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Zehn Gebote: Das Erbe 5 – Das Testament

Gibt es einen Dekalog, also Kernsätze des Glaubens, den der Prophet Mohammed niedergeschrieben hat, der aber nie in den Koran Eingang gefunden hat? Dieser Frage geht Die zehn Gebote auf unterhaltsame Weise nach.

Der Szenarist Frank Giroud hat sich durch Serien wie Quintett (comicplus+), Mord und Totschlag: Mandrill (Arboris) oder Louis Lerouge (Ehapa) einen Namen machen können. Bekannt ist er aber vor allem für seine Erfolgsserie Die zehn Gebote (comicplus+), für die er 2002 als „Bester Szenarist“ beim Internationalen Comic-Salon Erlangen ausgezeichnet wurde.

Der erste Zyklus liegt beim Verlag Sackmann und Hörndl vollständig in zehn Bänden vor. Und mit Band 5 „Das Testament“ ist nun auch der zweite Zyklus Zehn Gebote: Das Erbe abgeschlossen worden. Während beim ersten Zyklus der Zeichner mit jedem Band wechselte, liegt beim zweiten Zyklus die Illustration vollständig beim Zeichner Joseph Béhé, der durch Tödliche Macht oder Seherlebnisse (beide Ehapa) ein Begriff ist, und beim Koloristen C. Meyer.

Der Abschlussband führt Merwan Khadder, der im Auftrag des Vatikans handelt, in das Ägyptische Nationalmuseum. Ausgestattet mit einer Vollmacht begibt er sich dort auf die Suche nach dem verschollenen Pergament des Propheten Mohammed, das nicht nur seine wissenschaftlichen Thesen beweisen, sondern auch einen Schlag gegen den islamischen Fundamentalismus bringen kann. In Kairo trifft er außerdem völlig unerwartet auf seine alte Freundin Latifa, die gerade auf einem Kongress in der Stadt tagt. Doch die Fundamentalisten, die Khadder in den europäischen Metropolen abschütteln konnte, werden dadurch auch wieder auf die beiden aufmerksam.

Béhé verbindet filigrane mit kräftigen Stichen, wodurch ein sehr individueller Zeichenstil entsteht, der über den franko-belgischen Durchschnitt herausragt. Auch die leicht nuancierte Kolorierung von Meyer ist besser als die gewohnte Kost. Licht-Effekte, Spritzer oder schimmernde Farben sorgen für viel Abwechslung und ein stimmungsvolles Artwork, das das Flair in Kairo perfekt rüberbringt.

Zehn Gebote verbindet auf fesselnde Weise soziologische und religiöse Motive zu einem faszinierenden Wissenschaftsthriller. Giroud wurde 2002 völlig zu Recht mit dem Max-und-Moritz Preis ausgezeichnet. Er vollzieht den Spagat von Kulturgeschichte und Gegenwartsthriller auf spielerische Weise. Die Handlung ist nicht zu komplex, man überblickt die Figuren und die Handlungsstränge zu jeder Zeit.

Zehn Gebote: Das Erbe ist eine gelungene Serie mit einer perfekten Mischung aus Unterhaltung und Denkanstößen. Auch diejenigen, die sich nicht zu den Genre-Kennern zählen, sollten unbedingt einmal einen Blick in die Serie werfen. Obwohl ich keines der vorangegangenen Alben kannte, bin ich problemlos in Band 5 „Das Testament“ zurechtgekommen. Dennoch werde ich jetzt bei nächster Gelegenheit einmal die bereits erschienen Alben unter die Lupe nehmen.


Wertung
8 von 10 Punkte

Innovative Zeichnungen und ausgetüftelter Thriller mit vielen Denkanstößen


Zehn Gebote: Das Erbe 5 – Das Testament 
comicplus+, Dezember 2010

Text: Frank Giroud
Zeichnungen: Joseph Béhé
64 Seiten, farbig, Softcover
Preis: 15 Euro
ISBN: 978-3894742072

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Abbildungen: © der dt. Ausgabe: comicplus+

X’ed Out (US)

Nach seinem Erfolg mit Black Hole ist es still geworden um Charles Burns. Obgleich er jeden Monat das Cover für The Believer zeichnet und seine dämonischen Chiaroscurro-Visionen in dem Animationsfilm Peur(s) du noir das Laufen gelernt haben, konnte man seit längerem keine zusammenhängende Geschichte mehr vom Amerikaner lesen. Mit X’ed Out meldet er sich ebenso fulminant wie mysteriös zurück.

Recht schmal ist X’ed Out, der erste Band der angekündigten Trilogie von Charles Burns. Ungewohnt wirkt auch das französische Alben-Format. Das Cover lässt erste Rückschlüsse auf die Wahl der Erscheinungsform und die Länge zu: Auf selbigem prangt ein riesengroßes rot-weiß-gesprenkeltes Ei inmitten einer postapokalyptischen Szenerie. Ein Ei, das durch seine Dimensionen und Farbgebung in Comickreisen als direkte Anspielung auf einen Pilz fungiert. Ein solcher Pilz spielt seine Rolle in Tim und Struppi und der geheimnisvolle Stern.

