Autor: Thomas Kögel

Links der Woche: Mit Insiderberichten, Boykottaufrufen und Stuttgart, Ohio

Unsere Links der Woche, Ausgabe 6/2012:   „Mein New York hieß Dortmund“ tagesspiegel.de, Ralf König Heute abend feiert auf der Berlinale der Film König des Comics Premiere, ein Dokumentarfilm über Ralf König, gedreht von Regisseur Rosa von Praunheim, einer Ikone der Schwulenbewegung. Beim Tagesspiegel schreibt König selbst darüber, wie ein frühes Buch von Praunheim für ihn prägend wurde. Eine erste Einschätzung des Films von Frank Noack klingt allerdings nicht sehr begeistert: „So wie Rosa von Praunheim das Material seiner jetzt auf der Berlinale erstmals zu sehenden König-Dokumentation „König des Comics“ montiert hat, glaubt man einen geistlosen Provokateur vor sich zu haben.“ Marvel Comics’ Troubling Origins Story Slate, James Sturm James Sturm, Comicautor und -zeichner (Markttag) und Mitbegründer des Center for Cartoon Studies, erklärt, warum er diesen Sommer den Avengers-Film boykottieren wird: Aus Protest dagegen, dass Marvel und der Mutterkonzern Disney ein Riesengeschäft mit Figuren macht, die ohne die Arbeit von Jack Kirby nicht das wären, was sie sind, während Kirby selbst und seine Hinterbliebenen von Marvel sehr schäbig behandelt und um den verdienten finanziellen Anteil …

Jetzt kommt später

Eine Schweizer Studentin kommt für ein Austauschsemester nach Hamburg und fasst dort einen Entschluss: „Ich werde zu keiner Einladung Nein sagen, während ich hier bin!“ Ein Einstieg, aus dem sich eine wilde Screwball-Komödie ebenso machen ließe wie ein Melodram, ein actionreicher Krimi oder ein Beziehungsdrama. Bei Kati Rickenbach wird daraus nichts von alldem – denn das hier ist ihre eigene Geschichte, und das reale Leben ist meistens nicht allzu aufregend.

Links der Woche: Mit Angoulême, „Before Watchmen“ und Making-Ofs

Unsere Links der Woche, Ausgabe 5/2012:   Die Krise und die LustNeue Zürcher Zeitung, Christian GasserGegen den Strich zeichnendie tageszeitung, Stephanie LobArts PrivatmuseumSüddeutsche Zeitung, Heiner LünstedtVom 26. bis 29. Januar lief wieder Europas größtes Comicfestival in Angoulême, und die deutschsprachige Presse berichtet inzwischen recht regelmäßig darüber. SZ-Reporter Heiner Lünstedt brachte auch eine Menge Fotos aus Angoulême mit, die im Comicguide-Forum zu sehen sind. Höhepunkt und Abschluss des Festivals ist die große Preisverleihung, bei der Chroniques de Jérusalem von Guy Delisle als Bestes Album des Jahres ausgezeichnet wurde. Den Grand Prix und damit die Präsidentschaft fürs nächste Jahr erhielt Jean-Claude Denis. Eine Übersicht über alle Preise gibt es hier, und auf graphic-novel.info kann man lesen, welche der ausgezeichneten Comics demnächst auf Deutsch auf den Markt kommen.  Art Spiegelman im Spiegel seiner selbstFrankfurter Allgemeine Zeitung, Andreas Platthaus Ein Treffen mit Art Spiegelman in Münchenfaz.net, Andreas PlatthausArt Spiegelman war der Präsident des diesjährigen Festivals von Angoulême und präsentierte dort eine große Ausstellung eigener Werke und eine weitere mit Comics, die ihn inspirierten. Die Werkschau wird im Herbst auch im Kölner Museum …

Die besten Zeiten

Ich muss gestehen, dass mir der Name Andreas Dierßen bislang nicht geläufig war. Dabei zählt dieser zu den „alten Hasen“ der deutschen Comiclandschaft. Vor allem in den Neunziger Jahren war er aktiv, unter anderem mit Projekten bei Ehapa, Carlsen, fürs Schwermetall und bei Zwerchfell. Für den japanischen Verlag Kodansha schuf er unter anderem die Krimireihe Kunz, von der auch ein Band bei Carlsen vorliegt. Nach einigen Jahren Pause meldete er sich 2011 mit Die besten Zeiten zurück.

