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MTG Folge 10: Previews 12/2004

DARK HORSE:
Dark Horse zelebriert schon in der kurzen Ankündigung zu Manga Darkchylde #1 die Künste von Autor und Zeichner Randy Queen, der sich nach langer Abstinenz wieder seiner Kreation widmet. Was bereits am Titel deutlich wird, ist eine Veränderung sowohl des Stils als auch des angesprochenen Publikums. Es ist interessant, dass gerade bei Dark Horse die Veränderung zum Manga gleichbedeutend mit der Senkung der Alterstufe steht.

Ein Comic, der eher zum klassischen Profil des Verlages passen dürfte, ist Caravan HC. Autor Rick Geary (“Treasury of Victorian Murder“) entwickelt eine Geschichte, die auf einer wahren Begebenheit basiert. Im Gegensatz zum Trend der autobiographischen Comics forscht Geary in der Vergangenheit auf den Spuren von Arthur Caravan, einem Künstler, Dieb und Betrüger der Jahrhundertwende. Den simplen Formen der Darstellung steht eine verworrene Geschichte gegenüber.

Nachdem Steve Niles nur noch vereinzelt bei Dark Horse zu sehen ist, sucht sich der Verlag nun neue Talente für seine Gruselschiene. Andrew Crosby schreibt die Geschichte für Damn Nation. Als TV-Autor von „Haunted“ und „Eureka“ sollte es ihm nicht schwer fallen, ein Endzeitszenario zu entwerfen, das J. Alexander (“Queen and Country“) alle Möglichkeiten zur Entfaltung gibt.

DC COMICS:
Es gibt keinen Weg an Seven Soldiers #0 vorbei! Schließlich ist der Titel (eine Reihe von sieben verschiedenden Miniserien) auf dem Cover des Previews zu sehen und wird von Grant Morrison geschrieben. Die Gastzeichner der einzelnen Miniserien, angefangen mit J.H. Williams (“Promethea“), vollenden das Gesamtbild. Wenn man dann aber die ganze Seite Vorbesprechung im Previews liest, merkt man schnell, dass es sich um ein selbstinszeniertes Crossover handelt. Der Versuch, alte Charaktere wie Zatanna wiederzubeleben, ist auch nicht der neueste. Ich kann mir gut vorstellen, dass DC aus den Miniserien später laufende Serien macht. Manchmal sieht es wirklich so aus, als könnte man einen populären Comic wie einen Kuchen backen, nach Rezept…

Obwohl es langweilig sein mag, wenn ich nun eine weitere Ausgabe von „Solo“ anpreise, da ich ja bereits die erste Ausgabe gelobt habe, muss es dennoch raus: Solo #3, geschrieben und gezeichnet von Paul Pope (“Heavy Liquid“, „100%“).

Howard Chaykins großes Talent liegt darin, sich eine Geschichte auszudenken, oder wie in diesem Fall zu adaptieren, nur um dann die Bebilderung, hier von Russ Heath (“Sgt. Rock“), mit seinen Texten zu dekonstruieren. Allein die Entstehungsgeschichte von Legend zeigt Chaykins Talent am Beispiel einer kleinen Katze.

IMAGE:
Comics sollen Spaß machen. Meiner ganz persönlichen Meinung schließt sich hoffentlich auch Phil Hester an. Wenn man die kurze Beschreibung von The Atheist liest, kann man nur schmunzeln. Falls Hester nicht dieser Meinung ist, kann es sich um einen ziemlichen lahmen Comic handeln.

Wenn es um Freaks und deren Darstellung geht, dann fällt als erstes der Name Bernie Wrightson. Seine verrückte Phantasie, die sich wohl am besten in „Swamp Thing“ widerspiegelt, nimmt es gleich mit einer ganzen Freak Show auf. Bruce Jones (“Hulk“) hat auch das nötige Talent, um eine wundervolle Parabel über das Perverse im Menschen zu schreiben. Warum Image seine Graphic Novels jetzt „Graphic novella“ nennt, bleibt für alle Zeiten im Dunkeln verborgen.

TOP COW:
Hunter-Killer #1: Autor Mark Waid, Zeichnungen Marc Silvestri und verschiedene Variant Covers von Trevor Hairsine und J.Scott Campbell. Da soll noch einer sagen, ich vernachlässige Top Cow.

MARVEL:
Und wieder eine junge Heldentruppe mehr. Diesmal heißen sie die Young Avengers und sind entstanden durch die Ereignisse der „Avengers Disassembled“-Storyline. Das interessante an dem Comic ist der Autor: TV-Schreiberling Allan Heinberg (“Sex and the City“, „Party of Five“) könnte der ganzen Idee vielleicht noch was abgewinnen.

Da hat es Frank Cho (“Liberty Meadows“) doch glatt geschafft, bei Marvel genau das zu zeichnen, was er will: eine wunderhübsche Frau, Dschungel und eine Horde von Dinosaurieren. Dann muss sich Marvel aber nicht wundern, wenn in Shanna The She-Devil plötzlich auch andere Figuren aus Chos Phantasie auftauchen.

Der zweite Künstler, der einen Freifahrtschein bei Marvel bekommen hat, ist Adam Warren. Jemand, der zwar die „Mangaphase“ in amerikanischen Comics mit eingeläutet hat, dann aber aus dem Rampenlicht verschwunden ist. Bei Marvel darf er nun wie verrückt Roboter zeichnen. Livewires #1 mag uns als Lesern nichts Neues bieten, ist für Marvel aber ein Schritt auf die Künstler zu.

INDEPENDENT PUBLISHERS:
Leider bin ich nicht in der Lage, die linguistischen Parallelen zwischen „Superhero“ und „Superior“ zu sehen oder zu hören, dennoch scheint es ein recht viel versprechendes Projekt zu sein. In der Anthologie Project: Superior SC (Adhouse Books) interessieren sich alle für Superhelden (wie im echten Leben). Ich habe jetzt aber wirklich keine Lust, alle Namen abzutippen. Lest lieber selber nach.

Wie mag das Leben englischer Teenager wirklich aussehen? Wenn man den Wort von Andi Watson glauben mag, haben Ian Carney (“Pants Ant“) und Jonathan Edwards (“Aunt Connie“) dieses Gefühl aufs kleinste Detail genau in ihrem Comic Bag of Anteaters #1 (Slave Labor Graphics) dargestellt. Wenn das wirklich so ist, wollen wir auch mehr davon sehen.

