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Aldebaran 1-5
Im Mittelpunkt der Geschichte steht jedoch ein noch viel geheimnisvolleres Wesen: der Mensch mit all seinen Facetten.
Die Menschheit hat den großen Sprung geschafft und einen fremden Planeten besiedelt; Aldebaran-4, der 64 Lichtjahre von der Erde entfernt ist. Doch nach einiger Zeit ist der Kontakt zur Erde abgebrochen, so dass die Zivilisation von Aldebaran seit 100 Jahren isoliert ist. Fernab von der Erde hat sich auf Aldebaran eine einfache Zivilisation entwickelt. In einem kleinen, beschaulichen Fischerdorf leben unbeschwert Kim Keller (13) und Marc Sorensen (17). Eine Katastrophe macht aus diesen beiden Teenagern eine ungewollte Schicksalsgemeinschaft, die sich zusammen gegen eine teils feindliche Natur und gegen eine diktatorische Regierung durchschlagen muss. Der Leser begleitet die Jugendlichen auf ihrer Reise über den Planeten und lernt mit ihnen die fantastische Natur dieser Welt kennen.
Mit viel Einfallsreichtum hat Luis Eduardo de Oliveira (Leo) beeindruckende Lebensformen und Landschaften geschaffen wie z. B. einen Sandtintenfisch, einen Caravelli (der eine Kombination zwischen Ballon, Drache und Dinosaurier ist) oder die geheimnisvolle Mantrisse in ihren vielfältigen Erscheinungsformen. Die Faszination von Aldebaran beruht also nicht auf irgendwelcher Wundertechnik, sondern auf der Erkundung und Erforschung einer unbekannten Welt.
Aus der Sicht der Teenager wird dem Leser aber auch ein grausames, tyrannisches politisches System vorgeführt. Mit großer Vehemenz lernen die beiden die auf dem Planet herrschende Diktatur kennen. Polizei und Priester als Symbole der Staats- und Kirchenmacht führen ein totalitäres Regime, in dem die Presse- und Kunstfreiheit eingeschränkt ist, Unschuldige verfolgt und ohne Prozess auf Dauer inhaftiert werden und sogar Frauen zur Schwangerschaft gezwungen werden sollen. Alles geschieht aus Sicht der Tyrannen nur zum Wohl des Volkes, damit das Überleben auf Aldebaran gesichert wird. Dass ein Überleben grundsätzlich auch ohne Tyrannei möglich wäre, zeigt Leo am Anfang des ersten Bandes mit dem kleinen Fischerdorf.
Mit den Schilderungen verarbeitet Leo, der 1944 in Rio de Janeiro geboren wurde, seine Erfahrungen aus Südamerika.
Doch die Teenager entdecken nicht nur diese Welt, sondern auch die erste große Liebe und machen die ersten sexuellen Erfahrungen. Die daraus entstehenden zwischenmenschlichen Beziehungen und Konflikte nehmen weite Teile der Geschichte ein. Leo greift dabei auf die üblichen Klischees zurück, wie z. B. die unerfüllte Liebe zu einem idealisierten Mädchen oder die Verführung durch eine ältere, verheiratete Frau. Die Erlebnisse sind so geschildert, dass man sich damit leicht identifizieren kann. Automatisch denkt man an seine eigene Jugendzeit zurück. Man kann sich gut in die Personen hineinversetzen. Ein wenig übertrieben ist vielleicht, dass fast alle Frauen den jungen Ich-Erzähler rumkriegen wollen. Leo nutzt dies, um den Leser mit einigen wohlgeformten Körpern zu erfreuen, wobei die Grenze zur Jugendgefährdung nie überschritten wird.
Reizvoll ist auch, dass wir die Charaktere über mehrere Jahre mitverfolgen können. So wird aus Kim, der frechen, kleinen, dürren Göre, im Laufe der Bände eine junge, ansehnliche Frau.
Die Bände haben auch gewisse religiöse Elemente. Leo stellt einerseits die Institution der Kirche negativ dar, indem er die Priesterschaft zu Mitgliedern des totalitären Systems werden lässt. Getrennt von dieser Kritik sind in den Bänden aber Situationen geschildert, die mich an biblische Ereignisse erinnern: die Sintflut, die Vertreibung von Adam und Eva aus dem Paradies und das Jüngste Gericht.
Zeichnerisch sind die Bände zwiespältig. Neben der überragenden und wundervollen Darstellung der Natur fallen die Zeichnungen bei den menschlichen Charakteren ein wenig ab. Das zeigt sich insbesondere an den Gesichtern, die manchmal einen bewegungslosen, zementierten, eingefrorenen Eindruck hinterlassen, so dass die Mimik begrenzt erscheint und Gefühlsregungen nicht immer besonders gut zu erkennen sind. Dieser Eindruck wird meines Erachtens durch die gleichförmigen Lippen der Personen und teilweise ins Leere starrende Augen erweckt. Leo ist aber damit immer noch meilenweit vom Einheitsgesicht von Jean Graton bei der Serie Michel Vaillant (Seven Island) entfernt. Man muss dies aber als seinen Zeichenstil akzeptieren, auch wenn mir Gesichter in anderen Comics besser gefallen. Das gilt ebenso für seinen fast gänzlichen Verzicht auf Bewegungs- bzw. Actionlinien, so dass die Bände insgesamt eher ruhig daherkommen. Damit wird ein beschaulicheres Ambiente geschaffen, das zu diesem Comic aber passt, da Aldebaran bei weitem kein Actioncomic sein will.
Wenn ich schon mal bei den Schwächen bin, bleibt noch zu erwähnen, dass ich an einzelnen Stellen die Dialoge für Teenager etwas zu abgehoben empfunden habe. Das waren dann eher gepflegte Konservationen zwischen zwei Heranwachsenden als eine ungezwungene Plauderei zwischen Teenagern.
Trotz dieser kleinen Schwächen ist Aldebaran eine wunderbare Kombination aus Science-Fiction, Politik, Religion und Zwischenmenschlichem. Dazu noch eine gehörige Portion Geheimnisvolles und Spannung.
Insgesamt gehört für mich die fünfteilige Serie, einschließlich der Nachfolgeserie Betelgeuze (zur Rezension der Bände 1 bis 3), zu den schönsten frankobelgischen Reihen.
Übrigens ist für den Dezember 2005 beim Epsilon Verlag ein Sammelband mit der Gesamtausgabe von Aldebaran angekündigt (ISBN 3-932578-99-6, 244 Seiten, farbig, HC 50,- Euro).
