Alles Wissenswerte zur Serie gibt es in diesem Artikel zu lesen.
Roomies! and It’s Walky! are © David Willis.
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Roomies! and It’s Walky! are © David Willis.
Da das Magazin erstmal mit einer einmaligen Erscheinungsweise geplant ist, haben wir uns im journalistischen Teil bewusst Themen angenommen, die eine höhere Halbwertszeit als einen Monat besitzen.
So präsentieren wir Interviews mit Ralph Ruthe und Dirk Rehm und geben einen Überblick über die Entwicklung in der US-Comicszene der letzten 20 Jahre und über Comicauszeichnungen, die national und international verliehen werden. Des weiteren erfahrt Ihr in einem ausführlichen Porträt mehr über Lewis Trondheim und wir präsentieren eine Comivorschau zu Argstein. Abgeschmeckt wird das Ganze mit einigen Comicempfehlungen und dem Röhrenden Hirschen …
Die Intention unseres 35-seitigen Comicteils ist es hauptsächlich, talentierten Newcomern eine Plattform zu geben. Darüberhinaus sind wir besonders stolz, auch Profis präsentieren zu dürfen.
So stellte uns Tony Moore (u.a. The Walking Dead) einen exklusiven Kurzcomic zur Verfügung, den ein Freund von ihm übersetzte und der direkt auf Deutsch gelettert wurde. Auch Michael Vogt und Arnd Böhm sind keine Neulinge in der Illustrationsbranche. Michael zeichnete einen klassischen Einseiter mit seinem typisch abgedrehten Humor für uns, während Arnd einen schicken sechsseitigen Piratencomic beisteuerte und auch das Cover unseres Magazins anfertigte.
Weiterhin wirken mit: Anna-Maria Jung und Johnny Speer, Beni Merk, Marco Eichler, Jürgen Wurst, Lapinot und Thomas Schreurs.
Damit Ihr einen Eindruck von dem Magazin erhalten könnt, servieren wir Euch weiter unten einige Seiten als Leseprobe.
Und einige Lesermeinungen und Erwähnungen im Netz findet Ihr am Ende dieses Artikels.
Ihr könnt das Magazin direkt bei uns bestellen (per Überweisung: 5,- Euro + 1,- Porto und Verpackung innerhalb Deutschlands bzw. + 2,50 Euro ins Ausland; die Kontodaten schicken wir nach der Bestellung zu) oder aber im Freibeutershop, dem Comichändler für Independentcomics, erwerben.
Online sind sie nun ebenfalls bei City Comics (Direktlink), Hummelcomic, bei der Sammlerecke (Direktlink zum Magazin) und Modern Graphics (Direktlink) erhältlich!
Außerdem liegen einige Exemplare in folgenden Städten zum Verkauf aus:
Berlin, Grober Unfug (Zossener Straße 32 – 33) und Modern Graphics (Oranienstraße 22),
Darmstadt, Comic Cosmos (Rheinstraße 22),
Freiburg, X für U (Franziskanerstraße 9),
Hagen, Comic-Zentrum (Graf-von-Galen-Ring 39),
Hamburg, Hummelcomic (Warnstedtstr. 12 B) und Comic Room Hamburg (Güntherstr. 94),
Hannover, Comix (Goseriede 10),
Koblenz, Sammlerecke (Hohenzollernstraße 40; Nähe Hauptbahnhof),
Leipzig, City Comics (Nürnberger Straße 3),
München, Comic Company (Fraunhoferstraße 21),
Nürnberg, Ultra Comix (Rothenburgerstraße 9) und
Zürich, Buchhandlung Orell Füssli (Kramhof, Füsslistrasse 4).
Wir haben bei weiteren Händlern angefragt und aktualisieren dann hier gegebenenfalls die Liste.
Wenn Ihr selber Händler seid und Interesse an unserem Magazin habt, dann meldet Euch bitte unter kontakt (at) comicgate.de Wir freuen uns über jede weitere Auslegemöglichkeit!
