Neueste Artikel

Falling Skies – nach der Alien-Invasion (Werbung)

ANZEIGE
{source}
<
script type=“text/javascript“ src=“http://videos.video-loader.com/playerjs/falling_skies_7933.js?w=400&h=350&pID=48809&bgc=fadb33&cw=772765&skinName=light&wmode=window&hideChrome=1″></script>
{/source}

Pressetext: TNT Serie, der Seriensender von Turner Broadcasting System, holt die mit Spannung erwartete Drama-Serie Falling Skies nach Deutschland, Österreich und in die Schweiz. Am 24. Juni 2011 startet die mit aufwendigen Effekten ausgestattete Serie im deutschsprachigen Raum, bereits fünf Tage nach der Weltpremiere in den USA.

Die zehnteilige Serie ist immer freitags um 20.15 Uhr auf TNT Serie und TNT Serie HD zu sehen. Falling Skies wird von DreamWorks Television und TNT Productions produziert. Die Ausstrahlungsrechte wird Turner Broadcasting System als Lizenzgeber weltweit vertreiben.

Falling Skies spielt in der Zeit nach einer Invasion feindlicher Aliens. Etwa sechs Monate sind vergangen, der Großteil der Welt liegt im Chaos, und die Zivilisation ist weitgehend ausgelöscht. Am Rande der Großstädte haben sich Gruppen menschlicher Überlebender verbündet, um den Aufstand gegen die Besatzung der Aliens zu formieren und ihre Mitmenschen zu schützen. Im Zentrum von Falling Skies steht eine Gruppe von Guerillakämpfern, die sich außerhalb von Boston der Übermacht aus dem Weltall entgegenstellt. Anführer ist der College-Professor Tom Mason, gespielt von Noah Wyle (bekannt unter anderem durch E.R. – Emergency Room), dessen Familie durch die Attacke der Aliens auseinandergerissen wurde. An seiner Seite steht die Kinderärztin Anne Glass, dargestellt von Moon Bloodgood (Terminator: Die Erlösung), die sich vor allem um die traumatisierten Kinder der Überlebenden kümmert.

Eine weitere Hauptrolle in der Serie hat Will Patton (Armageddon) als Weaver, der grimmige Anführer des Widerstands. Drew Roy spielt Masons ältesten Sohn und Mitkämpfer Hal. In weiteren Rollen sind Maxim Knight, Connor Jessup, Seychelle Gabriel (Weeds), Colin Cunningham, Sarah Carter, Mpho Koaho sowie Peter Shinkoda zu sehen.

Falling Skies erzählt von Ausdauer, persönlichem Einsatz und Mut sowie von ganz normalen Menschen, die zu Helden werden. Im Mittelpunkt der Serie steht der unermüdliche Überlebenswille der Widerstandskämpfer. Die Serie zeigt sowohl, wie sie in Ausnahmesituationen zusammenhalten, als auch, wie die Überlebenden sich gegeneinander wenden, wenn aus dem Überlebenskampf Verzweiflung wird. Immer wieder gibt es aber auch Momente des Glücks und der Freude. Die Überlebenden sind den Aliens zwar zahlen- und waffenmäßig unterlegen, jedoch kann nichts ihren Kampfgeist erschüttern.

„Was Falling Skies so spannend macht, ist, dass die Invasion bereits stattgefunden hat, wenn die Zuschauer in die Geschichte einsteigen“, sagt Co-Produzent und Autor Mark Verheiden. „Sechs Monate nach dem Angriff haben die Überlebenden den ersten Schock überwunden und verbünden sich zum Gegenschlag. Die Widerstandskämpfer erfahren dabei immer mehr über den Plan der Aliens, der allerdings ihre Vorstellungskraft übersteigt.“

Die wegen ihrer Spinnenbeine „skitters“ genannten Aliens in Falling Skies sind gleichermaßen undurchschaubar wie gnadenlos – eine unaufhaltsame Macht. Sie sind schnell, stark, hochintelligent und schwer zu töten. Über biomechanische Einpflanzungen kontrollieren die Aliens entführte Teenager, zu denen auch Toms Sohn Ben gehört. Nach und nach wird deutlich, dass die Jugendlichen eine große Bedeutung für die weitere Weltherrschaft der Aliens haben.

Im Laufe der Zeit lernen die Überlebenden immer mehr über die Aliens. Viele Entdeckungen werfen jedoch neue Fragen auf. Egal was sie über die Eindringlinge herausfinden, das größte Geheimnis bleibt: Warum sind sie hier und was wollen sie?

Falling Skies wird produziert von Steven Spielberg gemeinsam mit Justin Falvey und Darryl Frank von DreamWorks Television sowie Graham Yost (Justified, The Pacific) und Robert Rodat. Rodat, der für Der Soldat James Ryan eine Oscar®-Nominierung erhielt, hat gemeinsam mit Steven Spielberg das Drehbuch zur Pilotfolge entwickelt. Mark Verheiden (Heroes, Battlestar Galactica) und Greg Beeman (Heroes, Smallville) sind Co-Produzenten der Serie. Die Pilotfolge von Falling Skies inszenierte Carl Franklin (One False Move, Out of Time).

RG 2 – Bangkog-Belleville

Cover RG 2RG ist die Abkürzung für „Renseignements Généraux“, welche die geheimdienstliche Abteilung der Nationalen Polizei Frankreichs ist. Sie ist direkt dem Innenministerium unterstellt. Auch wenn ihre Aufgaben bis 2008, als sie mit einer anderen Abteilung verschmolzen wurde, vorrangig darin bestanden, Informationen zu sammeln und das Ministerium direkt zu informieren, scheinen ihre Mitgleider doch auch generelle Polizeiarbeit erledigt zu haben. Zu ihren Aufgaben zählte Terrorismusbekämpfung ebenso wie Undercoverermittlungen. Das legt jedenfalls dieser Comicband nahe. Die Reihe RG, deren zweiter Band nun vorliegt, ist eine Mischung aus Fiktion und Reportage.

 

Im neuen Fall gerät der Polizist Pierre Dragon durch einen Tipp auf die Spur von thailändischen Schleusern, die Illegale nach Frankreich bringen, um diese als billige Lohnsklaven auszunutzen oder zur Prostitution zu zwingen. Nach dem anfänglichen Tipp sammeln Pierre und sein Kollege Cyril erste Informationen. Als ihnen klar wird, dass etwas an der Sache dran ist, wird die Ermittlung offiziell und die Überwachung der Bande beginnt. Im Laufe der Zeit kommt Pierre einer Ermittlungsrichterin näher, was so seine Probleme mit sich bringt. Aber irgendetwas stimmt nicht mit dem Kollegen und Freund Cyril. Drohen die Ermittlungen zu scheitern?

Der Fall ist fiktional, die Methoden nicht. Dass der Autor denselben Namen wie der Protagonist hat, ist natürlich nicht zufällig. Pierre Dragon ist (unter einem anderen Namen) tatsächlich Polizist in der RG und nutzt sein Wissen, um zusammen mit dem preisgekrönten Frederik Peeters (Blaue Pillen) eine Krimiserie zu schreiben (hier unsere Rezension des ersten Bandes). Die Geschichten basieren auf realen Fällen und Personen, auch wenn die erzählte Handlung und die auftretenden Figuren fiktional sind. Dass alles kombiniert ergibt eine sehr realistische, wenngleich nicht unbedingt spektakuläre Handschrift. Es gibt kaum Action, keine großen Schießereien. Die Graphic Novel entzieht sich allem Größer, Schneller, Spektakulärer und holt den Krimi auf den Boden der Realität zurück.