Eine 56seitige Hommage also, an den Großmeister der Ligne Claire, Hergé, und den frankobelgischen Comic? Auch wenn Burns die Ligne Claire für seine Zwecke verwendet, so stehen seine klaren Linien doch im Widerspruch zu den Dingen, die dort abgebildet werden: unterirdische Ströme, Menschen mit Masken, Gedärme, Alptraumvisionen – Hintergründiges. Burns stellt dem Begriff Klarheit, der sich auf die Darstellungsebene bezieht, eine fragmentierte Handlung gegenüber, die an William Burroughs‘ (Naked Lunch) cut-up-Technik erinnert.

Der PrologIn einer Art Prolog tritt der Tim’sche Protagonist Doug, gekennzeichnet durch die stereotype Haartolle, hinter die Fassade der oberflächlichen Strukturen. Die Geschichte beginnt mit einem schmalen schwarzen Panel, das keinerlei Deutung zulässt, nur um im nächsten Bild von Konturen des Helden negiert zu werden. Noch bevor Doug aber wirklich erwacht, wird die ganze Geschichte durch den Erzähler selbst als unsichere Erzählung deklariert. „This is the only part I’ll remember“ hört man eine Stimme aus dem Off. Langsam erwacht der Held in einem Bett, in einem Zimmer, das ihm fremd vorkommt. Am Ende des Raumes: ein schwarzes Loch und eine schwarze Katze.

Drei Seiten braucht Doug, um durch das Loch in der Wand zu steigen und einen Blick hinter die Fassade zu werfen. Die Bilder sind in X’ed Out, trotz der begrenzten Seitenzahl, nicht dem strengen Joch des Plots untergeordnet – die Handlung muss nicht vorangetrieben werden. Selbst in so einem schmalen Band wie X’ed Out nimmt sich Burns den Luxus, seinen Helden nicht so schnell wie möglich von Punkt A nach Punkt B zu bringen.

Fragmentierte HandlungDas soll nicht heißten, dass sich im Comic keine Geschichte entfaltet. Doch diese Handlung folgt keinen Konventionen. Vergleichen lässt sich X’ed Out am ehesten mit dem absurden Theater von Samuel Beckett. Die Figuren stehen auf der Bühne und warten auf Regieanweisungen, um ihre Aufgabe zu erfüllen. Doch es kommen keine Anweisungen. Wie in Warten auf Godot darf der Blick nicht auf das Ende gerichtet werden, sondern muss auf dem Prozess verharren. Eine Auflösung der zerstückelten Handlung im letzten Teil der Trilogie zu suchen, würde keinen Sinn ergeben, denn Burns lenkt die Aufmerksamkeit – mit der Loslösung von der Fixierung auf dem Plot – auf die Erzählformen, die ein Comic zu bieten hat. Er entschleunigt die Sucht nach dem nächsten Bild und bietet Freiraum, über die Form zu sinnieren.

X’ed Out ist ein perfides Amalgam aus Hergé, Salvador Dalí und Dadaismus. Neben den fragmentierten Traumsequenzen wirkt die Wirklichkeit im Comic unstetig. Was ist überhaupt Wirklichkeit? Eine strenge Ligne Claire paart sich mit einem fabulierenden Symbolismus. Im ersten Teil von Burns‘ Trilogie gibt es keine fixen Aussagen. Der gesamte Comic präzisiert auf wunderbare Weise etwas Ungreifbares, Undefinierbares, einen Freiraum zwischen den Freiräumen der Panels, der zur weiterführenden Mitarbeit des Lesers einlädt. Kurz: Ein Stück Comicliteratur.

 

Wertung: 9 von 10 Punkten

Ein notwendiger Schritt für die Erzählform Comic – auch wenn die Richtung ungewiss ist.


X’ed Out
Pantheon Books, 2010
Text und Zeichnungen: Charles Burns
56 Seiten, farbig, Hardcover
Preis: 19,95 US-Dollar
ISBN: 978-0-307-37913-9

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Abbildungen © Charles Burns, Pantheon Books

Der König der Fliegen 1 – Hallorave

alt

altSuburbia – die Hölle der Vorstadt, der vermeintlich so idyllischen Wohn- und Schlafsiedlungen, in denen sich ein Häuschen mit Garten ans nächste reiht und das nahe Einkaufszentrum das einzige ist, was ein bisschen Abwechslung im faden Alltag verspricht. Oder die Bowlingbahn. Und weil das meistens nicht reicht, hilft man mit Drogen, Alkohol und freudlosem Sex nach. In Der König der Fliegen berichten sechs verschiedene Protagonisten in zehn kurzen Episoden aus ihrem trostlosen Alltag in dieser Welt.