Aldebaran 1: Die Katastrophe
ISBN 3-932578-18-X
Aldebaran 2: Die Blonde
ISBN 3-932578-17-1
Aldebaran 3: Das Foto
ISBN 3-932578-20-1
Aldebaran 4: Die Gruppe
ISBN 3-932578-22-8
Aldebaran 5: Das Wesen
ISBN 3-932578-25-2
Autor und Zeichnungen: Leo
Epsilon Verlag
je 48 Seiten , farbig, Softcover
je 8,80 bis 10,- Euro

Flix
Auf jeden Fall passt der Band so ganz gut zu meinen letzten Büchern, auch wenn es eben eine Cartoon-Sammlung ist und kein Comic.
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| die alte Version | die neue Version |
CG: Und von Deinen eigenen, welcher gefällt Dir da am besten?
Flix: Von meinen eigenen ist der Gag mit dem Holzfällerpärchen, wo beide unter einem umgesägten Baum liegen und er „Shit!“ sagt und sie: „Aber über mich lachen.“, mein liebster.
Der ist so simpel und so treffend und so doof, das gelingt nur selten. Ich weiß auch gar nicht mehr, wie ich darauf gekommen bin. Es scheint, als wäre der einfach da gewesen.
Und mal ganz ehrlich: warum sollte da auch jemand hingehen? Wenn man kein eingefleischter Comic-Fan ist, ist es nicht sehr spannend zu sehen, wie sich jemand über ein Buch beugt und eine kleine Zeichnung hineinkritzelt, dabei hochkonzentriert und kaum ansprechbar ist. Man steht also daneben, wartet und dann geht man wieder. Da fehlt für den Besucher definitiv der Unterhaltungsfaktor.
die meine Comics bereits kennen, ist es schön, sie auch mal zu hören, und für Leute, die meine Comics nicht kennen, ist es ein guter Einstieg. Letztes Jahr habe ich in Darmstadt vor knapp 200 Leuten gelesen. Das macht viel Spaß.
CG: Hast Du da noch Lampenfieber, oder fühlst Du Dich wohl in der Rolle des Alleinunterhalters? Könntest Du Dir vorstellen, auch mal richtig auf die Bühne zu gehen, also was nicht mehr wirklich viel mit Comics zu tun hat, so wie z.B. Fil?
Die Städte wurden danach ausgesucht, wo es engagierte Buchhändler gibt, die sich auf das „Wagnis“ Comic-Lesung einlassen wollen. Wenn der Buchhändler vor Ort nicht wirklich überzeugt ist, dass
Ich freu mich schon den Satz zu brüllen: „Heidelberg, seid ihr gut drauuuuuuf?
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| v.l.n.r.: Flix, Joscha, Ralph |
Flix: Dass Cartoons ganz anders als Comics funktionieren.
Beim Comic erzählt man großzügiger. Was in ein Bild nicht hineinpasst, daraus macht man zwei. Oder drei.
Beim Cartoon geht das nicht. Da muss alles sitzen; jedes Detail, jede Geste, jedes Wort. Alles muss in einem Bild auf den Punkt kommen. Und da habe ich vorher viel weniger drauf geachtet. Ralph und Joscha haben mich immer wieder drauf hingewiesen, was in meinen Gags funktioniert, und wo es hakt. Das war nicht immer angenehm; wer hört schon gerne viel Kritik. Aber es hat sich gelohnt, und ich bin ihnen dafür sehr sehr dankbar.
Es ist ja so, dass ich alle Cartoons, die ich gemacht habe, mit ihnen besprochen und diskutiert habe. Ähnlich läuft es, wenn Joscha oder Ralph ein Buch machen. Wir sind keine Konkurrenten. Wir reden viel, und überlegen, was zu wem passt, und was eher nicht funktioniert.
Und weil jeder seinen eigenen Stil hat, seinen eigenen Humor und seine eigenen Themen, kommen wir uns auch nicht ansatzweise ins Gehege.
Flix: Die Startauflage von „VerFLIXt!“ liegt bei 8000 Exemplaren, wovon just in dem Moment 7218 Exemplare jetzt schon weg sind. Wenn das so weitergeht, werden wir wohl bald nachdrucken müssen.
CG: Wow, herzlichen Glückwunsch! Und das innerhalb von nicht mal drei Wochen!
Viel Werbung wurde auch noch nicht gemacht, oder?
Flix: Nee, Werbung gab’s noch nicht. Ist gerade alles erst am anlaufen.
Tex Rubinowitz ist ja auch wahnsinnig schrullig und hat guten Erfolg.
Also, Leo, wenn Du das hier liest, hau rein!
Auch gut: Adam. Der ist auch sehr lustig UND hat einen eigenen Stil. Das gefällt mir. Von ihm habe ich aber seit einiger Zeit nix mehr gesehen. Aber da liegt Potenzial.
Die meisten Sachen von Toonster dagegen treffen nicht so meinen Humor und auch die Optik ist mir oft zu unprofessionell. Da sehe ich noch nicht so bald ein „großes Rauskommen“.
CG: Ist der Titel eigentlich als Singular oder als Plural gedacht?
Flix: Ob Singular oder Plural, da stimmt beides. Es geht in „Mädchen“ um ein bestimmtes Mädchen, aber auch um Mädchen im Allgemeinen.
Flix: Die MAX-Comicausgabe, das war schon ein Ding…
Wie der Kontakt zustande kam weiß ich gar nicht mehr, ich glaube, jemand aus der MAX-Redaktion
Die Resonanz war relativ groß darauf, allerdings weniger bei den Verkaufszahlen meiner Bücher als bei den Bewerbungen auf den angeblichen Praktikumsplatz, den ich zu vergeben hätte.
Knapp 50 Anfragen, teilweise mit Bild und Lebenslauf, hatte ich plötzlich auf dem Schreibtisch von allen möglichen Leuten, die gerne Comiczeichner werden wollten. Irre. Leider musste ich allen absagen, weil ich einfachen keinen Praktikanten beschäftigen kann.Allerdings habe ich ein zwei Leute, die sehr engagiert waren/klangen, zu mir ins Atelier eingeladen und ihnen alles gezeigt; wie ich arbeite, was ich für Werkzeuge benutze etc. Ich hatte den Eindruck, dass ihnen das zumindest ein bisschen geholfen hat, einfach mit dem Comicmachen anzufangen.
