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Comicgate auf dem Comic-Salon Erlangen

Vorläufiges Cover vom Comicgate-Magazin 5Der Comicgate-Stand: Comicgate wird wieder mit einem eigenen Stand im Messezentrum vertreten sein (an gleicher Stelle wie 2008, Halle B, Standnummer 34). Dort präsentieren wir druckfrisch die fünfte Ausgabe unseres einmal jährlich erscheinenden Comicgate-Magazins sowie den Hardcover-Cartoonband Schwarz, weiß, tot. Viele Zeichner werden bei uns signieren, außerdem nehmen wir gerne Lob und Kritik, Blumen und Schokolade entgegen.

Das Print-Magazin: Nummer 5 des Comicgate-Magazins enthält auf insgesamt 128 Seiten (teilweise in Farbe) die bewährte Mischung aus ausführlichen Artikeln und Interviews (die nicht online zu finden sind) sowie Comic-Kurzgeschichten, die fast alle exklusiv für das Magazin entstanden sind. Die aktuelle Ausgabe erscheint ganz frisch zum Salon und kostet 6,50 Euro. Hier ein Blick ins Inhaltsverzeichnis und ein paar Kostproben aus den enthaltenen Comics:

Inhaltsverzeichnis Zapf: Die Pfade von Juun Martin Rathscheck: Ferkel & der Golem: Spleens  Michael Vogt: Los 7 Mariachis: El Pollo de la Muerte Regina Haselhorst: Kalles Kneipe Ambroggio: Karate Scorpion

Cover von Schwarz, weiß, tot – Cartoons von Lapinot Schwarz, weiß, tot: Zum zehnjährigen Jubiläum geben wir unseren ersten eigenen Comicband heraus, besser gesagt eine Sammlung von Cartoons mit morbidem Grundtenor. Autor und Zeichner ist ICOM-Preisträger Bastian „Lapinot“ Baier, den Stammleser noch von seiner Cartoonreihe Freitag? bei uns kennen. Das Werk ist in den Farben Schwarz, Weiß und Rot gehalten kommt mit einem schicken Hardcover und kostet 10 Euro. Infos und Leseprobe hier.

Signierstunden: Fast durchgehend werden an unserem Stand Zeichner signieren, die an unseren Printprodukten mitgewirkt haben. Vor Ort sind:

  • Bastian „Lapinot“ Baier (Schwarz, weiß, tot)
  • Christian „Mana“ Nauck (Cover Comicgate-Magazin 5)
  • Michael Vogt
  • Falk „Zapf“ Holzapfel
  • Regina Haselhorst
  • Greta Sedlmayr
  • Martin Rathscheck
  • Raphael „Ambroggio“ Homölle (alle Comicgate-Magazin 5)
  • Jolly Rotten (Comicgate-Magazin 4)
  • Ingo Römling (Comicgate-Magazin 4)

Einen kompletten Überblick mit dem voraussichtlichen Zeitplan gibt es im folgenden Bild oder in diesem PDF.
Außerdem verkaufen und signieren unsere Mitaussteller Gabor Racsmany und Thilo Krapp.
Signierzeiten am Comicgate-Stand auf dem Comic-Salon

Berichterstattung: Natürlich berichten wir auch über das Geschehen vor Ort. Nicht so allumfassend wie  die Kollegen von Splashcomics und comic.de aber schnell und aktuell via Twitter sowie mit persönlichen Kommentaren und Eindrücken in unserem Weblog Welt am Draht. Außerdem werden wir nach dem Salon wieder wie in den Vorjahren Fundstücke, Anekdoten und Kleinigkeiten in einem Messe-ABC versammeln.

Zeichnung; Till Felix Das Jubiläums-Gewinnspiel: Comicgate und das Comicforum feiern beide in diesem Jahr ihren zehnten Geburtstag. Aus diesem Anlass haben wir uns zusammengetan und veranstalten gemeinsam ein großes Gewinnspiel mit tollen Preisen, die uns von zahlreichen Comicverlagen zur Verfügung gestellt wurden. Herzlichen Dank dafür! Auf dem Salon werden Flyer verteilt, die eine Teilnahmekarte für das Gewinnspiel enthalten. Außerdem wird auch eine Online-Teilnahme möglich sein.
Alle Infos zum Jubiläum und zum Gewinnspiel findet man auf www.10jahrecomics.de.

Wer ist hier der Experte? Weitere Preise gibt es direkt auf dem Comic-Salon zu gewinnen. Einmal pro Tag gibt es auf der Open-Air-Bühne auf dem Rathausplatz das Gewinnspiel „Wer ist hier der Experte?“, eine kleine Quizshow, in der sich die Teilnehmer mit jeweils einem der Macher von Comicforum und Comicgate messen können. Die Termine: Donnerstag um 13 Uhr, Freitag bis Sonntag jeweils um 10:15 Uhr.

Sticker im Panini-Album: Der Überraschungshit des Salons 2008 war zweifellos das eigens aufgelegte Panini-Album, das Kinder jeden Alters zum eifrigen Aufkleber-Sammeln animierte. An unserem Stand gibt es einen Comicgate-Aufkleber, einen zum gemeinsamen Jubiläum mit dem Comicforum und außerdem erhaltet Ihr bei uns auch den Sticker von Splashcomics.
2010er-Sticker von Comicgate2010er-Sticker zum Jubliläum von Comicforum und Comicgate

Das komplette Programm und alle weiteren Infos zum Comic-Salon findet man auf www.comic-salon.de

Hellblazer 8 – Bei den Toten

 Langsam fragt man sich, wie das mit dem Dämonenjäger John Constantine weitergehen mag. Schließlich sind in den letzten Bänden die Reihen seiner Freunde und Kollegen arg dezimiert worden. Auch in diesem Band verlassen einige sehr wichtige Personen die Reihe. Hoffentlich verkommt Constantine nicht bald wieder zu einem Helden, der von einem Abenteuer in das nächste strauchelt. Kurze abgeschlossene Gruselgeschichten haben zwar auch ihren Reiz, aber gerade die zwischenmenschlichen Töne und das Leid von John Constantine machen einen sehr großen Teil der Serie aus. Es braucht dringend einige neue Figuren, quasi frisches Blut. Dabei sollten sie langsam eingeführt und nicht direkt verheizt werden. Eine neue Gruppe würde nicht nur den Charakter des Helden stützen, sondern auch neue Aspekte einbringen.

