Welt am Draht

Links der Woche: Mit Forenumzügen, schwulen Superhelden und einem Manifest

Letzte Woche haben wir aus Gründen pausiert, deshalb gibt es heute eine extragroße Ausgabe mit den besten und wichtigsten Comiclinks aus den letzten 14 Tagen. 

Unsere Links der Woche, Ausgabe 19/2012:

FAQ
Daisuki
Das Manga-Magazin Daisuki aus dem Carlsen Verlag wird nach neun Jahren eingestellt, denn: „Trotz einiger sehr treuer Daisuki-Leser gingen in den letzten Jahren die Zahlen des Magazins kontinuierlich zurück und mittlerweile macht Daisuki jeden Monat deutliche Verluste.“ Die an Mädchen gerichtete Zeitschrift überlebte damit deutlich länger als das Jungs-Pendant Banzai!. Auf einer Sonderseite im Web beantwortet die Redaktion die drängendsten Fragen.

In eigener Sache: Die Rückkehr der Manga ins Comicforum
Splashcomics, Bernd Glasstetter
Nachdem etliche unangekündigte Umstrukturierungen im Comics-in-Leipzig-Forum für großen Unmut gesorgt haben, wechseln am 31. Mai fast alle Manga-Verlage, die dort ihr offizielles Forum hatten, zu comicforum.de (von wo aus sie teilweise vor etlichen Jahren weggezogen waren, weil sich ein Großteil der Manga-Community eben im CiL-Forum tummelte).

Grußworte und Blitzinterviews
YouTube, ComicClash
Der von den Magazinen Moga Mobo und Epidermophytie initiierte Comic Clash, ein Wettbewerb der Comicmagazine, geht in die entscheidende Runde: 20 fertige Magazine liegen vor. Bewertet werden Sie in drei Teilen: in einer Online-Abstimmung, gegenseitig von den Teilnehmern sowie von einer prominenten Jury, deren Mitglieder sich in kurzen Clips auf YouTube vorstellen.

Comic-Transfer: Comic-Autoren aus Europa und der arabischen Welt im Dialog
Goethe-Institut
Eine neue Inititative des Comic-affinen Goethe-Institus bringt Comicmacher aus Europa mit welchen aus dem arabischen Raum zusammen. Das neu gestartete Blog „Comic-Transfer“ bringt zunächst Comicbeiträge dreier Zeichner aus Berlin, Paris und Beirut, die in einem Ringtausch die Wohn- und Arbeitsorte gewechselt haben.

Auftakt
Comicfestival Hamburg
Nach einem Jahr Pause wird es in diesem Herbst wieder ein Comicfestival in Hamburg geben. Die Website kündigt eine „Verlagsmesse und Small Press Börse“ an, dazu „Ausstellungen verschiedener Künstler, internationalen Gästen und zahlreichen Mini-Ausstellungen in Ladengeschäften“.

Das Beste in Bildern
Die Welt, Thomas von Steinaecker
In ihrer Beilage „Die literarische Welt“ blickt die Tageszeitung Die Welt auf den aktuellen Trend, Klassiker der Literatur in Comicform zu adaptieren und nimmt recht kritisch einige Beispiele unter die Lupe.

Brecht muss noch warten
Die Welt, Matthias Heine
Auf der gleichen Seite spricht Suhrkamp-Mitarbeiter Winfried Hörning im Interview über die Comicaktivitäten des renommierten Literaturverlags, die unlängst mit Nicolas Mahlers Thomas-Bernhard-Adaption Alte Meister gestartet wurde.

The A to B Manifesto. The creator as retailer
Gladstone’s School for World Conquerors, Mark Andrew Smith
Mark Andrew Smith, Comicautor und Miterfinder der Anthologie Popgun, finanziert derzeit sehr erfolgreich ein Comicprojekt über die Crowdfunding-Plattform Kickstarter. Parallel meldet er sich mit einem Manifest zu Wort: Demnach stehen wir vor einer Blütezeit der „creator owned“-Comics (also solchen, die nicht im Auftrag einer alle Rechte besitzenden Firma wie Marvel oder DC entstehen). Allerdings seien die Kreativen im derzeitigen US-Vertriebsmodell diejenigen, die als allerletztes Geld sehen würden. Smiths Lösungsansatz: Der Comicmacher muss selber zum Händler werden und auf direktem Weg ein Geschäft mit dem Endkunden abschließen.

CREATORS’ RIGHTS: How the Jack Kirby case caused acclaimed ROGER LANGRIDGE to quit DC and Marvel
Comic Riffs, Michael Cavna
Nachdem Chris Roberson sich aus ethischen Gründen von DC Comics verabschiedet hat (siehe letzte Links der Woche) kündigt Comicautor Roger Langridge (The Muppet Show), der diverse Serien für Marvel geschrieben hat, jetzt einen ähnlichen Schritt an und erklärt im Interview seine Beweggründe.

Gay superheroes soar into comic book battle
The Guardian, Ben Quinn und Mark Brown
Ein großes Echo fand diese Woche die Ankündigung, dass in Kürze die erste gleichgeschlechtliche Hochzeit in einem Marvel-Comic stattfinden würde. Fast gleichzeitig kündigte auch Konkurrent DC an, dass demnächst ein prominenter Comicheld sein Coming-Out haben soll. Neben dem üblichen Presseecho gab es auch die unvermeidlichen Pawlow’schen Reaktionen von reaktionären Spinnergruppen wie „One Million Moms“ (was in Sachen Publicity aber nur guttun kann und bestimmt einkalkuliert war). Lesenswerter Kommentar zum Thema: Marvel and DC just go GAY, all of a sudden!, in dem J. Caleb Mozzocco die Verlage im 21. Jahrhundert willkommen heißt und fragt, was daran eigentlich so besonders sein soll.

Disassembled
vimeo, Junaid Chundrigar
Hübscher zweiminütiger Zeichentrickfilm mit den Marvel-Helden als schrägen Cartoonfiguren, die einen schlechten Tag erwischt haben.

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Neil Gaiman Addresses the University of the Arts Class of 2012
vimeo, The University of the Arts Philadelphia
Neil Gaiman hält eine Rede vor Absolventen einer Kunsthochschule und ermuntert sie mit dem Aufruf „Make good art!“

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Marvel’s Avengers
My Paper Heroes, Xavier Gale-Sides
Die Helden aus dem Film, den gerade alle zu lieben scheinen, als Pappfiguren zum Selberbasteln. Wirklich hübsch!