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Miss Tschörmänie

CoverPassend zum Wahljahr 2009 hat der Eichborn Verlag mit Miss Tschörmänie den ersten  Comic über die Kanzlerin vorgelegt. Auf 64 Seiten bemühen sich der Karikaturist Heiko Sakurai und die Politik-Redakteurin Miriam Hollstein, nicht nur die politische Karriere von Angela Merkel ins rechte Licht zu rücken, sondern verweisen, stets mit einem Augenzwinkern, auf den gesamten Werdegang der ersten deutschen Kanzlerin.

Der deutsche Humor ist ein zartes Pflänzchen, um das man sich fortwährend Sorgen machen muss. Während selbsterklärte Komiker uns von den Fernsehbühnen herab darüber aufklären, warum Frauen und Männer nicht miteinander kommunizieren können, und dabei ständig witzig gemeinte Phrasen dreschen, gibt es da noch den viel diffizileren politischen Humor. Letzterer zeichnet sich durch einen spielerischen Umgang mit mühsam erworbenen Wissen über politische Verstrickungen aus, das der Autor/Kabarettist als Grundlage für seine oftmals satirisch gemeinten Attacken benutzt. Nach jahrelanger Auseinandersetzung mit dem zugegeben manchmal etwas trockenen Stoff fehlt dem Praktizierenden des politischen Humors am Ende die entscheidende Prise Sarkasmus, um das Objekt der Heiterkeit, in diesem Fall Angela Merkel, wirklich humoristisch zu betrachten. Da liegt doch die Möglichkeit nahe, das leidende Pflänzchen des politischen Humors in einen einfach zu pflegenden Nährboden einzupflanzen: den Comic. Doch ganz so einfach ist dieses Unterfangen nicht.

Zu viel begleitender TextSich dieser Problematik scheinbar nicht bewusst, geht Redakteurin Miriam Hollstein dazu über, mit ihrem Comic Miss Tschörmänie eine kleine Comic-Pflanze zu züchten, die so leider nicht aufblühen wird. Es lässt sich natürlich zur Verteidigung der Autorin anbringen, dass sie eine wohl recherchierte Historie unserer Kanzlerin bietet. Doch der Untertitel des Comics „Wie aus Angie unsere Kanzlerin wurde“ legt offensichtlich nahe, dass neben der faktenbasierten Studie etwas Humorvolles über „unsere Angie“ erzählt werden soll. Hollstein scheint davon auszugehen, dass diese Kombination aus Wort und Bild schon per definitionem lustig ist, und versucht deshalb erst gar nicht, mit ihren Bilderüberschriften auf die Bilder Bezug zu nehmen. Jeder dieser Texte ist zwar verdichtet und wohl pointiert, doch drohen sie die Panels zu überlagern oder gar zu erdrücken. Nur ganz vereinzelt blitzt die Einsicht auf, dass sich Texte und Bilder ja auch ergänzen könnten. In diesen Fällen gibt Hollstein die Verantwortung in Sachen Witzigkeit wie einen Stab beim Staffellauf an ihren Zweiten im Bunde, den Zeichner Heiko Sakurai, ab.

Vignettenhafte EinschübeEbenso wie die Autorin Hollstein, kann man auch den Zeichner Sakurai als einen grundsoliden Arbeiter bezeichnen. Alle Figuren im Comic lassen sich durch Überzeichnung ihrer Attribute und körperlichen Merkmale schnell wiedererkennen. Ansonsten zieht sich Sakurais Status als Karikaturist wie ein roter Faden durch den schwarz-weißen Comic; Wie bei einzelnen politischen Karikaturen üblich, kümmert  sich Sakurai kaum um Hintergründe und legt den Fokus stets auf die Gesichter seiner Akteure. Da jedes Panel darauf angewiesen ist, für sich alleine zu zählen, ergibt sich keine Möglichkeit, grafische Pointen sinnvoll einzuleiten. Die von der Autorin übertragene Aufgabe, den Comic witzig zu erzählen, versucht er deshalb so gut wie möglich in einzelnen Bildern zu verpacken. Dem Leser wird das Leben Merkels vielmehr als schmerzhaft lesbarer Kreuzweg in einzelnen Episoden überliefert; ein gut funktionierender Comic entsteht dabei aber nicht. Sakurais größter grafischer Lichtblick sind sicherlich die halbgeschlossenen Augen von Angela Merkel, die durch seine Feder die gesamte Palette menschlicher Emotionen abrufen.

Die erste KoalitionGerade das fehlende Ineinandergreifen von grafischen und textlichen Elementen ist das zentrale Manko an einem ansonsten interessanten Comic. Zwar sind sowohl Hollstein als auch Sakurai in der Lage, die grundlegenden Aufgaben  ihrer Profession zu erfüllen, doch wenn es um die intendierten Lacher geht, schiebt jeder dem anderen den schwarzen Peter zu. Obwohl Sakurai einige von Hollsteins vorbereiteten Witzen, wie z.B. Merkels „erste Koalition“ als physikalischen Versuch grafisch umsetzen kann, fehlen sowohl Autorin als auch Zeichner der  erzählerische Einfallsreichtum, um einen Comic als Gemeinschaftsprojekt zu erschaffen. Die Texte und die Zeichnungen sind ungewollt redundant und erzeugen nur selten die für einen guten Comic so wichtige Spannung. Außerdem stören die Texte über den Bildern den Lesefluss: Langgezogene Schachtelsätze erlauben weder den Fokus auf ein einzelnes Bild noch auf den Gesamtzusammenhang in dem diese stehen. Die besten Beispiele für dieses Problem sind die vignettenhaften Einschübe über Schröder und Stoiber, die am Wahltagsonntag 2009 in einer Kneipe gut angeheitert in Retrospektive über das Leben von Angela Merkel philosophieren. Grafische Einfallslosigkeit hat sich hier mit dem Wunsch gepaart, die unwitzige Geschichte etwas „aufzupeppen“.

Miss Tschörmänie ist ein sicherlich sehr ambitioniertes Projekt, das trotz fachlich präziser Recherche und guten grafischen Anlagen an der Unfähigkeit der beiden Künstler krankt, den Comic als Erzählform zu erkennen und auch so zu nutzen. Das Projekt ist ein Musterbeispiel für das in Deutschland immer noch herrschende Comicverständnis: Ein Comic ist ein einfach zu bestellender Nährboden aus Texten und Bildern, in den man jeden Erzählstoff zur Steigerung seiner Komik einpflanzen kann. Aber auch die Verbindung aus Worten und Bildern will erst einmal gelernt sein.

Miss Tschörmänie –
Wie aus Angie unsere Kanzlerin wurde

Eichborn Verlag, Juli 2009
Text: Miriam Hollstein
Zeichnungen: Heiko Sakurai

Hardcover; 64 Seiten; 9,95 Euro

ISBN: 3821860634
Keine überzeugende Symbiose aus Wort und Bild

nlintX

 

 

 

Abbildungen: © Eichborn Verlag

Frank 2

 Das erste Heft der vierteiligen österreichischen Comicserie begann noch als grundsolider Noir-Krimi, nahm aber gegen Ende bereits eine Wendung hin zum Übernatürlichen. Dies setzt sich nun im zweiten Teil konsequent fort: Autor Christian Schreiner und Zeichner Erik R. Andara machen einen bewusst sperrigen Comic. In dieser Ausgabe gibt es verschiedene Erzähl-,  Zeit- und Realitätsebenen ebenso wie Anspielungen auf Western, südamerikanische Mythologie und Tausendundeine Nacht. Und Schmetterlinge, viele Schmetterlinge (die offensichtlich als wichtiges Symbol für irgendwas dienen sollen).

Das schwarz-weiße Artwork von Erik R. Andara ist im Vergleich zur ersten Nummer noch stilsicherer und besser geworden. Es passt vorzüglich zum Inhalt, ist es doch genauso sperrig und anti-mainstreamig wie die Geschichte. Allerdings muss man sich als Leser schon arg anstrengen, um hier noch eine Geschichte zu erkennen. Der eigentliche Plot vom (zu Unrecht?) unter Mordverdacht stehenden Detektiv Frank kommt kaum voran, stattdessen sind Schreiner und Andara vor allem damit beschäftigt, eine verstörende, David-Lyncheske Atmosphäre aufzubauen. Frank steckt zweifellos voller interessanter Ideen – allerdings wäre weniger wohl mehr gewesen. Etwas weniger surreale Elemente zugunsten einer geradlinigeren Handlung hätten dem Comic gut getan. So wirkt Ausgabe 2 leider etwas zu angestrengt.