Das alles soll aber nicht heißen, dass dieser Band schlecht sei. Ganz im Gegenteil. Er ist sehr packend und schließt einige lose Handlungsfäden zu einem ordentlichen Paket zusammen. Manche der Fäden reichen noch bis in die Zeit zurück, in der Garth Ennis die Serie schrieb. Die Zeichnungen sind sehr phantasievoll, spielt doch ein Großteil der Handlung in der Hölle selbst. Leider lässt die Tuschezeichnung manche Details etwas verschwimmen, verstärkt aber das Düstere in den sehr dunkel gehaltenen Farben. Es gibt in den Zeichnungen auch manche Anspielungen an Die göttliche Komödie von Dante. Vor allem natürlich, was das Inferno betrifft. Der Humor hingegen wurde etwas heruntergeschraubt. Eigentlich kein Wunder, denn Constantine versucht schließlich die Seele seiner Schwester zu retten. Die besten Sprüche hat diesmal ausgerechnet der Teufel. Und diesmal hat er auch das letzte Wort. Für Fans wird es ein überraschendes Finale geben. Zugreifen.

Hellblazer 8 – Bei den Toten
Panini Comics, April 2010
144 Seiten, farbig, Softcover
Preis: 16,95 Euro

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Broken Trinity


 Im Top-Cow-Universum exisitieren seit jeher die jeweils aktuellen Inkarnationen der Angelus und der Darkness. Sie repräsentieren Licht und Finsternis und sind damit seit Urzeiten natürliche Widersacher. Dazwischen sorgt die Witchblade als drittes Artefakt im Bunde für das kosmische Gleichgewicht der beiden erstgennanten. Dass es mit eben jenen mysteriösen Artefakten mehr auf sich hat als der Leser bislang vermuten konnte, davon erzählt das Event Broken Trinity.

Ein weiser alter Kurator und Antiquitätenhändler klärt uns schließlich alle auf: Insgesamt gibt es dreizehn Artefakte, die „das Schicksal der Menschheit entscheiden“. Zwei davon sind der Froststein und das Feueramulett, um die sich Broken Trinity dann auch vornehmlich dreht. Alles in allem ist die Grundidee der Autoren hier sicher nicht völlig verkehrt, erweitern sie doch den mystischen Bereich des Top-Cow-Universums erfolgreich um zwei weitere Bausteine und schütteln damit das bestehende Machtgefüge, die Trinität, einmal gehörig durch.

Überraschend gut geglückt ist das Zusammenspiel zwischen der dreiteiligen Hauptserie und den drei Oneshots zu Broken Trinity, die der Witchblade, der Darkness und der Angelus gewidmet sind. Gerade diese Oneshots konzentrieren sich auf die menschliche Seite, respektive auf das Privatleben der Träger, Mafiaboss Jackie Estacado, Polizistin Sara Pezzini und Kellnerin Celestine. Trotzdem fügen sich sich gut in die eigentliche Handlung des Events ein und verleihen der actionlastigen Story dankenswerterweise etwas mehr Tiefe. Auch nett: Zwei unabhängige Epiloge, in denen kurze Ausblicke auf die Zukunft der neuen Träger von Froststein und Feueramulett gewährt wird. Diesen für mich persönlich versöhnlichen Abschluss hat der deutsche Band, der das komplette Event inklusive aller Tie-Ins enthält, aber nach dem vermurksten Beginn auch bitter nötig: Diesen bestreitet eine mutige Journalistin, die den Leser auf ermüdende Weise an ihrer Recherche zum Thema „Übersinnliche Erscheinungen“ teilhaben lässt. Was auch als nichts anderes gedacht ist als eine knappe Rekapitulation vergangener Ereignisse, nochmal in versteckter Form vorgekaut.

 Was bleibt also festzuhalten vom vermeintlich markerschütternden Crossover Broken Trinity? Viele Kampfsequenzen, nunmehr fünf statt drei Artefakte und eine breite Palette an verschiedenen Zeichenstilen, die in einem Band versammelt einen ziemlich krassen Kontrast bilden. Von glatt poliertem Realismus über vergleichsweise fast cartoonige Optik bis hin zur dreckig-rauen Gangsterstory hält Broken Trinity zeichnerisch für jeden etwas parat.

Inhaltlich wird erstmal viel Lärm um eigentlich recht wenig gemacht, die Handlung oft etwas unbeholfen aufgebläht und zerstückelt. Dafür muss man aber wirklich sagen, dass das Event sich trotz vieler beteiligter kreativer Köpfe, auf einem ordentlichen Niveau bewegt und sich vor allen Dingen recht konsistent zeigt. Neueinsteigern dürfte das wenig bringen, Fans von Witchblade, Darkness und Co. dürften jedoch Gefallen finden.

