Autor: Thomas Kögel

Links der Woche: Mit dem Max-und-Moritz-Preis, einem eingestellten Lexikon und ausverkauften Comics

Unsere Links der Woche, Ausgabe 13/2012: „Die Comic-Szene ist absolut international“ Erlanger Nachrichten, Clemens Heydenreich In Erlangen tagte in der vergangenen Woche die sechsköpfige Jury des Max-und-Moritz-Preises, um die Nominiertenliste für den im Zweijahresrhthymus beim Comic-Salon vergebenen Preis zu ermitteln. Die dortige Lokalzeitung sprach mit Jurymitglied Brigitte Helbling. Stell dir vor, es gibt einen Preis, und jedes Jahr bekommt ihn derselbe Stefan Pannor Das Foto im oben verlinkten Artikel zur Jurysitzung veranlasst den Comicjournalisten Stefan Pannor zu einer umfassenden Kritik am Max-und-Moritz-Preis. Er kritisiert die Einreichungspolitik, ungleiche Chancen für die Verlage und vor allem die Kontinuität der Jury-Besetzung: „Es braucht mehr Flexibilität auf allen Seiten und ja – dare I say it? – eine stärkere Rotation der Jury statt einer festsitzenden Expertengruppe.“ (Eigentlich albern, sich an dieser Stelle selbst zu verlinken, aber weils so gut passt: Fast zeitgleich mit Pannors Beitrag ging bei uns heute das Interview mit Bodo Birk online, hauptamtlicher Organisator des Comic-Salons und selbst Mitglied der Jury.) Bilder des Comics. Beiträge zur 5. Jahrestagung der Gesellschaft für Comicforschung 2010 Medienobservationen, diverse Autoren …

Links der Woche: Mit langen Radiosendungen, Katz und Maus und einem beschnittenen Klassiker

Unsere Links der Woche, Ausgabe 12/2012:   Besser als Gold DRadio Wissen, Thomas Reintjes und Sebastian Sonntag Jeden Samstag gibt es im Digitalradiosender DRadio Wissen den einstündigen Online Talk. Regelmäßig sind Gäste im Studio, die durch Aktivitäten im Internet bekannt geworden sind. Die letzte Ausgabe drehte sich komplett um Nichtlustig-Schöpfer Joscha Sauer, der von der Buchmesse Leipzig aus zugeschaltet war. 55 sehr unterhaltsame Minuten, hier als MP3-Download. Flix und die sequenzielle Kunst DRadio Wissen, Michael Böddeker Beim gleichen Sender läuft wochentäglich die 90-minütige Sendung Redaktionskonferenz. Hier war am Mittwoch Flix zu Gast, sprach über seine Karriere als Comiczeichner, seine Arbeit an Don Quixote und den Webcomic-Pionier Kurt Schalker. Außerdem sorgte er für die Musikauswahl und empfahl seine liebsten Webcomics. Auch diese Sendung ist komplett als MP3 runterladbar. Das Leben ist kein Ponyhof – und das Markenrecht schon mal gar nicht infobroker.de Podcast, Michael Klems Kann die Redewendung „Das Leben ist kein Ponyhof“ beim Deutschen Patent- und Markenamt als Marke eingetragen werden? Und wenn ja, welche Auswirkungen hat dies auf Sarah Burrinis gleichnamigen Webcomic bzw. die …

Links der Woche: Mit dem Abschied von Moebius

Unsere Links der Woche, Ausgabe 11/2012:   Vergangenen Samstag starb im Alter von 73 Jahren Jean Giraud, der zunächst als Zeichner des Westerncomics Blueberry berühmt wurde und später unter dem Pseudonym Moebius die Comicwelt nachhaltig veränderte, als Mitbegründer des Magazins Métal Hurlant und als Schöpfer surrealer Science-Fiction-Geschichten wie Arzach oder Der Incal. Eine Spezialausgabe der „Links der Woche“ aus einem traurigen Anlass. Im Banne der Meisterschaft Frankfurter Allgemeine Zeitung, Andreas Platthaus Stellvertretend für die vielen Nachrufe, die auch in deutschen Medien erschienen, sei hier der von Andreas Platthaus genannt, dem Autor des Buches Moebius Zeichenwelt. Weitere deutschsprachige Nachrufe verlinkt graphic-novel.info in dem Eintrag Zum Tod von Jean Giraud / Moebius. Collective Memory: Moebius, 1938-2012 The Comics Reporter, Tom Spurgeon Eine umfassende Sammlung von (überwiegend englischsprachigen) Links zum Tod von Moebius. Hommages à Moebius Le Blog des Humanos Les Humanoïdes Accociés, der französische Verlag, zu dessen Mitbegründern Moebius zählt, ehrt ihn mit einer Sammlung von Hommage-Zeichnungen, die als Tribut an den Verstorbenen von vielen französischen Künstlern angefertigt wurden. Teil 2 gibt es hier. The Comics Community Pays …

