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Preview: Frank Miller’s Holy Terror

Holy TerrorNachdem die Fernsehbeiträge, die Zeitungsartikel und die Talk-Runden zum 11. September langsam wieder abebben, meldet sich nun noch einmal die Populärkultur, und mit ihr der Comic-Routinier Frank Miller, zu Wort. Mit zweiwöchiger Verspätung erscheint am 28. September sein Holy Terror bei dem amerikanischen Verlag Legendary Comics.

Seit der ersten Ankündigung des Comics sind nun schon sechs Jahre vergangen. In der Zeit wurde aus dem ursprünglichen Titel Holy Terror, Batman! nur noch Holy Terror. Die Fledermaus wurde durch Millers eigenen Helden, The Fixer, ausgetauscht und statt New Yorks Freiheitsstatue wacht die blinde Jusitzia über Empire City.

Nachdem bereits ein Teaser-Video und die ersten Seiten (PDF) zu sehen waren, zeigt Comicgate hier eine Woche vor dem US-Start drei exklusive Doppelseiten aus dem Comic:

Holy Terror Seite 42

Holy Terror Seite 43

Holy Terror Seite 44

(Preview als PDF herunterladen)

 

Holy Terror
Legendary Comics, erscheint am 28.9.2011
ISBN 978-1937278007
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Mehr Infos auf legendary.com/comics/

Unsere Rezension folgt dann pünktlich nächste Woche zum Erscheinungstermin des Comics. 

52 mal berührt: Hawk & Dove #1

DC Comics startet sein komplettes Superhelden-Universum neu. COMICGATE trifft sich zum Speed-Dating mit den Erstausgaben aller 52 Serien. Wird es dabei zu heißen Spätsommer-Flirts kommen? Zu wilden Schlabberzungenküssen? Oder bleibt es doch eher beim Austausch lauer Unverbindlichkeiten? Hier ist alles drin, Freunde der Sonne. Folge 5 von 52: HAWK & DOVE #1 von Sterling Gates und Rob Liefeld.

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altBJÖRN: Hawk & Dove – Konservativer und Hippie – ist ein 1970er-Konzept, das in Zeiten von FOX News und MSNBC, dem amerikanischen „Kulturkrieg“, wieder relevant sein könnte. Allerdings schlägt Sterling Gates in Ausgabe 1 diese Richtung nicht ein. Stattdessen haben wir die Beschwerde, dass Zombies in Comics viel zu oft verwendet werden (während man gerade im Comic Zombies bekämpft) und jede Menge unglaublich holpriger Exposition. Das Heft fühlt sich nicht wie eine Ausgabe 1 an, sondern wie eine Ausgabe 75, in der man für Neuleser nochmal kurz erklärt, was bisher passiert ist.

Obwohl man eigentlich doch nichts richtig erklärt, sondern nur andeutet: „During the worst crisis the world’s ever seen, Dove got killed doing what he did best.“ Okay, dann glaubt euch der Neuleser das mal. Was auch immer diese Krise gewesen sein mag. Oder die Sache mit den Göttern von Krieg und Frieden, die Kräfte geben. Mal so im Nebensatz. Das Normalste von der Welt. Auch, dass ein toter Ex-Freund jetzt im roten Strampler mit D auf der Brust rumfliegt: Keine Erklärung, das hat der Neuleser halt hinzunehmen. Figurenzeichnung? Dove hat ein Geheimnis und Hawk ist wütend. Viel Mysteriöses wird so vage angedeutet, dass ich kein Bedürfnis verspüre zu erfahren, worum es sich handelt.

Mein größtes Problem ist aber das Artwork. Für Liefelds Verhältnisse kompetent, aber Hundert mal Null ist immer noch nichts. Groteske Grimassen, Gegenstände, die in jedem Panel ihre Form ändern, eine Visitenkarte, auf der nur der Nachname des Kartenbesitzers steht, die Schurken auf Seite 2 sind Klone der SHIELD-Agenten aus Liefelds Captain America und so fort. Dass Liefeld keinerlei Gespür dafür hat, wie man eine Actionszene organisch gestaltet oder Bewegung dynamisch wirken lässt, kommt noch hinzu.

Inhaltlich interessiert mich Hawk & Dove nicht und Liefelds Zeichnungen stoßen mich ab. Auch, wenn er eh nach zwei bis drei Ausgaben das Projekt verlassen wird, weil er das immer tut: kein Comic, dem ich weiter folgen werde.

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MARC-OLIVER: Fangfrage: Du heißt Bob Harras, bist Chefredakteur bei DC Comics und sollst 52 Autor/Künstler-Teams zusammenstellen, die das DC-Universum für neue Leser neu erfinden. Wen rufst du an?

Für mich ist Rob Liefeld mittlerweile eins der interessantesten Phänomene der US-Comicbranche. Dass der Mann vom Zeichnen und Geschichtenerzählen so viel Ahnung hat wie meine Oma vom Daddeln, dürfte sich mittlerweile rumgesprochen haben. Aber Tatsache ist: Sein Name zieht immer noch als Verkaufsargument. Irgendeinen Nerv muss er also treffen, und das hängt wohl mit seinem Zeichenstil zusammen. Denn rein stilistisch gesehen – also, wenn man das Handwerkliche mal ausklammert – ist eine gewisse Attraktivität in Liefelds Arbeit nicht von der Hand zu weisen.

Egal ob Jack Kirby, Herb Trimpe, George Pérez, John Byrne, Howard Chaykin, Walt Simonson oder Art Adams, Liefeld hat sich von allen prägnante Stilelemente einverleibt. Sogar bei seinen Zeitgenossen Jim Lee, Todd McFarlane und Marc Silvestri hat er sich schon sehr früh bedient, stilistische Eigenheiten aufgesaugt und sie nachhaltig verinnerlicht. Es ist ja auch nicht so, als hätte er sich irgendwie weiterentwickelt in den letzten 25 Jahren. Vielleicht macht er das gar nicht mal bewusst, aber es hat schon etwas Beeindruckendes, wie Liefeld es völlig ohne Grundhandwerkszeug und mit der Aufmerksamkeitsspanne einer Eintagsfliege schafft, einen stattlichen Teil der Superhelden-Fangemeinde allein durch die Attitüde seiner Zeichnungen zu begeistern. Das ist einzigartig in der Branche.

Aber natürlich ist das Heft Müll. Liefeld und Gates sollten lieber zusammen Holz hacken gehen, dann würden unterm Strich weniger Bäume sinnlos sterben, und ihre potenziellen Auftraggeber hätten eine größere Chance, auch mal normale Leute anzusprechen.

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Bereits im Juni hatte COMICGATE alle 52 neuen DC-Serien vorurteilslos begutachtet und eingeordnet: Teil 1, Teil 2, Teil 3, Teil 4.

Alle Folgen von „52 mal berührt“

52 mal berührt: Green Arrow #1

DC Comics startet sein komplettes Superhelden-Universum neu. COMICGATE trifft sich zum Speed-Dating mit den Erstausgaben aller 52 Serien. Wird es dabei zu heißen Spätsommer-Flirts kommen? Zu wilden Schlabberzungenküssen? Oder bleibt es doch eher beim Austausch lauer Unverbindlichkeiten? Hier ist alles drin, Freunde der Sonne. Folge 4 von 52: GREEN ARROW #1 von J.T. Krul und Dan Jurgens.

