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Chew 3 – Eiskalt Serviert

chew3Nachdem Band 1 und 2 der Indie-Krimiserie um einen mit ganz speziellen Geschmacksfähigkeiten „gesegneten“ Sonderermittler der US-Lebensmittelaufsicht FDA so rundum überzeugen konnten, machten sich vor Band 3 leichte Zweifel beim Rezensenten bemerkbar. Würde Autor John Layman das hohe Erzählniveau halten können, das er für die ersten Folgen etabliert hatte? Würde die Geschichte nach dem (gefühlten) vorläufigen Höhepunkt auf der Südseeinsel Yamapalü in Band 2 merklich an Fahrt verlieren? Könnte bereits der Zeitpunkt erreicht sein, an dem das Konzept langweilig wird?

Erfreulicherweise kann man all diese Befürchtungen nach der Lektüre von „Eiskalt Serviert“ verneinen. Layman kredenzt den Lesern nach wie vor eine extrem dicht geschriebene, mit punktgenauen Dialogen versehene Geschichte voller skurriler Einfälle und cleveren Erzählschlenkern. Im Vergleich zum Vorgängerband mag das Tempo tatsächlich etwas gedrosselt sein, aber dies kommt der Story zu diesem Zeitpunkt nur zu Gute. Hat man so doch die Chance, all die geschickt platzierten, liebevollen Details und optischen Gags, die makaberen Slapstick-Elemente und die originell gezeichneten Figuren aufzunehmen und zu bewundern, wie geschickt und unterhaltsam der Autor die Ermittlungsarbeit seines Protagonisten Tony Chu mit dessen Privatleben und der großen Verschwörungsstoryline im Hintergrund verbindet.

Layman scheint dabei genau zu wissen, was er chew3_01tut: Immer wieder werden Geschehnisse und Figuren aus den ersten beiden Bänden aufgegriffen, und die Geschichte um eine vorgebliche Lebensmittelkrise mit zig Todesopfern, die daraus erfolgte Hühnchenprohibition, ein finsteres Komplott und eventuell sogar Außerirdische(?) wächst und gedeiht derart, dass es eine Freude ist. Hier werden ein dekadenter Feinschmeckerclub, ein gruseliger Kampfhahn auf Amok, eine angenehm positiv beschriebene Beziehung zwischen Tony Chu und der unorthodoxen Essenskritikerin Amelia Mintz sowie ein tiefer Einblick in Tonys interessante Familienverhältnisse geboten, während nebenbei der mysteriöse Hauptplot Stück für Stück weitergetrieben wird. Und der doppelte Cliffhanger am Ende tut ein Übriges, um Appetit auf den nachfolgenden Band zu machen.

chew3_02Bei all der Lobhudelei darf der Beitrag von Zeichner Rob Guillory keineswegs unter den Tisch fallen. Der Mann zeichnet, tuscht  und koloriert das Ganze im Alleingang auf einem fortlaufend derart hohen Niveau, dass so mancher Künstlerkollege neidisch werden könnte. Zudem sind laut des im Anhang untergebrachten Interviews mit Guillory die meisten der witzigen „Ostereier“-Gimmicks im Hintergrund vieler Panels ihm anzurechnen. In seiner Detailverliebtheit und Professionalität ist der Zeichner also das perfekte Gegenstück zu Autor Layman. Für die noch geplanten neun Bände (bzw. 45 US-Hefte) dieses Kreativteams darf man ganz zu Recht eine äußerst hohe Erwartungshaltung einnehmen.


Wertung
: 9 von 10 Punkten

Kulinarisch-bizarrer Krimicomic auf weiterhin extrem hohem Niveau

 

Chew – Bulle mit Biss 3: Eiskalt Serviert
Cross Cult, Dezember 2011
Text: John Layman
Zeichnungen: Rob Guillory
128 Seiten, farbig, Hardcover
Preis: 16,80 Euro
ISBN: 978-3-942649-20-9

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Abbildungen © John Layman/Rob Guillory, der dt. Ausgabe: Cross Cult

 

Disclosure/Klarstellung: Die deutsche Ausgabe von Chew 3 wurde von den Comicgate-Redakteuren Marc-Oliver Frisch und Frauke Pfeiffer übersetzt bzw. lektoriert.

Prinz Eisenherz: Foster & Murphy-Jahre 4 – 1977/1978

Cover Prinz Eisenherz: Foster & Murphy-Jahre 4In diesem Februar kann die Comicwelt einen Geburtstag feiern, der es in sich hat. Prinz Eisenherz fasziniert seine Leser seit nunmehr 75 Jahren! Die erste Seite des Dauerbrenners wurde im Februar 1937 veröffentlicht. Hal Foster selbst schuf die Serie 34 Jahre lang und John Cullen Murphy hat immerhin zehn Jahre zunächst die Vorgaben des Altmeisters erfüllt, bevor er vollkommen eigenständig die Serie übernahm. Darauf erst einmal ein paar Humpen Met geleert. Herzlichen Glückwunsch.

In diesem Jahr wird der Bocola-Verlag auch seine beiden Buchreihen der Eisenherz-Geschichten vollenden. Die Sammlung der Foster-und-Murphy-Geschichten ist nun beim vierten von fünf Bänden angekommen. Dieses Mal gibt es wieder ein sehr interessantes Vorwort: Der Übersetzer der vorliegenden Ausgabe, Wolfgang J. Fuchs, geht näher auf die Kolorierung und die Arbeitsaufteilung zwischen Foster und Murphy ein. In diesem Band wird auch deutlich, wie sich die veränderten Drucktechniken der damaligen Zeit auch auf die Herangehensweise an die Zeichnungen auswirkten.

Ansonsten ist der Band geradezu erschreckend schwach. Ganz böse formuliert: Hier schien sich die beginnende Senilität von Foster mit der Unsicherheit von Murphy zu vereinen. Gerade die Spannungsbögen werden erschreckend vernachlässigt. Viel zu viel wird einfach weggelassen und ein Stoff, der anderen Autoren Material für einen ganzen Band von 48 Seiten gegeben hätte, wird einfach in einem einzigen Bild abgehakt. Das kann man natürlich als Chuzpe ansehen, zeugt aber auch von allzu großer Routine und dementsprechend Langeweile. Zu große Routine kann eben jede Spannung und Dynamik ersticken.

Seite aus Prinz Eisenherz: Foster & Murphy-Jahre 4Vielleicht wollten sich die beiden Schöpfer auch einfach nicht wiederholen. Andererseits tun sie das ohnehin ein ums andere Mal. Wer weiß, wie oft denn nun Aleta von finsteren Schurken begehrt und entführt wurde und Eisenherz sie wieder einmal befreien musste? Gähn. Ist es eigentlich schon einmal aufgefallen, dass diese Entführer meistens Araber sind? Und schwarzhaarig sind sie sowieso immer, denn sie werden ja von den goldenen Locken Aletas angelockt. Immerhin werden diesmal auch die beiden Töchter von Eisenherz entführt, was man schon als große inhaltliche Innovation feiern mag. Dramaturgisch viel unangenehmer ist aber, dass die Texte nicht immer zu den Bildern passen wollen. Manches Wichtige wird überhaupt nicht gezeigt und nur im Text behandelt, während manche zeichnerischen Details dem Text widersprechen oder etwas vorwegnehmen. Auch die Panelanordnung ist manchmal etwas merkwürdig ausgefallen. Es sollte vielleicht dem Zeitungsleser ein Cliffhanger geboten werden oder zumindest eine Versicherung, dass der Held unter all den Nebenfiguren nicht vergessen wurde. Und so wurde eben noch ein Panel mit Eisenherz eingefügt, was im Erzählbogen stellenweise einfach nicht passen will. Im Sammelband erweckt dies manchmal den Anschein, dass einige Panels durcheinandergeraten sind.