Im Zentrum dieser Kurzgeschichten, die sich durch kleine Verbindungen zu einem großen Ganzen verweben, steht Éric, der selbsternannte „König der Fliegen“, der im ersten Kapitel als Fliege verkleidet eine Halloweenparty besucht, die ein sehr unschönes Ende nimmt. Éric nimmt regelmäßig Drogen, dealt ein bisschen und lässt sich mit großer Gleichgültigkeit durchs Leben treiben, die auch dann nicht nachlässt, wenn es zu Gewaltausbrüchen kommt. Ähnliches gilt für die anderen Figuren: Ob Teenagermädchen oder alkoholkranker Familienvater, Glück oder Freude empfindet keine von ihnen, aber alle scheinen sich mit der Tristesse ihres Alltags abgefunden zu haben und leben letztlich ausschließlich für sich selbst. Egal wie viel Sex sie auch haben (es gibt ziemich viel Sex in diesem Comic), sie bleiben einsam. Das ist wohl auch der Grund, weshalb es in dem Album fast nur Monologe und nur sehr wenige Dialoge gibt.

altDer König der Fliegen stammt aus Frankreich, doch die Welt, die Szenarist (Michel) Pirus und Zeichner Mezzo (d.i. Pascal Mesenburg) hier entwerfen, fühlt sich durch und durch amerikanisch an. Der Avant-Verlag nennt Charles Bukowski als Referenz, doch viel mehr noch erinnert der Comic an die düsteren Kleinstadtszenarien von David Lynch, wie sie zum Beispiel in Blue Velvet entworfen werden, oder an David Laphams Comicserie Stray Bullets. Mezzos Zeichnungen ähneln denen von Charles Burns, der mit Black Hole ganz ähnliche Themen verarbeitet hat.

Mezzo gestaltet seine Seiten mit großer grafischer Strenge: Ein durchgehendes 9-Panel-Layout, klare Linien, scharfe Kanten, geometrische Bildanordnungen. Dazu die Besonderheit, dass seine Figuren in den meisten Panels frontal dargestellt, also direkt dem Betrachter zugewandt sind. Dies verstärkt den beklemmenden Eindruck, den Pirus‘ Episoden ohnehin schon hervorrufen. Das gilt auch für die überaus gelungene Kolorierung von Ruby, der neben sehr viel Schwarz und gedeckten Farben auch gelegentlich sehr grelle Akzente setzt: Surreale Elemente wie Traumsequenzen oder rauschhafte Wahrnehmungen heben sich mit einem knalligen Rosa vom Rest der Erzählung ab.

An deren Ende ist die Situation für alle Beteiligten genauso düster und trist wie zu Beginn. Das Episoden-Puzzle von Der König der Fliegen führt nicht zu einer Katharsis oder einem großen, einschneidenden Ereignis – jedenfalls nicht im ersten Band. Angelegt ist der Comic als Trilogie, Band 2 erscheint im April bei Avant.

Spaß macht die Lektüre nicht direkt – aber der Comic verströmt eine Faszination des Unbehaglichen, der man sich kaum entziehen kann. Der König der Fliegen ist morbide, düster und pessimistisch – ein Volltreffer für alle, die sich beim Comiclesen mal richtig schön unwohl fühlen möchten.

 

Wertung8 von 10 Punkten

Düstere Episoden aus der Hölle der Vorstadt, eindrucksvoll und stilbewusst umgesetzt. David Lynch lässt grüßen.


Der König der Fliegen 1 – Hallorave
Avant-Verlag, Oktober 2010
Text: Pirus
Zeichnungen: Mezzo
64 Seiten, farbig, Softcover
Preis: 19,95 Euro
ISBN: 978-3-939080-38-1
Leseprobe

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Abbildungen: © der dt. Ausgabe Avant-Verlag

Links der Woche: Mit bikenden Zeichnern, Comicbeziehungen und der Geschichte des Comics Code

Unsere Links der Woche, Ausgabe 7/2011:

 

Interview mit Aisha Franz
Aviva Berlin, Anna Hohle
Das „E-Zine von Frauen für Frauen“ interviewt Aisha Franz zu ihrer ersten langen Graphic Novel Alien und fragt unter anderem nach dem „Unterschied zwischen Comics weiblicher Autorinnen und denen männlicher Kollegen“.

Der bikende Zeichner Martin Perscheid
Motorrad Classic
Martin Perscheid plaudert über sein liebstes Hobby: Der Cartoonist, dessen Vater ein Zweiradgeschäft führte, besitzt mehrere Motorräder.

Die Zehn! Schlimmsten Comicbeziehungen
Tofu Nerdpunk, El Tofu und Mr. Robotron
Zum Valentinstag listet das Blog Tofu Nerdpunk zehn verkorkste Beziehungen aus der Geschichte der Superheldencomics auf, von Superman und Lois Lane bis The Vision und Scarlet Witch.

Culture Club: Essex County’s exile
National Post, Mark Medley
In der TV-Show „Canada Reads“, in der die besten kanadischen Bücher des letzten Jahrzehnts gesucht werden, kam Jeff Lemire mit Essex County in die aus fünf Titeln bestehende Endauswahl, flog dort allerdings als erster wieder heraus. Die Jury kippte Essex County u.a. mit der schönen Begründung „zu wenige Wörter“. Über dieses Thema diskutiert die kanadische Zeitung National Post mit Zeichner Darwyn Cooke, Blogger und Comichändler Chris Butcher und Kritiker Jeet Heer.