Seit über 554 Ausgaben kann sich Archie (Archie Comic Publications) nicht zwischen Bettie und Veronika entscheiden. Auch in Ausgabe Nummer 555 können wir uns auf keine Überraschung freuen. Archie bietet auch heutzutage noch einen realistischen Blick auf das Leben von Teenagern und deren Probleme. (Wollte nur mal sehen, wer sich die ganze Kolumne durchliest!)

David Trumble ist 17 Jahre alt. Das alleine sollte noch kein Grund zur Verwunderung sein. Wenn man aber mal genauer liest, wird man schnell bemerken, dass dieser Junge seinen eigenen 264-Seiten-schwarz-weiß-Comic geschrieben und gezeichnet hat. Das nenne ich beeindruckend. Climate GN heißt das gute Stück und wird vertrieben von Blake Project Ltd. Eine Geschichte, die ein Drittel Film Noir, ein Drittel Geistergeschichte und ein Drittel Gangsterfilm ist.

Einer meiner Lieblingscomics geht zu Ende: La Perdida #5 beschließt Jessica Abels Geschichte über das Leben in einem fremden Land und die Suche nach der eigenen Identität. Ich möchte Euch hier dazu anregen, Euch auch die anderen Teile zu kaufen, die Fantagraphics Books als Sammelpack herausbringt.

Oni Press hat sich mittlerweile einen Namen daraus gemacht, sensible Geschichten zu erzählen. Zwischen Zeichnern wie Bryan Lee O’ Malley (“Lost at Sea“) und Scott Morse (“Barefoot Serpent“) hat auch Andi Watson sein Zuhause gefunden. Mit Little Star #1 erzählt er die Geschichte eines allein erziehenden Vaters, der seinen Aufgaben nur gerade so gewachsen zu sein scheint.

BOOKS:
Auch wenn es manchmal einfacher sein mag, sich nur die Bilder anzusehen, sollten wir den großen Bruder, das Buch, nicht vergessen. Diesen Monat sind es vor allem diese beiden: McSweeney’s Quarterly Concern Issue 13 HC (McSweeney’s) beschäftigt sich mit Comics allein. Gastherausgeber Chris Ware hat ein schönes Paket für uns zusammengeschnürt, das sowohl Comics als auch Aufsätze zum Thema beinhaltet.

Das zweite Buch nennt sich New Smithsonian Book of Comic Book Stories HC: From Crumb to Clowes (bei Amazon bestellen). Ein verdammt langer Titel, dennoch bietet er alle wichtigen Informationen schon im Titel.

APPAREL:
Dies ist das perfekte T-Shirt zum Basketball spielen: Arkham Asylum: Athletic Dept. T-Shirt. Zum einen bringt die wundervolle Farbe graumeliert alle Schweißflecken ans Tageslicht und zum anderen sieht es schon ziemlich beeindruckend aus, wenn Du in Gothams Sanatorium Nummer eins arbeitest. Die Körbe musst Du trotzdem selber werfen.

MERCHANDISE:
Das Highlight dieses Monats in Sachen Spielzeug und anderem Merchandise ist die Alien vs. Predator-Serie. Wem die lustigen Keksdosen nicht reichen, der kann sich über die Plüschvarianten seiner Lieblingsmonster freuen. Vor allem der Hybrid Chestburster ist eine kleine Augenweide. Was genau „disposable body“ meinen soll, müsst Ihr schon selber ausprobieren.

Das ist doch was für Eure Großmutter: die hat schon damals mit der Babuschka gespielt. Eure Verwandten werden erst später merken, dass es sich um die Godzilla-Familie handelt, die sich da ineinander stecken lässt: Godzilla Capa Cara Nesting Figures.

ABKÜRZUNGEN:

GN: Graphic Novel
TPB/TP: Tradepaperback
SC: Softcover
HC: Hardcover
Vol.: Ausgabe
(…): Vorherige Titel des Künstlers

MTG Folge 8: Previews 10/2004

DARK HORSE:
Das beeindruckendste Comeback dieses Monats hat Zeichner und Autor Paul Chadwick geschafft. Der Gewinner von mehreren Harvey- und Eisner-Awards kümmert sich nach sechs Jahren Abstinenz wieder um Concrete, seinen steinernen Koloss. In Concrete: The Human Dilemma bespricht Chadwick das Thema Überbevölkerung. Selbst wenn man diesem Thema nichts abgewinnen kann, sollte man sich dennoch die Zeit nehmen, denn Chadwicks Erzählungen haben ihre ganz eigene Dynamik und ihren eigenen Charme.

Beim zweiten Dark-Horse-Titel diesen Monat bleibt abzuwarten, ob es sich lohnt, ihn zu ordern. Denn obwohl Ron Marz in Comickreisen bekannt ist, liegt der Schwerpunkt von>Samurai: Heaven and Earth wohl eher auf der graphischen Darstellung. Die Leseprobe, die uns der Previews mitliefert, ähnelt mehr einem Conan-Comic. Inwieweit es dem „Green-Lantern“-Team Marz und Ross gelingen wird, die Welt der Shogun wiederauferstehen zu lassen, bleibt fraglich.

Sir Arthur Conan Doyle trifft Charles Dickens trifft H.P. Lovecraft. So umständlich lässt sich die Handlung von The Irregulars TPB beschreiben. Denn während John Watson, dem Helfer von Sherlock Holmes, Morde angehängt werden, die er nicht begangen hat, schickt der Großmeister kleine Jungen auf die Straßen von London, um dem Geheimnis auf die Spur zu kommen. Leider gibt es noch keine Ausschnitte von der Kunst von Zeichner Bong Dazo. Aber bei einem solchen Namen…

DC COMICS:
Auch DC will unbedingt mit neuen Titeln aufwarten. Zu diesen gehört der neue Deadshot #1, bei dem man sich überlegen muss, ob man 2,95 nur für ein Ordway-Cover ausgeben möchte. Der zweite Neustart trägt den Titel The Legion of Super Heroes #1. Mit Mark Waid, Barry Kitson und einer Horde populärer Charaktere an Bord sollte dieser Titel den gewünschten Erfolg erzielen. Der dritte Titel ist dann wirklich in der Lage, unsere Gemüter zu besänftigen: mit einer neuen Miniserie aus dem Hause „Astro City“ machen sich Kurt Busiek und Brent Anderson auf in die 70er Jahre der Superheldenstadt. Astro City: The Dark Age wird insgesamt aus vier dreiteiligen Storybögen, also insgesamt 12 Heften, bestehen.

