Neueste Artikel

Schmetterlingsnetzwerk 2 – Herr Mond

Cover Schmetterlingsnetzwerk 2Man erinnere sich: Am Ende des ersten Bandes lagen unsere drei Helden Eustache, Mücke und Zibeline mehr tot als lebendig da. Nun lecken sie ihre Wunden und müssen erkennen, dass alle ihre Aktionen ihnen nichts gebracht haben. Zu Geld sind sie immer noch nicht gekommen und auch der Schatz von Eustaches ehemaligem Boss ist noch nicht gehoben. Doch es kommt schlimmer: Der Baron Harcourd hat überlebt und setzt alle Hebel in Bewegung, die drei zu finden und zu töten. 

Eine der größten Stärken des Bandes ist ironischerweise auch eine seiner größten Schwächen. Die schlechte Nachricht zuerst: Die Handlung ist ziemlich entschleunigt und es braucht seine Zeit, bis sich die Protagonisten zu ihren nächsten Schritten entschließen. Dann ist man aber am Ende versöhnt, wenn die Story ein hohes Tempo anschlägt, Dramatik entwickelt und die Figuren noch tiefer ins Elend reißt.

Der Grund für die Entschleunigung sind die Folgen aus dem ersten Band. Wer sich schon immer gefragt hatte, wie es fiktiven Figuren nach ihren Abenteuern geht, der bekommt hier nämlich die Antwort: schlecht. Eustache, Mücke und Zibeline haben nicht nur körperliche Schäden davongetragen, die mit der Zeit, wenn sie diese hätten, verheilen würden, sondern auch psychische. Und so sind sie depressiv, eingeschüchtert, verzweifelt und fragen sich nach dem Sinn ihres Handelns. Mücke erinnert sich an seine Vergangenheit und wir lernen ihn näher kennen. „Herr Mond“ ist nicht nur der Titel des Bandes, sondern auch Mückes ehemaliger Künstlername. Eustache versucht alle im Elan zu halten, gerät damit aber in Konflikt mit Mücke, der Zibeline misstraut und sie nicht in seiner Nähe haben will. Am ärgsten geht es Zibeline. Vergewaltigt, geschunden, fast getötet worden, erträgt sie keine Berührungen mehr und ist vollkommen depressiv. Eustache kann damit nicht umgehen.

Seite aus Schmetterlingsnetzwerk 2Dieser inhaltliche Aspekt ist eine große Stärke und bestimmt die Handlungsweisen der Figuren auch im Folgenden. In dieser Hinsicht ist das Album ein großer Wurf und verleiht der generell schon düsteren Story der Serie noch einen ebensolchen psychologischen Aspekt. Die Helden müssen eine Niederlage nach der anderen hinnehmen. Da wäre das Beleuchten der individuellen Vergangenheit gar nicht unbedingt nötig gewesen, weil es eher ablenkt. Man braucht nur bedingt eine Identifizierung, denn die Schicksalsschläge machen die Figuren auch so zu Sympathieträgern. Insofern ist es sehr erstaunlich, dass der Abgang einer wichtigen Figur recht undramatisch, aber wirkungsvoll, ausfällt. Und das ist vielleicht der größte Kritikpunkt an dem Band. Vielleicht hatten die Macher da Angst vor zu vielen Emotionen.

Die Zeichnungen wurden schon in der Besprechung zum ersten Band gelobt. Und, kaum zu glauben, sie steigern sich noch. Hier lebt die Story viel von der Mimik, und da gelingt es Cecil, sich aller Übertreibungen zu enthalten. Da reicht auch mal eine hochgezogene Augenbraue. Die Steampunkwelt stellt er weiter opulent und in guter Farbgebung dar. Das Spiel mit den Panelrändern suggeriert Erinnerungen und Bewegung. Hier kommen sogar noch zusätzliche Elemente hinzu. Waren im ersten Band Soundwörter vornehmlich durch Risse an den Seiten symbolisiert, setzt Cecil hier direkt stilisierte Schallwellen ein, was sehr geschickt ist und gleichzeitig das Lesen etwas erleichtert.

 

Wertung: 8 von 10 Punkten

Düstere Film-Noir-Story mit sehr guten graphischen Ideen und starker psychologischer Unterfütterung

Schmetterlingsnetzwerk 2 – Herr Mond
Splitter Verlag, Oktober 2011
Text: Eric Corbeyran und Cecil
Zeichnungen: Cecil
48 Seiten, farbig, Hardcover
Preis: 13,80 Euro
ISBN: 978-3-86869-287-7
Leseprobe

Jetzt beim Fachhändler Comic Combo anschauen und bestellen!    Jetzt bei amazon.de anschauen und bestellen!

Abbildungen © der dt. Ausgabe: Splitter Verlag

52 mal berührt: I, Vampire #1

DC Comics startet sein komplettes Superhelden-Universum neu. COMICGATE trifft sich zum Speed-Dating mit den Erstausgaben aller 52 Serien. Wird es dabei zu heißen Spätsommer-Flirts kommen? Zu wilden Schlabberzungenküssen? Oder bleibt es doch eher beim Austausch lauer Unverbindlichkeiten? Hier ist alles drin, Freunde der Sonne. Folge 43 von 52: I, VAMPIRE #1 von Joshua Hale Fialkov und Andrea Sorrentino.

i_vampire

BJÖRN: Wer Vampirgeschichten mag, der wird mit I, Vampire vermutlich glücklich werden. Ich persönlich wurde es nicht. So doppelzüngig es für einen Superhelden-Leser sein mag, etwas dafür zu kritisieren, dass es sich zu sehr auf altbekannte Standards verlässt … ich kann nicht anders, als I, Vampire dafür zu kritisieren, dass es sich zu sehr auf altbekannte Standards verlässt.

Die Vampirromanze zwischen einem „guten“ und einem „bösen“ Vampir, die „Menschen: Vieh oder Leute?“-Diskussion, der seine Blutlust unterdrückende Vampir, der andere Vampire bekämpft. Zwischen Ann Rice, I Am Legend, Twilight, der Rollenspielserie Vampire: The Masquerade, Blade und 30 Days of Night habe ich das Gefühl, dass ich das einfach alles schon mal gesehen habe. Und dass Fialkov die Serie per Dialog im gleichen Universum wie Superman und Green Lantern ansiedeln muss, empfinde ich als äußerst unglücklich. Superhelden und Horror gehen ganz schlecht zusammen.

Es ist nicht so, dass das Konzept nicht Potential hat. Das hier kann sich in spannende Richtungen bewegen. Die überzogene Prosa ist vielleicht sogar das, was ein Vampir-Fan erwartet. Und das Pseudo-Jae-Lee-Artwork ist mir etwas zu eintönig, aber für einen Horrorcomic schon angemessen. Es ist einfach nur so, dass mir das alles zu bekannt vorkommt und ich nicht glaube, dass sich die Geschichte in eine Richtung entwickeln wird, die mich persönlich interessiert.

Wie gesagt: Wer Vampirgeschichten mag, der wird mit I, Vampire wohl glücklich werden. Ich mag Vampirgeschichten nicht und daran haben Fialkov und Sorrentino nichts geändert.

ZOOM-FAKTOR: 5 von 10!


MARC-OLIVER: Mir sind zwar die meisten der Sachen, die Du aufführst, nicht vertraut, ich hab aber auch nichts gegen Vampirstories, wenn sie denn gut sind – wie etwa Let the Right One In.

