Sugarshock (US)
Als Dark Horse Comics im Jahr 2007 die Kooperation mit MySpace startete, bei der einmal im Monat exklusive Comic-Kurzgeschichten unter dem Titel MySpace Dark Horse Presents veröffentlicht werden, brauchte man ein prominentes Zugpferd. Dieses fand man in Autor Joss Whedon, der durch seine TV-Serien (Buffy, Angel, Firefly) und diverse Comic-Arbeiten bekannt ist. Für MSDHP schuf er Sugarshock, einen abgedrehten, sehr vergnüglichen Mix aus Rock'n'Roll, Science-Fiction und Action, der mit einem Eisner Award für denbesten Webcomic ausgezeichnet wurde. Es geht um eine Rockband, bestehend aus drei Frauen und einem Roboter, die bei einem intergalaktischen Bandwettbewerb um den Fortbestand des Planeten Erde kämpfen muss. Die Handlung, wenn man sie denn so nennen will, holpert auf sehr skurillen Wegen zu ihrer Auflösung. Das stört jedoch nicht, im Gegenteil: Es macht sehr viel Spaß! Denn Whedon ist sich jederzeit dessen bewusst, dass er hier einen augenzwinkernden Spaßcomic abliefert und kein ausgefeiltes Genredrama. Er wirft also eine Menge skurille Ideen (z.B. fanatischer Hass auf Wikinger), verrückte Charaktere und lässige Dialoge in einen Topf und rührt kräftig um. Nebenbei erfährt man …

Sein Lebenslauf klingt wie der Traum eines jeden Popkultur-Nerds: Jean-Christophe Derrien hat sein Studium mit einer Arbeit über Twin Peaks abgeschlossen, war Fanzine-Chefredakteur und Drehbuchautor für Zeichentrickadaptionen von Comic-Klassikern wie Blake und Mortimer oder Spirou und Fantasio. Heute arbeitet er als Filmkritiker und als Szenarist für seine eigenen Comics. Einer davon ist die zweiteilige Albenreihe Miss Endicott, die in Frankreich 2007 erschien und nun beim Piredda Verlag auf Deutsch herauskommt.
Der Autor dieses Comics, Pierre Dragon, heißt in Wirklichkeit ganz anders. Hauptberuflich arbeitet er nämlich beim Nachrichtendienst der französischen Polizei, den „Renseignements Généraux“, kurz RG. Ein echter Geheimagent also. Dieser lernte 2006 (im Zusammenhang mit dem Konflikt um die Mohammed-Karikaturen) Joann Sfar kennen, den französischen Hansdampf in allen Comic-Gassen. Sfar war fasziniert von den Geschichten, die ihm Dragon aus seinem Arbeitsleben erzählte und brachte ihn mit dem Schweizer Zeichner Frederik Peeters (Blaue Pillen) zusammen. Wenig später erschien dann der erste Band von RG bei Bayou, der von Sfar betreuten Comic-Edition im Verlag Gallimard.
Im Jahr 2002 veröffentlichte Neil Gaiman seinen Roman Coraline, der als gruseliges Märchen für Jugendliche konzipiert war. Kürzlich war die Filmadaption dieser Geschichte in den Kinos zu sehen. Noch während dieser Film entstand, arbeitete Comiczeichner P. Craig Russell an einer Comicversion von Coraline. Sie erschien 2008 in den USA und inzwischen auch auf Deutsch. Vergleicht man die beiden Adaptionen, sind zwei – vor allem visuell – völlig unterschiedliche Geschichten entstanden.
Anfangs war es noch ein auf drei Jahre begrenztes Experiment, doch inzwischen ist die „Faszination Comic“ zum festen Bestandteil der weltgrößten Buchmesse geworden und findet in diesem Jahr bereits zum zehnten Mal statt. In der kommenden Woche gibt es in Frankfurt wieder die bewährte Mischung aus Verlagsständen, Podiumsveranstaltungen, Signierstunden, Preisverleihungen, kleinen Ausstellungen und dem unvermeidlichen Cosplay. Hier ein kleiner Programmüberblick.
2007 erschien im Berliner Tagesspiegel erstmals eine Episode mit dem Titel Da war mal was … Zeichner Flix gab darin eine persönliche Erinnerung an die Zeit zum Besten, in der es noch ein geteiltes Deutschland gab. Daraus wurde eine Serie, deren einzelne Folgen bis heute regelmäßig im Tagesspiegel erscheinen. In einer Buchausgabe vom Carlsen-Verlag kann man nun den Großteil davon auch gesammelt lesen.
Eigentlich sollte es nur eine Fingerübung sein, kleine Comic-Episoden für das private Skizzenbuch. Der kanadische Comic-Künstler Seth (Eigentlich ist das Leben schön) kreierte hierfür die Figur des Wimbledon Green, eines sehr beleibten, verschrobenen und exzentrischen Comicsammlers. Und bald fand er an jenen Versuchen so viel Gefallen, dass er beschloss, mehr daraus zu machen und sie gesammelt als Buch zu veröffentlichen.
Mit der Fantasy-Reihe Les Lumières de l'Amalou wurde Zeichnerin Claire Wendling bekannt und mehrfach preisgekrönt. In den neunziger Jahren erschienen die ersten drei Alben der fünfbändigen Serie auch auf deutsch; Teil 1 und 2 als Amalu, Teil 3 als Die Lichter von Amalou. Obwohl Wendling beim Comic-Salon 2004 mit einer Ausstellung geehrt wurde, musste man in Deutschland auf die beiden letzten Episoden sehr lange warten. Nun gibt es also endlich die komplette Serie, mit einem abermals leicht veränderten deutschen Titel: In der Carlsen-Ausgabe heißt die Fantasy-Geschichte Die Lichter des Amalu, was auch sinnvoll ist, da es sich bei dem titelgebenden „Amalu“ um einen Fluss handelt. 
Ein Mann im Gummianzug, der bevorzugt im Wasser spazierengeht. Ein wohlhabender Händler, der sich nur mit einem Handtuch kleidet und im Freien schläft. Ein Mann, der Geräusche sammelt, die die Menschen beim Essen und Trinken machen, um daraus ein Wörterbuch zu erstellen. Ein Unternehmer, der den Eriesee mit Kohlensäure anreichern und das Wasser per Pipeline direkt nach New York leiten will. Diese skurillen Gestalten (und das sind längst nicht alle) bevölkern Ben Katchors Comic Der Jude von New York, der im Jahr 1830 spielt.