Generell wirken die Geschichten in diesem Band sehr müde und routiniert, viel Spannungspotential und Dramatik wird verschenkt. Hierzu gehört die Liebe von Arn, die man gerne länger und dramaturgisch ausgefeilter verfolgt hätte. Aber es gibt auch einen sehr interessanten und unterhaltsamen Aspekt: Foster und Murphy richten einen starker Fokus auf die Töchter von Eisenherz und deren Entwicklung. Diese Storybögen sind wirklich gelungen, so dass der Band trotz mehrerer Abstriche doch noch zu unterhalten vermag.

 

Wertung: 4 von 10 Punkten

Müde, routiniert, voller verschenktem Potential gehört dieser Band zu den schwächsten der Serie.

Prinz Eisenherz: Foster & Murphy-Jahre 4 – 1977/1978
Bocola Verlag, Januar 2012
Text und Zeichnungen: Hal Foster und John Cullen Murphy
Seiten, farbig, Hardcover
Preis: 24,90 Euro
ISBN: 978-3-939625-25-4

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Abbildungen: © der dt. Ausgabe: Bocola Verlag

Showman Killer 1 – Ein Held ohne Herz

Cover Showman Killer 1Manchmal ist es doch beruhigend, dass sich Elemente, die sich mit einem bestimmten Autor verbinden, treu bleiben. Da weiß man, was man in etwa erwarten kann. Der Band hält das, was der Name Jodorowsky verspricht. Wo Jodorowsky drauf steht, ist auch Jodorowsky drin. Das mag Fans erfreuen. Leser, die mit dem Autor eh nichts anfangen können, werden diesen Band nicht mögen. Aber auch dem Autor zugeneigte Betrachter können nicht ganz umhin kommen, die vielen Wiederholungen aus anderen Serien langsam etwas missmutig aufzunehmen.

Die Story ist ohnehin sehr dürftig, was aber in einem auf Action konzentrierten Band wenig überraschen dürfte. Ein verrückter Wissenschaftler entnimmt das Sperma eines Massenmörders, um den ultimativen Mörder aufzuziehen. Das Kind unterliegt einer rigiden Erziehung und wird jeglicher Emotionen verlustig. Diverse operative Maßnahmen verleihen ihm zudem übermenschliche Kräfte. Doch welch Wunder: Ähnlich wie Frankensteins Monster verweigert auch dieses Geschöpf seinem Schöpfer den Gehorsam und wider Erwarten tritt es auch nicht in die Dienste des Omnimonarchen, sondern wird freischaffend tätig als gut bezahlter Auftragsmörder. Dann gerät er in eine kosmische Intrige und muss mehr leisten, als nur zu töten.

Seite aus Showman Killer 1So richtig neu ist die Idee nicht, dass ein Killer seine menschliche Seite entdeckt und auch die Figur des revoltierenden Geschöpfes gehört zum Kanon der fantastischen Literatur, egal ob nun Schauergeschichte oder Science-Fiction. Dennoch kann der Comic mit seiner Action unterhalten. Sonderlich spannend ist er leider nicht, da der Killer schon fast zu stark ist, als dass der Leser um ihn bangen würde. Da ihm auch jegliche Emotionen abgehen, gibt es kaum Identifikationsmöglichkeiten mit ihm. Zudem bietet Jodorowsky wenig Neues, sondern nur Variationen bekannter Elemente. Manchmal wirkt das wie ein Stoffbausatz, mit Steinchen aus Der Incal und Megalex und sehr viel aus den Meta-Baronen. Fans und Science-Fiction-Freunde werden sich hier die Finger lecken. Der Band ist recht abgedreht, blutig und hat den typischen sehr grimmigen Humor. Besonders in den kleinen Details weiß das zu gefallen, was die fehlenden Innovationen etwas aufwiegt.

Seite aus Showman Killer 1Besonders kann dieser Actioner auf der grafischen Ebene punkten. Die knalligen Farben stammen zwar sichtlich aus dem Computer, aber das ist ja wieder sehr passend für Science-Fiction. Auch an der Dynamik hapert es nicht. Das Setting ist stimmungsvoll, die Kreaturen des Wissenschaftlers bieten einige Ideen und sind in ihrer Abscheulichkeit wirklich gelungen. Zeichner Nicolas Fructus (Thorinth) überdeckt damit gut die Schwächen der Story.

So ist Showman Killer zwar unterhaltsam und eine Freude für die Augen, aber ein zwiespältiger Nachgeschmack bleibt. Es bleibt abzuwarten, ob Jodorowsky im zweiten Band anfangen wird, eine Geschichte zu erzählen, oder ob ihm wirklich langsam die Ideen ausgehen. Wenn sich ein Autor auf Dauer immer selbst zitiert, droht es auch für die Freunde und Fans langsam langweilig zu werden.

 

Wertung: 6 von 10 Punkten

Gute Optik, schwache Story und viele Elemente, die für Jodorowsky typisch sind. Insgesamt unterhaltsam, aber nichts Neues.

 

Showman Killer 1 – Ein Held ohne Herz
Ehapa Comic Collection, November 2011
Text: Alejandro Jodorowsky
Zeichnungen: Nicolas Fructus
56 Seiten, farbig, Hardcover
Preis: 13,99 Euro
ISBN: 978-3-7704-3500-5
Leseprobe (PDF)

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Abbildungen: © der dt. Ausgabe: Ehapa Comic Collection

Links der Woche: Mit Archivfundstücken, Aufregerthemen und einem Sicherheitsleck

Unsere Links der Woche, Ausgabe 7/2012:

 

Verbrennt die Comics!
Neue Zürcher Zeitung, bsa
In ihrer Rubrik „Aus dem Archiv“ präsentiert die NZZ einen Artikel aus dem Jahr 1949 mit dem Titel „Comic-Books: Pro und Contra“. Der Autor unterscheidetzwischen „guten“ und „schlechten“ comic-books und zitiert die damals brandaktuellen Theorien von Frederic Wertham. Für ihn gilt es Comics zu bekämpfen, aber wohlgemerkt nicht durch Verbote, sondern durch Medienerziehung: „Wenn [die Schulen] fähig sind, den Schülern die Armseligkeit und Häßlichkeit eines comic-books, verglichen mit der Schönheit eines guten Literaturprodukts zu zeigen […], werden die Jugendlichen von sich aus die comic-books verlassen und zu guter Lektüre greifen.“

Buffy und die Folgen einer wilden Nacht
diestandard.at, beaha
In der aktuellen US-Ausgabe der Comicserie Buffy the Vampire Slayer ist die Heldin mit einem Problem konfrontiert, dass im Mainstream-Comic sonst eher ausgeklammert wird: sie ist ungewollt schwanger. Das Frauenportal der österreichischen Tageszeitung Der Standard berichtet über die Storyline (Achtung, schwerer Spoileralarm!) und die Reaktionen in den USA.