Bestellformular:
{FacileForms : Bestellung_CGMag_1, 1 , 0}
Leseprobe:
Legen wir los mit einer Seite von Wurst:
Hier eine Seite aus Arnd Böhms sechsseitigem Comic (von Arnd stammt auch das Cover):
Unser „berühmtester“ Zeichner ist Tony Moore, der mit dem Zombie-Comic The Walking Dead (dt.bei Cross Cult) seinen Einstand im deutschsprachigen Raum gab. Hier die erste Seite aus einem von ihm illustrierten fünfseitigen Westernhorrorcomic (ist trotz englischen Titels auf Deutsch). Außerdem zeigen wir Euch die erste von sechs Seiten von Björn Wederhakes Übersichtsartikel zu den letzten 20 Jahren auf dem US-Comicmarkt:
Im Rahmen des Specials zum Comicgate-Magazin auf Splashcomics wird dort unter „Leseproben“ u.a. exklusiv die erste Seite des Interviews mit Ralph Ruthe gezeigt.
Von Comicgate- und INKplosion-Mitarbeiter Johnny Speer stammt die siebenseitige Geschichte „Der Egel“, die die Österreicherin Anna-Maria Jung illustrierte. Die erste Seite zeigen wir hier. Außerdem geben wir einen Blick auf das ebenfalls siebenseitige Interview mit Reprodukt-Verleger Dirk Rehm frei:
Die erste Seite aus Marco Eichlers vierseitigem Beitrag „Elissae“.
Auch unsere Schweizer Nachbarn sind im Magazin vertreten. Cassandra (Idee) und Beni Merk (Umsetzung) steuern fünf melancholische Seiten bei. Hier der Anfang:
Fragen und Feedback können gerne im entsprechenden Thread in unserem Forum oder unter kontakt (at) comicgate.de gestellt bzw. gegeben werden.
Wir sind gespannt!
beim BLITZ!-Stadtmagazin (von CS Linientreu): „[…] Ohne Lobhudelei ist mit diesem Magazin das Beste gelungen, was immer im Sektor Comic-Sekündär-Journal versucht wurde! Eins plus! […]“
bei Jackpot Baby : „ […] Seit mittlerweile sechs Jahren im Netz, ist Comicgate die für meinen Geschmack beste deutschsprachige Online-Publikation zum Thema Comics wo gibt. Da das Medium Comic aber, trotz stetig steigender Anzahl von Web-Only-Comics, geradezu nach Papier schreit; es immernoch der feuchte Traum eines jeden Zeichners ist, seine Werke in Druckform zu sehen, es den Autoren von Sekundärliteratur komischerweise ähnlich geht; fassten die Comicgate-Macher im vergangenen Jahr den Plan, zum diesjährigen Comicsalon mit einem einmaligen Printmagazin an den Stand zu gehen. Und es hat geklappt. […]“
beim Zürcher Oberländer (von David Kilchör): „ […] Das Comicgate-Magazin ist eines jener Produkte, die allein schon wegen der dahintersteckenden Leidenschaft Kult-Status verdient hätten. […]“ (komplette Besprechung)
bei der Comic Radio Show: „ […] Alles echt ordentlich und ich werd's bestimmt (wenn auch nicht alles) lesen! Letztendlich bin ich ja nur neidisch, das wir von der CRS solche tollen Magazine nicht auf die Beine stellen konnten. […]“
bei GCOMIC als eines der Comichighlights vom Comic-Salon 2006: „ […] Kaufpflicht! […]“
beim filmtagebuch
bei madmag.de
“Sehr schön geworden. Gerne mehr davon. […] Wenn ihr mal weiteren bis kompletten web-Inhalt in Print übertragt, habt ihr in mir einen dankbaren Abnehmer.“
„habs jetzt auch durch und finde das mag fantastisch, das ende der piratenstory klasse!!!“
„Ich finde das Heft sehr gelungen. Insgesamt sind es interessante Artikel und schöne Comics. […] Ich würde weitere Ausgaben auch kaufen.“
„Auch von mir ein großes Lob, habs heute bekommen und gleich mal ein paar Artikel gelesen. Wirklich klasse, ist eigentlich von allem was dabei. Hoffentlich gibt bald eine zweite Ausgabe mit noch einer Piratengeschichte. 🙂 „
„Die Piratenstory ist mit Moores Beitrag das coolste im Mag, besonders das Ende der Piratenstory ist soooooooo geil!“
„Hat echt Spaß gemacht zu lesen.“
