auf den Abschluss zurückzukommen: Beeinträchtigt dich das in keiner Weise? Es gibt jetzt keinen Arbeitgeber, der sagt, wir würden schon gerne sehen, dass sie einen Abschluss haben?

SH: In dem Illustratorenberuf ist das ziemlich egal, da es sowieso so viele Quereinsteiger gibt, die alle nicht studiert haben. Ein international bekannter Illustrator wie Stefano Ricci hat auch nie studiert [Anmerkung der Redaktion: Ricci unterrichtet derzeit an der HAW]. Das ist eigentlich egal. Das Studium ist eher dazu da, in bestimmte Strukturen reinzukommen und um Leute kennen zu lernen, Leute mit denen man gut zusammenarbeiten kann. Was ja bei mir auch gut geklappt hat. Vielleicht mach ich den Abschluss auch noch nachträglich irgendwann. Vielleicht möchte ich ja auch irgendwann selber Professor werden, dafür könnte ein Abschluss nützlich sein.

CG: Kannst du dir vorstellen, selber Kurse zu geben?

SH: Vorstellen kann ich mir das schon, da ich ja auch schon durch ORANG die Arbeiten von anderen bewerten musste. Ich habe halt gemerkt, dass es mir gut liegt, über die Arbeiten von anderen zu sprechen. Man lernt irgendwann, nicht nur alles scheiße zu finden, sondern auch die Leute zu ermutigen. Ich finde gerade die Entwicklung von jungen Studenten faszinierend. Das geht so schnell. Gerade bei jemandem, der gerade mit dem Studium beginnt, können sich die Arbeiten innerhalb von einem oder zwei Jahren total verändern. Als ich noch selbst Student war, habe ich das nicht so wahrgenommen.

CG: Wenn man selbst diese Stadien durchlaufen hat, weiß man sicherlich besser, wann man helfen muss und wann jeder selber daran arbeiten muss. Nimmst Du viel Einfluss bei ORANG, gerade von der künstlerischen Seite? Liest du die Geschichten vorher an?

SH: Das hängt jeweils von den Künstlern ab. Es gibt Zeichner, die das eher wollen, dass man ihnen reinredet und ihnen Themen oder Ideen vorgibt. Andere Zeichner wiederum können so gar nicht arbeiten, die weichen Themen konsequent aus, wenn man ihnen welche vorschlägt. Das ist von Fall zu Fall verschieden. Aber wir machen schon Redaktionssitzungen, wo dann die einzelnen Arbeiten besprochen werden. Wo auch nach den Schwächen in der Erzählung geschaut wird. Es ist mir auch ganz wichtig, dass Comiczeichnen ein Handwerk ist. Das befindet sich nicht irgendwo so in einem luftleeren Raum, es ist keine reine Selbstbetrachtung, sondern richtet sich an einen Adressaten.

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Auf eigenen Wegen

CG: Nach der Uni hast du dich dann mit Kikipost Deinen eigenen Projekten zugewandt. Bist du mit der Arbeit, die du und Arne machen, zufrieden?

SH: Also eigentlich nicht, weil wir beide zu wenig Zeit haben, um unsere Projekte professionell zu betreuen. Es hat gut angefangen, aber dann haben wir irgendwann bemerkt, dass wir keine professionelle PR machen können, dafür sind zwei Leute einfach zu wenig. Es ärgert uns zum Beispiel, wenn ein Buch Erfolg hat. Dann müssen wir ständig mit der Presse telefonieren, wofür wir neben unseren eigenen Projekten nur wenig Zeit haben. Aus diesem Grund haben wir uns entschlossen, in Reprodukt aufzugehen. Wir sind dann sozusagen ein Unterlabel von Reprodukt. Obwohl es Kikipost auch in Zukunft als Produktionsgemeinschaft von Hamburger Künstlern geben wird, erscheinen unsere Comics bei Reprodukt. Kikipost wird auch weiterhin für die Interessen der Hamburger Künstler stehen und z.B. wieder das Comicfest Hamburg organisieren, das im kommenden Dezember stattfinden wird.

Keine Veranstaltung für Insider

CG: Ansonsten scheinst du in allen Printmedien gleichzeitig zu arbeiten: Es gibt den Zeitungsstrip Im Museum mit Jan Frederik Bandel, du zeichnest Comics für literaturwissenschaftliche Publikationen wie das Schreibheft und Kultur und Gespenster, als Herausgeber von Spezialausgaben des Comicmagazins Strapazin arbeitest du auch. Du scheinst deine Fühler in alle Richtungen auszustrecken. Aber wenn ich deine Comics in Publikationen wie dem Schreibheft sehe, ist das zunächst etwas ungewohnt.

SH: Ich finde es sehr wichtig, dass man mit dem Comic auch in andere Bereiche reingeht. Es ist furchtbar, wenn Comics eine Veranstaltung für Insider bleiben und sich das Tummelfeld von Independent Comics auf das ICOM-Umfeld beschränkt.

CG: Und das Ganze scheint ja auch auf internationaler Basis zu funktionieren, wenn man sich die Übersetzungen von Insekt so anschaut.

SH: Neben einer spanischen (Sins Entido) existieren mittlerweile auch eine französische (Edition Sarbacane) und eine polnische Übersetzung, die bei dem Verlag Kultura Gniewu erschienen ist. Dort erscheinen auch die Comics von Mawil und von Arne. Die bringen gute Sachen heraus. Die Franzosen haben auch eine sehr schöne Ausgabe herausgebracht, die etwas größer ist und als Hardcover erscheint. Die Ausgabe von Sins Entido habe ich noch gar nicht gesehen. Dort erscheinen aber viele gute Leute wie z.B. David B. und Max.

CG: Wie sieht dein Tagesablauf aus, wenn Du nicht gerade in Erlangen bist?

SH: Sehr gestresst, da ich immer versuche, zu viel in eine Woche zu quetschen. Da gibt es ja zunächst den Zeitungsstrip Im Museum, der jeden Tag erscheinen muss. Das bedeutet viel Arbeit, die meistens einige Tage der Woche auffrisst. Danach habe ich etwas Luft für meine eigenen Sachen, wie z.B. die Arbeit an Vier Augen, dem neuen Buch bei Reprodukt, das ja schon seit Februar erscheinen sollte, jetzt aber erst gegen Ende des Jahres rauskommen wird. Zwischendurch heißt es viel telefonieren, um Ausstellungen oder die Arbeit an ORANG zu organisieren. Meistens sitze ich dabei zuhause in meinem Zimmer, in dem ich schlafe und arbeite. Das ist ein bisschen nervig.

CG: Ist der Erfolg noch nicht so groß, dass man sich eine Zweizimmerwohnung leisten kann?

SH: Ich arbeite dran, aber Hamburg ist auch ziemlich teuer. In Leipzig oder Dresden wäre das sicherlich kein Problem.

CG: Aber Hamburg steht ja auch stellvertretend für ein Gefühl, das deine Comics repräsentieren. In einem Interview in der Intro mit dir und Andreas Michalke habe ich gelesen, dass die Hamburger Comicszene eher introvertiert und Berlin ein bisschen lauter sein soll.

SH: Sicherlich gibt mir Hamburg etwas, das mir entgegenkommt. Ich selbst bin auch nicht so extrovertiert, aber ich weiß nicht … Hamburg kann auch ein Gefängnis sein.

CG: Du sprichst von deiner Einzimmerwohnung?

SH: Nein wirklich, Hamburg ist sehr eng; es gibt wenig Freiräume. Man muss sich dort alles sehr hart erarbeiten. In Berlin gibt es nach meiner Beobachtung mehr Freiräume.

Insekt

CG: Kommen wir zu deinem Comic Insekt. Wenn man das Buch aufschlägt, springen einem zunächst die Figuren ins Auge. Wie bist du auf diese Darstellungsform gekommen, die ja sehr speziell wirkt?

InsektSH: Mit dem Insektenjungen hatte ich bereits in Kurzgeschichten für ORANG gearbeitet. Was mich dazu bewogen hat, ihn für den Comic zu benutzen, kann ich gar nicht sagen. Es war wohl eine Mischung aus Dingen, die mir gefallen: ein Amalgam aus der unheimlichen Atmosphäre bei Charles Burns und der extremen Reduktion der Peanuts von Charles M. Schultz. Der Rest hat sich dann so ergeben. Für mich steht das Insekt als Metapher für das Anderssein, das ja im Zentrum der Geschichte steht.

CG: Die Form ist der zweite Aspekt, der an Insekt auffällt. Es ist ein sehr ungewöhnliches Format, wenn man es zum ersten Mal in die Hand nimmt, das Papier erinnert eher an Recyclingpapier aus den Neunzigern als an einen Comic. Auch die Helligkeit des Papiers dient ja der Erzählung. Mehr wollen wir an dieser Stelle aber nicht verraten. Alles wirkt perfekt aufeinander abgestimmt. Waren das alles bewusste Entscheidungen von dir?

SH: Es waren verschiede Papiersorten im Angebot, es war eine bewusste Entscheidung. Auch das Thema Luftverschmutzung spiegelt das Papier durch die kleinen Partikel gut wider. Ich bin sehr zufrieden mit dem Endprodukt, obwohl ich die französische Ausgabe jetzt fast noch schöner finde. Die ist auf hellerem Papier gedruckt und das Format ist etwas größer. Es wird aber auch demnächst eine deutschsprachige Neuauflage von Reprodukt geben. Derzeit überlege ich noch, ob man mit dem Papier noch etwas spielen sollte, aber das Format wird gleich bleiben, denn ich finde es schön, wenn man Bücher überall mitnehmen kann.

CG: Eine thematische Zwischenfrage: Wenn man über Insekt spricht, kommt in fast jeder Diskussion die Sprache auf die Anpinkelszene. Welche Reaktionen hast du dazu bekommen?

AngepinkeltSH: Oft sagen Leute, dass sie die Szene sehr extrem finden. Das freut mich im Grunde sehr, da es ja ein Kompliment ist; Genau diesen Effekt wollte ich erzeugen. Jemanden anzupinkeln ist zwar nicht so schlimm wie jemanden zu verstümmeln und auch nicht so gewaltsam wie jemanden zusammenzuschlagen, dennoch ist es eine sehr starke Form, jemanden zu degradieren. Sie hätten mit ihm in dieser Szene machen können was sie wollen, als ob er keine eigenen Gefühle hätte. Genau das wollte ich darstellen.

