Dick Boss
Damit der Output an Publikationen von Nicolas Mahler nicht nachlässt, müssen stets auch neue Konzepte herhalten und die entsprechenden Ergebnisse dieser Einfälle unters Volk gebracht werden. Im vorliegenden Fall bedient Mahler erneut (nach Längen und Kürzen) die Schnittstelle zwischen Comic und klassischer Literatur und beweist sich als einfallsreicher Grenzgänger. Nicht mehr als 16 Seiten braucht es dazu. Diese 16 ganzseitigen Zeichnungen dienen als Grundlage für einen Kurzkrimi, der variabel anzuorden ist. Mahler selbst betextet seine Ursprungsanordnung der Bilder und erzählt eine klassische Story um den Detektiv Dick Boss (eine Hommage an die Comicfigur Dick Bos, die von Alfred Mazure ab den 40ern in Holland populär gemacht wurde). Die folgenden Seiten sind gefüllt mit weiteren Geschichten, in welchen die 16 Bilder von insgesamt zwölf Autoren dann jeweils individuell neu angeordnet und mit eigenen Texten versehen wurden. Diese Arrangements basieren oft auf völlig neuen Ansätzen und verwirklichen bizarre Einfälle, abseits des eigentlichen Detektivthemas rund um Ermittlung, Schießerei und femmes fatales. Und das funktioniert hervorragend. Zugegeben, anfänglich war ich noch skeptisch, ob es wirklich interessant sein könnte, die …

Unter dem Hakenkreuz Teil 2 und 3 – im französischen Originaltitel „Amours fragiles“ (in etwa: Zerbrechliche Lieben) – sind weiterhin in einem luxuriös großen Format gedruckt, aber bereits jeweils 30 Seiten kürzer als Band 1; dafür verkauft sie der Verlag 4 Euro günstiger. So luxuriös die Aufmachung, so bescheiden die Fortsetzung des Inhalt, was Spannung und Figurenentwicklung angeht.
Als Mael in einem Krankenhaus aufwacht, ist er umringt von drei weiteren Jungen. Sie weihen ihn in eine geheime Verschwörung ein: Alle Patienten der Klinik sind von Krabben infiziert, sie wachsen in Bauch, Kopf oder im Bein heran, wuchern oder zirkulieren in der Blutbahn des menschlichen Körpers. Bernardino, einem der Kinder, musste gar ein Fuss amputiert werden, weil sich eine Krabbe festgesetzt hatte.
Seit Erscheinen des ersten Storybogens, „Die Weltuntergangs-Suite“ dürfte feststehen: Wenn man nur einen einzigen unverzichtbaren Superheldencomic benennen müsste, dann wäre es The Umbrella Academy. Nicht umsonst wurde die noch junge Serie nicht nur in den USA, sondern auch hierzulande mit Lob geradezu überhäuft.
Die große Kunst bei der Schaffung von Comics liegt darin, Lücken zu füllen. Und damit sind die Lücken zwischen den Bildern gemeint. Erst durch den Lesefluss des Betrachters werden die Bilder inhaltlich miteinander verknüpft und im Kopf des Lesers entsteht nicht nur eine zusammenhängende Story, sondern auch eine Dynamik, die im Kopf einen Film ablaufen lässt. Die Kunst der Schöpfer besteht unter anderem darin, Story und Dynamik adäquat zu gliedern. Warum diese allgemeine These, die eher zu einer theoretischen Abhandlung zu Comics gehört, hier in einer Rezension steht? Weil diese Lücken im ersten Band der Reihe Die Korsaren der Alkibiades einen Tick zu groß geworden sind. Es holpert und stolpert an allen Ecken und Enden, wie eine Dampflok, die zu wenig Holz als Antrieb zu fressen bekommt.
Barbarella führe das Publikum fort vom kausalen Denken, fort vom Auflösen von Widersprüchen und fort vom Widersprechen. Die Möglichkeit zur Differenzierung der modernen Welt bleibe ausgeschaltet. Ein unreflektiertes Machtmodell. So schrieb der Literaturkritiker Fritz Raddatz im März 1967 in der Zeit.
Betrachtet man das ziemlich nichtssagende Cover, weiß man zunächst gar nicht, was einen erwarten mag. Die etwas altertümlich gekleidete junge Frau deutet auf eine historische Geschichte. Und da eine junge Frau das Cover beherrscht, liegt der Schluss nahe, dass auch Liebe eine nicht unerhebliche Rolle spielen wird. Nur was macht die Eule da?