„Die Comics habe ich bereits komplett durch, und sie gefallen mir alle ausgezeichnet. Ich könnte gar nicht genau sagen, welcher mir am besten gefällt, da die Stilrichtungen und Thematiken ja ziemlich verschieden sind und jeder in seinem Bereich ziemlich gut. Und genau diese Mischung finde ich persönlich echt klasse. […] Ich hoffe auf jeden Fall, dass das Comicgate Magazin Nr. 1 für Euch ein Erfolg wird und dass Ihr soviel Freude daran hattet/habt, dass es auch zu einer Nr. 2 kommt. Mich hättet Ihr als Käufer auf jeden Fall sicher.“
„[…] Dazu wollte ich nur schnell ganz herzlich gratulieren. Ich finde, immer wenn ein Internetprojekt es schafft, das Netz zu verlassen und auch außerhalb der Netzwelt irgendwie Erfolg hat – wenn man es also in den Händen halten kann -, dann zeigt das eindeutig die Qualität und das Engagement in diesem Projekt. In dem Sinne: HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH!“
„[…] Und ganz viel Erfolg mit eurem Traum. Unsere kleine Comicwelt lebt doch noch. Und das ist gut so!“
„Wow, ich verfolge Comicgate seit der Gründung damals und dass es jetzt ein dazugehöriges Magazin geben wird, finde ich großartig! Viel Glück damit!“
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Roomies! and It’s Walky! are © David Willis.
Das Sonderheft vom gewohnten Astro-City-Team Kurt Busiek (Autor), Brent Anderson (Zeichner) und Alex Ross (Cover) überbrückt die Wartezeit bis zur fünften Ausgabe von Astro City: The Dark Age. Im Mittelpunkt, wie der Titel vermuten lässt, steht Astro Citys Superman-Analog Samaritan und ferner dessen Erzgegner Infidel.
Zu erwarten ist der für die Serie übliche Mix aus bodenständiger Charakterisierung, überzeugenden Dialogen und natürlich Busieks goldenem Händchen dafür, Superhelden und ihre Fähigkeiten als die wundersamen Phänomene darzustellen, als die sie mal gedacht waren, bevor bei dem Gros ihrer Schöpfer und Autoren die Routine einsetzte.
THE BLACK PLAGUE (One-Shot)
Boom! Studios | 32 Seiten | farbig | $ 3.99 | APR06 3023
Muss man sich um Joe Casey Sorgen machen? Okay, seine kühne (und sich eher schleppend verkaufende) post-retro-Serie Gødland geht wohl als Experiment durch, aber ansonsten scheint Casey sich mit seinen momentanen Projekten G.I. Joe, Iron Man: The Inevitable und Fantastic Four: First Family eher ein bisschen den schöpferischen Bierbauch zu pinseln.
Auch das Konzept des Einzelhefts The Black Plague, das ursprünglich eine Generalüberholung des obskuren Marvel-Bösewichts Shroud werden sollte, hört sich nicht gerade revolutionär an: In der Tradition von Mark Waids Empire und Mark Millars Wanted werden in der Story die Irrungen und Wirrungen einer Gemeinde von Super-Ganoven beleuchtet, und zwar aus der Sicht des Titelschurken Black Plague.
Qualitative Vorbehalte erübrigen sich bei Casey zwar meistens und vielleicht kriegt die Geschichte ja doch noch den gewissen Drall, den sie brauchen wird, um vom üblichen Trampelpfad wegzueiern. Jedenfalls wär’s schade, wenn der Schöpfer progressiven Materials wie Wildcats Version 3.0, Automatic Kafka oder The Intimates seinen Pioniergeist nach einer Reihe von kommerziellen Bauchlandungen eingebüßt hätte. Von diesem speziellen Blickwinkel mal abgesehen sollte The Black Plague aber beste Unterhaltung bieten.
Gezeichnet wird das Heft von der Newcomerin Julia Bacellar, die Cover-Illustrationen stammen von Dave Johnson oder – für alle, die für die „Previews-Exclusive“-Version etwas tiefer in die Tasche greifen wollen – Mike Mayhew. Kurze Artikel zu The Black Plague gibt’s hier und hier zu lesen.