Auch John Constantine ist nun in der Lage, das Format von 24 Seiten monatlich durch die Präsenz des neuen „Hellblazer“-Films zu durchbrechen. Wir können uns daher auf einen 128-Seiten-Comic, John Constantine: Hellblazer – All his Engines HC, freuen, der in sich alles vereint, was Hellblazer groß gemacht hat. Leider wirken die Zeichnungen von Leonardo Manco etwas einseitig, was aber auch an der Auswahl der Szenen liegen mag, die uns der Previews präsentiert.

Und wieder scheint Vertigo seinen Konkurrenten einen Schritt voraus zu sein. Mit Trigger #1 schafft es ein Comic endlich wieder, sowohl eine gute Story als auch eine überzeugende graphische Umsetzung dieser zu erschaffen. Man muss sich nur die Bilder ansehen, die der Previews mitliefert. Da sehen wir ungewöhnliche Kameraperspektiven, krank wirkende Farbspektren, Actionsequenzen und eine Narration, die das Gefühl vermittelt, selbst gejagt zu werden.

IMAGE:
Was auf den ersten Blick aussieht wie Damon Albarns Band Gorillaz im Comicformat, stellt sich beim zweiten Blick als nichts anderes dar. Mark Smith und Dan Hipp erzählen die Geschichte von The Amazing Joy Buzzards, einer Rockband, die gegen böse Dämonen kämpft und Musik macht. Um dem ganzen noch den Flair des echten Rock’n’Roll zu geben, hat man sich für das Cover keinen anderen als Jim Mahfood geholt.

Für alle die die „God’s Army“ für einen guten Film hielten – ich gehöre zu selbigen – kann es sich nur lohnen, Image’s neue Graphic Novel Ascend zu kaufen. Keith Arem und Scott Cuthbertson beschreiben die Geschichte dreier gefallener Engel, die gezwungen sind, ihr „Leben“ auf der Erde zu verbringen. Während die Engel Sebastian and Seraphine sich damit abfinden, als Menschen zu leben, sucht ihr Bruder Gideon nach einem Weg, den Himmel zu stürmen.

Auch bei Image traut und vertraut man nun dem Konzept der Anthologie. Die neueste ist die erste Publikation des neuen Labels „Desperado Publishing“ und trägt den schönen Namen Desperado Primer. Unter den beteiligten Künstlern sind u.a. Paul Jenkins, Phil Hester und Tony Harris.

Was beim ersten Hinsehen wie eine Comicadaption eines Literaturklassikers aussieht, ist gar keine. Bei der Quixote Novel haben wir es mit einem illustrierten Roman zu tun, der die Geschichte von Don Quixote in die heutige Zeit verlegt. Die Autoren sind Michael Avon Oeming (“Powers“) und Bryan J.L.Glass. Hier gibt es eine Leseprobe.

TOP COW:
Es langweiligt mich, über Top Cow zu schreiben. Das mag jetzt sehr harsch klingen, aber die Titel und die Charaktere sind leider irgendwo in den Achtzigern stecken geblieben. Da hilft es auch nichts, David Lapham (“Stray Bullets“) und Superman persönlich zu Rate zu ziehen. Lapham darf als Autor und Layouter bei Darkness #18 ran, während der Stählerne im Crossover Darkness/Superman auftritt.

MARVEL:
Wie in einer schlechten Sitcom hört sich die Beschreibung von Ultimates Season 2 an: „Ein Jahr nach der Alien-Invasion werden die Dinge nun wirklich schlimm für die Ultimates; neue Kostüme und neue Mitglieder…“ Wer soll so was noch ernst nehmen? Da muss man Bryan Hitch schon eine saftige Pauschale angeboten haben, damit der den Mist zeichnet.

Dagegen sehen die neuen What if…? Titel ja noch lustig aus. Aber vergeht einem nicht die Laune, wenn alles, was als „What if…?“ angedacht war, schon in einer anderen Serie „wirklich“ passiert ist?

Selbst die Idee der „Young Guns“ kann die Ideen, die sich Marvel als Weihnachstspektakel ausgedacht hat, nicht retten. Da ist es interessanter, sich nur die Zeichnungen im Young Guns 2004 Sketchbook anzuschauen. Dort entgeht man hoffentlich allen Auswüchsen des Marvelmonsters.

INDEPENDENT PUBLISHERS:
Hier sind wir nun an den Punkt angekommen, an dem man wirklich merkt, dass ich aus Amerika schreibe. Denn mein Comicladen hier, Green Brain (von dem es bald mehr zu hören gibt) hat diesen Comic schon länger im Programm. Skyscrapers of the Midwest #1 (AdHouse Books). Kein Wunder, wenn man im mittleren Westen, Michigan, wohnt. Es ist eine niedliche Sammlung von Minicomics, die man sich nicht entgehen lassen sollte.

Dann sollte man sich, auch wenn man nicht auf Mangas steht, sein eigens Stofftier inklusive Barbecue besorgen. Das geht bei ADV Films. Für 20 Dollar bekommt man entweder eine Robbe oder ein Katze mit dem dazugehörigen Grill.

Der Atomeka Verlag wird hier zurecht ordentlich gepusht. Nicht nur war die erste Ausgabe von „A1“ ein großer Erfolg, darüber hinaus schreibt der Autor und Produzent Mark Verheiden (“Smallville“, „The Mask“) zusammen mit Jan Strnad (“Lazarus Churchyard“) einen Comic, der durch seine simple Darstellung das Augenmerk auf die Alltagswelt der Zukunft lenkt: Stalkers One-Shot.

Knee Deep Press höre ich zum ersten Mal, seit ich diese Kolumne schreibe, aber der Name gefällt mir. Was auch gefällt, ist der Name des Comics: Don’t eat the electric Sheep. Dahinter verbirgt sich ein Mensch, der eigentlich eine Maschine ist. Er wird in eine Irrenanstalt gesetzt und beobachtet. Und ich beobachte mit.

Schön, dass es immer noch Oni Press gibt. Die Jungs und Mädchen bringen Comics raus, denen man trauen kann. Genauso auch Wet Moon GN. Der Künstler Ross Campbell (“Spooked“) beginnt seine Geschichte in einem Gothic-Setting, endet aber bei normalen Problemen: Sex, Freundschaft und Verrat. Er umwickelt dann alles noch mit etwas Netzstrümpfen und malt es mit schwarzem Lippenstift an.

