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Der Boxer. Die wahre Geschichte des Hertzko Haft

Reinhard Kleist schreibt und zeichnet für Carlsen die Lebensgeschichte eines Holocaust-Überlebenden als Graphic Novel. Ich hoffe, der Mann hat im Brotkorb noch genug Platz für einen weiteren Max-und-Moritz-Preis.

Basierend auf der von dessen Sohn verfassten Biographie, stellt Kleist das Leben von Hertzko Haft vor, einem polnischen Juden, der Auschwitz überlebte, indem er Boxkämpfe gegen andere Internierte gewann, auf deren Ausgang die Wachen wetteten, und der nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs in die USA emigrierte, sich dort als Preisboxer betätigte und sogar gegen den großen Rocky Marciano antrat.

2gegen1: Gratisrevue von Neunte Künst, Aufzug 3

Aufmerksamen Beobachtern ist es nicht entgangen: Immer wieder kommt es vor, dass Comics veröffentlicht werden, oft sogar für Geld. Die Comicgate-Redakteure Wederhake und Frisch wollen diese Entwicklung nicht länger unkommentiert lassen. Heute gelesen: Wonder Woman: Blood von Brian Azzarello, Cliff Chiang, Tony Akins et al. und Der Boxer. Die wahre Geschichte des Hertzko Haft von Reinhard Kleist.

Feindgebiet

Der Schweizer Walter Pfenninger war bislang als Illustrator und Grafiker tätig und legt nun mit Feindgebiet sein Comicdebüt vor. Der berufliche Hintergrund ist seinen Zeichnungen in gewisser Hinsicht durchaus anzumerken. Denn in seinem Ligne-Claire-Stil findet man eine starke Reduktion, wie es sie auch bei technischen Zeichnungen gibt. Das ist per se natürlich schon mal nicht schlecht. Wer mit der Ligne Claire aber nichts anfangen kann, der wird auch hier mit dem Stil nicht warm werden.

Against Pussiness: An Interview with Howard Chaykin

altBorn in New Jersey in 1950, Howard Chaykin likes to draw good-looking action heroes, preferably of Jewish descent, with a soft spot for guns, women and snappy one-liners – and he’s been at it for more than 30 years, at this juncture. At Comic-Salon Erlangen 2010, Marc-Oliver Frisch sat down with a good-humored Howard Chaykin to talk about art, ego and hip-hop – and some grown-up stuff, as well.

Wider das Mimosentum: Interview mit Howard Chaykin

altHoward Chaykin kam 1950 in New Jersey zur Welt und macht am liebsten Comics mit gutaussehenden Draufgängern, vorzugsweise jüdischer Herkunft, die eine Schwäche für Waffen, Frauen und coole Sprüche haben – und das nun schon seit 30 Jahren. Auf dem Comic-Salon Erlangen 2010 traf sich Marc-Oliver Frisch mit einem gut gelaunten Howard Chaykin, der über Jazz, Hip-Hop und den Ernst des Lebens reden wollte.

 

Resident Evil – Marhawa Desire 1

Rezension von Resident Evil – Marhawa Desire 1Ein großer Coup für Kazé Manga, den jüngsten Vertreter auf dem deutschen Manga-Markt: Die erste Manga-Auskopplung des international überaus erfolgreichen Resident Evil-Franchises erschien international, und damit auch in Deutschland, am gleichen Tag – ein effektiv koordinierter Schachzug gegen den üblichen Übersetzungszeitvorsprung der Scanlation-Seiten.

Reise zum Kerguelen-Archipel

Da es sich bei dem neuen Band von Emmanuel Lepage um einen Reisebericht handelt, darf man natürlich keine ausgeklügelte Dramaturgie erwarten. Ähnlich wie bei anderen, journalistischen, Reiseberichten oder auch Dokumentarfilmen gibt das Erlebte oder das Beobachtete den Inhalt des jeweiligen Formats vor. Wenn man keine dramatischen Situationen erlebt hat oder dementsprechende Bilder findet, dann hat man so etwas eben nicht. Und so kann man dann auch keine Spannungskurven finden.