CASANOVA #1
Image Comics | 32 Seiten | farbig | $ 1.99 | APR06 1763
Geschüttelt, nicht gerührt, wird ab Juni Casanova serviert, eine neue Reihe von Matt Fraction und Gabriel Bá. Letztes Mal war Fraction mit seiner Graphic Novel Five Fists of Science in dieser Kolumne vertreten, und Casanova verspricht, nicht minder interessant zu werden. Wenn der Klapper-Artikel bei Newsarama und die Previews-Beschreibung des monatlichen Science-Fiction-/Spionage-Thrillers um Geheimagent wider Willen Casanova Quinn unvermittelt die Stichworte ‚Fleming,‘ ‚Steranko,‘ ‚Bond‚ und ‚Fury‚ wie Leuchtbojen im Hirn des Lesers aufflackern lassen, dann ist das wohl kein Unfall. Akronymfetischisten dürfen sich schon mal auf die rivalisierenden Superspionage-Organisationen E.M.P.I.R.E. und W.A.S.T.E. freuen (mit U.N.C.L.E., S.H.I.E.L.D. oder G.Z.S.Z. bestimmt weder verwandt noch verschwägert).
Neben dem im US-Comic-Mainstream einzigartigen Konzept klingt auch das Format von Casanova zu gut, um sich die Serie entgehen zu lassen: Die erste Ausgabe bietet für schlappe 1,99 Ami-Taler 32 farbige Comicseiten. Danach geht’s dann im Fell-Format weiter: Jede weitere Ausgabe beinhaltet für $ 1.99 ein in sich geschlossenes Kapitel auf 16 Seiten plus acht Seiten „Bonusmaterial“.
Wenn Ihr im Juni nur einen US-Comic kauft, dann sollte das Casanova #1 sein.
THE COMICS: AN ILLUSTRATED HISTORY OF COMIC STRIP ART (Paperback) Dark Horse Comics | 296 Seiten | farbig | $ 24.95 | APR06 0047
Dieses Werk (kein Comic!) erschien erstmals in den Siebzigern und kommt jetzt als überarbeitete und erweiterte Version neu heraus. Autor ist kein geringerer als Jerry Robinson, der in der Gründerzeit der amerikanischen Comicbranche im Studio von Batman-Schöpfer Bob Kane arbeitete und sich u.a. die Ur-Version des Jokers ausdachte.
The Comics will einen breit gefächerten Überblick über die Geschichte des Mediums Comic bieten und dabei von den vielzitierten Höhlenmalereien über Superman und die Peanuts bis hin zu Calvin & Hobbes und den Mutts alles abdecken, was Rang und Namen hat. Der Band ist sicher nicht nur für völlig Unbewanderte einen Blick wert.
DCU: BRAVE NEW WORLD
DC Comics | 80 Seiten | farbig | $ 1.00 | APR06 0209
200.000 verkaufte Exemplare lügen nicht, deshalb kommt es nicht als Überraschung, dass DC anno 2006 eine Neuauflage ihres Countdown-Teasers aus dem letzten Jahr bringen. Den nachfolgenden Serien hat’s ja schließlich scheinbar auch nicht geschadet. In Brave New World werden sodann im Juni sechs neue Titel auf insgesamt 80 Seiten eingeführt: Martian Manhunter von A.J. Lieberman und Al Barrionuevo, OMAC von Bruce Jones und Renato Guedes, Uncle Sam and the Freedom Fighters von Justin Gray, Jimmy Palmiotti und Daniel Acuña, The Creeper von Steve Niles und Justiniano, The All-New Atom von Gail Simone und John Byrne und zu guter letzt The Trials of SHAZAM! von Judd Winick und Howard Porter.
Das Pamphlet wird sicher seine Käufer finden; mich interessieren die in dem Heft angerissenen Serien ungefähr so viel wie der berühmte umgefallene Sack Reis in China, von daher werde ich mir heute abend von dem Geld getrost ein zünft’ges Glas Kuhmilch bestellen können, ohne deshalb ein schlechtes Gewissen befürchten zu müssen.