Leseprobe


Broken Trinity
Panini, Januar 2010
Text: Ron Marz, Phil Hester, Brian Edward Hill
Zeichnungen: Stjepan Sejic, Phil Hester, Jorge Lucas, Brian Stelfreeze, Nelson Blake II, Dave McCaig, Tyler Kirkham

180 Seiten, farbig, Softcover, 16,95 Euro

Wie bei einem Großereignis üblich gibt es Licht und Schatten, insgesamt weiß der Comic aber durchaus zu unterhalten.

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Abbildungen: © Panini Comics

The Goon 5: Über die schrecklichen Konsequenzen von Tugend

Er hat es schon wieder getan: Eric Powell schickt seine Figur, den berüchtigten Mafiaschläger Goon, erneut in eine Handvoll kruder Geschichten. Der fünfte Sammelband mit dem leicht sperrigen Titel „Über die schrecklichen Konsequenzen von Tugend“ erzählt u.a. von Goons Karriere in einem Footballteam, seiner Konfrontation mit einem verrückten Wissenschaftler und seinem Gefängnisaufenthalt. Und als wäre das nicht schon fesselnd genug, hält der Band auch noch eine illustrierte Kurzgeschichte von Thomas Lennon bereit, sowie eine spezielle (erwartungsgemäß reichlich abgedrehte) Goon-Version von Charles Dickens' Eine Weihnachtsgeschichte.

Eric Powells Serie hält sich auch weitehin auf dem auch an dieser Stelle bereits des öfteren attestierten, hohen Niveau. Kaum eine andere US-Serie ist auf jeder neuen Seite derart unvorhersehbar und kompromisslos. Die Zeichnungen sind zudem einfach grandios, Powell zeigt sich als einer der flexibelsten Künstler seiner Zunft und lässt sich auch dadurch irgendwie in keine Schublade so richtig stecken. The Goon ist Mystery, Horror, Pulp, Crime. Bei all dem ist The Goon aber auf seine schräge Weise auch unheimlich lustig. Und das liebe ich an der Serie. Wer sie noch nicht kennt, der sollte unbedingt mal reinlesen.

The Goon 5: Über die schrecklichen Konsequenzen von Tugend
Cross Cult, April 2010
144 Seiten, farbig, Hardcover
Preis: 19,80 Euro

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Die wundersamen Abenteuer von Robin Hood: Die Legende von Robin Hood


Die Legende von Robin Hood“Die Reichen berauben, um es den Armen zu geben.“ Im Grunde genommen ein grundsolides und moralisch vertretbares Ziel, das sich Robin Hood gesetzt hat. Doch nach unentwegtem Beschützen von Witwen und Waisen ist auch der grüngekleidete Held in die Jahre gekommen. In seinem neuesten Comic Die wundersamen Abenteuer von Robin Hood: Die Legende von Robin Hood weist Manu Larcenet in seiner bitterbösen Geschichte darauf hin, dass nicht nur das Fleisch, sondern auch der Geist schwach werden kann.

Befallen vom Leiden des Herrn Alzheimer streift Larcenets Inkarnation von Robin Hood, begleitet von seinem treuen Kumpanen Little John, durch den Teutoburger Wald und trifft dabei immer wieder auf denselben Witz. Das Berauben der Reichen – vom An-Arme-geben mal ganz abgesehen – gestaltet sich schwieriger als gedacht.  Dabei ist es nicht der Zweifel an der moralischen Mission selbst, sondern das schwächelnde Gedächtnis, welches die Benefiz- Tat jäh unterbindet. In seiner geistigen Umnachtung stimmt Robin ein ums andere Mal Schlagersongs an, nur um anschließend von einem onomatopoetischen „KPA!“, verursacht durch Little Johns Stock, wieder in die Realität zurückgerissen zu werden. Das endlose Spiel von Stehlen, Vergessen, Singen und Schlagen wiederholt sich immer wieder aufs Neue; und das Beste daran: Es ist jedes Mal wieder lustig.

Den kunstvollen Einsatz des Running-Gags hat Larcenet ja schon in seinem semiautobiografischen Comic Die Rückkehr aufs Land in imposanter Weise zur Schau gestellt, doch im dritten Teil seiner Reihe Die wundersamen Abenteuer des … treibt er das Konzept auf die Spitze. Während zuvor Sigmund Freud und Vincent van Gogh in richtige Geschichten gesetzt wurden, die es zu erleben galt, besteht der dritte Band der Reihe nur aus kurzen episodenhaften Sketchen.

KPA!Diese Tatsache alleine ist aber nicht unbedingt ein Manko, denn die Unterhaltung kommt im Comic sicherlich nicht zu kurz. Auf jeder Seite beginnt der wilde Wettlauf zwischen Erwartungshaltung und Lachkrampf. Selbst ohne die äußerst gelungen Gastauftritte von Bruder Tuck, der mittlerweile zum Papst befördert wurde, und Lord Greystoke, der mit getigerter Erwachsenwindel und einer Vorliebe für die tierischen Bewohner des Waldes ausgestattet wurde, könnte Die Legende von Robin Hood stundenlang so weitergehen. Man könnte behaupteten, dass der Comic kein Ziel hat, aber dann müsste man sich auch eingestehen, dass das ewige Spiel zwischen Charlie Brown, Lucy und dem weggezogenen Football eigentlich ja auch keinen Sinn macht.

Diese Touristen ...Hervorgehoben werden muss an dieser Stelle die Arbeit des Stammübersetzers vom Reprodukt Verlag, Kai Wilksen. Ganz in der Manier der legendären Bud-Spencer- und Terence- Hill-Filme wurde hier der französische Humor aufgezogen und in ein wohltuend überzogenes Deutsch, voll mit populärkulturellen Anspielungen, überführt. Wenn Wilksen Eduard Mörike Worte wie „Der Wald ist total cool, man kann da Spaziergehen“ in den Mund legt oder Robin immer wieder in Dialogduellen auf dummdreiste Touristen loslässt, nehmen seine Übersetzungen montypythoneske Züge an.