Immerhin kann man den beiden Wienern nicht vorwerfen, den tausendsten Aufguss von x-mal gesehenen Themen und Geschichten zu liefern. Frank ist tatsächlich etwas komplett Eigenständiges und schon deshalb darf man gespannt sein, welche Richtung diese bizarre Comic-Erzählung noch einschlagen wird.

{FRANK}: Jeder trägt seinen eigenen Fluch, Nr. 2 von 4
Eigenverlag, Mai 2009
Heft; schwarz-weiß; 34 Seiten
Preis: 4,- Euro

Direkt bestellbar via frankcomic.at

 

FreakAngels 1 (US)

Cover von Freakangels 1Der von mir allein schon wegen Transmetropolitan geschätzte Autor Warren Ellis startete im Februar 2008 den kostenlosen Webcomic FreakAngels. Jede Woche erscheinen sechs neue Seiten, die jeweils eine Episode darstellen.
Zentrales Thema sind zwölf junge Erwachsene, die telepathische Fähigkeiten besitzen und anscheinend vor sechs Jahren derart Mist gebaut haben, das sich die Welt grundlegend geändert hat.
Das London, das sie bewohnen, ist überflutet und bildet nun den Rahmen für eine postapokalyptische Welt, als deren Beschützer sich unsere Protagonisten sehen – denn niemand weiß, dass sie die Katastrophe zu verantworten haben.

Der Teaser-Text fasst das Szenario so zusammen: „23 years ago, twelve strange children were born in England at exactly the same moment. Six years ago, the world ended. This is the story of what happened next.“

Die ersten 24 Episoden, also 144 Seiten, bilden den ersten Band, welcher auch gedruckt über Avatar Press sowohl als Soft- als auch als Hardcover erhältlich ist (der zweite Band ist bereits ebenfalls erhältlich).

Ellis lässt sich Zeit mit der Einführung der Figuren und der Geschichte selber. Nach und nach lernen wir die einzelnen Mitglieder der Gruppe kennen, die dankenswerterweise nicht eindimensional präsentiert werden, sondern des öfteren Haken schlagen und eine unerwartete Seite an ihnen zeigen dürfen. So ergeben sich nicht die typischen Stereotypen (der Intellektuelle, der Sportliche, das Dickerchen, die Sanfte, …), auch wenn manche Figuren wie zum Beispiel das Großmaul KK oder der frustrierte und damit potenziell gefährliche Luke ganz gut in Schubladen passen – zumindest momentan. Im ersten Band werden übrigens noch nicht alle Hauptfiguren vorgestellt – wer den Nerv hatte mitzuzählen, der freut sich noch auf zwei neue Gesichter.
Mit den telepathischen Fähigkeiten kommt auch eine Art eingebaute Walkie-Talkie-Funktion, so dass sich die Protagonisten, egal wo sie gerade sind, miteinander verständigen können. Eine wirkungsvolle Methode, diese Gedanken abzuschirmen, hat Karl gefunden, der sich einfach eine Kappe aus Aluminium gebastelt hat, was eine Remineszenz an die Tin-Foil-Hat-Theorie ist.

Handlungspotenzial bieten der abtrünnige Mark, der marodierend durch’s Hinterland zieht und Menschen so manipuliert, dass sie sich zu den FreakAngels aufmachen, um sie zu erledigen. So geschehen mit Alice, dessen Brüder durch Marks Hand gestorben sind und die sich dafür jetzt rächen will. Auf recht rabiate Art kann sie vom Gegenteil überzeugt werden. Über sie als Vehikel vermittelt Autor Ellis uns Neueinsteigern seine erschaffene Welt nach der Flut.
Eine zweite Gefahr droht durch die Menschen des New Cross Camps, über die man noch nicht viel erfährt. Eins ist klar – Gutes führen sie nicht im Schilde. Am Ende des ersten Bandes von FreakAngels greifen sie die Stadt und deren Bewohner mit Waffen an. Aber auch hier kann Ellis wieder mit ein paar Überraschungen punkten, was die Geschichte trotz des zum Teil langsamen Flusses bis jetzt angenehm unvorhersagbar macht. Offen bleibt bislang auch, was genau überhaupt zu der Katastrophe geführt hat. Und über die Vergangenheit und den Grund für das Anderssein gab es bisher noch nicht mal Andeutungen.
Wie man im entsprechenden Wikipedia-Artikel nachlesen kann, hat sich Ellis für diese Serie übrigens von John Wyndhams Buch The Midwich Cuckoos (verfilmt als Village of the Damned) inspirieren lassen.

Die Warnung auf der Website, dass FreakAngels nur für eine erwachsene Leserschaft gedacht ist, ist berechtigt. Neben der hohen Quote von Schimpfwörtern, deren Einsatz sich mir außer zum Selbstzweck nicht immer erschließt, gibt es im hinteren Teil des ersten Bandes einige deutliche Gewaltszenen. Leider ist es aber wie bei vielen Comics, die für den US-Markt produziert sind, wieder so, dass „recommended for mature audiences“ um Gottes willen nicht heißt, dass irgendwas Logisches gezeigt wird, was unbedeckte menschliche Körper angeht. Denn obwohl das Thema Sex gerne und ausführlich in FreakAngels diskutiert wird, werden natürlich alle kritischen Körperstellen züchtig bedeckt. Und selbst eine Protagonistin, die offensichtlich den ganzen Tag nichts anderes macht, als sich im Bett mit einem Dutzend anderer Damen- und Herrschaften zu vergnügen, hat auf jedem Bild Unterwäsche an. Also wie immer: blutige Gewalt ja, harmlose nackte Körper nein.

Beispiel Freakangel 1Die Zeichnungen von Paul Duffield sind – schon allein angesichts der Tatsache, dass er Woche für Woche sechs recht aufwändig kolorierte Seiten abliefert – von guter Qualität. Besonders hervorzuheben ist, dass er viel Hintergrund einbaut, so dass das Setting dieses postapokalyptischen Londons eine bestimmte Stimmung herüberbringt, die ihren Teil der Geschichte ausmacht. Ein Mangaeinfluss in den Zeichnungen ist deutlich zu erkennen (wobei ich mich frage, warum bei Manga so oft Mittel- und Ringfinger wie zusammengeklebt erscheinen müssen), die Männer wirken recht androgyn.  Das ist auch kein Wunder, da er aus der Manga- und Anime-Ecke kommt, wie er hier im Interview erzählt. Dass er kein ausgebuffter Profi ist, merkt man an manchen Problemen in der Räumlichkeit, falschen Proportionen u.ä., trotzdem ist seine Leistung für den zeitlichen Druck, der dahinter steht, bemerkenswert (nach etwa 24 Seiten hat er sich allerdings verständlicherweise Hilfe für einen Kolorierungsschritt geholt). Das strenge Seitenlayout ruft geradezu sehnsuchtsvoll danach, mal aufgebrochen zu werden, aber dafür ist Warren Ellis wohl mehr verantwortlich zu machen als Paul Duffield.

Die Website selber ist gut und angenehm einfach gestaltet, in einem dazugehörigen Forum lockt die direkte Diskussion. Die Folgen können nacheinander gelesen oder auch direkt angewählt werden, was bei aktuell 61 Folgen sehr praktisch ist. Ab und zu gibt es eine Unterbrechung  der Comicseiten im wöchentlichen Rhythmus, in der Warren Ellis ein wenig erzählt.