Der Cartoonist, der als erster etwas zum elften September und zu Präsidentenwahl 2000 gesagt hat, war Aaron McGruder. Was folgte, war ein Aufschrei und die Absage vieler Zeitungen, seinen Strip zu drucken. Dennoch hat er bei Random House eine Nische gefunden, seine Strips in gesammelter Form zu veröffentlichen: Birth of a Nation: A Comic Novel HC.

BOOKS:
Ein Buch von Frauen über Frauen und Kunst: Scheherazade: Stories of Love, Treachery, Mothers and Monsters TP (
Soft Skull Press). Megan Kelso schreitet voran und liefert ein Forum für Künstlerinnen in der Szene. Diese waren nämlich auch schon präsent, als Robert Crumb Undergroundcomics gemacht hat, und sind es auch heute noch.

). Megan Kelso schreitet voran und liefert ein Forum für Künstlerinnen in der Szene. Diese waren nämlich auch schon präsent, als Robert Crumb Undergroundcomics gemacht hat, und sind es auch heute noch.
). Megan Kelso schreitet voran und liefert ein Forum für Künstlerinnen in der Szene. Diese waren nämlich auch schon präsent, als Robert Crumb Undergroundcomics gemacht hat, und sind es auch heute noch.

Wenn Ihr Euch jetzt endlich die „Adventures of The Escapist“ durchgelesen und Euch danach sogar getraut habt, den Roman „The Amazing Adventures of Kavalier and Clay“ zu lesen, dann dürfte es für Euch kein Problem mehr sein, Michael Chabons neuestes Werk, Final Solution HC (Harper Collins), zu lesen. Andernfalls müsst Ihr zurück auf Start und zuerst oben genannte Werke lesen. Tut mir leid.

APPAREL:
Und noch eine weitere Flut an Retro-T-Shirts. Diesmal sollte man sein Augenmerk vor allem auf „America is the coolest“ (mit Captain America) und „Good Guys Get the Girl“ (mit Spider-Man) lenken. Die G.I.-Joe-T-Shirts sind mir dann doch ne Spur zu heftig.

ABKÜRZUNGEN:

GN: Graphic Novel
TPB/TP: Tradepaperback
SC: Softcover
HC: Hardcover
Vol.: Ausgabe
(…): Vorherige Titel des Künstlers

MTG Folge 7: Previews 09/2004

DARK HORSE:
Hellboy-Fans, aufgepasst! In den B.P.R.D.-Nebenserien tritt der rote Hüne zwar nicht persönlich auf, dafür stehen seine Kollegen vom „Bureau of Paranormal Research and Defense“ im Mittelpunkt. In der neuen Mini B.P.R.D.: The Dead von Mike Mignola, John Arcudi und Guy Davis erfahren wir mehr über die Herkunft des Fischwesens Abe Sapien.

Wenn die Pixar Studios, die zuletzt mit „Finding Nemo“ begeisterten, in ihrem nächsten Film einem Superhelden die Hauptrolle geben, dann darf eine Comicadaption natürlich nicht fehlen. Ich persönlich werde mir The Incredibles trotzdem lieber im Kino ansehen.

Paul Dini wechselt mit seiner Jingle Belle von Oni Press zu Dark Horse. Rechtzeitig zu Weihnachten erscheint eine neue Miniserie um die süße Tochter von Santa Claus.

DC COMICS:
Während die reguläre JLA-Serie jetzt dauerhaft von Kurt Busiek geschrieben wird, startet DC noch eine zweite monatliche Serie mit der Gerechtigkeitsliga: in JLA: Classified werden sich wechselnde Kreativteams die Klinke in die Hand geben. Das wäre nichts besonderes, aber der Auftakt stammt immerhin von Grant Morrison (“New X-Men“, „The Filth“), und bei diesem Autor darf man immer gespannt sein. Die Zeichnungen steuert Ed McGuinness (“Batman/Superman“) bei.

Rick Veitch (“Swamp Thing“, „Greyshirt“) lässt zusammen mit Zeichner Tommy Lee Edwards einen alten Helden des Charlton-Verlags wieder aufleben: The Question (in den 60er Jahren von Steve Ditko erfunden, und später von Alan Moore als Vorlage für die „Watchmen“-Figur Rorschach verwendet). Diesmal spielen die Abenteuer des Mannes ohne Gesicht in Supermans Heimatstadt Metropolis.

Space Ghost ist ein Superheld, der einer alten Hanna-Barbera-Trickfilmserie entstammt und jetzt auch (wieder) in einem Comic auftreten darf. Joe Kelly schreibt, Ariel Olivetti steuert mit seiner „painted art“ erstaunliche Bilder bei, die aber nicht richtig zu einem TV-Cartoon passen. Viel lieber würde ich ja mal die Reihe „Space Ghost Coast to Coast“ im Fernsehen sehen, bei der Space Ghost als Talkshow-Host auftritt und Gäste wie Adam West, Jim Carrey oder Matt Groening begrüßt.

Nachdem das mit den „erwachsenen“ Superhelden bei Wildstorm nicht immer so gut klappt (“Wildcats Version 3.0“ und „Stormwatch: Team Achilles“ wurden eingestellt), versucht man es jetzt mit dem Nachwuchs: in The Intimates, geschrieben von Joe Casey, gehen Teenager auf die Superhelden-Schule und belegen dort Fächer wie „Secret Identity 101“, „NuPhysics“ oder „Morality“. Zu den Zeichnungen von Guiseppe Gamuncoli kommen zusätzlich noch Comic-im-Comic-Sequenzen, für die Wildstorm-Chef Jim Lee persönlich den Bleistift schwingt.

Beim von Alan Moore begründeten Label ABC gibt es die neue Serie Wild Girl über ein Mädchen, das mit Tieren sprechen kann, geschrieben von des Meisters Tochter, Leah Moore. Ganz schön mutig, denn bei Vätern dieses Kalibers wird der Nachwuchs stets an deren Leistungen gemessen, und das führt oft zu Enttäuschungen. Siehe Stefan Beckenbauer, Julian Lennon oder Monika Hohlmeier.

Vertigo bringt mit Angeltown eine 5teilige Krimiserie von Gary Phillips und Shawn Martinbrough auf den Markt. Ein schwarzer Privatdetektiv versucht in Los Angeles, einen verschwundenen Basketballstar zu finden, dessen Frau gerade ermordet aufgefunden wurde.