Die drei kleinen Fluchthelfer
Spiegel Online, Stefan Pannor
2009 hatte Mosaik-Gründer Hannes Hegen seinen kompletten künstlerischen Nachlass der Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland. Einen Ausschnitt daraus zeigt nun eine Ausstellung in Leipzig. SpOn-Autor Stefan Pannor betont „die hohe grafische Qualität des Heftes. Die lässt sich – und das ist die große Leistung der Ausstellung – erstmals in Leipzig realistisch anhand einer Vielzahl von Originalseiten einschätzen.“

Der König unter den Prinzen
tagesspiegel.de, Christian Endres
Zum 75jährigen Jubiläum würdigt die Online-Ausgabe des Tagesspiegel Hal Fosters langlebigen Zeitungscomic. Der Artikel sollte eigentlich auch in der gedruckten Zeitung erscheinen, fiel dann aber dem Tod von Whitney Houston zum Opfer.

Are they scanning Marvel’s comics from inside the House of Ideas?!
4thletter!, David Brothers
Woche für Woche erscheinen die aktuellsten US-Comic-Hefte nicht nur im Comicladen und auf den legalen digitalen Plattformen, sondern auch als Raubkopien auf einschlägigen Websites. David Brothers und David Uzumeri haben die Piratencomics genau unter die Lupe genommen, um zu prüfen, wie die „Scanner“ an die Comics kommen. Scannen sie Hefte aus dem Laden ein? Sind es Screenshots von digitalen Comics? Im Falle von Marvel gilt offenbar: Weder noch! Es gibt eine Sicherheitslücke, über die sich die Piraten die Rohdaten direkt von Marvels Servern ziehen konnten – zumindest bis letzte Woche; nach Verlagsangaben ist die Lücke inzwischen gestopft.

What the Gary Friedrich/Disney/Marvel case means for comics creators
The Beat, Heidi MacDonald
In der Woche, in der in den USA der neue Film Ghost Rider: Spirit of Vengeance startete, sorgte ein Fall für Aufsehen, der einmal mehr den fragwürdigen Umgang großer Comicverlage mit den von ihnen angeheuerten Kreativen ins Blickfeld rückt: Es geht um Gary Friedrich, der als Co-Autor und Miterfinder des Ghost Rider gilt und Marvel vor einigen Jahren verklagt hat, weil er an den Umsätzen aus der Comicverfilmung beteiligt werden wollte. Diesen Prozess hat er verloren, nun aber fordert Marvel im Gegenzug Schadenersatz von Friedrich: Weil er auf Comic-Conventions widerrechtlich Ghost-Rider-Zeichnungen und -Merchandise verkauft hat, soll er nun 17.000 US-Dollar zahlen. Dabei lebt der 68-jährige Friedrich am Rande des Existenzminimums. Juristisch mag das von Marvel alles völlig korrekt sein, nun aber stellen viele Kommentatoren die Moralfrage. Inzwischen gibt es diverse Spendenaktionen, die dafür sammeln, dass Friedrich das Bußgeld begleichen kann. Und zusätzlich stellt sich für viele Zeichner die Frage, ob die jahrelang gängige Praxis, auf Comicmessen Zeichnungen von Copyright-geschützten Figuren zu verkaufen, in Gefahr ist. Der hier verlinkte Artikel auf The Beat gibt einen gut verständlichen Überblick über die Situation.

Five Reasons To Worry About Comics That Aren’t Piracy
The Comics Reporter, Tom Spurgeon
Ein paar nachdenkenswerte Thesen zum bedenklichen Zustand der US-Comicbranche.

PG Tips -The Best of 2011: An International Perspective
Paul Gravett
Der englische Comicjournalist Paul Gravett hat wieder zahlreiche seiner internationalen Kollegen zusammengetrommelt, um die besten Comics aus aller Welt zu sammeln. Autoren aus Serbien, Südkorea, Spanien, Japan usw. stellen die besten Comics vor, die 2011 in ihrem jewiligen Land produziert wurden. Deutschland ist nicht dabei, wohl aber Österreich.

Frisch aus der Druckerei: Januar 2012

Hier kommt unser monatlicher Rückblick auf die interessantesten aktuellen Comic-Novitäten. Diesmal unter anderem mit einem Totentanz in Mexiko, einem Berliner Detektiv, Klassikern von Bilal und Hermann und dem neuesten Superhelden-Crossover.

HIGHLIGHT DES MONATS

Winsor McCay (1869-1934): Comics, Filme, TräumeIn Troisdorf läuft seit einigen Wochen eine Ausstellung über Comic-Pionier Winsor McCay (Little Nemo), die später auch noch in anderen deutschen Städten (u.a. beim Comic-Salon Erlangen) zu sehen sein wird. Der Kurator der Ausstellung, Alexander Braun, ist gleichzeitig Autor des umfangreichen Katalogs Winsor McCay (1869-1934): Comics, Filme, Träume, der beim Bocola Verlag erschienen ist. Dass diese Publikation sein eigentliches Hauptanliegen ist, wird im folgenden Zitat aus einem Interview beim Comic-Report deutlich: „Die Ausstellung ist eher das Mittel zum Zweck. […] Das permanente Auf- und Abbauen von Kunstwerken finde ich nicht so attraktiv, als dass es für mich noch zusätzlicher Comic-Ausstellungen bedürfen würde. […] Wir können die Wahrnehmung und die ernsthafte Beschäftigung mit dem Medium nur langfristig verändern, wenn es substanziell Geschriebenes gibt, auf das an anderer Stelle, von anderen Fachleuten oder Kunsthistorikern aufgebaut werden kann. Es muss am Ende etwas Bleibendes geben, das die Anstrengungen der Jahre 2011/2012 hier dokumentiert und rechtfertigt. Wenn wir das nicht haben, bleibt es ein ums andere Mal nur bei einem Strohfeuer. Ohne eine adäquate Publikation, die die Bedeutung des McCayschen Oeuvres nachhaltig unterstreicht, hätte ich das alles nicht gemacht.“ (PDF-Leseprobe)

EIGENPRODUKTIONEN

Der Staub der AhnenNeu im avant-verlag ist Der Staub der Ahnen, das Debut des in Berlin lebenden Zeichners Felix Pestemer (gleichzeitig erschien der Band auch in Frankreich und wurde mit einer Ausstellung in Angoulême vorgestellt). Die Geschichte dreht sich um den mexikanischen Festtag Dia de los muertos, den „Tag der Toten“, und eine Familie, die an diesem Tag ihrer verstorbenen Angehörigen gedenkt. Und gleichzeitig feiern auch die Toten. Auf Pestemers Website gibt es eine umfangreiche Leseprobe.