Ein interessantes Experiment also, das hervorragend zu der gerade aktuellen Debatte „Machen kostenlose Webcomics den Markt kaputt?“ passt.  Dass dies nicht so sein muss, zeigt das Beispiel FreakAngels (Aussage Avatar Press zum Start der ersten Printausgabe: „All versions of the HC are available to order direct. All the copies sent to comic stores are selling blindingly fast, so they may not be available for long.“) Nicht nur der Comic im Print, sondern auch Merchandise-Produkte tragen ihren Anteil zur Finanzierung bei.
Avatar Press-Gründer William Christensen zu dem Thema „FreakAngels als frei zugänglicher Webcomic“: „There are some obvious benefits, like reaching a wider audience, and getting instant feedback. It also gives Warren a chance to play with a weekly format-which is a pace he’s said he’d like to explore. And the opportunity for a community to form around the work is one of the key things that is happening here.“

Abgesehen vom albernen Titel „FreakAngels“ ist die Serie nach meinem Geschmack. Etwas behäbig, aber gleichzeitig spannend und nachvollziehbar genug, so dass ich mich gleich daran mache, den nächsten Band online zu lesen. Und ich schließe nicht aus, mir die Comics zu kaufen, um sie in der Hand zu haben. Dazu werde ich jetzt aber erstmal schauen, wie es weitergeht. Leider gibt es keine Extras im Print, dies halte ich als zusätzlichen Kaufanreiz generell für sinnvoll (wie es z.B. Nina Ruzicka bei Der Tod und das Mädchen erfolgreich durchführt).

FreakAngels 1 (US)
Avatar Press, November 2008
Text: Warren Ellis
Zeichnungen: Paul Duffield
kostenlos auf der Website freakangels.com zu lesen, hier startet der Comic
gedruckt: 144 Seiten, farbig, Hard- und Softcover; SC: 19,99 USD
, HC: 27,99 USD

Bedächtige, trotzdem spannende Endzeit-Erzählung
Softcover:
einkaufswagen cc

nlintX

Hardcover:
nlintX

Bilder aus FreakAngels © Warren Ellis und Paul Duffield

Der neue Comicgate-RSS-Feed

 Wer die Updates auf Comicgate mit einem Newsreader verfolgt, hatte es bisher nicht leicht. Unterschiedliche RSS-Feeds für unterschiedliche Bereiche der Website, dazu immer wieder Links, die nicht funktionierten. Wir haben unseren Feed nun endlich überarbeitet, so dass mit dem neuen Comicgate-Gesamtfeed ein komfortabler Weg besteht, diese Website zu abonnieren.

Dieser RSS-Feed (www.comicgate.de/rss) enthält sowohl die Inhalte der Comicgate-Hauptseite als auch die Meldungen unseres Blogs „Welt am Draht“ und die Kurzrezensionen des „Kri-Ticker“-Blogs.

Wer noch nicht so recht weiß, was ein RSS-Feed eigentlich ist und warum das ein sehr praktischer Weg ist, eine Internetangebot zu abonnieren, sollte sich die empfehlenswerte Einführung von rss-grundlagen.de ansehen.

Illustration: Matt Forsythe, comingupforair.net

Der Herr der Finsternis

 Die fantasiereiche Welt von Dyfed steht vor einer unheimlichen Bedrohung: Fedath, der Herr der Finsternis, stürzt mit einer enorm großen Armee von Orks und anderen bösen Gestalten die Länder in den Krieg. Verbündete Menschen, Elfen und Zwerge stellen sich dem übermächtigen Gegner in den Weg und verteidigen ihre Gebiete in großen Schlachten. An ihrer Seite kämpft auch Bran, ein weiser Magier, der  letzte der Ravenfelds. Dieser begibt sich auf die Suche nach einem mysteriösen Buch, das den Schlüssel zum Sieg gegen Fedath beinhalten soll.

Wer angesichts dieser Inhaltsbeschreibung eine unverkennbare Anlehnung an die Herr der Ringe-Trilogie vermutet, der liegt genau richtig. Die Geschichte verfolgt ein im Großen und Ganzen ganz ähnliches Konzept wie die Romane von J.R.R. Tolkien bzw. die Filme von Peter Jackson, erst im Detail lassen sich aber auch eigenständige Elemente in diesem Comic entdecken.

Schade ist, dass man die im Original vierbändige Reihe nur allzu schnell durchschaut und sich die Story damit unweigerlich zur lahmen Kopie degradiert. Gemäß den Titeln der bekannten Filme gibt es auch in Herr der Finsternis einen Zusammenschluss der unterschiedlichen Völker, eine Versammlung von Gefährten, einen imposanten Turm, in dem der zweitmächtigste Bösewicht haust und auch ein auserwählter Krieger kristallisiert sich rechtzeitig zum Showdown heraus. Noch auffallender ist da nur noch die Ähnlichkeit zwischen Bran und Gandalf, die eigentlich eine fast identische Funktion für die Rahmenhandlung einnehmen.

Dabei verschenkt Szenarist Jean-Luc Istin die Gelegenheit, aus seinem Comic die vorhandene mythologische Bedeutung besser herauszuarbeiten. Die Grundlage der Welt von Dyfed basiert auf der Annahme, dass die unterschiedlichen Völker und auch der Herr der Finsternis selbst von einem Gott abstammen, der vor sehr langer Zeit eine verhängnisvolle Liason einging. Durch diesen vorangestellten erzählerischen Kniff gäbe es eigentlich die Chance, diesen Aspekt fortan stärker hervorzuheben, sowie die tragische Rolle des düsteren Feindes näher zu beleuchten. Stattdessen verliert sich Istin allzu sehr im Dickicht dieser Informationen und überschüttet den Leser erst einmal mit allerhand Namen, die man gerade im ersten Kapitel leicht durcheinander bringen kann. Im Kontrast dazu spielt der göttliche Ursprung für den Rest des Bandes kaum mehr eine Rolle, stattdessen setzt der Autor auf viel Magie und große Schlachten. Schade eigentlich.

Man muss sagen, dass Der Herr der Finsternis trotz aller Kritikpunkte ein solider Fantasycomic ist, der eben genau das verspricht, was man sich vorstellt, aber eben auch nicht mehr. Gut, die Handlung und einzelne Charaktere wirken leider deutlich abgekupfert, trotz allem liest sich die Geschichte durchaus flüssig und Freunde von Elfen, Orks, Zauberern und Kriegern bekommen eine solide Handlung bzw. akzeptablen Lesestoff für zwischendurch. Der größte Vorteil des Buches ist aber sicherlich die sehr effektreiche Bilderschau von Zeichner Dim.D. Oftmals in großformatigen Splashpages werden Großangriffe auf feindliche Festungen à la Herr der Ringe zelebriert und beeindruckend dargestellt. Das ist nicht unbedingt neu, aber auch in gedruckter Form nett anzuschauen. Hinzu kommt, dass Landschaften, Städte, Fahrzeuge sehr gelungen sind und sich durch ihre optische Präsenz einzuprägen wissen.

Dim.D ist ein Zeichner, der sich offenbar auch digitaler Hilfsmittel bedient, was schade ist, denn gerade was die Personendarstellungen betrifft, variieren seine Bilder immer ein wenig zwischen malerisch und computergeneriert. Dadurch kommt es phasenweise zu Problemen: Figuren wirken wie Schablonen vor Hintergründen, Konturen grenzen sich zu stark voneinander ab und Bewegungen geraten leicht statisch. Wer sich aber an diesen zeichnerischen Mängeln nicht zu sehr stört, dem ist  Der Herr der Finsternis durchaus als solide Genrekost zu empfehlen, zumal man mit dieser All-in-one-Edition nicht auf eine Fortsetzung warten muss, sondern alle vier Originalalben in einem Band bekommt.

 

Der Herr der Finsternis
Ehapa, Mai 2009
Szenario: Jean-Luc Istin
Zeichnungen: Dim.D
192 Seiten, Hardcover, 39,95 €
ISBN: 978-3-7704-3307-0

Solide Genrekost mit Schwächen

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Marvel Max 28: Punisher – Valley Forge, Valley Forge

 Vor einigen Jahren markierte Autor Garth Ennis (Preacher, Hitman) mit Punisher: Born (Deutsch in Marvel Max 1) den Beginn einer neuen, härteren Ära für den Bestrafer. Darin erzählt Ennis die Entstehungsgeschichte des Punisher, d.h. wie Frank Castle in Vietnam zum Massenmörder wurde. Es war quasi der Start der Max-Serie, die seither von Ennis geschrieben wurde, und die einen nicht mehr ganz jungen Punisher in von übermäßiger Gewalt geprägten Stories präsentierte. Mit US-Ausgabe 60 verlässt Ennis nun den Titel, in seiner letzten Geschichte „Valley Forge, Valley Forge“ begibt sich der Autor aber nochmal zurück an die Anfänge: Fünf Ex-Generäle beschließen, Castle endgültig zu beseitigen. Ihre Idee: Acht erfahrene Marines auf ihn anzusetzen, im Wissen, dass die moralischen Grundsätze des Punisher es niemals zulassen würden, dass er Gesetzeshüter oder Soldaten, wie er selbst einer war, töten würde. Damit beginnt ein ungleiches Katz-und-Maus-Spiel, bei dem sich der Punisher einem Gegner gegenübersieht, den er eigentlich nicht besiegen kann. 