Seite aus RG 2Und es hat seinen Reiz, die Polizeiarbeit quasi aus erster Hand mitzuerleben. Man sieht die enervierend langen Observationen, den Papierkram, die Rivalitäten und den aufreibenden Kampf gegen das Verbrechen, welcher auch Psyche und Privatleben der Ermittler zerstört. Zudem führt die Realitätsnähe auch dazu, über sein eigenes Verhalten nachzudenken, denn es geht hier um billige Textilien und wozu der Konsumrausch mit „Geiz ist Geil“ und Markenwahn führen kann.

Auffällig ist, wie nah Peeters‘ Zeichnungen an die Gesichter der Figuren herangehen. Das vermittelt dem Leser eine unmittelbare Nähe, als ob er direkt neben den Polizisten im Auto sitzen würde. Die optische Nähe schafft geschickt eine psychische und sorgt dafür, dass man in die Handlung gesogen wird. Viele Perspektivwechsel und „Schnitte“ sorgen für große Dynamik. Auch die Farben schaffen eine hervorragende Stimmung, insbesondere bei der Liebesszene, die fast nur in Rot getaucht ist. Auch hier gibt es nur Ausschnitte von Körpern zu sehen, es entsteht der Eindruck, direkt mit den Figuren im Bett zu liegen.

Wer meint, eine realistische Serie sei nicht spektakulär genug, täuscht sich. Nur wenige Krimis sind intensiver erzählt und vermögen den Leser ähnlich zu fesseln. Mit Frederik Peeters, dessen erstaunliche Graphic Novel Blaue Pillen schon mit ungeheurer Intimität zu beeindrucken wusste, ist hier ist wirklich ein Meister am Werke.

 

Wertung: 9 von 10 Punkten 

Ein unspektakulärer, aber realistischer Krimi, der mit seiner intensiven Intimität völlig überzeugt.


RG – Verdeckter Einsatz in Paris 2: Bangkog – Belleville
Carlsen Verlag, Februar 2011
Text: Pierre Dragon / Frederik Peeters

Zeichnungen: Frederik Peeters
112 Seiten, farbig, Hardcover
Preis: 16,90 Euro
ISBN: 978-3-551-77809-3
Euro: 16,90

 Jetzt beim Fachhändler Comic Combo anschauen und bestellen!    Jetzt bei amazon.de anschauen und bestellen!

Abbildungen (aus der frz. Ausgabe): © Gallimard

Comicgate-Magazin 6 – Erotik in Comics

Cover Comicgate-Magazin 6: Erotik in ComicsUnser neues Printmagazin dreht sich diesmal nur um ein Thema: Sex. Und das Drumherum.

Genauer gesagt nehmen wir „Erotik in Comics“ unter die Lupe – von der Historie der erotischen Comics über Sex in Superheldencomics bis hin zu Zensur und den japanischen Erotikcomics, Hentai. Dazu kommen noch etliche weitere Inhalte (siehe unten).

Erscheinungstermin war der 23. Juni 2011 auf dem Comicfestival München.
Der Preis beträgt 6,50 Euro inkl. MwSt. zuzüglich 1,- Euro (Deutschland) bzw. 3,- Euro (europäisches Ausland) Versandkostenpauschale. Ab einem Bestellwert von 10,- Euro versenden wir innerhalb Deutschlands versandkostenfrei. Bestellbar über shop.comicgate.de

 

Und hier das Editorial der Ausgabe:

Liebe Leser,

da sind wir wieder. Zum ersten Mal bietet das Comicgate-Magazin in diesem Jahr eine Ausgabe, die sich vollständig nur um ein einziges Thema dreht.

Der Vorschlag, die Ausgabe 6 zur „Nummer Sex“ zu machen, war anfangs gar nicht so ernst gemeint, stieß aber in unserer redaktionsinternen Mailingliste spontan auf sehr viel Zuspruch. Bietet es doch die Möglichkeit, trotzdem eine breite Palette abzudecken und sich nicht allzusehr in ein spezielles Nischenthema zu verstricken.

Für eine Übersicht der Erotik- oder Pornocomics als Genre konnten wir mit „Gaijinjoe“ den Betreiber der etablierten Website eroticcomic.info als Gastautoren gewinnen. Dann blicken wir darauf, wie das „Thema Nr. 1“ im amerikanischen Superheldencomic behandelt wird, wie die auf uns Europäer auf den ersten Blick befremdlich wirkenden Erotikmanga und -anime aufgrund geschichtlicher Entwicklungen und bestimmter Moralvorstellungen mit dem Thema umgehen und wie Konsumenten und Produzenten weltweit in Konflikt mit Recht und Gesetz geraten können.

Einen schönen Artikel der US-amerikanischen Künstlerin Colleen Coover (Small Favors) darüber, was für sie gute Pornocomics ausmachen, durften wir übersetzen und abdrucken; außerdem beantwortete Colleen uns einige Fragen.

Aufschlussreiche Einblicke in das Thema liefert Comicwissenschaftler Tim Pilcher, Autor des zweibändigen Sekundärwerks Erotische Comics, im Interview. Ebenfalls wurde Tamara Kastl von uns befragt, die unter anderem für das Shonen-Ai-Programm von Egmont Manga und Anime (EMA) verantwortlich ist.

Interessante und zum Teil sehr unterschiedliche Meinungen über das Gestalten von erotischen Comics haben wir von vier Künstlern mit unseren Fragebögen eingefangen. Die Rubrik der empfehlenswerten „Inselcomics“ wurde diesmal in eine Rezensionsstrecke umgebaut, in der ein breitgefächertes Spektrum von Comics, die Sexualität mal mehr und mal weniger deutlich thematisieren, besprochen wird.

Diese Vielfalt setzt sich auch in den exklusiven Comicbeiträgen fort, die abermals zeigen, auf welch unterschiedliche Weise man sich dem Thema mit dem Medium Comic nähern kann.

Wir wünschen viel Freude beim Lesen und anregende Unterhaltung!

 

Die Comicbeiträge stammen diesmal von Ulrich Scheel (bekannt durch Die sechs Schüsse von Philadelphia), David Füleki (neben vielen anderen Comics Struwwelpeter bei Tokyopop und Entoman im Selbstverlag), Bastian „Lapinot“ Baier (den müssen wir nicht mehr wirklich vorstellen, oder?), Steven Bagatzky (der auch unser diesjähriger Coverzeichner ist) und Andrea Williams.

Die Künstler, die unseren Fragebogen beantwortet haben, sind Geier (u. a. Horst, Arsinoe), Toni Greis (u. a. Alraune), Benjamin Marquardt (u. a. White Trash Girls, Lesyamina und der grüne Kristall) und Steven Bagatzky.