IMAGE:
Image wartet diesen Monat mit der Neuauflage eines Klassikers der 80er Jahre auf: American Flagg von Howard Chaykin. Die US-Regierung ist auf den Mars ausgewandert, weil auf der Erde Krieg und Zerstörung toben, und überlässt Medien und Konzernen die Kontrolle auf der Erde. Reuben Flagg, ein ehemaliger Schauspieler, versucht als „Plexus Ranger“ für Ordung zu sorgen und ist der einzige Gestzeshüter weit und breit, der so etwas wie ein Gewissen hat. Den Nachdruck der ersten 12 Hefte gibt es gesammelt in zwei Paperbacks oder einem Hardcover. Wer mehr wissen will, sollte Augie De Bliecks aktuelle Pipeline-Kolumne lesen, in der er sich ausführlich mit „American Flagg“ beschäftigt.

Fans von Paul Grist kommen diesen Monat voll auf ihre Kosten: es gibt nicht nur einen neuen Sammelband seiner Krimiserie „Kane“ (Kane Vol. 4: Thirty-Ninth TP), sondern auch Burglar Bill #1. Diese sechsteilige Serie wurde bereits zweimal gestartet, aber nie abgeschlossen. Im dritten Anlauf bei Image soll es nun endlich klappen.

Es gibt diese Previews-Ankündigungen, die einem absolut nichts sagen, aber trotzdem neugierig machen. Creased ist so ein Fall. Weder der Name von Autor und Zeichner Daniel Miller noch die Inhaltsangabe, noch die Coverabbildung lassen zu, dass man sich einen Eindruck machen kann. Und dann soll man zwei Monate im Voraus blind bestellen?
MARVEL:
Bei vielen Kritikern (v.a. in der Blogosphere) ist derzeit „She-Hulk“ der große Geheimtipp. Manchem gilt die Serie gar als das Beste, was Marvel zur Zeit veröffentlicht. Die Verkaufszahlen sind bisher allerdings nicht allzu gut. Wer also diese Mischung aus Superhelden, Ally McBeal und viel Comedy und Satire antesten und unterstützen will, sollte sich den Sammelband She- Hulk Vol. 1: Single Green Female TPB bestellen.

In Spider-Man: India trägt der Wandkrabbler putzige Pluderhosen, heißt Pavitr Prabhakar und schwingt sich durch Bombay statt New York. Diese indische Spidey-Version wurde mit viel Presserummel angekündigt, aber dass sie jetzt auch in den USA erscheint, ist trotzdem überraschend.

Ansonsten wird bei Marvel mal wieder kräftig die Hypemaschine bedient: Brian Michael Bendis beendet die „alte“ Rächer-Serie mit dem Avengers Finale und startet sogleich die New Avengers. Diese sind jetzt ein All-Star-Team mit Spidey, Wolverine und anderen.

In ihren eigenen Serien erhalten die Avengers-Mitglieder Captain America und Iron Man jeweils eine neue Nummer 1 und dazu namhafte neue Creative Teams, die recht vielversprechend klingen: bei Iron Man sind es Warren Ellis und Adi Granov, dessen digital erstellte Bilder sehr hübsch, aber etwas statisch aussehen, bei Cap übernehmen Ed Brubaker (“Catwoman“, „Sleeper“) und Steve Epting (“El Cazador“).

Dazu kommt noch die Miniserie Avengers: Earth’s Mightiest Heroes von Joe Casey und Scott Kolins, die nochmal das erste Jahr der Rächer erzählt.

Außerdem preist Marvel unter dem Logo „Young Guns“ eine Truppe (relativ) junger Zeichner an, die jetzt zu großen Stars ihrer Zunft reifen sollen: Jim Cheung, Adi Granov, Steve McNiven, Trevor Hairsine, Olivier Coipel und David Finch. Singt alle mit: „I’m going out in a blaze of glory…“

Und da ja zur Zeit alle mächtig auf dem Retro-Trip sind, belebt man auch die Marvel Team-Ups wieder, diesmal mit Robert Kirkman (Invincible, The Walking Dead) als Autor und Scott Kolins als Zeichner. Das Cover zu Heft #1 zeigt, wo’s langgeht: 28 Marvelhelden auf engstem Raum.

INDEPENDENT PUBLISHERS:
Bei Atomeka Press erscheint mit Hero Squared X-Tra Sized Special #1 der neueste Streich des Teams Keith Giffen/J.M. DeMatteis. Die Schöpfer der „lustigen JLA“ und “Formerly Known as the Justice League“, die nicht mehr für DC arbeiten wollen, treiben diesmal ihre Späße mit dem Thema „Paralleluniversen“.

Kürzlich brachte Cartoon Books die komplette Bone-Serie in einem Band heraus, das Ding ging weg wie warme Semmeln und war laut Augenzeugen der absolute Renner auf der Comic Con in San Diego. Jetzt gibt es die Edelvariante des Megamonsterbandes: Bone One Volume Edition Limited Signed HC – Hardcover, vergoldeter Seitenschnitt, Lesebändchen, signierter Druck und natürlich streng limitiert. Mit 125 Dollar für 1300 Seiten immer noch erstaunlich günstig.

TOYS & COLLECTIBLES:
In der Kategorie „Wer bitte kauft denn sowas?“ gibt es diesen Monat zwei Sieger: die Nachbildung von Saurons Helm aus den „Herr der Ringe“-Filmen für schlappe 625 Dollar und die lebensgroße Spider-Man-Statue aus Plüsch(!) für 130 Dollar.

Und wer gerne scharfe Zimtbonbons isst, kann sich jetzt Devil Girl Hot Kisses aus einer von Robert Crumb designten Blechdose einwerfen.
ABKÜRZUNGEN:

GN: Graphic Novel
TPB/TP: Tradepaperback
SC: Softcover
HC: Hardcover
Vol.: Ausgabe
(…): Vorherige Titel des Künstlers

MTG Folge 6: Previews 08/2004

DARK HORSE:
Nach dem Erfolg der neuen „Conan“-Serie nutzt man bei Dark Horse die Gunst der Stunde und veröffentlicht mit Conan and the Daughters of Midora einen gelungenen One Shot. Obwohl es sich nur um die übliche Conangeschichte handelt – Zauberer erführt hübsche Prinzessin, Conan befreit sie in einer blutigen Schlacht – ist die Kunst von Mark Texeira (“Black Panther“) ein Grund, sich den Comic trotzdem zu besorgen. Jimmy Palmiotti (“The Pro“) liefert zu diesem Spektakel die Worte.