Larcenets bisher auf Deutsch erschienen Comicalben erinnern an die Arbeit eines anderen französischen Comiczeichners, Lewis Trondheim. Genau wie Trondheim zeichnet sich auch Larcenet durch eine extreme Bandbreite an Geschichten aus. Die aberwitzigen Episoden in Die Legende von Robin Hood sind wesentlicher Bestandteil dieser Arbeit. Und während die alten Herren brav in ihrem Donjon sitzen, ist es schön zu sehen, dass sich die französische Jugend strunzvergnügt und bitterböse im Teutoburger Wald austobt.

Leseprobe

Die wundersamen Abenteuer von Robin Hood: Die Legende von Robin Hood
Reprodukt, Mai 2010
Text und Zeichnungen: Manu Larcenet
Softcover; 48 Seiten; 12,00 Euro

ISBN: 978-3-941099-37-1



Eine nichtendenwollende Spirale des schwarzen Humors.

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Abbildungen: © Reprodukt

Das Einhorn 3 – Die schwarzen Wasser von Venedig

 Die faszinierende Geschichte geht weiter: Die verschiedenen Ärzte unternehmen zusammen mit den Fabelwesen eine Suche nach denjenigen, die andere Mediziner umbringen lassen. Anscheinend hat die Kirche ihre Finger im Spiel. Eine gewisse Essenz scheint den menschlichen Körper dauerhaft zu verändern, nur warum und wie, ist den Ärzten schleierhaft. Zudem werden sie auch noch gejagt und geraten ein ums andere Mal in Lebensgefahr.

Im dritten Band wird die Story nun auch etwas klarer. Vor allem die Absichten der Kirche werden erläutert. Dennoch bleibt noch genug im Trüben, um die Spannung bis zum letzten Band aufrechtzuerhalten. Auch wenn das Gefühl bleibt, dass die Handlung unnötig gestreckt wird, aber die Mischung aus Historie, Medizingeschichte und Fantasy hält den Leser gut bei der Stange. Wobei es schon interessant ist, dass gerade die Mediziner mit den, aus heutiger Sicht, reaktionären Auffassungen die Helden sind. Aber es geht hier vielmehr darum, wie sich das Menschenbild an sich in der Renaissance wandelte. In der Abkehr von dem alleinigen Wahrheitsanspruch der Kirche gingen vor allem die Mediziner neue Wege und forcierten die junge Naturwissenschaft. Dieser Aspekt kommt trotz des Fantasygewandes (was den naturwissenschaftlichen Aspekten Hohn spricht) glaubhaft rüber. Normalerweise wäre die Kirche für die Legenden zuständig und nicht die Medizin. Aber in der Erforschung der Anatomie sind die Wesen wohl nötig. In der Haltung etwas ambivalent, reißt die Story den Leser trotzdem mit. Graphisch gesehen ist der Band manchmal etwas ungenau und dementsprechend anstrengend zu lesen. Klare Konturen werden durch die sehr „fleischigen“ Zeichnungen manchmal verhindert. Dafür ist die Farbgebung hervorragend. Je nach Stimmung der Story passt sie sich an und prägt diese wesentlich mit. Fängt das Album mit kräftigen sommerlichen Farben an, werden sie in der Stadt Venedig immer düsterer und nur die gut gesetzten Lichteffekte erhellen die Panels. Man kann gespannt sein auf das Finale der Serie.

Das Einhorn 3 – Die schwarzen Wasser von Venedig
Splitter, April 2010
56 Seiten, farbig, Hardcover
Preis: 13,80 Euro

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Unknown Soldier Vol. 1 + 2 (US)


 Afrika. A far away country of which we know nothing. Selbst dass es kein Land ist, ist noch nicht bei allen angekommen, was man daran erkennen kann, dass ein Anschlag auf den Africa Cup of Nations in Angola zu der Frage führt, ob man die Weltmeisterschaft im gerade einmal 2.500 Kilomenter entfernten Südafrika absagen sollte. Besagtes Südafrika wird man nach der Weltmeisterschaft ein bisschen besser kennen, Nordafrika kennt man vielleicht aus dem Tunesien-Urlaub: Aber was weiß man schon tatsächlich über den riesigen Kontinent zwischen den Säulen des Herkules und Kap Alguhas?

Alle paar Jahre ist ein neues Land, von dem man bisher nicht gehört hat, in den Nachrichten, weil sich hier das Management von Al-Quaida zur Teambuilding-Fortbildung trifft, weil ein Völkermord stattfindet oder weil eine europäisch-amerikanische Militärintervention im Desaster endet. Und es beschleicht einen das Gefühl, dass der Wahnsinn rund um die Großen Seen seit den Tagen von Joseph Conrads Heart of Darkness nicht abgenommen, sondern sich nur Sturmgewehre sowjetischer Fabrikation zugelegt hat.

Auch in Kino und Fernsehen sind Ost-, West- und Zentralafrika eher selten gesehene Orte. Und wenn doch mal etwas in dieser Region spielt, dann meist, damit eine weiße Identifikationsfigur vor beeindruckender Naturkulisse die Absolution für ihre postkoloniales schlechtes Gewissen erhält (vgl. Die weiße Massai oder The Last King of Scotland). Besonders kriminell in dieser Hinsicht war Blood Diamond, ein Film, der dem Publikum in westlichen Industrienationen immerhin drei Dinge beibrachte:
a. Weiße Waffenschmuggler sind eigentlich ganz dufte Typen.
b. Westafrika hat ein tolles Panorama.
c. Kindersoldaten sind nur eine väterliche Umarmung von der Traumafreiheit entfernt.