Die Geschichte vom Lone Racer hat Nicolas Mahler erstmals 1999 in seiner Edition Brunft veröffentlicht. 2006 zeichnete er sie noch einmal neu, diesmal zweifarbig statt schwarz-weiß für den US-Verlag Top Shelf. Nun bringt Reprodukt die deutsche Fassung dieser zweiten Version, eine tragikomische Erzählung über einen Rennfahrer, der die große Karriere längst hinter sich hat. Hier eine Leseprobe.

In Häring unter HaienIm Eigenverlag veröffentlichte der Berliner Michael Schröter seinen Comic Ein Häring unter Haien, eine Detektivgeschichte im Berlin der späten Zwanziger Jahre. Andreas Platthaus schreibt: „Perspektiven und Bildverschachtelungen zeigen eine erfreuliche Experimentierlust, die man in Deutschland nicht so häufig trifft. Und mit den selbstbespiegelnden Comics, die zurzeit als Graphic Novels überall Furore machen sollen, hat das Ganze kaum etwas zu tun. Hier soll saftig erzählt werden.“ Und so sieht das dann aus.

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AUS FRANKREICH UND BELGIEN

Die Abenteuer von Herrn Hase sind seit längerer Zeit beendet, Donjon soll, so sagen es Gerüchte, langsam auf Eis gelegt werden. Umso mehr freut man sich darüber, dass Lewis Trondheim eine neue Albenserie gestartet hat. Ralph Azham, geschrieben und gezeichnet von Trondheim selbst, richtet sich an „alle Altersklassen“ (in Frankreich wird die Serie kapitelweise im Magazin Spirou abgedruckt) und ist im Fantasygenre angesiedelt, allerdings Trondheim-typisch in parodistisch-humoriger Form. Band 1 ist jetzt auf Deutsch bei Reprodukt erschienen, wo es auch eine Leseprobe gibt.

Koma 1Den schweizerischen Zeichner Frederik Peeters kennt man durch seine autobiografische GraNo Blaue Pillen und das Polizei-Doku-Drama RG. Zwischen 2003 und 2008 produziert er zusammen mit dem Autor Pierre Wazem die Albenserie Koma, von der in Frankreich insgesamt sechs Ausgaben vorliegen. Die Heldin in diesem „Spagat zwischen einer poetischen Geschichte über die Freundschaft und atmosphärisch dichter Science-Fiction“ (Verlagsinfo) ist die kleine Tochter eines Schornsteinfegers, die immer wieder ins Koma fällt und dann eine Welt voller Monster erlebt. Reprodukt bringt diese Bände im schnellen Rhythmus (etwa alle drei Monate) auf den deutschen Markt (Leseprobe).

Die EinladungBeim Splitter Verlag gibt es in der „Books“-Reihe einen neuen Comic von Jim (Sonnenfinsternis), diesmal gezeichnet von Dominique Mermoux. Ebenso wie Sonnenfinsternis ist dieses Werk eher Splitter-untypisch: Es geht um reale Menschen um die 30 und das Hinterfragen ihrer Beziehungen und Freundschaften. Hier steht die Freundschaft zwischen einem ruhigen, zurückhaltenden jungen Mann und einem extrovertierten Draufgänger im Mittelpunkt. Eine Kostprobe gibt es auf splitter-verlag.eu.

Den klassischen Genrestoff aus Frankreich bringt Splitter nach wie vor in Hülle und Fülle: Im Januar starteten zwei neue Dreiteiler: der Historiencomic Horacio d`Alba von Jérôme Le Gris und Nicolas Siner um einen Berufsduellanten im Italien des 17. Jahrhunderts (Leseprobe), sowie die Fantasyreihe Die Geißeln von Enharma von Sylvain Cordurié und Stéphane Créty. Hier geht es um eine tollpatschige Söldnertruppe, die einen Auftrag annimmt, der ein wenig zu goß für sie ist (Leseprobe).

Das Werk von Enki Bilal wird bei der Ehapa Comic Collection sorgsam gepflegt, regelmäßig erscheinen sowohl neue Comics als auch hochwertige Neuausgaben von Klassikern. Die Grundlage für Bilals Karriere legte in den Siebziger Jahren die Zusammenarbeit mit Autor Pierre Christin für die Serie Legenden der Gegenwart, die mittlerweile als Klassiker der sozialkritischen Science-Fiction gilt. Der gleichnamige Sammelband enthält, von Bilal mit einer neuen Kolorierung versehen, die Alben Die Kreuzfahrt der Vergessenen, Das steinerne Schiff und Die Stadt, die es nicht gab.

Jeremiah Gesamtausgabe 1Unter dem Label „Kult Editionen Deluxe“ bekommt Hermanns Serie Jeremiah eine hochwertige Gesamtausgabe. Die Endzeit-Story, die Hermann Ende der Siebziger Jahre begonnen hat, erscheint bis heute und bringt es inwischen auf 31 Ausgaben. Jeder Band der Gesamtausgabe enthält drei Originalalben, die digital restauriert wurden, sowie Bonusmaterial. Hier eine Kostprobe aus der französischen Version.

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AUS DEN USA

Vor etwa einem Jahr gelang es Marvel, ein großes Presseecho mit dem Tod eines Mitglieds der Fantastischen Vier auszulösen. Dieser geschah in Ausgabe 587 der Heftreihe, und weil der Titel für ein dreiköpfiges Team nicht sehr sinnvoll ist, ging es wenig später mit Heft #1 der neuen Serie FF weiter. Das Kürzel steht für „Future Foundation“, eine Gruppe, in der Anführer Reed Richards mehr als ein Dutzend Helden (darunter auch Spider-Man) und Nachwuchswissenschaftler zusammensammelt. Auf Deutsch gibt es die Reihe von Jonathan Hickman und Steve Epting nun in Form von Sammelbänden, deren erster im Januar herauskam. Bei myComics gibt es Kapitel 1 als Leseprobe.

Der Band Marvel Exklusiv 96: Carnage – Familienfehde sammelt eine Miniserie von Zeb Wells, die einen alten Spider-Man-Gegner zurückbringt und wohl vor allem für Fans des digitalen Artworks von Clayton Craine zu empfehlen ist – hier eine Kostprobe.

Panini benennt seine Paperback-Reihe „Marvel Max“ ab Band 44 in „Marvel Maximum“ um, vermutlich mit der Absicht, dort künftig auch solche Comics zu veröffentlichen, die im amerikanischen Original nicht unter dem Label MAX (Marvels Imprint für den etwas härteren, „erwachsenen“ Superheldenstoff) erschienen sind. Das gilt z.B. für Wolverine – The Best There Is. Diese Miniserie bekam im Original keinen MAX-Stempel verpasst, wohl aber den Aufdruck „Parental Advisory – Not for Kids!“ Autor Charlie Huston und Zeichner Juan Jose Ryp dürfen den Gewaltpegel hier also etwas höher drehen als im regulären Marvel-Universum üblich, dafür darf in den Sprechblasen aber nicht geflucht werden. Siehe dazu auch den schönen Verris bei ComicsAlliance. Der deutschsprachige Band trägt in Gänze den eleganten Titel Maximum 44: Wolverine – Der Beste von allen: Contagion (Leseprobe bei myComics).