Eine Erweiterung des Horizonts?! Pustekuchen.
Die gesamte Entwicklung der letzten fast 20 Jahre wird, abgesehen vom STRIZZ-Band der FAZ (aber warum der es in die Sammlung geschafft hat, ist ja wohl klar), außen vor gelassen.
Nichts gegen Mickey Maus und Batman. Die haben ihre Berechtigung und sind wichtig. Aber sie sind nicht alles. Mit ihnen als Aushängeschild wird dem deutschen Leser mal wieder kommuniziert: Comics sind Kinderkram, der billig ist und auf schlechtem Papier gedruckt. Und das verstärkt die Vorurteile, mit denen meine Kollegen und ich zu kämpfen haben. Und selbst wenn diese Bibliotheken den einen oder anderen animieren über den Tellerrand zu schauen und mal in die Comicabteilung seiner Buchhandlung zu gehen… Wer ist denn noch bereit, für ein 64-seitiges Farbalbum 12 Euro auszugeben, wenn er in der Kollektion ein 240 Seiten Hardcoverband für 4,90 Euro bekommen hat?! Ich bin kein Fachmann, aber ich glaube, nicht sehr viele.
Die Spanische Zeitung EL PAIS hat Anfang des Jahres auch eine Comickollektion herausgegeben, in der natürlich auch die Klassiker vertreten waren. Aber auch Bände von Marijane Satrapi, Lewis
Berlin ist super, keine Frage. Aber ob es der optimale Ort für den Rest des Lebens ist, das muss sich erst noch zeigen.
Und so haben wir überlegt, eine Anti-Lovestory zu zeichnen, mit einem Setting, was möglichst weit von Romatik entfernt ist. So ist an zwei Abenden in meiner Küche der 4-Seiter „Space Hasi feat. Gingi Lacer“ entstanden.
“Gingi Lacer“ ist übrigens eigentlich der Name einer spanischen Zahncreme, die Mawil mal gesehen hat. Als wir jetzt im Mai zusammen in Barcelona waren, haben wir sie wieder entdeckt.
Es war gut, nach Berlin zu ziehen und nicht nach Barcelona. Es war gut, Kommunikationsdesign zu studieren und nicht Musik. Es war gut, sich trotz aller Unkenrufe für den Beruf des Comiczeichners zu
VerFLIXt!
Autor und Zeichner: Flix
Carlsen Comics
64 Seiten, farbig, Hardcover, 10,- Euro
ISBN: 355178194X![]()
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Flix‘ Homepage
VerFLIXt!-Toons bei Comicgate
1. „Seitenwechsel“-Strip bei Spiegel Online
Flash-Spiel von Flix bei „Fotofritzen“
Flix beim Goethe-Institut
Carlsen-Verlag
Verlag Schwarzer Turm
Zwerchfell-Verlag
“held“ und „sag was“ bei der ComicCombo bestellen
Und nun zu unserem Gewinnspiel!
Beantwortet einfach die Frage richtig, und Ihr habt die Chance, einen von drei signierten „VerFLIXt!“-Bänden zu gewinnen.
Nur vollständig und korrekt ausgefüllte Formulare nehmen an der Verlosung teil. Jeder darf nur einmal teilnehmen, ansonsten wird man von dem Gewinnspiel ausgeschlossen.
Der Einsendeschluss ist der 04. Oktober 2005.
Bei mehr richtigen Einsendungen als Gewinnen entscheidet das Los.
Eure Adresse wird nicht an Dritte weitergegeben.
Viel Glück!
{FacileForms : Gewinnspiel_VerFLIXt, 1 , 0}
Persepolis I und II
“Persepolis“ ist eine Autobiographie: Marjane Satrapi erzählt von ihrem Leben, ihrer Kindheit und ihrem Erwachsenwerden. Und doch ist „Persepolis“ viel mehr als das.
Denn Marjane Satrapi stammt aus einem Land, das die meisten von uns nur aus den TV-Nachrichten kennen: dem Iran. Satrapi, die heute in Frankreich lebt, war irgendwann genervt von der Tatsache, dass die meisten Europäer den Iran einseitig als islamischen Gottesstaat und seine Bewohner entweder als unterdrücktes Volk oder als potenzielle Terroristen verstehen. Also beschloss sie, ihre Geschichte, und damit auch die ihres Landes, zu erzählen.
Im ersten Band von „Persepolis“ erleben wir Marjanes Kindheit. Sie ist 10 Jahre alt, als der Schah gestürzt und die Islamische Revolution ausgerufen wird. Aus der Perspektive ihrer Familie erfahren wir, was dieser Umsturz für die einzelnen Menschen bedeutet hat. Es entsteht ein System der Unterdrückung, unter dem besonders Frauen zu leiden haben. Marjanes liberale Eltern schicken ihre Tochter im Alter von 14 Jahren nach Wien, wo sie ein freieres Leben führen soll.
Der zweite Band, „Jugendjahre“, handelt zunächst von Marjanes Zeit in Wien – alles andere als eine unbeschwerte Jugend. Hier lässt sich sehr gut nachvollziehen, was es heißt, fremd zu sein und nicht dazuzugehören. Doch auch als Marjane nach ein paar Jahren zu ihrer Familie nach Teheran zurückkehrt, fühlt sie sich nicht wohl – sie ist fremd im eigenen Land.
Das besondere an „Persepolis“ ist für mich, wie elegant und beiläufig darin Alltag und Politik verknüpft werden. So werden auch komplexere Sachverhalte sehr locker eingebunden, und das Ganze liest sich unglaublich leicht und flüssig. Das mag auch an Satrapis Zeichenstil liegen: dieser ist sehr einfach gehalten, viele Gesichter scheinen nach dem Punkt-Punkt-Komma-Strich-System entstanden zu sein. Eine Bildsprache, die so klar und unmissverständlich ist, dass sie für jedermann sehr leicht zugänglich ist. Zeichnerische Meilensteine können damit nicht gesetzt werden, aber Satrapi kann damit auch ein Publikum erreichen, das sonst um Comics einen Bogen macht.
Obwohl der Inhalt der „Persepolis“-Episoden manchmal alles andere als lustig ist, zieht sich ein humorvoller Ton durch die beiden Bücher, der die Lektüre sehr unterhaltsam macht. Wie nebenbei lernt der Leser eine Menge über den realen Alltag in einer völlig fremden Kultur. Das viele Lob und die zahlreichen Preise, die Marjane Satrapi dafür eingeheimst hat, sind zweifellos verdient.
