Welt am Draht

Links der Woche: Mit geschwärzten Comics und deren Weg durch die Weltpresse

Unsere Links der Woche, Ausgabe 20/2012:

 

Micky Maus angeschwärzt
Spiegel Online, Stefan Pannor
Für ein Heft der Reihe Micky Maus Comics hat Ehapa einen Comic von Carl Barks neu übersetzen lassen. Dabei geschah ein peinlicher Fauxpas: Durch einen Reprofehler blieb ein Stück des englischen Originaltextes in einer Sprechblase – ausgerechnet das Wort „Holocaust“. Der Ehapa Verlag bemerkte den Fehler kurz nach der Auslieferung und ließ den Großteil der Auflage mit Filzstift schwärzen.

Stille Post mit Holocaust
Stefan Pannor
Eigentlich viel interessanter als die vergleichsweise harmlose Micky Maus Comics-Panne: Die Geschichte aus dem SpOn-Artikel wird medial weltweit weiterverbreitet. Stefan Pannor, der Autor des Original-Artikels, wirft einen genauen Blick darauf, wie schlampig das oft geschieht und wie selbstverständlich die Original-Abbildungen weiterverwendet werden.

“Riekes Notizen” BEST OF
riekesnotizen.wordpress.com, Barbara Yelin
Knapp 200 Mal lief seit Oktober 2011 der tägliche Comicstrip Riekes Notizen in der Frankfurter Rundschau. Nachdem diese Reihe ist nun abgeschlossen ist, hat Barbara Yelin eine Auswahl dieser kleinen Alltagsepisoden online gestellt.

Worst Comic Book Ever!
The Wall Street Journal, Tim Marchman
Das Wall Street Journal nutzt eine Rezension des Buches Leaping Tall Buildings, eine Sammlung von Kurzbiografien wichtiger Comickünstler, für eine Grundsatzkritik am US-Comicbusiness, besonders an den beiden Marktführern Marvel und DC. Die Comicindustrie sei selbst schuld, dass die enorm erfolgreichen Superheldenfilme im Kino nicht zu besseren Verkaufszahlen der entsprechenden Comics führen: „The people who produce superhero comics have given up on the mass audience, and it in turn has given up on them.“ Alles nichts bahnbrechend Neues, aber gut auf den Punkt gebracht, in einem Medium mit breiter Leserschaft veröffentlicht und garniert mit ein paar persönlichen Spitzen (wie einem Vergleich von Comicautor J. Michael Straczynski mit Regieniete Uwe Boll). Klar, dass dieser Text viel Aufmerksamkeit bekam (u.a. auch eine ziemlich unsouveräne Retourkutsche von Straczynski via Twitter).