Think of the Children
comicsmakekidsevil.com, Christian Sager and E.C. Steiner
Die Comics Code Authority, das Selbstzensurgremium der US-Comicindustrie, das 1954 entstand, ist vor kurzem durch den Ausstieg von DC und Archie praktisch gestorben. Der 24-seitige Comic Think of the Children ist ein „satirischer Horror-Comic“ über die Entstehung der CCA. Der Comic, der später auch gedruckt erscheinen soll, ist online komplett und kostenlos verfügbar.

5 Amazing Things Invented by Donald Duck (Seriously)
cracked.com, D. McCallum
Die mit vielen Bildzitaten versehene Übersicht über berühmte Filmszenen, Filmideen und Wissenschaftsphänomene, die direkt oder indirekt aus Duck-Comics von Carl Barks und Don Rosa stammen, endet mit der etwas steilen These: „Scrooge McDuck Created Manga“.

Oh nein! Ich bin ein Mädchen! 5. Akt, 5. Kapitel

Im 5. Kapitel des 5. Aktes von „Oh nein! Ich bin ein Mädchen!“ kann Jan die ermittelnden Polizisten überzeugen, mit in seine/ihre Wohnung zu gehen, um einen Auslöser für ihre Anfälle zu finden. Statt Besserung wird alles aber nur schlimmer, und es tauchen geheimnisvolle Bedrohungen auf …

Das 5. Kapitel des 5. Akts: „Die Lampe und der Schnitt

[Übersicht aller bisherigen Akte.]

[Thread im Comicforum mit dem wöchentlichen Update von ONIBEM.]

Angor 2 – Mansïouran

angor2In der Rezension zum ersten Band der Fantasyserie vom umtriebigen französischen Comicszenaristen Gaudin (u.a. Marlysa und Die Seuche) und Zeichner-Neuling Armand schrieb ich unter anderem, der Comic sei „nett“ – sowohl im Sinne von „sympathisch und ansprechend“ als auch „mittelmäßig und unoriginell“.

Im zweiten Band überwiegen leider die letzten beiden Attribute. Die Handlung mäandert viel zu viele Seiten einfach so vor sich hin, die drei Hauptfiguren stolpern recht ziellos von einem Abenteuer(chen) zum Nächsten und so richtig will der Funke nicht überspringen. Ein strafferer Plot und vor allem mehr Motivation für die Protagonisten hätte hier Not getan. Drei leidlich sympathische Jugendliche, die ohne einen Plan aus dem rigorosen Kastensystem ihrer Heimat geflohen sind, aus Zufall an ein magisches Amulett geraten, mit dessen Hilfe sie sich in Erwachsene verwandeln können, und nun die Diebe eben jenes magischen Schmuckstücks verfolgen – das ist etwas mager.

Das müsste es nicht sein, denn so mancher Erzähler könnte hier mit treffenden Charakterisierungen, pointierten Dialogen oder skurrilen Einfällen noch einiges rausholen, aber Gaudin bietet stattdessen Standardsituationen, offensichtliche Handlungswillkür und viele langweilige Diskussionen in einer nicht sehr fantasievollen Fantasywelt. Wenn die Geschichte dann endlich Fahrt aufnimmt und schließlich mit einer schön in Szene gesetzten Seeschlacht aufwartet, hat man sich innerlich schon halb vom Comic verabschiedet.

Immerhin die Zeichnungen machen was her: Armands Strich, der bereits im ersten Band recht ansehnlich war, aber noch kleine Schwächen offenbarte, ist hier merklich sicherer geworden und entschädigt wenigstens teilweise für die eher laue Geschichte.

Besserung verheißt die letzte Seite, die mit einer wirklich gelungenen Cliffhanger-Szene aufwartet. Das reicht dann so gerade, um Band 3 doch noch eine Chance geben zu wollen.

 

Wertung4 von 10 Punkten

Überwiegend fantasielose Fantasy mit ansehnlichen Bildern

 

Angor 2 – Mansïouran
Splitter, Januar 2011
Text: Jean-Charles Gaudin
Zeichnungen: Dimitri Armand
48 Seiten, farbig, Hardcover
Preis: 13,80 Euro
ISBN: 978-3-86869-164-1
Leseprobe

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Abbildungen © MC Productions, der dt. Ausgabe: Splitter

Der Schrei des Falken 7 – Gefährlicher Auftrag

In der Regel teilen sich mehrere Comickünstler die Arbeit auf: Einer schreibt, einer zeichnet und einer koloriert. Klar, manchmal kommt es auch vor, dass jemand schreibt und zeichnet oder zeichnet und koloriert. Jedoch ist es selten, dass eine Person allein gleich alle drei Bereiche übernimmt. Patrice Pellerin ist so eine Person.

