Interview mit Bodo Birk zum Max-und-Moritz-Preis 2012
Vom 7. bis 10. Juni 2012 findet zum 15. Mal der Internationale Comic-Salon Erlangen statt, die größte und wichtigste Comicveranstaltung Deutschlands. Im Rahmen des Salons wird auch dieses Jahr wieder der Max-und-Moritz-Preis in einer eigenen Gala verliehen.
Die Organisation von Comic-Salon und Max-und-Moritz-Preis liegt in der Obhut Bodo Birks von der Stadt Erlangen. Comicgate-Redakteur Marc-Oliver Frisch hat sich mit Birk über den Max-und-Moritz-Preis, die kontrovers diskutierte Vergabe des 2010 eingeführten Max-und-Moritz-Publikumspreises und die Würdigung der Comic-Übersetzer im Rahmen des Preises unterhalten.

Yoshihiro Tatsumi gilt als einer der ganz großen Mangaka. Umso erstaunlicher ist es, dass jetzt mit Existenzen und andere Abgründe bei Carlsen erstmals Material des Altmeisters in Deutschland veröffentlicht wird. In den Fünfziger Jahren entwickelte er für seine Art des Comics den Begriff „Gekiga“, was so viel heißt wie „dramatische Bilder“ und eine deutliche Abgrenzung gegenüber der damals vorherrschenden Erwartung sein sollte, dass Comics immer komisch sein müssen.
Es ist nur folgerichtig, dass der Verlag Schreiber & Leser im Zuge des übergreifenden Trends zu Comic-Gesamtausgaben, versucht sich sein Stück vom Kuchen zu sichern. Dafür schickt er die größeren Zugpferde seines Programms nach und nach ins Rennen. Im Anschluss an den Start der Komplettausgabe von Largo Winch wird mit Benoit Sokals Canardo gleich der nächste Klassiker auf den Markt losgelassen.
Eines Nachts klingelt Raphaels Telefon. Sein Freund Leo hat eine Panne und er möchte nun, dass Raphael ihm zu Hilfe eilt. Mehr schlecht als recht lässt sich dieser schließlich von seiner Freundin überzeugen, seinen Kumpel nicht im Stich zu lassen. An Leos stehendem Auto, mitten auf einer Landstraße, angekommen, erwartet den missmutigen Raphael jedoch eine Überraschung, mit der er niemals gerechnet hätte.
Ein Ausflug ins wunderbare Fantasiereich von David Petersens Mouse Guard ist immer eine Besonderheit und ein mit Spannung erwartetes Leseerlebnis. Petersen führte seine Mauswächter in den beiden ersten, regulären Bänden der Reihe durch den stürmischen Herbst und den kalten Winter des Jahres 1152. Bevor jedoch die nächste Jahreszeit für die mit Umhang und Schwert ausgerüsteten Nager anbricht, liegt mit Legenden der Wächter eine illustre Anthologie vor.
Der neue Comic des norwegischen Künstlers Jason (Pssssst!,Hey, warte mal…, Hemingway) verstört gleich in zweifacher Hinsicht (eigentlich in dreifacher, aber an die anthropomorphen Figuren hat man sich ja bereits gewöhnt): Zum einen existiert in seiner Geschichte das Zeitreisen, zum anderen zeichnet er eine Gesellschaft, in der Auftragskiller ein ganz normaler Beruf ist. Eben dies ist die Arbeit des namenlosen Protagonisten; ob Ehefrau, Verwandte oder Chef, fast jeder will irgendjemanden loswerden, ohne sich selbst die Hände schmutzig zu machen. Das Geschäft floriert, aber der Killer ist desillusioniert, von seiner Tätigkeit und seiner Gattin gleichermaßen.