Alle Artikel in: Rezensionen

Das Reich Sienn 2 – Ein Hauch von Absynthe

 Die Suche nach den machtverleihenden Knochen des toten Zauberers Yarlig geht weiter. Konsequent wird dabei die Mischung aus den Filmen Der Herr der Ringe und vor allem Zwei glorreiche Halunken fortgesetzt. Diesmal liegt der Schwerpunkt eindeutig auf dem klassischen Italowestern. Ganze Szenen und Dialogsequenzen werden eins zu eins übernommen.

Maria und ich

 Ich muss zugeben, dass mich beim Schreiben dieser Zeilen das schlechte Gewissen plagt. Das liegt vor allem an der Tatsache, dass negative Kritik an einem sehr persönlichen Buch, welches von einem Familienmitglied des Autors handelt, zu üben, bei mir irgendwie Unbehagen auslöst. In Maria und ich beschreibt Miguel Gallardo in Worten und Bildern die Verbindung zu seiner autistischen Tochter Maria. Vom Gefühl her steht Gallardos Werk damit in einer Reihe mit vergleichbaren Comics wie Die Heilige Krankhei“ (David B. erzählt von der Epilepsie seines Bruders) oder Mutter hat Krebs von Brian Fies, in denen Künstler ebenfalls die Krankheit eines geliebten Menschen thematisieren.

Gorn 10 & 11

 In den beiden letzten Alben von Gorn, der großartigen Fantasyserie von Tiburce Oger, spitzt sich die Handlung nochmal gehörig zu. Der von Finix veröffentlichte, finale Zyklus (Ausgaben 9-11) konzentriert sich auf die Erben des titelgebenden Ritters Gorn, welche nun nichts weniger als einen umfassenden Krieg zwischen Gut und Böse auszufechten haben.

Kapitän Scharlach

 Die Piraten sind in Paris eingefallen! Ein Dreimaster gleitet zwischen den Fassaden des Faubourg Saint-Germain. An Bord und sogar in einer Spelunke entfesselt Kapitän Scharlach Blitze und heftige Regenschauer. Alles scheint, als wäre eine von  Autor Marcel Schwobs Romanfiguren zum Leben erweckt worden! Und zwar von Autor David B. und Zeichner Emmanuel Guibert. Schwob war einer der großen Gelehrten seiner Zeit. Aber nun wird dieser Marcel Schwob zur Hauptfigur in Kapitän Scharlach.

Broken Trinity

 Im Top-Cow-Universum exisitieren seit jeher die jeweils aktuellen Inkarnationen der Angelus und der Darkness. Sie repräsentieren Licht und Finsternis und sind damit seit Urzeiten natürliche Widersacher. Dazwischen sorgt die Witchblade als drittes Artefakt im Bunde für das kosmische Gleichgewicht der beiden erstgennanten. Dass es mit eben jenen mysteriösen Artefakten mehr auf sich hat als der Leser bislang vermuten konnte, davon erzählt das Event Broken Trinity.

Die wundersamen Abenteuer von Robin Hood: Die Legende von Robin Hood

 “Die Reichen berauben, um es den Armen zu geben.“ Im Grunde genommen ein grundsolides und moralisch vertretbares Ziel, das sich Robin Hood gesetzt hat. Doch nach unentwegtem Beschützen von Witwen und Waisen ist auch der grüngekleidete Held in die Jahre gekommen. In seinem neuesten Comic Die wundersamen Abenteuer von Robin Hood: Die Legende von Robin Hood weist Manu Larcenet in seiner bitterbösen Geschichte darauf hin, dass nicht nur das Fleisch, sondern auch der Geist schwach werden kann.

Unknown Soldier Vol. 1 + 2 (US)

 Afrika. A far away country of which we know nothing. Selbst dass es kein Land ist, ist noch nicht bei allen angekommen, was man daran erkennen kann, dass ein Anschlag auf den Africa Cup of Nations in Angola zu der Frage führt, ob man die Weltmeisterschaft im gerade einmal 2.500 Kilomenter entfernten Südafrika absagen sollte. Besagtes Südafrika wird man nach der Weltmeisterschaft ein bisschen besser kennen, Nordafrika kennt man vielleicht aus dem Tunesien-Urlaub: Aber was weiß man schon tatsächlich über den riesigen Kontinent zwischen den Säulen des Herkules und Kap Alguhas?

 

Outcault: Die Erfindung des Comic

 Den Urcomic, die Geburtsstunde dieser Kunstform festzulegen, ist der heilige Gral der Comicforschung; jeder würde ihn gerne anfassen, doch ist die fortwährende Suche nach ihm das eigentliche Ziel. Auf diese Reise haben sich nun auch Jens Balzer und Lambert Wiesing in Outcault: Die Erfindung des Comic gemacht. Sie haben den Comicstrip The Yellow Kid eingehend studiert und erzählen von der „stehenden Figur“, vom Großstadt-Flaneur und vom besonderen Status der Sprechblase in diesem Comicstrip. Dabei bringt der dritte Band der yellow-Serie einen frischen gelben Wind in die deutsche Comicforschung.

Star Trek: Spock + Star Trek: Nero

 Der neueste Star Trek-Film von J.J. Abrams bescherte dem altgedienten Franchise bislang viel Aufmerksamkeit. Folgerichtig hat man beim US-Verlag IDW, der die Lizenz für Star Trek-Comics innehält, nicht lange gezögert und in den vergangenen Wochen und Monaten die Veröffentlichung ergänzender Geschichten zur Filmthematik richtig angekurbelt. Die beiden jetzt auf Deutsch erschienenen Bände, schlicht mit den Titeln Spock bzw Nero versehen, spielen vor den Ereignissen des Films, jedoch nach Countdown, dem Comicprolog zum Streifen (als erster Star Trek-Comicband ebenfalls bei Cross Cult). Damit ist klar, dass noch offene Lücken geschlossen und die beiden Hauptakteure, ein gealterter Spock und dessen brutaler Widersacher Nero, näher beleuchtet werden sollen.