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altBJÖRN: J.T. Krul gibt uns Green Arrow als jungen Ersatz-Steve-Jobs (seine Firma verkauft das Q-Pad … und wahrscheinlich auch Q-Tips), der in Frankreich Superschurken stoppt, während zuhause sein fieser Chef-Angestellter versucht, ihn auszubooten. Nach der ersten Seite ist schon klar, dass J.T. Krul das Wort „subtil“ nicht mal in einem Fremdwörterbuch finden würde. Die Dialoge von Ollie Queen sind peinlich bis zum Anschlag: Die Gesellschaft glorifiziert Schurken, Piraten sind sexy, Reality TV ist ein gesellschaftliches Problem. Schon im alten DCU kein Sympathiebolzen, wirkt Queen so selbstgefällig, dass ich mit den Schurken gefiebert habe. Auch weil er während der Kampfszene (90% des Comics), so viel monologisiert, Gegnermotivation erklärt und predigt (ihr könntet anderen helfen, doch nutzt eure Kraft für das Böse), dass es kracht.

Trickpfeile und Predigten werden die Serie nicht langfristig erfolgreich machen. Die Firmenpolitik und die Frage, wieviel Überwachung der Bürger durch eine Privatperson akzeptabel ist, nur weil sie Superheld spielt, könnten interessant werden. Schade nur, dass ich nach dieser Ausgabe nicht glaube, dass J.T. Krul in der Lage ist, die Themen differenziert anzugehen.

Außerdem hatte ich das Gefühl, dass Green Arrow in den Neunzigern gefangen ist: Nicht nur wegen der – kompetenten – Zeichnungen von Dan Jurgens, der wohl als Referenz für junge Mode einen C&A-Katalog des Jahres 1998 nutzt, sondern auch wegen der Andeutungen, wie viel Information man über dieses Internet beschaffen kann und die Erwähnung von YouTube, als wäre es eine Revolution. Das lässt die Story heillos veraltet erscheinen, trotz verjüngtem Ollie Queen. Das  hier ist kein Comic, der junge Neuleser gewinnt. Dafür wirkt er zu sehr wie ein Vater, der sich ein Nirvana-Shirt und Flanellhemd überwirft, um seinem Sohn zu zeigen, dass er voll auf der Höhe der Zeit ist.

ZOOM-FAKTOR: 2 von 10!


 

MARC-OLIVER: Ja, Herr Krul hat hier einen Helden für die 1990er geschaffen, der kurzlebigen technischen Modeerscheinungen wie diesem teuflischen Internet nicht auf den Leim geht und verkommene halbstarke YouTube-Piraten mit seiner überlegenen Moral das Fürchten lehrt.

Bleistiftzeichner Dan Jurgens, Tuschezeichner George Pérez und Kolorist David Baron überzeugen aber. Bei der Grütze, die handwerklich überforderte Künstler wie Tony Daniel oder Ben Oliver anderswo beim DC-Neustart abliefern, ist das erwähnenswert, auch wenn die Schurken hier aus unerfindlichen Gründen aussehen, als hätte man sie aus einem alten Billy-Idol-Video entführt. Davon abgesehen ist es mir vollkommen schleierhaft, was die Geschichte uns über den Helden sagen will. Ist es Absicht, dass Green Arrow wie ein weltfremder, peinlicher alter Kauz rüberkommt? Ich glaub’s ja nicht, denn das geht kaum mit seiner Position als Steve Jobs des DC-Universums zusammen, die uns der Autor hier offenbar andrehen will.

Ist aber auch wurscht, denn auch Krul muss sich gefallen lassen, wenn man ihm nach dieser Vorstellung seine handwerkliche Qualifikation abspricht. Sein „Held“ beschimpft und verprügelt ein paar komische Vögel, die angeblich „brutale“ und „verstörende“ Videos bei YouTube eingestellt haben sollen. Echt jetzt? Es gibt hier weder eine ernstzunehmende physische Herausforderung noch irgendeinen anderen Konflikt für den Protagonisten. Was soll dieser Käse? Findet DC seine Autoren neuerdings in der Fußgängerzone?

(Nachtrag: Offenbar ist Herr Krul schon wieder raus aus der Serie. Laut Infotext wird Heft 4 von Dan Jurgens und Feuerwehrmann Keith Giffen geschrieben.)

ZOOM-FAKTOR: 2 von 10!


 

Bereits im Juni hatte COMICGATE alle 52 neuen DC-Serien vorurteilslos begutachtet und eingeordnet: Teil 1, Teil 2, Teil 3, Teil 4.

Alle Folgen von „52 mal berührt“

52 mal berührt: Batwing #1

 DC Comics startet sein komplettes Superhelden-Universum neu. COMICGATE trifft sich zum Speed-Dating mit den Erstausgaben aller 52 Serien. Wird es dabei zu heißen Spätsommer-Flirts kommen? Zu wilden Schlabberzungenküssen? Oder bleibt es doch eher beim Austausch lauer Unverbindlichkeiten? Hier ist alles drin, Freunde der Sonne. Folge 3 von 52: BATWING #1 von Judd Winick und Ben Oliver.

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altBJÖRN: Der Comic, bei dem ich im Vorfeld die größten Sorgen hatte. „Batman of Africa“ klang nach ungefilterten Afrika-Klischees, aber die vermeidet Winick weitgehend und belehrt wird zum Glück auch eher selten (bis auf eine Passage darüber, warum Polizisten in dieser Stadt korrupt werden). Trotzdem tauchen immer wieder „Wir Afrikaner“- oder „Wir in Afrika“-Momente auf, die den ganzen Kontinent dann doch zu einem homogenen Block machen, der er nicht ist.

Abgesehen davon bewegt Winick sich sicher im Setting in der Demokratischen Republik Kongo, ohne in Fettnäpfchen zu treten und deutet an, dass das Konzept „Superhelden in Zentralafrika“ interessante Einblicke erlaubt. Warum sollte ein Schurke einen Kerl im Fledermauskostüm fürchten, wenn sein Land in naher Vergangenheit zwei Bürgerkriege und die Auswirkungen des Genozids in Ruanda erlebt hat. Wobei der Nebensatz, dass ein paar inzwischen verschwundene Superhelden die Revolution in der DRC beendeten und das Land befreiten, schon wieder problematisch wirkt und potenziell die noch immer bestehende Problematik imperialistischer Grenzziehung außen vor lässt. Will sagen: Die Möglichkeit hier die Idee des Superhelden im Rahmen eines anderen Kultur- und Gesellschaftskreises neu zu beleuchten, ist gegeben. Aber auch das Potenzial, sich in den folgenden Ausgaben kulturell ganz böse ins eigene Knie zu schießen. Winick wird sich hier wohl in jeder Ausgabe durch ein Minenfeld maneuvrieren.