Man merkt also, die Fallstricke, über die Joshua Dysart stolpern kann, da er sich für seinen Comic ein sehr ähnliches Setting aussuchte, sind in Masse vorhanden. Bisher deutet aber alles darauf hin, dass sich Dysart dieser Form der romantisierenden Afrikaverklärung nicht hingeben wird.

 Unknown Soldier ist ein ungewöhnlicher Comic, nicht nur weil er mit den Problemen der afrikanischen Herzregion etwas thematisiert, von dem sich Comics bisher zumeist fernhielten. Ungewöhnlich ist auch, dass er dieses Thema mit der Figur des Unknown Soldiers verbindet, einem bandagierten DC-Helden, den Robert Kanigher und Joe Kubert in den 1960ern losschickten, den Zweiten Weltkrieg quasi im Alleingang zu gewinnen und den Garth Ennis Ende der 1990er für eine unterhaltsame, wenn auch etwas plumpe Kritik an der US-amerikanischen Außenpolitik seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs reanimierte.

Diese dritte Iteration des Unknown Soldiers – von der bisher nicht klar ist, ob sie direkt mit den früheren Comics verbunden ist oder nicht – ist Dr. Lwanga Moses, der als Kind mit seinen Eltern aus Uganda in die USA floh und dort ein erfolgreicher Mediziner wurde. 2002 kehrt Lwanga nun in sein vom Bürgerkrieg zerissenes Heimatland zurück, um dort den Menschen zu helfen, die es wirklich nötig haben. Nach einem traumatisierenden Zusammenstoß mit einer Gruppe Kindersoldaten bricht allerdings die von Lwanga verdrängte CIA-Indoktrination durch: Der Arzt zerschneidet sich das Gesicht, legt die Bandagen an und schwört dem hippokratischen Eid ab, den Rebellen der radikalen Lord’s Resistance Army hingegen Rache.

Das ist also die Ausgangslage des Comics, die unter der Ägide einiger Autoren – Chuck Dixon, ich blicke in deine Richtung – bereits als Rezept für eine Katastrophe angesehen werden könnte, denn von dieser Position aus könnte man Unknown Soldier in die Richtung eines hirnlosen Rachethrillers steuern, in dem einem Teil der Schuldigen an der ugandischen Misere zumindest fiktiv das zukommt, was sie verdient haben. Was in letzter Instanz natürlich auch nicht befriedigend ist, wenn man feststellt, dass das Problem mit Fäusten oder Kugeln im Comic sauber blutig gelöst wurde, in der Realität aber immer noch existiert. Das wohlgemeinte DC-Special Heroes Against Hunger musste das schon vor einem Vierteljahrhundert feststellen.

Die Entscheidung, ein reales Land, eine reale paramilitärische Gruppe und reale Persönlichkeiten wie Ugandas Präsident Museveni und Joseph Kony, Anführer der Lord’s Resistance Army, in Unknown Soldier zu verwenden, ist gewagt. Da Dysart hier aber mehr bieten will als simple Actionkost vor der afrikanischen Leinwand, muss man allerdings die Frage stellen, ob die Alternative besser gewesen wäre, ein weiteres rein fiktives afrikanisches Stellvertreterland für diesen Comic zu erfinden, in dem dann – in klassischer Popkulturtradition – vermutlich doch schnell wieder die Außenwirkung verschiedenster afrikanischer Staaten zusammengerührt würde. Die Festlegung auf ein reales Land, einen realen politischen Konflikt und einen festen Zeitpunkt bietet Dysart die Chance, gezielt Phänomene thematisieren zu können, ohne dabei Gefahr zu laufen, dass er sich in der fiktiven Beliebigkeit eines afrikanischen Pseudostaates, eines kriegszerstörten Wakanda-Abklatsches verliert. Gerade da solche völlig fiktiven afrikanischen Staaten die Tendenz haben, auch weiterhin ein gewisses nordhemisphärisches Überlegenheitsdenken zu transportieren.

 Eines der zentralen Themen, das in Unknown Soldier thematisiert wird, sind die Kindersoldaten, die immer noch rund um die Welt, besonders aber im Afrika südlich der Sahara in bewaffneten Konflikten eingesetzt werden und die tatsächlich die Mehrheit der Lord’s Resistance Army ausmachen. Das ganze Thema ist hochkomplex und wird außerhalb der Fachliteratur (z.B. in Peter W. Singers Children at War) oder spezieller Dokumentarfilme (z.B. Invisible Children) nur äußerst selten und dann – wie in Blood Diamond – in überwiegend unglücklicher Weise thematisiert.

Ein Grund dafür, dass dieses Thema so selten in fiktiven Kontexten genutzt wird, ist schlicht die kulturelle Prägung: Lässt man seine Hauptfigur gegen Kinder kämpfen, dann wirkt das nicht gut. So etwas ist kulturell nicht tolerabel, selbst wenn die Kinder zu eiskalten Tötungsmaschinen desensibilisiert wurden. Joshua Dysart zeigt hier wenig Berührungsängste: Sein Unknown Soldier bekämpft und tötet Kindersoldaten, was allerdings nie als heldenhafter Akt dargestellt wird. Die Kindersoldaten sind eine Bedrohung, aber dem Soldier ist auch klar, dass er hier „war against an army of demoralized children“ führt. Die Frage ist, wie die Alternative aussieht. Dadurch, dass Dysart den Soldier von vornherein als moralisch fragwürdige, innerlich zerrissene Figur anlegt, die hinterfragt werden muss und nicht einfach als „Held“ der Geschichte akzeptiert werden darf, ist es ihm bisher möglich, dieses Eisen anzufassen, ohne sich daran zu verbrennen. Zumal sich das Thema natürlich auch in der Hinsicht anbietet, dass Lwanga Moses von der CIA ebenso indoktriniert, desensibilisiert und zum reinen Töten angeleitet wurde, wie es die LRA mit den Kindern tut, die sie regelmäßig entführt. Ein wohl nicht zufälliger Parallelismus.

