Alle Artikel in: Rezensionen

In dieser Rubrik finden sich alle Arten von Comic-Besprechungen, von den Kurzrezensionen im „Kri-Ticker“ bis hin zu ausführlicheren Einzelvorstellungen bestimmter Titel.

Scott Pilgrim 1 – Das Leben rockt!

 In den letzten Jahren gab es eigentlich nur einen Comic, der das Leben wirklich gerockt hat. Mit Scott Pilgrim fusioniert Bryan Lee O'Malley Manga mit westlicher Populärkultur, ohne dabei die Form des japanischen Comics zu leugnen noch die Freude an Rockmusik und Videospielen unter den Tisch fallen zu lassen. Pünktlich zum Filmstart im Herbst ist der ungewöhnliche Manga nun auch auf dem deutschen Comicmarkt erschienen.

Quintos

 1937 herrscht in Spanien Bürgerkrieg. Zahlreiche Freiwillige schließen sich ohne militärische Ausbildung den Republikanern an und bilden kleinere Einheiten, die sich dem Faschismus im Lande entgegenstellen. Quintos ist die Geschichte einer solchen Gruppierung, die sich aus Männern und Frauen unterschiedlichster Nationalitäten zusammensetzt.

Pinocchio

 Da Pinocchio bereits 2009 in Angoulême als „Bestes Album“ gewählt und 2010 in Erlangen mit dem Max-und-Moritz-Preis als „Bester internationaler Comic“ ausgezeichnet wurde, bedarf der Comic darüber hinaus nicht wirklich mehr des Lobs. Was man jedoch tun kann: Man kann versuchen, die Stärken des Werks etwas genauer unter die Lupe zu nehmen. Bei näherer Betrachtung fällt auf, das Winshluss sich mit Pinocchio sowohl erzählerisch als auch grafisch allen definitiven Aussagen entzieht und so neue Maßstäbe für den modernen Comic setzt.

Das Reich Sienn 2 – Ein Hauch von Absynthe

 Die Suche nach den machtverleihenden Knochen des toten Zauberers Yarlig geht weiter. Konsequent wird dabei die Mischung aus den Filmen Der Herr der Ringe und vor allem Zwei glorreiche Halunken fortgesetzt. Diesmal liegt der Schwerpunkt eindeutig auf dem klassischen Italowestern. Ganze Szenen und Dialogsequenzen werden eins zu eins übernommen.

Die Kosmonauten der Zukunft 3 – …sind schon wieder da!

Für die beiden Schüler Guido Falter und Martina Höhne ist das Leben irgendwie auch nicht mehr so einfach wie es mal war. Begann der erste Band dieser Serie noch damit, dass die beiden auf infantil-verzückende Weise über eine allumfassende Alien- und/oder Roboterverschwörung plauderten, sind sie jetzt mittendrin. Band 3 führt die beiden Kosmonauten der Zukunft, die bereits zuvor schockierende Wahrheiten über sich selbst erfahren mussten, ins große galaktische Abenteuer. Zwischen Mawisianern, Rebellenarmeen und unzähligen Klonen kämpfen sie um ihr Schicksal. Wenn sich die französischen Künstler Lewis Trondheim und Manu Larcenet zusammentun, um einen spacigen Science-Fiction-Comic zu fabrizieren, kann man sich bereits ungefähr ausmalen, was dabei herauskommt. Die Kosmonauten der Zukunft ist eine sehr empfehlenswerte Funnyserie, die gespickt ist mit absurden Situationen und brillantem Humor. Bereits die beiden im Jahr 2002 bei Ehapa veröffentlichten ersten Alben haben äußerst viel Spaß bereitet. Und dafür steht auch der abschließende dritte Band ein, auch wenn dieser für mich persönlich nicht an die Brillianz der ersten beiden heranreicht. Dass das Ende übrigens bei Finix erscheint und nicht bei Reprodukt, sozusagen …

Maria und ich

 Ich muss zugeben, dass mich beim Schreiben dieser Zeilen das schlechte Gewissen plagt. Das liegt vor allem an der Tatsache, dass negative Kritik an einem sehr persönlichen Buch, welches von einem Familienmitglied des Autors handelt, zu üben, bei mir irgendwie Unbehagen auslöst. In Maria und ich beschreibt Miguel Gallardo in Worten und Bildern die Verbindung zu seiner autistischen Tochter Maria. Vom Gefühl her steht Gallardos Werk damit in einer Reihe mit vergleichbaren Comics wie Die Heilige Krankhei“ (David B. erzählt von der Epilepsie seines Bruders) oder Mutter hat Krebs von Brian Fies, in denen Künstler ebenfalls die Krankheit eines geliebten Menschen thematisieren.

Das Große Spiel 1 – Ultima Thule

1945, der Zweite Weltkrieg ist gerade vorbei, ansonsten ist alles anders. Frankreich und Großbritannien gingen als Sieger aus dem Krieg hervor, aber Deutschland und die Sowjetunion stehen weiterhin im Konflikt miteinander. Nestor Serge, ein französischer Journalist, soll den Absturz des Zeppelins „Charles de Gaulle“ untersuchen und gerät dabei in eine mysteriöse Verschwörung. Bis hierhin ist dieser Comic vom Kreativteam Jean-Pierre Pécau und Leo Pilipovi ein historischer Thriller in einem fiktiven Europa. Die beiden haben etwas verworrene zeitgeschichtliche Veränderungen vorgenommen, was sicherlich legitim ist. Sehr seltsam wird es, als der deutsche Comicheld und Kostümträger „Streitaxt“ sich als reale tödliche Person herausstellt und Serge von Nazi-Werwölfen verfolgt wird. Wie derlei Dinge nun in den geschichtlichen Kontext der Serie passen, bleibt erstmal offen. Angedeutet wird in Band 1 lediglich, dass in der Welt von Das Große Spiel Magie zu existieren scheint.  Zugegeben, die übernatürlichen Elemente in diesem Comic wirken beim ersten Lesen völlig deplatziert und extrem idiotisch in ihrer Ausführung. Andererseits weiß man bislang so gut wie gar nichts über deren Herkunft oder Gewichtung für die übergeordnete Handlung. …

Gorn 10 & 11

 In den beiden letzten Alben von Gorn, der großartigen Fantasyserie von Tiburce Oger, spitzt sich die Handlung nochmal gehörig zu. Der von Finix veröffentlichte, finale Zyklus (Ausgaben 9-11) konzentriert sich auf die Erben des titelgebenden Ritters Gorn, welche nun nichts weniger als einen umfassenden Krieg zwischen Gut und Böse auszufechten haben.

Kapitän Scharlach

 Die Piraten sind in Paris eingefallen! Ein Dreimaster gleitet zwischen den Fassaden des Faubourg Saint-Germain. An Bord und sogar in einer Spelunke entfesselt Kapitän Scharlach Blitze und heftige Regenschauer. Alles scheint, als wäre eine von  Autor Marcel Schwobs Romanfiguren zum Leben erweckt worden! Und zwar von Autor David B. und Zeichner Emmanuel Guibert. Schwob war einer der großen Gelehrten seiner Zeit. Aber nun wird dieser Marcel Schwob zur Hauptfigur in Kapitän Scharlach.