Alle Artikel in: Rezensionen

In dieser Rubrik finden sich alle Arten von Comic-Besprechungen, von den Kurzrezensionen im „Kri-Ticker“ bis hin zu ausführlicheren Einzelvorstellungen bestimmter Titel.

Der Herr der Finsternis

 Die fantasiereiche Welt von Dyfed steht vor einer unheimlichen Bedrohung: Fedath, der Herr der Finsternis, stürzt mit einer enorm großen Armee von Orks und anderen bösen Gestalten die Länder in den Krieg. Verbündete Menschen, Elfen und Zwerge stellen sich dem übermächtigen Gegner in den Weg und verteidigen ihre Gebiete in großen Schlachten. An ihrer Seite kämpft auch Bran, ein weiser Magier, der  letzte der Ravenfelds. Dieser begibt sich auf die Suche nach einem mysteriösen Buch, das den Schlüssel zum Sieg gegen Fedath beinhalten soll.

Marvel Max 28: Punisher – Valley Forge, Valley Forge

Vor einigen Jahren markierte Autor Garth Ennis (Preacher, Hitman) mit Punisher: Born (Deutsch in Marvel Max 1) den Beginn einer neuen, härteren Ära für den Bestrafer. Darin erzählt Ennis die Entstehungsgeschichte des Punisher, d.h. wie Frank Castle in Vietnam zum Massenmörder wurde. Es war quasi der Start der Max-Serie, die seither von Ennis geschrieben wurde, und die einen nicht mehr ganz jungen Punisher in von übermäßiger Gewalt geprägten Stories präsentierte. Mit US-Ausgabe 60 verlässt Ennis nun den Titel, in seiner letzten Geschichte „Valley Forge, Valley Forge“ begibt sich der Autor aber nochmal zurück an die Anfänge: Fünf Ex-Generäle beschließen, Castle endgültig zu beseitigen. Ihre Idee: Acht erfahrene Marines auf ihn anzusetzen, im Wissen, dass die moralischen Grundsätze des Punisher es niemals zulassen würden, dass er Gesetzeshüter oder Soldaten, wie er selbst einer war, töten würde. Damit beginnt ein ungleiches Katz-und-Maus-Spiel, bei dem sich der Punisher einem Gegner gegenübersieht, den er eigentlich nicht besiegen kann.  Sicher, es gab bessere und spannendere Storylines in Ennis' Max-Reihe, aber weil die Idee eines ohnmächtigen Punisher, der sich, obwohl er …

India Dreams

 India Dreams ist laut Klappentext „eine grandiose Familiensaga im exotischen Indien“. Erzählt wird die Familiengeschichte vor allem von Emily Harrison, die allerdings eng mit ihrer Mutter und ihrer Tochter verbunden ist, so dass man Indien durch die Erfahrungen und Augen dreier Generationen von Frauen sehen lernt und so nach und nach die Lebens- und Liebesgeschichten der Frauen nachvollziehen kann. In der deutschen Ausgabe werden die vier Einzelalben zu einer Gesamtausgabe zusammengebunden.

Wraithborn

Okay, es ist ja ganz nett anzuschauen, was die 6-teilige Wildstorm-Serie Wraithborn bietet, aber eine wirklich innovative Handlung sollte man beim Kauf wahrlich nicht erwarten. Joe Benitez und Marcia Chen, beide kennt man  von diversen Top Cow-Reihen wie The Darkness oder Magdalena, präsentieren eine weitere Babe-Miniserie, in der eine attraktive Heldin in ausdrucksstarken Bildern gegen böse Monster kämpft.  Es ist die Geschichte von Melanie Moore, einer unbedarften Schülerin, die plötzlich die geheimnisvolle Macht des „Wraithborn“ erhält. Von der Highschool geht es fortan in die Geisterwelt, Melanie wird zur Retterin der Welt. Das hört sich nicht nur so an wie das Konzept von Witchblade, es wirkt auch wie eine wenig eigenständige Kopie, die dem Leser wenig Neues anbietet. Die Zeichnungen sind da noch das größte Plus des Bandes. Zwar reihen sie sich nahtlos in den Stil ein, wie ihn Top Cow vorzuzeigen hat, gehören in dieser Kategorie aber zu den besten ihrer Art. So machen die detailreichen Bilder dann auch wirklich Spaß, vor allem weil sie stark an die ganz frühen Witchblade-Nummern von Michael Turner erinnern. …

Exterminators 2: Aufstand der Schaben

Die Kakerlaken sind los! Und sie haben einen Plan! Einzige Hoffnung der Menschheit: Die sympathisch-verrückten Jungs von Bug-Bee-Gone, einer kleinen Firma für Schädlingsbekämpfung in Los Angeles. Nach dem ersten Trade der Reihe wusste man noch nicht so genau, wohin die Reise geht. Mit dem zweiten Band lichtet sich jetzt der Nebel. Dreh- und Angelpunkt der Story ist Henry, kein überspannter Supermann, sondern ein Ex-Knacki und Team-Worker mit Stärken und Schwächen. Die Hauptfigur bewegt sich im Wesentlichen in einem Spannungsfeld aus vier Komplexen. Da ist einmal Henrys Job bei Bug-Bee-Gone und das Verhältnis zu seinen Kollegen. Hinzu kommt das Beziehungsgeflecht zwischen Henry, seiner Freundin und einer auf Literatur ausgerichteten Hure. Dann noch Hinweise auf einen ägyptischen Dämonenkult, eine antike Gottheit und das Ziel, die Erde von Ungeziefer beherrschen zu lassen. Zuletzt: Die Machenschaften eines skrupellosen Konzerns, der Schaben mit biologischen Waffen intelligenter macht. Uff, ganz schön viel los in Kakerlakenhausen. Exterminators war ursprünglich als Drehbuch für eine TV-Serie geplant. Jetzt erscheint die Story in fünf Bänden bei Vertigo, hauptverantwortlich umgesetzt von dem fabelhaften Zeichner Tony Moore. …

