Mind the Gap

MTG Folge 6: Previews 08/2004

DARK HORSE:
Nach dem Erfolg der neuen „Conan“-Serie nutzt man bei Dark Horse die Gunst der Stunde und veröffentlicht mit Conan and the Daughters of Midora einen gelungenen One Shot. Obwohl es sich nur um die übliche Conangeschichte handelt – Zauberer erführt hübsche Prinzessin, Conan befreit sie in einer blutigen Schlacht – ist die Kunst von Mark Texeira (“Black Panther“) ein Grund, sich den Comic trotzdem zu besorgen. Jimmy Palmiotti (“The Pro“) liefert zu diesem Spektakel die Worte.

Kann mir einer von Euch zufällig 100$ leihen? Denn sonst könnte ich mir leider nur die billige Version des Hellboy Talking Board leisten. Die Schwingungen meiner Gedanken würden sich auf einem Brett mit Presspappe drauf nicht wohl fühlen. Ich spüre schon, wie sich meine Hände auf der Tastatur bewegen: K – A – U – F – E – N !

DC COMICS:
Jetzt ist auch DC in das Manga-Geschäft eingestiegen. Etwas spät, wenn man den Spezialisten des „Comics Journal“ glauben schenken möchte, die dem Manga schon den Niedergang prophezeit haben. Mal sehen, ob sich die japanischen Zeichnungen länger halten als das Variant Cover. CMX soll wohl auch Comic heißen.

Endlich hat man sich entschieden, ein paar lose Enden zusammenzuführen. Die Geschichte des grünsten Helden im DC-Universe findet eine Zusammenfassung. Hat Hal Jordan es satt, der Spectre zu sein, und wie sehen das Kyle Rayner, Guy Gardner und die anderen Ringträger? Zu sehen im neuen Green Lantern: Rebirth #1 von Geoff Johns (“The Flash“) und Ethan van Sciver (“New X-Men“).

What if DC…? Was würde passieren, wenn man verschiedene Künstler auf ihre Lieblingscharaktere los lassen würde? Eigentlich eine tolle Idee. Aber wäre es nicht die beste Möglichkeit, neuen Talenten eine Chance zu geben? Müssen es denn wirklich gleich Tim Sale und Jeph Loeb (“Catwoman: When in Rome“) sein? Solo #1 wäre bestimmt auch ohne große Namen in der Lage, sich selbst zu etablieren.

Wenn man es nicht schafft, Steve Niles zu bekommen, kann man sich nur einen anderen Spezialisten holen: George Romero. Der Macher von „Dawn of the Dead“ schreibt Toe Tags #1 und zeigt so die kleinen Probleme, die man hat, wenn die Welt von Zombies bevölkert ist.

Schaut Euch bitte unbedingt die neuen Titel bei Humanoids Publishing auf den Seiten 96-97 an. Selbst die kurzen Vorstellungen sind besser geschrieben, als ich es je zustande gebracht hätte. Die Namen allein sollten es ausmachen: Milo Manara, Alexandro Jodorowsky, Juan Gimenez und Mark Millar.

IMAGE:
Mit Houdini: The man from beyond GN steigt man nun auch bei Image auf die Graphic Novel um. Zum Jubiläum des Todestages des großen Entfesselungskünstlers Houdini erfindet Brian Haberlin eine Geschichte mit Charakteren wie Sir Arthur Conan Doyle, Aleister Crowley und Charles Lindbergh.

In einer postapokalyptischen Welt sind drei Teenager auf der Suche nach ihrer Menschlichkeit. Da hat sich Autor Derek Watson ein Setting zurechtgelegt, das selbst den Regisseur von „Twelve Monkeys“ verblüfft hätte. In diesem Wonderland GN tobt sich Kit Wallis, dessen Zeichnungen es erst richtig interessant machen, künstlerisch aus.

TOP COW:
Da hat J. Michael Straczynski mal wieder auf seinen Kalender geschaut und festgestellt, dass in Amerika ja bald wieder Wahlen sind. Dabei scheint ihm entgangen zu sein, dass seine Leser schon etwas länger auf den neuesten Teil von Rising Stars warten. Na ja, jetzt sind sie ja wieder da und wählen gleich auch noch einen von ihnen zum neuen Präsidenten.

MARVEL:
Happy Birthday, Wolverine. Der Mann, dessen wirkliches Alter wir wohl nie erfahren werden – außer, es würde die Verkaufszahlen von Marvel steigern – wird 30. Deshalb tritt er jetzt in jedem Marveltitel auf. Das war wohl etwas übertrieben, doch die Cover versprechen mysteriöse Geheimnisse und neue Charaktere.

Der Geburtstag von Wolverine fällt zufällig auf den selben Monat, in dem sich das Künstlerteam Roy Thomas und Dick Giordano sich zur vorerst letzten Ausgabe von Stoker’s Dracula zusammengetan haben. Um diese unfertige Adaption von Bram Stoker’s Dracula zu vollenden, haben sich die beiden Künstler wieder zusammen gefunden.