CG: Wenn man über Comics schreibt, schaut man fast automatisch auf das Verhältnis von Wort und Bild und spricht dann sofort von text- oder bildlastigen Comics. Würdest du sagen, dass du mehr bildlastig arbeitest oder wie bist du bei Insekt vorgegangen?

SH: Meine Arbeitsweise geht meist vom Bild aus. Für Geschichten habe ich immer erst graphische Ideen. Die Texte müssen sich dann einfügen. In der Zusammenarbeit mit Jan Frederik Bandel sieht das schon wieder ganz anders aus. Für Im Museum schickt er mir die Texte, die ich dann graphisch umsetzen muss.

CG: Ist die Arbeit im Team für dich komplizierter?

SH: Das funktioniert so gut, dass wir beide selbst überrascht sind. Aber obwohl wir uns so gut ergänzen, ist es sehr anstrengend, die Ideen eines anderen zu umzusetzen.

Vier AugenCG: Das Illustrieren von Texten scheint dich schon beeinflusst zu haben. In deinem Blog kann man ja bereits die ersten Bilder von Vier Augen bewundern. Obwohl die Sprechblasen noch nicht ausgefüllt sind, scheint dein neuer Comic textlastiger zu werden. Hast du jetzt mehr zu erzählen?

SH: Es wird in der autobiographischen Geschichte Vier Augen darum gehen, dass ich Dinge erzähle, die so oder so ähnlich passiert sind. Man muss ja immer ein wenig vorsichtig sein mit der Authentizität von solchen Geschichten, da die Erinnerung immer stark verklärt ist. Und der Comic bringt durch die Zeichnungen noch eine weitere Ebene der Realität in die Geschichte. Das Buch handelt von jungen Erwachsenen und deren Verhalten untereinander. Aus diesem Grund benötige ich bei diesem Comic mehr Text, um über die Gespräche den Charakter und die Einstellungen der einzelnen Figuren zu beschreiben. Es werden im weitesten Sinn auch philosophische Fragen diskutiert, da sind längere Dialoge einfach unerlässlich.

In Zukunft?

CG: Da wir nun sehr viel über deine laufenden Projekte geredet habe, bringt es wohl nichts zu fragen, ob wir von dir noch weitere Veröffentlichungen dieses Jahr zu erwarten haben, oder?

SH: Doch, die Frage lohnt sich schon, da im Juni die neue Ausgabe von Strapazin erscheinen wird, die ich zusammen mit Kati Rickenbach betreut habe. Das Thema der Ausgabe ist „Spielkiste“. Darin befinden sich Originalbeiträge über jegliche Art von Spielen. So wird zum einen die Ästhetik von Spielen nachgeahmt, zum anderen werden tatsächlich spielbare Comics präsentiert, bei denen der Leser interaktiv mitarbeiten muss. Ansonsten muss ich aber erstmal die Arbeit auf meinem Schreibtisch bewältigen.

CG: Zum Abschluss eine letzte Frage: Was liest du gerade? Kannst du unseren Lesern etwas empfehlen?

SH: Leider muss ich zugeben, dass ich relativ wenig Comics lese. Wenn ich doch Comics lese, dann sind das meistens Neuerscheinungen von Reprodukt. Oder zum Beispiel die Geschichten von Amanda Vähämäki aus Helsinki. Sie arbeitet viel für Anthologien; wir werden demnächst aber auch mal eine längere Comicerzählung von ihr erwarten können. Dann habe ich derzeit viel Material aus Hong Kong zugeschickt bekommen, das ich zwar nicht verstehen kann, aber man kann ja immer noch die Bilder anschauen. Ich habe ein paar von diesen chinesischen Comics mit zum Salon gebracht, um ein bisschen Werbung für sie zu machen, aber daraus ist bisher noch nichts geworden, da ich mit anderen Dingen beschäftigt war.

CD: Dann will ich auch gar nicht länger stören und bedanke mich für das Interview.

SH: Gar kein Problem.

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Sascha Hommer bei Reprodukt

Hommers Blog

Hommer und Bellstorfs kikipost

 

 

Fotos: Marc-Oliver Frisch, Zittel Wassily (A. Feuchtenberger)
Bildquellen: reprodukt.com, saschahommer.blogspot.com

 

Epidermophytie 14

Cover Epidermophytie 14 von Karsten SchreursStellt Euch einfach mal vor, Ihr bekämt die Zusammenfassung der Handlung (!) eines Pornofilms (hier: deutscher Erotikfilm, auch als Lederhosenfilm bekannt) vorgesetzt, ohne diesen zu kennen. Könnte ja sein. Und nun sollt Ihr auf maximal sechs Seiten zeichnerisch umschreiben, was Ihr glaubt, worum es in dem Film geht.
Verspricht spaßig zu werden, oder?
Genau das haben sich die Jungs des Berliner Fußpilz-Comicmagazins auch gedacht und ihr zweijähriges Epidermophytie-Zölibat pünktlich zum Comic-Salon 2008 gebrochen.

Sieben Filme, größtenteils aus den umtriebigen 70ern mit so schönen Titeln wie „Geh, zieh Dein Dirndl aus!“ oder „Ach, jodel mir noch einen!“, mussten also dran glauben. Und wenn eins nicht passiert ist, dann das, dass da ein simples Pornoheftchen draus geworden ist. Auf – jeweils – sechs Seiten passt 'ne Menge Handlung, und das wurde reichlich ausgenutzt. Direkt drei Beiträge sind Science-Fiction-mäßig angehaucht, in anderen erhält man Einblicke in das Pornofilmgeschäft, in dem alles auf Knopfdruck funktionieren muss.

Auch einen Krimi hat die Mannschaft im Angebot – Andreas Hartung gibt dem Begriff „Eierschneider“ eine ganz neue Bedeutung. Seine Adaption von „Verlorene Eier oder Sex-Wahn in der Psychatrie“ ist, wie man nun vielleicht schon erraten hat, eine etwas unappetitliche Angelegenheit und hat mit Erotik nicht wirklich mehr was zu tun. Hatte aber der Originalfilm vielleicht auch schon nicht.

Seite von Rolf Nölte aus Epidermophytie 14 Die visuelle Erwartungshaltung erfüllt wohl am besten Rolf Nölte mit der Umsetzung von „Ach, jodel mir noch einen!“. Da stranden knapp bekleidete außerirdische Damen mit ihrem Raumschiff auf der Erde (s. links), weil der Sprit ausgegangen ist. Flugs bemüht man sich um Nachschub – passenderweise läuft die Kiste mit Sperma – und sammelt, was die Herren von der Alp hergeben. Zum Glück sind die Aliens sehr ansehnlich, so dass sich die hilfsbereiten Dorfbewohner nicht lange bitten lassen müssen.

Der stimmigste Beitrag mit dem doppeldeutigen Titel „22 cm oder einige Erlebnisse des stellungssuchenden Gerd M.“ stammt von Alex Gellner, der hier durchaus eine richtige Geschichte zu erzählen weiß über einen Kerl, der als Darsteller in Pornofilmchen seine Haushaltskasse aufbessern will, vor der Kamera dann aber doch seine Probleme bekommt.

Und durch Usi B. Fitzenreiters Adaption von „Making Of Karate, Küsse, Blonde Katzen“ erweitert der Leser sogar seine Allgemeinbildung – er erfährt, wie die Fließbandproduktion von Filmen in Hongkong in riesigen Studiohallen in den Siebzigern ablief.

Auch fein: Von Karsten Schreurs bekommt man endlich mal wieder was in der Comicabteilung zu sehen – von ihm stammt das Cover.

Es gibt allerdings zwei Knackpunkte bei dieser außergewöhnlichen Zusammenstellung:
1.) Einige Beiträge haben Probleme mit der Pointe oder zumindest einem runden Schluss. Während die Handlungen selber ordentlich rübergebracht werden, schwächeln sie auf der Zielgerade und lassen den Leser … unbefriedigt zurück.
2.) Den eigentlichen Reiz zieht das Magazin aus der Umsetzung eines unbekannten Pornofilms bzw. dem, was in den Köpfen der Künstler vor sich geht. Dadurch, dass die Handlungszusammenfassungen, auf denen die Comicseiten basieren, dem Leser nicht zugänglich gemacht werden, verpufft der ganze Effekt. Man würde gerne mitverfolgen, von welchen Vorlagen aus die Texter und Zeichner ausgegangen sind und ob man selber ganz anders rangegangen wäre. Vielleicht gab es rechtliche Probleme, die Texte aus dem Buch „Das etwas humorvolle Lexikon des deutschen Erotikfilms“ abdrucken zu dürfen, anders kann ich mir dieses verschenkte Potenzial nicht erklären. Denn Epidermophytie 14 ist ansonsten liebevoll cinephil gestaltet – die Innenseiten des Umschlags stellen in schönen Kinoheadlinern die Vorlagen und Adaptionen mit Jahr, Land, Regisseur Alternativtiteln (“Make them Yodel Baby“, „Stroßtrupp Venus bläst zum Angriff“ etc.) und Texter/Zeichner/Website vor. Ungünstig aber, die eigentliche Idee, auf der das Magazin basiert, ans Ende zu stellen. Mir war vor dem Lesen klar, worum es ging, weil AHA es mir auf dem Comic-Salon erklärt hatte, deswegen hatte ich meinen Spaß damit. Jeder andere, der ins kalte Wasser geworfen wird und nicht zuerst auf die letzte Seite geschaut hat, ist beim Lesen sicherlich verwirrt, was das eigentlich soll; der Dreh- und Angelpunkt fehlt dann erstmal.

