Gregory 1 und 2
Mit Gregory hat Marc Hempel sicherlich eine der skurrilsten Comicfiguren geschaffen. An diesem Insassen einer Irrenanstalt, der sich am glücklichsten in seiner sicheren Zelle fühlt, scheiden sich die geschmacklichen Geister. Für Andreas Mergenthaler, Mit-Herausgeber des Verlags Cross Cult, war es eine Herzensangelegenheit, die Gesamtausgabe in zwei Bänden um Gregory, die oberschlaue Ratte Herman Vermin und die käsesüchtige Maus Wendell auf Deutsch herauszugeben.
Benjamin und Christopher sind ähnlich angetan. Ihren Meinungsaustausch in Dialogform könnt Ihr hier mitverfolgen.

Normalerweise findet man in den Credits eines Comics vor allem den Autor und den Zeichner. Hier sieht das anders aus, man liest Begriffe wie Bildsynthese, Visualisierung, Modellierung, Licht oder digitale Endfassung. Denn Der Engel & der Drache ist ein digitaler Comic. Jedes Bild entstand am Rechner als dreidimensionales Bild. Autor Téhy (Yiu) hat sich dafür mit der Kanadierin Lalie zusammengetan, die hauptberuflich beim Spielehersteller Ubisoft arbeitet.
Viel macht das Cover nicht her. Unter dem Titel der Batman: Schwarz-Weiß Collection, die diese Tage bei Panini erschienen ist, steht Gothams Crime-Fighter-Nummer 1 einfach nur da. Er blickt ruhig und ernst. Die in diesem Band versammelten Kurzgeschichten sind aber alles andere als das. Das wilde Spiel ohne Farbe hat begonnen. Der Dunkle Ritter wandelt auf ungewohnten Wegen.
„Daniel und Oleg sind eine WG“, sagt der Klappentext. Und zwar eine im Hamburger Schanzenviertel, wo sich eine Melange aus Alt-68ern, Punks und hippen Werbefuzzis zum sogenannten Szeneviertel vereint. Daniel will um jeden Preis ganz vorne dabei sein, wenn es um die richtigen Styles geht, egal ob es um Musik, Mode, Frisuren oder die Inneneinrichtung geht. Oleg dagegen ist eher der gemütliche Typ, dessen Leben sich zwischen Bong und Spielkonsole abspielt.
Mit Raymond E. Feists Der Lehrling des Magiers veröffentlicht Panini Comics ein weiteres Bruchstück seines wachsenden Fantasy-Segments. Darin geht es um Freundschaft, Lehrjahre und die erste große Liebe. Aber Drachen und Trolle kommen auch vor, keine Sorge.
Auf den ersten Blick ist Heimkehr nach Khera ein ziemlich gewöhnlicher Superhelden-Comic. Vom Cover bis zur letzten Seite springen da dem Leser die WildC.A.T.S entgegen: bunte, athletische Körper ohne den geringsten Makel. Sie sind ein außerirdisches Superhelden-Team, vergleichbar mit der JLA oder den Teen Titans. Sie können durch die Luft fliegen, Wände einreißen und andere tolle Sachen machen. Ihre Fähigkeiten setzen sie natürlich nur zum Guten ein, Menschheit beschützen, Katastrophen verhindern, Katzen retten und so. Von den knalligen Seiten lächelt einem die glatte Plastikwelt der US-Comicindustrie entgegen. Nach wie vor führen Superhelden in den USA die Verkaufszahlen an.
Was passiert, wenn man zwei wild gewordene, norwegische Comic-Zeichner mit ein paar Stiften und einer Flasche Calvados bewaffnet auf unsere liebliche, bayerische Provinz loslässt? Genau diese ungewöhnliche Konstellation ergab sich nämlich 2004, als die beiden Zeichner Lars Friske und Steffen Kverneland von ihrem Heimatland Norwegen aus nach Tegernsee und München fuhren. Dort lustwandelten die beiden auf den Spuren ihres Landsmanns, des legendären Simplicissimus-Zeichners Olaf Gulbransson, und porträtierten ihre etwas abstruse Odyssee in dem 183 Seiten starken Comicalbum Olaf G., das Dank dem Berliner avant-Verlag seit Anfang 2008 auch auf deutsch erhältlich ist.
Es gab mal eine Zeit in den Neunzigern, da spielte Image Comics und besonders sein Unterlabel Top Cow richtig gut mit im Comicgeschäft. Zugpferde waren Witchblade von Fanliebling Michael Turner und der männliche Gegenpart zu Sarah Pezzinis ausladenden Kurven, The Darkness in Form des Mafiakillers Jackie Estacado. Diese beiden Serien spielten im selben Comicuniversum, hatten einige Crossover und waren das blühende Leben. Nun denn, alles hat mal ein Ende, und während sich Witchblade noch einigermaßen hielt (die meisten Comicleser sind halt Männer), ging es immer weiter bergab mit Jackie. Ich bin sicher nicht die Einzige, die The Darkness schon des öfteren eingestellt gesehen hat, aber Totgesagte leben nun mal länger. Und das mitunter gar nicht so schlecht.
Im März 2004 fasste Lewis Trondheim einen Entschluss: Der französische Zeichner, der mit 39 Jahren schon auf ein beeindruckend umfangreiches Werk zurückblicken konnte, wollte nach 14 Jahren des pausenlosen Zeichnens eine lange Pause einlegen, ohne ein Album zeichnen zu müssen. Eine Zeitlang wollte er von kleinen Werbeaufträgen, Lizenzeinnahmen und dem Schreiben von Szenarios leben und als Koordinator für die Zeichentrick-Version seines Comics Le Roi Catastrophe arbeiten. Doch daraus wurde nichts. Nach 80 Tagen musste Trondheim wieder zeichnen.
Das britische Comic-Magazin 2000AD gilt gemeinhin als Karriere-Sprungbrett für Comic-Künstler. Auch David Bircham hat dieses Sprungbrett genutzt. Der britische Inde-Zeichner verdiente sich in den Neunzigern bei 2000AD seine Sporen und startete 2004 seine eigene Action-Serie. Der Titel: Brodie’s Law. Die Hauptfigur: Jack Brodie, Berufsverbrecher auf der Flucht, muskulöser Racheengel und Frauenschwarm. Auf zwei Tradepaperbacks hat es Brodie’s Law im Vereinigten Königreich bisher gebracht. Das ist genug, um sich nicht nur auf der Insel damit zu beschäftigen. Sogar die Filmindustrie hat schon angeklopft. Cross Cult bringt jetzt den ersten Band von Brodie’s Law in Deutschland heraus.