Rezensionen

Helden ohne Skrupel 000 – Codename: Triple Zero

Cover Helden ohne Skrupel 000Mit der vorliegenden, jetzt aber wohl endgültig letzten Ausgabe der Helden ohne Skrupel ist dem Verein Finix Comics nichts weniger als eine kleine Sensationspublikation geglückt. Noch vor der bereits im Jahr 2003 von Carlsen vorgelegten Nummer 0 ist Album 000 anzusiedeln. Das mag kurios klingen, wird aber, wie sich bei der Lektüre zeigen wird, dem schöpferischen Prozess der Reihe gerecht. Das Besondere daran: Es handelt sich um einen eigens für den deutschen Markt (im besten Sinne) „zusammengeschusterten“ Comic, der von Finix mühsam digitalisiert, restauriert und (teilweise zum ersten Mal überhaupt) völlig neu koloriert wurde.

Das ursprünglich erste Abenteuer der drei Helden Mac, Tim und Tony wuirde Anfang der 80er im Spirou-Magazin abgedruckt. „Codename: Triple Zero“ beschreibt die Entlassung der drei aus dem Militärdienst und wie sie beschließen, ein Detektivbüro zu eröffnen. Noch nicht ganz so bissig und ausgereift wie spätere Geschichten der Serie, präsentiet sich die Erzählung vornehmlich als eine knubbelnasige Parodie im Stile von M.A.S.H.

Das macht umso mehr Sinn, wenn man sich verdeutlicht, aus welcher Idee heraus „Codename: Triple Zero“ geboren wurde: Yann und Conrad, seit den 70er Jahren ein aufstrebendes, aber umstrittenes Kreativduo, sollten für Spirou einen Ersatz für den Comichit Buck Danny liefern. Heraus kam der Luftwaffenheld Chuck Willys (zwei Testseiten zu dieser Schöpfung sind im vorleigenden Album abgedruckt), den die beiden eigenwilligen Künstler aber bereits im zweiten Panel der ersten richtigen Story von einem Jeep überfahren lassen. Stattdessen sind die uns wohl bekannten Helden ohne Skrupel die Stars von „Codename: Triple Zero“.

Seite aus Helden ohne Skrupel 000Für die ausführliche Erläuterung der Entstehung von Helden ohne Skrupel empfiehlt es sich aber dringend, einen Blick in das liebevoll gestaltete Werk von Finix zu riskieren. Das darin befindliche Zusatzmaterial erstreckt sich auf 15 Seiten und ist so aufschlussreich und spannend, dass es schwerfällt, bestimmte Themenpunkte hervorzuheben. Den groben Rahmen bildet Yann und Conrads gemeinsame Vergangenheit beim Spirou-Magazin, die in einem redaktionellen Text aufgearbeitet und von zahlreichen Illustrationen, Covern, Beispielseiten (u.a. die erwähnten Testseiten zu Chuck Willys) flankiert wird.

Besonders schön ist, dass man sich denkbar viel Mühe gegeben hat, die Eigenarten der beiden Künstler und ihrer provokanten Ideen und Zeichnungen zu umreißen und zu zeigen, wie und warum sie (auch vor den Helden ohne Skrupel) beim Herausgeber angeeckt sind. Überdies wird der Band ergänzt durch Skizzenmaterial und unveröffentlichte Seiten. Da bleiben wirklich keine Wünsche übrig. Die Nummer 000 der Reihe bildet einen mehr als würdigen Abschluss eines überdurchschnittlichen Semi-Funnys.

Dass Finix diesen Abschluss auch noch mit Zusatzmaterial ausgestattet und ihm durch Mitarbeiter Oriol Schreibweis mit einer neuen Kolorierung verfeinert hat, macht dieses Album zu einem Kleinod im Comicregal.

 

Wertung9 von 10 Punkten

Tolle Zusammenstellung rund um die ganz frühen Anfänge der Serie

 

Helden ohne Skrupel 000 – Codename: Triple Zero
Finix Comics, April 2011
Text: Yann
Zeichnungen: Didier Conrad
64 Seiten, farbig, Softcover
Preis: 12,80 Euro
ISBN: 978-3-941236-42-4
Leseprobe

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Abbildungen © der dt. Ausgabe: Finix Comics