Autor: Thomas Kögel

Die Druiden 1-3

 Aremorica, Druiden, keltische Götter: So gut wie jeder Comic-Leser kennt diese Stichwörter und denkt natürlich an Asterix, das gallische Dorf und den dort ansässigen Druiden und Zaubertrankbrauer Miraculix. Das man das Setting auch für einen eher ernsthaften Comic verwenden kann, zeigen die Autoren Jean-Luc Istin und Thierry Jigourel und Zeichner Jacques Lamontagne mit ihrer Serie Die Druiden. Die auf insgesamt sechs Alben angelegte Reihe spielt am Ende des 5. Jahrhunderts, also knapp 500 Jahre später als Asterix. Längst hat sich das Christentum ausgebreitet und drängt den alten keltischen Glauben zurück.

Das Zeichen des Widders

 Die französische Schriftstellerin Fred Vargas (die eigentlich Frédérique Audoin-Rouzeau heißt), gehört seit etlichen Jahren zu den beliebtesten Krimi-Autoren, nicht nur in Frankreich, sondern auch bei uns. Ihre Krimis um den Kommissar Adamsberg bzw. um „Die drei Evangelisten“ stehen regelmäßig auf den Bestsellerlisten und haben etliche Preise gewonnen. Ihr deutscher Verlag Aufbau hat sämtliche in Frankreich erschienenen Romane auf deutsch veröffentlicht, nur bei einem hat er lange gezögert: Das Zeichen des Widders, in Frankreich im Jahr 2000 erschienen, ist nämlich ein Comic.

Kommissar Eisele – Kripo Stuttgart

 Den Stuttgarter Martin Frei darf man mittlerweile schon fast zu den Veteranen unter den deutschen Comic-Zeichnern zählen. Seit bald 25 Jahren veröffentlicht er Comics und legt dabei eine erstaunliche stilistische und inhaltliche Palette an den Tag: Science Fiction (Gregor Ka), Horror (Kurzer Prozess), Fantasy (Asanghia), aber auch Krimi- (Tatort) und Funny-Comics (Superbabe) hat Frei bereits gezeichnet. Sein neuestes Werk ist eine Mischung aus den beiden letztgenannten.

Berlin 2: Bleierne Stadt

 Der erste Band von Jason Lutes‘ Berlin-Saga erschien im September 2003 in Deutschland. Ganze fünf Jahre vergingen, bis nun endlich der Folgeband vorliegt. Weil Zeichner und Autor Lutes nicht allein von der Produktion seiner Berlin-Comics leben kann, ist das Veröffentlichungstempo sehr gemächlich. In den USA erscheint jedes Kapitel als einzelnes Heft, der Carlsen Verlag wartete dagegen ab, bis er einen Sammelband veröffentlichen konnte. Das Warten hat sich gelohnt.

Insel Bourbon 1730

 Hört man das Stichwort Piraten, so fallen einem entweder die aktuellen Ereignisse vor der Küste Somalias ein, oder jene Piraten, die wir aus dem Kino kennen: die verwegenen Freibeuter der Meere, nur echt mit Augenklappe, Holzbein und Papagei auf der Schulter. Die Piraten, von denen Lewis Trondheim in seinem neuen Comicroman Insel Bourbon 1730 erzählt, gehören weder zur einen noch zur anderen Fraktion. Gemeinsam mit dem Szenaristen Appollo versucht er ein realistisches Bild von der Zeit zu zeichnen, als die große Ära der Piraterie zu Ende ging.

12 Gründe, dich zu lieben

 Jamie S. Rich war fünf Jahre lang Chefredakteur bei Oni Press, einem kleinen aber sehr feinen Independent-Comicverlag, und hatte zuvor auch als Redakteur bei Dark Horse und anderen US-Verlagen gearbeitet. Gelegentlich tritt er auch als Autor in Erscheinung. Der erste seiner Comics, der auf deutsch erscheint, ist 12 Gründe, dich zu lieben. Wie der Titel schon andeutet, handelt es sich um eine romantische Liebesgeschichte. Wer aber eine kitschige Schnulze erwartet, liegt weit daneben …

Sonne und Mond 1-3

 Es beginnt mit einem Arschloch. Gleich im allerersten Panel dieses Manhwas bekommen wir den Hinterausgang eines Pferdes zu sehen sowie das, was dort rauskommt. Ein bezeichnender Auftakt, denn Kwan Gaya schert sich einen Dreck um Konventionen. Sein Epos Sonne und Mond, das in drei Teilen bei Shodoku, dem Asien-Label von Schreiber & Leser, erschienen ist, passt in keine Schublade. Es verwendet zwar reichlich Klischees und Versatzstücke aus diversen Genres, setzt diese aber so dreist zusammen, dass etwas völlig Eigenständiges entsteht.

Der Kri-Ticker #69

 Wie immer schön durchgeschüttelt, querbeet durch alle Genres – hier ist eine neue Folge des beliebten Rundumschlags unserer Redaktion. 14 Kurz-Rezensionen zu diversen Comics, die in letzter Zeit bei uns gelesen wurden.

Diesmal mit dabei: Thor 1, Gespenster Geschichten #1655, Banana Sunday, Molch, Matrix Comics 1, Kreuzzug 1, Hack/Slash 2, XIMAG 2, Strichnin 2, Bruder Thadeus – Das Münchner Kindl, Tagebuch einer Reise, Torpedo 5, Der Schimpansenkomplex 2 und Aliens 3.

 

Das Wolkenvolk 1: Seide und Schwert – Wisperwind

 Mit dem ersten Band von Seide und Schwert betritt der vor zwei Jahren ins Leben gerufene Splitter Verlag Neuland: Nach vielen Lizenzausgaben französischer Comics legt er erstmals eine Eigenproduktion vor und folgt gleichzeitig dem aktuellen Trend, Stoffe zu adaptieren, die bereits als Roman erfolgreich waren. In diesem Fall handelt es sich um eine Adaption der Romantrilogie Das Wolkenvolk von Kai Meyer, einer Fantasygeschichte, die im mittelalterlichen China spielt.

Allein 1: Verschwunden!

 Es sind gute Zeiten für Freunde franko-belgischer Comicalben. Die Durststrecke vergangener Jahre ist vorbei, das Angebot an neuer Comicware aus Frankreich ist so groß wie lange nicht mehr. Nach den erfolgreichen Neugründungen Bunte Dimensionen und Splitter reiht sich nun ein weiterer Verlag ein, um franko-belgisches Material an den Mann zu bringen. Der Piredda Verlag, gegründet vom ehemaligen ZACK-Chefredakteur Mirko Piredda, führt einerseits Reihen fort, die andere Verlage aufgegeben haben, bringt aber auch neue Serien auf den Markt. Die erste davon ist Allein.