Prinz Eisenherz: Foster & Murphy-Jahre 3 – 1975/1976
Während die reguläre Prinz Eisenherz-Gesamtausgabe mit den Arbeiten von Hal Foster im Bocola-Verlag schon bei Band 15 von 18 angekommen ist, erscheint nun der dritte Band mit den Comics der nachfolgenden Ära, in der Foster mit John Cullen Murphy zusammenarbeitete. Hal Foster hatte seine Schöpfung 34 Jahre lang Woche für Woche im Alleingang erzählt und gezeichnet. Mit 78 Jahren überließ er seine Geschichte dann seinem selbst auserkorenen Nachfolger John Cullen Murphy. Anfangs zeichnete Foster jedoch noch selber die Skizzen und lieferte den Text für Murphy. Dementsprechend wird diese Phase auch die „Foster & Murphy-Jahre“ genannt. Bocola veröffentlicht die in diesem Zeitraum entstandenen Bände in fünf Teilen in der üblichen Reproduktion.

Mit Die Bekehrung legt der Schweizer Comickünstler und Architekt Matthias Gnehm sein neuestes Buch vor, an dem er immerhin drei Jahre gearbeitet hat. Über 300 Seiten entstanden im Zuge dessen. Es ist Gnehms Versuch, seine eigenen Erfahrungen mit der Zersiedelung des Schweizer Mittellandes zu verarbeiten und sie in eine emotionale Geschichte über Familie, Religion, erste Liebe und Missbrauch zu verweben.
Die Vorgeschichte zu Holy Terror dürfte weitgehend bekannt sein. Frank Miller entscheidet irgendwann nach dem 11. September 2001 (der ihn offensichtlich stark bewegte, wie z.B. die klar an 9/11 angelehnte Doppelseite in The Dark Knight Strikes Again zeigte), dass er einen Comic machen möchte, in dem Batman Herrn Bin Laden so richtig schön aufs Maul haut. So wie das Captain America im Zweiten Weltkrieg mit Adolf Hitler gemacht hat. Dann wurde es still um das Projekt. Man vermutete, es wäre inzwischen begraben, nur um dann zu erfahren, dass es immer noch lebt. Aber nun ohne Batman, da Miller meint, mit der Figur des Batman nicht so weit gehen zu können, wie es für diesen Comic nötig wäre. Und nun, etwas zu spät für den 10. Jahrestag der Attentate vom 11. September und einige Monate nach dem Ableben Osama Bin Ladens, ist Holy Terror bei Legendary Comics erschienen.
Joseph Bell, seines Zeichens Chirurg, Kinder- und Militärarzt, inspirierte Arthur Conan Doyle zu seiner Figur des Sherlock Holmes. Der französische Allrounder Joann Sfar konzipierte rund um den Schotten Bell eine Comicserie, die die bislang angeblich unbekannte Seite der realen Person aufdecken soll.
In seiner Formatreihe „Splitter Books“ bringt der Verlag die im Original vierteilige Serie Dixie Road in einem Band gesammelt heraus. Jean Dufaux ist ein so viel beschäftigter Schreiber, dass man sich nicht nur fragt, woher er die ganze Zeit und die ganzen Ideen nimmt, sondern auch, warum fast alle seine Serien so gut sind. Diese ausgezeichnete Serie hebt sich von den meisten anderen Dufaux-Stoffen ab. Er tummelt sich ja in den unterschiedlichsten Genres, wobei die meisten einen historischen Bezug haben. Was aber hier neu ist, sind die deutlichen soziakkritischen Aspekte. Wenn überhaupt ein Vergleich innerhalb von Dufaux‘ Werk gezogen werden soll, dann muss schon Jessica Blandy herhalten. Dabei haben die beiden inhaltlich nichts gemeinsam.
Schade eigentlich. Mit dem vorliegenden zweiten Zyklus von Didier Convards und Jean-Yves Delittes‘ Tanatos verspielt die Serie aus meiner Sicht den Kredit des ersten Zyklus zu einem erheblichen Teil. Tanatos, ein schurkisches Meistergenie, terrorisiert im frühen 20. Jahrhundert weiterhin Frankreich und halb Europa, nachdem er im ersten Band den Ausbruch des 1. Weltkrieges forcierte. Mithilfe eines übergelaufenen Professors hat er es auf eine Waffe von nie da gewesener Zerstörungskraft abgesehen.
Steve Cuzor ist wahrlich kein Unbekannter mehr. Vor allem seine Serie O’Boys vermochte zu überzeugen. Entstand die moderne Huckleberry-Finn-Saga 2009, handelt es sich bei Blackjack allerdings um eine frühere Serie, die Cuzor bereits 1999 geschaffen hatte. Hier hat er auch das Storytelling komplett übernommen.
Statt des zehnten Jahrestags des 11. Septembers friedlich zu gedenken, inszeniert Frank Miller in Holy Terror einen privaten Rachefeldzug gegen den islamistischen Terror. Sein Comic verbindet perfekte Ästhetik mit perfider Ideologie und erinnert an die Propagandafilme Leni Riefenstahls.
Bakuman. von Texter Tsugumi Ohba und Zeichnerlegende Takeshi Obata (Death Note) beschäftigt sich fast ausschließlich mit dem Schaffensprozess von Manga. Und dennoch wird daraus einer der spannendsten, witzigsten und ganz und gar unglaublichsten Manga der letzten Jahre.
Es ist zweifellos eine sehr ungewöhnliche Geschichte: Ein junger deutscher Comicleser ist vernarrt in die Werke von Hermann (Comanche, Jeremiah, Die Türme von Bois-Maury) und schreibt ihm jahrelang Briefe. Bis dieser eines Tages zurückruft und aus einigen Telefonaten eine Freundschaft entsteht. Viele Jahre später darf jener Leser schließlich ein Comic-Szenario für sein Idol schreiben. Ein wahrgewordener Fanboy-Traum.