Flashpoint 1Bevor DC Comics letzten Herbst sein komplettes Universum neu startete, gab es mit Flashpoint noch einmal ein großes Crossover-Event, das sich durch zahlreiche Serien zog. Kern des Events war die Miniserie Flashpoint von Geoff Johns und Andy Kubert, mit dem roten Flitzer Flash im Mittelpunkt. Dieser erwacht eines Tages in einer Parallelwelt, in der alles ein bisschen anders ist als gewohnt. Die deutsche Ausgabe folgt dem Muster, das bei Panini inzwischen für alle Superheldenevents von Marvel und DC üblich ist: Eine mehrteilige Heftserie als Zentrum, und drumherum ein Bündel von Sonderbänden und Monster-Editionen. Hier eine Übersicht, und hier das erste Kapitel zum Probelesen.

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AUS ASIEN

Carlsen hat eine neue Mystery-Mangaserie im Programm: In AiON von Yuna Kagesaki (Cheeky Vampire) geht es um ein junges Mädchen, das von einem Geist besessen ist, der ihr im Kampf gegen dämonische Würmer hilft, und um einen jungen Millionenerben, der sich mit ihr anfreundet.

Außerdem erschien bei Carlsen eine „Deluxe“-Ausgabe von Blood Hound, einer Vampirstory von Kaori Yuki (Angel Sanctuary). Der Hardcoverband enthält neben dem bereits 2006 als Taschenbuch aufgelegten One-Shot eine Kurzgeschichte, die in Carlsens Miniformat „Chibi“ erschienen ist, sowie einen neuen Epilog.

Konungar 1 – Invasionen

Cover Konungar 1Konungar ist ein typisches Beispiel dafür, wie ein historisches Gewand benutzt wird, um eine Fantasystory einzukleiden. Bei all dem graphischen Oberflächenglanz und der erzähltechnischen Stuckatur fällt es dann auch zunächst kaum auf, dass die Story kaum etwas zu bieten hat.

Das Wikingerreich Alstavik wird gleich von mehreren Seiten bedroht. An den Küsten drohen Feinde einzufallen und im Landesinneren machen sich die einstmals besiegt geglaubten Erzfeinde, die Zentauren, wieder daran, das Reich zu erobern. Und dieses ist geschwächt, da schon seit längerer Zeit ein Bürgerkrieg das Land spaltet. Können die Differenzen angesichts der Bedrohungen von Außen beigelegt werden?

Konungar von Sylvain Runberg (Orbital) bietet einen wilden Mix aus den unterschiedlichsten Mythen, wobei dieser durcheinandergewirbelte Haufen von Zeiten und Stilen leider nicht restlos überzeugt. Ein Zusammenprall von Wikingern und Kelten ist rein historisch betrachtet schon Unsinn. Denn „die“ Kelten gab es zum einen gar nicht und zum anderen waren sie nach den gallischen Kriegen eines gewissen Gaius Julius Cäsar besiegt. Die Wikinger kamen erst ein paar Jahrhunderte später in die Geschichtsannalen. Die heutigen Iren und Franzosen stammen zwar von den Kelten ab, aber die Feinde von Alstavik werden hier einfach nur als „Kelten“ bezeichnet (und kommen nur in mündlichen Berichten, aber überhaupt nicht im Bild vor).

Seite aus Konungar 1Die ganze Monumentalität des Bandes erinnert an die Überlebensgröße von Fantasy im Sinne von Der Herr der Ringe. Kolossale Bauten, Monster, überquellende Muskeln, Dynastienkonflikte, hier wird nichts Episches ausgelassen. Inhaltlich jedoch geht es nur um einen Bruderkrieg wie in einer klassischen antiken Tragödie. Da passen natürlich die Zentauren hinein, die ja in der griechischen Mythologie beheimatet sind – aber nicht in der nordischen. Trolle und Berserker passen hingegen zur nordischen Sagenwelt und machen andere Gegner eigentlich schon fast überflüssig. Und dann gibt es ja auch noch Runen und die ihnen zugeschriebene Magie. Und außerdem Hexer, Entschuldigung: Druiden. Und Zombies. Das alles ist irgendwie ein kleiner Tick zu viel, so dass man unwillkürlich die Augen verdreht, da nichts so richtig passen will. Vielmehr verleihen diese Zutaten dem Comics einen gewaltigen Trashcharme. Das hat zwar seinen Reiz, aber natürlich nur, wenn man das Ganze nicht allzu ernst nimmt und einfach nur Monster, Action und gute Zeichnungen sehen will.

Seite aus Konungar 1Auch Zeichner Juzhen liefert einen Mix, denn bei dem chinesischen Künstler trifft sich frankobelgische Erzähltradition mit einem asiatischen Stil. Was in Sang Royal richtig gut funktionierte, lässt hier hingegen das gewisse Extra vermissen. Das Mangaeske der Figuren stört bisweilen, da ihre Gesichter etwas zu glatt wirken und nicht in das hervorragend gestaltete Setting passen wollen. So entsteht ein Bruch, der die verschiedenen Elemente nicht gerade zusammenfügt, sondern eher trennt. Auch ist die Action – für einen Mangaeinfluss erstaunlich – nicht flüssig genug. Zwischenpanels, die das ganze flüssiger gemacht hätten, fehlen, und die Bewegungsabläufe wirken statisch und bisweilen sogar unlogisch. Insgesamt bleibt da nur ein anspruchsloses „Monumental Heroic Fantasy“-Album, das unterhält, aber nicht überzeugt.

 

Wertung: 5 von 10 Punkten

Anspruchslose, aber unterhaltsame Fantasygeschichte mit mehr Schein als Sein.

 

Konungar 1 – Invasionen
Splitter Verlag, Dezember 2011
Text: Sylvain Runberg
Zeichnungen: Juzhen
Seiten, farbig, Hardcover
Preis: 13,80 Euro
ISBN: 978-3-86869-451-2
Leseprobe

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Abbildungen: © der dt. Ausgabe: Splitter Verlag

Links der Woche: Mit Insiderberichten, Boykottaufrufen und Stuttgart, Ohio

Unsere Links der Woche, Ausgabe 6/2012:

 

„Mein New York hieß Dortmund“
tagesspiegel.de, Ralf König
Heute abend feiert auf der Berlinale der Film König des Comics Premiere, ein Dokumentarfilm über Ralf König, gedreht von Regisseur Rosa von Praunheim, einer Ikone der Schwulenbewegung. Beim Tagesspiegel schreibt König selbst darüber, wie ein frühes Buch von Praunheim für ihn prägend wurde. Eine erste Einschätzung des Films von Frank Noack klingt allerdings nicht sehr begeistert: „So wie Rosa von Praunheim das Material seiner jetzt auf der Berlinale erstmals zu sehenden König-Dokumentation „König des Comics“ montiert hat, glaubt man einen geistlosen Provokateur vor sich zu haben.“

Marvel Comics’ Troubling Origins Story
Slate, James Sturm
James Sturm, Comicautor und -zeichner (Markttag) und Mitbegründer des Center for Cartoon Studies, erklärt, warum er diesen Sommer den Avengers-Film boykottieren wird: Aus Protest dagegen, dass Marvel und der Mutterkonzern Disney ein Riesengeschäft mit Figuren macht, die ohne die Arbeit von Jack Kirby nicht das wären, was sie sind, während Kirby selbst und seine Hinterbliebenen von Marvel sehr schäbig behandelt und um den verdienten finanziellen Anteil gebracht wurden.