Persepolis I: Eine Kindheit im Iran
Text und Zeichnungen: Marjane Satrapi
HC-Ausgabe: Edition Moderne
164 Seiten; 22,00 €
Taschenbuch: Ueberreuter
164 Seiten; 22,- €
(als Softcover von Ueberreuter: 9,95 Euro)
Persepolis II: Jugendjahre
Text und Zeichnungen: Marjane Satrapi
HC-Ausgabe: Edition Moderne
192 Seiten; 26,- €

Felsfest Open Air
Normalerweise haben wir bei Comicgate seit jeher das ungeschriebene Gesetz, keine Rezension über Comics von Mitarbeitern zu verfassen.
Da ich aber erstens nichts von der Entstehungsgeschichte mitbekommen habe (Blut, Schweiß und Tränen würden den Rezensentenblick vielleicht trüben… 😉 ) und zweitens noch die Meinung eines völlig Unbeteiligten eingeholt habe, erlaube ich mir, das Gesetz zu brechen.
Miguel Fernandez, Cartoonist bei uns und bei INKplosion, legt mit Felsfest Open Air seinen ersten Comic vor.
Der Einstieg in die Geschichte kommt einem erstmal reichlich bekannt vor:
Frederik, unglücklich verliebt in die beste Freundin aus Kindertagen, trifft sich in einem Café mit ihr und hat seinen ganzen Mut zusammengenommen, um ihr endlich seine Liebe zu gestehen. Aber dummerweise kommt der schüchterne Brillenträger nicht zu Wort, denn Clair ist ihrerseits frisch verliebt, und zwar in Bon Jochen (!), ein Musiker, dessen Band am nächsten Tag auf dem riesigen Felsfest Open Air spielen wird.
Frederiks bester Freund Delli, Festivalgänger erster Güte, bekommt die ganze Szene mit, und so beschließt Frederik, dass er sich an Delli und seine Kumpels dranhängt und mit auf’s Felsfest kommt, um Clair nicht kampflos aufzugeben.
Ab hier beginnt dann der eigentliche Spaß und das Innovative an diesem Comic. Besonders Festivalgänger werden ihre wahre Freude haben bei den ganzen Szenen, in denen es um Zeltaufbau, Dixieklos, Essensbeschaffung und Vorglühen geht. So bekannt kommt einem das alles vor, dass man immer wieder breit grinsen muss. Auch sprachlich dreht Miguel auf und kann so manchen verdammt guten Schenkelklopfer raushauen. Er hat einfach ein ausgezeichnetes Gespür für gute Pointen und knackigen Wortwitz.
Leider verliert er sich an anderer Stelle aber manchmal in den Dialogen. Die kommen dann etwas langatmig und steif daher. Und auch wenn es der Story dienlich ist, man nimmt es Clair einfach nicht ab, dass sie sich einen solchen Typen wie Bon Jochen ausgesucht haben soll. Da ist dann doch etwas zuviel Ratlosigkeit auf Seiten des Lesers.
Im zweiten Teil des Comics rutscht die Geschichte dann etwas weg vom Festivalgeschehen und rückt wieder Frederiks Werben um Clair in den Vordergrund. Nach einigen teils herzigen, teils verrückten Verzweiflungstaten und Zwischenfällen wird die Geschichte dann recht konventionell beendet.
Die Zeichnungen sind prima. Sie wirken schön locker, und jede Figur sieht unverwechselbar aus; das ist ja des öfteren ein Manko bei Zeichnern. Der Stil ist noch nicht ganz einheitlich, was aber nicht besonders störend wirkt.
Außerdem kann er recht gut karikieren, wie man links sehen kann.
Felsfest Open Air ist der gelungene Einstand eines talentierten Comiczeichners. Wenn Miguel noch ein wenig an seinen Dialogen und dem Handlungsfaden feilt, dann stehen uns da noch einige interessante Sachen bevor. Ich freu mich drauf.
Das dickste Lob gibt es aber indirekt von meinem Freund, der sonst alle Comics (außer Rudi) mit demselben Gesichtsausdruck beehrt wie schimmelige Salami kurz vor’m Flüssigwerden.
Er hat Felsfest in einem Rutsch durchgelesen, zwischendurch feist grinsen müssen und es dann mit einem „Das ist ja richtig nett!“ zurück auf den Tisch gelegt. Das will was heißen…
Felsfest Open Air
Schwarzer Turm
Autor und Zeichnungen: Miguel Fernandez
48 Seiten, farbig, Softcover; 10,- Euro
ISBN: 3934167241
Felsfest bei Schwarzer Turm (inkl. 10-seitiger Leseprobe)

Gegen den Strich: Wasser auf dem Mars
Nagel, Karl
Karl Nagel (der eigentlich Peter Altenburg heißt) gründete vor über zwanzig Jahren das Illustrations-Magazin „Fantastrips“, das jedoch schnell wieder eingestellt wurde. In den 80er und 90er Jahren war er in der Punkszene sehr aktiv, wo er u.a. als Initiator der Hannoveraner „Chaos-Tage“ und 1998 als Kanzlerkandidat der “Anarchistischen Pogo-Partei Deutschlands“ (APPD) bekannt wurde.
2004 erweckte Nagel “Fantastrips“ als Online-Magazin wieder zum Leben und gründete Anfang 2005 die Alligator Farm.
Comicgate: Wie ist das Projekt „Alligatorfarm“ zustande gekommen?
Karl Nagel: Im Grunde genommen ist es eine ganz alte Idee. Um 1980 herum hatte ich das Comicmagazin „Fantastrips“ gestartet. Das hatte sich die Aufgabe gestellt, ein Dach für Zeichner aus dem deutschsprachigen Raum zu sein. Ich war damals noch ziemlich jung, 19 Jahre, und wie das bei Projekten so ist in dem Alter: man hat keine Freundin, hat sonst nichts besseres zu tun, also macht man halt irgendein Fanzine oder ein Magazin. Ich war unerfahren, hatte aber hochfliegende Träume, und dazu gehörte u.a. auch, mal mit anderen Leuten zusammen ein Studio zu gründen.
Am Ende ist das aber alles an unserer Unerfahrenheit gescheitert. Die Sache hat sich in Luft aufgelöst, irgendwann war ich pleite, hab mir ’ne Lederjacke geholt, mir die Haare bunt geschnitten und „leckt mich alle am Arsch“ gesagt. Für mich war Ende 1981 die ganze Comicgeschichte erledigt. Ich habe mich zwar immer noch damit beschäftigt, meine Sammlung, v.a. Sekundärliteratur, wurde immer größer, aber ich hatte nichts mehr mit der Szene zu tun.