Pellerin ist hierzulande bekannt durch Geschichtscomics wie Der rote Kosar (Band 23 und 24; Carlsen) oder Das Zeichen der Adler (Feest), die in Deutschland Ende der 1980er und Anfang der 1990er Jahre erschienen sind. Während er bei Der rote Kosar noch nach einem Szenario von Jean-Michel Charlier zeichnete, schrieb er den Text bei Das Zeichen der Adler, den damals sein Kollege Jean-Charles Kraehn illustriert hat.

Für Dupuis begann er 1994 dann erstmals als Autor und als Zeichner aktiv zu werden. Unter dem Titel L’Epervier entstand somit die Seefahrer-Serie, deren erster Zyklus vollständig in sechs Bänden auf deutsch bei comicplus+ unter dem Titel Der Schrei des Falken vorliegt. Für die Fortsetzung wechselte Patrice Pellerin in Frankreich zu MC Productions, wo bislang ein Album des neuen Zyklus veröffentlicht wurde.

Kanada, im April 1742: Ein Briefträger sackt mit einem Pfeil im Rücken kurz vor seinem Ziel, einem Fort, zusammen. Der Adressat: der französische König. Der Brief: ein verschlüsselter Text, eingraviert auf dem Rücken (!) des verstorbenen Boten mit einem Siegel des Chevalier de Talmont. Yann de Kremeur alias „Der Falke“ bekommt von Louis XV persönlich den Auftrag nach Kanada zu reisen. Dort steht es schlecht um die französischen Kolonien. Doch schon bevor es richtig losgeht, muss er immer mehr Hindernisse überwinden, deren Ursprünge in den Intrigen am königlichen Hof liegen.

Es ist schlichtweg beeindruckend, wie akribisch und detailliert der Szenarist recherchiert hat. Man fühlt sich permanent in die Zeit zurückversetzt, was an den vielen historisch alltäglichen Schilderungen liegt. Die Story selbst steht in der Tradition des Mantel-und-Degen-Comics, wobei die Actionsequenzen stark reduziert sind. Intrigen werden angezettelt, Strategien besprochen, Verräter entlarvt und Briefe gewechselt. Auf diese Weise entsteht eine fesselnde und authentisch wirkende Geschichtsschau.

Pellerin, der künstlerisch in der Tradition von André Juillard steht, ist auch in grafischer Hinsicht für seine Detailgenauigkeit bekannt. Das bringt es auf der einen Seite leider mit sich, dass der Leser auf ein neues Album jeweils rund zwei Jahre warten muss. Aber auf der anderen Seite lohnt sich es sich. Für mich gibt es keinen vergleichbaren Geschichtscomic, der in Punkto Details mit Der Schrei des Falken mithalten kann. Wie beispielsweise die Räumlichkeiten des Versailler Hofes oder die Einzelheiten der „Medusa“, Kremeurs Schiff, in Szene gesetzt werden, ist unnachahmlich und unbeschreiblich. Allein der prunkvolle Versailler Hof ist die Wartezeit allein schon Wert.

Der erfolgreiche Comic wird inzwischen auch schon verfilmt: 2010 sind in der Bretagne, in Südfrankreich und in der Pariser Gegend die Filmaufnahmen nach dem ersten Zyklus von Der Schrei des Falken abgedreht worden. Vorerst wird France 2 die Adaption in insgesamt sechs Folgen zu je 52 Minuten ausstrahlen. Wer weiß, wie und wann die Verfilmung auch hierzulande zu sehen sein wird.

Solange kann man sich mit dem Original von Pellerin vergnügen, das auch allen Lesern über die Genre-Grenze hinaus genügend zu bieten hat. Der Schrei des Falken gehört mit zum Besten, was an (franko-belgischen) Comic-Serien derzeit am Laufen ist und sollte daher in keiner Comic-Sammlung fehlen. „Gefährlicher Auftrag“ beginnt einen neuen Zyklus, weswegen man keine Vorkenntnisse der bisherigen Bände benötigt. Ich bin erst mit diesem siebten Band eingestiegen und hatte keine Verständnisschwierigkeiten, werde aber dennoch beim nächsten Comicladenbesuch einen prüfenden Blick in die anderen Bände werfen.


Wertung
9 von 10 Punkte

Detailgetreue Zeichnungen und ein spannendes Szenario lassen Geschichte lebendig werden


Der Schrei des Falken 7 – Gefährlicher Auftrag
comicplus+, Juni 2010
Text und Zeichnungen: Patrice Pellerin
48 Seiten, farbig, Softcover
Preis: 13 Euro
ISBN: 978-3894742010

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Abbildungen: © der dt. Ausgabe: comicplus+

Fantastic Four 6

fantasticfour6Ein von Anfang an wichtiger Aspekt der Comicabenteuer der Fantastischen Vier ist etwas, was im Englischsprachigen als Sense of Wonder bezeichnet wird – vielleicht annähernd übersetzbar mit dem Staunen über und der Erkenntnis von neuen, völlig unerwarteten Gegebenheiten und Möglichkeiten. Nach 569 US-Ausgaben voller Zeit- und Dimensionsreisen, Invasionen aus dem Weltall wie aus der Negativzone und bizarren Erfindungen und Experimenten könnte man leicht annehmen, dass hier nur noch Ideen-Recycling geboten wird.

