Freaks of the Heartland
Mit dem „Heartland“ im Titel ist das American Heartland gemeint, ein schwerer, urtümlicher Landstrich, in de USA abseits der pulsierenden Großstädte. Hier wächst der Junge Trevor auf einer kleinen Farm auf. Sein Leben wird bestimmt von seinem despotischen Vater, der auch seine Mutter mundtot gemacht hat. Die Familie hat allerdings ein Geheimnis: Trevor hat einen jüngeren Bruder, Will, der merkwürdig entstellt ist und über besondere Kräfte verfügt. Seine Mutter hat ihren Sohn seit seiner Geburt vor sechs Jahren nicht mehr angesehen, und er wird wie ein Hund an der Kette im Schuppen nebenan gehalten.
Doppelrezension!

Der kleine Joachim führt mit seinen Eltern ein Leben voller Idylle. Die kleine Familie lebt in einem kleinen Häuschen, umgeben von Natur. Die Geschichte von Drei Schatten spielt in einer nicht näher definierten Welt, die an Märchen und Volkssagen erinnert. Ihr Ausgangspunkt ist das Eindringen von drei dunklen Gestalten in das Familienidyll. Joachim entdeckt eines Tages drei Reiter schemenhaft am Horizont, die langsam näher kommen und ihm Angst machen. Am ersten Tag verschwinden sie bald wieder, kehren aber regelmäßig zurück. Schon bald wird klar: Die drei sind gekommen, um Joachim zu holen.
Der Name Rich Koslowski dürfte in Deutschland weitgehend unbekannt sein, dabei ist er in den USA seit Jahren eine feste, wenn auch nicht besonders prominente Größe als Animator, Comiczeichner und -autor. Neben Arbeiten für Archie Comics, Marvel und der selbst erschaffenen Comedyserie Three Geeks, für die er 2003 den Ignatz-Preis erhielt, kreierte Koslowski auch mehrere Graphic Novels – eine davon gibt es jetzt auch auf Deutsch.
Ein Mann verlässt die Familienidylle, verstaut ein Erinnerungsfoto sicher in seinem Koffer und verabschiedet sich rührend von Frau und Kind, die er zurücklässt. Zuerst in einem Zug, dann mittels Schiff macht er sich auf den Weg in ein neues Land; offenbar soll dieses neue Hoffnung und Sicherheit für die zunächst in der Heimat verweilende Familie liefern, denn die Heimat sieht sich der Bedrohung von bezackten Tentakeln ausgesetzt, die ihre Schatten über die Städte werfen. Es fällt schwer, sich in der neuen Welt zu akklimatisieren, schließlich ist sie von allerlei komischen Viechern bevölkert, die sich die Menschen dort als Haustiere halten …
“Ganz Gallien ist besetzt. Ganz Gallien? Nein. Ein kleines gallisches Dorf …“
Auch die 68. Ausgabe unserer Rubrik mit Kurzbesprechungen ist wieder eine wilde Mischung: 15 Comics stellen wir vor – neue und nicht so neue, bunte und schwarzweiße, Indie und Mainstream, deutsche und amerikanische, französische und niederländische, tolle und nicht ganz so tolle.
Nach einer fast vierjährigen Absenz hat der Herr der Erdferkel, Dave Sim, dieses Jahr gleich zwei neue Comics auf den Markt gebracht, Glamourpuss und Judenhass, die wie sein Comic-Epos Cerebus nur als Teil des Gesamtkunstwerks „Sim“ zu lesen sind. Zwei Comichefte, die unterschiedlicher nicht sein könnten: Da ist zum ersten die fortlaufende Serie Glamourpuss, eine „high fashion comic book“-Parodie, und zum anderen der Comic Judenhass, in dem Sim aus ausgewählten Zitaten und fotorealistischen Reproduktionen eine Geschichte der Ressentiments gegen Juden und deren Vernichtung im Holocaust beschreibt. Erst wenn man beide Comics Seite an Seite stellt und deren Gemeinsamkeiten aus der Nähe betrachtet, wird deutlich, dass Sim nicht einfach nur zwei Comics gezeichnet hat, sondern nach Cerebus das Gesamtkunstwerk „Sim“ durch zwei neue Titel erweitert hat.
Bei der Verleihung des Max-und-Moritz-Preises in Erlangen wurde in diesem Jahr zum ersten Mal eine Auszeichnung in der Kategorie „Beste studentische Publikation“ vergeben. Preisträger ist die schweizer Anthologie Plusplus Comics. Der handliche, ansprechend gestaltete Band vereint auf hundert schwarz-weiß-Seiten elf Autoren und Autorinnen aus der Schweiz und Deutschland mit bunt gemischten Beiträgen zum Thema „Haus“.
Ein unter mysteriösen Umständen geborenes Waisenkind, das im Schoß eines Jägerclans aufwächst und als Jugendlicher unheimliche Kräfte entwickelt. Dazu zwei Parteien, die jene Kräfte für ihre eigennützigen Zwecke verwenden wollen. Das klingt nicht gerade neu und könnte Stoff für eine generische 08/15-Fantasygeschichte sein, wie es sie seit Jahrzehnten zuhauf gibt. Dass „Blutsteine“ und „Wo Sich die Wege Kreuzen“, die ersten beiden Bände der Comic-Trilogie Kind des Blitzes, dennoch frisch daherkommen, liegt an der äußerst gelungenen Umsetzung des Themas.
Lange, viel zu lange haben wir diese schöne Rubrik vernachlässigt. Dabei haben sich in den letzten Monaten doch einige Kurz-Besprechungen angesammelt. Über 20 Mini-Rezensionen lagen auf Halde und warteten darauf, endlich veröffentlicht zu werden. Wir entschuldigen uns für die lange Wartezeit (und dafür, dass die besprochenen Comics zum Teil nicht mehr ganz taufrisch sind) und liefern dafür einen Doppelpack mit einer geballten Ladung Kri-Ticker. Nach der Ausgabe 67 folgt die Nummer 68 bereits in wenigen Tagen.