Der Soldier selbst ist im Comic hin- und hergerissen zwischen seiner alten Existenz als Dr. Lwanga Moses, der glaubt, dass Uganda Hoffnung braucht, um aus eigener Kraft die Probleme zu überwinden, und seinem neuen Leben als Unknown Soldier, der davon überzeugt ist, dass es der gezielten Gewalt gegen die geistigen Brandstifter und Profiteure des Bürgerkriegs bedarf, um das Land wieder aufzurichten. Diese Zerrssenheit stellt Dysart in Form innerer Selbstgespräche zwischen Lwanga und seiner neuen, brutalen Persönlichkeit dar. Keine neue Idee (sie wurde in dieser Form zum Beispiel bereits in Garth Ennis’ Punisher: Born eingesetzt), aber kompetent umgesetzt und ein probates Mittel, um die Schizophrenie Lwangas offenzulegen.

Besonders, da nicht klar ist, welche Persönlichkeit tatsächlich Recht hat, ob nicht der Soldier vielleicht sogar die Stimme der Vernunft ist: Richtet Gewalt tatsächlich nur noch mehr Schaden an? Eine Frage, die im Kontext Afrika nur schwer zu beantworten ist: In Sierra Leone hat erst der Einsatz militärischer Gewalt durch britische UN-Truppen einen neunjährigen Bürgerkrieg beendet. In Ruanda, so der damalige UN-Kommandeur Romeo Dallaire in Shake Hands with the Devil, hätte es nur einer kleinen Militärpräsenz bedurft, um den Genozid zu verhindern. Die Unknown-Soldier-Persona mag gewalthungrig und nicht vertrauenswürdig sein, aber das ist für Dysart kein Grund, ihren potentiellen Nutzen von vornherein abzustreiten.

 Auch an anderen Stellen deckt Unknown Soldier moralische Konundren auf: Im gesamten zweiten Handlungsbogen („Easy Kill“) geht es um eine andere Ausleuchtung der Frage nach der möglichen Rechtfertigung für Gewalt. Ein Gegner der Lord’s Resistance Army kritisiert, dass der Bürgerkrieg in Uganda ein von der Welt vergessener Krieg ist. Keine falsche Anmerkung, bedenkt man, dass dieser Comic 2002 spielt und die Welt da das Augenmerk auf vier ganz andere Staaten gerichtet hatte. Die Frage ist, ob es nicht vertretbar ist, einen Promi zu töten – Margaret Wells, eine Hollywoodschauspielerin, die sich humanitär in Uganda betätigt – um die Augen der Welt auf den Krisenherd zu ziehen und sie zum Handeln zu zwingen. Ein toter Promi und die Aufmerksamkeit der Welt. Alternative: Weitere zehntausende Kriegstote, ohne dass es die breite Öffentlichkeit interessiert.

In diesen Moment zeigt sich der Vorteil daran, in Unknown Soldier mit einem real existierenden Konflikt zu operieren. In einem völlig fiktiven Kontext fiele die Antwort leichter: Ein klares Nein. Unschuldige Ermorden, auch für ein größeres Wohl? Nein. In einem fiktionalisierten Ableger der realen Welt wird diese Frage eher zu einem Gedankenexperiment, das nicht mehr mit solch moralischer Gewissheit zu beantworten ist. Um einen Krieg zu beenden? Um zehntausende Kinder zu retten? Vielleicht. Unknown Soldier behauptet nicht, die Antwort zu kennen, stellt aber zumindest die Frage und lässt seinen Protagonisten letztlich nicht weniger verwirrt und unsicher über die Antwort zurück als alle anderen auch.

Die dritte angerissene Frage ist, ob der Elendstourismus wirklich hilft, ob es den afrikanischen Krisenregionen nutzt, dass in der Ersten Welt immer nur über die schlimmsten Gewaltexzesse berichtet wird. Lwanga macht besagter Schauspielerin in einer Szene sogar deutliche Vorwürfe, dass sie ihre humanitäre Arbeit nur als massiven Selbstfindungstrip nutzt. Die Frage, ob es wirklich einen weißen Promi aus den USA braucht, um die afrikanischen Failed und Failing States vor sich selbst zu retten, oder ob auch das wieder eine Form des Kolonialismus ist, ist ebenfalls eine interessante und schwer beantwortbare. Spannend macht sie der Umstand, dass der Autor, der diese Frage stellt, ja ebenfalls weißer Amerikaner ist, dem man ob der Serie auch vorhalten kann, er nutze das Elend in Afrika, um sich selbst zu profilieren.

Neben diesen großen Fragen wirft Unknown Soldier auch einen Blick auf die kleineren Aspekte des Lebens in Uganda. Zeigt anhand der Gruppe der Acholi auf, wie sehr das Verhältnis der Einwohner vieler afrikanischer Staaten zueinander immer noch über die Stammeszugehörigkeit bestimmt wird. Wie selbst viele aufgeklärte und gebildete Einwohner Ugandas eine monotheistische Religion und traditionelle Stammesmagie miteinander verbinden. Wie hilfos Hilfsorganisationen sein können, wenn es um den Versuch geht, aus dem Konflikt „gerettete“ Kindersoldaten wieder in die Gesellschaft zu integrieren. Wie kann jemand seine Kindheit zurückerhalten, wenn er noch vor dem Erreichen der Pubertät ganze Siedlungen massakriert hat und der Vergewaltigung minderjähriger Sexsklavinnen beigewohnt hat? Besonders da die Rivalitäten der kriegsführenden Parteien sich auch in der Zufluchtsstätte fortsetzen. Elemente also, die bisher kaum in der Popkultur ein Thema waren.

