Autor: Thomas Kögel

Sam & Max: Surfin‘ the Highway (US)

 Zumindest in Deutschland sind Sam & Max vor allem als Videospiel-Charaktere bekannt. Das LucasArts-Adventure mit den beiden Irrsinns-Detektiven aus dem Jahr 1993 war auch bei uns ein Erfolg. Weniger bekannt ist dagegen, dass Sam & Max das Licht der Welt als Comicfiguren erblickten. Ihr Schöpfer Steve Purcell veröffentlichte 1987 die erste Geschichte mit den beiden und blieb ihnen bis heute in verschiedenen Medien treu. Zum 20jährigen Jubiläum erschien (leicht verspätet) eine Neuauflage des lange vergriffenen Sammelbands mit den vollständigen Comic-Abenteuern.

Storm 1 und 23

 Nach längerem Hickhack hinter den Kulissen war Ende des vergangenen Jahres der Weg frei für die deutsche Version einer Gesamtausgabe der Abenteuerserie Storm, die urspünglich aus den Niederlanden stammt. Die Albenreihe lief von den späten 70er Jahren bis weit in die 90er und lebte vor allem vom detailreichen Artwork des englischen Zeichners Don Lawrence. Gute vier Jahre nach dessen Tod erscheint nun eine edle Neuauflage und gleichzeitig ein neues Album mit einem neuen Zeichnerteam.

Interview mit Marc Hempel (OmU)

GregoryMarc Hempel, Jahrgang 1957, erschuf Ende der Achtziger die Comicfigur Gregory, einen Jungen, der in seiner kleinen Welt in der Nervenheilanstalt zufrieden ist. Verwirrt und unsicher lassen ihn nur Veränderungen zurück, selbst wenn er dadurch mehr Freiheiten erhält.
Der Verlag Cross Cult hat sich dieser skurrilen Serie angenommen und bietet das Gesamtwerk in zwei Bänden an. Unsere Redakteure haben sich über die Serie unterhalten und ein Kurzinterview mit Autor und Zeichner Marc Hempel, der am bekanntesten für seine Zeichnungen für Neil Gaimans Sandman ist, geführt.

Wir bieten Euch das Interview im Original auf Englisch und übersetzt auf Deutsch an.

Manchmal kommen sie wieder: Krigstein ist wieder da!

 Es war im Jahre des Herrn 1999, da veröffentlichte der damals noch ziemlich junge Zwerchfell-Verlag den ersten Band von Krigstein, einer irrwitzigen Geschichte aus dem Zweiten Weltkrieg. Kurz darauf nahm Krigstein-Erfinder Haimo Kinzler eine Auszeit vom Zeichnen, die immer länger wurde, so dass man selbst beim Verlag nicht mehr an eine Fortsetzung geglaubt hatte. Nach acht Jahren Pause war es dann im Herbst 2007 doch soweit: Krigstein 2 erschien, und parallel dazu auch eine Nummer 0. Bei Comicgate erzählt Haimo Kinzler von seiner Serie, wie es zu der langen Pause kam, und wie es weitergehen soll.
Und ein besonderes Einzelstück zu gewinnen gibt es auch!

Der Engel & der Drache 1

 Normalerweise findet man in den Credits eines Comics vor allem den Autor und den Zeichner. Hier sieht das anders aus, man liest Begriffe wie Bildsynthese, Visualisierung, Modellierung, Licht oder digitale Endfassung. Denn Der Engel & der Drache ist ein digitaler Comic. Jedes Bild entstand am Rechner als dreidimensionales Bild. Autor Téhy (Yiu) hat sich dafür mit der Kanadierin Lalie zusammengetan, die hauptberuflich beim Spielehersteller Ubisoft arbeitet.

Daniel & Oleg: Du weisst, ich weiss

 „Daniel und Oleg sind eine WG“, sagt der Klappentext. Und zwar eine im Hamburger Schanzenviertel, wo sich eine Melange aus Alt-68ern, Punks und hippen Werbefuzzis zum sogenannten Szeneviertel vereint. Daniel will um jeden Preis ganz vorne dabei sein, wenn es um die richtigen Styles geht, egal ob es um Musik, Mode, Frisuren oder die Inneneinrichtung geht. Oleg dagegen ist eher der gemütliche Typ, dessen Leben sich zwischen Bong und Spielkonsole abspielt.

Ausser Dienst

 Im März 2004 fasste Lewis Trondheim einen Entschluss: Der französische Zeichner, der mit 39 Jahren schon auf ein beeindruckend umfangreiches Werk zurückblicken konnte, wollte nach 14 Jahren des pausenlosen Zeichnens eine lange Pause einlegen, ohne ein Album zeichnen zu müssen. Eine Zeitlang wollte er von kleinen Werbeaufträgen, Lizenzeinnahmen und dem Schreiben von Szenarios leben und als Koordinator für die Zeichentrick-Version seines Comics Le Roi Catastrophe arbeiten. Doch daraus wurde nichts. Nach 80 Tagen musste Trondheim wieder zeichnen.

Peepshow

 Der Amerikaner Joe Matt gehört zu jenen Künstlern, die in ihren Comics radikal autobiografisch sind und Szenen aus ihrem Leben zu Geschichten machen. Seit 1992 betreibt Matt in seiner Serie Peepshow Seelen-Striptease. Nun kommt ein erster Sammelband auch nach Deutschland.

Träume: Coraline

 Der Name Terry Dodson dürfte bisher vor allem Freunden amerikanischer Superheldencomics bekannt sein. In diesem Bereich hat er an zahlreichen Serien gearbeitet (u.a. Spider-Man-Stories von Kevin Smith und Mark Millar, Harley Quinn und Wonder Woman) und ist als „Good-Girl-Artist“ bekannt, also einer, der besonders gerne weibliche Kurven in Szene setzt. Das vorliegende Album ist Dodsons erste Arbeit für einen französischen Verlag.

Interview mit Scott McCloud (OmU)

Scott McCloudSeitdem er 1993 Understanding Comics (Comics richtig lesen) veröffentlichte, gilt Scott McCloud als der bekannteste und einer der einflussreichsten Comic-Theoretiker. Wobei er eben nicht nur Theoretiker, sondern auch Praktiker ist. Denn Understanding Comics wurde nicht zuletzt deshalb so erfolgreich, weil das Buch selbst ein Comic ist: ein Comic, der erklärt, was Comics sind, wie sie entstanden und wie sie funktionieren. In der Fortsetzung Reinventing Comics (Comics neu erfinden), erschienen in der Zeit des ersten Internet-Hypes und der DotCom-Blase, legte McCloud einen Schwerpunkt auf das Internet als neuen Weg für das Medium Comic. Für seine sehr optimistischen Prognosen musste er auch einiges an Kritik einstecken. Zuletzt erschien Making Comics (Comics machen), in der McCloud, wiederum in Comicform, erklärt, worauf es ankommt, wenn man selbst einen Comic produzieren möchte. Sein deutscher Verlag Carlsen lud Scott McCloud im letzten Herbst zur Frankfurter Buchmesse ein, wo er nicht nur einen vielbeachteten Vortrag hielt, sondern auch unsere Redakteure Björn Wederhake und Daniel Wüllner zum Interview traf.

Wir bieten Euch das Interview im Original auf Englisch und übersetzt auf Deutsch an.