Welt am Draht

Links der Woche 8/14: And you never ask questions when God’s on your side

Unsere Links der Woche, Ausgabe 8/2014:

 

Raus aus der Wagenburg
Der Tagesspiegel, Andreas Hartung
Andreas Hartung, der als “Aha” selbst Comics zeichnet und das Magazin Epidermophytie herausgibt, blickt nach Finnland, wo das “Kulturministerium die heimische Comic-Kunst mit 300 000 € im Jahr fördert” und schlägt den Bogen zurück nach Deutschland und zur Diskussion um das Comicmanifest, in dem eine ähnliche staatliche Förderung gefordert wird, was innerhalb der Comicszene zu kontroversen Diskussionen geführt hat. Eine sachliche Bestandsaufnahme, die Argumente von Befürwortern und Gegnern abwägt.

Streit um Comic in Malaysia: Regierung zensiert Superheld
Spiegel Online, eba/Reuters
„Ultraman wird respektiert und geachtet wie Allah oder der größte aller Ultra-Krieger“ heißt es im japanischen Comic Ultraman The Ultra Power. Grund genug für die Zensurbehörden in Malaysia, den Comic auf die Liste verbotener Publikationen zu setzen. Siehe dazu auch Malaysia censors Ultraman comic for ‚irresponsible use of the word Allah‘ (Guardian) und A Japanese Superhero Is Apparently Destroying Malaysia (Time).

Im Herzen von Strapazin
YouTube, vojkohos
Für eine Kurzdoku zum 30. Jubiläum des Schweizer Magazins Strapazin besuchte Vijko Hochstätter das Atelier, in dem das Heft entsteht.

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I love Shojo
iloveshojo.tokyopop.de/
Um seine Manga für Mädchen zu promoten, startet Tokyopop eine neue Initative unter dem Motto “I love Shojo”. Dazu gehören neben einem eigenen Blog bei Tumblr auch Accounts bei Facebook und Twitter sowie ein kostenloses Magazin, das im Buch- und Comichandel verteilt werden soll.

Image Publisher Eric Stephenson Emphasizes Direct Market Importance in ComicsPRO Speech
Comic Book Resources, Eric Stephenson
Der Wortlaut einer Rede, die Eric Stephenson, als “Publisher” einer der führenden Köpfe bei Image Comics, vor der Jahresversammlung des Verbands der US-Comichändler gehalten hat. Er betont die Wichtigkeit des “Direct Market”, also des klassischen Comicfachhandels und versucht die Händler zu ermutigen, mehr auf neue, originelle und innovative Stoffe zu setzen, als auf die immer wieder recycelten Superhelden und Franchises aus Film und Fernsehen: “We have trained the world to think of comics as ‚Marvel and DC superheroes.‘ And the world has stayed away. We need to fix that.” Neue Leser werde man nur mit neuen Inhalten erreichen. Als positive Beispiele nennt er natürlich Comics aus seinem Verlag, namentlich The Walking Dead und Saga. Eine besondere Spitze teilte Stephenson gegen Lizenzcomics aus, also Comics, in denen Figuren verwertet werden, die eigentlich aus Kino, Fernsehen oder Spielen stammen. Star Wars-, Transformers– oder G.I. Joe-Comics “will never be the real thing”, sondern nur ein Zusatzprodukt.

Dark Horse’s Mike Richardson And IDW’s Ted Adams Respond To Eric Stephenson’s ComicsPRO Speech
Bleeding Cool, Rich Johnston
Die entsprechenden Gegenstimmen ließen nicht lange auf sich warten. Auf Bleeding Cool antworten Mike Richardson von Dark Horse (wo 23 Jahre lang Star Wars-Comics erschienen, deren Lizenz in Kürze zu Marvel wechselt) und Ted Adams von IDW (die Transformers und viele andere Lizenzcomics produzieren). Interessant ist auch der Artikel When it comes to comics, what is ‘real’? bei Robot 6 von Corey Blake, der anmerkt, dass es ohne Lizenzcomics auch nie Donald-Duck-Geschichten von Carl Barks gegeben hätte.