Sicher, es gab bessere und spannendere Storylines in Ennis' Max-Reihe, aber weil die Idee eines ohnmächtigen Punisher, der sich, obwohl er ein eiskalter Mörder ist, von seiner eigenen Moral einschränken lässt, recht einfallsreich ist und weil damit ein Bogen zur Entstehung des Punisher geschlagen wird, kann Ennis' Abschied überzeugen.

Marvel Max 28: Punisher – Valley Forge, Valley Forge
Panini Comics, Mai 2009
164 Seiten; farbig; Softcover
Preis;16,95 Euro

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India Dreams

 India Dreams ist laut Klappentext „eine grandiose Familiensaga im exotischen Indien“. Erzählt wird die Familiengeschichte vor allem von Emily Harrison, die allerdings eng mit ihrer Mutter und ihrer Tochter verbunden ist, so dass man Indien durch die Erfahrungen und Augen dreier Generationen von Frauen sehen lernt und so nach und nach die Lebens- und Liebesgeschichten der Frauen nachvollziehen kann. In der deutschen Ausgabe werden die vier Einzelalben zu einer Gesamtausgabe zusammengebunden.

Erzählerin der Story ist Maryse Charles, gezeichnet hat sie Ehemann Jean-François Charles (Zehn Gebote, Comicplus), die schon bei Die Pioniere der neuen Welt (Splitter, Kult, Finix) zusammengearbeitet haben.

Die farbigen (und ab und an schwarz-weißen) Zeichnungen als Aquarelle mit Direktkolorierung sind ansprechend und machen Lust, das Buch in die Hand zu nehmen und die Szenarien eingehend zu betrachten. Die Geschichte lebt vor allem von dem eher schnöden Anreiz, alle Puzzlestücke der Geschichte zu erfahren und endlich die Zusammenhänge zu begreifen, da die Geschichte in Fragmenten und Rückblicken erzählt wird. Dies ist die simpelste Erzählweise, um Spannung auch da aufzubauen, wo keine ist. Die Einblicke in bunte Fragmente der (Kolonial-) Geschichte Indiens bleiben bedauerlicherweise weitgehend unpolitisch und nutzen das kulturelle Szenario vornehmlich als kolonial-romantischen Hintergrund für die Erzählung der westlichen Hauptpersonen.

 Eindrucksvoll demonstriert India Dreams dagegen die Vorteile eines Comics gegenüber einem Text, wenn es in unbekannten Welten spielt. Denn die Bilder haben dann besonders viel zu erzählen, wenn die fremdartigen Szenen, Marktplätze, Personengruppen und Landschaften originalgetreu und kenntnisreich gezeichnet sind statt in der Schriftform umständlich und oft, gerade bei neuen Impressionen, vage zu bleiben, weil sie an keine Erfahrung des Lesenden anknüpfen können. Sie sind dann der interessiert schweifende Blick eines Fremden im Land. Ein Comic verschafft hier lebendige Impressionen, das Auge des Lesenden kann auf eigene Faust über die Details wandern und Unerwartetes entdecken.

Mythische Elemente rahmen die Geschichte von Maryse Charles. Dazu gehört ein schicksalhaft eingreifender älterer Herr mit immer neuen Tieren als Boten. Dazu zählt auch ein überaus reizvoller weiblicher Avatar (die dunkelhaarige Dame auf dem Titelbild!), vorgeblich eine Inkarnation des hinduistischen Gottes mit Elefantenkopf Ganesha. Zugleich verstreuen diese, die Geschichte eher ausschmückenden Elemente kleine Prisen von Erotik in die gemächlich dahin plätschernde Erzählung. Eine amüsante Besonderheit kennt man nur von einem bekannten Herrenmagazin und hat dennoch in diesen (vornehmlich auf ältere Frauen zielende?) Comic Eingang gefunden: Wer sich wünschen sollte, einen größeren Ausschnitt des Titelbildes „Dame mit Elefant“ zu sehen, der oder die wird nicht enttäuscht – als Ausklappbild mit den Maßen 60 x 24 cm findet sich als Spezialeffekt ein „Centerfold“.

 Die Aufmachung des Splitter-Verlags ist farbig und überaus ansprechend vom festen Einband bis zum Ausklappbild, was vor allem der hervorragenden Bilderwelt zu Gute kommt; mit einem Vorwort von Arnaud de la Croix, dem Autor des Buches Liebeskunst und Lebenslust. Sinnlichkeit im Mittelalter (mir erschloss sich nicht, warum er ausgewählt wurde…).

Fazit: Die Story ist lau bis öde, die Bilder sind exzellent und äußerst schön anzusehen!

Schöne Bilder von Indien in einer sich hinziehenden Liebesgeschichte!


India Dreams
Splitter Verlag, April 2009
Zeichnungen: Jean-François Charles

Text: Maryse Charles
208 Seiten; Hardcover, Farbe; 24,80 Euro
ISBN 978-3-940864-03-1

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Abbildungen: © Splitter Verlag

 

Wraithborn

Okay, es ist ja ganz nett anzuschauen, was die 6-teilige Wildstorm-Serie Wraithborn bietet, aber eine wirklich innovative Handlung sollte man beim Kauf wahrlich nicht erwarten. Joe Benitez und Marcia Chen, beide kennt man  von diversen Top Cow-Reihen wie The Darkness oder Magdalena, präsentieren eine weitere Babe-Miniserie, in der eine attraktive Heldin in ausdrucksstarken Bildern gegen böse Monster kämpft. 

Es ist die Geschichte von Melanie Moore, einer unbedarften Schülerin, die plötzlich die geheimnisvolle Macht des „Wraithborn“ erhält. Von der Highschool geht es fortan in die Geisterwelt, Melanie wird zur Retterin der Welt. Das hört sich nicht nur so an wie das Konzept von Witchblade, es wirkt auch wie eine wenig eigenständige Kopie, die dem Leser wenig Neues anbietet. Die Zeichnungen sind da noch das größte Plus des Bandes. Zwar reihen sie sich nahtlos in den Stil ein, wie ihn Top Cow vorzuzeigen hat, gehören in dieser Kategorie aber zu den besten ihrer Art. So machen die detailreichen Bilder dann auch wirklich Spaß, vor allem weil sie stark an die ganz frühen Witchblade-Nummern von Michael Turner erinnern. Das ist nett anzuschauen, kann aber nicht über die Tatsache hinwegtäuschen, dass man sich des Eindruckes nicht erwehren kann, dass man von anderen Comics einfachheitshalber abgekupfert hat.

Wraithborn
Panini/Wildstorm; April 2009
148 Seiten; farbig; Softcover
Preis: 16,95€

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Comicfestival 2009: Das Messe-ABC

Vom Comicfestival 2009 berichten an dieser Stelle Andi (av), Christopher (cb), Daniel (dw), Frauke (fp), Marc-Oliver (mof) und Thomas (tk).