Comicgate-Magazin 6
(empfohlen ab 16 Jahren)

128 Seiten, schwarz-weiß, Softcover
6,50 Euro
ISBN: 978-3-9813729-2-2

University Freaks

uni1

Lange bevor der in Südkorea geborene Künstler Frank Cho für den US-Markt Superheldencomics (u.a. Spider-Man, New Avengers) und leichtbekleidete Amazonen illustrierte (Red Sonja, Shanna, Jungle Girl) war er eigentlich ein veritabler Komiker. Seine Karriere startete im College, wo er den Beruf des Krankenpflegers erlernen wollte. Nebenbei zeichnete er den Comicstrip University Freaks, welcher bald darauf regelmäßig in der Studentenzeitung abgedruckt wurde und großen Anklang fand. So groß sogar, dass die Nachfolgeserie Liberty Meadows in großen Zeitungen landesweit Beachtung fand. Der Rest ist Geschichte. Heute konzentriert sich Cho vor allem auf Pin-ups von sexy Frauen oder arbeitet Geschichten für den US-Verlag Marvel aus.

Obwohl auch das Frühwerk University Freaks nicht ganz ohne hübsche Damen auskommt (genau genommen ist die dunkelhaarige Brandy als Archetyp aller Männerphantasien zu bezeichnen), steht hier der Humor deutlich im Vordergrund. Einige Versuchstiere, an denen eine experimentelle Droge getestet wurde (oder womöglich erst noch getestet werden sollte), fliehen aus dem Labor und schreiben sich kurzerhand auf Kosten des Staates an der University of Maryland ein. Frank, eine schüchteren Ente und sowas wie der Hauptprotagonist der Serie, wird begleitet vom kauzigen Schwein Dean und dem übellaunigen Nagetier Ralph. Das tierische Trio wird im weiteren Verlauf dann noch um Limabohne Leslie und Schildkröte Sheldon erweitert.

Zusammen erleben sie den ganz normalen Wahnsinn des Studententums zwischen Parties, Verliebtsein und WG-Leben. Frank ist dabei tatsächlich ein semibiografisches Alter Ego des Künstlers Frank Cho, der seine eigenen Erlebnisse als Student in seinen Comicstrips zumindest zum Teil verarbeitet und thematisiert.

uni2Die einzelnen Episoden bestehen aus je drei Panels, wobei oft zwei oder drei Strips inhaltlich lose zusammenhängen. Die Komik in University Freaks ist überbordend, schwarzhumorig und überrascht mit immer neuen Gag-Ideen, die aus dem normalen Stripschema ausbrechen.

Vor Jahren versuchte Gringo Comics die Reihe in Form von Einzelheften in einer deutschen Übersetzung vorzulegen. Drei Ausgaben erschienen damals, wobei die Nummer 3 lediglich in einer Miniauflage von 100 Exemplaren gedruckt wurde. Jetzt hat Cross Cult sich (und der deutschsprachigen Leserschaft) zum zehnjährigen Verlagsbestehen eine Gesamtausgabe gegönnt, die erstmals alle Strips in einem Band versammelt und eine von Melanie Giel und Andreas Mergenthaler neu vorgenommene Kolorierung bereithält. Im Anhang befinden sich als Bonus mit zusätzliche Illustrationen von Cho sowie ein von Christian Endres geführtes Interview mit dem Künstler.

Bei dieser finalen Zusammenstellung bleiben für Fans des feinen Comichumors keine Wünsche offen. Außer vielleicht, dass das Werk so gut angenommen wird, dass der Nachfolger Liberty Meadows irgendwann nachgeschoben wird. Vielleicht ja zum 15- oder 20-jährigen Verlagsjubiläum.

 

Wertung8 von 10 Punkten 

Urkomische Stripserie rund um das Collegeleben, oft absurd, stets unterhaltsam

 

 University Freaks
Cross Cult, April 2011
Text und Zeichnungen: Frank Cho
122 Seiten, farbig, Hardcover
Preis: 22 Euro
ISBN: 978-3-936480-99-3

 Jetzt beim Fachhändler Comic Combo anschauen und bestellen!    Jetzt bei amazon.de anschauen und bestellen!

Abbildungen: © der dt. Ausgabe CrossCult

Links der Woche: Mit Preisdebatten und Hahnenkämpfen

Unsere Links der Woche, Ausgabe 23/2011 

 

Ein paar Fragen zum Web-Sondermann 2011
Comicforum, myComics-Forum
Es ist die Grundproblematik, bei jedem Preis, der irgendwo ausgelobt wird (nicht nur für Comics): Nach welchen Kriterien werden die Preise vergeben, wer wählt die Sieger, und wer kommt überhaupt als Anwärter in Frage? Im Gegensatz zu manch anderen Preisen (ich hörte im Hintergrund ein leises „Peng!“) sind diese Kriterien beim Sondermann, der jedes Jahr auf der Frankfurter Buchmesse vergeben wird, wenigstens transparent. Gestritten wird darüber dennoch: In diesem Jahr kommen für die Kategorie Webcomics nur Comics in die Auswahl, die noch nirgendwo gedruckt publiziert wurden. Was einen Großteil der besten deutschen Webcomics von vornherein ausschließt. Im Comicforum wird dazu lebhaft debattiert.

Allmächtiger! Interview mit Andreas Knigge über Wäscher, Lehning und die Comic-Szene
Comicforum, Comic-Report-Forum
Fegefeuer der Eitelkeiten: Anlässlich eines Interviews mit Andreas C. Knigge zu seinem neuen Buchprojekt über Hansrudi Wäscher kocht mal wieder ein alter Streit zwischen zwei älteren Herrschaften auf, die beide unbestreitbar große Verdienste für die hiesige Comiclandschaft haben, aber auch ein großes Ego: Knigge und Eckart Sackmann. Im Kern geht es um eine Jahreszahl, die nun auch schon wieder bald 20 Jahre zurückliegt. Eine teilweise absurde Forendiskussion mit Vorwürfen, Gegenvorwürfen, offiziellen Stellungnahmen und einem leicht überforderten Moderator. Die deutsche Comicszene von ihrer hässlichen Seite.

Trend zur Sackgasse: Wohin geht der Comicmarkt?
Comic-Report, Mark O. Fischer
Und noch ein weiterer Beitrag beim Comic-Report, der für Gesprächsstoff sorgen könnte: In einem Gastkommentar schreibt Epsilon-Verleger Mark O. Fischer über die Situation des Handels, also wie die Comics zu den Kunden kommen. Angesichts eines immer umfangreicher und breiter werdenden Angebots wünscht er sich größere, bessere und vor allem zahlreichere Comicläden.

Fahrradmod
fahrradmod.de, Tobi Dahmen
Schon seit einigen Jahren arbeitet Tobi Dahmen an seinem umfangreichen autobiografischen Comicprojekt Fahrradmod, das, wenn es fertig ist, beim Zwerchfell Verlag erscheinen wird. Bis es soweit ist, wird es noch eine Weile dauern. Bis dahin geht Dahmen nun den Weg, die Story vorab als Webcomic zu veröffentlichen, der zweimal pro Woche aktualisiert wird. Die ersten 27 Seiten sind bereits online.