My experience on STATIC SHOCK
Scott McDaniel
In den vorletzten Links der Woche hatten wir den Blogeintrag von John Rozum, der über seine frustrierende Zusammenarbeit mit Zeichner und Co-Autor Scott McDaniel an der DC-Serie Static Shock berichtete, die dazu führte, dass er den Job nach wenigen Ausgaben hinschmiss. Nun antwortet McDaniel auf seiner Website mit einem seeeehr ausführlichen Text, in dem er seinen Blickwinkel schildert, den Ablauf der kreativen Differenzen sehr genau dokumentiert und nebenbei einen interessanten Einblick hinter die Kulissen gibt: Vom ersten Heft an wird extrem auf die Verkaufszahlen geachtet und bei einem negativen Trend geradezu panisch versucht, gegenzusteuern – egal ob es dem Comic inhaltlich gut tut oder nicht.

‚Avengers‘ turn Cleveland into Stuttgart
WKSU, Kabir Bhatia
Einige Szenen des millionenschweren Avengers-Films von Joss Whedon werden in Stuttgart spielen. Gedreht wurde dort allerdings nicht, stattdessen baute man in Cleveland, Ohio ein paar Kulissen auf, die nach Stuttgart aussehen. Oder nach dem, was man in Hollywood dafür hält. Eine höchst amüsante Bildergalerie, mit herrlich falschem Deutsch, hässlichen Großbuchstaben-ß und orangenem Blaulicht auf Polizeiautos. Und einem Hauptbahnhof, der die Stuttgart-21-Debatte nochmal in ganz neuem Licht erscheinen lässt.

DC Comics-The New 52 Product Launch Research Results
The Source, Josh Kushins
‚New 52‘ Appealed to Avid Fans & Lapsed Readers

ICv2
Zum Start der „New 52“-Initiative beauftragte DC das Marktforschungsinstut Nielsen mit einer Umfrage zum Kaufverhalten der Leser. Nun wurden erste Ergebnisse veröffentlicht: Mehr als 70% derjenigen, die die neuen DC-Comics gekauft haben, sind regelmäßige Comicshop-Besucher. Etwa ein Viertel bezeichnen sich als „lapsed readers“, also ehemalige Leser, die nach einer Pause nun wieder eingestiegen sind. Nur 5% sind echte Neuleser. Keine besonders hohe Zahl, wenn man bedenkt, dass das Erreichen von neuen Lesern zu den erklärten Hauptzielen von DCs großangelegter Aktion war. 93% der Teilnehmer an der Umfrage sind männlich – dass die Männer in DCs Leserschaft eine deutliche Mehrheit bilden, war klar, aber so extrem?

A Few More Animated Comic Covers
May Contain Content, Kerry Callen
Es ist nur eine alberne Spielerei, aber wer hätte gedacht, dass die Ergebnisse so faszinierend charmant sind? Kerry Callen hat nun schon zum dritten Mal ein paar (überwiegend ältere) Comictitelseiten als animierte GIFs zum Leben erweckt.

Darkness
bouletcorp.com, Boulet
Der meist herumgereichte Webcomic der letzten Wochen, und das zu Recht: Ein 24-Stunden-Comic vom französischen Künstler Boulet (der u.a. zwei Donjon-Alben gezeichnet hat), entstanden beim Festival in Angoulême und auf Englisch verfügbar. Es geht um einen ganz besonderen Mitbewohner mit einer sehr sehr dunklen und faszinierenden Aura.

The Death and Return of Superman
YouTube, Max Landis
Regisseur Max Landis (der Sohn von John), der zur Zeit mit seinem Film Chronicle die US-Kinocharts anführt, hat einen nerdigen Kurzfilm gedreht, eine hübsche Parodie auf Superman im Allgemeinen und die Storyline von seinem Tod und seiner Rückkehr im Besonderen. Unter dem obigen Link geht es zum vollständigen Kurzfilm (17 Minuten) auf YouTube, hier eingebunden schonmal der Trailer dazu:

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Jetzt kommt später

Cover Jetzt kommt späterEine Schweizer Studentin kommt für ein Austauschsemester nach Hamburg und fasst dort einen Entschluss: „Ich werde zu keiner Einladung Nein sagen, während ich hier bin!“ Ein Einstieg, aus dem sich eine wilde Screwball-Komödie ebenso machen ließe wie ein Melodram, ein actionreicher Krimi oder ein Beziehungsdrama. Bei Kati Rickenbach wird daraus nichts von alldem – denn das hier ist ihre eigene Geschichte, und das reale Leben ist meistens nicht allzu aufregend.

Jetzt kommt später ist ein autobiographischer Comic und gehört damit einem Genre an, das in den letzten Jahren ziemlich erfolgreich war. In zahlreichen Comics erzählen Zeichner von ihrem Leben und ihrer Entwicklung. Doch nicht jeder hat eine Kindheit im Iran erlebt oder ist als Teenager per Autostopp nach Italien ausgerissen – oft ist das eigene Leben dann doch eher unspektakulär. Das gilt auch für Kati Rickenbach: Wenn sie 2004 ihre schweizerische Heimat für ein Auslandssemester verlässt, bekommt sie es zwar mit einer neuen Umgebung und neuen Mitmenschen, aber nicht mit einer völlig fremden Welt zu tun. Große Dramen ereignen sich nicht, und so bestehen große Teile des Buches aus recht alltäglichen Episoden: Studentenparties, Abgabetermine, der ein oder andere Flirt, Stress mit der Mitbewohnerin.

Das könnte furchtbar banal und langweilig sein, hätte die Künstlerin nicht ein paar erzählerische Kniffe gefunden, die sehr gut funktionieren. Zum einen spielt der Comic auf zwei verschiedenen Zeitebenen: Einmal im Jahr 2004 beim schon erwähnten Austauschsemester, in dem Kati am Comickurs von Anke Feuchtenberger teilnimmt und sich beim Magazin Orang beteiligt, sowie fünf Jahre später, wenn sie noch einmal zurückkehrt – dann zusammen mit ihrem festen Freund. Immer springen wir zwischen den Zeitebenen und können nachvollziehen, was anders geworden ist – im Privatleben der Protagonistin, in ihrer beruflichen Laufbahn, in ihrem Umfeld und in ihrem eigenen Blick auf sich selbst.