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A

Abgezockt

Diesmal ging's nicht um einen Kuli (da hatten wir letztes Jahr ja den Kampf gewonnen), sondern um zehn Euro. Und wenn einem ein charmanter älterer Herr erzählt, dass er einem 20 Euro und nicht zehn gegeben habe, dann glaubt man das eben mal halt und gibt dementsprechend 15 und nicht nur fünf Euro heraus. Nach Kassensturz wurden wir allerdings eines Besseren belehrt, so dass wir das kommende Wechselgeldherausgeben nur noch stierend nach dem Vier-Augen-Prinzip durchführten. Und bei gemeingefährlichen Senioren künftig besonders acht geben werden. (fp)


Atmosphäre

In der Festival-Location Altes Rathaus gibt es davon reichlich: Wandmalereien und -teppiche, holzgetäfelte Decken, Rundbogenfenster … In so gediegenem Ambiente finden selten Comicveranstaltungen statt. Der Nachteil ist jedoch der etwas eingeschränkte Raum, was dieses Jahr dazu führte, dass nicht jeder, der am Comicfestival teilnehmen wollte, noch einen Standplatz bekam. Gerüchten zufolge wird daher über einen zukünftigen Umzug in die luftigere Schrannenhalle nachgedacht, die zwar recht schick ist, aber mit ihrem modernen Glaskasten-Charme dem Alten Rathaus bei weitem nicht das Wasser reichen kann. Na, man kann wohl nicht alles haben. (av)
Siehe auch „Draußenbleiber“.

Ausstellungen

… gab es diverse. Neben alten/neuen Seiten aus und Devotionalien von Perry Rhodan gab es viele Originalseiten aus Hector Umbra zu bewundern. (fp)
Weitere siehe „Nick, der Raumfahrer“ und „Geheimtipp“.

Auszeichnungen

Siehe „ICOM Independent-Comic-Preis“ und „PENG!“.

B

Berichterstattungen

Eine unvollständige, alphabetische Auflistung der Berichterstattungen zum Comicfestival 2009 (bei mehrseitigen Berichten verlinken wir nur auf die erste Seite. Das Blättern müsst Ihr dann schon in Eigenleistung erbringen) (fp):

  • Ali vom MOSAIK-Fanclub Leipzig


Biermuseum

Oft erzeugen beengte Räume eine Form der Nähe, die zwar nicht immer erwünscht ist, aber auf lange Sicht zu enger Verbundenheit führen kann. Dieses Phänomen konnte man beobachten, wenn man an einem oder mehreren wissenschaftlichen Vorträgen im Biermuseum teilnahm. Im ersten Stock dieser urigen Einrichtung wurde man bei niedrigen Decken eingeladen, den unterschiedlichsten Fragestellungen zum Comic zu lauschen (s. auch „Berichterstattungen“ > Comicgate). Die Veranstaltungen waren so gut gefüllt, dass die Gäste in der ersten Sitzreihe dem Redner nach beendetem Vortrag die Hand schütteln konnten, ohne dabei aufstehen zu müssen. Doch all diese Platzeinsparungen wären kein Problem gewesen, wenn nicht eine grölende Horde aus dem Erdgeschoss den Exponaten des Biermuseums lautstark gefrönt hätte. Verbissen stemmten sich Zuhörer und Vortragender gegen die Meute und verließen das Etablissement ein Stück schlauer. (dw)

C

Comic-Strips

… in denen die Festivalerlebnisse verarbeitet wurden, haben Sarah Burrini und Naomi Fearn auf ihren Webseiten gepostet. (av)

Cosplay auf dem Marienplatz

Cosplay auf dem MarienplatzDa die jährliche Cosplay-Veranstaltung ausgelagert wurde, fiel es dem interessierten Zuschauer ungleich schwerer, die verkleideten Menschen zu entdecken. Doch schnell wurde deutlich, wie erfindungsreich diese Verkleidungswütigen wirklich sind. Mit Blasinstrumenten jeglicher Art lockten sie ihre Fans auf den Marienplatz, um dort ihre bebüschelten Kapuzen und ihre schicken Uniformen zur Schau zu tragen. Wirklich eine Pracht, dieses Cosplay. (dw)

D

Danke

Ich war wirklich nicht darauf vorbereitet, dass Comicgate beim ICOM-Preis eine Auszeichnung bekommen würde. Eine vorbereitete Dankesrede gab es daher nicht. Wir haben's trotzdem ganz gut über die Bühne gekriegt und danken hier noch einmal allen Mitstreitern, die in neun Jahren Comicgate etwas dazu beigetragen haben. Without you we're nothing! (tk)
Siehe auch „ICOM Independent-Comic-Preis“ und „Janz eilich“.

Danke II

… geht an die Organisatoren, an vorderster Stelle Gerhard Schlegel von Laska Comix. Mir erschein es dieses Mal deutlich besser durchorganisiert als das letzte Mal (z.B. was die Aufbruchszeiten am Sonntag Nachmittag anging). Einen feinen Zug fand ich, dass der Comic-Salon sich präsentiert hat. Zwei Negativpunkte der größeren Dimension fallen mir nur ein: Die endlos lange Vorschleife beim PENG!, weil die Kabel zum Laptop nicht reichten (ob sich so etwas nicht vorher austesten lässt?) und die angekündigte und dann ausgefallene Party am Samstag Abend. Für Letzteres muss man aber wohl eher den Veranstalter der angedachten Räumlichkeiten verantwortlich machen. (fp)

Der Hector Umbra

Flix vs. Umbra… drohte, den Flix zu erschlagen. (mof)
Siehe auch „Umbra-Mania“.

Draußenbleiber

Aufgrund des begrenzten Platzes im Alten Rathaus blieb den Spätbuchern von Epidermophytie ein Festival-Tisch verwehrt. Die Jungs reagierten verschnupft und kreierten einen Epidermophytie-München-Protest-Button für Solidaritätsbekundler, den man kostenlos bei Mawil abholen konnte. JNKs Martin Jurgeit verlangte hingegen Geld für das Ding, wahrscheinlich um die nächste Ausgabe der Comixene zu finanzieren. (av)

E

Entfallen

… kann einem schon so manches nach dem Info-Overflow. Habt Nachsehen. Falls uns noch was einfällt, wird's hier ergänzt. (fp)

F

Fil

Trat am Samstag Abend auf, und seine Show kann wieder mal bedenkenlos als das Highlight des Festivals bezeichnet werden. Es gibt wenig in der deutschen Humorlandschaft, was komischer ist. Eine neue Erkenntnis ist das sicher nicht, aber eine, die diesmal wieder aufs Amüsanteste bestätigt wurde. (tk)

Fotoalben

Auch hier eine unvollständige, alphabetisch sortierte Auflistung (fp):

G

Gastronomie

Siehe „Leberkässemmeln“.


Geheimtipp

Fast jedes Festival hat seine Geheimtipps. Kleine Comicsensationen, mit denen vorher niemand gerechnet hat. In München war einer dieser Geheimtipps die Greta, die gerade erst ihr Abi gemacht hat und beim Festival schon mit einer Ausstellung präsent war: Ihre Tijuana Bibles sind großartige Neuinterpretationen der alten Pornocomics von anno Tobak. Was wäre, wenn Flix, Mawil, Katz & Goldt oder Lewis Trondheim sexuell explizite Comics machen würden? Das konnte man in der Ausstellung sehen oder in den handgetackerten und persönlich verteilten Minicomics gleichen Namens. Ebenfalls äußerst gelungen: Vom Kochen, ein „autobiographisches Comic-Kochbuch“, sehr liebevoll gestaltet, astrein koloriert und im Pixie-Buch-Format von Greta selbst verlegt. (tk)


Glockenbachwerkstatt
Klimpern im Pogorausch
Der lokale Ersatz fürs letztjährige Erlanger Manhattan. Hier gingen am Donnerstag die Kleiner Vogel Rot-Releaseparty und die Peng-Feier, am Freitag die Hector Umbra-Lesung plus zugehöriger Party über die Bühne. Gemütlich, alternativ, faire Getränkepreise, Kneipenraum mit Klavier (das u.a. von Boris Kiselicki und Titus Ackermann von den Moga Mobos noch in den frühen Morgenstunden im Duett bearbeitet wurde), Biergarten, separate Tanzfläche – eine sehr schöne Wahl. Nur ein adäquater Ersatz für den Schwarzen Ritter fehlte schmerzlich. (av)
Siehe auch „Sperrstunde“ und „Pogorausch“.

Graphic Novel

Siehe „X-beliebig“.