Die aufgewärmte Frauenpower der ZEIT

Die aktuelle Ausgabe der Zeit (19. Juli) widmet sich der US-Comic-Anthologie Womanthology, die vor einem Jahr durch ihre unorthodoxe Entstehung Schlagzeilen machte und im März 2012 in Buchform erschienen ist. Der etwa halbseitige, groß bebilderte Artikel von Autorin Chris Köver (Titel: „Boom!“) gibt einen Überblick über das Projekt und bemüht sich, den Band im Kontext der aktuellen US-Comiclandschaft einzuordnen: Update, 1. August 2012: Kövers Artikel steht seit gestern auch bei Zeit Online: Allerdings erinnert dabei nicht nur die verwendete Illustration an einen Artikel von Oliver Ristau („Frauenpower in die Comics“), der sich bereits am 24. März in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung mit eben jenem Buch beschäftigte: So scheint gleich Kövers erster Absatz weitgehend baugleich mit den ersten drei Absätzen Ristaus. Die beiden Textstrecken unterscheiden sich im Wesentlichen nur dadurch, dass eine knappe Erklärung des Crowdfunding-Prinzips von Kickstarter, wie sie Ristaus Einleitungstext enthält, bei Köver fehlt. Köver, die Redakteurin und Mitgründerin und -herausgeberin der Frauenzeitschrift Missy Magazine ist, streitet auf Anfrage nicht ab, Ristaus Text gelesen zu haben – im Rahmen ihrer eigenen Recherche zu Womanthology, …

Links der Woche: Mit der Comic-Con, Fanfilmen und dem MAD

Unsere Links der Woche, Ausgabe 24/2012: Why so serious – Comics made in Germany on3-radio, Matthias Leitner und Hardy Röde Die Sendung „Spielwiese“ im Jugendradiosender des Bayerischen Rundfunks beschäftigt sich 40 Minuten lang mit deutschen Comics, schlägt den Bogen von Rolf Kauka bis zum aktuellen Graphic-Novel-Boom und empfiehlt einige aktuelle Bücher. In der Sendung kommen unter anderem Zeichner Uli Oesterle (Hector Umbra), Reprodukt-Verleger Dirk Rehm und Volker Hamann (Reddition, Alfonz) zu Wort. (Direkt-Download als MP3). Superman trägt jetzt Knieschoner Süddeutsche Zeitung, Christoph Haas Der DC-Neustart, auch bekannt als „New 52“ ist nun auch in den deutschen Ausgaben von Panini angelangt. Ein großer Artikel im Feuilleton der SZ fasst zusammen, was den Verlag zu diesem Schritt bewegt hat und was in den neuen Comics anders ist. Lesenswert für alle, die sich bisher nicht besonders mit dem Thema beschäftigt haben. Ist es Frevel oder Freude? Frankfurter Allgemeine Zeitung, Andreas Platthaus Andreas Platthaus beleuchtet in der FAZ das hoch umstrittene Before Watchmen-Projekt von DC Comics nach den ersten vier erschienen Heften und kommt zu dem Schluss: „Dennoch ist …

Dein letztes Leben 1&2

Der argentinische Künstler Juan Gimenez (Meta-Barone, Die vierte Macht) ist mit seinem unverkennbaren Zeichenstil vor allem als Koryphäe auf dem Gebiet der Fantasy und Science-Fiction bekannt. Mit dem in zwei Bänden veröffentlichten Comic Dein letztes Leben versuchte er sich an einer Hommage an alle Videospieler, beziehungsweise, wie Gimenez es selbst im knappen Vorwort ausdrückt, an all jene, „die mit leidenschaftlicher Hingabe vor ihren Monitoren die unvorstellbarsten Abenteuer erleben“.