ETERNALS #1 (von 6)
Marvel Comics | 48 Seiten | farbig | $ 3.99 | APR06 2022
Neil Gaiman schaut wieder mal bei Marvel vorbei, um dem Verlag nach Marvel 1602 einen weiteren Bestseller zu liefern. Während es an den Verkaufszahlen von Marvel 1602 nicht das Geringste zu nörgeln gab, kam die Miniserie als Lektüre eher enttäuschend daher. Zwar hatte sie ein, zwei interessante Wendungen auf Lager und war perfekt konstruiert, aber knisternde Spannung oder Inspirationsregenbögen sucht man darin vergeblich.
Gaimans Eternals sollte zumindest mit dem Knistern keine Probleme haben. Erstens handelt es sich dabei um die Neuauflage einer der gigabombastischen Space-Opern um kosmische Gott-Superhelden, die Jack Kirby in den Siebzigern schuf (siehe auch New Gods für DC Comics); und zweitens wird Gaimans Skript diesmal nicht von dem zarten Strich Andy Kuberts Gestalt verliehen, sondern von John Romita Jr., dessen ästhetisch-brachiale Hand wohl wie keine andere dazu prädestiniert ist, die typischen, energetischen „Kirby-Crackles“ ins 21. Jahrhundert zu transportieren.
Müssen wir uns also bloß noch um Spannung und Inspiration sorgen, aber vielleicht klappt’s ja diesmal. Man verstehe mich nicht falsch: Wenn Gaiman gut ist, dann ist er richtig gut. Aber bevor es dafür in diesem Fall berechtigte Anzeichen gibt, empfehle ich dem geneigten Leser erstmal Sachen wie Gødland oder Vimanarama.
Die hier verwendete, schicke Cover-Illustration von John Romita Jr. ist übrigens bloß eine ströngstens limitierte Variante, für deren Erwerb Händler vermutlich 50.000 Exemplare von Street Poet Ray bei Mondenschein im Kopfstand bestellen müssen, während sie das Offizielle Handbuch des Marvel-Universums rückwärts jodeln. Die strafgebührenfrei erhältliche Otto-Normal-Version stammt von einem anderen Künstler und sieht damit verglichen eher misslungen aus. Pech auch.
FANTASTIC FOUR/IRON MAN: BIG IN JAPAN (Paperback)
Marvel Comics | 120 Seiten | farbig | $ 12.99 | APR06 2094
In diesem Sammelband müssen die Fantastic Four und Iron Man einer Massenpanik in Tokio Herr werden, die irgendwas mit einer Horde von Marvel-Monstern aus den 50er Jahren zu tun haben soll. Hört sich nicht spektakulär an, aber das Team von Autor Zeb Wells und Künstler Seth Fisher ist hier Kaufgrund genug. Wells, dessen frischer, humorvoller und auf glaubhafte Figuren und Handlung bedachter Schreibstil etwa an Kurt Busiek, Peter David oder Dan Slott erinnert, hat bisher mit diversen Spider-Man-Projekten und der kürzlich bitter gefloppten Miniserie New Warriors gute Kritiken eingeheimst. Fishers Zeichnungen währenddessen würden wohl selbst das Telefonbuch von Castrop-Rauxel in eine atemberaubende Lektüre verwandeln. Außer der Miniserie Big in Japan enthält der Band noch eine von Fisher illustrierte Kurzgeschichte (geschrieben von Newcomer Joe Hill), die ursprünglich in Spider-Man Unlimited #8 erschienen war.
Für Seth Fisher (hier seine Website) selbst erscheint der Big-in-Japan-Sammelband übrigens leider posthum. Der 33-jährige Amerikaner, dessen Arbeit an DCs Flash: Time Flies und Vertigo Pop: Tokyo in einer Eisner-Nominierung resultierte, verstarb am 30. Januar 2006, als er sieben Stockwerke tief vom Dach eines Clubs in Osaka stürzte.
FEAR AGENT, VOL. 1: RE-IGNITION (Paperback)
Image Comics | 96 Seiten | farbig | $ 9.99 | APR06 1774
Auf alte Sciencie-Fiction-Tugenden wollen sich Autor Rick Remender (Sea of Red) und Zeichner Tony Moore (The Walking Dead) mit Fear Agent besinnen. Statt des ganz furchtbar prätentiösen, verkopften Kinderquatschs, den brustkahle Oberspacken wie Asimov oder Clarke verzapfen, bietet Fear Agent dem Leser, was er wirklich sehen will: wilde Space-Affenmenschen, schleimige Space-Tentakelonster und von oben bis unten verklumt-verschifferte Space-Girls.