Für all dies nutzt Dysart den Aufbau eines klassischen Thrillers, wie ihn auch Frederick Forsyth oder John LeCarré hätte schreiben können, als gut geschmierten Motor. Trotz der oben aufgeworfenen Fragen,steht die packende Inszenierung der Geschichte im Vordergrund, nicht die Belehrung des Publikums. Die findet nebenbei statt (der Anhang von Easy Kill einenthält einen siebenseitigen Aufsatz zur Geschichte des Uganda-Konflikts), nicht in durchdidaktisierten Szenen, die plump in die Geschichte hineingehämmert wurden. Gestützt wird Dysarts Erzählung von rauhen, dreckigen und perfekt zum Thema passenden Zeichnungen des Italieners Alberto Ponticelli, der die Gewalt und ihre Folgen dramatisch umzusetzen weiß. Ob seine Darstellung Ugandas realistisch ist, kann ich nicht beurteilen. Sie wirkt auf jeden Fall authentisch, stellt Uganda weder als übergroßes Ferienparadies noch als pures Höllenloch dar, sondern als ein innerlich zerissenes Land, in dem hochmoderne Luxushotels Seite an Seite mit heruntergekommenen Slums und dem Schrecken der Flüchtlingslager existieren. Wie wichtig Ponticellis Artwork für die Geschichte ist, merkt man in dem zweiteiligen Arc „The Way Home“, in der der Kongolese Pat Masioni den Zeichenstift übernimmt. So vorbildlich es sein mag, eine Geschichte über Afrika von einem Künstler aus dieser Region zeichnen zu lassen, die starre Körperhaltung seiner Figuren und ihre leblos-wachsenen Gesichter rauben der Erzählung viel von ihrem Potential, viel von ihrer Kraft. Der Zweiteiler macht umso deutlicher, wie perfekt das Tandem Dysart-Ponticelli für diesen Comic geschaffen ist.

 Unknown Soldier ist ein hochgradig ambitionierter Comic, was wohl kaum vermeidbar ist, wenn man versucht, einen mitreißenden Thriller mit einem tiefergehenden Blick auf die Situation im Ostafrika der unmittelbaren Vergangenheit zu werfen. Und aufgrund dieser Ausgangssituation wird Unknown Soldier wohl konstant auf einem sehr schmalen Grat wandern, was wohl in der Natur der Sache liegt.

In einem Interview zu seinem Werk sagte Dysart einmal, dass er im Rahmen dieses Comics das verwirrende Geflecht der Interessen in den afrikanischen Krisenregionen und die Rolle von Rebellen, Regierungen, NGOs, Pharmafirmen, Industrieunternehmen und Medien beleuchten will. Ein hochgestecktes Ziel. Zu zeigen bleibt, wohin das alles führen wird. Immerhin bringt die Festlegung auf einen realen Konflikt auch bestimmte Fesseln (und Dysarts Angang an das Material zeigt deutlich, dass er hier keinen Inglorious Basterds abziehen wird) mit sich. Sollte sich die Serie am Ende als „Experiment in Futility“ herausstellen, darf man fragen, welchen Sinn sie in ihrer Gänze hatte.

Und ein leichtes Unbehagen hinterlässt Unknown Soldier eben auch dadurch, dass die Frage offen bleibt, ob der Comic nicht trotz oder gerade wegen des (pseudo-)authentischen Elements eine besonders perfide Form ist, eine Geschichte auf dem Rücken der afrikanischen Probleme zu erzählen. Das dem nicht so ist, wird Dysart mit jedem Heft aufs Neue unter Beweis stellen müssen.

Die eingangs schon erwähnten Fallstricke sind also bei einer Serie wie Unknown Soldier immer präsent und erfordern vom Autor einen immens hohen Grad an Konzentration. Ein etwas unbedachter Story Arc und die Serie droht in Klischees abzurutschen, sich in simpler Schwarz-Weiß-Malerei zu üben, naive Antworten anzubieten oder sich im mystischen Ethno-Kitsch zu verlieren.

Bisher gelingt es Dysart, das zu vermeiden (wobei allerdings Spurenelemente des Ethno-Kitsches zu finden sind), bisher ist das hier ein sehr lesenswerter Thriller in einem unverbrauchten Setting, der nebenbei noch zur Bildung des Lesers beiträgt. Etwas, das in dieser Form selten genug geschieht. Bisher ist das also ein für einen Mainstreamverlag sehr mutiger Comic, der in dieser Form als einzigartig bezeichnet werden darf, der durch seine bloße Präsenz bei den Lesern zu Gedanken über und Diskussionen zur Lage in der Region rund um die Großen Seen anregt. Schon das ist eine große Leistung.

Man wird sich nur bewusst machen müssen, dass Unknown Soldier, um dieses Niveau zu halten, einen konstanten Ritt auf des Messers Schneide hinlegen muss. Es ist Dysart und Ponticelli zu wünschen, dass ihnen dieser gelingt.