Seite aus Jetzt kommt späterDer zweite erzählerische Kniff: In den Kapiteln, die 2009 spielen, arbeitet Kati an genau jenem Buch, das der Leser in den Händen hält. Noch während man es liest, erfährt man, wie es entstanden ist. So wird der vorliegende Comic zu seinem eigenen Making-Of, wodurch eine schöne Metaebene entsteht. Dazu gehören auch grundsätzliche Betrachtungen zum Wesen der Autobiographie. Eine Dialogszene erörtert zum Beispiel die Frage, ob es erlaubt ist, in autobiographischen Geschichten etwas dazuzudichten oder die Namen der Protagonisten zu ändern. „Das wäre so, als würde ich alles erfinden, Priska ist nur Priska, wenn sie auch so heißt!“

Dieser Wille zur unbedingten Ehrlichkeit zeichnet Jetzt kommt später dann auch aus. Die Selbstinszenierung der Künstlerin bleibt bodenständig und uneitel, in ihrer Normalität wirkt sie nahbar und sympathisch. Dazu trägt auch der lockere, skizzenhafte Zeichenstil bei, der ein wenig an Mawil erinnert. Nichts an Rickenbach Bildern wirkt aufgesetzt oder künstlich, sie wirken tatsächlich wie Szenen, die das Leben schrieb.

Neben der schon erwähnten Anke Feuchtenberger treten weitere Personen auf, die inzwischen selbst recht bekannte Comiczeichner sind, wie Arne Bellstorf, Line Hoven und Sascha Hommer, der Kati zur Mitarbeit bei Orang einlädt. Hommer wirkt, so wie er hier porträtiert wird, nicht gerade als großer Sympathieträger, aber als ein guter Kollege, mit dem es sich bestens zusammenarbeiten lässt. Und zwar bis heute: Ein Blick ins Impressum verrät, dass die Graustufen in den 2009er-Kapiteln des Buchs von ihm beigesteuert wurden.

Mit insgesamt 300 Seiten (ein umfangreicher Anhang enthält auch noch diverses „Belegmaterial“ wie Kurzcomics, von deren Entstehung in der eigentlichen Geschichte berichtet wird) ist dies ein mächtig dicker Band geworden. So schwergewichtig, wie es von außen wirkt, ist der Inhalt jedoch nicht. Man könnte bemängeln, dass der Comic allzu brav und harmlos daherkommt und jene Eindringlichkeit vermissen lässt, die große autobiographische Comics auszeichnet. Schon richtig, der ganz große Wurf, die absolute Pflichtlektüre ist Jetzt kommt später nicht geworden. Dafür aber ein leichtfüßiger Blick in das Leben einer Zeichnerin, die auf weinerliche Selbstbespiegelung verzichtet, einen unbeschwert-optimistischen Grundton anschlägt und damit sehr unterhaltsam zu lesen ist.

 

Wertung: 7 von 10 Punkten

Autobiographische Episoden aus dem Alltag einer jungen Zeichnerin – nicht spektakulär, aber clever und sympathisch erzählt


Jetzt kommt später
Edition Moderne, April 2011
Text und Zeichnungen: Kati Rickenbach
304 Seiten, schwarz-weiß, Softcover mit Klappenbroschur
Preis: 28,- Euro
ISBN: 978-3-03731-075-5
Leseprobe

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Abbildungen: © Kati Rickenbach/Edition Moderne

Das Testament des Captain Crown 1 – Fünf Hurenkinder

Cover Das  Testament des Captain Crown 1„Schon wieder ein Piratenszenario“, mag man versucht sein zu sagen und diesen Umstand auf den Erfolg der Fluch der Karibik-Filme zu lenken. Weil aber in den letzten Jahren kaum Piratenstoffe auf den Comicmarkt kamen, mal abgesehen von den eher dürftigen neueren Der rote Korsar-Bänden, darf sich der Freund klassischer Segelabenteuer dennoch freuen. Vor allem, da dieser Band wirklich spannend geworden ist und die gängigen Klischees zwar aufgreift, ihnen jedoch eine frische Brise verleiht.

Der Piratenkapitän Crown verstirbt unerwartet. Seinem ersten Offizier und Vertrauten Red vertraut er die Aufgabe an, jene fünf Kinder auszumachen, die Crown jeweils mit unterschiedlichen Prostituierten gezeugt hatte. Denn Crown hat eine ganze Schiffsladung Gold versteckt und will diese an seine Kinder weitergeben, damit sie einen richtigen Piratenstaat aufbauen. Doch diese Nachkommen haben ihre jeweils eigenen Pläne und auch die Schiffsmannschaft, nunmehr unter Reds Kommando, ist, in ihrer Unwissenheit bezüglich des Ziels, nur widerwillig dazu zu bewegen, die fünf aufzunehmen. Denn diese sind alles andere als vertrauenswürdig.

Seite aus Das Testament des Captain Crown 1Spannung und Action durchziehen den ganzen Band und lassen nicht nur das Herz von Landratten höher schlagen. Autor Tristan Roulot nimmt zwar viele Klischees des Genres auf, aber diese gehören einfach dazu. Niemand würde bei einem Western bemängeln, dass darin Schießereien und Pferde vorkommen. So gehören im Piratengenre ein versteckter Schatz, exotische Kulissen, Stürme, das Schiffsleben und Seeschlachten einfach dazu. Das genügt dann auch schon, um alle Freunde des Genres zu verzücken. Aber auch Leser, die bislang keine großen Abenteuerfreunde waren, werden hiermit etwas anfangen können.

Zum einen ist dieser Zweiteiler nicht mit den eher betulichen Comicvorgängern zu vergleichen. Das Testament ist düster, blutig und zeigt eine zutiefst verdorbene Welt, in der nur der pure Egoismus regiert. Die Piraten sind alles andere als freiheitsliebende aber doch patriotisch gesinnte Robin Hoods, die unter einer rauen Schale einen weichen Kern verstecken, wie es manchmal in Der rote Korsar und in vielen Filmen suggeriert wird. Nein, hier sind alle böse und nicht nur innerlich verfault. Dass keine der Figuren sympathisch ist, ist durchaus ein Wagnis des Autors, da es die emotionale Beteiligung des Lesers an den Erlebnissen der Figuren erschwert. Dafür gelingt es Roulot, seine Protagonisten charismatisch darzustellen, so dass es durchaus spannend bleibt, deren Entwicklung und Schicksal zu verfolgen.

Seite aus Das Testament des Captain Crown 1Der Comic enthält auch einige starke Krimielemente, die aber der Spannung nur gut tun und dazu beitragen, dass eine Aneinanderreihung von Klischees vermieden wird. Die wirklich überraschende Wendung am Ende des ersten Bandes ist leider bei näherer Betrachtung nicht ganz logisch (mehr kann man dazu hier nicht sagen, ohne diesen Twist zu verraten). Ein kleines Frank-Miller-Zitat auf Seite 16 verweist auf die Zielsetzung des Autors: Mit Das Testament des Captain Crown möchte er eine Wiederbelebung des Piratencomics schaffen und somit das, was Frank Miller mit Sin City für das Krimigenre erreicht hat. Ob diese Zielsetzung langfristig Erfolg hat, bleibt abzuwarten. Auf jeden Fall gehört diese zweiteilige Serie zu den besten Vertretern des Genres überhaupt.