Links der Woche: Mit Piraten in Frankreich, Übersetzern im Radio und Science-Fiction in Berlin

Unsere Links der Woche, Ausgabe 4/2012:   Französische Comic-Piraten scannen mehr als 30.000 Titel ein – Verlagsbranche profitiert davon e-book-news.de, Ansgar Warner France : 8000 à 10.000 titres BD piratés sont réellement accessibles ActuaLitté, Lea Lavagen Laut einer Studie von Le MOTif (einer Organisation, die Marktforschung in der Buchbranche betreibt) wird in auch in Frankreich Comicpiraterie im großen Stil betrieben. Über 30.000 Comics gibt es als illegale Scans, davon sind etwa 8.000 bis 10.000 über einschlägige Quellen im Netz verfügbar. Eine wichtige Rolle spielen zum einen Scanlations von Manga, also von Fans selbst erstellte Übersetzungen japanischer Comics, die noch nicht auf Französisch erhältlich sind, zum anderen Scans von vergriffenen Comics, die nur antiquarisch im Handel zu bekommen sind. Beliebt sind aber auch und vor allem Bestseller und Klassiker wie Tintin, Largo Winch oder Naruto. Den größten Anteil haben ältere Comics, die aktuellsten Neuerscheinungen spielen nur eine geringe Rolle. 58% der illegal verbreiteten Comics gibt es nicht als legale digitale Kopie. Eine Übersicht über die Zahlen gibt es hier als PDF. Ob die Schlagzeile von e-book-news.de, …

Links der Woche: Mit Winsor McCay, digitalen Comics und sexy Superhelden

Unsere Links der Woche, Ausgabe 3/2012:   Digitale Comics – Eine BestandsaufnahmeSplashcomics, Bernd GlasstetterDie zunehmende Verbreitung von Tablet-Computern sorgt für Aufbruchsstimmung auf dem Gebiet der digitalen Comics. Während in den USA mittlerweile alle großen Verlage die meisten ihrer Comics auch digital anbieten (inzwischen auch überwiegend gleichzeitig mit der Print-Veröffentlichung), ist man in Deutschland noch relativ zurückhaltend. Trotzdem experimentieren inzwischen schon etliche Verlage mit digitalen Comics. Splashcomics hat bei 18 Verlagen nachgefragt, welche Aktivitäten sie auf dem neuen Feld betreiben oder planen. Unangenehme finanzielle Situation für FumettoDRS 1In Luzern will die konservative Schweizer Volkspartei (SVP) per Volksabstimmung den Haushalt der Stadt ablehnen. Teil davon ist ein Zuschuss von 190.000 Franken, mit dem die Stadt das traditionsreiche Comicfestival Fumetto unterstützt. Derzeit läuft eine Unterschriftensammlung, bis zu deren Abschluss im Februar das Geld gesperrt ist. Wer keine Angst vor Schwyzerdüütsch hat, kann sich auf der DRS-Website auch einen Audiobeitrag zum Thema anhören.  Der eine zahlt, der andere zeichnetFrankfurter Allgemeine Zeitung, Andreas PlatthausComics, Filme, TräumeDeutschlandfunk, Christian MöllerMit großem Medienecho begann in Troisdorf eine Ausstellung über Winsor McCay, dem wir …

Links der Woche: Mit Occupy, Österreichern und Gratis-Downloads

Unsere Links der Woche, Ausgabe 2/2012:   Trüge die Occupy-Bewegung Batman-Masken, würde Frank Miller sie lieben (Teil 1, Teil 2)Telepolis, Twister (Bettina Hammer)Telepolis arbeitet noch einmal die höchst unterschiedlichen Sichtweisen von Frank Miller und Alan Moore auf die Occupy-Protestbewegung auf, deren Teilnehmer gerne die Guy-Fawkes-Masken aus Moores V for Vendetta tragen, und stellt dabei interessante Bezüge zum jeweiligen Werk der beiden Comicautoren heraus: Der eine vertritt harte Law-and-order-Politik, der andere ist bekennender Anarchist. V for Vendetta: the man behind the maskChannel 4 NewsDer britische TV-Sender Channel 4 wiederum hat mit Alan Moore einen Ausflug nach London unternommen, um dort ein paar Occupy-Protestanen an der St. Paul’s Cathedral zu besuchen. Im Video ist übrigens auch ein sehr hübscher Einbau von Interviewszenen in Comicseiten zu sehen: {source}{/source}   Panorama: Klassiker der ReportageORF TVthekDas österreichische Fernsehen holt zunächst einen kurzen Beitrag aus dem Jahr 1961 aus dem Archiv, in dem Kinder ihre „Schundheftln“ gegen bessere Literatur eintauschen, und zeigt dann eine Reportage von 1981 über Comicsammler, die sich damals in „Tauschzentralen“ trafen. Als prominentes Beispiel für diese seltsame …

Topcomics 2011 – Die Favoriten der Redaktion

Welche Comics aus dem vergangenen Jahr haben wir am besten in Erinnerung? Welche haben uns am stärksten beeindruckt, am tiefsten bewegt und am meisten Spaß gemacht? Comicgate-Redakteure blicken zurück und stellen ihre ganz persönlichen Lieblingscomics des letzten Jahres vor. Subjektiv und ohne Anspruch auf Allgemeingültigkeit – hier sind unsere Topcomics 2011!