Mit seinem Dreiteiler „Die Lösung aller Probleme“ beweist der frischgebackene ständige Serienautor Jonathan Hickman jedoch, dass man durchaus noch Konzepte zum Staunen aus dem Hut zaubern kann. Das von ihm in Fantastic Four: Dark Reign erstmals vorgeführte Konzept eines künstlichen Portals, mit dem Reed Richards alle möglichen Realitäten bereisen kann und in Folge auf eine Gruppe aus verschiedenen Versionen seiner selbst trifft, führt der Autor hier kreativ fort. Dass das übrige FV-Team ziemlich in den Hintergrund gerät, sei verziehen angesichts der mehr als originellen Idee einer inter-realitären Koalition übergenialer Superhirne, die zusammen „alle Probleme lösen“ wollen.

Umgesetzt wurde das Ganze zu meinem leichten Bedauern nicht vom gegenwärtigen Coverkünstler, dem fantastischen Alan Davis, sondern von Dale Eaglesham, den man am ehesten von seiner Arbeit an DC-Titeln wie Batman, Green Lantern und Justice Society of America kennt. Obwohl sein Mr. Fantastic eine ganze Spur zu muskelbepackt und helden-generisch rüber kommt, erweist sich Eaglesham dennoch als gute Künstlerwahl. Ohne im Geringsten antiquiert zu wirken, umweht seine ansehnlichen Zeichnungen von exotischen Maschinerien und Orten jenseits aller naturwissenschaftlichen Regeln eine Menge kirby-esker Charme.

Nach diesem inhaltlich wie grafisch viel versprechenden Start geht es in der zweiten Hälfte des Sammelbands dann überraschend steil bergab mit der Qualität: Die folgende Geschichte um die künstliche Erde-2 ist ohne die Kenntnis von Mark Millars entsprechenden FV-Storys kaum verständlich, der Plot wirkt lieblos hingeschludert und eine in dieser Serie völlig deplatziert wirkende, überzogene Gewaltszene macht es auch nicht besser. Am Zeichentisch ist für Eaglesham hier ein britischer Kollege namens Neil Edwards eingesprungen, der dem Ganzen dann den visuellen Rest gibt. Es ist erstaunlich, dass man bei einem Verlagsgiganten wie Marvel nicht in der Lage ist, für die am längsten laufende Team-Serie einen vernünftigen Ersatzzeichner zu finden. Wird dafür so schlecht gezahlt oder war die Zeit in diesem Fall einfach zu knapp für eine bessere Alternative? Edwards‘ Zeichnungen strotzen vor misslungenen, debil grinsenden Fratzen-Gesichtern und befremdlichen Posen und verhageln einem dann auch in der abschließenden, eigentlich netten Geschichte um Franklin Richards‘ Geburtstag vollends das Lesevergnügen.

Statt des erwarteten Jubeldebüts des neuen Kreativteams ist Fantastic Four 6 somit ein qualitativ merkwürdig zwiespältiger Comicband geworden.

 

Wertung: 5 von 10 Punkten

Origineller Dreiteiler zum Auftakt, gefolgt von zwei ziemlich unterdurchschnittlichen Geschichten


Fantastic Four 6 – Die Lösung aller Probleme
Panini Comics, Dezember 2010
Text: Jonathan Hickman
Zeichnungen: Dale Eaglesham, Neil Edwards
124 Seiten, farbig, Softcover
Preis: 14,95 Euro

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Abbildungen © Marvel , der dt. Ausgabe: Panini

Links der Woche: Mit Comic-Bibliotheken, Logos und einem Superman-Trickfilm

Unsere Links der Woche, Ausgabe 6/2010:


Die Grenzüberschreiter
tagesspiegel.de, Klaus Schikowski
Wie geht „modernes Erzählen mit Bildern“? Vor allem mit formalen Aspekten des Comics befasst sich der Artikel von Klaus Schikowski, genauer gesagt mit aktuellen Veröffentlichungen, die auf besondere Weise mit der Form umgehen und sie weiterentwickeln.

Comic-Bibliotheken in Deutschland
Gesellschaft für Comicforschung, Ralf Palandt
Das Blog der ComFor stellt in einer kleinen Artikelreihe das (sehr überschaubare) Angebot deutscher Comic-Bibliotheken vor.

Zettgeist #141 über Zwerchfell Comics 2011
Zettgeist, Sascha Thau, Stefan Dinter, Christopher Tauber
Im Zwerchfell-Podcast Zettgeist geht es längst nicht nur um den Zwerchfell-Verlag, in dieser Folge aber schon. Das Verlegerduo Dinter und Tauber plaudert über das, was der Verlag im kommenden Jahr vorhat. Direkt zum MP3 (57 Minuten) geht es hier.

Hellboy: The Whittier Legacy
USA Today, Mike Mignola
Nach längerer Pause ist Mike Mignola mal wieder als Autor und Zeichner bei Hellboy zugange. Die Kurzgeschichte „The Whittier Legacy“, ein Tribut an H.P. Lovecraft, erscheint zuerst exklusiv auf der Website von USA Today.