Fables 9: Wölfe

Im Juni ist der neunte Band von Fables auf deutsch erschienen. Die Serie wird derzeit als das Flaggschiff von DC Vertigo gehandelt, inoffizieller, weil märchenlastiger Nachfolger der Sandman-Reihe und im Laufe der letzten Jahre überschüttet mit Eisner Awards. Zu Recht? Vielleicht. Der erste Gedanke nach dem Lesen: Diese Serie wird und wird nicht schlechter. Sicherlich ist Fables Mainstream und muss dementsprechend gefällig bleiben. Doch Autor Bill Willingham erzählt so ruhig und sicher, so frisch und fantasievoll, dass es eine Freude ist, wieder und wieder das verzauberte New Yorker Exil der Märchenfiguren zu betreten. Hinzu kommt das freundliche und wunderbare Artwork von Mark Buckingham, der seit den ersten Seiten federführend mit dabei ist. Die Handlung konzentriert sich dieses Mal auf Bigby Wolf und Snow White. Der große Plot der Serie wird vorangetrieben und endet in einem runden Abschluss der ersten Storyline. Das Verhältnis zwischen Bigby und Snow klärt sich, Prince Charming erntet Anerkennung als Bürgermeister und den Fables gelingt es, dem Feind gegenüber Land wieder gutzumachen. Eine Koalition mit dem Reich in den Wolken wird angestrebt. Regelmäßige …

Rotkäppchen

Dass man in alten Märchen und Sagen, zum Beispiel in den von den Gebrüdern Grimm überlieferten, jede Menge sexuelle Untertöne entdecken kann, ist keine ganz neue Erkenntnis. Ob diese nun bewusst oder unbewusst dort hineingelangten, man kann sie zweifellos finden. Wer heute die Grimm'schen Texte liest, braucht nicht besonders viel Fantasie, um sie als Sex-and-Crime-Geschichten zu interpretieren. Diesen Ansatz verfolgt Mart Klein in seiner Comic-Version von Rotkäppchen konsequent. Das Ergebnis ist eine mehr oder weniger pornographische Exploitation-Story.

Affentheater

 Eines vorweg: Affentheater ist einer der unkonventionellsten aber brillantesten Comicbände der jüngsten Vergangenheit. Und er ist vor allem eines: Geschmackssache. Mir jedenfalls hat er extrem viel Spaß gemacht, weshalb ich jedem nur empfehlen kann, sich unbedingt selbst ein Bild zu verschaffen.

Donjon 6: Der verlorene Sohn

 Vor mehr als zehn Jahren wurde in Frankreich die Idee eines äußerst ungewöhnlichen und dennoch sehr erfolgreichen Comics geboren, der in drei unterschiedlichen Epochen spielen sollte, der an seinem Ende über 300 Ausgaben zählen sollte und dessen Figuren als blutrünstige aber dämliche Monster und (un)heldenhafte Enten konzipiert waren. Seit diesem ursprünglichen Grundgedanken hat sich der Comic zu einer regelrechten Hydra entwickelt, der mit jeder neuen Veröffentlichung ein weiterer, grotesker Kopf wächst und so jeglicher Konzeption der Serie trotzt. Die Väter dieser Idee waren die französischen Comic-Künstler Lewis Trondheim und Joann Sfar und ihr Titel lautete Donjon. Im Hause Reprodukt erschien nun mit Donjon 6: „Der verlorene Sohn“ der neuste Spross in der Donjon-Familie.

Criminal 3 – Grabgesang

Es ist ja längst kein Geheimnis mehr, dass Ed Brubaker verdammt gute Crime-Storys schreiben kann. Das beweist er nicht nur momentan durch seine auf Deutsch erscheinende Wildstorm-Serie Sleeper (bei Cross Cult), sondern auch durch die bei Panini veröffentlichte Reihe Criminal, für die der der Autor abgeschlossene Kriminalgeschichten mit wechselnden Protagonisten konzipiert. Der jetzt vorgelegte dritte Band „Grabgesang“ beinhaltet drei Kurzgeschichten, die zwar jede für sich stehen, sich aber doch überschneiden, denn einige Personen tauchen auch in den anderen Erzählungen wieder auf. Der besondere Clou ist, dass sich alle drei Episoden im Nachhinein perfekt ergänzen und man als Leser bestimmte Geschehnisse chronologisch einordnen kann, weil sich manche Beziehungen und Hintergründe erst später offenbaren, wenn man mehrere Blickwinkel kennenlernt und sich Handlungsfäden überschneiden. Ein wahres Glanzstück ist Brubaker damit geglückt, ist dieser Band, der in den 70ern spielt und die Geschichte von einem Boxer, einem Kriegsveteran und einer Femme Fatale enthält, nicht nur unheimlich gut und spannend geschrieben, sondern auch der beste der Serie bislang. Zeichner Sean Phillips ist natürlich der perfekte Partner für derart düstere und …