Okay, ganz so drastisch sieht das glücklicherweise nicht aus und die Herren Remender und Moore scheinen sich auch des Stellenwerts ihres Materials bewusst zu sein (…ich geh‘ jedenfalls mal davon aus, dass die Ansage der Previews-Beschreibung, der Output der seligen EC Comics sei „das Maß aller Dinge in Sachen sequentieller Erzählkunst“ mit einem Augenzwinkern gemeint ist!). Auf den ersten Blick scheint Fear Agent, welches sich um den intergalaktischen Kammerjäger Heath Huston dreht, der sich mit seinen Fäusten, Jack Daniel’s, einem nervenden Bordcomputer und allerlei schwerem Gerät gegen Bezahlung jeder kosmischen Kakerlake in den Weg stellt, eine unbeschwerte, gewollt trashige, aber deshalb nicht minder lesenswerte Angelegenheit zu sein.
Freunde von Flash Gordon, Buck Rogers oder Captain Kirk sowie all diejenigen, die der Frage des Dönermanns nach Extra-Schärfe mit zornig funkelndem Auge und ohne auch nur eine Sekunde zu zögern ein schon fast beleidigtes “Klar!“ entgegenschleudern, sollten den Einstiegsband vielleicht mal antesten.
LOVE THE WAY YOU LOVE #1
Oni Press | 64 Seiten | schwarzweiß | $ 5.95 | APR06 3293
Eine Rockband, Liebe auf den ersten Blick und ein schleimiger Musikproduzent (aber wohl – im Gegensatz zu den Schleimbeuteln im eben verarzteten Fear Agent – ohne Tentakel) man ahnt schon, worum’s in Love the Way You Love von Jamie S. Rich und Marc Ellerby geht. Die Hauptfigur ist der junge Tristan, Sänger in einer Band, der schwer mit Liebeskummer zu kämpfen hat, als er bei einem Konzert Isobel sieht… und, potzblitz!, sich in sie verliebt! Die holde Isolde wiederum findet ihn auch ganz putzig, ist aber mit dem erwähnten, tentakellosen Musikproduzenten verlobt, der in dem Erfolg von Tristans Band seine Treppe in den Karrierehimmel sieht. Es folgen der verplematischen Problikationen viele. Tristan! Isolde! Herzschmerz! Plot ist nichts, Ausführung ist alles. Interviews mit Rich könnt Ihr Euch hier und hier reintun.
SLOTH (Graphic Novel/Hardcover)
DC Comics/Vertigo | 128 Seiten | schwarzweiß | $ 19.99 | APR06 0283
Nun aber mal was ganz anderes: Der Teenager Miguel Serra zwingt sich selbst durch schiere Willenskraft in ein spontanes Koma und wacht ein Jahr später wieder auf, einfach mal so. Dadurch wird Miguel, der fortan ein büüüsschen laaangsaaam ist (“sloth“ = Faultier), zu einer Art lebender Legende stilisiert.
Sloth, geschrieben und gezeichnet von Gilbert Hernandez (Love & Rockets), will „surrealistisch-romantisches Drama“ sein, welches durch seinen innovativen Einsatz von Licht & Schatten neue Standards im Bereich der Erzählkunst setzt; im Anzeigentext wird gar Synapsenschlächter David Lynch als Einfluß angegeben. Zum Glück sollen aber auch ein verwunschenes Zitronengärtchen, ein mysteröser Ziegenmann und Mord (Mocht!) vorkommen. Puh, nochmal Schwein gehabt.
Außerdem muss man ein Buch, welches mit Termini wie „teenage wasteland“ oder „rock-and-roll suicide“ beworben wird, einfach kaufen, egal was drinsteht.
TESTAMENT, VOL. 1: AKEDAH (Paperback)
DC Comics/Vertigo | 128 Seiten | farbig | $ 9.99 | APR06 0296
Cyberpunk-, Medien- und Populärkultur-Guru Douglas Rushkoff und Künstler Liam Sharp (Event Horizon) haben mit Testament eine äußerst attraktive neue Vertigo-Serie geschaffen. Die Handlung spielt in einer dystopischen Zukunft und läßt sich grob als eine Mischung aus Grant Morrisons The Invisibles und Gottes Bibel beschreiben und folgt einer Gruppe von Rebellen gegen eine bestehende Ordnung, die von Kapitalismus und, ach ja, religiösem Fanatismus diktiert wird.