Fazit: Eine tolle, ungewöhnlich Idee wird auf unterschiedlichem, aber immer unterhaltsamem Niveau von diversen Textern und Zeichnern umgesetzt. Der Spaß ist der Sammlung spürbar anzumerken. Die breite Stilvielfalt von einfachen, großformatigen Schwarzflächen (Fourbaux, „Sumuru oder Die Insel der toten Männer“) bis hin zu filigranen Tuschezeichnungen mit aufwendigem Lettering und ungewöhnlichen Paneleinrahmungen (Kenichi Kusano, „Das Frauenhaus“) grenzt die einzelnen Beiträge voneinander gut ab, stört aber nicht den Gesamteindruck. Das kinomäßige Layout verschafft einen sympathischen Start, die – vielleicht gewzungenermaßen – inkonsequente Gestaltung lässt allerdings das Konzept auf der Zielgeraden absaufen und vergibt dadurch die Möglichkeit, dass das hier richtig groß hätte sein können. Allein die originelle Idee dahinter macht aber auch schon einen Riesenspaß.

Epidermophytie 14
Epidermophytie, Mai 2008
Sieben Adaptionen nach Stefan Rechmeiers Buch „Das etwas humorvolle Lexikon des deutschen Erotikfilms“
von Andreas Hartung, Fourbaux, Usi B. Fitzenreiter, Jakob Mebes, Rolf Nölte, Kenichi Kusano und Alexander Gellner
44 Seiten, s/w, Softcover; 5,- Euro
PDF-Teaser

Schade – interessante 5% fehlen

Jetzt bei der Comic Combo anschauen und bestellen

Bilder © Karsten Schreurs (Cover), Ralf Nölte (Beispielseite) sowie Epidermophytie

Comic-Salon 2008: Das Messe-ABC

A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z

A

AlleinunterhalterAlleinunterhalter

Wer war der Mensch, der vorm Erlanger Rathaus unter der Überschrift „Import/Export“ am Freitag-Nachmittag wahlweise mit abgefahrener Papp-Roboter-Maske den elektrisierten Keyboard-Derwisch gab oder herzergreifend und dramatisch das Lied vom „Eternal Nerd“ intonierte? Vermutlich werden wir's nie erfahren, denn selbst das Internet schweigt in diesem Fall. Fest steht: Geiler Job! (mof)

Ausführlicher

… findet man einzelne Salon-Programmpunkte in unserem Blog Messe am Draht dokumentiert und bebildert. (fp)

Ausstellungen

… gab's jede Menge in Erlangen verteilt, ich habe leider nur die im Hause mitbekommen. (fp)
Siehe auch „Plumps“ und „Wäscher, Hansrudi“

B

Max und Moritz und das Brot
Wilhelm Busch, Die schönsten
Bildergeschichten für die Jugend, 1960
© Südwest Verlag

Brot vom Tardi, Das

Quizfrage 1: Welcher deutsche Comic-Zeichner wurde einst in flagranti dabei erwischt, das schon nicht mehr ganz so frische Max-und-Moritz-Brot von Jacques Tardi anzuknabbern? (mof)

C

Campingplatz

Selten gebar eine Stadt eine logischere Stadt-Infrastuktur wie Erlangen. Ein typischer Erlangentag mit Start auf dem Campingplatz: sich an der Zeltstange hochziehen, strullern gehen wegen Bierüberschuss am Vorabend, ins gelbe M einfallen zur Nahrungsaufnahme, sich durch die Massen in die Messe kämpfen, auf der Raucherterrasse den Bauch bräunen, bummeln, gegen 19 Uhr in eines der Restaurants um die Ecke juckeln, danach zur gerade angesagten Party spazieren, strullern, gegen 3 Uhr den Schwarzen Ritter betreten und wieder zum Campingplatz torkeln. Eine Art Geographiejojo, denn alles spielt sich zwischen den Fixpunkten Messe und Campingplatz ab. (st)

Kai-Steffen Schwarz nimmt Auszeichnung für Vertraute Fremde entgegenComic des Jahres 2007

Die höchste Punktzahl der von der zehnköpfigen Jury im letzten Jahr bewerteten, auf Deutsch erschienenen Comics im Rahmen des Comics des Jahres erhielt Vertraute Fremde von Jiro Taniguchi – zwei weitere Werke von ihm, nämlich Die Stadt und das Mädchen und Gipfel der Götter, landeten ebenfalls in der Top Ten 2007. Stolze Leistung – und das für einen „Manga-Zeichner“ (über die Jahre wurde der Jury wohl immer mal wieder eine gewissen Ignoranz gegenüber bestimmten Stilen und Genres unterstellt)! Die mit mit interessanten Infos gespickte Laudatio auf den japanischen Zeichner und Autor hielt Christian Gasser, nachzulesen hier. Kai-Steffen Schwarz, Programmleiter Manga bei Carlsen Comics, nahm den Preis entgegen und las ein Dankesschreiben des Künstlers vor; trotz starker Bemühungen seitens der Verlage Carlsen und Schreiber & Leser sowie des Comic-Salons konnte Taniguchi nämlich aufgrund terminlicher Probleme nicht nach Erlangen reisen. Schade – denn dann hätte er auch noch gleich einen Abend später bei der Max-und-Moritz-Preisverleihung auf die Bühne gehen können. (fp)

Comic-Duell, Das

Neben so Sachen wie der Verleihung des Comic des Jahres und der ICOM-Preisverleihung fand am Donnerstag (22.05) auch die Endausscheidung in unserem nicht ganz ernstzunehmenden Wettbewerb statt, moderiert von Eckart Breitschuh, Stefan Dinter und Ans de Bruin. Zum Wettbewerb selber gab's schon genug auf Comicgate zu lesen, deshalb verlinke ich jetzt einfach mal faul. Bei der 4. Runde ist ein Videobeweis eingebunden. (fp)
Siehe auch „Jury“

Was gibt's denn da noch Schönes?
Container

Man glaubt gar nicht, was die Leute so wegschmeißen … Dass wir unsere Kisten erst am Montag abgeholt und Papiermüll in den gleichnamigen Container entsorgt haben, hat sich gelohnt. Waren noch ein paar schöne Sachen dabei. (fp)

D

Diebe

Weg. Und dann zum Glück wieder daSkandal! Ausgerechnet im Pressezentrum hatte sich ein Langfinger scheinbar den kleinen Eee-Laptop von Harald Havas gegrapscht, was natürlich kein besonders gutes Licht auf die anwesenden Vertreter der Journaille warf. Der Vorfall hatte eine Anzeige bei der Polizei zur Folge und auch „die Stimme“ (siehe „S“) schaltete sich ein und forderte per Lautsprecher mehrmals nachdrücklich auf, das Diebesgut wieder rauszurücken. Nach dem Salon ist das gute Stück dann überraschend doch noch unversehrt in einem Lokal in der Nähe des Markgrafentheaters aufgetaucht und wurde Harald Havas nach Österreich hinterher geschickt. Wie der Laptop nun aus seiner Tasche verschwunden war und wo er gesteckt hatte, werden wir wohl nie erfahren. Harald Havas tat es im Anschluss jedenfalls ganz doll leid, dass unschuldige Pressevertreter des Diebstahls verdächtigt wurden und das Salon-Team so im Aufruhr war. Aber Schwamm drüber, wir lieben doch alle ein Happy End. Ebenfalls als falscher Alarm erwies sich der Diebstahl der Trinkbecher von unserem Stand: Daniel hatte sie löblicherweise zum Spülen mitgenommen. Ein Glück für die Jawas (siehe „J“), die sich durch das Herumtragen identischer Becher höchst verdächtig gemacht hatten. (av)


Doof

Riesen Zwölf-Kilo-Laptop? Check! Gußeiserne Maus mit Endlos-Kabel? Check! Netzteil? Check! Netzstecker für den ganzen Mist? *möööööp!* Vom freundlichen Zeichner aus der Nachbarschaft wurde dann netterweise ein passendes Stromkabel zur Verfügung gestellt. Danke, Walter! (mof)

Draußen

Der natürliche Feind jeder Messe traf am Samstag auch den Comic-Salon in voller Härte. Konnte man am Morgen noch annehmen, dass der Tag für alle Stände besonders gut laufen würde ob der Menschenfülle, die man besonders an den strategisch verteilten Flaschenhälsen spürte, war der Salon am Nachmittag so leer, dass man ohne Probleme einen Siebentonner in den Gängen hätte manövrieren können. Die Mischung aus Cosplayvorentscheid, Comicbörse und Kaiserwetter zog einfach zu viele Cosplayer, Schaulustige und notgeile Böcke auf den bald zum Bersten gefüllten Vorplatz. Womit sich einmal mehr zeigt: Es gibt kein richtiges Wetter für eine Messe. (bw)

E

E-Gitarren

e_wie_gitarren.jpg Sehr gut. Statt wie beim Comicfest München Knochenbrüche mit Dance Dance Revolution zu provozieren, bot der Animexx-Stand dieses Mal zwei Plastikgitarren und Guitar Hero an, um sich vor versammelter Mannschaft zum Affen zu machen. Und mindestens zwei Comicgate-Redakteure kündigten auch das ganze Wochenende vollmundig an, dass sie diese Gelegenheit beim Schopfe packen würden, nur um dann ordentlich primadonnenhaft die Guns N' Roses des Jahres 1992 zu imitieren und einfach nie auf der Bühne aufzutauchen. Anders als in Montreal blieben in Erlangen die Aufstände erboster Fans allerdings aus. Die hätte es wohl auch nur gegeben, wenn die besagten Redakteure versucht hätten, am Karaoke teilzunehmen. (bw)

Wir sind die RoboterEvolution

Nach den Erfolgsjahren 2004 und 2006 hat sich die Comicgate-Redaktion dieses Jahr etwas ganz Neues einfallen lassen. Da die große Masse des content online entsteht, wollte man diesmal in Erlangen auch digital Präsenz zeigen. Aus diesem Grund konnten wir dieses Jahr mit Stolz unsere neuen Mitarbeiter begrüßen.(dw)

Hier zum Vergleich noch einmal die weitaus hässlicheren Vorgängermodelle: Erlangen 2004

F

Feuerzeug

f_wie_feuerzeug.jpgDer Running Gag des Salons: Vor zwei Jahren verlor Elke R. von Laska Grafix ihr Zippo, das sie per Aushang noch immer sucht. Und als zusätzlicher Anreiz, das Original schnell wieder zu finden, wurde ihr dieses Mal angeblich gleich ihr Ersatzzippo kaputt gemacht … so sieht gelebte, internationale Solidarität aus. (bw)