Todd Klein Chooses Comics‘ Greatest Logos
Comic Book Resources, Todd Klein
Todd Klein, einer der besten Letterer sowie Cover- und Logodesigner der amerikanischen Comicbranche, der auch auf seinem Blog regelmäßig über Logos schreibt, erstellt eine Liste von zwölf klassischen Comic-Logos mit dem größten Wiedererkennungswert. Interessant ist dabei auch, wie sich die Logos, z.B. von Amazing Spider-Man, über die Jahrzehnte entwickelt haben.

Superman Classic
robbpratt.com, Robb Pratt
Ein Zeichentrickfilm, der ohne Abspann gerade mal eine Minute dauert, aber sehr sehenswert ist. Es handelt sich um einen Fanfilm, also ein unbezahltes Hobbyprojekt ohne Beteiligung von DC Comics, trotzdem ist das kein Amateurfilmchen, sondern das Werk eines Profis: Robb Pratt arbeitet im Animationsbereich von Disney, vor allem als Storyboard-Zeichner. Sein Superman Classic überzeugt vor allem durch seinen schönen Retro-Charme. Nach dem Abspann verliert Pratt noch ein paar Worte über die Entstehung seines Films:

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Frisch aus der Druckerei: Januar 2011

Unser monatlicher Rückblick auf die aktuellen Comic-Novitäten: Diesmal mit frischem Künstlernachwuchs aus Deutschland, alten Veteranen aus Spanien, einem überpräsenten Helden aus den USA und dem Sohn des Teufels aus Japan.

HIGHLIGHT DES MONATS

Zum zwanzigsten Verlagsjubiläum wird Reprodukt noch mehr Comics von vielversprechenden, jungen, einheimischen Künstlern veröffentlichen als bisher schon. Diese Offensive begann schon im Januar mit zwei Titeln von Zeichnerinnen aus Berlin bzw. Hamburg: Alien von Aisha Franz hat rein gar nichts mit dem gleichnamigen Science-Fiction-Klassiker zu tun. Es geht um eine alleinerziehende Mutter und ihre beiden Töchter, von denen die jüngere eine Art „unsichtbaren Freund“ in ihrem Zimmer beherbergt. Eine Leseprobe gibt’s auf der Verlagswebsite.

rpm ist eine Musiker-Geschichte aus der Post-Punk-Szene im England der 80er Jahre, erzählt von Martina Lenzin, die selbst auch als Sängerin und Gitarristin in einer Hamburger Band aktiv ist (Neun Seiten zum Probelesen).

EIGENPRODUKTIONEN

Noch mehr Werke von jungen, mal mehr, mal weniger avantgardistischen Künstlern gibt’s in der neunten Ausgabe des Magazins Orang, das ebenfalls von Reprodukt vertrieben wird und diesmal unter dem Motto „Atlas“ steht. Einige Probeseiten stehen hier.

Eine der Hauptdarstellerinnen in den (semi-) autobiographischen Strips, die Ivo Kircheis auf seinem Comic-Blog Paralleluniversum veröffentlicht, ist seine Tochter Ella. Eine Auswahl von Strips, in denen Ella auftaucht, wurde nun koloriert und gesammelt in dem quadratischen Hardcover-Band Papa, wann essen wir mal ein Pferd? bei Beatcomix. Eine Leseprobe gibt’s bei myComics.

Beim Knaur Verlag erscheint ein weiterer Germanga, der zuerst digital bei Comicstars veröffentlicht wurde. Guns and Swords von Nina Nowacki ist eine Boys-Love-Serie, in der es um die Schiffsreise eines jungen Prinzen geht. Hier der Trailer dazu:

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Bela Sobottke, der bei Gringo schon mehrere Werke (u.a. Knochen-Jochen) veröffentlicht hat, schreibt und zeichnet für den Frontplatten-Hersteller Schaeffer AG den Comicstrip Ingo, der integrale Ingenieur, der regelmäßig auf der Unternehmens-Homepage erscheint. Eine kleine Sammlung dieser Strips gibt es jetzt als Piccolo-Heftchen in der „Edition Fitzelkram“ von Gringo Comics. Inhaltlich ist das meist typischer Büro-Humor der eher biederen Sorte. Mit Franquins Gaston, dem Meilenstein dieses Subgenres, kann sich Ingo nicht messen. Mit seinen anderen Comics hat Sobottke da schon weit interessanteren Stoff abgeliefert.

AUS FRANKREICH UND BELGIEN

Beim Splitter Verlag gibt es Science-Fiction von Juan Giménez (Die Meta-Barone): Leo Roa ist Journalist in einer futuristischen Welt, der aber auch als Held gebraucht wird. Ungewöhnlich für das Genre ist, dass hier (neben einigen mehr oder weniger sinnvollen Sex-Einlagen) auch eine große Portion Humor im Spiel ist. Giménez produzierte zwischen 1988 und 1991 nur zwei Alben dieser Reihe (die auch schonmal bei Ehapa herauskamen), Splitter bringt nun beide zusammen in einem Band. Unser Rezensent Jons Marek Schiemann hat ihn hier besprochen, eine Leseprobe gibt’s auf splitter-verlag.de.

