Alle Artikel in: Rezensionen

Finder 8 – Five Crazy Women (US)

teaser_finder8 Carla Speed McNeil erschafft in ihrer Comicserie Finder eine ganz eigene Welt. Diese macht sie als Webcomic den Lesern zugänglich, veröffentlicht aber auch gedruckte Sammelbände. Der achte, „Five Crazy Women“, ist vor kurzem erschienen.
Auf den ersten Blick sieht diese Welt manchmal fast so aus wie unsere. Die Menschen dort sprechen praktisch so wie wir, leben in relativ normalen Wohnungen, tragen normale Kleidung, gehen sogar manchmal einem recht alltäglichen Job nach. Doch je länger man weiterliest, desto häufiger tauchen Dinge auf, die irritieren: der sprechende, gefiederte Saurier, der an der Universität lehrt. Das Mädchen, das an einer renommierten Schule eine Ausbildung zur Prostituierten macht. Oder der Clan, in dem alle, Frauen wie Männer, aussehen wie Marilyn Monroe.

Der Selbstmordclub

 Der Selbstmordclub von Usumaru Furuya gehört zum Label Shodoku, in dem der Verlag Schreiber & Leser Mangastoffe für erwachsene Leser präsentiert. Augsgangspunkt der Geschichte, die in Japan parallel zum Film
erschien, aber keine strikte Adaption des Films darstellt, ist ein kollektiver Selbstmord von fünfzig Schülerinnen, die sich im größten Bahnhof Tokios vor einen Zug werfen. Nur ein Mädchen überlebt.

Conan 2 – Der Gott in der Kugel…

teaser_conan2Conan der Barbar ist eine Legende. Und er geht wieder in Serie. Seit kurzer Zeit verstricken Kurt Busiek und Cary Nord den wilden Cimmerier in neue Abenteuer. Nach dem fabelhaften ersten Band kommt nun die Fortsetzung: „Der Gott in der Kugel“. Was Autor und Zeichner angefangen haben, entwickeln sie konsequent weiter. Zwar kein Höhenflug, dafür aber ein wasserdichtes Fantasy-Spektakel. Dämonen und Gemetzel inklusive, denn schließlich ist es Conan.

Aya

 Ein Mädchen aus einer Region, die wir in der Regel nur aus Krisenmeldungen in den Fernsehnachrichten kennen, emigriert nach Frankreich. Später, als junge Frau, erzählt sie vom Leben in dem Land, aus dem sie stammt – in Comicform. Das klingt ganz nach der Iranerin Marjane Satrapi, die mit Persepolis eine Erfolgsstory geschrieben hat. Die Rede ist hier jedoch von Marguerite Abouet. Sie stammt von der Elfenbeinküste, Aya ist ihr erster Comic.

Tosca

teaser_toscaDieser Comic ist ein Mafia-Film, bin ich versucht zu sagen. Es ist zwar ein Comic mit allem, was dazu gehört – Bilder, Sprechblasen und ein wenig Onomatopöie -, aber beim Lesen hatte ich den Eindruck, Der Pate, Teil 7 oder 8, anzugucken.
Die drei Alben lange Geschichte, die hier in einem Sammelband präsentiert wird, beginnt damit, dass ein Mann seinen Bruder rächt, der an einer Überdosis Drogen gestorben ist. Er erschießt auf der Straße zwei Drogendealer und wird dafür zum Tod verurteilt. Doch der DEA-Agent (U.S. Drug Enforcement Administration) Harvey Clegg inszeniert seinen scheinbaren Tod und rekrutiert ihn als Handlanger. Er wird operativ in den Patensohn John Tosca verwandelt, der mit seiner Familie gebrochen hat und als ordentlicher Student sein Leben verbringt. Der wahre John Tosca wird beseitigt und durch den falschen ersetzt, der sich bei seinem Vater meldet und ein Versöhnungstreffen vereinbart. 