H

Hector Umbra

Émile Bravo auf dem Comicfestival München 2009… passte auf Émile Bravo auf. (mof)

I

ICOM Independent-Comic-Preis

Die Preisverleihung fand am Samstag Abend statt und sollte mit dotierten Preisen und nicht dotierten lobenden Erwähnungen die deutschsprachige Comicszene stärken.
Die Preisträger (Übersicht mit Comics und den Begründungen auf der ICOM-Seite):

Bester Independent-Comic:
Die sechs Schüsse von Philadelphia
von Ulrich Scheel (Avant Verlag)

Bester Kurzcomic:
Raues Sitten: Das Babybuch von Leo Leowald (Reprodukt)

Herausragendes Artwork:
Der Schicksalsgnom: Die Trilogie
von Robert Mühlich und Bastian Baier (Zwerchfell Verlag)

Herausragendes Szenario:
Tara oder Der Marterpfahl, der Leben heisst
von Spong (Katzenjammer Verlag)

Sonderpreis für eine bemerkenswerte Comicpublikation:
Orang Comic Magazin #7: „The End of the World“ herausgegeben von Sascha Hommer (Reprodukt)

Sonderpreis für eine besondere Leistung oder Publikation:
Comicgate-Magazin Nr. 3
herausgegeben von Thomas Koegel und Frauke Pfeiffer (Comicgate)

Lobende Erwähnungen:
Fashionvictims, Trendverächter: Bildkolumnen und Minireportagen aus Berlin von Ulli Lust (Avant Verlag)
Kommissar Eisele: Kripo Stuttgart von Martin Frei (Gringo Comics)
Paralleluniversum: Urknall von Ivo Kircheis (Beatcomix)
Schalke: Helden von ganz unten, 1904-1945 von Michael Vogt (Konturblau)

In flagrantiStefan Dinter auf dem Comicfestival München 2009

… beim Stanzen gestellt wurde Stefan Dinter; Beweisfoto anhänglich. (mof)

J

Janz eilich

… hatte ich es, als ich am Samstag-Abend kurz nach Festivalschluss noch an unserem Stand rumwühlte und auf einmal jemand (Adrian? Manuel?) aus dem Hauptsaal zu mir rüberkam und meinte „Geh mal rüber. Ihr habt was gewonnen!“ Thomas war zum Glück schon auf der Bühne, ich rannte hinterher. Für's Aufgeregtsein kam das viel zu überraschend. Hat auch was für sich. Der Applaus, die Laudatio und die vielen netten Worte hinterher gingen trotzdem runter wie Öl. DANKE! (fp)
Siehe auch „Danke“ und „ICOM Independent-Comic-Preis“.

K

Kopierhefte

Passend zum Artikel über Minicomics im aktuellen Comicgate-Printmagazin 4 gab es ein kleines Kopierheft-Revival auf dem Festival. Heftchen-Sensei Wittek hatte neben der bereits dritten (!) Auflage des legendären Perry Hoden, das in Erlangen schon die Frau von Hansrudi Wäscher in Begeisterung versetzte, außerdem noch seinen illustrierten Bericht vom Small Press Festival in Groningen 63 Bilder in 36 Stunden sowie Schmocka 3: Schmocka to Go (beide zusammen mit Calle Claus fabriziert) im Gepäck. Perry Rhodan-Zeichner Till Felix ließ den DTP Zombie auf die Besucher los, sein Kollege Rudi Martens hatte im letzten Moment noch den Schneckerich zusammengetackert und auch Martin Rathscheck gönnte seinen Figuren Ferkel & Der Golem ein Kopierheft. Etwas aus der Reihe tanzten Ulf Salzmann mit den (aus dem heimischen Drucker stammenden) Farbseiten seines Minicomics Silberfischchen und JAZAM!-Mastermind Adrian vom Bauer mit seinem Hipsters vs. Monsters, einer Heftchen-Edelvariante im Digitaldruck mit Farbcover – was Adrian wohl zum absoluten Hipster unter den Heftchenproduzenten macht.
Während des Festivals entstand übrigens bereits der Inhalt des nächstens Minicomics Wittek'scher Prägung, angereichert mit massig Gastbeiträgen anwesender Zeichner. (av)
Siehe auch „Geheimtipp“.

L

Lässigkeit

Hansrudi Wäscher, mittlerweile angesehener Comic-Altmeister, hat die Gelassenheit des hohen Alters und lässt einiges über sich ergehen. Und wenn ihm die Endlosschleife der Vorspannmusik beim PENG-Preis zu laut ist, dann geht er eben einfach so lange raus. Die Beiträge in dem Hommage-Band Pionier der Comics findet er okay, auch wenn diese stilistisch größtenteils in eine ganz andere Richtung gehen als die Comics, die er selber gezeichnet hat. Nur eins sollten sich alle hinter die Löffel schreiben: Don't! Draw! His! Wife! (tk)

Laudatio

LaudatioAls Laudatio bezeichnet man eigentlich eine bereits fertig verfasste Rede, die ein Laudator bei einer Preisverleihung (siehe „ICOM Independent-Comic-Preis“) zu Ehren des Laureats vorträgt. Oftmals wird dieser Vortrag jedoch, sei es zur Auflockerung oder zur Korrektur von Fehlern, von einem versierten Redner live abgeändert. Diese Abänderungen sollten dann aber auch fließend in die Laudatio übergehen, da sie ansonsten den Anschein erwecken, als hätte sich der Laudator die Rede zuvor nicht richtig durchgelesen. Bei einem schlechten Redner bleiben dann sowohl der intendierte Humor der Rede als auch sein eigener auf der Strecke. (dw)

Laugenbrezeln

… gibt's nicht in München, auch nicht auf Nachfrage. Es gibt nur Brezen, zur Not allenfalls noch mit Butter. (mof)

Leberkässemmeln

… gibt's natürlich, blieben aber nicht das einzige kulinarische Schmankerl, das vom anwesenden Comicgate-Personal verköstigt wurde. Daneben gab's auch noch Italienisch, Chinesisch, Thailändisch, Äthiopisch, Japanisch und Nordseefisch. (mof)

Loblied

Auch in diesem Jahr hat es sich wieder einmal gezeigt, dass es der Graphic Novel, trotz einiger Begriffsunschärfen, gut geht und sie durch ihren Status als intellektuelle Elite unter den Comics ihr gutes Geld verdient. Doch wo wären diese grafischen Romane heute, wenn es nicht immer wieder mutige Comic-Künstler gäbe, die in Gruppen zusammengerottet unterschiedlichste Monster zum Leben erwecken, die auf eigene Faust die Sexualität in der neunten Kunst durch altbekannte Figuren in ein neues Licht rücken oder einfach nur ihre aberwitzigen Ideen in Sequenzen aufs Papier bringen. Diesen jungen Menschen gebührt dieses Loblied. Macht bitte weiter so! (dw)

M

Maximale Kapazität

… wurde im Alten Rathaus in Sachen Verlagsständen erreicht. Wer seinen Stand frühzeitig gebucht hatte, konnte sich glücklich schätzen. (av)
Siehe auch „Atmosphäre“ und „Draußenbleiber“.

A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z

N

Nick, der Raumfahrer

… und andere Figuren (wie Sigurd, Tibor, Falk) von Hansrudi Wäscher, gezeichnet von aktuellen Künstlern, fand man in der Hommage-Ausstellung zu Ehren des gestandenen Zeichners, der mit dem PENG! 2009 für sein Lebenswerk ausgezeichnet wurde. Bei Edition 52 erschien ein Ausstellungskatalog mit den Werken. (fp)
Siehe auch „Lässigkeit“.

O

Ohne Comics

… standen bereits am Freitag unsere Standnachbarn von der Alligator Farm da. Ein kompletter Ausverkauf der mitgeschleppten Exemplare von Perry – Unser Mann im All ist natürlich zunächst eine feine Sache, aber die Freude darüber wurde in diesem Fall jedoch arg von dem Wissen geschmälert, dass in Hamburg noch kistenweise Exemplare lagern. Als Verantwortlicher für die grobe Fehleinschätzung der Kaufwut der Münchner Fans war schnell Herausgeber Maikel Das ausgemacht. (“Bei Signierterminen in Hamburg haben wir auch nie mehr verkauft.“) Der Arme bezog dementsprechend gehörig Verbalprügel seitens der Herren Kollegen und versuchte die Situation mit der Annahme von Vorbestellungen in Verbindung mit Gratis-Postern zu entspannen. (av)

P

Pauli

Auch „Paulimonster“. Bayerisches Urgestein und Institution der Münchner Comicszene. Trägt Hut und befindet sich in ständiger Begleitung eines Weißbiers. Übernimmt auf dem Comicfestival präsidentiale Pflichten als Grüßonkel, der die Stände abläuft und die schwitzigen Hände der irritierten Menschen dahinter schüttelt. Wurde von Comicgate-Zeichnerin Sara Burrini in einem Comicstrip verewigt. (av)

PENG!