Im Gegensatz zu 99% seiner Zeitgenossen zeichnet sich Rushkoff dadurch aus, dass er was Relevantes zu sagen hat und auch nicht davor zurückschreckt, dies in Testament zu tun, wenn man mal seinen Wikipedia-Eintrag und dieses unterhaltsame Newsarama-Interview als Maßstab nimmt. (Hier gibt’s außerdem noch ein .mp3-Interview zum Runterladen.) Neben DMZ ist Testament so ziemlich das Interessanteste, was man bei DC derzeit an Neuem so zu bieten hat.
UMBRA #1 (von 3)
Image Comics | 52 Seiten | schwarzweiß | $ 5.99 | APR06 1767
Die Protagonistin von Umbra scheint der Figur von Dana Scully aus Akte X auf den ersten Blick nicht ganz unähnlich zu sein: Junge Gerichtsmedizinerin, frisch von der Akademie, wird mit ihrem ersten großen und gleich reichlich schrägen Fall konfrontiert. Okay, um fair zu sein, die gute Frau ist auch Kettenraucherin und hat Augenringe bis nach Mexiko und wieder zurück, was eher an die ein oder andere Warren-Ellis-Figur erinnert. Darüberhinaus leidet Askja Thorasdottir (Danke, aber so heißt die Dame) auch noch unter Angstzuständen. Aber auch vom Plot her drängen sich Parallelen mit Akte X auf, denn der Fall besteht aus dem Fund eines „sehr seltsamen Skeletts.“
Interessant wird Umbra dadurch, dass die Story in Island spielt, also eine gänzlich andere Atmosphäre und Umgebung erfordert, als man sie von US-Krimis gewohnt ist. Ob ich Autor Steve Murphy das zutraue, kann ich leider nicht sagen, weil ich mit seiner Arbeit (u.a. Tales of the Teenage Mutant Ninja Turtles) nicht vertraut bin, aber die Beteiligung von Zeichner Mike Hawthorne (Queen & Country) deutet schon mal darauf hin, dass Umbra eine solide Sache wird. Hier findet sich noch ein Interview mit den Autoren.
Übrigens: die meisten der hier vorgestellten Comics können u.a. bei dem Berliner Händler Black Dog (vor-)bestellt werden.
Der Bücher-Wurm: Weitere US-Comics im Juni
+++B.P.R.D.: THE BLACK FLAME, von Mike Mignola, John Arcudi und Guy Davis (Paperback, Dark Horse)+++CONTINUITY, von Jason McNamara und Tony Talbert (Graphic Novel, AiT/PlanetLar)+++THE DROWNERS, von Nabiel Kanan (Paperback, Image)+++DRAWN & QUARTERLY, VOL. 5, von Dupuy & Berberian, Michel Rabagliati, et al. (Paperback, Drawn & Quarterly)+++ETERNALS, von Jack Kirby (Hardcover, Marvel)+++FLIGHT, VOL. 3, von Becky Cloonan, Bill Plympton, et al. (Paperback, Ballantine)+++THE RED DIARIES, von Gary Reed, Laurence Campbell, et al. (Paperback, Image)+++REVELATIONS, von Paul Jenkins und Humberto Ramos (Paperback, Dark Horse)+++SEVEN SOLDIERS OF VICTORY, VOL. 4, von Grant Morrison, Doug Mahnke, et al. (Paperback, DC)+++SHE-HULK, VOL. 3: TIME TRIALS, von Dan Slott, Juan Bobillo, et al. (Paperback, Marvel)+++STREET ANGEL, VOL. 1, von Jim Rugg und Brian Maruca (Paperback, Amaze In/Slave Labor)+++WALLY’S WORLD, von Steve Starger und J. David Spurlock (Paperback, Vanguard)+++
Anregungen, Lob oder Kritik sind wie immer herzlich willkommen. Schaut einfach im Forum vorbei oder schickt eine E-Mail.