Der Umstand, dass Batwing nicht nur als Superheld das Böse bekämpft, sondern versucht, die Polizei in seiner Heimatstadt von Korruption zu befreien und zu einer wirklich stabilisierenden Kraft zu machen, interessiert mich auch sehr. Sollte das Ende dieser Ausgabe auch das Ende dieses Handlungsstranges sein, so fände ich das ungemein bedauerlich. Da würden Möglichkeiten verschenkt.

Jenseits all dessen ist Batwing ein grundsolider Superheldencomic, mit etwas überzogenen Dialogen und Monologen, Superschurken-Dutzendware (Massacre mit der Totenkopf-Maske) und einem „gemalten“ Stil, der das Heft aus der Mehrheit der anderen Neuerscheinungen heraushebt und den Comic wirklich anders und wie etwas ganz Eigenes wirken lässt. Das kann immer noch böse nach hinten losgehen, aber ich bin derzeit interessiert zu sehen, in welche Richtung Judd Winick diese Kiste fährt.

ZOOM-FAKTOR: 6 von 10!


MARC-OLIVER: Grundsolide? Oha. Zunächst mal hast du Recht: Batwing ist bei weitem nicht die Katastrophe, die es hätte werden können. Winick hat sich zwar den genauen Ort des Geschehens (die Stadt „Tinasha“) auch nur ausgedacht, umschifft aber zumindest die meisten Fettnäpfchen, und am Ende wartet er noch mit einem ganz netten Kniff auf, den ich – vorausgesetzt, ich interpretiere ihn richtig – so nicht habe kommen sehen.

Damit sind meine positiven Eindrücke aber auch schon erschöpft. Die Zeichnungen von Ben Oliver mochte ich mal, aber er verzichtet hier leider komplett auf Hintergründe, was in Kombination mit den seltsamen Lava-Texturen von Kolorist Brian Reber ein vollkommen statisches und antiseptisches Bild ergibt. Alles in diesem Comic, inklusive der Figuren, kommt mit einer Art metallischem Schimmer daher, der den Zeichnungen jegliche Dynamik raubt und eine leblose und leere Chromwelt abbildet. Den Zeichnungen nach zu urteilen, könnte das Ding auch in einer Lagerhalle in New Jersey spielen.

Das gleiche gilt für Winicks Manuskript. Batman gammelt unmotiviert im Hintergrund rum und wird als Stichwortgeber für Batwing missbraucht, weil Winick offenbar keinen Bock hatte, ordentliche Szenen zu konstruieren. „Was machst du als nächstes?“ – „Und seine Akte?“ – „Was hast du gefunden?“ Irgendwann verschwindet er dann kommentarlos, ohne was zur Handlung beigetragen zu haben. Plumper geht’s nicht. Die Figuren liefern zwar jede Menge Lippenbekenntnisse zu Korruption, Mythen, Hastenichtgesehen und kommen mit blumig-exotischen Namen wie „Blood Tiger“ oder „Earth Strike“ daher, aber leider vergisst Winick dabei, sie mit Alleinstellungsmerkmalen auszustatten. Authentizität gleich null. Ich nehme den Machern hier keine einzige Figur ab, und ich nehme dem Comic auch keine Sekunde ab, dass die Geschichte in einer afrikanischen Stadt spielt – oder sonst irgendwo.

ZOOM-FAKTOR: 1 von 10!


 

Bereits im Juni hatte COMICGATE alle 52 neuen DC-Serien vorurteilslos begutachtet und eingeordnet: Teil 1, Teil 2, Teil 3, Teil 4.

Alle Folgen von „52 mal berührt“

52 mal berührt: Detective Comics #1

DC Comics startet sein komplettes Superhelden-Universum neu. COMICGATE trifft sich zum Speed-Dating mit den Erstausgaben aller 52 Serien. Wird es dabei zu heißen Spätsommer-Flirts kommen? Zu wilden Schlabberzungenküssen? Oder bleibt es doch eher beim Austausch lauer Unverbindlichkeiten? Hier ist alles drin, Freunde der Sonne. Folge 2 von 52: DETECTIVE COMICS #1 von Tony Salvador Daniel.

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altBJÖRN: Das Cover verheißt schon nichts Gutes: Ein grimmiger Batman und ein blutiger Joker zwischen Puppenköpfen. Hart an der Grenze zur Selbstparodie, so wie auch die blumige Ausdrucksweise in Batmans Captions. Oder den Dialogen: „Forget about it, Joker. You can’t run. I own the night.“ Ohnehin sind in Gotham alle Einwohner der völlig überzüchteten Ausdrucksweise verfallen. Mein Lieblingssatz war: „Not a snowflake’s chance in Lucifer’s toilet.“

Das geschriebene Wort ist aber nicht das Einzige, das an dieser Batman-Interpretation schwer erträglich ist. Das was Daniel an Handlung spart, versucht er durch exzessive Gewalt gutzumachen: Menschenhautkappen, durchgebissene Kehlen, Blutfontänen, abgezogene Gesichter und mehrere Panels genüssliches Abstechen … das neue Detective Comics bietet all das, was mich aus dem alten DCU am Ende vertrieben hat. Shock value ohne Funktion, ohne Wirkung.

Zeichnerisch und inhaltlich versucht Tony Daniel, Frank Miller zu kanalisieren: Batman wird gejagt wie in Year One, einige Panels sind fast 1:1 aus The Dark Knight Returns übernommen (mit einem Umweg über Jim Lees Batman) und die Captions wollen den Wahnsinn von All Star Batman & Robin, the Boy Wonder emulieren. Was nur noch verschärft, dass Daniels Batman wie eine schwache Kopie seiner selbst wirkt. Ein gewalttätiger Psychopath, aber kein fähiger Detektiv. Wenn das die neue Interpretation der Figur ist: Okay. Ich glaube aber nicht, dass das der gewünschte Effekt war.

Ach so, die Handlung? Keine Ahnung. Das gesamte erste Heft ist ein fast völlig handlungsbefreites, inkohärentes Durcheinander ohne erkennbare Richtung und mit einem Cliffhanger, der verpufft, weil ich nicht weiß, was er bedeutet. Dinge passieren, aber Daniel nimmt sich nie die Zeit, den Lesern zu erklären, warum sie geschehen, wer die handelnden Figuren in diesen Dingen sind oder warum sie handeln wie sie handeln. Und wenn Daniel nicht den Arsch hoch bekommen kann um mir Gründe zu liefern, warum ich die Serie weiterverfolgen sollte, dann verfolge ich die Serie auch nicht weiter. Scheint mir nach dieser Ausgabe auch kein Verlust zu sein.

Und das neue Batmobil mit H.-R.-Giger-Einschlag sieht richtig beschissen aus …

ZOOM-FAKTOR: 2 von 10!


MARC-OLIVER: Angesichts der Tatsache, dass Tony Daniel schon fast 20 Jahre aktiv ist, fragt man sich schon, wie er’s geschafft hat, in dieser Zeit nicht einmal ansatzweise einen eigenen Stil zu entwickeln. Die Miller- und Lee-Anleihen hast Du erwähnt, zusätzlich gibt’s hier noch ein bisschen David Finch (!) und da noch ein bisschen Andy Kubert, und so weiter und so fort. Im einzelnen sehen die Panels auch teilweise gar nicht so schlecht aus, aber insgesamt ergibt sich daraus ein völlig identitätsloser Brei.