Das hier ist definitiv nicht „gut“. Jae Lee ist mir auch direkt als Referenz in den Sinn gekommen, aber geschenkt: Andrea Sorrentino macht seine Sache gut, auch wenn sein Stil (noch?) nicht hundertprozentig eigenständig ist. Problematisch sind hier eher Story und Figuren. Oder, um genauer zu sein, das Fehlen derselben. Was die Handlung angeht, verstehe ich die eine Hälfte der Geschichte nicht, während in der anderen überhaupt nichts passiert. Die zwei absolut stereotypen Vampirturteltäubchen hauen sich ein paar Seiten lang beliebige Dialoge um die Ohren, die ungefähr null zur Charakterisierung taugen und genausoviel zur Story beitragen. Und was das mit dem Vampirjäger und der Vampirarmee soll, konnte mir die Story nicht vermitteln. Ich kann dem Storytelling nicht entnehmen, wie die Sache ausgeht, oder ob und wie sie mit dem anderen Erzählstrang in Verbindung steht.

I, Vampire stinkt nach einem halbgaren und billigen Versuch, ins Vampir-Teenie-Geschäft einzusteigen, transportiert ein Minimum an Inhalt und scheitert selbst dabei noch kläglich.

ZOOM-FAKTOR: 1 von 10!


 

Bereits im Juni hatte COMICGATE alle 52 neuen DC-Serien vorurteilslos begutachtet und eingeordnet: Teil 1, Teil 2, Teil 3, Teil 4.

Alle Folgen von „52 mal berührt“

52 mal berührt: The Savage Hawkman #1

DC Comics startet sein komplettes Superhelden-Universum neu. COMICGATE trifft sich zum Speed-Dating mit den Erstausgaben aller 52 Serien. Wird es dabei zu heißen Spätsommer-Flirts kommen? Zu wilden Schlabberzungenküssen? Oder bleibt es doch eher beim Austausch lauer Unverbindlichkeiten? Hier ist alles drin, Freunde der Sonne. Folge 42 von 52: THE SAVAGE HAWKMAN #1 von Tony S. Daniel und Philip Tan.

savage_hawkman

BJÖRN: Hawkman. Die eine Comicfigur, die in der Lage ist, es mit Nathan Dayspring Askani’son Summers Undsofort Cable aufzunehmen, wenn es um völlig unverständliche und verworrene Vorgeschichten geht. Eine Figur also, die von einem Reboot nur profitieren kann. Tja, denkste.

Statt sauber bei null anzufangen, fängt Tony Daniel irgendwo an, nur: Wo das ist? Sagt er nicht. Carter Hall fährt los, das Hawkman-Kostüm zu verbrennen (Warum? Sagt er auch nicht), aber etwas geht schief und das Kostüm verschmilzt mit ihm. Was nun an Hawkmans Vorgeschichte weiter existiert und was nicht? Muss noch erklärt werden, aber die Chancen stehen gut, dass Hawkmans Status quo noch verworrener wird als er ohnehin schon ist. Und das ist immerhin eine Leistung. Über die Figur Carter Hall und seine Motivation erfahren wir derweil im Rest des Comics nichts mehr.

In besagtem Rest gibt es dafür: einen Akte-X-Plot und eine Prügelei zwischen Hawkman und dem Schurken Morphicius. Der macht seinem Namen alle Ehre mit klischeebeladenen Schurkensprüchen, wie sie auch in einem Comic aus dem Jahre 1967 nicht fehl am Platze wären.

Tans Zeichnungen sind hier sogar akzeptabel, aber Daniels Skript stellt sicher, dass mir Hawkman auch nach dem Reboot völlig egal bleibt.

ZOOM-FAKTOR: 2 von 10!


MARC-OLIVER: Womit haben arglose Leser das verdient? Über Daniels Geschichte sagst Du alles, was es zu sagen gibt. Ölartige Parasiten aus der Tiefsee? Akte X lässt grüßen. Wer ist der Held, und warum ist er überhaupt ein Held? Was will er? Will er irgendwas? Schnurzpiepegal, scheint’s. Und, Verzeihung, aber „Morphicius“? Mir schwinden die Kräfte.

Und ganz schlimm auch hier wieder: die Daniel’sche Prosa. Die Filigranität der meist vollkommen nichtssagenden Mono- und Dialoge lässt an Gitarristen denken, die mit Fäustlingen spielen, an Metzger, die Organe transplantieren, oder an fußballspielende Sumo-Ringer. Beispiel von Seite 1: „My name is Carter Hall, most days, anyway.“ Sorry, aber das funktioniert so nicht. Da muss ein Punkt hin, hinter „Hall“, oder das „anyway“ muss weg. Wobei das angespannte Verhältnis zu Zeichensetzung und Grammatik freilich noch Daniels geringstes Problem ist. Die inneren Monologe von Hawkman lesen sich, als hätte der Autor sie ohne abzusetzen aus dem Buch der schlauen Sprüche abgeschrieben. „A man can only do so much.“ „You play the cards you’re dealt.“ „And just like life– nothing is certain.“ „‚cept maybe for death and taxes.“ „One of us had to die. I’m glad it was you.“

Usw. usf. etc. pp. Soviel belanglosen Stuss auf ein paar Seiten Superheldencomic unterzubringen, ist schon fast eine Kunst. Dabei scheint es bisweilen, als könnten Daniels Figuren nichts tun, was ihnen nicht erst im Text aufgetragen wird.

Immerhin: Philip Tan ist besser geworden, seit er für Marvel gearbeitet hat. Er schafft’s nun zumindest, die Informationen der Geschichte so zu vermitteln, dass man sie versteht. Stilistisch ist er auch ambitionierter und etwas trittsicherer geworden. Dass es auch für ihn noch viel zu tun gibt, demonstriert er allerdings eindrucksvoll auf dem Cover, das ansatzweise auch von Rob Liefeld stammen könnte, wenn man sich den rechten Arm mit der Axt mal genauer anschaut.

Es hilft alles nix: Hawkman ist ein dummer, erschreckend einfallsloser und über weite Strecken auch ausgesprochen hässlicher Comic. Pfui Teufel.

ZOOM-FAKTOR: 1 von 10!


Bereits im Juni hatte COMICGATE alle 52 neuen DC-Serien vorurteilslos begutachtet und eingeordnet: Teil 1, Teil 2, Teil 3, Teil 4.

Alle Folgen von „52 mal berührt“

52 mal berührt: Superman #1

DC Comics startet sein komplettes Superhelden-Universum neu. COMICGATE trifft sich zum Speed-Dating mit den Erstausgaben aller 52 Serien. Wird es dabei zu heißen Spätsommer-Flirts kommen? Zu wilden Schlabberzungenküssen? Oder bleibt es doch eher beim Austausch lauer Unverbindlichkeiten? Hier ist alles drin, Freunde der Sonne. Folge 41 von 52: SUPERMAN #1 von George Pérez und Jesús Merino.

superman

BJÖRN: altDas Titelbild sagt alles: Superman ist jeder Superman-Comic der letzten fünfundzwanzig Jahre. Ich habe nichts gegen George Pérez, der Mann ist wie Jurgens oder Marz ein solider Handwerker im Genre Superheldencomic, aber ich hätte für die erste Ausgabe versucht, ein moderneres, dramatischeres Titelbild zu finden. Etwas das sagt „Neuer Anfang“ und nicht „alles wie 1994“.

Der Comic selbst ist ein Superman-Comic. Nicht mehr. Nicht weniger. Nach all der Kritik am dekomprimierten Storytelling zeigt Pérez in Superman, dass das exakte Gegenteil auch nicht funktioniert. Das Heft hat 25 Seiten, aber die sind so vollgestopft, als habe Pérez hier für 33 Seiten geschrieben. Mit dem Resultat, dass Seite um Seite mit kleinen und kleinsten Panels vollgepackt ist und zum Teil völlig überfrachtet wirkt. An einigen Stellen hätte ich mir gewünscht, die Geschichte hätte etwas Raum zum Atmen erhalten. Ein paar Panels hätten einfach nur für sich stehen und Wirkung durch Größe erhalten dürfen. Stattdessen: kleine Panels, viele Captions.

