Alle Artikel in: Rezensionen

Abersen 3 & 4

 Es ist bereits fünf Jahre her, dass der Carlsen Verlag mit Abersen eine der vielleicht ungewöhnlichsten Fantasyserien startete. Aber nicht zuletzt die verworrene und fordernde Handlung dürfte dafür gesorgt haben, dass Abersen bereits nach zwei Alben ein vorzeitiges Ende beschert war.

The New Brighton Archeological Society (US)

 Auf dem Cover blicken dem Leser vier Augenpaare entgegen. Die Augen gehören zu vier adrett in Schuluniformen gekleideten Kindern: zwei Jungen und zwei Mädchen, zwei Geschwisterpärchen. Etwas unsicher, aber auch entdeckungslustig, schauen die Augen in die Kamera, in ihre Zukunft, aber auch in eine mysteriöse Vergangenheit. Diese interessierten Beobachter sind die vier kleinen Hauptdarsteller von Image Comics' neuem Comic The New Brighton Archeological Society Book One: The Castle of Galomar von Autor Mark Andrew Smith (Aqua Leung, The Amazing Joy Buzzards, PopGun) und Zeichnerneuling Matthew Weldon; eine phantastische Reise im Comicformat, die junge Leser dazu einlädt magische Welten zu betreten und ältere Leser wieder daran erinnert, was es bedeutet die Welt mit Kinderaugen zu sehen.

Die drei Paradoxien

 Paul Hornschemeier dokumentiert einen Besuch bei seinen Eltern, während dessen er an einem Comic zeichnet, der ihm einfach nicht gelingen will. Immer wieder verwirft er die Seiten und sieht sich mit der Frage konfrontiert, wohin seine Geschichte um einen Jungen, der ebenfalls Paul heißt und einen Zauberbleistift besitzt, eigentlich führen soll. Während seines Aufenthaltes schweifen Hornschemeiers Gedanken aber auch immer wieder in seine Jugend ab.

Comic Book Comics 3 (US)

 Die  Erfinder des glorreichen Comics Action Philosophers nehmen nun endlich mit dem dritten Teil ihrer Comic Book Comics-Reihe mehr Fahrt auf. Nachdem Fred van Lente an der Schreibmaschine und Ryan Dunlavey an der Zeichenfeder mit ihrem durchgeknallten Bildungscomics über das Leben und die Lehren berühmter Philosophen den Durchbruch geschafft haben, fand ihr neuestes Projekt über die Geschichte der Comics als Comic nur wenig Anklang. Während Rambo-Karl Marx mit seinen M-60 Gründen, warum Kapitalismus eine schlechte Sache sei, die Lacher definitiv auf seiner Seite hatte, wurden die beiden freischaffenden Künstler des Evil Twin Comic-Verlags für ihre Historie der neunten Kunst eher belächelt. In Ausgabe drei haben die beiden endlich wieder zu alter Aggressivität zurückgefunden.

Jazam! 3 – Zeit

 In der dritten Ausgabe der Anthologie Jazam! geht es diesmal um das Thema „Zeit“ – und es ist wirklich kein böser Rezensentenscherz, dass es mit der Besprechung so lange gedauert hat, denn eines möchte ich von vornherein klarstellen: Die Comic-Kurzgeschichtensammlung Jazam 3 ist ein Fest des Comics.

Bigfoot

 Nessie, Yeti, Reinhold Messner – die mythische Verkörperung der Naturgewalten nimmt zuweil seltsame Formen an. Bigfoot ist auch so ein Fall. In dem Einzelband Bigfoot, der im Januar 2009 bei Cross Cult erschienen ist, wird der wilde Waldmensch äußerst unterhaltsam in Szene gesetzt.

Astro City: Local Heroes

 Kurt Busieks Astro City ist eine Hommage an die Superhelden aus der guten, alten Zeit. Der aktuelle deutsche Band Local Heroes zeigt, was alles möglich ist, wenn man den Blickwinkel auf die fliegenden Strumpfhosenträger ein wenig verschiebt. Ein Superhelden-Comic für Leute, die eigentlich keine Superhelden-Comics mehr lesen wollten.

Mumins 1

 Der Berliner Verlag Reprodukt überrascht mal wieder und nimmt mit der jetzt gestarteten Mumins-Gesamtausgabe einen wirklichen Klassiker in sein Programm auf. Ursprünglich wurden der Troll Mumin und seine Freunde von ihrer Schöpferin, der finnisch-schwedischen Künstlerin Tove Jansson, als Kinderbuchfiguren erschaffen. Deren Popularität führte aber auch zu einer Serie von Comicstrips, die ab 1954 in der englischen Zeitung „The Evening News“ erschienen. Die kompletten Strips aus den 50ern legt Reprodukt jetzt erstmals komplett in hochwertigen HC-Alben auf.

From Hell

 Düstere Grüße einer finsteren Seele!
From Hell
ist mit 600 Seiten nichts für Leute, die Comics verschlingen wollen, weil ihnen Bücher zu dick sind. From Hell ist goldrichtig für alle, die ein Werk in aller Ruhe genießen und mit Schauer bis zum bitteren Ende verfolgen wollen  – vom Anspruch, Spannung und Historizität vergleichbar mit Umberto Ecos Der Name der Rose im Comicformat! Neun Jahre haben der Engländer Alan Moore und der Schotte Eric Campbell daran gearbeitet, dafür recherchiert und wieder überarbeitet.