Kann mir einer von Euch zufällig 100$ leihen? Denn sonst könnte ich mir leider nur die billige Version des Hellboy Talking Board leisten. Die Schwingungen meiner Gedanken würden sich auf einem Brett mit Presspappe drauf nicht wohl fühlen. Ich spüre schon, wie sich meine Hände auf der Tastatur bewegen: K – A – U – F – E – N !

DC COMICS:
Jetzt ist auch DC in das Manga-Geschäft eingestiegen. Etwas spät, wenn man den Spezialisten des „Comics Journal“ glauben schenken möchte, die dem Manga schon den Niedergang prophezeit haben. Mal sehen, ob sich die japanischen Zeichnungen länger halten als das Variant Cover. CMX soll wohl auch Comic heißen.

Endlich hat man sich entschieden, ein paar lose Enden zusammenzuführen. Die Geschichte des grünsten Helden im DC-Universe findet eine Zusammenfassung. Hat Hal Jordan es satt, der Spectre zu sein, und wie sehen das Kyle Rayner, Guy Gardner und die anderen Ringträger? Zu sehen im neuen Green Lantern: Rebirth #1 von Geoff Johns (“The Flash“) und Ethan van Sciver (“New X-Men“).

What if DC…? Was würde passieren, wenn man verschiedene Künstler auf ihre Lieblingscharaktere los lassen würde? Eigentlich eine tolle Idee. Aber wäre es nicht die beste Möglichkeit, neuen Talenten eine Chance zu geben? Müssen es denn wirklich gleich Tim Sale und Jeph Loeb (“Catwoman: When in Rome“) sein? Solo #1 wäre bestimmt auch ohne große Namen in der Lage, sich selbst zu etablieren.

Wenn man es nicht schafft, Steve Niles zu bekommen, kann man sich nur einen anderen Spezialisten holen: George Romero. Der Macher von „Dawn of the Dead“ schreibt Toe Tags #1 und zeigt so die kleinen Probleme, die man hat, wenn die Welt von Zombies bevölkert ist.

Schaut Euch bitte unbedingt die neuen Titel bei Humanoids Publishing auf den Seiten 96-97 an. Selbst die kurzen Vorstellungen sind besser geschrieben, als ich es je zustande gebracht hätte. Die Namen allein sollten es ausmachen: Milo Manara, Alexandro Jodorowsky, Juan Gimenez und Mark Millar.

IMAGE:
Mit Houdini: The man from beyond GN steigt man nun auch bei Image auf die Graphic Novel um. Zum Jubiläum des Todestages des großen Entfesselungskünstlers Houdini erfindet Brian Haberlin eine Geschichte mit Charakteren wie Sir Arthur Conan Doyle, Aleister Crowley und Charles Lindbergh.

In einer postapokalyptischen Welt sind drei Teenager auf der Suche nach ihrer Menschlichkeit. Da hat sich Autor Derek Watson ein Setting zurechtgelegt, das selbst den Regisseur von „Twelve Monkeys“ verblüfft hätte. In diesem Wonderland GN tobt sich Kit Wallis, dessen Zeichnungen es erst richtig interessant machen, künstlerisch aus.

TOP COW:
Da hat J. Michael Straczynski mal wieder auf seinen Kalender geschaut und festgestellt, dass in Amerika ja bald wieder Wahlen sind. Dabei scheint ihm entgangen zu sein, dass seine Leser schon etwas länger auf den neuesten Teil von Rising Stars warten. Na ja, jetzt sind sie ja wieder da und wählen gleich auch noch einen von ihnen zum neuen Präsidenten.

MARVEL:
Happy Birthday, Wolverine. Der Mann, dessen wirkliches Alter wir wohl nie erfahren werden – außer, es würde die Verkaufszahlen von Marvel steigern – wird 30. Deshalb tritt er jetzt in jedem Marveltitel auf. Das war wohl etwas übertrieben, doch die Cover versprechen mysteriöse Geheimnisse und neue Charaktere.

Der Geburtstag von Wolverine fällt zufällig auf den selben Monat, in dem sich das Künstlerteam Roy Thomas und Dick Giordano sich zur vorerst letzten Ausgabe von Stoker’s Dracula zusammengetan haben. Um diese unfertige Adaption von Bram Stoker’s Dracula zu vollenden, haben sich die beiden Künstler wieder zusammen gefunden.

INDEPENDENT PUBLISHERS:
Was geht in dem Hirn von Mike Allred (“Madman“) wirklich vor? Kann sich ein Comiczeichner wirklich das gesamte Buch der Mormonen vornehmen? In den ersten Band von The Golden Plates #1 (AAA Pop Comics) hat Allred vor allem archäologische und historische Anekdoten eingebaut, um die Geschichte interessant sowohl für Insider als auch für Neulinge zu machen.

Mir ist verboten worden, Witze über Michael Turner und all seine Comics zu machen. Deshalb nutze ich diese Gelegenheit, zu sagen, dass mich Michael Turner schon ganz schön beeindruckt hat. Nach dem Krebs wieder so ins Comicgeschäft zu kommen… Respekt! Dennoch muss man bei den zwei verschiedenen Serien von Aspen Comics sagen, dass er nur eine davon zeichnet: Soulfire #3.

Burlyman Entertainment heißt die Firma der Wachowski-Brüder. Und deshalb schreiben dort auch nur die Macher von „The Matrix“ ihre Comics. Von den Schöpfern von Doc Frankenstein ist nur noch Zeichner Steve Skroce geblieben. Zusammen gehen die vier auf eine Tour de Force durch eine monsterverseuchte Welt.

Leider habe ich jetzt keine Lust, die vertrackten Storylines der neuen Aftermath-Comics bei Devil’s Due zu beschreiben, dennoch kann ich mit Bestimmtheit sagen, dass man sich dort um Verstärkung gekümmert hat. Die Namen sprechen für sich: Joe Casey, Ron Marz, Chuck Dixon und Marv Wolfman.

Der wohl intimste Einblick in das Leben vom Traumkönig Neil Gaiman. Eingeleitet durch die Sängerin Tori Amos beginnt das von Fantagraphics herausgegebene Hanging out with the Dream King SC. Das 280 Seiten-Monstrum beinhaltet Interviews und unveröffentlichte Zeichnungen von Gaimans Kollaborateuren. Das Buch enthält vor allem aber das exklusive Interview mit den „Sandman“-Mitentwicklern Sam Kieth und Mike Dringenberg.