Und über den Inhalt der Captions sollten wir reden: Pérez ist ein kompetenter Autor, aber er hat nicht den Hauch einer Ahnung, wie ein journalistischer Text aussieht. Die Captions, die einen Zeitungsartikel über die Abenteuer von Superman darstellen sollen, sind in grässlichster Prosa verfasst, die einmal mehr eher an Fanfiction.net erinnert als an eine Zeitung („the conflagration continued to rage unabated“).

Superman ist so weltbekannt, dass ich es okay finde, in Ausgabe 1 nicht zu erklären, dass Clark Kent und Superman dieselbe Person sind. Aber ich hätte mir trotzdem gewünscht, dass der Superman-Aspekt der Geschichte mehr Raum erhält. Stattdessen wird auf den ersten sieben Seiten fast nur vom Wert des Daily Planet, von der Überlebenschance des Printjournalismus und von Medienethik gefaselt, was – so spannend ich das Thema in der Realität finde – nicht der Anfang ist, den ich einem Superman-Neustart verpassen würde. Mehr Superman hätte der Geschichte nicht geschadet.

Ach ja: Das Stormwatch-Tie-In ist eine völlig nichtssagende Seite, die darauf verweist, man solle Stormwatch #1 kaufen, um mehr zu erfahren. Damit dürften sich dann Leser beider Serien verschaukelt fühlen.

ZOOM-FAKTOR: 3 von 10!


 

MARC-OLIVER: Auch hier volle Zustimmung.

Wobei: Wenn Du sagst, „nicht mehr, nicht weniger“, dann würde ich einwerfen, dass dieser Blickwinkel hier nur funktioniert, wenn man alles, was im Superheldencomic nach 1984 passiert ist, ausblendet – und einiges davor gleich mit.

Auch ich weiß George Pérez zu schätzen. Seine Zeichnungen für Kurt Busieks Avengers waren damals der Hammer, und seit er 1999 mal unverhofft in Saarbrücken aufgetaucht ist, um dort zu signieren, hat er bei mir eh einen Stein im Brett. Doch es hilft alles nix: Seine Prosa ist zum Davonlaufen, und das hätte verdammt nochmal auch die Redaktion sehen müssen. Das ist viel zu viel, viel zu schlecht, viel zu langweilig und abgedroschen.

Und als kompetent würde ich die Geschichte auch nur insofern bezeichnen, als sie halbwegs vernünftig strukturiert ist. Wenn man sich aber anschaut, was Pérez thematisch anbietet, dann sind da Kraut und Rüben. Pérez baut unentwegt Anspielungen auf Twitter, die Print-Misere oder die Veränderung des Nachrichtenmarkts ein, was nicht nur extrem verkrampft und fehl am Platz wirkt, sondern auch den Anschein erweckt, als hätte er eben erst von all dem erfahren und wäre nun vollkommen fasziniert davon, was es alles gibt in der Welt.

Zwischendurch folgt dann ein völlig lustlos umgesetzter Kampf zwischen Superman und irgendeinem unmotivierten Feuermonster, bei dem man sich nicht sicher sein kann, ob es schließlich durch das Vakuum im All oder von der Prosa des Autors erstickt wird. Und am Ende dann nochmal die melodramatische Keule für Leser, die es schon aus Prinzip schockt, dass Clark Kent und Lois Lane hier kein Paar sind.

Die Zeichnungen sind okay – der erfahrene Spanier Jesús Merino, der früher häufig als Tuscher mit Carlos Pacheco zusammengearbeitet hat, setzt  die wohl sehr groben Vorgaben von Pérez ganz ansehnlich um, und was das Erzählen von Seite zu Seite angeht, lassen die beiden Routiniers hier nichts anbrennen. Daran, dass sich das Endresultat selbst in seinen besten Momenten wie eine Flaschenpost aus längst vergangenen Zeiten liest, ändert das aber auch nichts.

ZOOM-FAKTOR: 4 von 10!


 

Bereits im Juni hatte COMICGATE alle 52 neuen DC-Serien vorurteilslos begutachtet und eingeordnet: Teil 1Teil 2Teil 3Teil 4.

Alle Folgen von „52 mal berührt“

52 mal berührt: Green Lantern: New Guardians #1

DC Comics startet sein komplettes Superhelden-Universum neu. COMICGATE trifft sich zum Speed-Dating mit den Erstausgaben aller 52 Serien. Wird es dabei zu heißen Spätsommer-Flirts kommen? Zu wilden Schlabberzungenküssen? Oder bleibt es doch eher beim Austausch lauer Unverbindlichkeiten? Hier ist alles drin, Freunde der Sonne. Folge 40 von 52: GREEN LANTERN: NEW GUARDIANS #1 von Tony Bedard und Tyler Kirkham.

gl_ng

BJÖRN:alt Das Titelbild hat mich beim Überfliegen in den letzten Wochen (sehr viele Anzeigen in sehr vielen anderen Heften) immer irritiert: Warum prügeln sich all diese Figuren, von denen zwei nicht im Comic auftauchen, um eine Handvoll Smarties?

Hinter dem Cover irritierte mich auch einiges: Ich weiß, hier gehen wir in unserer Meinung auseinander, und ich weiß inzwischen auch, dass die Titel aus dem Subset Green Lantern einfach da weitermachen, wo man vor Flashpoint aufgehört hat, aber ich finde das immer noch wenig einsteigerfreundlich. Ein klarer Reboot wäre sinniger. Auf der einen Seite ist man bereit, hier die Origin von Kyle Rayner nochmal in kurzer Form wiederzugeben, was ich lobenswert finde, auf der der anderen Seite schafft man es dabei aber, für zusätzliche Verwirrung zu sorgen. Zum Beispiel, indem man nicht erwähnt, dass die ersten Seiten ein Flashback sind. Seiten, auf denen alle Guardians tot sind. Dieselben Guardians, die in Green Lantern #1 quicklebendig scheinen und Sinestro einen Ring in die Hand drücken. Warum sie tot sind? … Warum nicht! Auch hier habe ich wieder das Gefühl, dass ich fünfzehn Minuten zu spät in den Film stolpere.

Danach folgen fünf Seiten „verschiedenfarbige Lanterns verlieren ihre Ringe“. Wofür die Farben stehen? Wer diese Lanterns sind? Wo die Unterschiede liegen? Erklärt der Comic nicht. Der Teil des Comics fühlt sich wie absoluter Füller an. Wenigstens haben wir am Ende das Versprechen, dass eine große, knallbunte Massenkeilerei bevorsteht, wobei es vielleicht sinnvoller gewesen wäre, die Figuren, die hier auftreten, auch kurz einzuführen (mit einer Figur tut man das immerhin).

Kirkhams Zeichnungen funktionieren, Bedard bringt ein oder zwei nette Anspielungen auf John Stewart (Green Lantern in der Justice-League-Fernsehserie) und die Kritik an den Kostümen unter, hat Spaß mit den Ringkräften und unterhält mich mehr, als das Johns in der Hauptserie schafft, aber das ist zugegebenermaßen ein zweischneidiges Kompliment. Immerhin ist auch hier die obligatorische Splatterszene zu finden, die mir jetzt schon verspricht, dass ich spätestens im ersten Mega-Event keinen Spaß mehr an dem „erwachsenen“ Umgang mit dem Konzept haben werde. Wobei ich eigentlich nicht einmal weiß, was das Konzept der Serie sein soll. Nach dieser Ausgabe könnte es „Green Lantern für Leute, die Hal Jordan nicht mögen“ sein. An der Stelle versagt Bedard also in seinem Job.

ZOOM-FAKTOR: 3 von 10!