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Roomies! and It’s Walky! are © David Willis.
Manu Larcenet hat mit den bis jetzt zwei bei Reprodukt erschienenen Bänden von „Der alltägliche Kampf“ wahrhaftig Eindruck geschunden.
Mit seinem neuen Album probiert er sich anstatt an den Alltagssorgen seiner erfundenen Figur Marco an der realen Person Sigmund Freuds. Allerdings nicht in Form einer Biografie, sondern als einen ältereren Herrn, der gelangweilt ist von den Problemchen seiner Wiener Kundinnen und sich deswegen in den Wilden Western aufmacht, um interessantere Fälle aufzutun.
Begleitet wird das enthusiastische Männchen von seinem missmutigen Diener Igor, der nicht gerade zufrieden mit seiner Arbeitssituation ist, seinen Herrn aber zum Glück trotzdem immer wieder aus brenzligen Situationen rettet – in die sich Freud meistens selber hineingebracht hat.
Nach einigen vergeblichen Versuchen Einheimische zu analysieren – die dummerweise nicht die erhofften Probleme haben -, ist der Psychoanalytiker schon kurz davor aufzugeben. Keiner will irgendwelche Probleme mit der Mutter gehabt haben! Und wenn, dann sind ihm diese Leute zu gefährlich.
Da läuft den beiden ein flüchtiger Bandit vor den Esel und das Fahrrad und will die beiden berauben. Igor kann die Situation entschärfen. Zu ihrer Überraschung entpuppt sich der Gauner als ein Hund…
Ein sprechender Hund?! Freud ist begeistert und sieht sich schon als nächsten Nobelpreisträger. Er arrangiert ein Tauschgeschäft: sie übergeben Spot nicht dem Sheriff, dafür dürfen sie den geknechteten Hund ausfragen und ihn auf der Suche nach seiner Seele begleiten. Ihm wurde nämlich bei der Zwangsarbeit von einem Priester eingeredet, dass alle Hunde seelenlos und sie deswegen im Gefängnis gelandet seien. Verzweifelt klammert Spot sich nun an die Legende, dass ein bestimmter Schamane im Süden Seelen vergeben könne…
Zugegebenermaßen fühle ich mich bei schwammigen
Seelensuchaktionen immer an Buffy erinnert… Aber egal, um Begriffsdefinitionen geht es hier nicht.
Larcenet setzt dem Leser eine von außen betrachtet recht wilde Mischung vor: Sigmund Freud samt Assistent Igor im Wilden Westen, sprechende versklavte Hunde – mitunter auf der Suche nach ihrer Seele -, ein kleiner Wanderschamane, der an die große Spinnenmutter glaubt, und noch einiges mehr.
In sich ist aber alles stimmig.
Der staubtrockene Igor und Freud sind ein herrliches Gespann, das sich ständig kabbelt. Freud wird als ein teils abgeklärter, teils naiver passionierter Analytiker dargestellt, der anscheinend selber mächtige Probleme mit seiner eigenen Mutter hatte, wie sich in einem unfreiwilligen Rausch herausstellt. Dabei wird er aber von Larcenet nie dem Spott preisgegeben, sondern liebevoll in Szene gesetzt als jemand, der genau so viel oder wenig Probleme hat wie seine Mitmenschen.
Als Kontrast zu dieser sehr heiteren Stimmung wird eine melancholische Fabel erzählt, bei der sich Larcenet traut, am Ende nicht alles in rosaroten Wölkchen verpuffen zu lassen.
Dirk Rehms lockeres Handlettering vervollständigt den lebendigen Eindruck, der durch die recht einfachen, aber emotionsreichen und sympathischen Zeichnungen geschaffen wird.
Eine wunderbar poetische Erzählung, gut ausbalanciert mit jeder Menge Situationskomik, ausgeschmückt mit schönen Details und einem hervorragenden Gespür für das Zwischenmenschliche.
Die wundersamen Abenteuer von Sigmund Freud – Hundejahre
Text und Zeichnungen: Manu Larcenet
Reprodukt (fünfseitige Leseprobe)
48 Seiten, Softcover, Großformat, komplett farbig; 12,- Euro
ISBN: 393851129X

Bildquellen: reprodukt.com
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Roomies! and It’s Walky! are © David Willis.