Das Cover des Trade Paperbacks Crpyto Zoo (King Hell Press ) sagt schon alles: eine Micky Maus, deren Innerstes nach Außen gekehrt ist. Hinzu kommt auch die typische Unendlichkeitsschleife. Dies sind die Hauptthemen in der dritten und letzten Sammlung von Rick Veitchs „Rare Bit Fiends“. Hierbei handelt es sich um sehr absurde Traumaufzeichnungen in Comicform.

Der Preisträger des Besten Titels geht diesen Monat eindeutig an Love as a foreign Language (Oni Press). J. Torres war schon immer ein Künstler, der hervorragend in der Lage ist, Zwischenmenschliches zu beschreiben. In diesem Band geht Joel nach Korea, obwohl er das Land hasst. Doch auch ihn findet die Liebe. Die Zeichnungen von Eric Kim dagegen bieten nicht besonders viel zum Schwärmen.

Nach den Erfolgen von „Clumsy“ und „Be A Man“ ist Jeffrey Brown zurück. Bei Top Shelf erscheint nun sein neuer Comic Bighead. Der Protagonist ist ein Superheld und man kann sich sicher sein, dass Brown die Abgründe des Alltags und die Schwächen des Superhelden viel besser darstellen kann, als irgendjemand sonst in der Branche. Denn es sind eben diese Fehler, die ihm helfen, gegen seine Feinde zu bestehen.

APPAREL:
Der einzige, von dem man jeden Monat etwas Neues in dieser Ecke erwarten darf, ist Kevin Smith. Diesmal ist es ein Werbeplakat für Nails. Nails ist die neue Zigarettenmarke, die wie Blei in der Lunge liegt. Und wie in der berühmten Werbekampagne für Milch fragt Smith: Got Nails?

Auch diesen Monat hat man sich bei DC Comics was für alle Superman-Fans ausgedacht. Das Superman X-Ray T-Shirt bietet den Einblick in das Herz eines jeden Fans. Auf Seite 420 seht Ihr, wie es schlägt.

GAMES:
Pokern wie die Profis. Mit diesem Wahlspruch ködert der Endless Games Verlag seine Kunden. Das Spiel Texas Hold’em ist für 2 bis 10 Spieler, die sich im Bluff und Gegenbluff versuchen wollen. Einen Cowboyhut und passenden Gürtel müsst Ihr Euch schon selber mitbringen.

ABKÜRZUNGEN:

GN: Graphic Novel
TPB/TP: Tradepaperback
SC: Softcover
HC: Hardcover
Vol.: Ausgabe
(…): Vorherige Titel des Künstlers

MTG Folge 5: Previews 07/2004

DARK HORSE:
Passend zum demnächst auch in Deutschland startenden Filmauftakt des roten Giganten bringen Mike Mignola und Dark Horse gleich eine Reihe von Hellboy-Comics heraus. Zu diesen gehört auch Hellboy: Weird Tales Volume Two TPB. Die hier gesammelten vier Ausgaben – ausgeschmückt mit Namen wie John Cassaday, P. Craig Russell, Scott Morse und Evan Dorkin – sollten nicht nur Fans sondern auch Neuankömmlinge in der B.P.R.D. erfreuen.

DC COMICS:
Ähnlich wie bei Marvel haben sich auch bei DC einige treue Künstler durch ihre Beständigkeit ausgezeichnet. Zu diesen gehören Jeph Loeb und Tim Sale, die mittlerweile schon einige Superhelden unter die Lupe genommen haben. Catwoman: When in Rome #1 schließt diesmal direkt an die Erfolge von „Batman: The Long Halloween“ und „Dark Victory“ an.

Es war ja eigentlich nur eine Frage der Zeit, bis sich ein Comicverlag die Talente der Monty-Python-Truppe zu Nutze macht. John Cleese berät Autor Kim „Howard“ Johnson, um eine britisch-sarkastische Variante zu „Superman: Red Son of Krypton“ zu schreiben. Superman: True Brit HC spielt mit dem Bild des Helden. Auch wenn der alte Mann John Byrne nicht der kreativste Zeichner ist, wird es wohl doch noch ein netter Comic.

Wenn das nicht Strange ist: Adam Strange #1. Je länger man sich die Titel anschaut, die DC so publiziert, desto deutlicher wird, dass man seine Talente erst einmal bei Vertigo ausprobiert. Auch Autor Andy Diggle (“The Losers“, „Swamp Thing“) musste sich erst dort beweisen, bevor man ihm einen „großen“ Titel zugesteht.

Nicht nur die Aufmachung der Previews-Ankündigungen hat sich bei DC geändert, sondern auch die Einteilung. Ab jetzt erscheinen alle „All Ages“ Titel unter dem Namen „Johnny DC“. Das kleine Maskottchen steht für Batman Strikes #1, Justice League Unlimited #1 und Teen Titans GO! #1.

Geeks aller Welt, vereinigt euch. Michael Moorcock schreibt einen Comic. Genau, eben der Autor der „Elric“-Reihe und „Mother London“. Zusammen mit Zeichner Walter Simonson (“ORION“, „Mighty Thor“) erzählt er die Geschichte vom Aufstieg seines Helden Elric: The Making of a Sorcerer #1.

Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag, John Constantine! Hellblazer #200 feiert Autor Mike Carey mit den Zeichnern Steve Dillon, Marcelo Frusin und Leonardo Manco. Drei mal erlebt unser Held den Horror der Ehe.

IMAGE:
Puttin‘ the Backbone Back ist ein Art Book der anderen Art. Zeichner Jim Mahfood (“Grrl Scouts“) gibt einen kleinen Einblick in sein Werk. Von musikinspirierten Zeichnungen bis hin zu leicht pornographischem Material bietet dieses Buch alles. Es scheint im ersten Augenblick etwas ungewöhnlich, da man nicht weiß, ob man die Skizzen von Jim Mahfood wirklich als Kunst deklarieren soll.

TOP COW:
Keine neue Idee! Dennoch blieb mein Auge bei Myth Warriors einen Moment stehen. Lange genug, um auf den Namen Robert Place Napton aufmerksam zu werden. Der Autor von Mangatiteln wie „Appleseed“ und „Macross“ hat sich für Top Cow an Kampfroboter gemacht, die Göttern nachempfunden wurden. In Wirklichkeit ist es aber das Cover, das sich irgendwo zwischen Joe Madureira und Ted McKeever bewegt, aber von Francis Manapul (“Witchblade“) stammt.