MARC-OLIVER: Nö, hier geb ich Dir vollkommen Recht. Bedard scheitert nicht nur daran, wenigstens halbwegs ein Konzept für die Serie  anzureißen, sondern auch an grundlegenden handwerklichen Dingen wie eben – Du sagst es – der Kennzeichnung des Flashbacks am Anfang. Hat man das einfach vergessen? Hatte man Angst, das scheue Rotwild Neuleser würde beim Anblick eines entsprechenden Hinweises auf eine Rückblende vor Schreck das Heft fallen lassen und blindlings aus dem Laden flüchten? Fragen über Fragen. Eine plausible handwerkliche Erklärung gibt’s dafür jedenfalls nicht.

Auch sonst ist das Heft ein Trauerspiel. Wir haben wieder mal den beliebten Aufhänger Genozid, gleich auf der ersten Seite. Wir haben einen „Helden“, der so taktvoll ist, bei geselliger Runde seinem Kumpel aus dem Blauen heraus laut ins Gesicht zu prognostizieren, dass dieser nicht mal „past first base with this nice girl you brought“ kommen wird, während die betreffende Dame direkt neben ihm sitzt. Will Bedard uns damit vermitteln, dass Kyle Rayner von Wölfen in einer Höhle großgezogen wurde? Wir haben das an Monotonie kaum zu überbietende Spielchen, dass erst ein gelber, dann ein roter, dann ein lilafarbener Ring irgendwo ihre Besitzer in einem entscheidenden Moment im Stich lassen – um dann am Ende schön nacheinander bei Kyle Rayner aufzutauchen.

Es ist keine Übertreibung sondern bittere Wahrheit: Selbst die Busfahrpläne des saarländischen Verkehrsverbundes übertreffen diese Geschichte an purer Dramatik und unvorhergesehenen Wendungen. Für Kirkham kann man sich zumindest wünschen, dass er hier die Gelegenheit erhält, vielleicht doch noch einen eigenen Stil zu entwickeln.

Dann wäre es alles doch für etwas gut gewesen.

ZOOM-FAKTOR: 2 von 10!


 

Bereits im Juni hatte COMICGATE alle 52 neuen DC-Serien vorurteilslos begutachtet und eingeordnet: Teil 1, Teil 2, Teil 3, Teil 4.

Alle Folgen von „52 mal berührt“

Habibi

Cover HabibiSchon die Erscheinungsweise macht deutlich, dass Habibi ein außergewöhnliches Werk ist. Der neue Comic von Craig Thompson, der langerwartete Nachfolger seines großen Erfolgs Blankets, an dem er sechs Jahre lang gearbeitet hat, kommt gleichzeitig in englischer, französischer und deutscher Sprache auf den Markt – das ist selten auf dem Buchmarkt, und bei Comics erst recht. Dieser Sonderstatus setzt sich in der Aufmachung fort: Habibi ist ein voluminöser Klotz von 672 Seiten, der mit Goldverzierung auf dem Hardcover-Einband, Lesebändchen und schwerem Papier sehr edel daherkommt. Wird Thompsons Erzählung dem pompösen Auftritt des Buches gerecht?

Bevor wir diese Frage beantworten, ein kurzer Blick auf den Plot: Habibi (arabisch für „Liebling“) erzählt die Lebensgeschichte von Dodola und Zam, die in einem fiktiven arabischen Land namens Wanatolien zahlreiche Schicksalsschläge zu überstehen haben. Gleich zu Beginn wird Dodola als junges Mädchen von ihren Eltern als Braut verkauft, später landet sie auf einem Sklavenmarkt, wo sie auf den kleinen schwarzen Jungen Zam trifft. Gemeinsam gelingt ihnen die Flucht und sie leben einige Jahre auf einem alten Schiff, das einsam und verlassen mitten in der Wüste herumsteht. Um dort zu überleben, prostituiert sich Dodola für die vorbeiziehenden Nomaden. Eines Tages wird sie entführt und landet als Haremsdame im Palast eines mächtigen Sultans, Zam bleibt allein zurück. Und das ist noch längst nicht die letzte Leidensprüfung für die beiden Protagonisten.

Seite aus HabibiThompson erzählt eine epische Geschichte, die mal an ein Märchen aus Tausendundeiner Nacht, mal an trashiges Exploitation-Kino erinnert. Diesem relativ simplen Kern fügt er jedoch mehrere Ebenen hinzu, die Habibi dann tatsächlich zu einem besonderen Comic machen. Da ist zum einen die grafische Ebene: Craig Thompson entwirft nicht nur eine erstaunliche Vielfalt von Seitenlayouts, die stets bestens zur Handlung passen, er stattet viele Seiten überdies mit prachtvollen Ornamenten aus. Die wunderschön gestalteten Verzierungen schaffen ein orientalisches Flair, ebenso wie die vielfach verwendeten arabischen Schriftzeichen. Diese stellen dann auch die Verbindung von der grafischen zur inhaltlichen Ebene dar. Thompson hat sich intensiv mit arabischer Kalligraphie beschäftigt und verwendet die Schriftzeichen sowohl als visuelles, schmückendes Element als auch als Wörter, die einen bestimmten Inhalt transportieren.

Dies geschieht vor allem dann, wenn Dodola das tut, was sie am besten kann: Geschichten erzählen. Meist sind dies Geschichten aus der Heiligen Schrift, dem Koran. Die meisten davon werden aber auch dem christlich oder jüdisch geprägten Leser bekannt vorkommen, denn es gibt viele Gemeinsamkeiten zwischen Koran, Tora und dem Alten Testament der Bibel. Ein Umstand, den Craig Thompson auch deutlich betont. Man kann Habibi als Plädoyer für mehr Verständigung zwischen den Weltreligionen lesen, für einen Blick auf das Verbindende anstatt auf das Trennende (kurioserweise erschien das Buch in den USA am gleichen Tag wie Frank Millers Holy Terror, das ein komplett gegensätzliches Weltbild vermittelt).

Seite aus HabibiDas andere große Thema, um das es Thompson geht, ist, wie schon in Blankets, das Thema schlechthin: die Liebe. Sie steckt hier bereits im Titel und zieht sich als Leitmotiv bis zur letzten Seite des Buches. Zam und Dodola verbindet zunächst eine Liebe wie zwischen Geschwistern oder zwischen Mutter und Kind, was sich aber mit dem Erwachsenwerden von Zam verändert. Als Dodola verschwindet, gibt es für beide keinen sehnlicheren Wunsch, als sich wiederzusehen. Die Liebe ist die Macht, die alles überdauert, die den Menschen Mut und Kraft gibt, auch schlimme Zeiten durchzustehen.

Der Autor vermischt seine grundlegende, an sich recht triviale Abenteuerhandlung mit der philosophisch-religiösen Ebene, indem er immer wieder unterbricht und abschweift. Das dient nicht gerade dem Lesefluss, funktioniert aber erstaunlich gut, auch weil Thompson die große Stärke der Kunstform Comic, die Verbindung von Text und Bild, sehr effektiv zu nutzen versteht.

Seite aus HabibiHabibi kann die hohen Erwartungen also durchaus erfüllen. Sowohl das Thema als auch die künstlerische Umsetzung sind äußerst ambitioniert, damit ist dies zweifellos ein besonderer Comic, wie man ihn nicht allzu oft sieht. Trotzdem wäre es übertrieben, das Prädikat „Meisterwerk“ zu vergeben, denn der Comic ist nicht frei von Schwächen. Zum einen kann man Thompson vorwerfen, dass er allzu tief in die orientalische Klischeekiste greift und nicht frei von Orientalismus ist (siehe dazu auch den Text „Can the Subaltern Draw?: The Spectre of Orientalism in Craig Thompson’s Habibi“ im Blog The Hooded Utilitarian). Zum anderen ist dem Buch seine mühsame Entstehungsgeschichte anzumerken. Thompson litt zwischenzeitlich an einer Schreibblockade, verwarf viele Entwürfe und fing noch einmal von vorn an. Habibi entstand also nicht aus einem Guss, und genau so liest es sich auch. Im letzten Drittel der Geschichte, in dem Dodola und Zam wieder vereint sind, gibt es einen recht krassen Bruch: Vom Palast des Sultans, einer Welt, die sich märchenhaft und archaisch anfühlt, wechselt der Schauplatz zu einer modernen Großstadt mit Wolkenkratzern und extremer Umweltverschmutzung. Das will nicht recht zum Rest der Erzählung passen und fühlt sich ein wenig an, als habe der Autor das Bedürfnis gehabt, nochmal eine ganz neue Geschichte zu erzählen. Obendrein wedelt Thompson im letzten Drittel auch etwas zu sehr mit dem moralischen Zeigefinger.

