Die Bielefeld Verschwörung
Es ist ein alter Scherz aus den Urzeiten des Internets, der sich bis heute gehalten hat: Bielefeld gibt es gar nicht. Alles was auf die Existenz dieser Stadt hindeutet, ist ein Gerücht, gestreut von bösen Mächten (wahlweise CIA, Illuminaten oder Außerirdische), die die Bevölkerung einlullen wollen, indem sie so tun, als würde es die Stadt wirklich geben. Mit dieser Satire, die sich weniger über Bielefeld lustig macht als vielmehr über die zahlreichen Verschwörungstheorien, die gar nicht krude genug sein können, beschäftigt man sich natürlich auch in Bielefeld selbst. An der dortigen Hochschule entstand vor kurzem der Film Die Bielefeld Verschwörung, begleitend dazu erschien auch ein Roman und eine Comic-Adaption.

Hand Made Quality – so verweist der Zürcher T.O.T.T. alias Thomas Ott völlig zu Recht mit breiter Brust auf seine außergewöhnliche Technik. Denn Ott zeichnet nicht. Nein, er entlockt seine bitterbösen Geschichten schwarzem Schabkarton – und durch Kratzen mit einem Rasiermesser! In der Edition Moderne sind regelmäßig Arbeiten des Ausnahmetalents wie Cinema Panopticum oder The Number 73304-23-4153-6-96-8 erschienen, mit R.I.P. Best Of 1985-2004 liegen seine Kurzgeschichten erstmals in einem Band vor.
Im Jahr 1966 kündigt der junge Künstler Hamaguchi seinen Job in einer Textilfabrik, zieht nach Tokio und und wird einer der Assistenten des renommierten Mangakas Kondo. Doch auch im Atelier des Sensei ist die Arbeit für einen Mangaverlag nicht unbedingt der große Traum, wie Hamaguchi bald feststellen muss. Als Teil eines Teams darf er lediglich tuschen, Hintergründe zeichnen oder Speedlines hinzufügen. Hinzu kommt der Zeitdruck, wenn Deadlines eingehalten werden müssen.
Eine hervorragende Coveridee stimmt gut auf das Album ein. Das Tuch, welches der Indianer trägt, weist Lilien auf, die zum französischen Königshaus gehören, sowie den britischen Union Jack. Beides fließt am Boden zur amerikanischen Flagge zusammen. Da die Handlung während des Krieges zwischen England und Frankreich spielt, wobei jede Seite verschiedene Indianerstämme auf ihrer Seite hat, ist das Cover ein wirklich gelungenes Symbol.
Die Publikationsform des Comicmagazins, das seinen Lesern jeden Monat eine Wundertüte aus verschiedensten Serien und Kurzcomics bietet, hat ihre Blütezeit längst hinter sich, auch in Frankreich, wo solche Zeitschriften eine große Tradition haben. In Deutschland hält sich zwar seit 10 Jahren das wiederbelebte ZACK-Magazin, andere Versuche (wie z.B. das Fantasy-Heft Magic Attack) scheiterten jedoch. Nun wagt der JNK Verlag, der auch das Fachmagazin Comixene herausbringt, einen neuen Versuch: Comix erscheint monatlich zum Niedrigpreis von nur 2 Euro, gedruckt auf Zeitungspapier und mit einer Besonderheit: die hier abgedruckten Comics sind keine Lizenztitel aus dem Ausland, sondern durchweg einheimische Produktionen.
Schlachtszenen haben David B. schon immer besonders fasziniert, das weiß man spätestens seit seinem autobiografischen Werk
Treffen sich ein Franzose, ein Brite, ein Amerikaner und ein Deutscher … Was sich anhört wie der Anfang eines billigen Witzes, ist in knapper Zusammenfassung das Konzept von War and Dreams, dem neuen Comic vom Kreativteam Maryse und Jean François Charles, die u.a auch für India Dreams und Die Pioniere der neuen Welt verantwortlich zeichnen. Wobei die Handlung sich korrekterweise vielmehr genau darauf bezieht, dass die vier unterschiedlichen Landsmänner im gehobenen Alter eigentlich gar nicht direkt aufeinandertreffen.
In den letzten Jahren gab es eigentlich nur einen Comic, der das Leben wirklich gerockt hat. Mit Scott Pilgrim fusioniert Bryan Lee O'Malley Manga mit westlicher Populärkultur, ohne dabei die Form des japanischen Comics zu leugnen noch die Freude an Rockmusik und Videospielen unter den Tisch fallen zu lassen. Pünktlich zum Filmstart im Herbst ist der ungewöhnliche Manga nun auch auf dem deutschen Comicmarkt erschienen.
1937 herrscht in Spanien Bürgerkrieg. Zahlreiche Freiwillige schließen sich ohne militärische Ausbildung den Republikanern an und bilden kleinere Einheiten, die sich dem Faschismus im Lande entgegenstellen. Quintos ist die Geschichte einer solchen Gruppierung, die sich aus Männern und Frauen unterschiedlichster Nationalitäten zusammensetzt.
Da Pinocchio bereits 2009 in Angoulême als „Bestes Album“ gewählt und 2010 in Erlangen mit dem Max-und-Moritz-Preis als „Bester internationaler Comic“ ausgezeichnet wurde, bedarf der Comic darüber hinaus nicht wirklich mehr des Lobs. Was man jedoch tun kann: Man kann versuchen, die Stärken des Werks etwas genauer unter die Lupe zu nehmen. Bei näherer Betrachtung fällt auf, das Winshluss sich mit Pinocchio sowohl erzählerisch als auch grafisch allen definitiven Aussagen entzieht und so neue Maßstäbe für den modernen Comic setzt.