Schlümpfe: Nazis in Blau?
arte Journal, C. Ollivier, N. Cohen
Wie arte in einem TV-Beitrag darüber berichtete, sorgt eine französische Buchneuerscheinung für Aufsehen: Der Pariser Autor Antoine Bueno hat sich mit den Schlümpfen befasst – Le petit livre bleu: Analyse critique et politique de la société des Schtroumpfs untersucht die Gesellschaftsstruktur des Schlumpfdorfs und kommt zu dem Schluss, dass es sich hierbei um eine totalitäre, rassistische Gesellschaft handelt. Die Fans reagieren wütend. Wirklich neu und originell ist Buenos Vorwurf jedoch nicht, wie auch dieser Artikel bei Spiegel Online bemerkt.

DC’s 52 new books
irrelevant comics, Yan Basque
Die US-Comicwebsites sind weiterhin mit dem großen Relaunch des DC-Universums im September beschäftigt. In kleinen Häppchen machte DC täglich eine Handvoll Titel bekannt, die demnächst mit einer neuen Nummer 1 starten. Blogger Yan Basque hat sie alle in einer schlanken Liste gesammelt.

Time and Time Again: The Complete History of DC’s Retcons and Reboots
ComicsAlliance, Chris Sims
So ein Reboot (oder wie man das auch immer nennen möchte) ist natürlich absolut nichts neues, auch in DCs 70jähriger Verlagsgeschichte gab es ähnliche Aktionen schon öfter. Dieser Artikel wirft einen Blick zurück auf vergangene Reboots. 


Is Kickstarter the #3 U.S. Indie Graphic Novel Publisher?

Publishers Weekly, Todd Allen
Immer populärer bei Künstlern aller Sparten wird das sogenannte Crowdfunding, bei dem im Internet Spenden gesammelt werden, um künftige Projekte zu finanzieren. Marktführer auf diesem Gebiet ist das US-Portal Kickstarter. Mehr und mehr Comics werden über diesen Weg realisiert. Natürlich ist Kickstarter kein Verlag – der Artikel von Publishers Weekly nimmt sich trotzdem ein paar Zahlen, vergleicht diese mit dem traditionellen Verlagsgeschäft und stellt fest: In manchen Monaten erscheinen bereits mehr Comics, die über Kickstarter finanziert wurden, als bei einem kleinen Verlag wie z.B. Boom oder Dynamite. Für Künstler wird dieses Modell mehr und mehr zur Alternative.

Links der Woche: Mit dem DC-Relaunch, einem gezeichneten Interview und einem Batman-Fan-Film

Unsere Links der Woche, Ausgabe 22/2011

 

Details emerge on DC’s Relaunch
Comic Book Resources, Kiel Phegley
Wer die letzten Tage kein defektes Internet hatte, hat’s sicher schon mitbekommen. DC Comics drückt im September mal wieder auf den „Reboot“-Knopf, der diesmal aber noch mächtiger, größer und dicker ist als bei ähnlichen Aktionen in der Vergangenheit. Mit dem Ende des derzeit laufenden Crossover-Events Flashpoint wird das komplette DC-Universum neu gestartet. 52 Heftserien starten mit einer neuen Nummer 1. Es gibt neue Serien, neu designte Kostüme, überarbeitete Origins und natürlich viele Wechsel auf dem Karusell der Kreativteams. DC will damit natürlich attraktiv für Neueinsteiger werden, genausogut könnte diese Aktion aber auch für treue Altfans als idealer Punkt zum Abspringen begriffen werden.

Die zweite, womöglich weit wichtigere Ankündigung von DC: All diese neuen Hefte sollen gleichzeitig mit der Printveröffentlichung auch in digitaler Form zu haben sein. Eine Einschätzung unseres Redakteurs Marc-Oliver Frisch ist hier bei Comicgate zu lesen. Auch sonst gibt im Netz dutzendfach News und Kommentare zum Thema, als Einstieg empfehle ich den oben verlinkten CBR-Artikel. Mein Favorit in Sachen „gallige, zynische Kommentare“: Don’t Reboot. Just Fucking Die von Noah Berlatsky. Seriöser, aber ebenfalls sehr kritisch äußert sich der Comics Reporter. Einen eher optimistischen Blickwinkel bietet David Uzumeri von Comics Alliance. Und Adolf Hitler hat natürlich auch schon seinen Senf dazugegeben.

Wie antwortet der beste Bilderbuch-Autor der Welt auf Fragen?
KulturSpiegel, Daniel Sander und Maren Keller
Ein gezeichnetes Interview mit Shaun Tan (Ein neues Land), der zur Zeit Deutschland besucht und gerade auf einer Erfolgswelle reitet. Nach dem Oscar für seinen animierten Kurzfilm The Lost Thing wurde ihm jetzt in Stockholm der Astrid-Lindgren-Gedächtnis-Preis (laut Wikipedia der höchstdotierte Preis für Jugendliteratur) verliehen (links unten auf die PDF-Version klicken, sonst sieht man nur die Fragen!).

Experten diskutieren über Comics, Kunst und Marketing
Saarbrücker Zeitung, Tobias Kessler
Die Saarbrücker Zeitung berichtet über  ein Graphic Novel-Symposium, das von der Hochschule der Bildenden Künste Saar und der Europäischen Kinder- und Jugendbuchmesse veranstaltet wurde. Bei einer Podiumsdiskussion ging es dabei auch mal wieder um den Begriff „Graphic Novel“ und wie man ihn definiert.

Gefangene des Gestern
Die Welt, Thomas Lindemann
In einer Rezension der bei DVA erschienenen Krimi-Adaption Inspektor Kajetan weist der Autor auf ein Grundproblem der hierzulande produzierten, anspruchsvolleren Comics hin: „In Deutschland geht es in den Graphic Novels, beinahe zwanghaft, fast immer entweder um das Erwachsenwerden oder um historische Stoffe.“ Da hat er wohl nicht ganz Unrecht.  

Batman Delivrance
Vimeo, Atomic Production
Aus Frankreich stammt dieser 9 Minuten lange, sehr Fanfilm, in dem sich die Wege von Batman und Wolverine kreuzen. Der Film (Französisch mit englischen Untertiteln) ist zwar etwas verwirrend erzählt, sieht aber in seiner Schwarz-Weiß-Optik sehr stylish aus:

{source}
<iframe src=“http://player.vimeo.com/video/24106650″ width=“590″ height=“251″ frameborder=“0″></iframe>
{/source}

 

News From June 1th, 2011
Joann Sfar’s litte world, Joann Sfar
Auf seinem Blog hat Joann Sfar am Mittwoch mal eben sechs Clips veröffentlicht, die hinter die Kulissen der Zeichentrickverfilmung Le Chat du Rabbin (Die Katze des Rabbiners) blicken lassen. Hier der erste davon:

{source}
<iframe src=“http://player.vimeo.com/video/23158206″ width=“590″ height=“332″ frameborder=“0″></iframe>
{/source} 

Born Like An Artist
nettserier.no, Jellyvampire
Schon ein paar Wochen alt, aber erst diese Woche via Twitter zu uns geschwappt: Ein schöner Webcomic aus Norwegen, der tolle Sachen mit den Panelrahmen anstellt. Mehr von der Künstlerin gibt es auf jellyvampire.blogspot.com.