Zudem würde man sich wünschen, der Künstler hätte auf die Ausformung seiner Figuren ebenso viel Mühe und Akribie verwendet wie auf die allgegenwärtige Symbolik. Schriftzeichen, Zahlen, Muster – alles bedeutet hier etwas. Auf die Dauer wirkt diese symbolische Überhöhung dann doch recht ermüdend. Die Figuren dagegen entwickeln sich kaum, obwohl wir sie über so viele Lebensjahre und so viele Seiten begleiten. Echte charakterliche Tiefe können die Protagonisten kaum zeigen – und die Antagonisten, überwiegend eindimensionale Bösewichte, erst recht nicht.

Trotzdem lohnt sich die Lektüre von Habibi, denn in weiten Teilen gelingt Craig Thompson ein bildgewaltiger und anrührender Comic, der vor allem eine Ode an die Liebe und eine Feier des Geschichtenerzählens ist. Und die Zeichnungen sind ohnehin eine Augenweide.

 

Wertung: 8 von 10 Punkten

Zeichnerisch und gestalterisch meisterhaft, inhaltlich nicht ganz trotzdem ein hochklassiger Comic.

 

Habibi
Reprodukt, September 2011
Text und Zeichnungen: Craig Thompson

672 Seiten, schwarz-weiß, Hardcover

Preis: 39,00 Euro

ISBN: 978-3-941099-50-0

Leseprobe

 Jetzt beim Fachhändler Comic Combo anschauen und bestellen!    Jetzt bei amazon.de anschauen und bestellen!

Abbildungen: © Craig Thompson, der dt. Ausgabe: Reprodukt

52 mal berührt: Red Hood and the Outlaws #1

DC Comics startet sein komplettes Superhelden-Universum neu. COMICGATE trifft sich zum Speed-Dating mit den Erstausgaben aller 52 Serien. Wird es dabei zu heißen Spätsommer-Flirts kommen? Zu wilden Schlabberzungenküssen? Oder bleibt es doch eher beim Austausch lauer Unverbindlichkeiten? Hier ist alles drin, Freunde der Sonne. Folge 39 von 52: RED HOOD AND THE OUTLAWS #1 von Scott Lobdell und Kenneth Rocafort.

red_hood

BJÖRN:alt Oh Mann, wo fangen wir an? Red Hood and the Outlaws war der zweite Aufreger dieser Woche, weil Starfire als sexuell befreite Frau gedacht war, aber als Masturbationsmaterial für Comicleser endete. Und, ja, die Vorwürfe sind gerechtfertigt: Die ganze Starfire-Kiste rangiert irgendwo zwischen unheimlich und peinlich. Unheimlich peinlich, quasi. Besonders, da die Veränderungen sie als Figur in keiner Weise interessant machen: Alles, was Starfire von den Menschen will, ist Sex, aber sie kann sich nicht einmal die Namen ihrer Teamkameraden merken? Ich bin mir nicht sicher, wie ein so begrenzter Autor wie Lobdell daraus Geschichten stricken will.

Jenseits dessen ist Red Hood and the Outlaws eine comicgewordene FHM-Ausgabe, ein Heft für Fünfzehnjährige jeden Alters: Mit pseudocoolen Sprüchen, männlichem Gebrunfte über den Sex, den die anderen Hauptfiguren mit Starfire haben, und unnötiger Gewalt. Völlig akzeptabel, wenn man einen dummen Comic mit dem Männer- und Frauenbild der frühen Neunziger lesen will, völlig unerträglich, wenn man das nicht mehr braucht.

Komplett daneben ist in jedem Fall die Erzählweise: Red Hood ist mit irgendeiner mysteriösen Sekte verbunden, die irgendeine andere Gruppe bekämpft. Keine Ahnung, ich habe das nicht so recht verstanden. Mein erster Gedanke war, dass man hier auf vorherige Geschichten anspielt, die ich nicht kenne. Stattdessen scheint das aber ein neues Element zu sein und die Backstory wird in den nächsten Heften erklärt werden. Sollte dem so sein, ist das eine völlig hanebüchene Erzählweise: Am Ende des Heftes steht Verwirrung, nicht Spannung. Und darauf zu bauen, dass der Leser in den Folgeausgaben zurückkehrt, um dann weniger verwirrt zu werden, erscheint mir wie eine ziemlich aussichtslose Wette.

Dann wiederum: Der innere Fünfzehnjährige kommt wegen ganz anderer Dinge zurück.

ZOOM-FAKTOR: 3 von 10!


MARC-OLIVER: Zunächst muss ich erst mal wieder wüst gegen Dein Alles-erklärt-haben-Wollen schießen. Ich hasse hasse hasse Comics, die mir Dinge vorkauen oder per Prosa „erklären“ wollen. Sowas ist schlechtes Handwerk. Punkt. Wenn ich zur Handlung eine „Erklärung“ will, dann schau ich bei Wikipedia nach oder lese eins dieser unsäglichen, in Mode gekommenen Interviews, in denen Autoren ihre eigenen Geschichten toterklären. Nein: Ich hätte gerne, dass ein Autor sich die Mühe macht, mich von der ersten Seite an zu fesseln und mir alles, was ich an Informationen brauche, unterwegs über Figuren und Handlung zu vermitteln – und zwar bitteschön so, dass ich das nicht als bloßes Abkippen von Informationen empfinde. Zumindest das macht Lobdell auch ganz geschickt hier. Die mysteriöse Frau ist halt eine mysteriöse Frau. Es gibt keinen Grund, warum wir hier schon erfahren sollten, was sie im Schilde führt. Worum es zunächst geht, ist zu zeigen, dass Red Hood noch andere Motive und Loyalitäten hat, von denen seine Kameraden nichts wissen.

Was den Aufreger angeht, kann ich auch hier nur halbmotiviert die Backen aufblasen. Wer bei sowas wie Red Hood schon erhöhten Puls bekommt, der sollte besser nicht, sagen wir, die ersten sechs Gen13-Hefte von anno 1994 oder so lesen. Der zweite Bezugspunkt, der mir zu Lobdells und Rocaforts – fraglos unterirdischer – Darstellung von Starfire einfällt, ist die Ausgabe von Men’s Health, die ich vor Jahren mal beim Urlaub aus dem Flieger mitgenommen habe, um meine damalige Freundin zu ärgern. Was ganz gut funktioniert hat, denn die vertretenen Frauenbilder und die Vorstellungen von Sexualität sind so ungefähr äquivalent zu denen aus Red Hood.

Das Ding dabei ist aber: Es gibt eine Zielgruppe, die sich aktiv für sowas interessiert. Gen13 hat sich damals verkauft wie heiße Semmeln. Men’s Health gibt’s offenbar immer noch. Und Red Hood wird auch seine Abnehmer finden. Wir können gerne darüber diskutieren, ob es verwerflich ist, in Veröffentlichungen, die sich allerdings doch sehr eindeutig an ein männliches Publikum von einem bestimmten Schlag richten, Frauen zu Wunscherfüllungsautomaten zu degradieren. Dass es Comicleser gibt, die sich von Fantasien mit billiger Porno-Ästhetik untenrum angesprochen fühlen, lässt sich nun einmal nicht abstreiten. Und da finde ich: Lasst ihnen doch ihren Fetischkram. Es ist ja nun zum Glück bei weitem nicht so, dass alle Superheldencomics so wären wie Red Hood. Und eine schlechte Starfire-Geschichte tut auch keinem weh – jedenfalls nicht in dem Maße, dass man deswegen DC oder den Autoren irgendwelche moralischen Vorwürfe machen könnte. Auch Superheldenleser haben ein Recht auf alberne Wichsvorlagen. Also lassen wir doch die Kirche im Dorf. Oder soll man auch jedesmal Sturm laufen, wenn ein rumpeliger Porno mit fragwürdigen Frauenrollen veröffentlicht wird?