MARVEL:
Neu, neu und neu! Doctor Strange kommt den Berg hinunter. Links neben ihm geht J. Michael Straczynski (“Amazing Spiderman“) und rechts folgt ihnen Brandon Peterson. Diesen beiden Künstler folgen dem okkulten Doktor auf einem Trip durch die Berge. Strange #1.

Zum fünfjährigen Jubiläum haben sich die Marvel Knights noch mehr Verstärkung besorgt. Da schreibt den neuen Black Widow-Comic Richard K. Morgan (“Altered Carbon“, „Broken Angels“). Wem diese Titel nichts sagen, dann liegt das daran, dass Morgan Schriftsteller ist. Wenn man dann noch sagt, dass Bill Sienkewicz (“Stray Toasters“) den Comic zeichnet, kann man sich nicht ganz sicher sein, ob diese beiden Männer einen Comic zustande bringen können, den man auch lesen kann.

Die Dreifaltigkeit von Marvel Knights-Neuheiten beschließt Hulk and Thing: Hard Knocks #1. Auch hier zwei Superstars: Bruce Jones (“Hulk“) und Jae Lee illustrieren eine heitere Unterhaltung zwischen den Orangen und dem Grünen. It’s Clobberin‘ Time.

Marvel Knights 2099. Nein, dass darf Marvel nicht tun, Auch nicht, wenn Pat Lee alle Cover zeichnet! Falls Ihr zu jung seid, um zu wissen, was Marvel mit „2099“ für ein Horrorszenario geschaffen hat, dann lasst Euch eins gesagt sein: Kauft diese Comics nicht! Ich wiederhole: Kauft diese Comics nicht!

Ansonsten gibt es noch ganz viele tolle neue Storylines, Zeichner, Autoren und das 65jährige Jubiläum von Marvel Comics. Dazu erscheint die Sonderausgabe Marvel 65th Anniversary Special.

INDEPENDENT PUBLISHERS:
Wenn einer von Euch den Film „Waking Life“ von Richard Linklater gesehen hat, weiß er genau, wie man Waterwise GN (Alternative Press) am besten beschreiben kann. Alle anderen haben es genauso schwer wie ich. Wie soll man den Comic von Joel Orff beschreiben? Eine surreale Geschichte über zwei Freunde, die auf ihrem Weg durch eine apokalyptische Welt streunen und sich dabei über die Zerbrechlichkeit der Zivilisation unterhalten.

Pünktlich zur Wahlsaison hat man sich bei Antartic Press gedacht: „Bringen wir doch ein Comic heraus, das den Amerikanern erzählt, wie man zu wählen hat.“ You can vote: Decision Battle 2004. Man sollte auf jeden Fall darauf achten, dass man die Trading Card Edition mit Karten wie „Dick Chain-Me“ bestellt.

Wer es bis jetzt noch nicht gemerkt hat, dem soll gesagt sein, dass dieser Previews sich mit dem Thema Halloween beschäftigt. Und wo kann man sich besser gruseln als in Springfield? Wenn man dann noch die drei schaurigsten Rocker aller Zeiten schreiben lässt – Rob Zombie, Alice Cooper und Gene Simmons – hat man Horror pur. Ob zu diesen Texten die Zeichnungen von Scott Morse und anderen passen, wird sich erst zeigen. Tree House of Horror # 11 (Bongo Comics).

Ein Ausstellungskatalog: 100 Artists see Satan SC (Last Gasp). 100 Comickünstler, unter anderen Dan Clowes und Robert Crumb, stellen ihr persönliches Bild vom Höllenfürsten vor.

Bereits seit langer Zeit ist Comicvirtuose Peter Kuper im Bereich der Literaturadaption tätig. Nach den Geschichten von Franz Kafka nimmt sich der Altmeister den Roman The Jungle von Upton Sinclair vor. Dieses in Deutschland relativ unbekannte Buch führte im Amerika um 1900 zu entscheidenden Veränderungen in der Lebensmittelproduktion. Als erster Graphic Novel Verlag muss man sich bei nbm-publishing eben auch dem entsprechend präsentieren.

Ich habe immer noch nicht den blassesten Schimmer, was die Leute bei Tokyopop vorhaben. Wer sich für Mangas interessiert, sollte sich lieber selber ein Bild machen, bevor man meinen unwissenden Vorschlägen lauscht.

Der Spagat zwischen einem anspruchsvollen Comic und einer niedlichen Geschichte ist dem Top Shelf Verlag wieder hervorragend gelungen. Mit der Graphic Novel Owly schafft sein Schöpfer Andy Runton einen Comic, der durch seine einfachen Linien überzeugt. Statt Worten benutzt der Künstler eine starke Symbolik.

Falls man jetzt noch nicht genug von Halloween hat, dann sollte man sich am Ende noch einmal die Tradepaperback-Ecke anschauen. Dort verstauben noch ein paar alte Comics, die sich mit dem Gruselfeiertag beschäftigen.

BOOKS:
Die Namen Neil Gaiman und Dave McKean verbindet man zusammen ja eigentlich nur mit „Sandman“. Doch hört man den Namen dieses Buches, kann man sich vorstellen, warum sich die beiden wieder einmal getroffen haben. The Day I swapped my Dad for two Goldfish HC (Harper Childrens)kommt in dieser neuen Ausgabe mit einer CD. Auf dieser CD liest Neil Gaiman selbst seine Kindergeschichte vor. Es lohnt sich schon, wenn man nur das Cover gesehen hat.

APPAREL:
Eigentlich die Ecke für T-Shirts. Doch immer wieder siedeln sich hier Produkte aus dem Gehirn von Kevin Smith an. Ziemlich nett sind die Poster, die die Sprüche von Jay und Silent Bob einfangen. Man steht davor und braucht erst einmal ne halbe Stunde, um den Text zu lesen.

Old School T-Shirts: Superman auf blauem, rotem und grünen Grund. Sprüche wie „Superman says ‚Stay in School’“, oder „Say no to Kryptonite“. Wer sich dann noch uncool fühlt, ist selber Schuld.

ABKÜRZUNGEN:

GN: Graphic Novel
TPB/TP: Tradepaperback
SC: Softcover
HC: Hardcover
Vol.: Ausgabe
(…): Vorherige Titel des Künstlers