Alles auf Anfang: DC Comics wagt Neustart im Netz

Der DC-Verlag stellt ab August alle neuen Superhelden-Comics sofort als Download bereit. Gleichzeitig soll das „DC-Universum“ genullt und in 52 Serien neu gestartet werden.

The Flash

Ab Ende August 2011 sollen alle Superhelden-Comics des US-amerikanischen DC-Verlags gleichzeitig in gedruckter und in digitaler Form erhältlich sein, wie DC am Dienstag auf seiner Website ankündigte. Die Online-Offensive geht einher mit einem Neustart des DC-Superhelden-Universums. Den Anfang soll am 31. August die Reihe Justice League von Autor Geoff Johns und Zeichner Jim Lee machen, 51 weitere Serien sollen im September debütieren, so ein Bericht der Tageszeitung USA Today.

justice

Die Angebote der meisten US-Comic-Verlage sind zwar prinzipiell schon seit längerer Zeit online abrufbar, doch die Branchenriesen Marvel und DC hatten offizielle digitale Versionen bisher nur mit erheblicher Verzögerung verfügbar gemacht. Das sogenannte „Day & Date“-Verfahren, das die gleichzeitige Print- und Online-Veröffentlichung vorsieht, war erst seit 2010 bei wenigen ausgewählten DC- und Marvel-Titeln zur Anwendung gekommen. Der Fachhandel, der angesichts der neuen Publikationswege den Verlust seiner Kunden befürchtet, war davon wenig angetan.

Dass man sich bei DC dieser großen Sorge sehr bewusst ist, zeigt ein vom Branchen-Blog The Beat veröffentlichter Brief, in dem DC-Vertriebschef Bob Wayne die Händler von den Plänen des Verlags in Kenntnis setzte. Die Ankündigung der „Day & Date“-Initiative überliest man dabei leicht: Wayne erwähnt sie in einem knappen Absatz, in der Mitte des Schreibens begraben, und beeilt sich daraufhin, den Händlern „einen innovativen Mix aus Publicity, Promotion und Händler-Incentives“ zu versprechen, „zur Maximierung der Gelegenheiten, ihre DC-Verkäufe zu erhöhen.“

deadman

In einem zweiten Händler-Brief, ebenfalls bei The Beat zu finden, wird Wayne konkreter. Der Verlag will den Absatz gedruckter Hefte künftig offenbar dadurch sichern, dass am Veröffentlichungstag kein Online-Exemplar weniger als die entsprechende Print-Ausgabe kosten soll.

Erst nach vier Wochen, wenn im Normalfall die nächste Ausgabe ansteht, soll der Preis der digitalen Episoden um einen US-Dollar sinken. Außerdem sollen in Einzelfällen weitere Anreize für den Kauf von Print-Ausgaben gesetzt werden, sowohl für Endkonsumenten als auch für Fachhändler. Diese reichen von Sonderrabatten und exklusiven Variant-Cover-Editionen über sogenannte „Combo Packs“ (versiegelte Print-Ausgaben mit Download-Code) bis hin zu der nur in Ausnahmefällen gegebenen Möglichkeit für Fachhändler, nicht verkaufte Hefte ab einer bestimmten Abnahmemenge an den Verlag zurückschicken zu können.

Die beiden DC-Herausgeber Jim Lee und Dan DiDio erklärten gegenüber USA Today die Motivation für die vertriebliche und inhaltliche Neuorientierung des Verlags.

„Leute, die noch nie ein Comicheft gekauft haben, sollen die Chance erhalten, sich unsere Comics herunterzuladen und auf ihren tragbaren Geräten anzuschauen“, sagte Lee. „Die Möglichkeit, auf Knopfdruck Zugang zu unseren Comics zu erhalten, wird uns eine Menge neue Leser bescheren.“

terrific

DiDio betonte, dass auch der Zuschnitt der Geschichten selbst dabei eine wichtige Rolle spielt. „Wir wollen unseren Figuren und ihrer Welt wirklich neues Leben einhauchen“, sagt er. „Jetzt haben wir die Gelegenheit, die Leser zwar nicht ganz am Anfang abzuholen, aber doch an einem Punkt, wo unsere Figuren jünger und die Geschichten zeitgemäßer sind.“

Die ersten elf geplanten Titel der Radikalkur versprechen nun allerdings wenig Neues. So sollen neben Justice League, wo vor allem Aushängeschilder wie Superman, Batman, Wonder Woman, Green Lantern, Flash und Aquaman zum Zuge kommen, auch bewährte Serien wie Wonder Woman und The Flash gleich wieder durchstarten. Hinzu kommen Titel mit den Helden Green Arrow, Aquaman, Hawkman, Firestorm, Captain Atom und Deadman – Figuren aus der zweiten und dritten Reihe also, die immer wieder einmal mit mehr oder weniger Erfolg aufgewärmt wurden.

Der schwarze Superheld Mister Terrific, erstmals 1997 in Erscheinung getreten, soll ebenfalls seine eigene Serie erhalten.

wonder
Mit Johns und Lee hat man dabei ein zumindest kommerziell vielversprechendes Gespann als Bannerträger des Neustarts gewählt. Auch Wonder Woman von Autor Brian Azzarello (100 Bullets) und Zeichner Cliff Chiang (Human Target) und Aquaman, geschrieben von Johns und gezeichnet von Ivan Reis (Green Lantern), werden sicher ihre Anhänger finden.

Doch auch die angekündigten oder unter Insidern gehandelten Autoren und Zeichner sind letztlich allesamt Namen, die bereits seit geraumer Zeit für DC tätig sind: Die folgsamen, bisher bestenfalls blass gebliebenen Notnägel J.T. Krul und Eric Wallace kommen zu weiteren Einsätzen; die beliebten Zeichner Ethan Van Sciver, Tony Daniel und Francis Manapul dürfen sich zur Abwechslung mal als Autoren versuchen; und der wackere Dan Jurgens liefert weiter Hausbackenes und Nostalgisches für Freunde der 1980er und 1990er, zum einen als Autor einer Neuauflage von Justice League International, zum anderen als Zeichner von Green Arrow. Am wenig erbaulichen Gesamteindruck kann selbst das Gerücht einer neuen Superman-Reihe des schottischen Querdenkers Grant Morrison nicht mehr viel rütteln – auch das gab’s ja schon mal, vor nicht allzu langer Zeit.

Dennoch verspricht DiDio im Gespräch mit USA Today, dass auch neue Gesichter bei DC Einzug halten sollen. „Wir werden neue Autoren und Künstler im DC-Universum sehen, die neue Duftmarken setzen“, sagt er. „Wir wollen wirklich, dass unsere Hefte eine neue Energie und Begeisterung ausstrahlen.“

aquaman

Man darf also gespannt sein.

Zugänglichere und eigenständigere Serien wären DC sicher zu wünschen, denn der Verlag setzte zuletzt auf immer ausbordendere „Crossover“-Spektakel, in denen mehrere Reihen miteinander verknüpft und die Grenzen zwischen einzelnen Serien verwischt wurden – und das zu einem Grad, der allenfalls noch für eingefleischte Fans nachvollziehbar ist, geschweige denn reizvoll.