Im Laufe des letzten Jahres passierte es dann, wie eine Art Flashback. Alte Träume wurden wieder ausgebuddelt, so wie wenn man feststellt: da hat man noch ein paar unerledigte Sachen rumliegen. Der erste Schritt war, „Fantastrips“ online wieder zu beleben. Es gab ziemlich viele Reaktionen darauf, auch von Leuten, die früher dabei waren. Dann ging es echt Schlag auf Schlag: hier im Haus wurde eine Wohnung frei, und ich musste eh raus. Zusammen mit einer zweieinhalbjährigen Tochter in einer Wohnung konnte ich kaum mehr vernünftig arbeiten. So Töchter kratzen ja gerne mal an der Bürotür…
Dann habe ich einfach diese Wohnung angemietet, und es konnte los gehen. Mit Wittek, den ich flüchtig vom Hamburger Comicstammtisch und von der INC. kannte, habe ich dann jemanden gefunden, der zeichnerisch sehr fit ist. Er hatte Lust, an der Sache mitzuwirken, und dann fing ich an, die örtlichen Fachhochschulen, Schulen, Comicläden usw. mit Plakaten zu bestücken, und im Laufe der Zeit trudelten diverse Leute ein. So ist diese Geschichte also gewachsen aus der Reaktivierung eines verschollenen Traums von Anfang der 80er.
CG: Wie ging es dann weiter, nachdem die ersten Leute an Bord waren?
KN: Es haben sich eine ganze Menge Leute gemeldet, fast zwanzig, und am Anfang hatte ich keine großen Qualitätskriterien vorgegeben. Wenn man mit so etwas anfängt, hat es keinen Sinn, schon anhand der ersten Mappe zu glauben, man wisse, was in den Leuten drinsteckt und was nicht. Ich musste da auch erst Erfahrungen sammeln. Ich hab gesagt: „Lass die Leute erst mal machen, und dann schauen wir mal, was dabei rauskommt.“ Demzufolge war das erste halbe Jahr ein ziemlich harter Ritt: es sind viele Leute ein- und ausgegangen, und wir haben festgestellt, dass man doch ein gewisses Niveau und eine gewisse Power braucht; dass es nicht reicht, einmal die Woche für drei Stunden vorbeizukommen, wie in einem Zeichenkurs. Demzufolge gibt es inzwischen schon mindestens 15 Leute, die mittlerweile nicht mehr dabei sind. Ein gewisser Stamm von Leuten hat sich aber mittlerweile herauskristallisiert, mit dem jetzt die Sachen durchgezogen werden.
CG: Wie groß ist im Moment der harte Kern?
KN: Der richtig harte Kern besteht aus etwa sieben Leuten, und dann nochmal ungefähr genauso viele, die zwar keine Verantwortung tragen, aber bei den Projekten mitmachen.
CG: Eure ersten Projekte heißen „Elbschock“, „Alphatier“ und „Perry – Unser Mann im All“. Wie sehen diese Projekte im Einzelnen aus?
KN: Ich wollte mal ein Magazin machen, das ein bisschen in der Tradition der Schwarz-Weiß-Magazine der 70er aus den USA steht, angefangen von „Creepy“ und „Eerie“ bis hin zu ganz anderen Sachen, wie den Marvel-Comics, die es damals gab. Angefangen vom rauhen Papier bis hin zu einer pulp-mäßigen Atmosphäre. Nicht unbedingt Superheldenkram, sondern eher Horror, Grusel – nicht nur mit Monstern, sondern auch durchaus Großstadthorror. „Elbschock“ war also die erste Idee: normale Kurzgeschichten von sechs bis zehn Seiten, Geschichten, die sich in Hamburg (oder auch anderswo) abgespielt haben, oder auch erfunde Geschichten, die ihren Schauplatz in Hamburg haben. Das ist schon ziemlich schräges Zeug, eine Geschichte handelt z.B. vom Kannibalen von Rothenburgsort – da haben wir den Kannibalen von Rotenburg nach Hamburg transferiert, da ich zufällig diesen Menschen persönlich kenne. Bei dem habe ich mal übernachtet, und es hat mich natürlich gejuckt, das, was mir durch den Kopf gegangen ist, in einer Kurzgeschichte zusammenzufassen. Andere Geschichten handeln von Terroristen, die Hamburg mit einer Atombombe plattmachen, oder von Hip-Hop-Jugendlichen, die in einem Vorort-Ghetto eine Familie als Geiseln nehmen, bis ihr Song im Radio gespielt wird.
Es hat sich dann aber herausgestellt, dass noch nicht viele unserer Zeichner in der Lage sind, solche inhaltlich eher komplexen und sehr emotionalen Geschichten wirklich gut hinzukriegen. So haben wir gemerkt, dass es noch eine Weile dauern wird, bis das „Elbschock“-Projekt fertig wird. Das kann durchaus Anfang nächsten Jahres werden, bis alle Geschichten fertig sind.
Aber was macht man mit den Leuten, die noch nicht so gut sind? Also haben wir ein anderes Projekt gesucht, bei dem die Leute im Team zusammenarbeiten können. Da wurden dann zwei Sachen parallel geschaffen: einmal das „Alphatier“, der Hamburger Superheld, und „Perry – unser Mann im All“. Es hat sich dann gezeigt, dass man das Perry-Thema einfach schneller entwickeln kann. Es gab schon Vorlagen, ein komplettes Universum, eine alte Serie, aus der man sich Anregungen holen kann. So etwas hilft gerade Leuten, die noch nicht so erfahren sind, ganz gut vorwärts zu kommen. Mit „Perry“ kommen wir auch ganz gut voran.
CG: Den Entwicklungsstand bei „Perry“ kann man recht gut mitverfolgen, da ihr das Projekt recht offensiv im Internet präsentiert. In Eurem Forum beim Comicforum, in dem ihr Skizzen und Seitenlayouts präsentiert habt, gab es teilweise recht harsche Kritik. Wie geht man mit sowas um?
