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Es grünt so grün: Der Hulk im Kino und auf DVD

Der unglaubliche Hulk (1996)
Staffel 1, Volume 1

hulk_dvd.jpg Pünktlich zum zweiten Hulk-Kinofilm startet der Vertrieb rough trade Distribution seine DVD-Reihe der klassischen Marvel-Zeichentrickhelden mit dem Unglaublichen Hulk von 1996.

Ebenso wie die Geschichte auf der ganz großen Leinwand entspringt Marvels animierter Hulk der Neunziger dabei aber nicht dem Comic, sondern existiert in seiner ganz eigenen Welt, der Samstagmorgen-halbsieben-Welt, in der kleine Jungen früh aufstehen, um den Abenteuern ihrer Superhelden beizuwohnen. Aus dieser ganz eigenen Welt ließen sie sich nicht entreißen, auch wenn die Eltern zum Frühstück riefen. Meist wurden sie dann mit einem bereits beschmierten Toast oder einer Schüssel Cornflakes versehen, damit auch ja keine Minute mit den animierten Superhelden verpasst würde.

Nach dem Einlegen der DVD muss man sich den Weg erst durch eine Vielzahl von Trailern für die anderen Trickserien des Fernsehsenders Jetix bahnen, die nur einen kleinen Einblick in die Fernsehkultur der derzeitigen Jugend geben. Doch dann tauchen zwischen Sushi-Samurais und weiblichen Zeichentrickagentinnen bekannte Gesichter auf: Wolverine and the X-Men heißt das neueste Zeichentrickwerk aus der Ideenschmiede Marvel, für dessen Trailer sich das Angucken bereits gelohnt hat.

hulk_dvd05.jpg Bevor die Abenteuer des grünen Kolosses wirklich beginnen können, bekommt der animierte Hulk aber erstmal eine Frischzellenkur. Für die erste Staffel des Unglaublichen Hulk hat man sich des alten Materials angenommen und es „digital remastered“. Wie man bei dem einzigen wirklichen Bonusmaterial auf der ganzen DVD sehen kann, hat man den Hulk richtiggehend entstauben müssen. Eine kurze halbminütige Sequenz zeigt alte und überarbeitete Version im direkten Vergleich. Obwohl die neue Version über leuchtende Farben und besseren Kontrast verfügt, geht doch mit dieser Digitalisierung auch ein Teil des Samstagmorgen-Charmes verloren.

Die erste DVD der ersten Staffel besteht aus sechs 22-minütigen Folgen. Die Handlung jeder einzelnen Folge ist leicht zusammengefasst: Der verstrahlte Bruce Banner hängt dem Zuschauer und den Figuren in der Serie so lange über sein Schicksal in den Ohren, bis jemand die Güte besitzt ihm zu helfen. Scheinbar verfügt in jeder Folge zumindest eine Figur in der Welt des Marvel-Universums über ein geheimes Labor samt passendem Gamma-Strahler. Genauso viel Verlass wie auf die Wissenschaftler ist aber auch auf die Bösewichte, die jedes Mal vor der endgültigen Durchführung des Experiments die jeweilige Maschine zerstören. An dieser Stelle beginnt der Spaß, denn erst dann wird der wütende Banner zum Hulk.

hulk_dvd15.jpg Begleitet durch die Gastauftritte von Superhelden wie Iron Man und Ghost Rider (in der deutschen Übersetzung etymologisch korrekt als „Geisterreiter“ tituliert) entfachen Hulk und Konsorten ein regelrechtes Feuerwerk der Explosionen. Selbst Wände und Brücken explodieren, als seien sie mit C4-Sprengstoff beladen. Höhepunkt dieser Materialschlacht ist sicherlich der Kampf zwischen Iron Man und der Einsatztruppe der Hulkbuster. Doch nicht nur die Kampfszenen sorgen für grotesk anmutende Momente.

Während die englischsprachige Version (in 2.0- und 5.1-Sound verfügbar) mit Sprechern wie Mark Hamill (Star Wars) und Luke Perry (Beverly Hills 90210) aufwarten kann, zeichnet sich die deutsche Fassung in 2.0 sowohl durch herzergreifende Dialoge zwischen Betty, Rick und dem Hulk als auch durch komödiantische Streitgespräche zwischen Iron Man und Hulk aus: „Kleine Prinzen an die Wand geschleudert werden zu kleinen Fröschen. Also Vorsicht!“ Wünschenswert wäre neben einer größeren Auswahl an Extras auch die Übersetzung des Menüs für die deutsche Ausgabe gewesen.

Insgesamt hinterlässt die DVD ein Gefühl von Nostalgie für all diejenigen, die am Samstagmorgen bereits viereckige Augen bekamen und dafür so manches Frühstück ausfallen ließen. Selbstverständlich fesseln die einzelnen Episoden nicht mehr so wie damals, aber es wird auch heute bestimmt keiner mehr die schauspielerische Darbietung beispielsweise vom „Hoffmeister“ als Michael Knight loben. Freuen wir uns einfach darüber, dass man in Zukunft nicht mehr um halb sieben aufstehen muss, um zu verfolgen, wie die Zeichentrickversionen der Marvel-Superhelden unseren Fernseher zu einer besseren Welt machen.

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Wer gewinnen möchte, schreibt bis 20. August 2008 eine E-Mail an hulk (at) comicgate.de und beantwortet die folgende Frage:

Wie heißen Autor und Zeichner des letzten Hulk-Großevents bei Marvel Comics, World War Hulk? (Gemeint ist die fünfteilige Kernserie, nicht die zahlreichen Tie-Ins und Nebenserien)