Welten des Schreckens 1
Weissblech Comics, bekannt als unerschöpfliche Quelle hausgemachter Pulp- und Trivialkunstwerke, hat eine neue Serie: Sie heißt Welten des Schreckens, bietet laut Untertitel „Finstere Science-Fiction und Fantasy“ und kommt im Prestige-Format (also in Größe eines Heftes, aber mit geklebtem Rücken) daher. WdS ist als Ergänzung zur etablierten Weissblech-Serie Horrorschocker gedacht. Während es dort im weitesten Sinne gruselig zugeht, gibt es in Welten des Schreckens futuristische Geschichten und solche, die von Sagen und Mythen inspiriert sind. Die erste Hälfte der ersten Ausgabe bestreitet Verleger und Weissblech-Mastermind Levin Kurio selbst: Kala, seine barbusige Urzeitheldin (die zuvor schon in anderen Weissblech-Comics auftrat) gerät mit ihrem Dinosaurier Tyr in Gefangenschaft eines skrupellosen Stammeshäuptlings. Das ist zwar recht süffig erzählt und unterhaltsam zu lesen, aber weder zeichnerisch noch inhaltlich besonders aufregend. Interessanter ist da schon der 6-Seiter „Xydoon spricht …“, geschrieben von Kurio und gezeichnet von Klaus Scherwinski, eine gelungene, sehr atmosphärische Science-Fiction-Kurzgeschichte, die aus der Sicht eines fremden, außerirdischen Organismus erzählt wird. Das Highlight des Heftes kommt jedoch zum Schluss: Argstein, der monsterjagende Förster von Josef Rother und Eckart Breitschuh …

Bislang stand der Name „Finix“ ja ausnahmslos für ein äußerst löbliches Verlagsprojekt, in Zuge dessen Albenreihen, die zuvor bei anderen Verlagen scheiterten, zu einem Ende verholfen wurde. Jetzt scheint für Finix die Zeit gekommen zu sein, sich an eine Erweiterung des Programms und die damit einhergehende Profilschärfung zu wagen: Aus diesem Grund wurde die Edition Solitaire aus der Taufe gehoben, gewissemaßen ein Sublabel, in welchem abgeschlossene Einzelalben ihren Platz finden sollen.
Es ist 1984, Ulli ist gerade 17 geworden und lebt mit ihrer älteren Schwester in Wien, wo sie sich vor allem in der Punk-Szene bewegt. Auf Schule und Ausbildung hat sie gerade keine Lust, sie will experimentieren und das Leben möglichst spontan kennenlernen. Kein langes, rationales Abwägen, „Jetzt oder nie“ heißt die Devise. Das gilt auch, als ihre neue Bekanntschaft, die ein Jahr ältere Edi, vorschlägt, man könne doch einfach mal nach Italien fahren. Und zwar ohne Geld, ohne Gepäck und ohne Papiere. Was folgt, ist ein zweimonatiger Trip, der mit dem Wort „Abenteuer“ nur unzureichend beschrieben ist. Mehr als 20 Jahre später hat Ulli Lust aus ihren Erlebnissen von damals eine autobiographische Comicerzählung geformt, die den Leser in mehrfacher Hinsicht zum Staunen bringt. 
Zuerst sieht alles ganz putzig aus: Eine junge Frau empfängt einen jungen Herrn, einen Prinzen, und bei einer Tasse Kakao findet eine zarte Annäherung statt. Die Figuren sehen niedlich aus, als wären sie Märchenbüchern für Kinder entsprungen, sie sind in fröhlichen Farben koloriert. Doch bald löst sich der Raum um sie herum auf, sie müssen fliehen und ein großes Splashpanel zeigt dem Leser, in welcher Behausung die netten Wesen gelebt haben: Sie sind winzig kleine Gestalten, und sie kommen aus dem Körper eines kleinen toten Mädchens gekrochen. Wie Gulliver liegt dieses Mädchen am Boden, im Vergleich zu den kleinen Lebewesen wirkt es wie ein Riese.
In dem neuesten Band von Jan-Michael Richter (kurz Jamiri), Arsenicum Album, behandelt der Zeichner in ganzseitigen Cartoons die Tücken des Alltags, der Technik und das Leben in der Großstadt. Die meisten Cartoons gewinnen ihren Witz normalerweise durch graphische Aussparungen: der Dialog oder die Situation wird zumeist erst in der detaillierteren Zeichnung des letzten Panels aufgelöst und liefert so die Pointe. Dieses Prinzip ist vor allem in den Cartoonserien zu finden, die ursprünglich in Zeitungen abgedruckt wurden, wie z.B. bei Garfield, Hägar und auch bei den Peanuts.