INDEPENDENT PUBLISHERS:
Was geht in dem Hirn von Mike Allred (“Madman“) wirklich vor? Kann sich ein Comiczeichner wirklich das gesamte Buch der Mormonen vornehmen? In den ersten Band von The Golden Plates #1 (AAA Pop Comics) hat Allred vor allem archäologische und historische Anekdoten eingebaut, um die Geschichte interessant sowohl für Insider als auch für Neulinge zu machen.

Mir ist verboten worden, Witze über Michael Turner und all seine Comics zu machen. Deshalb nutze ich diese Gelegenheit, zu sagen, dass mich Michael Turner schon ganz schön beeindruckt hat. Nach dem Krebs wieder so ins Comicgeschäft zu kommen… Respekt! Dennoch muss man bei den zwei verschiedenen Serien von Aspen Comics sagen, dass er nur eine davon zeichnet: Soulfire #3.

Burlyman Entertainment heißt die Firma der Wachowski-Brüder. Und deshalb schreiben dort auch nur die Macher von „The Matrix“ ihre Comics. Von den Schöpfern von Doc Frankenstein ist nur noch Zeichner Steve Skroce geblieben. Zusammen gehen die vier auf eine Tour de Force durch eine monsterverseuchte Welt.

Leider habe ich jetzt keine Lust, die vertrackten Storylines der neuen Aftermath-Comics bei Devil’s Due zu beschreiben, dennoch kann ich mit Bestimmtheit sagen, dass man sich dort um Verstärkung gekümmert hat. Die Namen sprechen für sich: Joe Casey, Ron Marz, Chuck Dixon und Marv Wolfman.

Der wohl intimste Einblick in das Leben vom Traumkönig Neil Gaiman. Eingeleitet durch die Sängerin Tori Amos beginnt das von Fantagraphics herausgegebene Hanging out with the Dream King SC. Das 280 Seiten-Monstrum beinhaltet Interviews und unveröffentlichte Zeichnungen von Gaimans Kollaborateuren. Das Buch enthält vor allem aber das exklusive Interview mit den „Sandman“-Mitentwicklern Sam Kieth und Mike Dringenberg.

Das Cover des Trade Paperbacks Crpyto Zoo (King Hell Press ) sagt schon alles: eine Micky Maus, deren Innerstes nach Außen gekehrt ist. Hinzu kommt auch die typische Unendlichkeitsschleife. Dies sind die Hauptthemen in der dritten und letzten Sammlung von Rick Veitchs „Rare Bit Fiends“. Hierbei handelt es sich um sehr absurde Traumaufzeichnungen in Comicform.

Der Preisträger des Besten Titels geht diesen Monat eindeutig an Love as a foreign Language (Oni Press). J. Torres war schon immer ein Künstler, der hervorragend in der Lage ist, Zwischenmenschliches zu beschreiben. In diesem Band geht Joel nach Korea, obwohl er das Land hasst. Doch auch ihn findet die Liebe. Die Zeichnungen von Eric Kim dagegen bieten nicht besonders viel zum Schwärmen.

Nach den Erfolgen von „Clumsy“ und „Be A Man“ ist Jeffrey Brown zurück. Bei Top Shelf erscheint nun sein neuer Comic Bighead. Der Protagonist ist ein Superheld und man kann sich sicher sein, dass Brown die Abgründe des Alltags und die Schwächen des Superhelden viel besser darstellen kann, als irgendjemand sonst in der Branche. Denn es sind eben diese Fehler, die ihm helfen, gegen seine Feinde zu bestehen.

APPAREL:
Der einzige, von dem man jeden Monat etwas Neues in dieser Ecke erwarten darf, ist Kevin Smith. Diesmal ist es ein Werbeplakat für Nails. Nails ist die neue Zigarettenmarke, die wie Blei in der Lunge liegt. Und wie in der berühmten Werbekampagne für Milch fragt Smith: Got Nails?

Auch diesen Monat hat man sich bei DC Comics was für alle Superman-Fans ausgedacht. Das Superman X-Ray T-Shirt bietet den Einblick in das Herz eines jeden Fans. Auf Seite 420 seht Ihr, wie es schlägt.

GAMES:
Pokern wie die Profis. Mit diesem Wahlspruch ködert der Endless Games Verlag seine Kunden. Das Spiel Texas Hold’em ist für 2 bis 10 Spieler, die sich im Bluff und Gegenbluff versuchen wollen. Einen Cowboyhut und passenden Gürtel müsst Ihr Euch schon selber mitbringen.

ABKÜRZUNGEN:

GN: Graphic Novel
TPB/TP: Tradepaperback
SC: Softcover
HC: Hardcover
Vol.: Ausgabe
(…): Vorherige Titel des Künstlers