Denn auch graphisch ist sie sehr gelungen: Variantenreiches Spiel mit Panelstrukturen und Experimente im Seitenaufbau verleihen der Geschichte eine zusätzliche Dynamik und fügen ihr eine epische Ebene hinzu, wie es das Cinemascope-Format bei vielen Filmen erreicht hat.

 

Wertung: 8 von 10 Punkten

Gelungene Wiederbelebung des Piratencomics, die nicht auf Klischees verzichtet, aber mit Krimielementen eine düstere und blutige Atmosphäre schafft

 

Das Testament des Captain Crown 1 – Fünf Hurenkinder
Ehapa Comic Collection, Oktober 2011
Autor: Tristan Roulot
Zeichnungen: Patrick Henaff
48 Seiten, farbig, Hardcover
Preis: 13,99 Euro
ISBN: 978-3-7704-3506-7
Leseprobe

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Abbildungen: © der dt. Ausgabe: Ehapa Comic Collection

Links der Woche: Mit Angoulême, „Before Watchmen“ und Making-Ofs

Unsere Links der Woche, Ausgabe 5/2012:

 

Die Krise und die Lust
Neue Zürcher Zeitung, Christian Gasser
Gegen den Strich zeichnen
die tageszeitung, Stephanie Lob
Arts Privatmuseum
Süddeutsche Zeitung, Heiner Lünstedt
Vom 26. bis 29. Januar lief wieder Europas größtes Comicfestival in Angoulême, und die deutschsprachige Presse berichtet inzwischen recht regelmäßig darüber. SZ-Reporter Heiner Lünstedt brachte auch eine Menge Fotos aus Angoulême mit, die im Comicguide-Forum zu sehen sind. Höhepunkt und Abschluss des Festivals ist die große Preisverleihung, bei der Chroniques de Jérusalem von Guy Delisle als Bestes Album des Jahres ausgezeichnet wurde. Den Grand Prix und damit die Präsidentschaft fürs nächste Jahr erhielt Jean-Claude Denis. Eine Übersicht über alle Preise gibt es hier, und auf graphic-novel.info kann man lesen, welche der ausgezeichneten Comics demnächst auf Deutsch auf den Markt kommen. 

Art Spiegelman im Spiegel seiner selbst
Frankfurter Allgemeine Zeitung, Andreas Platthaus 
Ein Treffen mit Art Spiegelman in München
faz.net, Andreas Platthaus
Art Spiegelman war der Präsident des diesjährigen Festivals von Angoulême und präsentierte dort eine große Ausstellung eigener Werke und eine weitere mit Comics, die ihn inspirierten. Die Werkschau wird im Herbst auch im Kölner Museum Ludwig zu sehen sein. Andreas Platthaus porträtiert den Künstler vor dem Festival in einem großen Artikel in der FAZ, trifft ihn direkt danach noch einmal auf dem Weg zu seinem Rückflug in die USA und zieht mit ihm ein Fazit des Festivals. Weil der Journalist dem Comiczeichner sehr nahe kommt, entstehen zwei sehr persönliche und lesenswerte Artikel.

Angoulême 2012: ARTE wirft Blasen
arte.tv
Der deutsch-französische Kulturkanal Arte brachte anlässlich des Festivals nicht nur einen Comic-Themenabend (mit Persepolis, Waltz with Bashir und der Doku Comics ziehen in den Krieg), sondern auch die neue Dokumentation Sex in the Comics sowie regelmäßige Kurzberichte in den täglichen Sendungen. Auf der hier verlinkten Themenseite sind zahlreiche Text- und Videobeiträge abrufbar, darunter auch Die Chronik von Pénélope, das Angoulême-Videotagebuch der Comiczeichnerin Pénélope Bagieu. 

„Amazon ist eine Gefahr für große Verlage“
Buchreport, Daniel Lenz
Das Branchenmagazin Buchreport interviewt in einer Serie diverse Verlagsvertreter zum den Aktivitäten des Online-Giganten Amazon, der nun beginnt, auch selbst als Verlag aufzutreten. Tokyopop-Verlagsleiter Joachim Kaps sieht das entspannt: – „Wir werden als Anbieter in einer Nische, auch wenn sich diese höchst erfreulich entwickelt, wohl nicht als Erster betroffen sein“ – und empfiehlt allen Verlagen, besonderes Augenmerk auf das Verhältnis zu ihren Autoren zu legen. 

Yay, Comics! #1: Einmal durch den Comicladen
yaycomics.net, Carlito Stovje
Bekommen wir gerade eine kleine, bescheidene Blüte von deutschsprachigen Podcasts über Comics? Erst letzte Woche hatten wir ja einen vorgestellt, hier ist der nächste: Carlito besucht den Berliner Comicladen Grober Unfug und quatscht – nach einer grandiosen Einleitung – eine knappe Stunde mit zwei Mitarbeitern über den Laden und das was dort so verkauft wird.

DC Entertainment Officially Announces „Before Watchmen“
The Source, David Hyde
Die große Nachricht der Woche im Bereich US-Comics war eine Ankündigung von DC Comics: Im Sommer kommt Before Watchmen, eine Reihe von Miniserien, die die Vorgeschichten der Hauptfiguren aus Watchmen erzählen. Die PR-Abteilung von DC hatte Interviewpartner und die ersten Coverabbildungen sehr geschickt verteilt, so dass im Laufe des Mittwochs auf verschiedenen großen Websites (von Wired über Entertainment Weekly bis zur New York Times) exklusive Infos auftauchten. Die Reaktionen auf Blogs, in Kommentarspalten, auf Facebook und Twitter sind zweigeteilt: Es gibt anerkennendes Raunen vor allem über die hochkarätigen Kreativteams (u.a. Darwyn Cooke, Brian Azzarello und J. Michael Straczynski), aber auch wüste Beschimpfungen, dass DC hier etwas moralisch Verwerfliches tue. Schließlich sei lange bekannt, dass Watchmen-Schöpfer Alan Moore, der vor Jahren mit DC gebrochen hat, ein solches Projekt strikt ablehnt, außerdem sei Watchmen ein singuläres, in sich perfekt abgeschlossenes Meisterwerk, das weder Vorgeschichten noch Fortsetzungen verdiene. ComicsAlliance pickt einige amüsante Twitter-Reaktionen heraus. 

How to create a scifi comic cover
io9, Brian Wood
Making of Comics, Teil 1: Autor Brian Wood erklärt, wie das Cover für Ausgabe 1 seiner neuen Serie The Massive entstand, das er gemeinsam mit Zeichner Kristian Donaldson kreierte, und zeigt verschiedene Entwürfe in verschiedenen Stadien. 

SHELF LIFE: The Art of Lettering
Comic Book Resources, Ron Marz
Making of Comics, Teil 2: In seiner regelmäßigen CBR-Kolumne „Shelf Life“ interviewt Comicautor Ron Marz den Letterer Troy Peteri, der bei den meisten von Marz‘ Comics für das Lettering, also das Setzen von Buchstaben, Text und Soundwords, verantwortlich ist. Auch hier sind verschiedene Entwürfe der gleichen Seite im Vergleich zum finalen Ergebnis zu sehen. In der zweiten Hälfte des Textes gibt es dann noch Regeln für gutes Lettering.