Das fünfte Evangelium 2 – Die Höhle des Zerberus
Seit einigen Jahren kommen verstärkt Medien auf den Markt, die historische Hintergründe mit metaphysischen Aspekten vermischen. Ob es der Sehnsucht nach einer neuen Mystifikation entspricht in einer in allen Belangen rationalisierten Gesellschaft? Die meisten großen Fragen sind geklärt und es gibt kaum noch weiße Flecken auf der Landkarte, sei es der Geographie oder des Geistes. Da bietet es sich natürlich an, geschichtliche Aspekte als Rahmenhandlung zu nehmen, da die Historie noch immer genügend Spielraum lässt. Schließlich besitzt sie noch große Leerstellen. Und wenn das so gut zusammenläuft wie in der Serie Das fünfte Evangelium, ist das ein besonderes Vergnügen. Wer den Autor Istin und seine Serien wie zum Beispiel Die Druiden kennt, weiß, wie genau er die historischen Hintergründe nimmt. Hier sind also verschiedene Parteien auf der Suche nach einem Manuskript. Den historischen Hintergrund bieten die Kreuzzüge. Der leprakranke Balduin ist König von Jerusalem, Saladin rüstet zum Schlag gegen die Christen und die Templer stehen anscheinend zwischen allen Stühlen. Neu ist das alles irgendwie nicht. Eine Mischung aus dem Roman Der Name der Rose“ (was …



Man stelle sich einmal vor: Statt eines Supermans, der schneller als eine Pistolenkugel fliegt, Meteoriten mit der bloßen Hand stoppt und Stahl per Hitzeblick schmelzen lässt, gäbe es 100 von der Sorte. Oder 1.000. Oder gar 100.000! Und genau Letzteres ist die Ausgangssituation des New Krypton-Crossovers, das sich durch die US-Serien Action Comics, Superman und Supergirl zog und inklusive dem dazugehörigen Special in den beiden vorliegenden Bänden gesammelt wurde.
Nimm Alles an / Bleib in Bewegung / Keine Angst / Keine Erwartungen / Bleib rein / Pass auf dich auf.
Christophe Bec macht in seiner Fortsetzung von Prometheus genau da weiter, wo er im Auftaktband „Atlantis“ aufgehört hatte. So vermischt der Autor auch in „Blue Beam Project“ Versatzstücke aus der griechischen Mythologie – der Titel verrät es bereits – mit einer kinoverdächtigen Blockbusterästhetik zu einer reißerischen Endzeit-Science-Fiction. Wer sich bei der Lektüre der Serie unweigerlich an die Filme von Roland Emmerich (Independence Day, 2012) oder James Cameron (Titanic) erinnert fühlt, hat die „Vor-Bilder“ der Serie bereits entlarvt.
Whatever Happened to the World of Tomorrow? heißt der Comic von Brian Fies im Original. Was ist nur aus der Welt von Morgen geworden? Eine Frage, die den Inhalt bereits gut auf den Punkt bringt: Es geht um den Glauben an die Zukunft, um die Hoffnung auf eine bessere Zukunft für alle Menschen durch technologischen Fortschritt, um eine Utopie, die weite Teile des 20. Jahrhunderts bestimmt hat, die aber letztlich ein uneingelöstes Versprechen blieb.
Mit „Die Direktive ‚Arca'“ liegt nun bei Bunte Dimensionen der Abschlussband zu Acriborea vor. Soviel vorweggenommen: Wer die Serie bisher mit Begeisterung gelesen hat, wird sich sicherlich auch nicht das Finale entgehen lassen. Für alle anderen gilt es auszuloten, ob es sich lohnt, mit Verspätung in die Serie einzusteigen. Der Inhalt der Story ist komplex und vielschichtig: Die Erde ist bedroht, und vor fast einem halben Jahrhundert hat sich die Menschheit dazu entschieden, in einem weit entfernten Sternensystem mit dem Namen Ruivivar eine Kolonie aufzubauen – auf dem Planeten Acriborea, der von scheinbar friedfertigen Ureinwohnern besiedelt ist. Inzwischen ist Acriborea um die Facette eines epochalen SF-Kriegscomics à la Starship Troopers erweitert worden, und auch Einflüsse aus dem Superheldengenre sind deutlich zu spüren.
Das Cover gibt das Programm vor: oben ein grimmiger, behelmter Kopf und unten eine Kutsche in wilder Fahrt durch einen Canyon. Dort ein Zwerg und hier eine Westernkulisse. Beim Lesen entpuppt sich der Band auch als eine Mischung der zwei Filme Herr der Ringe und Zwei glorreiche Halunken. Aus Herr der Ringe ist die äußerliche Ahnlehnung des Zwerges an seinen „Kollegen“ Gimli und der klassische Western von Sergio Leone mit Clint Eastwood wird nicht nur auf den Handlungsebenen zitiert, sondern auch in den Dialogen.