 

Unknown Soldier Vol. 1 : Haunted House
DC/Vertigo, 2009
Autor: Joshua Dysart
Zeichner: Alberto Ponticelli
144 Seiten, farbig, Paperback; 9,99 US-Dollar
ISBN: 978-1-4012-2311-3

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Unknown Soldier Vol. 2: Easy Kill
DC/Vertigo, 2010
Autor: Joshua Dysart
Zeichner: Alberto Ponticelli, Pat Masioni
200 Seiten, farbig, Paperback, 17,99 US-Dollar
ISBN: 987-1-4012-2600-8

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Lesenswerter, lehrreicher Thriller in unverbrauchtem Setting.

Abbildungen: © DC Comics

Arawn 1 – Bran der Verdammte

Cover von Arawn 1Der Beginn einer klassischen Fantasysaga, optisch irgendwo angesiedelt zwischen Spawn – The Dark Ages, Conan und den Schöpfungen von H. R. Giger – so kann man „Bran der Verdammte“ wohl zusammenfassen. Band 1 und 2 werden den Auftakt zu dieser Serie bilden, die keinen Zweifel daran aufkommen lässt, dass sie epochal werden will. Die Bilder von Sébastien Grenier sind opulent, detailliert und von beeindruckender Plastizität, des öfteren sieht man sogar die Leinwand durchschimmern oder glaubt für einen kurzen Moment, die verschiedenen Farbschichten berühren zu können.

Die gedeckten Farben passen zu der düsteren Stimmung, die  Autor Ronan Le Breton mit seiner Geschichte erzeugt. Der missgelaunte Arawn, Gott der Toten, sinniert über seine sterbliche Herkunft, das Aufwachsen unter seinen Brüdern, Mutproben und wie er laut einer Prophezeiung zu dem werden sollte, was er nun ist. Wie es sich für eine zünftige klischeebehaftete Abenteuererzählung gehört, hat natürlich auch eine Frau ihre Finger im Spiel, aber das wird in diesem ersten Band nur kurz angedeutet. Sowieso passiert hier im Band viel, und doch hat man am Ende das Gefühl, dass das nur ein klitzekleiner Ausschnitt war von dem, was uns alles erzählt werden soll – wobei Logik mitunter ein eher störender Faktor zu sein scheint. Was sich allerdings angenehm abhebt, ist der ein oder andere Gag, der diese Serie von den sich ansonsten oft sehr ernst nehmenden Fantasygeschichten unterscheidet. So sieht man z. B. unter all den aufgespießten Köpfen in der Anderswelt auch ein waschechtes Giger-Alien, und die Dialoge zwischen dem schlecht gelaunten Arawn und seinem respektlosen verräterischen Kompagnon Owen, der aktuell nur als Kopf existiert, sorgen ebenfalls für Auflockerung. Ein perfekter Auftakt für diejenigen, die düstere Fantasywelten, rohe Sitten und wilde keltische Krieger lieben und ohne tiefergehende Handlungsebenen auskommen. Band 2 folgt übrigens bereits im Juli, auf der Website des Zeichners sind Ausschnitte zum dritten Band zu sehen.

Arawn 1 – Bran der Verdammte
Splitter, Mai 2010
44 Seiten, farbig, Hardcover
13,80 Euro

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Comicgate präsentiert: Schwarz, weiß, tot

Cover von Schwarz, weiß, tot – Cartoons von LapinotZum zehnjährigen Jubiläum geben wir unseren ersten eigenen Comic heraus: Schwarz, weiß, tot nennt sich das Werk.
Genau genommen ist es kein Comic, sondern eine Sammlung von Cartoons mit morbidem Grundtenor. Autor und Zeichner ist ICOM-Preisträger Bastian „Lapinot“ Baier, den Stammleser noch von seiner Cartoonreihe Freitag? bei uns kennen.
Das schicke Werk ist – was für ein Zufall – in schwarz, weiß und rot gehalten und mit einem Hardcover ausgestattet.

Anfang Juni feierte es auf dem Comic-Salon in Erlangen Premiere, jetzt ist es über den Comicfachhandel, bei Online-Händlern (z. B. Freibeutershop, Amazon) und natürlich direkt bei uns erhältlich.

Freut Euch auf eine fette Dosis schwarzen Humors!

Rückseite von Bastian hat sich hauptsächlich auf sein vorhandenes Cartoon-Kontingent gestützt, allerdings sind alle (!) Cartoons – mitunter mehrfach – neu gezeichnet und damit vereinheitlicht. Einige neue Cartoons sowie ein Bonusteil mit unverwendeten Cartoons und einem Minicomic runden den Band ab. Insgesamt hat er drei Monate daran gearbeitet.

Elegant, sehr witzig und unglaublich böse:
Dieser Band war mein persönliches Highlight beim Internationalen Comic-Salon 2010. Es ist für mich sehr selten, dass Cartoons mit Joscha Sauers Nichtlustig mithalten können, aber Lapinot zieht gleich bei Absurdität und schlägt ihn locker bei schwarzem Humor. Da liegt er etwa auf einem Level mit Franquins Schwarzen Gedanken, und dies ist eins der höchsten Lobe, die ich aussprechen kann.“
Kai Hirdt, Autor des Perry-Rhodan-Kultcomics Perry – Unser Mann im All

Schwarz, weiß, tot – Cartoons von Lapinot
Comicgate – Pfeiffer und Kögel GbR, Juni 2010
Text und Zeichnungen: Bastian Baier
72 Seiten, schwarz-weiß mit roter Schmuckfarbe, Hardcover
10,- Euro
ISBN: 978-3-9813729-0-8

Eigenes Interview mit Bastian Baier zu Schwarz, weiß, tot (PDF) aus dem aktuellen Comicgate-Magazin 5

Cartoonbeispiele aus Schwarz, weiß, tot:
Cartoon von Lapinot: KäsefüßeCartoon von Lapinot: OpferCartoon von Lapinot: Zaubershow