Auch sonst bewies man in den letzten Jahren nicht immer ein glückliches Händchen. Kreative mit großen Namen verspürten nur noch selten Lust, für DC zu arbeiten, und selbst wenn, wurden sie oft von fragwürdigen Bedingungen oder Vorgaben des Verlags vergrault. Vielversprechende Jungtalente wurden zur Ausführung austauschbarer, von Redakteuren diktierter Geschichten verdonnert und damit eher verheizt denn als Marken aufgebaut. Angekündigte Autoren- und Zeichnerteams wurden immer wieder in letzter Minute geschasst und bereits begonnene, großspurig beworbene Projekte auf halber Strecke wenig elegant umgekrempelt oder ganz verworfen.

Das sind die Probleme, die den Verlag derzeit plagen. Inwiefern man sie bei DC mit dem Neustart erkannt und abgestellt hat, muss sich erst noch zeigen.

atom

Unabhängig vom inhaltlichen Aspekt wird der entschlossene Schritt zu einer konsequenten, sofortigen Veröffentlichung im digitalen Format allerdings bleibende Spuren hinterlassen. Denn wenn einer der beiden US-Riesen im Comicgeschäft einen Schritt von solcher Tragweite wagt, ist es erfahrungsgemäß nur eine Frage der Zeit, bis der andere – in diesem Fall Marvel – nachzieht. Die mittel- und langfristigen Folgen dieser Entwicklung bergen Sprengstoff für alle Ebenen des US-Markts und sind noch nicht absehbar, auch was Lizenzmärkte wie den deutschen Sprachraum anbelangt.

Abbildungen: © DC Comics

Der Ausreißer

Cover Der AusreißerEigentlich ist es verwunderlich, dass gerade der autobiografische Comic so starke Popularität erlangt hat. Es scheint ja irgendwie schwer vorstellbar, ein langweiligeres Thema für einen Comic zu finden als einen Comiczeichner. Was tun diese bedauernswürdigen Individuen denn schon Spannendes? Sie sitzen in ihrem Zeichenstudio und füllen weiße Seiten mit schwarzen Strichen. Den ganzen Tag lang. Spät nachts gehen sie schlafen, und morgens stehen sie wieder auf, um die selbe Prozedur des Vortages zu wiederholen. Nichts, worüber sich zu erzählen lohnen würde.

Gut, das mag eine grobe Verallgemeinerung sein. Sie nähert sich aber erstaunlich weit konkreten Lebenssituationen an, wenn man den Blick auf die japanische Manga-Industrie richtet. Um in der durchkommerzialisierten Branche bestehen zu können, stemmen einschlägige Autoren gerne um die hundert Seiten im Monat, besonders wenn man bedenkt, dass nicht alle produzierten Seiten letztendlich auch im Druck landen. Urlaub Fehlanzeige. Wer für ein Wochenmagazin arbeitet, muss pünktlich jede Woche rund 20 Seiten abliefern – teils über Jahrzehnte hinweg. Manche haben mehrere Serien laufen und arbeiten nebenbei noch an Kurzgeschichten. Osamu Tezuka soll in seinem – leider viel zu kurzen – Leben über 100.000 Seiten produziert haben. Und er ist vielleicht der populärste, aber sicher nicht der produktivste Manga-Künstler Japans.

Wo soll in so einem Leben Platz für eine spannende Geschichte zu finden sein? Yoshihiro Tatsumi nimmt in A Drifting Life sein eigenes Schicksal lediglich als Aufhänger, um über die Umbrüche der frühen Manga-Industrie, die Lebenssituation im Nachkriegsjapan und den immerwährenden Konflikt zwischen künstlerischer Ambition und kommerzieller Anforderung zu sinnieren. Sein Werk ist nur oberflächlich Autobiografie, denn letztendlich geht es Tatsumi nicht um seine eigene Person, sondern um die vielen Dinge, mit denen er in Berührung gekommen ist, und wie sie zusammenhängen. Das größere Ganze sozusagen, aber ganz unprätentiös vom eigenen Leben her abgeleitet.

Seite aus Der AusreißerMit Hideo Azuma verhält es sich da etwas anders. in Der Ausreißer beschäftigt sich Azuma tatsächlich weitestgehend mit sich selbst. Das heißt natürlich nicht, dass Azuma im Subtext nichts über die Welt um ihn herum zu sagen hat. Aber in erster Linie schreibt Azuma über Azuma. Wie in einer richtigen Autobiographie, sozusagen. Und dennoch kommt am Ende etwas völlig anderes dabei heraus.

Aber eins nach dem anderen. Hideo Azuma ist hierzulande ein weitestgehend unbeschriebenes Blatt. Tatsächlich ist Der Ausreißer der bisher einzige in Deutschland erschienene Titel von ihm. In Japan allerdings zählte er in den 70ern und 80ern zu den populärsten und produktivsten Manga-Zeichnern. Seine Bandbreite reicht von Science-Fiction über Comedy hin zu erotischen Inhalten – oft auch bunt miteinander gemischt. Seine Werke sind quintessenzielle Manga: bunt, albern, unterhaltsam und schnell produziert, aber selten das, was Comic-Snobs hierzulande mit „Hochkultur“ verbinden würden. Azuma war unter anderem einer der Vorreiter der Lolicon-Bewegung. Lolicon, das steht für „Lolita complex“ und meint, im Kontext japanischer Manga, die Dastellung junger, erotischer Mädchen, insbesondere in notorischer Verbindung mit japanischen Schuluniformen. Also definitiv nichts, was die hiesige Tagespresse so schnell als Graphic Novel durchwinken würde.

Seite aus Der AusreißerIrgendwann jedoch – und da setzt seine Autobiographie erst an – ist Azuma angesichts der harten Anforderungen seines Mangaka-Alltags ausgebrannt, überarbeitet – wie so viele seiner Kollegen. Seine Reaktion ist jedoch ungleich radikaler: Azuma nimmt, wie der Titel vermuten lässt, Reißaus. Er lässt seine Familie und zahlreiche laufende Serien zurück, ohne jemandem Bescheid zu sagen, und zieht, als er all sein Geld für Alkohol verprasst hat, in einen Wald nahe einer Kleinstadt. Hier lebt er einige Zeit als Obdachloser, wird von der Polizei eingefangen, nur um einige Zeit später erneut auszubüchsen, arbeitet später einige Zeit als Gasinstallateur auf einer Baustelle und landet letztendlich Dank seines zunehmenden Alkoholismus in Psychiatrie und Entzugsklinik.

Man merkt, Azuma entgeht dem Problem der Banalität des Zeichnerjobs, indem er so ziemlich über alles schreibt, nur nicht über das Manga-Zeichnen. Lediglich zu Beginn des letzten Drittels fasst er, äußerst knapp, seine Zeichnerkarriere zusammen – offensichtlich auf ausdrücklichen Wunsch seines Redakteurs. (Azuma kommentiert das im Manga mit „Finde ich nicht so gut. Das fällt unter Memoiren.“)

Keine Memoiren also. Azuma hält seine eigene zwischenzeitliche Popularität weitestgehend aus dem Buch heraus, auch wenn es konkret um seine Karriere geht. Gleichzeitig macht er den gewaltigen Druck, der auf ihm als Zeichner lastete, an keiner Stelle für sein Schicksal verantwortlich. Die wahre Qualität von Der Ausreißer liegt aber in einem anderen Punkt: Statt dem Leser seinen tragischen Lebenswandel in ausufernden Elendsdarstellungen auszubreiten, gestaltet Azuma seinen Abstieg zur Komödie. Und es ist eine großartige Komödie!