Die Comicpreise (Publikumspreis) des Comicfestivals München 2009 gingen an

Flix: Der Swimmingpool des kleinen Mannes (Bester deutscher Comic)

Émile Bravo: Spirou – Porträt eines Helden als junger Tor (Bester europäischer Comic)

Adrian Tomine: Halbe Wahrheiten (Bester US-Comic)

Scott McCloud: Comics machen (Beste Comic-Sekundärliteratur)

Watchmen Absolut Edition (Beste Neuveröffentlichung eines Klassikers)

The Dark Knight (Beste Comicverfilmung)

Masashi Kishimoto: Naruto (Bester Manga)

Anregung: Über Sinn und Unsinn von eigenen Vorschlägen aus Publikumsreihen sollte vor dem nächsten Mal diskutiert werden. (fp)

Pogorausch

Pogorausch – Pralles PilsIn einem Pogorausch mag der/die eine oder andere schon mal gewesen sein, in der Glockenbachwerkstatt gab es ihn aber auch in flüssiger Form. Wer nämlich die Nase bzw. Kehle voll vom Weißbier hatte und nach Pils verlangte, bekam eins mit eben diesem Namen vorgesetzt. Laut Flaschenetikett ein „sehr gutes Bier“, das sich auch noch mit dem Slogan „Saufen gegen Rechts“ schmückte. Der Pogorausch-Homepage nach wird das Pils tatsächlich von einer kleinen Gruppe aus der Punkszene in Umlauf gebracht, damit man sich nicht mehr die Plörre der Großbrauereien in den Rachen schütten muss. Voll DIY also! Hat sogar ganz gut geschmeckt das Zeug. (av)

Geschmäcker sind zum Glück verschieden, mein Lieblingsbier wird's wohl nicht. (fp)

Q

Quasselstrippe

Mit einem notorischen Handy-Schwätzer musste sich Eckart Sackmann bei seinem Vortrag über „Comics als Literatur“ im Biermuseum rumärgern. Ganz anders Fil: Der ging während seines Auftritts selbst ans Handy und das Publikum rätselt noch immer, ob die gesprächsfreudige Frau am anderen Ende ein fiktives Showelement war oder real. (av)

R

Rollkoffer

Interessantes Accessoire, ohne das Signaturenjäger selten anzutreffen sind. Der Rollkoffer dient gleichzeitig mehreren Zwecken: Reviermarkierung, Aufbewahrungsort der neu erworbenen Comics und Skizzen, notfalls auch Sitzgelegenheit. Und nicht zuletzt als Platzhalter, wenn man in mehreren Schlangen parallel anstehen möchte, ohne die Gabe der Ubiquität zu besitzen. Merke: Eine Signierschlange ohne ältere Herren mit Rollkoffern ist keine Signierschlange. (tk)

Rotten, Frau

Comicinteressierte Senioren sind einfach zu drollig. Nachdem er eine Weile unserer Zeichnerin Sarah bei Arbeit zugesehen und das Namensschild mit ihrem Künstlerpseudonym „Jolly Rotten“ studiert hatte, beugte sich ein Rentner zu ihr runter und meinte: „Und Sie sind also die Frau Rotten?“ Süß. (av)
Siehe auch „Abgezockt“.

S

Signierstunde

Signierstunde

Im Leben eines jeden Comic-Zeichners kommt (mindestens einmal pro Tag) die Stunde – die sich aufgrund von nie enden wollenden Horden von Fans oftmals über die genormten 60 Minuten hinaus erstreckt -, in der er zum Zeichnen gebeten wird. Während dieser Zeit gibt der Zeichner jegliche eigenen Interessen ab und wird voll und ganz zur Stimme des Volkes: „Zeichne mir doch bitte Rogue.“ Oftmals muss gerade wegen vertraglicher Absprachen oder auch körperlicher Überbeanspruchung auf alternative Methode der Zeitverkürzung, wie z.B. dem Auswürfeln, zurückgegriffen werden, um die zarten Künstlerwesen vor dem Ansturm zu schützen. Die Ergüsse dieser Arbeit, zu der der Zeichner eine Stunde lang an Stift oder Pinsel gefesselt wird, lässt die Freude der Fans exponentiell ansteigen. Auch noch Monate später freuen sich Fans, wenn ihre Augen über die Skizzenblöcke schweifen. (dw)


Sperrstunde

Man hatte ja schon vorher von diesem grausamen Münchner Brauch gehört, aber konnte es dann doch kaum fassen, als am Samstag Abend in dem Biergarten, in dem sich ein Großteil der Comic-Kreativen eingefunden hatte, um 0.15 Uhr die letzte Runde ausgerufen wurde. Da die im Programm versprochene Comicfestival-Party in der Schrannenhalle aus unbekannten Gründen ausfiel und in der Glockenbachwerkstatt ein Punkkonzert stattfand, endete der Abend damit, dass kleine Grüppchen von Comic-Leuten überfordert durch Münchens Szeneviertel irrten. Ein Trupp aus Comicaze-, JAZAM!– und Comicgate-Menschen inklusive Fil ließ sich schließlich mit Bierflaschen einfach auf dem Gehsteig vor dem Poser-Laden „Die Bank“ nieder; eine andere Fraktion, bestehend aus Elke Reinhart, Ans De Bruin, Wittek, Maikel Das und Andreas Eikenroth pogte derweil in einer Gaybar zu Abba. (av)

Wie die Comicgate-Redaktion aus zuverlässiger Quelle erfahren hat, war der Betreiber des Tanztempels „Schrannenclub“ Schuld an dem „Missverständnis“, da er sich trotz der rechtzeitigen Buchung durch Festivalorganisator Gerhard Schlegel dazu entschieden hat, mit seiner „Kir Royal“-Party ein etwas anderes Publikum anzuziehen. (dw)

 

Strings Intemporal

… heißt ein zeitlos flott musizierendes Trio, das [von Véro nach München beordert wurde und (fp)] am Donnerstag den Comic-Fuzzies in der Glockenbachwerkstatt den Abend versüßte. Gitarrist Matthias Eberhard und Cellist Daniel Fritzsche lieferten sich an ihren Instrumenten spannende Duelle, während die auch optisch sehr angenehme Sängerin Laura Huber-Eustachi die Zuhörer mit ihrer druckvollen, mal feurigen und mal sanften Stimme variabel und unwiderstehlich in ihren Bann zog. Die klasse Songs und die auf spanisch und englisch vorgetragenen Texte der Drei kann man sich über die Website der Band (die manchmal sogar funktioniert, aber leider nicht immer) per CD ins Haus holen. Einige Songs gibt's auch bei Myspace zum Probehören (Empfehlung: das fast neunminütige Mini-Epos „No Volver“ und das leichte, stimmungsvolle „Easy Touch“). Möchte man in Erlangen nächstes Jahr gerne wieder sehen. (mof)

T

Team

Das Comicgate-Team auf dem Comicfestival 2009Die diesjährige Mannschaft des Comicfestivals (Christopher fehlt leider – der Zug rief, und er folgte):
hintere Reihe: Marc-Oliver, Daniel
mittlere Reihe (anwesende Künstler): Ingo Römling, Jolly Rotten, Manuel Clavel
vordere Reihe: Thomas, Andi, Frauke
Tischreihe: stolze ICOM-Urkunde „Sonderpreis der Jury für eine besondere Leistung oder Publikation“ 2009, flattrige PENG! 2009-Nominierung (Dank an Manuel) (fp)
fotografiert von Regina Möhrle

Tijuana Bible

Siehe „Geheimtipp“. Und den Artikel „Minicomics“ im Comicgate-Magazin 4. (fp)

Tischdekoration
TischdekorationWir leihen unseren begabten Schaufensterdekorateur nächstes Jahr gerne gegen einen Unkostenbeitrag an andere Stände aus! (fp)

 

 

 

 

 

 