Ich verstehe auch nicht, wieso DC diesen Mann schreiben lässt, denn es ist offensichtlich, dass er’s nicht kann. Das ist immerhin der erste neue Solo-Comic mit Batman, der derzeit wohl kommerziell bedeutendsten DC-Figur. Hier werden zentrale Akteure wie der Joker, Alfred oder Commissioner Gordon eingeführt. Hätte es das Budget gesprengt, dafür einen richtigen Autor zu engagieren? Batman labert und labert die ganze Zeit vor sich hin und scheint in seinen Denkprozessen jeweils drei Schritte hinter dem Leser. Daniels Texte sind dabei immer wieder unfreiwillig komisch, lesen sich wirklich wie eine Parodie: „The ride back to the Batcave gives my brain time to dissect what I saw tonight. I’m trying to figure out what the Joker was doing naked … does he always remove his clothes first?“ Der Joker hat eben einen Typ mit Fleischmaske niedergemacht, dessen kleine Tochter ebenfalls im Raum war. Die Frage, die sich einem geübten Detektiv dann bei seiner messerscharfen Analyse am meisten aufdrängt, ist natürlich … warum der Joker dabei nackt war. Is‘ klar. Gordon wird im gesamten Comic nicht beim Namen genannt, und die förmliche Rede einer Figur wie Alfred überfordert Daniel sichtlich.

Der Vollständigkeit halber sei gesagt, dass Daniel sich schon bemüht hat, einen leicht verständlichen und zugänglichen Comic zu machen, und das ist ihm über weite Strecken auch gelungen. In dem Punkt würde ich Dir widersprechen. Was aber unterm Strich nichts daran ändert, dass dieses Heft für einen Verlag wie DC ein Armutszeugnis ist.

ZOOM-FAKTOR: 2 von 10!


 

Bereits im Juni hatte COMICGATE alle 52 neuen DC-Serien vorurteilslos begutachtet und eingeordnet: Teil 1, Teil 2, Teil 3, Teil 4.

Alle Folgen von „52 mal berührt“

Bakuman.

Cover von Bakuman 10Wenn Manga über sich selbst erzählt, kann das in Form einer Autobiografie geschehen, wie das zum Beispiel Yoshihiro Tatsumi in A Drifting Life oder Hideo Azuma in Der Ausreißer getan haben. Beide Bücher setzen sich auf ihre Art mit der Problematik auseinander, wie man spannend über etwas erzählt, das sich weitestgehend auf endlose Schreibtischarbeit beschränkt. Tatsumi und Azuma treten die Flucht nach vorn an, indem sie ihre Manga-Arbeit entweder ganz klein machen (Azuma) oder in den größeren Kontext der japanischen Nachkriegsgeschichte einbetten (Tatsumi). Bakuman. von Texter Tsugumi Ohba und Zeichnerlegende Takeshi Obata (Death Note) dagegen beschäftigt sich in erster Linie und fast ausschließlich mit dem Schaffensprozess von Manga. Und dennoch wird daraus einer der spannendsten, witzigsten und ganz und gar unglaublichsten Manga der letzten Jahre – ein Kunststück, dem es sich auf den Grund zu gehen lohnt, bietet sich doch nach zehn in Deutschland veröffentlichten Bänden ein Resümee an (der elfte Band erscheint diese Tage).

Aber der Reihe nach: Bakuman. unterscheidet sich von den genannten Werken zuerst einmal darin, dass es keine (Auto-)Biografie ist. Vielmehr schaffen sich Obata und Ohba zwei jugendliche Alter Egos, die den langen und steinigen Weg in die professionelle Mangaindustrie antreten: Hobbyzeichner Moritaka Mashiro wird in der japanischen Mittelschule von seinem Mitschüler Akito Takagi überredet, mit ihm als Texter eine Karriere als professionelle Mangakünstler anzutreten. Ihr Weg verschlägt sie bald zur Shonen JUMP, für die sie erste Projekte zu entwickeln beginnen und bald auch veröffentlichen werden.

Shonen JUMP – bei Mangafans auf der ganzen Welt klingeln allein bei ihrer Erwähnung bereits die Ohren. Die vom Verlagsriesen Shueisha herausgegebene Weekly Shonen JUMP ist das bestverkaufte Mangamagazin der Welt. Wöchentliche Auflagen in Millionenhöhe, unzählige Hitserien (darunter die Dauerbrenner One Piece, Naruto und Bleach, aber auch Klassiker wie Dragonball), Taschenbuchauskopplungen, die sich ebenfalls millionenfach verkaufen (One Piece hat kürzlich mit dem 60. Band die 3-Millionen-Marke überschritten – pro Band, versteht sich. Die Gesamtauflage der Serie ist bereits jenseits der 200-Millionen-Marke gewandert) – für all das steht JUMP, aber auch für die Quintessenz der populärsten Mangagattung, nämlich des shōnen manga. In der Zielgruppenlogik der japanischen Publikationsstruktur meint das all diejenigen Manga, die sich vorgeblich ein ein jugendliches männliches Publikum richten und in entsprechenden Magazinen erscheinen.

Die typischen shōnen-Titel sind Abenteuer- und Heldengeschichten mit jugendlichen Protagonisten, die an immer stärkeren Herausforderungen wachsen müssen, um irgendwann zu triumphieren. Viele dieser Serien sind um ausgedehnte, teils mehrbändig angelegte Kampfszenen zwischen verschiedenen Figurengruppen herum aufgebaut, wofür sich der Begriff battle manga etabliert hat. Die populärsten dieser battle manga sind – natürlich – die erwähnten Titel aus der JUMP.

Seite aus Bakuman 2In eben dieser JUMP erscheint auch Bakuman. Das macht sicherlich den besonderen Dreh dieser Serie aus. Bakuman. erzählt über die JUMP, in der der Manga wiederum erscheint, und folgt gleichzeitig derselben Erzähllogik wie eine Serie aus dem Magazin. Bakuman. ist quasi gleichzeitig innerhalb und außerhalb der JUMP, während die JUMP wiederum zugleich innerhalb und außerhalb des Manga ist. Bei soviel Interreferenzialität wird einem schnell schwindlig, wenn man anfängt, darüber nachzudenken, und mit der angesagten Diagnose einer medialen Selbstreflexivität wird man dem Kern von Bakuman. nicht mal im Ansatz gerecht.

Natürlich tauchen auch zahlreiche real existierende Personen aus dem JUMP-Umfeld im Manga auf – neben diversen Gastauftritten von Zeichnern ist das besonders JUMP-Chefredakeur Sasaki (der seit kurzem übrigens auch auf Englisch twittert – @Sasaki_Hisashi. Sein Profilbild stammt natürlich aus Bakuman.) Zudem bauen Obata und Ohba viele interne Fakten rund um die JUMP in das Werk ein – von der Redaktionsstruktur und Assistentenverträgen über die Entscheidungsverfahren bei der Auswahl neuer Serien bis hin zu der Bedeutung der im Rahmen der JUMP veranstalteten Newcomer-Wettbewerbe und als wohl zentralstes Motiv – der ominösen internen Erfolgsrankings der Serien untereinander, die aus dem Leser-Feedback errechnet werden.