Fleischfarbene BHs

„When worlds collide.“ Dass der Comic-Salon sich dieses Jahr aus vielen Richtungen zusammensetzte, ist ja verbürgt (die klassischen großen Comicverlage, Hochschulen, Indieverlage, Mangaverlage), aber dass ein „Röhrender Hirsch“-Tageblatt scheinbar am Ende junge Frauen dazu verleitete, mitten auf der Messe ihrer Oberkörperhaut etwas mehr Luft zu verschaffen, um in Selbigem zu erscheinen, war dann doch ein Novum. Zum Glück wurde am Ende alles dementiert, denn es war dann doch keine Haut, sondern Textil oder oder oder? Fazit: Thank God for fleischfarbene BHs! (Damit wäre dann auch geklärt, dass die tatsächlich gekauft werden.) (st)

Flüssigkeitshaushalt

Ist ganz wichtig und klappt – wie in Erlangen wieder mal festgestellt – auch, wenn man sich neben Pipi auf Kaffee und Bier beschränkt. (mof)

G

Geekdom

v_wie_vollnerd.jpgAuf einer Comicmesse aufzulaufen hat ja schon von Natur aus etwas geekiges an sich. Den Wil-Wheaton-Lebenswerkpreis für besondere Leistungen im Bereich des Geektums gewannen allerdings die beiden jungen Damen, die auf besagter Comicmesse (Strike I) in voller Cosplay-Montur (Strike II) an einem Tisch saßen und Magic – The Gathering (oder sowas … auf jeden Fall Strike III) kloppten. Diese Leistung in Zukunft zu toppen dürfte schwer werden. (bw)

Geier

g_wie_geier.jpgOder genauer: Longbox-Geier (Gyps longus boxus). Diese Gattung gehört auch zum Comic-Salon. Leider. Der Longbox-Geier hat keinerlei Interesse an den auf der Messe anwesenden Verlagen und ihren Programmen, greift die Freebies aber trotzdem ab, während er sich schon am frühen Morgen auf den Weg in den hinteren Bereich des Salons macht, wo die Ramschhändler mit ihren alten Comics warten. Dort packt er dann eine seit mindestens hundert Jahren verwendete Liste aus (oft auf Butterbrotpapier gekrickelt, fleckig und garantiert zerknittert), auf der alle Comics stehen, die ihm auf den Weg zur Vervollständigung seiner Dazzler-Sammlung noch fehlen. Seine oft immense Leibesfülle und der nicht selten unangenehme Körpergeruch sind natürliche Mechanismen, die der Longobx-Geier entwickelt hat, um potenzielle Konkurrenten aus seinem Revier zu vertreiben, so dass er ungestört die Longboxen nach seiner Beute durchwühlen kann. Sollte sich doch mal ein Konkurrent in seine Nähe wagen, wird diesem sofort die Doppelladung aus bösem Blick und Knurrlaut zugedacht, in der Hoffnung, ihn schnell zu vertreiben. Zudem beginnt der Geier noch mehr Longboxen abzudecken, um den Konkurrenten von diesen fernzuhalten. Könnte ja sein, dass ihm sonst jemand Dazzler: The Movie aus dem Jahre 1984 im nur leicht verklebten Zustand unter der Nase wegschnappt. (bw)

Stände 49,50 und 51 mit signierender Sarah Burrini Gemeinschaftsstand

Weil es mit sieben Mannen eindeutig zu langweilig ist, haben wir uns kurzerhand Gabor von Blotch und Walter vom Cartoonkeller gekrallt und uns zu einem Gemeinschaftsstand zusammengeschlossen. Nächstes Mal wieder, Jungs? (fp)

Gerüchte

Gab's jede Menge. So soll beispielsweise ein prominenter Vertreter der deutschen Comicszene mal Speckheftchen für einen prominenten US-Verlag gezeichnet haben. Oder eine junge Zeichnerin aus Graz Angehörige des berüchtigten esoterischen Ordens von Dagon sein. Oder Comics in erstklassiger Qualität im Internet zu finden sein auch ohne, dass die Verlage sie selber reingestellt haben. So Sachen würden wir aber nie schreiben, wir sind nämlich seriös und veröffentlichen nur Fakten, Fakten, Fakten. Siehe auch „Hirsch, röhrender“. (mof)

Gewinnspiel

In all dem Trubel und Informationsoverload wurde unser Salon-Gewinnspiel von manchen Stand-Besuchern beinahe übersehen. Dabei gab es doch schicke Hardcover wie z.B. Lost Girls abzugreifen. Die drei lumpigen Quizfragen beantworteten sich bei einem Spaziergang über den Comic-Salon eigentlich von selbst, aber schienen für manchen Besucher doch schwieriger zu sein als angenommen. So wurden wir auf die Frage, welcher bekannte deutsche Comiczeichner mit einer Ausstellung zu seinem 80. Geburtstag geehrt wird, mehr als einmal mit der Antwort „Wilhelm Busch“ konfrontiert … (av)

H

Original und KopieHavas, Harald

… hier bei der Moderation der Podiumsdiskussion „Wozu noch Verlage? Comics online“, an der auch Comicgate-Chefredakteur Thomas Kögel teilnahm (aber aufgrund der Masse an Leute nicht wirklich zu vielen Aussagen kam), wurde durch sein Comic Alter Ego Fred wirklich verdammt gut getroffen. (fp)


Hirsch, Röhrender

Piwi und die heiligen drei Dinters in Altersreihenfolge (Matthias, Stefan, Jan) beim Prüfen des aktuellen Hirschs Während des Comic-Salons befindet man sich in einer Art Blase, in der man von jedem externen Stimulus abgeschirmt wird. Alles was man von der Welt mitbekommt, ist das, was einem von der Titelseite der ZEITUNG aus anspringt (offenbar hat Franjo Pooth Kohle für einen Luxusurlaub in Dubai und laut seinen Gläubigern keinerlei Schamgefühl). Während der Messetage könnte sich Deutschland spontan in eine anarcho-stalinistische Ochlokratie verwandeln, man bekäme es nicht mit. Um sich trotzdem seinen täglichen Nachrichtenfix zu geben, verteilt Zwerchfell einmal pro Messetag den Röhrenden Hirsch, die inoffizielle Hauspostille des Salons, die brühwarm all den Klatsch und Tratsch weiterverbreitet, der sich im Verlauf des Vortages angesammelt hat. Von der Erinnerung an den Towel Day bis zum Kieferausrenken beim ersten Blowjob ist da alles dabei, was das Herz begehrt. Vorsicht: ganz heiß!Und ob's der Wahrheit entspricht ist auch egal, die Wahrheit könnten wir doch ohnehin nicht vertragen. Inzwischen hat sich der Hirsch sogar ein Informantennetzwerk angesammelt, das nachrichtenwürdige (oder so empfundene) Ereignisse zeitnah per Mobilfernsprecher an die Redaktion weiterleitet. Und von der Krise im Printbereich merkt der Hirsch auch nichts. Ab 14 Uhr sammelt sich immer eine ganze Blase an Wartenden rund um den Z-Stand, nur um den Redakteuren die neue Ausgabe noch druckerwarm aus den Händen zu reißen und dann enttäuscht festzustellen, dass man es selbst schon wieder nicht in den Hirschen geschafft hat. Es hat zwar Jahrhunderte gedauert, aber dank des Hirsches gibt es zumindest ein Argument dafür, dass die Erfindung der Druckerpresse keine total bescheuerte Idee war. Wer es zumindest digital nachlesen will: Zwerchfell hat alle Ausgaben als PDF online gestellt. (bw)
Die investigativen Investigatoren von Comicgate gelangten übrigens über unseren Agenten in den Besitz der streng geheimen Informationssammlung in Form eines kleinen Notizbüchleins, auf der der RH 2008 basiert. Lasst Euch gesagt sein: Was im Hirschen gedruckt wird, ist nur die Spitze des Eisbergs! Aber Vorsicht: curiosity killed the cat. (fp)

Hotel

Super dieses Jahr! So kann man sich vergnügt in den Salon werfen. Und so einen guten Service – es ging um mein Auto, das nicht mehr so wollte wie ich – habe ich noch nicht erlebt. Ein Hoch auf die inhabergeführten Unterbringungen! (fp)

Hund Links real, rechts im Comic.

Überraschend auf den Hund gekommen war am Donnerstagabend Eckart Breitschuh, der sich im finalen Comicduell-Beitrag von David Füleki als mies gelaunter Comic-Köter wieder fand. Das Publikum und seine beiden Mit-Juroren Ans de Bruin und Stefan Dinter fanden's natürlich toll. (av)
Siehe „Comic-Duell, Das“

I

ICOM Independent Comic Preis

Die Preisverleihung fand am Donnerstagabend statt und soll mit den dotierten Preisen und den nicht dotierten lobenden Erwähnungen die deutschsprachige Comicszene stärken. Diesmal mit Überraschungseffekt: Burkhard Ihme, Mitgründer des Interessenverbandes Comic e.V.(ICOM) und sein Gesicht, erhielt einen Sonderpreis für seine Verdienste. Mehr dazu in unserem Blog-Eintrag.
Die Preisträger (Übersicht mit Comics und den Begründungen auf der ICOM-Seite):
Bester Independent Comic: „Liebe schaut weg“ von Line Hoven
Bester Kurzcomic Funny: „Daniel & Oleg“ von Olli Ferreira und René Roggmann
Bester Kurzcomic Realistisch: „Sperrbezirk“ von Tobi Dahmen
Herausragendes Artwork: „The Secrets of Coney Island“ von Reinhard Kleist
Sonderpreis für eine bemerkenswerte Comicpublikation: „Didi und Stulle 1–7“ von Fil
Sonderpreis für eine besondere Leistung oder Publikation: Burkhard Ihme
Lobende Erwähnungen: „Shôkuhn“ von Harald Kuhn, „Halbstark“ von Spong, „Moresukine“ von Dirk Schwieger und „Kommissar Kötza – Der Tolle von Bülz: Das Harnsteinzimmer“ von Hollers Weyrauch (fp)

Imbiss

Gab's vorm Salon-Rathaus, hat arglosen Leuten Currywurst am Stück verkauft. Was soll denn das, bitte? Gibt es etwa nicht genug Elend auf der Welt? Brauchen wir jetzt auch noch Currywurst am Stück oder was? Und nicht mal Pommes! Glauben die, wir nehmen hier jede Wurst in den Mund?! SCHWEINESTALL! (mof)

