Vampire 1 & 2
Im Jahr 2006 entstand in Frankreich Sable Noir, ein gemeinsames Projekt des Buchverlags J'ai Lu, der Spartensender Jimmy und CinéCinéma und der Produktionsfirma Cartel. Eine Reihe von Schriftstellern wurde beauftragt, kurze Horror- oder Mystery-Geschichten zu schreiben, die alle in dem kleinen Dorf Sable Noir spielen sollten, welches einmal im Jahr von einem bösen Fluch belegt wird. Diese Novellen wurden als Buch veröffentlicht und parallel als Miniserie fürs Fernsehen umgesetzt. Das Experiment war erfolgreich, ein paar Jahre später kam die Fortsetzung Vampyres: Sable Noir, bei der Vampire eine tragende Rolle spielen sollten. Diesmal nahm man als drittes Medium den Comic mit ins Boot: Die sechs Vampir-Novellen wurden nicht nur als halbstündige Filme fürs Fernsehen, sondern auch als 24-seitige Comics umgesetzt.

Garg, das ist ein kleines, hellbläuliches Monster-Mädchen. Es wohnt beim erfolglosen Schriftsteller Benni, der Garg irgendwann einfach vor seiner Haustür fand. Das Zusammenleben des bücherverschlingenden, abenteuerlustigen Wesens mit seinem inoffiziellen Adoptivpapa schildert das kreative Duo ASP (dahinter verbirgt sich Alexander F. Spreng, Autor und Sänger der gleichnamigen Gothic-Band) und Ingo Römling, der als Zeichner auch unter der Pseudonym „monozelle“ unterwegs ist (Übrigens ist das nicht das erste Comicprojekt der beiden, denn 2006 erschien bereits ihre Kollaboration
Kaum ist der stürmische Herbst vorbei, hat auch bereits der harte Winter die Mäuseterritorien fest im Griff. Völlig eingeschneit und ohne ausreichend Nahrung und Medikamente entsendet das Städtchen Lockhaven fünf unerschrockene Mitglieder der Mäusewache aus. Auf ihrem Weg zu nahegelegenen Mäusestädten ist die eisige Kälte jedoch nicht die einzige Gefahr …
Die Natur schlägt zurück! Zumindest in Christophe Becs und Eric Henninots zweitem Teil der sechsteiligen Serie Carthago. In „Die Challenger-Tiefe“ bieten die beiden erneut eine konfuse Mischung aus Mystery, Öko-Thriller und Science-Fiction. Wie in Becs anderen Splitter-Arbeiten (Prometheus, Heiligtum) verknüpft der Autor eine Blockbuster-Ästhetik mit einer rasant erzählten Geschichte, die durch Zeit- und Ortssprünge gekennzeichnet ist. Bereits der Auftaktband von Carthago hatte enttäuscht und konnte dem wenig hinzufügen.
26 Jahre ist der Franzose Bastien Vivès erst alt, hat aber bereits etliche eigene Comics veröffentlicht. Einer davon, Le Goût du chlore, bekam 2009 beim Festival von Angoulême den Prix Révélation als bestes Werk eines Nachwuchskünstlers. Bei Reprodukt erscheint mit diesem Buch nun erstmals ein Comic von Vivès auf Deutsch. Sehr viel Übersetzungsarbeit musste der Verlag hier nicht investieren, denn mit Dialogen hält sich der Künstler sehr zurück.
Magie, Religion, Mittelalter. Eine Kombination, die mehr als häufig in Comicserien bemüht wird. Vielleicht ist das auch einer der Gründe dafür, dass bei mir angesichts der neuen Reihe Missi Dominici mit der x-ten Abwandlung der genannten Themen eine gewisse Ermüdung vorherrscht.
Vom erfolgreichen Autorenduo Ange, das sind Anne und Gerard Guero, unter anderem durch die Serien Die Legende der Drachenritter, Belladonna, Das verlorene Paradies und Bloodline bekannt, erscheint eine neue Fantasyserie auf dem deutschen Markt.
Der Münchner Verlag Schreiber & Leser veröffenlicht thematisch düstere Comics seit Neuestem unter einem eigenen Noir-Label. Allerdings nicht im Albenformat, sondern als kleinformatige Bücher, ähnlich den Splitter Books oder den Comics der Graphic-Novel-Schiene von Carlsen. Einer von drei Bänden, die hierfür den Anfang bilden, ist der hervorragende französische Comic Die Packard Gang.