Was war sonst noch? Ach ja, die Actionszenen. Wenn man alle schlechten Actionfilme dieser Welt gesehen hat und vielleicht noch ein paar gute („Tanks!“ – „You’re welcome.“), dann wird man das alles schon kennen, was hier geboten ist. Spaß macht dieser Teil des Hefts aber trotzdem irgendwie, denn Rocafort weiß, wie man auf die Kacke haut, und Lobdell hat immerhin einen guten Sinn für Timing. Insgesamt ist das also für mich irgendwie das erwartete dumme Durchschnitts-Action-Ding, mit Abstrichen wegen der saublöden Starfire-Nummer und dem Fehlen so ziemlich aller Merkmale, die man braucht, um bei einer Buddy-Komödie die Buddies voneinander unterscheiden zu können.

ZOOM-FAKTOR: 3 von 10!


 

Bereits im Juni hatte COMICGATE alle 52 neuen DC-Serien vorurteilslos begutachtet und eingeordnet: Teil 1, Teil 2, Teil 3, Teil 4.

Alle Folgen von „52 mal berührt“

Die Abenteuer von Tim und Struppi – Das Geheimnis der Einhorn

Die Abenteuer von Tim und Struppi – Das Geheimnis der EinhornThe Adventures of Tintin
USA/Neuseeland 2011
Regie: Steven Spielberg
Hauptdarsteller: Jamie Bell (Tim), Andy Serkis (Kapitän Haddock), Daniel Craig (Iwan Iwanowitsch Sakharin), Simon Pegg (Schultze), Nick Frost (Schulze)

Zum Tim und Struppi-Gewinnspiel geht es hier!


Der letzte Film, bei dem Steven Spielberg selbst Regie geführt hat, war Indiana Jones 4: Das Königreich des Kristallschädels. Zu gewollt, zu überdreht, zu shialabeouf war die Fortsetzung, mit der Spielberg versuchte, an seine Erfolge anzuknüpfen. Heute, fünf Jahre später, hat Spielberg einen neuen Indiana Jones gedreht, der ganz ohne Indy auskommt: Mit Die Abenteuer von Tim und Struppi – Das Geheimnis der Einhorn entdeckt Spielberg seine Lust am Actionkino wieder und überträgt Hergés Figuren unbeschadet in die dritte Dimension. 

Im Jahr 1983, kurz vor seinem Tod, verfügte der belgische Comiczeichner Georges Remi alias Hergé, dass seine weltbekannten Tim und Struppi-Comics nur von einem einzigen Mann verfilmt werden dürfen: von Steven Spielberg. Obwohl die beiden Visionäre sich nie persönlich getroffen haben, schätzten sie das Werk des jeweils anderen sehr. Gerade aus Respekt vor dem Lebenswerk Hergés dauerte es fast dreißig Jahre, bis Spielberg den Jungreporter Tim und seinen Terrier Struppi auf die große Leinwand brachte. Spielberg hat auf den richtigen Moment, auf das richtige Team und vor allem auf die richtige Technik gewartet, um Hergés Vermächtnis mit Die Abenteuer von Tim und Struppi – Das Geheimnis der Einhorn filmisch umzusetzen. 

Szene aus Die Abenteuer von Tim und Struppi – Das Geheimnis der EinhornBereits der Vorspann zeigt, warum sich das Warten gelohnt hat. Obwohl dieser Raum eigentlich nur für die Opening Credits, die Namen der Mitwirkenden, gedacht ist, nutzt Spielberg ihn gleichzeitig als Einführung in seinen Kosmos. Ebenso wie die Regisseure der James Bond-Filme in ihrem Intro nackte Frauen, Agenten und Pistolen in LSD-Farben vorbeiziehen lassen, spiegelt der Vorspann die Essenz des Filmes wider: Wir sehen einen animierten Tim, wie er den zweidimensionalen Raum verlässt, sich an der Original-Schrift aus den Comics vorbeischlängelt, plötzlich abbiegt und sich in der dritten Dimension wiederfindet. Dabei nimmt die Handlung keinen Schaden: Tim recherchiert, verfolgt und bringt den Bösewicht selbstverständlich hinter Schloss und Riegel.

Die Handlung des Films haben Edgar Wright (Shaun of the Dead und Scott Pilgrim gegen den Rest der Welt) und Joe Cornish (Attack the Block) aus drei verschiedenen Tim und Struppi-Alben zusammengebastelt: „Das Geheimnis der Einhorn“, „Der Schatz Rackhams des Roten“ und „Die Krabben mit den goldenen Scheren“. Wer eine werkgetreue Umsetzung erwartet, wird hier sicherlich enttäuscht, da Spielbergs Filme andere Anforderungen an die Geschwindigkeit der Handlung stellen als Hergés Comics.

Szene aus Die Abenteuer von Tim und Struppi – Das Geheimnis der EinhornDie Entscheidung für eben diese Ausgaben hat Spielberg gemeinsam mit Produzent Peter Jackson (der im Falle eines Kassenerfolgs von Tim und Struppi beim zweiten Film Regie führen soll) getroffen, da den beiden Tintin-Fans das erste Zusammentreffen von Tim und Kapitän Haddock sehr am Herzen lag. Ein Entschluss, der bei aller Liebe zur neuesten 3D-Technik die Charaktere und ihre Beziehung zueinander nicht vernachlässigt. Es sind Tim und Struppi, die, mit dem Kapitän im Schlepptau, auf den Spuren des haddock’schen Familiengeheimnis wandern. Dafür schwimmen sie im Ozean, verdursten beinahe in der Wüste und hetzen atemlos durch alle Gassen. Auch wenn aus den zweidimensionalen slapstickhaften Episoden eine dreidimensionale Verfolgungsjagd geworden ist, so bleiben Spielberg und Jackson der Entdeckerlust ihres Idols Hergé doch treu.

Die Lust am Entdecken – die den Archäologen Dr. Jones so interessant machte – durchdringt jede Pore dieses Films. Angefangen bei der Haut der Schauspieler selbst: Der erste Trailer des Filmes ließ vermuten, dass die Figuren sich irgendwo zwischen Schauspieler und Animation bewegen. Die Angst, weder den Akteuren noch den Charakteren aus den Comics gerecht zu werden und aus der Fantasiewelt Hergés ein lebloses 3D-Gebilde zu erzeugen, war groß. Doch zum Glück bewegen sich die Figuren irgendwo zwischen Schauspieler und Animation. Mittels Performance-Capture-Technologie wurden ihre Bewegungen und auch ihre Mimik aufgezeichnet. Wir sehen zwar immer noch Jamie Bells (Billy Elliot- I Will Dance) Schauspielerei, doch auf seinem Gesicht liegt die computergenerierte Maske von Tim. Jeder Zuschauer und Tim und Struppi-Fan muss sich selbst die Frage stellen, ob er lieber Bells Gesicht anstelle von Tims gesehen hätte, ob das Digitale die Fantasie zerstört oder ihr unter die Arme greift.