Seite aus Der AusreißerGleich im Prolog schreibt Azuma, dass sein Manga „eine positive Weltsicht“ einnimmt, denn „zu viel Realismus hält der Mensch nicht aus“. Dieser Vorgabe folgend reduziert Azuma seine Schicksalsschläge (wenn man sie überhaupt so nennen kann, denn Azuma macht nie einen Hehl daraus, dass seine Lebenslagen aus eigenen Entscheidungen entsprungen sind) auf teils brüllend komische Anekdoten voller absurder Figuren und Geschehnisse. Am unterhaltsamsten ist dabei sicherlich das erste Drittel des Manga, das sich auf Azumas Existenz als Obdachloser konzentriert. Mit viel Einfallsreichtum und Raffinesse gestaltet er seine Obdachlosigkeit zum Schlaraffenland um. So erfahren wir unter anderem, wie man mit Hilfe von Zeichenutensilien Kochwerkzeuge herstellt und wie Frittieröl bei Verstopfung helfen kann. Azuma wird hier zu so etwas wie einem Buster Keaton des Manga, der auf jede knifflige Situation die passende Idee parat hat.

In den späteren Teilen, die nachfolgend seine Arbeit auf der Baustelle und schließlich sein Abgleiten in den Alkoholismus (mit dem kurzen Umweg über seine frühe Zeichnerkarriere) schildern, rückt dieser sprühende Ideenreichtum leider ein wenig in den Hintergrund. Azuma wird zusehends zu einem passiven Spielball äußerer Umstände, auch wenn das Dank seines grundsympathischen Erzählstils nur wenig Auswirkung auf den Unterhaltungswert hat. Der Humor kommt Azuma im ganzen Manga nicht abhanden. Besonders die zahllosen Nebenfiguren mit all ihren eigenwilligen Macken sorgen immer wieder für Lacher. Deswegen scheut er es aber auch nicht, die Konsequenzen seiner Alkoholkrankheit mit aller nötigen Drastik zu beschreiben.

Getreu seinem Motto „realistische Zeichnungen würden mich nur deprimieren“ wählt Azuma für sein Werk den Cartoon-haften Stil von Gag-Manga mit starken Vereinfachungen, runden Konturen und vielen Panels, der Europäer wohl unweigerlich an westliche Funnys erinnert, tatsächlich aber auch in Japan besonders in Zeitungs-Mangastrips stark verbreitet ist. Die Zeichnungen sind jedenfalls besonders für Nicht-Mangaleser ausgesprochen zugänglich. Fans von bei uns verbreiteten Manga werden hingegen die extremen Ästhetisierungen und Details der hier bekannten Erfolgsserien vermissen.

Seite aus Der AusreißerInsgesamt ist die Erzähldichte durch die aufs Wesentliche konzentrierten Anekdoten und die im Schnitt etwa 12 Panels pro Seite extrem hoch, weswegen man auf den knapp 200 Seiten mehr als genug für sein Geld bekommt. Wer sich von dem Buch allerdings, ergänzend zu A Drifting Life, einschlägige Erkenntnisse über den Lebensalltag eines Mangazeichners erwartet, wird wohl eher enttäuscht sein. Auf den 18 Seiten, die Azuma widerwillig seiner Karriere widmet, findet sich zwar viel Unterhaltsames, aber wenig Informatives. Die Erkenntnis, dass das Zeichnen von 130 Seiten im Monat früher oder später zum Burnout führt, ist nicht wirklich überraschend. Sie liefert aber natürlich eine wie ungewollt nachgereichte Rechtfertigung für seine anfänglichen Ausrisse.

Offensichtlich erscheint die ganze Manga-Thematik Azuma selbst nicht sonderlich erwähnenswert. Bemerkbar macht sich das auch ein einem markanten Indikator: War Osamu Tezuka bei Tatsumi noch gezielt Anfangs- und Endpunkt von A Drifting Life und damit das große Fundament nicht nur seiner Erzählung, sondern anscheinend auch seiner eigenen Existenz als Mangazeichner, reduziert Azuma den obligatorischen Tezuka-Auftritt auf eine zwei Panels umfassende, völlig beiläufig eingestreute Anekdote. Manga ist gar nicht so wichtig, scheint er uns sagen zu wollen. Das wird alles viel zu ernst genommen. Und zu viel Ernsthaftigkeit deprimiert am Ende nur.

Die deutsche Ausgabe von Shodoku/Schreiber & Leser in japanischer Originalleserichtung ist sehr liebevoll aufgemacht und übersetzt. Man hat sogar ein geheimes Interview mit Azuma im Buch versteckt, das nur lesen darf, wer es findet. Na wenn das kein Service ist!

 

Wertung: 9 von 10 Punkten

Autobiografisch, witzig, sympathisch, drastisch, großartig.

 

Der Ausreißer
Shodoku/Schreiber & Leser, 2007
Text und Zeichnungen: Hideo Azuma
192 Seiten, schwarz-weiß, Softcover
Preis: 14,95 Euro
ISBN: 978-3-937102-70-2
Leseprobe

 Jetzt beim Fachhändler Comic Combo anschauen und bestellen!    Jetzt bei amazon.de anschauen und bestellen!

Abbildungen © der dt. Ausgabe: Schreiber & Leser

Links der Woche: Mit Neueinsteigern ins Comic-Geschäft, unzufriedenen Kreativen und Super-Putin

Unsere Links der Woche, Ausgabe 21/2011

 

Bestseller ins Bild gesetzt
Buchreport, Till Spielmann
Der Belletristik-Verlag Bloomsbury Berlin veröffentlicht im Herbst eine Comic-, pardon, Graphic-Novel-Adaption des Bestsellers Drachenläufer von Khaled Hosseini. Im Interview mit Programmleiterin Dorothee Grisebach wird eine etwas seltsame Sicht auf das Thema Comics deutlich. Man bringt diese Version unbedingt deshalb auf den Markt, weil man von deren Qualität überzeugt ist, sondern weil man damit potentielle Käufer für den Roman generieren möchte. Man beachte bitte auch die Leserkommentare unter dem Beitrag.

Aus der Lettering-Werkstatt
Reprodukt-Blog, Christian Maiwald
Bei den traditionellen Buchverlagen, die „von außen“ auf das Gebiet der Comics vorstoßen, fällt immer wieder auf, dass zu wenig auf Details wie das Lettering geachtet wird. Bei Reprodukt dagegen schwört man auf aufwendiges Handlettering: „Dieser Arbeitsprozess kostet eine Menge Zeit, zahlt sich am Ende aber aus: Handlettering hat den Vorteil, dass es viel lebendiger erscheint als mit dem Computer gesetzte Schrift.“

Schlechter Nachgeschmack
Comic-Report, Peter Schaaf
Wird der Gratis-Comic-Tag für Comiczeichner, die keine Bestseller produzieren, zum „TeuerSelbstverarschenTag“? Der Düsseldorfer Zeichner Peter Schaaf, der am Gratiscomic Comics für alle (herausgegeben vom ICOM) beteiligt war und in einem lokalen Comicshop signiert hat, zeigt sich in einem Gastkommentar beim Comic-Report sehr enttäuscht.

