Jenseits
Zuerst sieht alles ganz putzig aus: Eine junge Frau empfängt einen jungen Herrn, einen Prinzen, und bei einer Tasse Kakao findet eine zarte Annäherung statt. Die Figuren sehen niedlich aus, als wären sie Märchenbüchern für Kinder entsprungen, sie sind in fröhlichen Farben koloriert. Doch bald löst sich der Raum um sie herum auf, sie müssen fliehen und ein großes Splashpanel zeigt dem Leser, in welcher Behausung die netten Wesen gelebt haben: Sie sind winzig kleine Gestalten, und sie kommen aus dem Körper eines kleinen toten Mädchens gekrochen. Wie Gulliver liegt dieses Mädchen am Boden, im Vergleich zu den kleinen Lebewesen wirkt es wie ein Riese.

In dem neuesten Band von Jan-Michael Richter (kurz Jamiri), Arsenicum Album, behandelt der Zeichner in ganzseitigen Cartoons die Tücken des Alltags, der Technik und das Leben in der Großstadt. Die meisten Cartoons gewinnen ihren Witz normalerweise durch graphische Aussparungen: der Dialog oder die Situation wird zumeist erst in der detaillierteren Zeichnung des letzten Panels aufgelöst und liefert so die Pointe. Dieses Prinzip ist vor allem in den Cartoonserien zu finden, die ursprünglich in Zeitungen abgedruckt wurden, wie z.B. bei Garfield, Hägar und auch bei den Peanuts.
Die Märchen des Dichters und Volkskundlers Karel Jaromír Erben gelten als das tschechische Pendant zum Werk der Gebrüder Grimm. Die tschechische Comickünstlerin Lucie Lomová hat fünf böhmische Märchen von Erben als Comic adaptiert: „Der Lange, der Breite und der Scharfsichtige“, „Verstand und Glück“, „Zwillinge“, „Knüppel rühr dich“ und „Der Nimmersatt“.
US-Horror-Ikone John Constantine trifft seine drei dämonischen Kinder. Psychoterror und Grausamkeiten toben auf dem Spielfeld, während die väterliche Hauptfigur etwas unbeteiligt auf der Auswechselbank sitzt und zuguckt. Handlungsarme Hauptfiguren waren noch nie ein Hit. 
Das Wortspiel im Titel ist blöd auf eine sympathische Art, der Hund bellt „rabau“, und wenn der grave digger Dave Grigger auf Seite 4 in einen Apfel beißt, dann macht es famos „schnurps“. Spätestens an dieser Stelle hat Dave Grigger eigentlich gewonnen. 
Häßlich. Das sind fast alle Figuren in diesem Comicband. Doch es ist nicht nur ihr unattraktives Aussehen, auch ihre Taten sind häßlich. Das überrascht nicht, wenn der Blick auf den Namen des Künstlers fällt: Der aus dem französischen Lothringen stammende Baru alias Hervé Barulea gehört zu den eher weniger verbreiteten Comicschaffenden, welche sich fern jeder Genrekost kompromisslos den Schattenseiten der Gesellschaft widmen.
Den meisten Lesern dürfte Prometheus, der Titan, der den Menschen laut Sage das Feuer brachte und deswegen von Zeus bestraft wurde, ein Begriff sein. Weshalb Christophe Bec seine dreiteilige Serie nach diesem benannt hat, bleibt nach dem ersten Band noch unklar. Lediglich die Legende von Prometheus wird auf wenigen Seiten thematisiert, lässt dabei aber jeden Bezug zur eigentlichen Handlung vermissen.
Jacques Tardi ist vor allem für seine Kriminalgeschichten bekannt. Daneben hat er sich aber auch immer wieder historischen Themen gewidmet. Zuletzt hat er in seiner vierbändigen Arbeit über den Aufstand der Pariser Kommunarden von 1871 (Die Macht des Volkes) die Genres Detektivgeschichte und Historie in kunstvoller Art und Weise verbunden. Außerdem hat Tardi in seinen Arbeiten Soldat Verlot (zusammen mit Didier Daeninckx) und Grabenkrieg bereits Antikriegscomics vorgelegt, in denen er die Erlebnisse seines Großvaters in den Schützengräben des Ersten Weltkriegs verarbeitete. Auch die auf zwei Alben angelegte Zusammenarbeit mit dem Historiker Jean-Pierre Verney stellt eine kritische Auseinandersetzung mit dem Ersten Weltkrieg dar: Elender Krieg 1 befasst sich mit den Kriegsjahren 1914 – 1915 – 1916 und der zweite Band, der 2010 erscheinen soll, wird die Jahre 1917 – 1918 – 1919 abdecken.