Cover von Bakuman Band 8Viele dieser Hintergrundfakten werden den Nachwuchs-Mangaka in Bakuman. als vertraulich vermittelt, oft mit der Anmerkung: „Eigentlich dürfte ich euch das gar nicht sagen.“ Hier kann man sich also fragen, warum ein Manga vorgeblich interne Daten über das Magazin vermittelt, in dem er erscheint. Dies dient natürlich der Selbstinszenierung. Der tatsächliche Wahrheitsgehalt dieser Informationen kann freilich nur von brancheninternen Fachleuten überprüft werden. Die JUMP bedient nun durch Bakuman. den Informationshunger ihrer unzähligen Fans, wie sie aber auch gleichzeitig den vermittelten Informationsgehalt kontrolliert. Was man Internes über die JUMP weiß, weiß man aus Bakuman.

So ertappt man sich beim Fachsimpeln über den japanischen Mangamarkt unter Gleichgesinnten schnell mal dabei, dass man nur gegenseitig mit Fakten argumentiert, die man beim Lesen von Bakuman. aufgeschnappt hat. Bakuman. dreht die Selbstreferenzialität so weit, bis die JUMP letztendlich als definierende Referenz für sich selbst dasteht. Ob sich hierin nun der postmoderne Albtraum von der Referenz verwirklicht, die nur noch auf sich selbst verweist, darf den Akademikern zur Klärung überlassen werden. Dem Spaß beim Lesen tut das jedenfalls keinen Abbruch.

Denn Bakuman. wendet nun zusätzlich die dramaturgischen Regeln des battle manga auf diese Konstruktion an. Das heißt, unsere angehenden Mangakünstler Moritaka und Akito müssen sich gegen zahlreiche teils äußerst abenteuerliche Kontrahenten um einen Veröffentlichungsplatz in der JUMP durchsetzen. Ziel der beiden ist natürlich nicht weniger als die erfolgreichste Serie des Magazins zu sein, und dafür müssen sie besonders das kurz vor ihnen in der JUMP gestartete Manga-Genie Eiji Niizuma hinter sich lassen. Der Kampf um das beste Ranking wird so auch zum Kampf zwischen intuitiver Genialität und kreativem Erfolgskalkül, bei dem sich Ohba als Death-Note-geschulter Mystery-Autor natürlich auf die Seite der Strategen schlägt. So dreht sich ein Großteil der Serie um Taktik und Berechnung, und wenn man Bakuman. einen Vorwurf machen will, liegt er wohl hierin: Qualität und Erfolg werden im JUMP-Universum in direktem Bezug gedacht; künstlerische Selbstverwirklichung muss hinter Kalkül und den Entscheidungen der Redakteure zurückstehen. Natürlich bleibt diese Haltung auch in Bakuman. nicht ganz unhinterfragt und sorgt für reichlich Diskussionststoff. Aber die stürmischen Jung-Mangaka bekommen aus der Cheftetage mehrfach vermittelt: Wenn ihr euer eigenes Ding fahren wollt, tut das in einem anderen Magazin! Die Qualitätslogik der JUMP ist die von Verkaufszahlen und Rankings.

Erstaunlich dabei ist nicht nur, wieviel Konflikt- und Spannungspotenzial Ohba und Obata aus dem drögen Alltag professioneller japanischer Verlagszeichner herauskitzeln können, sondern auch, wie genial sie diese Konfliktsituationen immer wieder in neue Richtungen drehen und Synthesen aus vorgeblich unvereinbaren Positionen schaffen. Bakuman. kommt dabei durchweg ohne Bösewicht aus. Selbst die Konkurrenz zu Niizuma ist für unsere Helden in erster Linie freundschaftlich und von gegenseitiger Unterstützung geprägt. Lediglich Chefredakteur Sasaki tritt durch harte Prinzipienentscheidungen gelegentlich als antagonistische Kraft in Erscheinung, die es zu überwinden gilt.

Seite aus Bakuman Band 2Die dramaturgische Cleverness der Macher ist jedenfalls wirklich beachtlich und geradezu lehrbuchhaft. Das Auf und Ab zwischen Enttäuschung und Erfolg wird in mitreißende Spannungbögen gekleidet, und wenn Moritaka und Akito im zehnten Band nach mehreren Enttäuschungen und Verzögerungen endlich auf eine neue Serie zusteuern, hat sich ein derartiger Drive im Storytelling aufgebaut, dass man vor Verzückung jubeln möchte. Wenn je ein Comic bewiesen hat, dass sich mitreißendes Erzählen tatsächlich konstruieren lässt, dann Bakuman.

Als leichte erzählerische Schwächen lassen sich eigentlich nur die etwas alberne Prämisse (Moritakas Antrieb ist, dass er seine Angebetete ehelichen will, sobald er es zu einer Anime-Umsetzung seines Manga geschafft hat, in der sie dann als Synchronsprecherin dabei ist) und die doch teils recht einfältig gestrickten weiblichen Figuren ausmachen. Interessanterweise gesteht Akito sich im Manga auch ein, ein Problem mit dem Schreiben von weiblichen Figuren zu haben, was man hier natürlich durchaus als sympathisches Selbsteingeständnis Ohbas deuten kann.

Seite aus Bakuman Band 8Zeichnerisch ist der Manga ganz auf der Höhe seiner Kunst. Dass Obata zu den Meistern seiner Zunft zählt, steht spätestens seit Death Note außer Frage. In Bakuman. geht er die Figuren nicht ganz so realistisch an wie in seinem Vorgängerwerk. Vielmehr dreht er sie immer wieder ins karikaturhaft Übertriebene. Besonders in den exzessiven Gesichtsausdrücken liegt ein Großteil des Humors und auch der emotionalen Wirkung des Mangas begründet. Die Hintergründe bestücken Obata und sein Assistenten-Team wiederum mit hyperrealistischer Detailverspieltheit. Wenige andere Comickünstler erwecken ein derart intensives Gefühl für das Setting. Dabei scheint Bakuman. ein recht undankbares Projekt für einen Zeichner zu sein. Das Skript ist extrem dialoglastig. Obata muss sich in seinen Seitenlayouts durch endlose Textschwalle navigieren, die Ohba ihm vorsetzt, und auch wenn die Figuren hin und wieder unten den gigantischen Sprechblasen zu verschwinden drohen, löst er die Herausforderung mit Bravour und schafft durchweg spannende und lebendig aufgebaute Seiten, die sich an den Höhepunkten der Geschichte in extrem dynamisch inszenierte Gefühlsexplosionen entladen. Fraglos machen Obatas Zeichnungen aus einem unterhaltsamen und innovativen Skript ein wahrlich mitreißendes Erlebnis.