20 euros, „nonisme“ et quelques bagatelles. Réflexions sur la rémunération des auteurs
Facebook, Kris
Le malaise justifié des auteurs francophones de BD
ActuaBD, Didier Pasamonik
Für Leser, die besser Französisch lesen können als ich: Der Szenarist Kris (Die Welt von Lucie) hat auf Facebook einen längeren Text veröffentlicht, in dem er die Comicverleger auffordert, ihre Autoren besser zu bezahlen, schließlich seien die Lebenshaltungskosten gestiegen, während die Produktionskosten für Verlage gesunken seinen. Ein ausführlicher, vielkommentierter Artikel auf der Comic-Website ActuaBD greift das Thema auf. (Mein Französisch ist leider nicht gut genug, um mich da durchzuquälen – meine Infos stammen aus diesem Posting beim Comics Reporter). 

Jack Kirby Interview
The Comics Journal, Gary Groth
Ein Bestandteil der kürzlich neu gestarteten Website des Comics Journal ist die Online-Wiederveröffentlichung alter Inhalte aus der langen Geschichte des Magazins. Jetzt kann man ein umfangreiches Interview mit Comic-Legende Jack Kirby aus dem Jahr 1990 lesen, in dem er auf seine Karriere zurückblickt – nicht ohne Verbitterung: Nicht nur, dass er schlecht bezahlt wurde und die Rechte an seinen Schöpfungen ebenso an Marvel abtreten musste wie seine Originalzeichnungen – vor allem von Stan Lee fühlt er sich um Meriten gebracht, die eigentlich ihm zustünden. „Stan Lee and I never collaborated on anything! I’ve never seen Stan Lee write anything. I used to write the stories just like I always did.”

Super Putin, Man Like Any Other
superputin.ru, Sergei Kalenik
Ein russischer Webcomic lässt Wladimir Putin und Dmitri Medwedew als Superhelden auftreten und sorgt damit für weltweites Presseecho, auch bei deutschen Nachrichtenagenturen. Ob es sich hier um politische Satire oder um Wahlkampf-PR für Putins Partei handelt, ist unklar. Den Comic selbst, der zwar ziemlich gut gezeichnet, aber ziemlich schlecht erzählt ist, kann man mittlerweile auch in einer „Englishski version“ lesen. 

70 Bob Dylan Comic Book References, Part 5
Comics Should Be Good, Brian Cronin
Zum 70. Geburtstag von Bob Dylan sammelt das Blog Comics Should Be Good 70 Beispiele, in denen Dylan in irgendeiner Form in Comics zitiert wird.

B.U.A.P. 9 – Die schwarze Göttin

Cover B.U.A.P. 9Man erinnere sich: Die Agentin Liz Sherman wurde im achten Band der Serie entführt und ihre Kollegen versuchen nun krampfhaft, sie zu finden. Dass ihr Entführer ein Magier ist und schon erfolgreich den Helden Lobster Johnson bekämpfte, macht das Ganze nicht einfacher. Doch es gelingt ihnen, die Spur aufzunehmen und so reisen sie mit militärischer Unterstützung zur chinesisch-russischen Grenze. Doch der Gegner kommt von unerwarteter Seite und auch ihren neuen Verbündeten hätten sich Kate Corrigan, Johann Kraus und Abe Sapien gewiss anders vorgestellt. Und obendrein werden sie vor eine folgenreiche Wahl gestellt.

Es ist schon sehr beeindruckend, wie es Starautor Mike Mignola schafft, eine groß angelegte Storyline nicht nur über mehrere Bände nicht aus den Augen zu verlieren, sondern diese auch noch über verschiedene (Mini-) Serien hinweg fortzuführen. Der Beginn der „Froschplage“-Storyline ist bereits im ersten Hellboy-Band zu finden; die Frösche bleiben während der ganzen B.U.A.P.-Serie im Fokus und sin auch in die Miniserie Lobster Johnson involviert. In diesem neunten Band ergänzen sich nun die einzelnen Elemente und der riesige Kreis beginnt sich langsam zu schließen, indem manche seit langem lose Fäden verknüpft werden. So ist der Mann, von dem Elizabeth immer wieder träumte, nicht nur real, sondern auch sehr ambivalent: Freund und Feind zugleich.

Seite aus B.U.A.P. 9Ein großer Pluspunkt der Serie besteht ja gerade in der Ausgereiftheit der Charaktere, die sämtlich differenziert gestaltet sind. Auch verändert sich bekanntermaßen die Besetzung, da die Protagonisten nicht unverwundbar sind und schon so manche das Zeitliche gesegnet haben. Man darf nicht vergessen, dass B.U.A.P. in allererster Linie eine Actionserie ist, also zu einem Genre gehört, in dem die Figuren gerne vernachlässigt werden. Hier dagegen wird ein großer Spannungsmoment (der wohl erst im nächsten Band so richtig zum Tragen kommt) gerade dadurch aufgebaut, dass er die Charaktere betrifft: Sind die Agenten grausam genug, um den jetzt beginnenden Krieg zu gewinnen? Dieser moralische Konflikt enthält viel dramaturgisches Potenzial und verspricht eine spannende Fortsetzung.

Trotz der dramaturgischen Verknüpfung vieler Elementen kommt die Action hier nicht zu kurz. In manchen Panels wimmelt es geradezu vor Gegnern, so dass der Leser wirklich Angst um die Figuren bekommt und sich das Lesetempo erhöht. Die Zeichnungen von Guy Davis sind wie immer sehr ausdrucksstark und liefern genug graphische Verzerrungen, um das Element der Fantasie zu betonen. Auch die brutalsten Stellen behalten ein karikaturhaftes Element, was den Pulpcharakter betont. Im Übrigen wird in diesem Band nicht nur H.P. Lovecraft ausgiebig zitiert (was Mignola sehr gerne tut), sondern auch Robert E. Howard. Dave Stewart ist einer der besten Koloristen derzeit, was auch dieser Band immer wieder bestätigt. Wie er ein und dieselbe Farbe immer genug abstufen kann, ohne dass die Konturen der Zeichnungen verschwimmen, ist hervorragend. Und auch seine Lichteffekte treffen immer direkt ins, nun ja, Schwarze.

 

Wertung: 8 von 10 Punkten

Lose Fäden verknüpfen sich trotz aller Action, alles steigert sich zum Finale im nächsten Band.

 

B.U.A.P. 9 – Die schwarze Göttin
Cross Cult, April 2011
Text: Mike Mignola / John Arcudi
Zeichnungen: Guy Davis
Seiten, farbig, Hardcover
Preis: 19,80 Euro
ISBN: 978-3-942649-29-2
Leseprobe

 Jetzt beim Fachhändler Comic Combo anschauen und bestellen!    Jetzt bei amazon.de anschauen und bestellen!

Abbildungen ©  der dt. Ausgabe: Cross Cult