Donjon -97: Das Ende einer Jugend

 In der großen weiten Comicwelt gibt es kleine Projekte, es gibt große Projekte, es gibt riesig große Projekte und es gibt Donjon. Wer noch das Ende der insgesamt auf 300 Bände angelegten Reihe erleben will, sollte besser kein allzu weit zurückliegendes Geburtsdatum vorweisen können und selbst die Vielschreiber Sfar und Trondheim werden sich schon sicher mehr als einmal selbst verflucht haben für das gigantische Pensum, das sie sich auferlegt haben. Aber kann man denn in dieser Beziehung wirklich Mitleid empfinden mit jemandem, der 100 Bände dem Werdegang einer Figur widmet, die im weiteren Verlauf der Handlung gerade mal eine Nebenrolle spielen wird?

The Walking Dead (Comic-Duett)

comic-duett01-teaserDie Zombie-Serie The Walking Dead lässt das Herz vieler Genre-Fans höher schlagen – aber ein paar Ungereimtheiten gibt es schon, findet zumindest Jan Dinter. Mit Manuel Clavel zusammen müffelt und ballert er sich durch die Serie.
Das Besondere: die beiden haben das Ganze als eigenen kleinen Comic visualisiert (Text: Jan, Zeichnungen: Manuel).

Achtung: die Rezension enthält einen Spoiler für den gerade auf Deutsch erschienenen Band 3 sowie wenige grobe Andeutungen für die späteren Geschehnisse.

Quintett 1 & 2

teaser_quintettFrank Giroud ist zwar als Autor schon ein alter Hase, doch gelangte er erst in jüngerer Zeit mit seiner Serie Die zehn Gebote zu Bekanntheit und Ruhm. 2002 wurde ihm in Erlangen sogar der Max-und-Moritz-Preis als bester internationaler Szenarist überreicht. Seine Spezialität sind Thriller in historischen oder zeitgenössischen Settings mit politisch brisanten Kontexten. Die zehn Gebote feierten nicht zuletzt wegen ihres ungewöhnlichen Konzeptes so große Erfolge: Jeder der zehn Bände war von einem anderen Zeichner ausgeführt. Dieses Konzept wendet Giroud nun in der fünfteiligen Serie Quintett erneut an, wobei es hier nicht nur als eine unterhaltsame Raffinesse dient, sondern einen zentralen Aspekt der Serie illustriert. Die einzelnen Bände der Serie decken nämlich mit ihrer Erzählung immer wieder denselben Zeitraum und dasselbe Geschehen ab.

Fun Home: A Family Tragicomic (US)

teaser_fun_home Wie sieht eigentlich ein anspruchsvoller Comic aus? Würde es zum Beispiel ausreichen, die Comicseiten zusammenzukleben, sie zwischen zwei Buchseiten zu pressen und das Ganze mit dem Stempel „graphic novel“ zu versehen? Natürlich nicht, aber dennoch scheint das neue Jahrtausend dem vergangenen treu zu bleiben, indem es eben diesen Begriff für Qualität im Medium Comic benutzt, ohne wirklich festzulegen, welche Kriterien der Begriff beinhaltet. Während auf dem amerikanischen Comicmarkt immer wieder Titel kursieren, die das Prädikat graphic novel nicht verdienen, hat es die Künstlerin Alison Bechdel – Schöpferin des cartoon strips Dykes to watch out for – geschafft, den Begriff der graphic novel durch ihre Comicmemoiren wiederzubeleben. Ihr gelingt es, das Medium Comic zu benutzen und es sogar zu revolutionieren.

Green Manor 1

teaser_green_manor1 Ich muss zugeben, dass ich bis vor kurzem gar nicht auf dem Schirm hatte, dass es die ZACK Edition gibt. Ich muss auch gestehen, dass ich das ZACK-Magazin nicht lese, weniger aus Desinteresse als vielmehr wegen meiner Abneigung gegen Fortsetzungsgeschichten. Da stieß ich aber auf dieses schöne Album: Green Manor, dessen Inhalt bestens in ein Magazin nach meinem Gusto passen würde: der Band versammelt nämlich lauter abgeschlossene Krimi-Kurzgeschichten. Also nichts mit Fortsetzungen, alles wunderbar.