J

Jury

t_wie_trommeln.jpgDas Comic-Duell ist schon aus einem simplen Grund extrem sehenswert: Um mal einen Einblick in die Arbeit so einer professionellen Jury zu erhalten. Wenn sich die Herren Dinter und Breitschuh sowie die Frau de Bruin da auf dem Podium gegenseitig den Kopf waschen, über irrelevante Nickligkeiten philosophieren, unter Beweis stellen, dass sie eingereichte Kandidaten bisher noch gar nicht wirklich begriffen haben oder durch schlichtes Alphatierverhalten ihre Favoriten durchtrommeln (siehe Symbolfoto), dann kann man schon erahnen, wie beispielsweise der Papst oder so ein Max-und-Moritz-Preisträger bestimmt wird: wahrscheinlich noch unzivilisierter, findet das doch alles hinter verschlossenen Türen statt. (bw)
Siehe auch „Comic-Duell, Das“

Jedi und Jawas

JawasMan ist von diversen Messen ja schon einiges an skurrilen Gestalten gewohnt, aber dennoch zuckt man etwas zusammen, wenn man vom Klo kommt und in ein Lichtschwert-Duell der zahlreichen anwesenden Jedi-Ritter gerät oder beinahe von einem herumwuselnden Jawa umgerannt wird. Besonders schräg war auch das Gespann aus Vater und kleiner Tochter, die als Obi-Wan und Amidala (oder war es Prinzessin Leia?) kostümiert herumzogen. Interessante Beobachtung am Rande: Die meisten Jedi trugen unter ihren Kutten beachtliche Bierplautzen durch die Gegend. Scheint, man wird träge, wenn man die Macht beherrscht. (av)

K

Keine Kekse ...Kekse?

Pustekuchen. In den kleinen, von der Stadt Erlangen bereit gestellten Tütchen, die im Presseraum zum Kaffee gereicht wurden, befand sich irreführenderweise kein lecker Knuspergut, sondern Traubenzucker. Dazu gab's noch Gummibärchen. Anregung fürs nächste Mal: Powerriegel, Red Bull und Koks, um auch das letzte bißchen Effizienz aus der faulen Comic-Journaille herauszukitzeln. Da war definitiv noch Luft. (mof)

Kugelschreiber

Mit einem Kampf um unseren einzigen Kugelschreiber konnte ich zum Amüsement der Comicgate-Herren beitragen. Der Dialog zwischen einem Käufer und mir war aber in Nachbetrachtung schon recht … skurril.

Käufer steckt Kuli in Jackeninnentasche.
Ich: „Den Kuli kannst Du uns aber gerne dalassen.“
Er: „Das ist aber meiner.“
„Nein, unserer.“
„Meiner. Den schleppe ich schon 'ne ganze Zeit lang mit mir rum.“
[Der Ton wird etwas gereizter. Kindergartensprachniveau bahnt sich an.]
„Nee, wir haben nur einen, und der lag eben noch da und sieht genau so aus wie der, den Du gerade eingesteckt hast. Das ist unserer.“
„Ich weiß noch genau, wo ich mir den mitgenommen habe. Letztes Jahr in Essen. Das ist definitiv meiner.“
[Ich werde etwas unsicher, ob der Kuli vielleicht schon geklaut wurde.]
Er: „Aber ich wühl gerne noch mal für Dich in der Tasche.“
Gesagt, getan. Und tatsächlich befördert er ziemlich verdattert einen zweiten Kuli aus der Tasche, ein Zwilling von unserem.
„Ups.“
Hm. Ich war beruhigt, dass ich während der Messe nicht völlig verblödet war.
Und um solchen Situationen vorzubeugen, wurde unser Stand dann flugs danach mit Panini-Kulis bestückt. (fp)

Kollateralschäden

k_wie_kollateralschaden.jpgGab es nicht nur in der Ausstellung (siehe auch „Plumps“) zu vermelden, sondern ebenfalls bei den Nippeshändlern im Kleinen Saal. Dieser Junge wurde einen Sekundenbruchteil nach der Entstehung des Photos von dem Lichtschwert sauber in zwei Hälften geteilt. Das haben wir gerne, Comic-Salon: Den Cosplayern ihre Schaumstoffprügel wegnehmen, aber scharfe Lichtschwerter dürfen offen getragen werden. Dann wiederum: Wer, außer Grand Moff Tarkin, traut sich auch sowas einem Sith zu untersagen? (bw)

L

Lecker

…ist die hausgemachte Pasta in der Spaghetteria „Casa Leone“, die am Samstagabend dem einen oder anderen Comicgate-Mitarbeiter, der sich tagsüber nur von Weingummi ernährt hatte, vor dem drohenden Hungertod rettete. Obwohl: Eigentlich hätte in unserem ausgemergelten Zustand wohl alles geschmeckt, selbst ein altes Max-und-Moritz-Brot. Gell, wirnennenkeinenamen? (av)

 Lederhose
Alan Moore war ja leider nicht körperlich anwesend, sondern nahm den Max-und-Moritz-Preis für sein Lebenswerk per Hightech-Telefonschalte (direkt von Erlangen über die ISS nach Northhampton) entgegen. Zusätzlich zu seiner Stimme schickte er als Dankeschön noch ein hübsches Bild aus der Feder seiner Frau Melinda Gebbie zur Preisverleihung. Auf dieser Zeichnung trägt der Meister Lederhose, stemmt einen Maßkrug und bedankt sich artig auf Deutsch. Trotz der arg abgegriffenen Deutschland-Klischees: Sehr sympathisch, Mr. Moore! (tk)

Liveblogging

So entstand der Live-Mitschrieb bei der Max-und-Moritz-Preisverleihung: Thomas und Björn tippseln fleißig mit. Da merkt man die Blogger-Leidenschaft, dem Kommentieren entkommt man nicht. Der Laptop, ebenfalls ein Asus Eee (siehe „Diebe“) hat übrigens den Salon gut überlebt. (fp)

Björn kommentiert .. ... und Thomas schreibt live mit
Björn kommentiert … … und Thomas schreibt live mit.

M

Manhattan, das

Der Schwarze Ritter des diesjährigen Comic-Salons. Irgendwie. Bei dem warmen Wetter fiel die Entscheidung, in einer engen Kneipe drinnen oder gemütlich draußen zu sitzen, zumindest bis zu einer gewissen Uhrzeit nicht schwer. Und näher zum Comic-Salon war es sowieso.(fp)
Siehe auch „Reprodukt-Party“ und „Zwerchfell-Party“.

Max-und-Moritz-Preis

Der festliche Saal des MarkgrafentheatersDie Gala fand diesmal bereits am Freitag Abend statt, damit nicht nur einen Tag mit den Gewinnern auf dem Comic-Salon geworben werden konnte. Das Zwischenprogramm, die Band The Wright Thing, war bei meiner fünften Anwesenheit bei Max und Moritz zum ersten Mal die erste wirklich gute Unterhaltung. Vorher konnte man nur kategorisieren zwischen „schlimm“ und „nicht ganz so schlimm“. Moderator Denis Scheck, leitete nach 2006 zum zweiten Mal durch das Programm. Bis auf einige komische Momente während der Interviews (zu Isabel Kreitz: „Warum versuchen Sie, vom Comiczeichnen zu leben?“; zu Anke Feuchtenberger: „Sie haben sich doch bestimmt schon mal gefragt, wie es wäre, als Mann zu zeichnen?“) haben mir seine Moderationen gut gefallen.
Die Preisträger bzw. ihre StellvertreterKurz und knapp die Gewinner:
Bester deutschsprachiger Comic-Künstler: Anke Feuchtenberger
Bester Comic-Strip: Flaschko – Der Mann in der Heizdecke
Bester deutschsprachiger Comic: Cash – I see a darkness von Reinhard Kleist
Bester internationaler Comic: Die heilige Krankheit. Geister von David B.
Bester Manga: Vertraute Fremde von Jiro Taniguchi
Bester Comic für Kinder: Der 35. Mai. Als Comic von Isabel Kreitz
Bester Szenarist: Olivier Ka
Spezialpreis der Jury: Hansrudi Wäscher und Hannes Hegen in Würdigung Ihrer Pionierleistung für den deutschen Comic in West und Ost
Sonderpreis für ein herausragendes Lebenswerk: Alan Moore
Sonderpreis für eine studentische Comic-Publikation: PlusPlus Comics (fp)
Siehe auch „Moore, Alan“, „Nicht Plopp-Plopp“, „Wäscher, Hansrudi“ sowie der entsprechende Blog-Eintrag in der Messe am Draht

Moore, Alan

Andreas Mergenthaler nimmt Preis für Alan Moore entgegen Bekam den Preis für das Lebenswerk auf der Max-und-Moritz-Preisverleihung. Eigentlich sollte seine Frau Melinda Gebbie, die als Gast für den Salon angekündigt war, die Auszeichnung entgegennehmen, aber diese musste aufgrund ihres angegriffenen Gesundheitszustandes absagen. So sprang der etwas missmutig dreinschauende Verleger Andreas Mergenthaler als Vertretung der Vertretung ein. Immerhin konnte das Publikum live am Telefon Moores fünfminütiger, enthusiastischer Dankesrede lauschen. Hatte aber irgendwie auch was, ich hab mir bis jetzt Moore eher als grummelnde Persönlichkeit vorgestellt. Die anfängliche Frage des Moderators Denis Scheck zum Gegensatz zwischen seiner Liebe zu Comics und seiner Abneigung gegen die vermarktende Industrie wurde abgeschmettert mit „Ich kann Sie ganz schlecht verstehen, die Verbindung ist nicht gut.“ Komischerweise verstanden wir den Herrn ausgezeichnet. (fp)
Siehe auch „Lederhose“

Moga MoboMoga Mobos

Sahnten mit dieser Deko mal wieder die allgemeine Anerkennung für das schönste Standdesign ab, auch wenn sie natürlich Glück hatten, dass der olle Castro immer noch nicht den Löffel kommunistisch-fair abgegeben hat (Hey, Fidel! Eigentum ist Diebstahl!) und obwohl die Positionierung leider unglücklich war. Viele Besucher marschierten direkt am Stand vorbei, da er in einer reinen Durchgangszone lag. Was nichts an der Gelungenheit von Stand und Motto (Comix para todos!) ändert. Wir sind schon gespannt, was die Jungs in zwei Jahren zum Besten geben. (bw)