KN: Wenn ich mir die Kritik summa summarum anschaue, war die doch zu 80 Prozent positiv. Es waren nur zwei oder drei Leute, die negativ reagiert haben, und selbst die waren nicht wirklich böse gemeint. Man muss damit leben können. Ich kann dazu nur sagen, dass das Heft, wenn es erstmal fertig ist, ziemlich außergewöhnlich aussehen wird. Es wird sich deutlich von allem unterscheiden, was in den letzten Jahren an deutschen Produktionen erschienen ist, da bin ich ziemlich sicher. Wir werden eine aquarellierte Farbgebung machen, keine Computer-Kolorierung. Sowas macht heute sonst keiner mehr. Wir hatten halt Lust, ein ganz klassisches Retro-Heft zu machen, das auch ein bisschen nostalgisch aussieht. Wenn da jemand andere Vorstellungen hat, ist das auch fair, damit hab ich kein Problem. Das ist eben unsere Schnapsidee, also ziehen wir die so durch, wie wir’s für richtig halten.
CG: Wo sollen denn eure Comics erscheinen, im Eigenverlag?
KN: Momentan gibt es Gespräche mit Martin Jurgeit von der COMIXENE (die haben ja mit JNK einen eigenen Vertrieb). Diese Gespräche sind zwar noch nicht abgeschlossen, aber es sieht ganz gut aus. Wir werden sicherlich keine Mörder-Auflage machen, wir können ja auch gar nicht einschätzen, wie gut sich das Ding verkauft. So zwischen 2.000 und 4.000 werden wir wohl machen und dann gucken wir, was passiert.
CG: „Alphatier“ wird dann das nächste Projekt nach „Perry“?
KN: Genau, Till Felix sitzt da zur Zeit dran. Die Thumbnails für die komplette erste Story von ca. 28 Seiten stehen, und Till zieht das ganze zur Zeit auf DIN A3 hoch. Später wird das dann an andere Leute übergeben, die dann die Details ausarbeiten werden.
Aber nochmal zurück zum Thema „offensive Werbung im Internet“: Das hat natürlich damit zu tun, dass es mir wichtig ist, in den nächsten Monaten auch überregional weitere Leute in das Projekt einzubinden. Normalerweise arbeite ich auch als Programmierer, und da habe ich ein Content Management System geschrieben, mit der u.a. die Fantastrips-Seite verwaltet wird. Ich bin dabei, dieses CMS zu einem Tool auszubauen, mit dem man gemeinsam einen Comic produzieren kann. Beispiel: man legt ein Projekt an, z.B. Perry #133, dazu gibt es dann Infos wie Plot, Seitenbeschreibungen, Charaktere usw. Dann kann man z.B. zu jeder Seite Bilder aufladen, man kann zu jedem Thema eigene Vorschläge machen, ähnlich wie in einem Forum. Aber die Struktur folgt dem jeweiligen Projekt, also z.B. seitenweise oder nach Designthemen oder inhaltlichen Fragen. Auf diese Art möchte ich versuchen, auch Leuten von außerhalb Hamburgs die Gelegenheit zu geben, bei diesem Studioprojekt mitzuarbeiten. Und da muss natürlich vorher entsprechend die Trommel gerührt werden. Ich habe schon den Eindruck, dass es daran großes Interesse gibt. In ein paar Wochen wird es damit wohl losgehen.
CG: Lass uns zum Thema Geld kommen. Wie ist die „Alligatorfarm“ finanziert, wer trägt die Kosten?
KN: Ich trage alles komplett alleine. Man muss es sich so vorstellen: es gibt mehrere Räume (zusammen mit Küche, Toilette und Flur sind es 76 m²). Es ist nicht riesig, aber wir haben eine recht große Bibliothek mit Lehrmaterial. Das technische Equipment ist okay, vom A3-Scanner über Laser- und Tintenstrahldrucker bis zu ein paar Computern. Das hat sich teilweise durch meinen Programmierer-Beruf ergeben, und im Prinzip hab ich hier einfach meine persönliche Sammlung reingestellt. So musste ich nicht viel Extra-Geld für Hardware, Bücher u.ä. ausgeben.
Auf der anderen Seite fallen natürlich Miete und laufende Kosten an, die ich versuche, mit meinem Beruf zu erwirtschaften. Das sind ungefähr Kosten von 800 bis 1000 Euro im Monat seit Anfang des Jahres, ohne dass wir bisher nur einen müden Euro umgesetzt haben. Das ist natürlich kein Spaß! Aber andererseits kann man das auch absetzen, und ich sage mir, das wird schon irgendwie gut gehen. Den Leuten, die hier mitmachen, ist auch völlig klar, dass es ein Gemeinschaftsprojekt ist, und ich habe mich erstmal nicht mit so Sachen wie Honoraren belastet. Später, wenn die Dinger dann laufen, wenn was draus wird, dann wird man halt schauen, inwiefern man die bisherigen Kosten davon tragen kann und wie man die Überschüsse verteilt. Falls es denn jemals so weit kommt – bei 2.000 bis 4.000 Heften kann man keine großen Gewinne erwirtschaften.
Aber mir persönlich ist es einfach wichtig, das Ding so durchzuziehen. Wenn mir eine Sache sehr wichtig ist, dann gehe ich zwar nicht unbedingt über Leichen, aber ich bin dann ziemlich radikal bei der Umsetzung und versuche das unbedingt durchzuziehen. Wenn das dann Geld und Energie kostet, dann muss man da eben durch… Andere rauchen, saufen, fahren Auto oder haben eine teure Freundin – hab ich alles nicht, insofern leiste ich mir diesen Spaß.
CG: Da kann ich dir nur einen langen Atem wünschen…
KN: Das kann alles auch wieder zusammenbrechen – wenn es beruflich mal wieder schlechter laufen sollte, dann ist es durchaus möglich, dass die Sache hier wieder zusammenklappt. Aber was soll man da machen? Es gibt keine Sicherheit, ich mach’s einfach solange, wie es geht. Wenn es irgendwann nicht mehr gehen sollte – Pech gehabt. Aber ich habe keine Alternative dazu – mit Risiko habe ich jedenfalls keine Probleme.
CG: Würdest du sagen, dass die Alligatorfarm gewissermaßen „Punk“ ist?
KN: „Punk“ ist vielleicht zuviel des Guten, aber es gab mal einen bestimmten Begriff in der Punkszene, der nannte sich „DO IT YOURSELF“. Der Hintergedanke ist, nicht zu warten, bis dir irgendjemand den Arsch abputzt und dir den Müll aus dem Weg räumt und dir tolle Sachen anliefert, sondern zu sagen: „Hey, ich mach’s einfach selbst.“ Und das ist genau der Punkt: ich erwarte eigentlich von niemandem was, ich mach’s einfach selbst. Ich möchte einfach eine gute Sache durchziehen und ich glaube daran, dass gute Sachen entstehen, wenn man viel Power in etwas reinsteckt. Ich möchte mit den Leuten hier gute Sachen machen – alles, was ich hier rumliegen sehe, gibt mir das Gefühl, dass sich die Energie auch lohnt, die man hier reinsteckt.