Die erfolgreiche Videospiel-Reihe Assassin’s Creed dehnt ihr Franchise aus: Es gibt nicht nur eine Romanreihe zum Spiel, es wurden auch gleich zwei Comiclizenzen vergeben: eine in die USA (das Ergebnis wird in Kürze bei Panini erscheinen) und eine nach Frankreich, wo Éric Corbeyran und Djillali Defali eine 3-teilige Albenreihe gestalten. Band 1 der Serie, die Splitter kurzfristig ins Programm gehoben hat, ist erschienen und kann hier probegelesen werden.

Außerdem starteten bei Splitter noch zwei weitere neue Reihen: Pik As – Die fantastische Detektei von Thierry Gloris und Jacques Lamontagne (Die Druiden) ist ein viktorianischer Krimi, für den sich die Macher den Detektiv Auguste Dupin von Edgar Allan Poe als Hauptfigur ausgeliehen haben (Leseprobe). Tibill der Lilling ist ein Fantasycomic mit Funny-Touch vom Autorenduo Ange (Die Legende der Drachenritter) und Zeichner Laurent Cagniat (Leseprobe).

Bei Toonfish, Splitters Zweitlabel fürs Lustige, erscheint das vierte und vorerst letzte von Zeps „Happy Books“. Nach zweimal Happy Sex und einmal Happy Girls geht es in den Gagstrips von Happy Rock mal nicht um Zwischengeschlechtliches, vielmehr werden der Rock und der Roll aufs Korn genommen. Kostproben sind hier zu sehen.

Neu in der All-in-One-Schiene der Ehapa Comic Collection: Der Schwarze Mann von Antoine Maurel und Hamo, eine im 19. Jahrhundert spielende Mystery-Story. Comicgate-Rezensent Benjamin Vogt war recht enttäuscht von dem Comic, er fand ihn „unplausibel und wenig kreativ“. Die PDF-Leseprobe steht hier.

In der ZACK-Edition erscheint der erste Band des Wirtschafts- und Wissenschaftsthrillers Ein Fehler der Natur von Stephen Desberg und Francis Vallès. Die Story erschien erstmals im ZACK-Magazin unter dem Titel Sperrfeuer. Eine Leseprobe des Originals gibt’s beim französischen Verlag Lombard.

Autor Erroc und Zeichner Pica nehmen seit über zehn Jahren den Schulalltag in Comicform auf die Schippe. In Frankreich gibt es von ihrer Serie Les Profs, deren einzelne Episoden im Journal de Mickey erscheinen, bereits 13 Bände, jede Menge Merchandise-Artikel, Jugendromane und einen Zeichentrick-Piloten. Nun erscheinen die One-Pager im klassischen frankobelgischen Funnystil auch auf Deutsch, bei Salleck Publications unter dem Titel Die Pauker. Eine französische Leseprobe aus dem 13. Band gibt es hier.

AUS DEN USA

Deadpool, der „Söldner mit der großen Klappe“, ist bei Marvel Comics in den letzten Jahren zu einer Art Kultfigur geworden, die zuerst als Nebenfigur in diversen Serien auftauchte, dann ihre eigene bekam die wohl überraschend erfolgreich war. Und Marvel wäre nicht Marvel, wenn man die Kuh nicht ausgiebigst melken würde. Also wurden in kurzer Folge immer neue Mini- und Nebenserien rund um Deadpool gestartet, so dass Panini nun also reichlich Material für eine deutsche Veröffentlichung zur Verfügung steht. Zusätzlich zu ein paar bereits erschienenen Sammelbänden startet Panini nun auch eine Deadpool-Heftserie, ein Format, das in letzter Zeit immer seltener geworden ist. Die erste von drei US-Ausgaben, die in Heft 1 enthalten sind, steht bei myComics online.

AUS ASIEN

Die neue Mangaserie Beelzebub von Ryuhei Tamura (Tokyopop) hat eine wunderbar bekloppte Grundidee: Der Teufel hat einen frisch geborenen Sohn und sucht sich einen jungen Erdenbürger aus, der ihn großziehen soll. Von da an sitzt also der Beelzebub als kleines nacktes Baby auf der Schulter des Schul-Rowdys Oga und begleitet ihn. Wie das aussieht, kann man hier sehen.

Der deutsche Mangamarkt ist voll mit Boys-Love-Geschichten, in denen sich hübsche Jungs in hübsche Jungs verlieben. Natürlich gibt es auch das Gegenstück „Girls Love“, auf gut Deutsch Yuri-Manga, wovon bei uns bisher aber nur sehr wenig erschienen ist. In diese Lücke tritt EMA mit der Kurzgeschichtensammlung Frühling, Sommer, Herbst und Winter von Taishi Zaou und EikiEiki. Und wer schon immer mal einen Manga lesen wollte, der sich vornehmlich ums Schwimmen dreht, sollte sich den Zweiteiler S.P.Y. von Ayane Ukyo (ebenfalls EMA) ansehen.