A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z

N

Nicht Plopp-Plopp

Sondern Plus Plus heißt der Anthologie-Comic, dessen erste Ausgabe in Erlangen den Max-und-Moritz-Preis für die „beste studentische Publikation“ abstaubte. Nachdem eine Ausgabe gekauft und mit einer bezaubernden Zeichnung der noch viel bezaubernderen Nachwuchs-Cartoonistin Julia Marti verschönert worden war, konnten wir uns dann auch den eigentlich eher unkomplizierten Titel merken. (mof)

O

Organisation

So schön das auch alles geklappt hat bei diesem Comic-Salon. An einer Stelle hat die Organisation nicht nur geschlafen, sondern sich spontan in ein selbstinduziertes Wachkoma versetzt: Obwohl seit ewig und drei Tagen bekannt war, dass am Donnerstag Abend erst ein unbedeutender Kleinpreis (siehe auch: „Icom Independent Preis“) und dann ein knapp vor dem Oscar rangierender Award (siehe auch: „Comic-Duell, Das“) vergeben würden, weshalb noch jede Menge Menschen (und andere Messebesucher) in der Halle verbleiben würden, weigerte man sich, ab Punkt 20 Uhr noch ein einziges Bier zu verkaufen, da die Messe offiziell für diesen Tag als beendet galt. Vor zwei Jahren ging das doch auch, dass man jemanden mit einer Kiste vor den Saal stellte und dann Kaltgetränke verscheuerte und daran verdiente. Wenn das nicht geschieht, dann muss die Comicwelt halt selbst tätig werden: Total überteuertes Bier bekommt man schließlich auch beim Dönermann gegenüber der Messehalle … (bw)

P

Panini-Sammelalbum, Das

s_wie_sammelbilder.jpgDas sieht aber noch mau aus – und das am Sonntag!… sorgte dafür, dass viele Leute, die den Stand sonst nicht mit dem Hintern angeguckt hätten, an denselbigen kamen, um Sticker einzusammeln.
Obwohl, Moment … mit dem Hintern haben sie die dargebotenen Produkte meist immer noch nicht angeguckt. Die typische Handbewegung (grapsch mal alles ab, was nahe an der Kante liegt, auch wenn da bei kleinen Ständen schon mal was zum Bezahlen mit dabei war) sowie die verzweifelten Eltern, die hinter ihren Kindern hertrabten, barg schon eine gewisse Tragikomik in sich. Sozial hochinteressant war auch der Unterschied, mit dem Leute an die Sache rangingen. Manche fragten tatächlich höflich, ob sie welche mitnehmen könnten. Es gibt sie also doch noch, die Menschen, die mal eine gute Erziehung genossen haben! Erleichterung. Die Welt geht doch noch nicht mit Pauken und Trompeten unter.
Trotz mancher Genervtheit war es eine tolle Idee und Werbemöglichkeit, das Sammelfieber hat auch einen Teil unserer Jungs von Sekunde 1 an gepackt.
Unsere zwei Sticker haben übrigens die Nummer 146 und 147 und zeigen unser Logo und das Cover des neuen Printmagazins. (fp)
Siehe auch „Umweltschutz“ und „Tauschbörsen“

signiertes Panik Elektro 6Panik Elektro 6 – 10.1.08

Die vorletzt letzte Ausgabe der von Wittek betreuten Anthologie Panik Elektro ist zum Comic-Salon 2008 erschienen (Wittek möchte sich jetzt erstmal vorrangig auf ein eigenes Projekt konzentrieren). Eigentlich wollte ich mir meine Ausgabe einfach von ihm signieren lassen – als ich es am nächsten Tag abholte, hatten sich insgesamt neun (!) Zeichner gar wunderlich drin verewigt. Besten Dank! Ist wegen Zeitmangels mein einzig so richtig signierter Comic geworden dieses Mal, umso schöner das Ergebnis (wobei – beim Anblick rechts oben stürmte ich erstmal voller Entsetzen zu Ivo Kircheis – ohne vorher seinen Beitrag gelesen zu haben. Danach war klar, was es damit auf sich hatte). (fp)

Penetrant

Quizfrage 2: Welcher Comicgate-Mitarbeiter fiel unangenehm auf, als er beim Standbesuch des Eidalon Verlags mehrfach, eindringlich und überdies völlig ungefragt einen anwesenden Verleger darauf hinwies, dass das Eidalon-Programm hundertprozentig genau auf seinen Geschmack zugeschnitten sei, er aber dennoch keinerlei Lust verspüre, etwas davon zu kaufen, weil er all die schönen Sachen doch lieber gleich auf Englisch lesen wolle? (mof)

Undankbarer Job, wenn alle nur auf den Einlass warten Nee, der Typ sucht nix auf der Bühne, der gehört zur BandPornophonique

Bevor die Zwei-Mann-Band (Kai an der Gitarre und Felix am Gameboy) am Abend bei Zwerchfell aufschlug, unterhielt sie bereits am Mittag die auf Einlass wartenden Comicfans. Die Jungs haben gut zu tun bei Comicveranstaltungen!
Gameboyer zu sein unterbindet nur leider die Kontaktaufnahme zum Publikum. Viele Groupies hat der Kerl wohl nicht. Und weia, was muss der Rücken am Abend weh getan haben. (fp)
Siehe auch „Zwerchfell-Party“

Plumps

a_wie_ausstellung.jpgZu den Highlights des Salons gehörte mit Sicherheit die Manhua-Ausstellung im Großen Saal. Comic-Experte Paul Derouet hatte im Vorfeld chinesische und deutsche Kulturbehörden links liegen gelassen und direkten Kontakt mit insgesamt 17 chinesischen Künstlern aufgenommen, deren Arbeiten in beeindruckender Kulisse ausgestellt wurden: Gedimmtes Licht, gewundene Holzstege, die um ein Wasserbecken führten, atmosphärische Musik, viel Grünzeug, eine Videoinstallation und Trockennebel am Boden. Für einige Besucher war das eindeutig zuviel an Eindrücken, denn wie die nassen Fußspuren verrieten, war der eine oder andere vom Weg abgekommen und mit den Füssen im Wasser gelandet. Ein älterer Herr plumpste sogar komplett vom Steg und zog sich eine Kopfverletzung zu, die verarztet werden musste. Kunst ist gefährlich! (av)

Podcast

Mehr als doppelt so lang wie üblich ist Episode #35 unseres Lieblings-Podcasts Zettgeist, dem geschmackvollen Audiomagazin vom Zwerchfell-Verlag. Schließlich mussten darin vier Tage Erlangen verarbeitet werden. Sascha Thau hatte auf dem Salon stets seinen iPod im Anschlag, um O-Töne einzusammeln. Das Ergebnis ist für die, die da waren, ein schönes Erinnerungsstück zum Hören, sei aber auch denjenigen empfohlen, die es nicht geschafft haben. Genauso relaxt und entspannt wie der Salon. (tk)

Q

 Wittek unter Q

Sagte das Nuff. (bw)

R

Relaxed

… so war der Comic-Salon dieses Jahr – meinten zumindest alle die man darauf ansprach. Das sorgte zwar für weniger Geld in den Kassen mancher Verlage und machte manche Anstehschlange überschaubar, auf der anderen Seite konnte man sich darum auch mal so richtig in der tollen Comicstimmung suhlen ohne nach dem Salon erstmal 14 Tage an die eiserne Lunge gehängt werden zu müssen. (st)

Reprodukt-Party, Die [auch: graphic-novel.info-Party]

… am Samstag war eigentlich die Zwerchfell-Party (siehe: „Z“) ohne Pornophonique. Und das reichte offenbar vollkommen aus, um ab Mitternacht zahlreiche Leute von der exklusiven Ehapa-Party wegzulocken, nachdem sie sich genug an Buffet und Freigetränken bedient hatten. (av)

S

Scheck, Der

Hätte jetzt natürlich den Rahmen gesprengt. Deshalb: Hier geht's lang. (mof)

Schenk, Der

Siehe „Scheck, Der.“ (mof)

Jan Dinter tankt Kraft für den nächsten AbendSchlaf

Na? Müde? Warum schläfst du? Wo ist dein Hemd? Wasch dich mal, damit du nicht aussiehst wie ein Schwein vor deinem Standgericht! Schlaf: Eine Ressource, die auf so einem Comic-Salon seltener ist als die Zähne einer Henne (Ausnahme: Fack) und darum von denen, die irgendwo eine bestimmte Menge Schlaf (Maßeinheit: Kiloschnarch) entdecken können, sofort konsumiert wird. Im Kern kann man davon ausgehen, dass man über vier oder fünf Tage verteilt locker seine acht bis fünfzehn Stunden Schlaf bekommt. Was man während des Salons dank einer gesunden Mischung aus Adrenalin, Traubenzucker (siehe auch: „Kekse?“), Koffein und der Erkenntnis, das es ungesund sein könnte in einer Umgebung einzuschlafen, wo jeder einen Edding hat, auch ohne weiteres wegstecken kann … nur nach der Messe kann … es … passieren, dass man sie erleidet, die… *yawn*… plötzlichen Müdigkeitseinbrzgbhzghbtb (bw)

DIE Stimme des Comic-Salons Stimme, Die

Die wunderbare Stimme, die den verwirrten Salon-Besucher immer wieder mit hilfreichen Ansagen unterstützt und zu diesem Festival gehört wie der Röhrende Hirsch zu Repr Zwerchfell, hat auch einen Namen und ein Gesicht. Barbara besucht hier unseren Gemeinschaftsstandler Walter und wurde auch abends auf diversen Veranstaltungen gesichtet. Danke, dass Du fast jeden Scheiß professionell mitmachst und so dem Salon seinen ganz eigenen Charme verleihst. 🙂

Schlümpfe, Die

Erlangen entkommt dem Comic-Salon nicht! Und das ist gut soDie blauen Kerlchen feiern ihr 50-jähriges Jubiläum. Dementsprechend wurde Erlangen überrannt von weißen Klumpfüßen und abends regelmäßig von einem Schlumpfzeppelin überwacht. (fp)