Es ist insofern nicht Punk, weil es kein chaotisches Prinzip ist, dem Zufall ausgesetzt, bei dem man mal schaut, was dabei rauskommt. Hier werden schon konkrete Ziele vorgegeben. Aber es ist auch deswegen „Do it yourself“, weil das Thema Geld nicht im Vordergrund steht. Es geht nicht um klassische Kommerzialität, sondern auch ums Spaß haben, und keine Sklavennummer daraus zu machen. Ich habe nicht das Gefühl, dass ich damit Dingen, die ich einmal behauptet habe, untreu werde. Fairness ist für mich ganz wichtig. Ich will kein Imperium mit 1.000 Sklaven aufbauen, sondern lieber mit Leuten auf Augenhöhe zusammenarbeiten. Da ich nunmal der Älteste von uns allen bin und in der Lage bin, das zu finanzieren, stecke ich mein Geld und meine Erfahrung rein. Das ist der Teil, den ich leisten kann. Die anderen müssen dann eben ihre Power, ihre Begeisterung und ihre Zeichentalente einbringen.
CG: Zeichnest du selber auch?
KN: Ich zeichne, aber das hält sich sehr in Grenzen. Vielleicht werde ich ein paar Seiten tuschen, aber ich hatte nie die Energie, wirklich soviel Zeit mit Zeichnen zu verbringen. Ich hatte immer alles mögliche im Kopf, ich habe jahrelang Musik gemacht, den ganzen APPD-Kram usw. Ich habe mich dem Zeichnen nie so stark gewidmet, dass ich hätte gut werden können. Aber trotzdem hat es mich immer interessiert. Mit anderen Leuten zusammen ’nen Comicverlag und ein Studio zu machen – ich denke, das ist schon ’ne klasse Sache!
CG: Das ist also quasi ein langgehegter Traum, den du dir jetzt verwirklicht hast.
KN: Aber hallo! Für mich ist das momentan der letzte große Traum, den ich noch auf der Rechnung hatte. Im Grunde habe ich schon alles gemacht, was mir wirklich wichtig war. Jetzt bin ich sogar noch Vater geworden vor zweieinhalb Jahren – und damit ist für mich ’ne Menge abgegessen, aber das Zeichnen ist noch übriggeblieben. Damit war klar, dass das jetzt ansteht.
CG: Ein anderes Thema, mit dem du dich jetzt auch wieder beschäftigst, ist die APPD. Die Anarchistische Pogo-Partei Deutschlands tritt ja zur Bundestagswahl wieder an.
KN: So ist es. Wir hatten die APPD 1999 aufgelöst, weil uns das alles über den Kopf gewachsen war. Aber andere Leute haben sie ein Jahr später wieder neu gegründet und nochmal von vorne angefangen. Vor etwa einem Jahr habe ich dann festgestellt, dass alle möglichen Händler meine T-Shirts aus dem Wahlkampf 1998 fleißig nachmachen und gutes Geld damit verdienen. Und da bin ich auf die Idee gekommen, dass ich das auch selbst machen kann. Das war der Anfang, ich habe dann mit jemandem zusammen die APPD-Website wieder hochgezogen, die ziemlich verlottert war und auf der nichts mehr passierte. Damit ist eine gewisse Eigendynamik entstanden, und als dann überraschend die Neuwahlen ausgerufen wurden, wollten plötzlich alle möglichen Leute, dass wir an der Wahl teilnehmen. Also haben wir die gröbsten Strukturen wieder in Gang gesetzt. Es ist in zwei Monaten nicht hinzukriegen, das alles aufzubauen, was wir 1998 gemacht haben, aber zumindest haben wir, wie es aussieht, zumindest in Hamburg und Berlin die Wahlteilnahme geschafft. Jetzt produzieren wir erst mal ein paar Wahlwerbespots und schauen dann mal, was für Unsinn uns noch so einfällt, um die Leute ein bisschen zu ärgern.
Es ist sehr interessant, wie manche Leute auf uns so reagieren, dass sofort der Schaum aus dem Mund kommt. Da wird man in politische Diskussionen verwickelt, dass man nur noch den Kopf schütteln kann. Diese Leute sind einfach nicht in der Lage, die Essenz zu begreifen, um die es dabei geht: diese Mischung aus Humor und unserem Kopfschütteln über eine Welt, die uns ziemlich wahnsinnig vorkommt. Viele verstehen das nicht, aber für uns macht das die Sache nur noch lustiger. Auf Wahlkampfständen in der Innenstadt kommt es manchmal zu Begegnungen und Diskussionen, die man am liebsten wortwörtlich aufzeichnen möchte und sich fragt: „Was ist das denn für’n Film?“
CG: Insofern passt es ja auch ganz gut, dass ihr mit der PARTEI, die aus der Titanic-Redaktion hervorging, kooperieren wollt.
KN: Ja, aber da wird wohl eher nichts daraus werden. Wir haben vor ein paar Wochen länger telefoniert und wollten einiges zusammen machen. Aber das hat sich dann eher zu einer Einbahnstraße entwickelt. Im Prinzip kann man eh nicht soviel zusammen machen, die sind auch auf einem anderen Trip als wir. Bei denen erschöpft sich das Ganze eigentlich in ein oder zwei Parolen – „Das Merkel darf nicht Kanzler werden“ und „Die Mauer muss wieder her“. Mehr sehe ich da nicht drin und finde das eher ein bisschen dünn.
CG: Aber der Geist, der dahintersteckt, die Motivation bei einer Bundestagswahl ernsthaft (oder auch nicht so ernsthaft) mitzumachen, ist schon ähnlich, oder?
KN: Der ist mit Sicherheit ähnlich: einfach dieses Gefühl, dass man sich in dem existierenden Parteienzirkel überhaupt nicht wiederfindet, dass das wie ein Blick auf einen anderen Planeten ist. Und dieses Gefühl spiegelt sich dann darin, einfach selbst eine eigene Partei zu machen und auf die Gesetzmäßigkeiten, die man für so irre hält, nochmal einen draufzusetzen. So gesehen sind die Rezepturen schon ähnlich, und wenn das nicht so wäre, hätten wir die auch gar nicht angerufen.