Dabei beschönigt der Manga auch keinesfalls den harten Weg, den professionelle Mangaschaffende in Japan einschlagen müssen. Überarbeitung bis hin zum Nierenversagen, die Unvereinbarkeit von Privatleben und den extremen Arbeitszeiten der Branche, der kleine Bruchteil von entwickelten Projekten, die überhaupt veröffentlicht werden, und von denen wiederum nur ein geringer Teil sich dauerhaft etablieren kann …

Überhaupt haben die zahllosen fiktiven Serien innerhalb des Bakuman.-Universums sehr viel zum Kultpotenzial der Serie beigetragen. Die Leistung, neben der Hauptgeschichte auch noch Dutzende andere Konzepte zu entwickeln, die glaubwürdigerweise in der JUMP erscheinen könnten, muss man Obata und Ohba wirklich hoch anrechnen. Dies ging übrigens so weit, dass eine der fiktiven Serien tatsächlich einmal in der JUMP erschien (also der echten). Wohl selten hat ein Comic die Grenzen zwischen Wirklichkeit und Fiktion auf derart unterhaltsame und zugängliche Art so weit getrieben wie Bakuman.

Bakuman. ist ohne Frage die Mangaserie, die man aktuell einfach verfolgen muss, wenn man nur das geringste Interesse an der Materie hat. Neben den erhellenden Einblicken hinter die Kulissen der kommerziellen japanischen Mangaindustrie und der lehrbuchhaften Dramaturgie ist es in erster Linie der pure Unterhaltungswert, der Bakuman. zu echtem Manga-Gold macht.


Wertung
Bewertung: 10 von 10 Punkten

Einer der wichtigsten Manga der letzten Jahre!

Bakuman.
Tokyopop Deutschland
Text: Tsugumi Ohba
Zeichnungen: Takeshi Obata
bisher 11 Bände, je ca. 192 Seiten, schwarz-weiß
Preis: je 6,50 Euro

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Abbildungen © Takeshi Obata, der dt. Ausgabe: Tokyopop

Das ausschweifende Leben des Nylonmanns

Cover Das ausschweifende Leben des NylonmannsEs ist zweifellos eine sehr ungewöhnliche Geschichte: Ein junger deutscher Comicleser ist vernarrt in die Werke von Hermann (Comanche, Jeremiah, Die Türme von Bois-Maury) und schreibt ihm jahrelang Briefe. Bis dieser eines Tages zurückruft und aus einigen Telefonaten eine Freundschaft entsteht. Viele Jahre später darf jener Leser schließlich ein Comic-Szenario für sein Idol schreiben. Ein wahrgewordener Fanboy-Traum.

Das Ergebnis ist ein Comic, der 2007 in Frankreich bei Lombard erschien und der nun vom Splitter-Verlag sozusagen zurück in sein Ursprungsland geholt wurde. Der Gießener Hans-Michael Kirstein, im Hauptberuf freier Illustrator, hat für Starzeichner Hermann ein Szenario ersonnen, dessen Grundidee am Kneipentisch entstand. Ausgangspunkt war Kirsteins Frisur, die in den Worten von Hermann so festbetoniert wie Nylon erscheint. Nach seinem Ebenbild zeichnete Hermann die Hauptfigur des Comics.

Die Geschichte, die der Comic erzählt, spielt in einer bunt-verrückten Zukunft, wo die Macht in den Händen von mächtigen Gentechnik-Konzernen liegt. Eine junge Frau, deren Mutter gerade gestorben ist, versucht mit Hilfe eines Privatdetektivs ihren verschollenen Vater zu finden. Dieser Vater ist Dr. Wedgeworth Rutherford, ein Genforscher und Frauenheld, der einige unseriöse Geschäfte am Laufen hat.

Seite aus Das ausschweifende Leben des NylonmannsWirklich wichtig ist die Handlung allerdings nicht. Kirstein und Hermann geht es darum, eine völlig verrückte, absurde Welt zu zeigen, bevölkert von ebenso absurden, versponnenen Figuren. Da gehen Passanten mit Riesenschlangen Gassi, Polizisten reiten auf Giraffen und auf dem Markt gibt’s schwedische Bananen.

Es ist gut, dass die deutsche Ausgabe des Albums mit einem umfangreichen Bonusteil ausgestattet ist, der unter anderem ein langes Interview mit dem Autor enthält. Offenbar hat auch der Verlag gespürt, dass dieser Comic erklärungsbedürftig ist. Kirsteins Erläuterungen helfen tatsächlich beim Verstehen und Einordnen des Nylonmanns. Ohne diesen Background stünde man der Absurdität der Story wohl ziemlich hilf- und fassungslos gegenüber. So aber erfährt man, dass es Kirstein darum ging, typische Motive aus Hermanns Comic-Kosmos satirisch zu überhöhen: „Der Nylonmann ist für mich […] eine übersteigerte Art, vieles, was in Jeremiah angelegt ist, einfach noch mal so richtig zu überziehen […], auch Hermann-Typen und -Charaktere ein bisschen zu dekonstruieren“.

Gut möglich, dass sich diese Anspielungen den eingefleischten Fans von Hermann und seinem Werk erschließen und ihnen großes Vergnügen bereiten. Wer mit dessen Werk aber nicht oder nur wenig vertraut ist, wird mit dem Nylonmann nicht viel anfangen können, denn als eigenständige Geschichte funktioniert dieser Comic nicht. Viel zu stark holpert der Plot, die Handlung macht unnachvollziehbare Sprünge und kaum etwas will zusammenpassen. Dazu kommt noch eine unnötig hohe Dosis Gewalt im letzten Akt, bei der mal eben Dutzende von Personen erschossen werden, einschließlich einer Figur, bei der das sehr wenig Sinn ergibt.

Seite aus Das ausschweifende Leben des NylonmannsDer gesamte Comic fühlt sich seltsam altbacken an, von der grafischen Anmutung über die dargestellten, leicht angegrauten Science-Fiction-Utopien bis hin zum Humor, der gerne mal in Richtung Altherrenwitz abdriftet. Nichts davon wirkt frisch oder neu – man glaubt eher, einen Comic aus den Siebziger oder Achtziger Jahren vor sich zu haben. An die großen Vorbilder, denen Kirstein erklärtermaßen nacheifert (er nennt Monty Python und die Marx Brothers), reicht diese eigenwillige Mischung aus Holzhammer-Satire, Nonsens und Zoten nicht ansatzweise heran. Dazu fehlt es vor allem an wirklich witzigen Gags und geistreichen Einfällen.

Auch Hermanns Zeichnungen wissen nicht richtig zu begeistern. Im Gegensatz zu anderen Arbeiten von ihm wirken sie hier weniger filigran, eher skizzenhaft. Der locker hingeworfene Strich wirkt zwar elegant und passt auch ganz gut zum Inhalt, betont aber umso mehr, dass dieser Comic für den Zeichner eher eine kleine Spinnerei zwischendurch als ein ambitioniertes Projekt war.