Schwarze Ritter, Der

… hatte dieses Jahr angeblich verminderten Zulauf – das Manhattan-Kino machte Konkurrenz mit lange draußen sitzen und Grillgut zu mehr als fairen Preisen erwerben. Als frühmorgendliche Alternative wurde er natürlich immer noch genutzt. Nettes Detail: auch vom Ritter galt es einen Sticker für das Panini-Sammelalbum zu ergattern. (fp)
Siehe „Manhattan, Das“

Die fatale Flasche – anscheinend im nicht mehr ganz nüchternen Zustand aufgenommenStandgas

Wurde man irgendwie nie so ganz los, nachdem man sich auf einen Schlafzyklus von 4:30 bis 9:15 Uhr eingependelt hatte. Favorit unter den angebotenen Alkoholika: Held Bräu, das – wie schon das Logo und der kultige Aufdruck „HELL“ auf dem Flaschenhals beweisen – offiziell von Dark Horse Comics und Mike Mignola lizensierte Bier zum Film Hellboy 2. (mof)

Stickerjagd

Schon genug zu geschrieben bei „Panini-Sammelalbum, Das“, „Tauschbörsen“ und „Umweltschutz“. (fp)

T

Tauschbörsen

t_wie_tauschen.jpg Jeder hatte so seine eigene Methode, um sein Panini-Album voll und dafür dann einen Preis (USB-Stick, T-Shirt, feuchten Händedruck) zu bekommen. Wärend die meisten Messegänger panisch durch die Gänge liefen und an jedem Stand fragten, ob es noch Sticker gäbe, guckten andere einfach, wo jemand gerade seine eigene Stickersammlung abgelegt hatte und suchten sich dann da die Fehlexemplare raus. Bei CrossCult ließ man sich die Sticker zutragen und ausgerechnet die Paninis selber mussten am eigenen Leib erfahren, wie es ist, wenn einem diese letzten paar Sticker fehlen. Dass man dann tauscht ist ja okay, aber drei Dinge gilt es doch zu bedenken: I.) Da fehlt ein „r“, II.) hat man die Gelegenheit versäumt, einen Bort-Witz zu machen und III.) ausgerechnet den Sticker vom Schwarzen Ritter als Tauschobjekt anzubieten, ist schon ziemlich dreist. Den muss man sich nämlich eigentlich irgendwann ab Mitternacht schon selbst verdienen. (bw)

U

Umweltschutz

u_wie_umweltschutz.jpgSchneller voll, als man gucken kannTotal begeistert von der Idee mit den Panini-Stickern (siehe auch: „Panini-Sammelalbum, Das“) zeigte sich auch Mutter Natur, die alte Schabracke, die im besoffenen Zustand gedacht hat, dass das Schnabeltier eine total dufte Idee wäre. Denn frei nach dem Motto „Warum 'nen Mülleimer suchen? Ich lebe in der Zukunft, das machen schon die Hartz-IV-Schimpansen weg!“ wurden die nicht einklebbaren Teile der Sticker einfach achtlos auf den Boden geworfen, wo sie sich zum Teil in derart beachtlich Höhen auftürmten, dass man Sherpas und ein Basislager brauchte, um von einer Seite des Altpapierbergs zur anderen zu kommen. Kleiner Tipp, wie man diese Müllberge beim nächsten Mal verhindert: Einfach vorher erklären, dass auch die Rückseiten der Sticker mal begehrte Sammlerstücke werden und schon kann man sicher sein, dass man den Restmüll in Zukunft auf dem Salon nicht mehr auf dem Boden liegend, sondern fein säuberlich eingeschweißt und in garantiert mintem Zustand auf den Händlertischen findet. (bw)

Untergrundmusik, menschenverachtende

u_wie_untergrundmusik.jpg Das haben wir gerne, liebe Comiczunft. Comics über Spexwichser und seltsame Highfield-kompatible Musikanten machen und den halben Salon mit den T-Shirts von irgendwelchen hörenswerten Indiekapellen rumlaufen (Cake, Decemberists, Mogwai) … und dann am Freitagabend im Schwarzen Ritter die Jukebox auf eine Musikstrecke programmieren, mit der man jede Ü40-Party so richtig in nostalgische Stimmung versetzen könnte. Okay, Queen und die dünne Lisbeth stellen nun kein Problem dar, damit kann man am späten Abend durchaus vergnügliche Stimmung herstellen. Aber wenn man dann irgendwann nach Mitternacht allen Ernstes von Pur aufgefordert wird, mit ins Abenteuerland zu kommen und das dann – nach kurzem Schulterzucken – auch noch wirklich tut, dann kratzt man doch schon am Boden des Fasses. Die Verantwortlichen für den musikalischen Niveabsturz sind bis heute nicht bekannt (Ans de Bruin, die zu diesem Zeitpunkt vor der Jukebox stand, erklärte sich für unschuldig), aber ganz sicher am nächsten Tag wieder mit irgendwelchen hippen Bandshirts rumgelaufen. (bw)

MüdigkeitUnterkunft

Jugendherberge und Zeltplatz sind ab sofort nur noch für Schwächlinge und solche, die denken, das wäre cool. Ist nur leider nicht mehr. Cool dagegen ist ausgedehntes Frühstück und Küche im Appartment, die man eh nie benutzt. Cool ist es ausserdem, wenn im Hotel Kollegen absteigen, wie z.B. der avant-Verlag mit seinem beiden norwegischen Mitarbeitern (Lars Friske und Steffen Kverneland, Olaf G.), die stets eine leichte Müdigkeit mit sich trugen. Der Name des Hotels darf leider wegen des günstigen Preises nicht an Dritte weitergegeben werden.(dw)


Unter Volldampf

Ein Comicgate-Mitarbeiter aus Saarbrücken zweifelte am Montag nach dem Salon zunächst an seinem Geisteszustand, als er – immerhin noch deutlich unter dem Eindruck der letzten Tage stehend – das Abendprogramm durchzappte und in einer Kochsendung bei Vox den Angestellten eines großen deutschen Comicverlags zu entdecken glaubte. Also erstmal Augen zukneifen, etwas frische Luft schnappen, einen Schluck Wasser aus der großen Pulle nehmen. Und dann ein neuer Anlauf. Aber tatsächlich: Dem Herrn, der da als „Comic-Redakteur“ gerade Spargelpastetchen kredenzte, war man am frühen Samstagmorgen noch im Schwarzen Ritter zu Erlangen begegnet. Nach einer wechselhaften Woche (zwei Tagessiege und – Sendungspremiere? – eine Entschuldigung bei den Gästen für das vertrocknete Hauptgericht) schaffte der Hobbykoch dann einen passablen dritten Platz. Respekt! (mof)

V

Verkäufe

Dieses Jahr hatten unser Stand eine deutlich bessere Position als letztes Mal (doofe Lage und bechernde Nachbarn), was sich in den Verkäufen bemerkbar machte. Diesmal konnten wir fast doppelt so viele Magazine an den Lesern bringen wie 2006 und 2007 in München. Hey! Merci. (fp)

W

Wäscher erhält den Spezialpreis bei der Max-und-Moritz-Preisverleihung 2008 Wäscher, Hansrudi

Entgegen meiner sämtlicher Vorurteile, die nur auf seinen bekannten Comicfiguren und abfälligen Kommentaren gegenüber seiner Comics beruhten, machte der ältere Herr einen sehr freundlichen, entspannten und bescheidenen Eindruck. Den Max-und-Moritz-Spezialpreis 2008 „in Würdigung Ihrer Pionierleistung für den deutschen Comic in West und Ost“, den er sich mit Hannes Hegen teilt, nahm er freudig entgegen und seine Antworten zeugten von einem wachen Geist. Zusätzlich geehrt wurde er auf dem Comic-Salon anlässlich seines 80. Geburtstags durch eine hervorragend kommentiert Ausstellung, die auch nicht mit kritischen Anmerkungen sparte. Dass man die Alten und die Jungen zusammenbringt, ist den Erlangenern hoch anzurechnen. (fp)

Eindrücke der Ausstellung:

Eingang Wäscher-Ausstellung Comic-Salon 2008 Ausstellungsstück in Hansrudi-Wäscher-Ausstellung Comic-Salon 2008
Eingang Wäscher-Ausstellung auf
dem Comic-Salon 2008
Was für Zeiten damals …
Beispiel Kommentar in Wäscher-Ausstellung Beispiel für die Inszenierung Wäschers Bilder
Beispiel Kommentar in
Wäscher-Ausstellung
Beispiel für die Inszenierung
Wäschers Bilder

Der Weck vom DienstWeckdienst

Erlangens neueste High-Tech-Sensation ist auf jeden Fall der neue Weckdienst. Über den geht gar nichts. Wenn man am Abend zuviel von dem dunkeln Bier, das einem die Bedienung im Manhattan aufgeschwatzt hat, getrunken hat, dann freut man sich sicherlich an seinem Stand zu stehen, pardon, sitzen und von diesem freundlichen Männlein/Weiblein auf Japanisch geweckt zu werden: „Guten Morgen“ gibt es uns durch sein kleines Schild zu verstehen. (dw)

X

XX-Chromosom

Menschen mit einem Doppel-X-Chromosom sind zwar auf dem Salon noch immer in der Minderheit, aber längst nicht mehr in der absoluten. Die jüngeren Ausgaben lassen sich dabei leicht an ihren kunterbunten Kostümen erkennen. (Beim Cosplay-Vorentscheid traten drei Kerle und gefühlte dreißigtausend Mädchen an.) Auf der Reprodukt-Party am Samstag allerdings merkte man die Überzahl an XY-Chromosomen doch … immer dann, wenn man mal dringend auf den Orkus musste und dann erleben durfte, dass sich die Schlange hier vor der Herrentoilette bildete, während die anwesenden Frauen (und Tobi) von den unbeschlangten Da(h)mentoiletten profitierten. Man versuche so ein Bild mal irgendwo anders zu finden. (bw)

