Rezensionen

Hauteville House 3&4

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Cover Hauteville House 3Zurück ins Steampunk-Universum von Hauteville House, in dem Geschichte neu geschrieben wird: Im fiktiven 19. Jahrhundert strebt Kaiser Napoleon III. die Eroberung aller Kontinente an und entsendet seine Armee auf okkultistische Expeditionen. Als Ergebnis einer solchen wird in Mexiko ein geisterhaftes Wesen geborgen, das als Waffe dienen und als entscheidender Faktor im amerikanischen Bürgerkrieg fungieren soll. Transportiert wird diese Waffe auf der Chlodwig, einem riesigen kaiserlichen Schiff. Vom Hauteville House aus, dem Sitz der republikanischen Widerständler, werden die Agenten Gabriel und Zelda auf die Mission geschickt, die Chlodwig rechtzeitig vor der Ankunft in Amerika zu zerstören. Parallel dazu schleust sich Èglantine unter falschem Namen in den engeren Beraterstab des Kaisers ein. Ihr Ziel ist es, herauszufinden, worüber Napoleon mit den Südstaaten verhandeln will.

Cover Hauteville House 4Mit Band 3 nimmt die Serie von Fred Duval (Texte) und Christophe Quet (Storyboard) richtig Fahrt auf, bevor Band 4 schließlich das Ende des ersten Zyklus markiert. Dreh- und Angelpunkt ist dabei der amerikanische Bürgerkrieg 1864, den der französische Kaiser für seine eigene Zwecke nutzen möchte: Indem er sich mit der einen Seite verbündet und den Sieg mit seiner übernatürlichen Waffe garantiert, kann er in Übereinkunft mit dem Gewinner anschließend Gebiete auf dem Kontinent für sich beanspruchen. So lautet zumindest sein Vorhaben. Doch die republikanischen Soldaten tun alles dafür, es soweit nicht kommen zu lassen.

Kriegsschiffe, U-Boote, Zeppeline, Panzerzüge marschieren neben dampfbetriebenen Motorrädern, Soldaten auf Pferden und gigantischen Metallspinnen auf. Und mittendrin eine ektoplasmische Kreatur, die sich durch die Menschenhorden metzelt. In Band 3 und 4 ist einiges geboten. Es wird jetzt etwas weniger geredet als noch in den beiden ersten Alben, denn schließlich herrscht Krieg. Die Verquickung aus Horror, Steampunk, Agententhriller und Historiencomic gelingt hervorragend.

Seite aus Hauteville House 4Zur Authentizität dieser sehr eigenwilligen Welt gehört auch die „Hauteville House Tribune“, eine Zeitung von 1864, von der zu Beginn von Band 4 eine illustrierte Beilage abgedruckt ist. Die Seiten reflektieren und rekapitulieren die bisherigen Geschehnisse für das Volk und stellen die neuesten Errungenschaften der Technik vor, darunter der „Ektoplasmator“, mit dem man Geister aufsaugen kann, kohlenbetriebene Kutschen oder ein über Pedale angetriebener Rammbock, mit dem man buchstäblich Berge versetzen können soll.

„Hat die zahnradbasierte Übersetzungstechnik damit ihren Höhepunkt erreicht?“, fragen die Redakteure des Tribune schließlich. Eine Frage, die sich nach vier Ausgaben auch die realen Leser der Comicserie Hauteville House stellen dürften. Was hier an spektakulären Vehikeln und retro-technologischem Fortschritt aufgefahren wird, ist an Fantasiereichtum kaum zu überbieten.

 

Wertung: 8 von 10 Punkten

Amerikanischer Bürgerkieg mal anders, der zweite Zyklus darf kommen

 

Hauteville House 3&4
Finix Comics, 2012/2013
Text: Fred Duval, Christophe Quet
Zeichnungen: Thierry Gioux
Übersetzung: Tobias Haßdenteufel
je 48 Seiten, farbig, Hardcover
Preis: je 13,80 Euro

Band 3: Der Geisterdampfer
ISBN: 9783941236691
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Band 4: Atlanta
ISBN: 9783941236707
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Abbildungen: © der dt. Ausgabe: Finix Comics