Der Duden weist dem Wörtchen „komisch“ (von dem ja auch der Begriff „Comic“ abstammt) zwei Definitionen zu. Zum einen „belustigend, zum Lachen reizend“, zum anderen „sonderbar, seltsam“. Der Nylonmann wäre gerne Ersteres, neigt aber ganz stark zu Letzerem.

 

Wertung: 3 von 10 Punkten

Eigentümliches Spezialprojekt für Hermann-Kenner und -Komplettsammler.

 

Das ausschweifende Leben des Nylonmanns
Splitter Verlag, August 2011
Text: Hans-Michael Kirstein
Zeichnungen: Hermann
72 Seiten, farbig, Hardcover
Preis: 15,80 Euro
ISBN: 978-3-86869-331-7
Leseprobe

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Abbildungen: © der dt. Ausgabe: Splitter Verlag

52 mal berührt: Justice League #1

 DC Comics startet sein komplettes Superhelden-Universum neu. COMICGATE trifft sich zum Speed-Dating mit den Erstausgaben aller 52 Serien. Wird es dabei zu heißen Spätsommer-Flirts kommen? Zu wilden Schlabberzungenküssen? Oder bleibt es doch eher beim Austausch lauer Unverbindlichkeiten? Hier ist alles drin, Freunde der Sonne. Folge 1 von 52: JUSTICE LEAGUE #1 von Geoff Johns und Jim Lee.

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MARC-OLIVER: Geoff Johns und Jim Lee machen hier vieles richtig – und alles falsch. Am Reißbrett klingt ihre Geschichte nach dem perfekten Einstieg ins DC-Universum: Batman wird von der Polizei gejagt, genau wie am Ende von The Dark Knight; er trifft Green Lantern, eine weitere DC-Figur, die eben ihren großen Hollywood-Auftritt hatte; und am Ende kommt noch Superman, dessen nächste Neuverfilmung auch schon in der Pipeline ist. Die Figuren wirken frischer als zuletzt. Batman ist noch nicht so perfekt, Green Lantern scheint etwas jünger, und niemand weiß so recht, woran man bei Superman ist. Die Handlung ist einfach, die Dialoge knapp, es liest sich alles sehr flüssig. Okay, einige der Texte sind zum Weglaufen (etwa, wenn Laberbacke Hal Jordan ohne Not vom Green Lantern Corps erzählt), und der Plot ist nicht besonders schlüssig („Das hier ist außerirdisch. Superman ist auch außerirdisch. Auf nach Metropolis!“) Trotzdem sollte man hier als Neuleser keine Schwierigkeiten haben, mitzukommen, was ja schon ein großer Fortschritt ist.

Aber es ist natürlich bezeichnend, dass man das überhaupt erwähnen muss. Bloße Verständlichkeit ist ja noch lange kein Kaufargument. Mehr bieten Johns und Lee hier aber nicht. Das erste Heft des großen Neustarts ist ein Leichtgewicht. Man braucht keine fünf Minuten, es zu lesen, und die Figuren und ihre Welt bleiben so dünn wie das Papier, auf dem sie gedruckt sind. Da gibt’s nichts, was irgendwie hängenbleibt. Der Comic hat, was Handlung, Figuren oder Dialoge angeht, nicht mehr zu bieten als ein durchschnittlicher Actionfilm – geschweige denn ein Argument dafür, dass Comics erzähltechnisch mit Filmen oder Videospielen mithalten können. Sogar der Schurke wirkt wie ein Predator für Arme. Die Macher bestätigen hier, was man vorher schon annehmen durfte: Man ist bei DC nicht der Auffassung, dass man die letzten Jahre irgendwas falsch gemacht hätte. Man meint nur, dass es einfach nicht genügend Leute mitbekommen haben. Und so finden sich hier auch keine großen Änderungen. Das „neue“ DC-Universum ist das alte DC-Universum, bloß besser ausgeschildert.

ZOOM-FAKTOR: 4 von 10!


 

BJÖRN: Ich stimme dir zu, dass Justice League alles falsch macht. Zumindest wenn man bedenkt, was es sein soll: Das Flaggschiff! Der Titel, der den Neulesern zeigt: Dieses DCU ist unglaublich grandios, da müsst ihr dabei sein! Und das liefern Johns und Lee nicht.

Wir erfahren, dass Batman vor fünf Jahren nicht respektiert wurde und Green Lantern ein selbstgefälliger Sack war, der von sich in der dritten Person redet. Daher finde ich okay, dass er ohne Grund das Green Lantern Corps erwähnt: Er macht sich wichtig. Aber sonst? Cyborg spielt Football, ein Paradämon (?) deponiert eine Mutterbox (?), die aussieht wie ein Lemarchand-Würfel aus Hellraiser und dann reisen Lantern und Batman nach Metropolis. Am Ende wird ein Batman-Superman-Kampf angedeutet. Das war’s.

Das ist nicht nur etwas zu wenig, das ist viel zu wenig: Das mag funktionieren, wenn man die Story hinterher im Paperback am Stück liest. Aber die vorrangige Aufgabe ist derzeit, die Neuleser für Ausgabe 2 zurückzuholen. Und bei einem Preis von $3.99 kann ich mir nicht vorstellen, dass dieses dünne Handlungskonstrukt das schafft. Man konnte nicht einmal Aquaman, Flash und Wonder Woman in diesem Heft wenigstens andeuten? Wegen mir hätte man dafür die erste Ausgabe in doppelter Dicke erscheinen lassen sollen. Aber das hier ist ein undramatischer, belangloser, lahmarschiger Anfang, der das exakte Gegenteil sein sollte, als Startpunkt eines doch angeblich aufregenden neuen Universums.

Vier Dollar bezahlen, um in einer weiteren Ausgabe zu sehen, wie sich Helden gegenseitig anschnauzen als wären sie in der jugendfreien Version von Millers All-Star Batman? Stormwatch hat große Probleme, aber zumindest deutet es an, dass große Dinge folgen werden. Justice League tut das nicht. Stattdessen haben wir Figuren, die alle paar Seiten nochmal berichten müssen, was wir im vorherigen Panel sahen: „Du hast uns in einem leuchtend grünen Jet nach Metropolis geflogen?“ oder „Es schweißt etwas an die Wand!“. Danke, Mitternachtsdetektiv, dass du sowas für diejenigen unter uns nochmal berichtest, die sich die Bilder gar nicht erst angucken.

Letztlich bleibt die erste Ausgabe von Justice League ein überteuerter Comic ohne Antrieb, der mir – außer den Zeichnungen von Jim Lee – keinen Grund nennt, warum ich Ausgabe 2 auf gar keinen Fall versäumen darf. Und genau dieser Fall hätte nicht eintreten dürfen. Egal ob die Geschichte hinterher im Paperback funktioniert.

ZOOM-FAKTOR: 4 von 10!


 

Bereits im Juni hatte COMICGATE alle 52 neuen DC-Serien vorurteilslos begutachtet und eingeordnet: Teil 1, Teil 2, Teil 3, Teil 4.