Y

Stolzer BesitzerYes

Große Momente in der Comicgeschichte: Comicgate-Auslandskorrespondent Marc-Oliver fehlt jetzt nur noch eine Ausgabe um seine Dazzler-Sammlung zu vervollständigen. Stolz wie Oscar (der aus der Sesamstraße, lebt in einer Mülltonne) präsentiert der Jäger und Sammler (siehe auch: „Geier“) hier die erbeutete vorletzte Ausgabe, nach der er zehn Jahre gesucht hatte und die er nun für läppische zwei Euro erwarb. Glückwunsch. (Und immer dran denken: Nur Spießer rechnen nach, wieviele Seuchen man hätte bekämpfen können, mit der Zeit und dem Geld, das in so einer durchschnittlichen Comicsammlung steckt.) (bw)

Z

z_wie_zeichner.jpgZeichnen

Sie sitzen auf einer Messe hinter einem Tisch? In Ihrer Nähe liegen Stift, Papier und ein paar Sketches? Dann müssen Sie ein Zeichner sein. Zumindest der Logik der Messebesucher nach, die einfach alles um einen Sketch anflehten, was nicht bei drei auf den Bäumen war. Um die treuen Fans nicht zu enttäuschen, soll sogar der ein oder andere Comicgate-Redakteur den Stift geschwungen und sich als großer Künstler ausgegeben haben (“You're right! I'm Rob Liefeld and I'd loooove to sketch you something.“). (bw)

Zeichnen (II)

Unter Bezugnahme auf den Punkt „Zeichnen“ möchten wir uns hiermit in aller Form bei dem kleinen Louis entschuldigen. Haftungsansprüche für eventuelle Spätfolgen sind weiterhin ausgeschlossen. (mof)

Zu spät

c_wie_cosplay.jpgEinen Tag zu spät dran war definitiv Mawil. Der bekannteste Bob-Denver-Imitator der Comicszene hatte am Sonntag ganz offensichtlich geplant mit seinem überzeugenden Gilligan-Kostüm den Vorentscheid der Cosplay-Regionalliga Süddeutschland zu gewinnen … dumm nur, dass der Vorentscheid schon am Samstag stattgefunden hatte. Vielleicht war das auch besser so, wenn ein Preuße (im lokalen Jargon: Saupreiß) das Ding im Frankenländle (im lokalen Jargon: Bayern) gewonnen hätte, dann hätte es sicher Ausschreitungen gegeben, gegen die die Woodstock III gewirkt hätte wie Woodstock I. Unklar bleibt, wer der Skipper zu Mawils Gilligan gewesen wäre. (bw)


Zwerchfell-Party

Der Zwerchfell-Verlag feiert dieses Jahr sein 20-jähriges Bestehen. Wir wollen gar nicht wissen, wie oft sich die Jungs bereits unter's Messer gelegt haben, denn sooo alt sehen die nun auch wieder nicht aus. Glückwunsch, gut gehalten! Aus diesem Anlass gab es eine relativ spontane Party am Donnerstag Abend im Manhattan. Essen und Trinken musste man zwar selber zahlen (wir sind schließlich nicht bei Ehapa!), aber dafür gab's musikalische Unterhaltung von dem weiblichen Elvis-Imitator Preslisa, die mir persönlich etwas zu quietschig war, den wunderbaren Pornophonique (bereits Stammpersonal bei Comicevents) und laut diversen Fotos auch von Eckart Breitschuh. Letzteren hat ein Großteil von uns leider verpasst – was mussten wir auch am Premierenabend in Indiana Jones IV gehen. War aber auch schön. Und danach wieder zurück zu Zwerch. (fp)


Zu guter Letzt

Das war's ...Tja, und am Ende wird man dann doch herausgefegt, auch wenn man sich innerlich mit Händen und Füßen wehrt. Vier tolle Tage waren's wieder, viele nette Leute haben wir wiedergetroffen bzw. kennen gelernt, massig Komplimente gab's (von denen wir jetzt erstmal zehren müssen, denn das schreibfaule Volk zögert ja mit schriftlichem Feedback ;( ), DANKE! Wir bedanken uns ebenfalls bei allen Freunden, Künstlern, Gemeinschaftsständlern und natürlich unseren Lesern! Ihr seid toll. (fp)
(die Fotomontage (jepp, es ist eine) stammt übrigens von Stefan Dinter :D)

Zum Schlussschluss: Nicht vergessen!

Bis zum nächsten Mal!


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Alle Fotos © Comicgate-Redaktion

Sam & Max: Surfin‘ the Highway (US)

 Zumindest in Deutschland sind Sam & Max vor allem als Videospiel-Charaktere bekannt. Das LucasArts-Adventure mit den beiden Irrsinns-Detektiven aus dem Jahr 1993 war auch bei uns ein Erfolg. Weniger bekannt ist dagegen, dass Sam & Max das Licht der Welt als Comicfiguren erblickten. Ihr Schöpfer Steve Purcell veröffentlichte 1987 die erste Geschichte mit den beiden und blieb ihnen bis heute in verschiedenen Medien treu. Zum 20jährigen Jubiläum erschien (leicht verspätet) eine Neuauflage des lange vergriffenen Sammelbands mit den vollständigen Comic-Abenteuern.

Sam und Max sind zwei ganz besondere Kerle: Der eine ist ein riesenhafter Hund, der Trenchcoat und Schlapphut trägt, der andere ein unbekleideter weißer Hase mit einer Neigung zum exzessiven Einsatz von Gewalt. Gemeinsam sind sie die „Freelance Police“, arbeiten also als Privatdetektive. Welche Verbrecher sie dabei stellen und auf welche Weise, ist im Grunde komplett irrelevant, denn Sam & Max ist pure Comedy. Autor und Zeichner Steve Purcell legt den Ehrgeiz an den Tag, die höchstmögliche Gagdichte zu erzielen, und meistens gelingt ihm das auch. Kaum ein Panel, das mal ohne einen oder mehrere Gags auskommt, sei es in Form von albernen Sprüchen, irrsinnigen Aktionen oder kleinen Nebendetails im Hintergrund.

 Purcell beherrscht die verschiedensten Formate, vom kurzen One-Pager bis zu kleinen Epen von 30 und mehr Seiten. Äußerst gelungen sind auch die wunderbar albernen „Activity Pages“, in der Sam und Max nach dem Vorbild von Mitmach-Kinder-Zeitschriften a la Bussi Bär zum Basteln oder Raten auffordern. Der Humor von Sam & Max ist surreal, sehr albern, oft ziemlich schwarz, nicht immer jugendfrei und lässt sich mit „überdreht“ wohl am besten beschreiben. Ruhige Momente werden dem Leser niemals gegönnt, ständig geht es Schlag auf Schlag (und „Schlag“ darf gelegentlich auch wörtlich genommen werden). Ob auf den Philippinen oder auf dem Mond, Sam und Max bekämpfen das Verbrechen wirklich überall – egal, ob es sich um singende Piraten oder überdimensionale Küchenschaben handelt.

Purcell versprüht seinen Witz sowohl auf der visuellen als auch auf der verbalen Ebene, wobei letztere am meisten Spaß macht. Die trockenen Dialoge, besonders der ständige verbale Schlagabtausch zwischen den beiden Hauptfiguren, sind pures Comedy-Gold. Zeichnerisch merkt man deutllich, dass Purcell viel in der Animation arbeitet. Der sehr eingängige, cartoonhafte Stil passt perfekt zum Inhalt. Manchmal tendiert der Zeichner dazu, seine Panels mit Details zu überfrachten: Hier in der Ecke ist noch Platz für zwei boxende Ratten, dort an der Wand hat noch eine Dartscheibe Platz, da hinten könnte noch ein Paar Socken herumliegen … Weniger wäre da manchmal mehr gewesen.

 So herrlich die durchgeknallten Abenteuer von Sam und Max auch sind, man sollte sie sich lieber in kleinen Dosen verabreichen: Am Stück gelesen stellt sich doch recht bald ein gewisser Ermüdungseffekt ein. Trotzdem ist es schön, alle Geschichten in einem schön aufgemachten Band gesammelt zu sehen, zumal in dieser Form auch die zahlreich verwendeten Running Gags, die sich durch die Serie ziehen, gut zur Geltung kommen.

Ob der Wortwitz von Sam & Max in einer deutschen Übersetzung genauso gut funktionieren würde wie im Original, darf bezweifelt werden. Eine deutsche Edition ist bislang auch nicht in Sicht, daher sei die (sehr schön aufgemachte) US-Ausgabe hiermit wärmstens empfohlen. Herausgegeben wurde sie übrigens von Telltale Games, einem Hersteller von Computerspielen, die neben Fortsetzungen der Sam & Max-Spiele auch ein Computerspiel zu Jeff Smiths Comicserie Bone entwickelt hat.

Sam & Max: Surfin' the Highway. Anniversary Edition
Telltale Games
, März 2008
Text und Zeichnungen: Steve Purcell
broschiertes Softcover; sw & farbig; 197Seiten; 19,99 US-Dollar
ISBN: 978-0979257629
auch als limitiertes Hardcover; 49.99 US-Dollar

Online bestellbar direkt bei telltalegames.com oder bei bluetoons.de

Großartig, bösartig, ein Riesenspaß!

Abbildungen: © Steve Purcell/Telltale Games

Jam Comic: Atombombarama VIII

Cover Jam Comic Atombombarama VIIIEine alte Tradition von Comicgate lebt auf: Auf Messen werden Zeichner gebeten, jeweils mit einer Seite eine Geschichte fortzuführen. Die Ergebnisse präsentieren wir an dieser Stelle.

Ganz aktuell vom Comic-Salon 2008: Atombombarama VIII, zusammengestellt von Bastian „Lapinot“ Baier und Robert „Groobert“ Mühlich, von denen auch das Cover stammt. Herzlichen Dank!

Mitgemacht haben:
S.1 Groobert
S.2 Lapinot
S.3 Ulf Salzmann
S.4 Nico Simon
S.5 Florian Steinl
S.6 David „Ome“ Koslowski
S.7 Adrian vom Baur
S.8 Véro
S.9 Piwi
S.10 Yabba
S.11 Greta
S.12 Tim Gaedke
S.13 Manuel Kilger
S.14 Moritz von Wolzogen
S.15 Sascha Jaeck

Atombombarama VIII könnt Ihr Euch entweder als PDF runterladen oder aber in unserer Galerie anschauen.

Die Akteure: Die Regeln:
Die Hauptdarsteller Die Regeln