Twitter

Ersetzte dieses Jahr größtenteils die Messe-Berichterstattung, die in den Vorjahren über unser Messe-Blog „Messe am Draht“ gelaufen ist und das gute Dienste leistete. Mit Twitter (unser Account wird auch nach der Messe regelmäßig mit Inhalt bestückt) geht's aber einfach schneller, ist direkter und dank iPhone App kann man direkt Fotos schießen und einbinden. Das hat auch die anfangs noch zum Teil zurückhaltende Comicgate-Mannschaft überzeugt. Am Ende brauchte dann auch Andi nicht mehr 20 Minuten für einen Tweet, sondern ließ seinen Finger nur so über die digitalen Tasten flitzen. (fp)

U

Umbra-Mania
Umbra Mania auf dem Herrenklo

Der eindeutige Star des Comicfestivals war Uli Oesterle bzw. seine Kreation Hector Umbra. Der fiktive Münchener Detektiv war einfach überall. Man konnte nicht mal Wasser lassen, ohne dem Comic-Helden ins kantige Gesicht zu blicken. Da schien es erst wie eine paranoide Halluzination, als Daniel Wüllner auch noch einen fleischgewordenen Hector Umbra im Besucher-Getümmel ausmachte. Doch eine nervenaufreibende Paparazzi-Jagd der CG-Redaktion bewies: Der gute Mann ist real und sollte für eine etwaige Hector Umbra-Verfilmung sofort den Hauptrollen-Zuschlag bekommen. (av)

Umbra Mania

Auf die Frage, ob er sich vorstellen könne, den Hector Umbra im Film zu spielen, meinte der Herr folgendes: „Ich kenne diesen Hector Umbra nicht und finde auch nicht, dass er eine große Ähnlichkeit mit mir hat.“ Wir sehen das ganz anders und da wir uns professionell mit Comics geschäftigen, sollte man solche Aussagen lieber uns überlassen. Ihr Auftrag, Herr Umbra! (dw)

Umdrehen, den Spieß

Genau das tat zuerst Wittek und im Folgenden auch Jolly Rotten, als sie von einem wohlbekannten Skizzenjäger mit einer Vorliebe für weißgelockte Mutantinnen als Gegenleistung für ihre Kunstwerke eine selbstfabrizierte Zeichnung forderten. Der Betroffene ging widerspruchslos auf den Deal ein. Sollte dieses Beispiel Schule machen, würde sich so manche stressige Signiersituation wohl ganz von selbst entspannen. (av)
Siehe auch „Signierstunde“.

Trendsetter war dafür übrigens, wie könnte man es anders erwarten, unsere Fashion-Ikone Björn – ich glaub, letztes Jahr auf dem Comic-Salon. (fp)

V

Vermisst

… haben wir so manche Leute diesmal im Comicgate-Umfeld. Siehe auch den Gedenk-Tweet hier. (fp)

Versager

So muss man wohl die Schnarchnasen der beiden Münchner Druckereien titulieren, die in zwei Fällen beinahe einen Festival-Gau ausgelöst hätten. Drama I: Der Zwerchfell Verlag hatte extra zum Comicfest bei einer Druckerei vor Ort eine kleine Digitaldruck-Vorabauflage von Kleiner Vogel Rot von Véro Mischitz und Christopher Bünte in Auftrag gegeben, damit die Künstler zur Release-Party (siehe auch „Strings Intemporal“) am Donnerstag was zu signieren haben. Aber mit dem Termin nahmen es die Herren Drucker nicht so genau und so stand das Kreativduo erstmal ohne Material da. Dass im letzten Moment wenigstens noch ein Notbestand von 25 Exemplaren gedruckt wurde (die sich natürlich ratzfatz ausverkauften), ist wohl nur dem blitzeschleudernden Redakteur Stefan Dinter zu verdanken. Der zweite Fall traf die vierte Ausgabe von JAZAM! Auch hier hatte man in der Druckerei den Termin verpennt und die Jungs und Mädels des stetig wachsenden Künstlerrudels mussten am Donnerstag den Standtisch bzw. ältere Ausgaben der Anthologie signieren. Angesichts der Truppenstärke der erbosten Zeichnerinnen und Zeichner sahen sich die Verantwortlichen dann aber doch genötigt, am Freitag zumindest einige Bände abzuliefern. Für einen friedlichen Verlauf des Festivals hätte sonst wohl niemand garantieren können. (av)

W

Wäscher, Hansrudi

Stefan Dinter und ich haben ein Interview mit dem rüstigen Comiczeichner geführt. Das Transkript folgt die nächsten Tage. (fp)
Siehe auch „Lässigkeit“ und „Nick, der Raumfahrer“.

Was reingeschrieben hat, Comics wo schon mal jemand

… wurden auf diversen Verkaufsständen angeboten, wie z.B. eine alte Astérix-Ausgabe mit der Widmung eines Herrn Uderzo. Und eines weiteren Herrn, der keinerlei Glocken zum Schellen brachte, wie der Angelsachse sagen würde. Und in Folge auch eines dritten Herrn, dessen Name der Redaktion bekannt ist. Vielleicht hat das Buch ja noch eine große Zukunft als Wanderpokal vor sich. (mof)

Watchmen-Buttons

… wurden inflationär an die Besucher ausgegeben (natürlich der vom Comedian). Bot sich aber auch einfach doppelt an. Buttons sind ja eh seit ein paar Jahren der Comicer ihr liebstes Spielzeug, weiß der Teufel warum. (fp)

X

X-beliebig

… ist teilweise das Material, was den Leuten so als „Graphic Novel“ verkauft wurde. Helmut Kronthaler versuchte darum in seinem Vortrag, den Begriff einzugrenzen. (mof)

Y

Yberall

… war der Hector Umbra in München, weshalb der Carlsen-Verlag passend zum Thema jedem Festivalbesucher eine Hector-Umbra-Schnellbahnkarte an die Hand gab. (mof)

Z

Zweihundert Mal

… soll sich der Hector Umbra in München verkauft haben. Zwischenfälle hat es dabei nach Informationen der Redaktion keine gegeben. (mof)


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Alle Fotos, wenn nicht anders angegeben, © Comicgate-Redaktion. Vor Verwendung bitten wir um schriftliche Anfrage.

Exterminators 2: Aufstand der Schaben

 Die Kakerlaken sind los! Und sie haben einen Plan! Einzige Hoffnung der Menschheit: Die sympathisch-verrückten Jungs von Bug-Bee-Gone, einer kleinen Firma für Schädlingsbekämpfung in Los Angeles. Nach dem ersten Trade der Reihe wusste man noch nicht so genau, wohin die Reise geht. Mit dem zweiten Band lichtet sich jetzt der Nebel.

Dreh- und Angelpunkt der Story ist Henry, kein überspannter Supermann, sondern ein Ex-Knacki und Team-Worker mit Stärken und Schwächen. Die Hauptfigur bewegt sich im Wesentlichen in einem Spannungsfeld aus vier Komplexen. Da ist einmal Henrys Job bei Bug-Bee-Gone und das Verhältnis zu seinen Kollegen. Hinzu kommt das Beziehungsgeflecht zwischen Henry, seiner Freundin und einer auf Literatur ausgerichteten Hure. Dann noch Hinweise auf einen ägyptischen Dämonenkult, eine antike Gottheit und das Ziel, die Erde von Ungeziefer beherrschen zu lassen. Zuletzt: Die Machenschaften eines skrupellosen Konzerns, der Schaben mit biologischen Waffen intelligenter macht. Uff, ganz schön viel los in Kakerlakenhausen. Exterminators war ursprünglich als Drehbuch für eine TV-Serie geplant. Jetzt erscheint die Story in fünf Bänden bei Vertigo, hauptverantwortlich umgesetzt von dem fabelhaften Zeichner Tony Moore. Exterminators liest sich großartig, ruhig und wohl durchdacht. Das anvisierte Publikum dürfte ein erwachsenes sein. Exterminators ist weder Superhelden- noch Horror-Kram, sondern ganz eigenständig und gespickt mit gesellschaftlichen und politischen Anspielungen. Unbedingt reinlesen!

Exterminators 2: Aufstand der Schaben
Panini Comics, Juni 2009
132 Seiten; farbig; Softcover
Preis;16,95 Euro

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