Szene aus Die Abenteuer von Tim und Struppi – Das Geheimnis der EinhornAuch wenn es befremdlich wirkt, vergisst man diese Tatsache nach wenigen Minuten, und spätestens, als Kapitän Haddock auftaucht, denkt man gar nicht mehr daran, dass mit Andy Serkis auch Gollum und King Kong vor uns stehen. Dank der Technik und Serkis‘ schauspielerisch-akrobatischem Talent sieht man einen echten Haddock, mit all seinen Flüchen gewappnet und mit seiner Trinklust ausgerüstet. Die Beschimpfungssalven, die er abfeuert, sind genauso liebevoll inszeniert wie jede kleine Slapstickeinlage von Schulze und Schultze (Simon Pegg und Nick Frost), die den Comics direkt entliehen ist.

Wie zwei neugierige Kinder entdecken Spielberg und Jackson die Möglichkeiten der dritten Dimension. Die Technik ist das entscheidene Bindeglied zwischen den beiden. Hat sich doch Spielberg für Jacksons oscarprämierten Special-Effects-Experten Joe Letteri und dessen neuseeländische Firma Weta Digital entschieden. Dabei lobt Spielberg vor allem die Möglichkeit, neben der normalen Regisseur/Schauspieler-Interaktion auch noch die Möglichkeit der virtuellen Kamera zu haben: So konnte er sich durch den „Green Room“ bewegen und die Figuren bereits während des Drehs aus der dritten Dimension beobachten. Dieses Verfahren merkt man dem Film an: Jede Tür, die aufgestoßen wird, jede Whiskyfahne, die ausgestoßen wird, schreibt sich glaubhaft in die dreidimensionale Leinwandwelt ein. Wie Tobias Kniebe zu Recht in der Süddeutschen Zeitung schreibt, ist das Digitale „die vorerst letzte Grenze des Kinos“. Es stellt sich aber nicht die Frage, wann die Computer endgültig die Macht übernehmen, da man vor dieser Grenze nicht einfach verharren kann. Es gilt sie auszuloten und zu übertreten. Den ersten Schritt haben Spielberg und Jackson getan.

Szene aus Die Abenteuer von Tim und Struppi – Das Geheimnis der EinhornTritt man einen Schritt von der Leinwand zurück und betrachtet die Comics von Hergé, so steht der Gedanke des Auf- und Entdeckens im Zentrum aller Geschichten. Andere Länder gilt es zu erkunden und fremde Kulturen zu erleben. Auch wenn Hergés Ausflüge in die Ferne nicht immer ganz politisch korrekt gewesen sein mögen, so hat sich der Autor äußerst genau in die Ferne eingearbeitet. Deutlich wird das auch im Film: Die fiktive marokkanische Stadt Bagghar erblüht in all ihrer orientalischen Pracht. Die Tatsache, dass ihr arabischer Herrscher nicht unbedingt eine gute Figur abgibt, ist wohl eher ein unglücklicher Hinweis darauf, wie treu Spielberg Hergés Comics wirklich bleibt. Beinahe versöhnend tritt rettend die musikalische Untermalung von John Williams ein.

In sein Noir-Universum, das nicht historisch bestimmt sein soll, setzt Spielberg die Figuren Hergés, damit sie sich austoben können. Die Charaktere leben ihre neu gefundene dreidimensionale Freiheit voll aus: Warum sollten sie nicht mit einem Motorrad durch ein Haus fahren, um dem Falken die Schatzkarte aus den Klauen zu entreißen? Warum sollte Ritter von Haddock nicht im Spektakel der Seeschlacht seinen kunstvollen Umgang mit der Klinge in alle Himmelsrichtungen verteilen? Genau an dieser Stelle paart sich die Comicverfilmung mit Spielbergs Faible für die atemlose Verfolgungsjagd – umgesetzt mit Hilfe seines langjährigen Cutters Michael Kahn (Jäger des verlorenen Schatzes, Der Soldat James Ryan) – zu einem hervorragenden Stück Actionkino. Im Gegensatz zu Shia LaBeouf nimmt man dem digitalen Bell/Tim jeden einzelnen Sprung ab und hält wie bei den „alten“ Indiana Jones-Filmen den Atem an, wenn Harrison Ford nur noch mit einer Hand an seiner Peitsche über dem Abgrund hängt. Auch wenn diese Peitsche heutzutage digital ist.

 

Wertung: 10 von 10 Punkten

Gelungener Transfer von Hergeś Figuren in die dritte Dimension – einfach gute Unterhaltung

 


Offizielle Film-Website (englisch)
Offizielle Film-Website (deutsch)
Tim und Struppi bei Carlsen Comics
tintin.com

Abbildungen © Sony Pictures Releasing

52 mal berührt: Wonder Woman #1

DC Comics startet sein komplettes Superhelden-Universum neu. COMICGATE trifft sich zum Speed-Dating mit den Erstausgaben aller 52 Serien. Wird es dabei zu heißen Spätsommer-Flirts kommen? Zu wilden Schlabberzungenküssen? Oder bleibt es doch eher beim Austausch lauer Unverbindlichkeiten? Hier ist alles drin, Freunde der Sonne. Folge 38 von 52: WONDER WOMAN #1 von Brian Azzarello und Cliff Chiang.

wonder_woman

BJÖRN:alt Wonder Woman ist ja eine dieser Figuren, mit denen ich nie so recht warm geworden bin. Auf der anderen Seite sind Azzarello und Chiang zwei Leute, mit deren letzter Zusammenarbeit (dem grandiosen Doctor 13: Architecture & Mortality) ich sehr warm wurde. Insofern war das hier eines der Hefte, auf die ich wirklich gespannt war.

Auf Seite 1 merkt man, dass Azzarello schreibt. Seine Begeisterung für Wortspiele wird der Mann wohl nie aufgeben, aber im Rest der Ausgabe hält er sich angenehm zurück. Das Skript wird nie so „clever“, dass es der Erzählung schadet. Und die Erzählung überzeugt mich: Die Macher etablieren den zentralen Konflikt, vermitteln ein Gefühl dafür, in welche Richtung Azzarello seine Wonder Woman marschieren lässt (griechische Mythologie im zeitgenössischen Gewand), zeigen eine dramatische Actionszene (die so blutig ist, dass ich mich frage, wieso DC diesen Comic nicht als „T+“ klassifiziert hat) und präsentieren ein wenig subtile Charakterisierung der beiden Hauptfiguren Diana und Zola. Eine erste Ausgabe, in der genug passiert, um mich bei Laune und am Lesen zu halten und die keinerlei Vorwissen erfordert. Azzarello erfüllt also alle an ihn gestellten Erwartungen.

Gleiches gilt für Chiang: Wonder Woman ist ein erstklassig aussehendes Heft. Mein Lieblingspanel ist dabei ein nicht einmal dramatisches. Eine Figur säubert eine Sense nur mit ihrem Finger. Aber in diesem kleinen Panel, in dem die Bewegung des Fingers und der Aspekt der Säuberung deutlich wird, merkt man, wie sehr Chiang sein Handwerk versteht. Das gilt auch für alle weiteren Szenen: Seine Actionszenen sind dynamisch, die Figurenbewegungen von einem Panel zum nächsten wirken natürlich, die Mimik aller Beteiligten ist aussagekräftig und Wonder Woman sieht hervorragend aus. Kräftig, groß, feminin, aber in keiner Weise zu aufgebrezelt, zu übersext.

Ich hätte nie gedacht, dass ich das mal sagen würde, aber Wonder Woman hat mich mit diesem Kreativteam als Stammleser gewonnen.

ZOOM-FAKTOR: 8 von 10!


MARC-OLIVER: Deinem Lob in Richtung Cliff Chiang kann ich mich vorbehaltslos anschließen. Der Mann zeichnet schöner und besser als die meisten seiner Superheldenkollegen, die von ihm in Szene gesetzten Geschichten sind, ja, lebendig. Im Zusammenspiel mit Azzarello fährt Chiang hier einige der beeindruckendsten Actionszenen auf, die man derzeit im Superheldenbereich zu sehen bekommt. Die Wucht und Brutalität, die die Beiden erzeugen, wenn etwa einfach nur ein gigantischer Pfeil durch die Luft saust, ist ehrfurchtgebietend – auch die ganzen mythischen Figuren hat man so brachial und überzeugend noch nicht oft gesehen im US-Comic.