Alle Folgen von „52 mal berührt“

Links der Woche: Mit Zehn Jahre 9/11

Unsere Links der Woche, Ausgabe 33/2011

 

Der zehnte Jahrestag der Anschläge vom 11. September 2001 auf World Trade Center und Pentagon bestimmte in der letzten Woche auch die Comic-Berichterstattung.

Superhelden-Dämmerung
sueddeutsche.de, Daniel Wüllner
Comicgate-Redaktionsmitglied Daniel Wüllner befasst sich auf sueddeutsche.de mit den Auswirkungen von 9/11 auf amerikanische Superheldencomics. In seinem Artikel schlägt er den Bogen von J. Michael Straczynskis Amazing Spider-Man-Ausgabe zu Ehren der Helfer bis zu Frank Millers Holy Terror, das in der kommenden Woche erscheinen wird.

We don´t need another hero? Die Welt der Superhelden nach dem 11. September
Der Marker, Till Frommann
Auch im Blog von Der Marker, dem Popkulturmagazin von zdf.kultur, kommt Daniel zum gleichen Thema zu Wort. Er äußert sich dort im Interview zur Frage, wie die Ereignisse des 11. September den Superheldencomic beeinflusst haben.

Helden, Schurken, Mäuse
tagesspiegel.de, Lars von Törne
Beim Tagesspiegel zieht Lars von Törne den Bogen weiter und zählt diverse US-Comics, nicht nur aus dem Superheldengenre auf, die versuchen, den Anschlag und seine Folgen zu verarbeiten.

Der 11. September im Spiegel des Comics
ZDF Aspekte, Philipp Rümmele
Dieser Beitrag im ZDF-Kulturmagazin Aspekte beschäftigt sich vor allem mit Art Spiegelmans Comic im Schatten keiner Türme, der jetzt als Buch im Atrium Verlag erschienen ist. Fürs Fernsehen wurden die Comicpanels recht hübsch animiert. Falls die oben verlinkte ZDF-Mediathek das Video nach sieben Tagen wieder vergessen hat, hilft der Mediacontainer bei YouTube aus.

Cartoonists Remember 9/11
Die amerikanischen Zeitungscomics begehen den Jahrestag mit einem kollektiven Gedenken: Knapp 100 Zeitungsstrips der großen Syndikate widmen sich im heutigen Strip dem Thema. Mal nachdenklich, mal patriotisch, mal pathetisch. Alle Beiträge sind auf cartoonistsremember911.com zu sehen.

Comics mit Anspruch
Deutsche Welle, Günther Birkenstock
Die Deutsche Welle befragt Andreas Platthaus zum Begriff der Graphic Novel: „Eine rein technische Unterscheidung. Inhaltlich hat sich mit Graphic Novel eigentlich nichts geändert.“ Das zehnminütige Gespräch ist als MP3 sowie in gekürzter Form auch schriftlich verfügbar.

Bericht von der Comic Arts Conference in San Diego, Kalifornien
ComFor, Dietrich Grünewald
Dietrich Grünewald hat die Comic Con in San Diego und die dort eingebundene „Comics Arts Conference“ besucht. Über beides berichtet er auf dem Blog der Gesellschaft für Comicforschung.

Die DC 52’s – Eine Annäherung von außen
animexx.de, roterKater
animexx-User roterKater, der sich sonst überwiegend mit Manga beschäftigt, wagt mit dem Neustart des DC-Universums den Sprung zu den Superhelden und schreibt in seinem Blog darüber: „Die Titel beziehen sich durchaus auf Vorwissen der Comic-Fans, […] lassen sich aber auch völlig neu entdecken, damit Superhelden-Naivlinge wie ich den Einstieg schaffen. […] So hab ich jedenfalls das Konzept verstanden. Ob’s klappt, wollte ich nun aber unbedingt mal selbst ausprobieren.“ Zum Anfang bespricht er Action Comics #1 und Animal Man #1.

Kein Blick zurück

Seite aus Kein Blick zurückDie deutsche Veröffentlichung der spanischen Comicerzählung Sin Mirar Atrás ist einer Reihe verketteter Ereignisse zu verdanken. Wie man im Vorwort erfährt, begann alles damit, dass die frischgebackenen Veranstalter des Comicfestivals München, namentlich Heiner Lünstedt und Michael Kompa, 2010 den in der bayerischen Landeshauptstadt gastierenden spanischen Zeichner Miguelanxo Prado trafen und sich von ihm überzeugen ließen, das jährliche Comicfestival in seiner Heimatstadt A Coruna in Galicien zu besuchen. Dort wiederum fielen den deutschen Comicpilgern in einer Ausstellung die Bilder des Nachwuchskünstlers Dani Montero nachhaltig auf. Als sie besagten Künstler dann auch noch an einem der Stände antrafen, erstanden sie die galicische Ausgabe seines Erstlingswerks, das ihnen textlich zwar verschlossen blieb, aber grafisch umso mehr beeindruckte.

Als Folge wurde Montero von ihnen als einer der Künstler ausgewählt, deren Arbeiten im Rahmen des Comicfestivals 2011 mit dem Schwerpunkt „Gastland Spanien“ ausgestellt wurde. Seinen Comic reichte man mit Empfehlung an den Wuppertaler Verlag Edition 52 weiter, bei dem das Werk dann passend zum Comicfestival erschien – und Dani Montero durfte zum Signieren anreisen. Ob dies alles aufeinander aufbauende Zufälle waren oder schicksalhafte Wendungen, bleibt jedem auf Grundlage seiner Weltsicht selbst zu entscheiden.

Seite aus Kein Blick zurückInteressant aber ist, dass auch Monteros Geschichte aus einer Verkettung von Ereignissen besteht, auf die der Protagonist nur sehr begrenzt Einfluss hat. Als der junge Spanier Jaime nach der Trennung von seiner Freundin den Entschluss fasst, alles hinter sich zu lassen und mit seinem Hund Tobias auf einen Road Trip mit ungewissem Ziel zu gehen, wird auch sein (Lebens-)Weg von einer Reihe unerwarteter Wendungen bestimmt, die jedoch größtenteils negative Folgen haben.

Die Erzählung an sich ist eher grob, teils gar gezwungen, die ausdrucksstarken Zeichnungen hingegen wirken locker und leichthändig zu Papier gebracht und sind dabei ungeheuer ansprechend. Dem künstlerisch reduzierten Strich Monteros sieht man seine Erfahrung als Animationszeichner an, der Sinn für grafisches Erzählen scheint auf jeder Seite durch. Seine Comicpanels vermitteln Emotionen, ergreifen und ziehen den Leser am Kragen in das Leben von Jaime und Tobias hinein. Was der etwas schwerhändig konstruierten Geschichte fehlt, gleichen die Bilder somit aus.

 

Wertung: 7 von 10 Punkten

Einnehmender Strich und tolle Bildsprache machen den rudimentären Plot locker wett.

 

Kein Blick zurück
Edition 52, Juni 2011
Text und Zeichnungen: Dani Montero
96 Seiten, schwarz-weiß / farbig, Softcover
Preis: 15 Euro
ISBN:  9-783-935229-85-2
Leseprobe

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Abbildungen © Dani Montero , der dt. Ausgabe: Edition 52