Reisende im Wind 6.2 – Das Mädchen vom Bois-Caiman
Nun also das Finale des großen und großartigen Comicromans der Reisenden im Wind. USA 1862. Der amerikanische Bürgerkrieg spaltet das Land. Die junge Zabo muss New Orleans verlassen und trifft nach einer abenteuerlichen Reise auf einer abgelegenen Plantage erstmals ihre Urgroßmutter Isabeau de Marnaye, die ihrer Nachkommin ihre Lebensgeschichte erzählt, wie man schon in den ersten Bänden der Serie lesen konnte. Der Faden wird wieder aufgenommen und verknüpft verschiedene Schicksale in Amerika miteinander. Im zweiten Band setzt Isabeau den Bericht aus ihrer Familiengeschichte fort. So wird auch deutlich, wer nun das titelgebende Mädchen ist. Diese Auflösung wird manchen Leser überraschen, denkt man doch zunächst an jemand anderes. In den filigranen Naturzeichnungen offenbart sich wieder einmal die Meisterschaft von Francois Bourgeon und versetzt damit den Leser direkt in die Zeit und in die Örtlichkeiten. Besonders beeindruckend ist es, wie er es schafft, mit einigen wenigen, kaum wahrnehmbaren Strichen, das Älterwerden seiner Hauptfigur aufzuzeigen. Generell muss man aber leider feststellen, dass richtig herausragende graphische Einfälle fehlen. Es gibt zwar einige gute Montagen, aber eine richtige dynamische Zeichnung …

Im Top-Cow-Universum exisitieren seit jeher die jeweils aktuellen Inkarnationen der Angelus und der Darkness. Sie repräsentieren Licht und Finsternis und sind damit seit Urzeiten natürliche Widersacher. Dazwischen sorgt die Witchblade als drittes Artefakt im Bunde für das kosmische Gleichgewicht der beiden erstgennanten. Dass es mit eben jenen mysteriösen Artefakten mehr auf sich hat als der Leser bislang vermuten konnte, davon erzählt das Event Broken Trinity.
“Die Reichen berauben, um es den Armen zu geben.“ Im Grunde genommen ein grundsolides und moralisch vertretbares Ziel, das sich Robin Hood gesetzt hat. Doch nach unentwegtem Beschützen von Witwen und Waisen ist auch der grüngekleidete Held in die Jahre gekommen. In seinem neuesten Comic Die wundersamen Abenteuer von Robin Hood: Die Legende von Robin Hood weist Manu Larcenet in seiner bitterbösen Geschichte darauf hin, dass nicht nur das Fleisch, sondern auch der Geist schwach werden kann.
Afrika. A far away country of which we know nothing. Selbst dass es kein Land ist, ist noch nicht bei allen angekommen, was man daran erkennen kann, dass ein Anschlag auf den Africa Cup of Nations in Angola zu der Frage führt, ob man die Weltmeisterschaft im gerade einmal 2.500 Kilomenter entfernten Südafrika absagen sollte. Besagtes Südafrika wird man nach der Weltmeisterschaft ein bisschen besser kennen, Nordafrika kennt man vielleicht aus dem Tunesien-Urlaub: Aber was weiß man schon tatsächlich über den riesigen Kontinent zwischen den Säulen des Herkules und Kap Alguhas?
Den Urcomic, die Geburtsstunde dieser Kunstform festzulegen, ist der heilige Gral der Comicforschung; jeder würde ihn gerne anfassen, doch ist die fortwährende Suche nach ihm das eigentliche Ziel. Auf diese Reise haben sich nun auch Jens Balzer und Lambert Wiesing in Outcault: Die Erfindung des Comic gemacht. Sie haben den Comicstrip The Yellow Kid eingehend studiert und erzählen von der „stehenden Figur“, vom Großstadt-Flaneur und vom besonderen Status der Sprechblase in diesem Comicstrip. Dabei bringt der dritte Band der yellow-Serie einen frischen gelben Wind in die deutsche Comicforschung.