Insgesamt fand ich die Geschichte aber leider trotzdem eine herbe Enttäuschung. Eine subtile Charakterisierung von Wonder Woman und Zola konnte ich leider nicht erkennen. Wonder Woman verhält sich hier vollkommen dämlich, und Azzarello gibt sich nicht einmal Mühe zu verbergen, dass sie das einfach nur tut, damit der Plot in die richtige Richtung galoppiert. Den Reiz dieser Figur habe ich, ähnlich wie Du, auch noch nie verstanden – das haben Azzarello und Chiang hier aber auch nicht ansatzweise geändert. Ich hab das Gefühl, dass ich sie als schon allein deshalb toll finden muss, weil sie Wonder Woman ist, aber so funktioniert das eben nicht. Man müsste mir diese Wonderwomanhaftigkeit dann schon irgendwie erst mal näherbringen. Zolas Charakterisierung gibt auch nicht viel her, und den Nebenstrang mit dem Schurken in Spe fand ich langweilig und belanglos.

Wonder Woman ist für mich ein ähnlicher Fall wie Batman: Ich weiß, dass insbesondere Azzarello (etwa in Doctor 13) mehr kann als er hier zeigt, und das ist der Grund, warum ich trotz der faden Story dranbleibe. Bisher ist das unterm Strich leider nicht mehr als besseres Mittelmaß.

ZOOM-FAKTOR: 6 von 10!


 

Bereits im Juni hatte COMICGATE alle 52 neuen DC-Serien vorurteilslos begutachtet und eingeordnet: Teil 1, Teil 2, Teil 3, Teil 4.

Alle Folgen von „52 mal berührt“

Links der Woche: Mit der Buchmesse und prominenten Gästen, Entlassungen bei Marvel und Turtle-Nasen

Unsere Links der Woche, Ausgabe 38/2011:

 

Die Faszination Comic im Umbruch – Ein Resümee
Splashcomics, Bernd Glasstetter
Der Auftritt der Comics auf der Frankfurter Buchmesse hat sich diesmal im Vergleich zu den Vorjahren gravierend verändert. Was alles anders war und welche positiven und negativen Folgen – aus Sicht von Besuchern wie von Verlagen – das hatte, erklärt Splashcomics.

„Habibi“ beeindruckt auf Frankfurter Buchmesse 2011
YouTube, Mediacontainer
Eines der Topthemen im Comicbereich der Buchmesse war sicher die voluminöse Graphic Novel Habibi von Craig Thompson, der sein neues Werk persönlich vorstellte. Auf Youtube gibt es einen Zusammenschnitt verschiedener TV- und Hörfunkbeiträge, die sich mit Habibi beschäftigen.

Es sind die Charaktere, nicht die Zombies
Splashcomics, Marc-Oliver Frisch
„Die Hauptfigur killen? Fände ich toll!“

Spiegel Online, Stefan PannorThe Artist of the Dead
The Artist of the Dead

Titel-Magazin, Boris Kunz
The Walking Dead: Interview mit Comiczeichner Charlie Adlard
serienjunkies.de, Adam Arndt
Zu den Stargästen auf der Buchmesse zählte auch der Brite Charlie Adlard, Zeichner der erfolgreichen Zombieserie The Walking Dead, der auch ein gefragter Interviewgast war. Direkt auf dem Messepodium sprach Walking-Dead-Übersetzer (und CG-Redaktionsmitglied) Marc-Oliver Frisch mit ihm, Splashcomics bietet das Gespräch als Videomitschnitt an:

{source}
<table width=“320″ border=“0″ cellspacing=“0″ cellpadding=“0″>
<tr>
<td>
<a href=“http://www.splashpages.de“><img src=“http://www.splashpages.de/php/flash/onlinetv-logo.jpg“ alt=“Splash! Online TV“ title=“Splash! Online TV“ border=“0″ /></a>

 
<object classid=“clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000″ codebase=“http://fpdownload.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=8,0,0,0″ width=“640″ height=“480″ id=“standAlone“ align=“middle“>
<param name=“allowScriptAccess“ value=“sameDomain“ />
<param name=“movie“ value=“http://www.splashpages.de/php/flash/standAlone_omk.swf?url=http://www.splashpages.de/php/downloadmessen/faszination_comics2011/2011-10-14-KHE_WalkingDead.mp4&sound=true&loop=true&tooltip=true&autoplay=false&swfborder=true“ />
<param name=“quality“ value=“high“ />
<param name=“bgcolor“ value=“#FFFFFF“ />
<embed src=“http://www.splashpages.de/php/flash/standAlone_omk.swf?url=http://www.splashpages.de/php/downloadmessen/faszination_comics2011/2011-10-14-KHE_WalkingDead.mp4&sound=true&loop=true&tooltip=true&autoplay=false&swfborder=true“ quality=“high“ bgcolor=“#FFFFFF“ width=“426″ height=“269″ name=“standAlone“ align=“middle“ allowScriptAccess=“sameDomain“ type=“application/x-shockwave-flash“ pluginspage=“http://www.macromedia.com/go/getflashplayer“ />
</object>
</td>
</tr>
</table>
{/source}

Fumetto Comic-Wettbewerb zum Thema «In Bewegung»
fumetto.ch, Marta Nawrocka
Das Schweizer Comicfestival Fumetto schreibt wie in jedem Jahr wieder einen Wettbewerb aus. Bis zum 9. Januar kann man Comics zum Thema „In Bewegung“ einreichen.

Peter Wiechmann beendet sein Primo-Projekt bei MySherpas!
comicguide.net, Peter Wiechmann
Peter Wiechmann wollte die Comics, die er in den 70ern für das Magazin Primo geschrieben hatte, in einer aufwendig bearbeiteten „Titanen-Trilogie“ neu veröffentlichen und das Projekt mittels Crowdfunding vorfinanzieren. Was durchaus hätte klappen können, wenn die veranschlagten Kosten nicht mit 62.000 Euro sehr hoch gelegen hätten. Nach zwei Monaten Laufzeit hatte die Plattform mySherpas erst einen Bruchteil der angepeilten Summe eingesammelt, so dass Wiechmann das Projekt nun vorzeitig abbläst und sein Fazit zieht: „Ich kann nur Comic … aber das ganz gut!“

Der nächste MARVEL Event: „Layoffs & Cancellations“
Grober Unfug-Blog, Mike
Während DC sich derzeit in den guten Verkaufszahlen des „New 52“-Relaunch sonnt, sorgt Konkurrent Marvel für Negativschlagzeilen. Letzte Woche wurde bekannt, dass das Unternehmen 15 Angestellte entlässt, darunter auch Comicredakteure. Das Blog vom Comicladen Grober Unfug liefert eine mit vielen Links ausgestattete Zusammenfassung.

Teenage Mutant Ninja Noses
teenagemutantninjanoses.tumblr.com
Total sinnlos, aber irgendwie großartig: Ein Tumblelog sammelt Bilder, auf denen den abgebildeten Personen ein Ninja Turtle auf die Nase gezeichnet wurde.

The Adventures of Tintin
vimeo, James Curran
Der Animationskünstler James Curran hat einen inoffziellen, wunderschönen Vorspann für den Tim-und-Struppi-Film kreiert, der Elemente aus allen 24 Alben enthält:

{source}
<iframe src=“http://player.vimeo.com/video/30402976?title=0&byline=0&portrait=0&color=ab020a“ width=“520″ height=“293″ frameborder=“0″ webkitAllowFullScreen allowFullScreen></iframe>
{/source}