Bouncer 7 – Doppelherz
Der Western ist im frankobelgischen Raum tief verwurzelt. Setzen die Amerikaner ihre ureigene Geschichte erstaunlich selten in Comics um, machen es ihre Kollegen in Frankreich und Belgien umso öfter. Und mit Erfolg. Wenn sich auf der einen Seite John Wayne als Übervater präsentiert, ist das Äquivalent zu ihm Leutnant Blueberry (auch wenn er Jean-Paul Belmondo nachempfunden ist). Sucht Clint Eastwood seinen Gegenpart, so ist das der Bouncer (mal abgesehen von Yves Swolfs' Protagonist „Durango“ aus der gleichnamigen Comicserie, der nicht nur äußerlich an Eastwood erinnert, sondern auch dessen Italowesternzeit repräsentiert). Äußerliche Ähnlichkeiten sind zwar nicht vorhanden, aber beide schießen dem Gegner auch in den Rücken.

Die Britin Posy Simmonds, deren Name bei uns bisher kaum bekannt war, kennt man in England vor allem durch ihre Tätigkeit als Cartoonistin für die Tageszeitung The Guardian, wo ihre Arbeiten seit den 70er Jahren erscheinen. Auch Tamara Drewe, ihre zweite lange Comicgeschichte (und die erste, die nun in Deutschland veröffentlicht wird) erschien zunächst als Fortsetzungs-Story im Guardian. Sie erzählt darin von einer ländlich-bürgerlichen Idylle im kleinen englischen Nest Stonefield, die eines Tages gründlich durcheinandergerät, als eine junge, sehr attraktive Frau im Dorf einzieht. 
Salleck Publications veröffentlicht die Gesamtausgabe der klassischen Spirit-Geschichten; allerdings nicht chronologisch, sondern abwechselnd immer ein Band von Will Eisner, dann ein Band eines Zeichners, der Eisner vertreten hat, während dieser im Kriegsdienst war.
Nano liegt zwischen Mikro und Piko und steht für den milliardsten Teil einer Maßeinheit. Mit anderen Worten: Unglaublich winzig. So klein, dass einem schummerig wird, wenn man länger drüber nachdenkt. Leroy und Dexter sind Forscher im Nanoformat (Müsste man sie „Nanoben“ nennen?), die sich ihrer Winzigkeit bewusst sind und innerhalb ihres skurrilen Mikro-, Verzeihung, Nanokosmos den großen und kleinen Fragen des Daseins auf den Grund gehen. Sie treffen dabei auf drollige Hormone, betreiben Kernspaltung von Hand, verzocken ihre Kohle bei Spermarennen und werden von anarchistischen Freien Radikalen heimgesucht.
Diese Dame verwirrt einem wirklich die Sinne. Sieht man das schön gestaltete Cover mit einer verführerischen Frau und dem Titel Sukkubus, geht man von einer erotisch gestalteten Mysteryserie aus. Ein „Sukkubus“ ist schließlich ein weiblicher Dämon, der durch sexuelle Verführung die Seelen von Männern einfängt. Das ist in diesem Comic aber nicht der Fall. Stattdessen liegt ein ziemlich verwirrender Historiencomic vor, der sich einem nicht so schnell erschließt. Jedenfalls könnte der Leser auch eine Eule als Vogel der Weisheit, der in dem Album häufig vorkommt, gebrauchen.
Die Klimakatastrophe kommt vermehrt auch in der Welt der Sprechblasen und Panels an. Nun ist bei Ehapa Comic Collection das neue Werk Animal’z von Enki Bilal erschienen. Und dessen Szenario ist unmittelbar nach einem verheerenden Klimakollaps, der die Erde in ein ökologisches Desaster gestürzt hat, angelegt. Das ist aber nur der Rahmen, den Bilal mit seinem – buchstäblich – fantastischen Genre-Mix aus Science-Fiction, Dystopie und Western ausfüllt. So vereint er in seiner Person Moebius und Jean Giraud. Oder anders ausgedrückt: Animal’z ist eine Kreuzung aus dem Western Blueberry und den Science-Fiction-Klassikern Die hermetische Garage und Arzach.