The Complete D.R. & Quinch

So groß das Angebot an deutschsprachigen Comicübersetzungen auch ist, so groß sind nach wie vor die Lücken. Eigentlich sollte man meinen, dass zumindest das Werk der ganz großen Namen inzwischen vollständig auf Deutsch vorliegen müsste. Dass dem nicht so ist, zeigt sich (nicht nur) am Beispiel von Alan Moore. Dessen Opus enthält neben den großen, selbstverständlich verfügbaren Klassikern wie Watchmen, From Hell oder V for Vendetta auch zahlreiche mehr oder minder obskure Seitenzweige sowie ein Frühstadium, bestehend aus Comics, die in den frühen 80er Jahren für die britischen Magazine Warrior und 2000 AD entstanden. Das meiste davon wurde nie auf Deutsch veröffentlicht.

Links der Woche: Mit Ausblicken auf Erlangen, Mythen über deutsche Manga und einer Doktorarbeit als Comic

Unsere Links der Woche, Ausgabe 10/2012:   Mort du dessinateur Jean Giraud, alias Moebius Le Monde, Frédéric Potet Die Hauptnachricht der Woche wurde erst vor wenigen Stunden öffentlich: Der französische Comiczeichner Jean Giraud alias Moebius ist tot. Er starb am Samstag morgen im Alter von 73 Jahren. Mit ihm stirbt einer der größten und einflussreichsten Künstler des Comics. In den kommenden Tagen werden sicher zahlreiche Nachrufe erscheinen, diese werden in den nächsten Links der Woche nachgereicht. Erstes Interview mit Bodo Birk Splashcomics, Bernd Glasstetter Bodo Birk, Leiter und oberster Organisator des Comic-Salons Erlangen, gibt einen ersten Ausblick auf das Festival in diesem Jahr. Außerdem wird darin auch dieses Thema angesprochen: Max und Moritz-Publikumspreis 2012, Runde 2 Comic-Salon Erlangen In der erstern Runde durfte frei vorgeschlagen werden, aus diesen Vorschlägen wurden nun in den drei Kategorien Manga, Amerikanische Comics und Alben/Graphic Novels jeweils 20 (oder etwas mehr) Kandidaten ermittelt, über die nun in den Foren von Animexx, Panini und Comic-Salon abgestimmt werden darf. Die Abstimmung läuft noch bis Donnerstag, den 15. März. Die drei Sieger kommen …

John Carter: Auf den Spuren eines Pulp-Helden

Das neueste 3D-Kinospektakel aus dem Hause Disney, John Carter – Zwischen zwei Welten, basiert auf einer Idee, die hundert Jahre alt ist. Die literarische Vorlage stammt von Tarzan-Schöpfer Edgar Rice Burroughs. Obwohl John Carter nie so berühmt wurde wie sein geistiger Bruder aus dem Dschungel, beeinflusste er die Popkultur der letzten Jahrzehnte nachhaltig. Wir gehen auf Spurensuche und legen dabei besonderes Augenmerk auf die verschiedenen Comicversionen von John Carter.

Links der Woche: Mit dem Erika-Fuchs-Haus und einem jungsozialistischen Shitstorm

Unsere Links der Woche, Ausgabe 9/2012:   Räte sagen Ja zum Museum Frankenpost, Andrea Hofmann Im fränkischen Schwarzenbach an der Saale, nahe der tschechischen Grenze, wird ein Museum zu Ehren von Dr. Erika Fuchs errichtet, der legendären Übersetzerin, die von 1951 bis 1988 zahlreiche Disney-Comics, nicht zuletzt jene von Carl Barks, ins Deutsche übertragen hat. Der Stadtrat des langjährigen Wohnorts von Erika Fuchs hat diese Woche „den Grundsatzbeschluss für den Bau des Museums gefasst“, wie die Lokalpresse berichtet. Circa 4,4 Millionen Euro soll das Museum kosten. Diese werden weitgehend aus verschiedenen Fördertöpfen bestritten, 10 Prozent trägt die Stadt Schwarzenbach. Das Ausstellungskonzept stammt von der Berliner Agentur m.o.l.i.t.o.r., eine Präsentation des Konzepts als PDF steht auf der Website des Museums zur Verfügung. Offener Leserbrief an den Chefredakteur des Vorwärts Uwe Knüpfer Juso Blog, Julian Zado In der SPD-Parteizeitung Vorwärts erscheint auf der satirischen Seite „Das Allerletzte“ regelmäßig ein kurzer Comic von David Füleki. In der aktuellen Ausgabe (hier im Flash-Format abrufbar) streitet sich die Karikatur eines Linksextremisten mit der Karikatur eines Neonazis. Das kommt bei Teilen …

Links der Woche: Mit dem M&M-Publikumspreis und Frauendarstellungen im Comic

Unsere Links der Woche, Ausgabe 8/2012:   Max und Moritz-Publikumspreis 2012 Comic-Salon Erlangen Im Juni wird in Erlangen wieder der Max-und-Moritz-Preis vergeben. 2010 gab es erstmals einen Publikumspreis, damals konnten die Teilnehmer unter allen Comics abstimmen, die von der Jury für die regulären Kategorien nominiert waren. Diesmal wird das Prozedere geändert, dafür wird es etwas komplizierter: Für die endgültige Abstimmung soll die Liste der Jury diesmal um drei weitere Comics ergänzt werden, die das Publikum selbst vorschlagen darf. Die Ermittlung dieser drei Comics erfolgt in zwei Stufen. In Stufe 1 kann jeder seine eigenen Favoriten vorschlagen, aufgeteilt in drei Gruppen. Diese Runde (die noch bis Mittwoch, 29.3. läuft) findet in vier verschiedenen Foren statt: Bei CrossCult und Panini (US-Comics), im Forum des Comic-Salons (Alben/Graphic Novels) und bei Animexx (Manga). Pro Kategorie sollen auf diesem Weg 20 Comics ermittelt werden, über die dann in Runde 2 abgestimmt wird. Die Sieger jeder Kategorie landen dann, zusammen mit den offiziellen Jury-Nominierungen, auf dem endgültigen Wahlzettel. Lebensfenster Flausen, Ulf Salzmann Auch der Webcomic-Preis „Lebensfenster – Der Kurt Schalker-Preis für …

Links der Woche: Mit Archivfundstücken, Aufregerthemen und einem Sicherheitsleck

Unsere Links der Woche, Ausgabe 7/2012:   Verbrennt die Comics! Neue Zürcher Zeitung, bsa In ihrer Rubrik „Aus dem Archiv“ präsentiert die NZZ einen Artikel aus dem Jahr 1949 mit dem Titel „Comic-Books: Pro und Contra“. Der Autor unterscheidetzwischen „guten“ und „schlechten“ comic-books und zitiert die damals brandaktuellen Theorien von Frederic Wertham. Für ihn gilt es Comics zu bekämpfen, aber wohlgemerkt nicht durch Verbote, sondern durch Medienerziehung: „Wenn [die Schulen] fähig sind, den Schülern die Armseligkeit und Häßlichkeit eines comic-books, verglichen mit der Schönheit eines guten Literaturprodukts zu zeigen […], werden die Jugendlichen von sich aus die comic-books verlassen und zu guter Lektüre greifen.“ Buffy und die Folgen einer wilden Nacht diestandard.at, beaha In der aktuellen US-Ausgabe der Comicserie Buffy the Vampire Slayer ist die Heldin mit einem Problem konfrontiert, dass im Mainstream-Comic sonst eher ausgeklammert wird: sie ist ungewollt schwanger. Das Frauenportal der österreichischen Tageszeitung Der Standard berichtet über die Storyline (Achtung, schwerer Spoileralarm!) und die Reaktionen in den USA. Die drei kleinen Fluchthelfer Spiegel Online, Stefan Pannor 2009 hatte Mosaik-Gründer Hannes Hegen seinen …