CG: Ich bedanke mich für das Interview und wünsche der Alligatorfarm viel Erfolg mit ihren Projekten!
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Alligatorfarm
Forum der Alligatorfarm im Comicforum
Übersicht über alle Perry-Rhodan-Comics (Eintrag in der „Perrypedia“)
Scurvy Dogs: Rags to Riches (US)
Verflixt, ich wollte diesen Comic wirklich viel mehr mögen, als ich es am Ende getan habe. Ich wäre dafür sogar gewillt, Ryan Younts Zeichenstil als „funktionell“ zu bezeichnen, auch wenn er in Sachen Perspektive, Detailarbeit und Mimik noch einiges zu lernen hat und auch wenn seine Figuren allesamt ziemlich steif aussehen. Das Problem an der Sache ist, dass ein Großteil der Witze einfach nicht richtig zündet. Dabei sind genug Ideen vorhanden, die mir richtig gefallen haben: Piraten versuchen moderne Berufe zu finden, singen Karaoke oder rotten eine Zivilisation hyperintelligenter Primaten aus. Das ist bizarr genug, um meinen Geschmack zu treffen. Und es sind auch genug Gags und Anspielungen vorhanden, um mich amüsieren zu können.
Nur: manchmal sind die Referenzen so sehr auf irgendwelche obskuren popkulturellen Phänomene der USA aus den Siebzigern oder Achtzigern bezogen und kommen in so kurzer Folge hintereinander, dass ich nicht die leiseste Ahnung habe, worum es da jetzt geht. Und in diesen Momenten wird der Comic für ein paar Seiten einfach nur langweilig. Darunter leiden besonders die letzten beiden Geschichten, die extrem szenenhaft wirken und wirklich nur noch aus solchen Referenzen bestehen. Mir persönlich waren die ersten Stories mit einem „durchgängigem“ Plot lieber. Wobei es auch bei den szenenhaften Stories immer noch tolle Momente gibt: AiT-Boss Larry Young ist der König der Hobo-Mafia, Black- und sein Bruder Bluebeard hassen sich wegen ihres Musikgeschmacks, und die Hintergrundgeschichte von Hauptfigur Blackbeard wird in Form des Aufsatzes einer Drittklässlerin präsentiert. Das sind die Szenen, in denen „Scurvy Dogs“ wirklich glänzt und zeigt, was hier drin gewesen wäre, wenn man nicht so oft dem Bedürfnis nachgegeben hätte, einfach nur abstrus oder obskur zu sein.
Wer glaubt, sich in der amerikanischen Popkultur auszukennen und Piratencomics mag, der kann mal reinschauen, aber insgesamt hatte der Comic einfach zuviel Leerlauf, um eine Kaufempfehlung auszusprechen. Aber ich will zumindest noch erwähnen, dass hinten im Comic eine Art „Audiokommentar“ vorhanden ist, ein mehrseitiger Text, in dem die Schöpfer jede einzelne Seite besprechen und erklären, was da passiert, wieso es passiert und was sie viel lieber gemacht hätten, wenn Yount ein besserer Zeichner wäre. Das ist ein wirklich nettes Bonusfeature, das ich gerne auch in anderen Comics sehen würde.
Scurvy Dogs: Rags to Riches
AiT/PlanetLar
Text: Andrew Boyd
Zeichnungen: Ryan Yount
160 Seiten; 12,95 $
MTG Folge 15: Previews 09/2005
READ OF THE MONTH
NIGHT FISHER (GN, 144 S., SW/Fantagraphics/12,95)
[Seite 281]
Und jetzt alphabetisch, der Verlage nach.
Alternative Comics
PIZZERIA KAMIKAZE (TPB, 100 S./14,95)
PLACEBO MAN (TPB, 108 S., SW/14,95)
Ob man sich da wirklich einen Gefallen damit tut, wenn man die ersten Paperbacks der Brüder Hanuka beide im gleichen Monat veröffentlicht…?
Ihre Serie Bipolar wurde allseits gelobt, geawarded und sonst was. Und die Previews sehen auch allesamt klasse aus. Der „Magische Realismus“, der sich darin andeutet, würde die Schublade Hernandez anbieten. Auch Brüder, wohlgemerkt.
[Seite 221]
Avatar
WARREN ELISS’ APPARAT VOLUME 1 (TPB, 112 S., SW/12,99)
Wem vier monatliche Pulp-Noir-Ein-Mann-Eine-Aufgabe-Serien aus Ellis’ Feder nicht genügen (Jack Cross, Desolation Jones, Down, Fell), darf hier gerne noch einmal zuschlagen.
[Seite 240]
Chuleta Press
HELLO (GN, 88 S., SW/10,00)
Wie, ihr kennt Chuleta Press nicht? Kein Wunder, handelt es sich hierbei um den Eigenverlag Fay Ryus. Xeric Award sei Dank darf sie jetzt ihren Mini-Comic in einem etwas größeren Format und definitiv einem beträchtlich größerem Publikum vorstellen. Xeric Awards-Comics sind bekanntlich viel öfter Hits denn Misses, und die Preview-Seiten versprühen charmante Naivität, gepaart mit lustigtraurigen Metapherbildfolgen. Das Herz, das sich selbst einmauert und Strichliste über seine Hafttage führt, hat es mir besonders angetan.
[Seite 250]
DC Comics
ALL-STAR SUPERMAN (Ongoing, 32 S./2,99)
MANHUNTER VOL.1: STREET JUSTICE (TPB, 128 S./12,99)
SEVEN SOLDIERS: THE BULLETEER #1 (4Mini, 32 S./2,99)
SEVEN SOLDIERS: FRANKENSTEIN #1 (4Mini, 32 S./2,99)
WINTER MEN #4 (8Mini, 32 S./2,99)
DMZ#1 (Ongoing, 32 S./2,99)
THE FOUNTAIN (HC, GN, 176 S./39,99)
MORRISON!
QUITELY!
SUPERMAN!
Schon in wenigen Monaten wird es heißen: nix mit make my marvel, Make my A.S.S.!
Manhunter von Marc Andreyko ist eine recht traditionelle Sup- nee, Abenteuerserie. Es geht um eine Frau, Mitte 30 und geschieden, tagsüber Anwältin und Rabenmutter, nachts Heldin mit ’nem Zauberkampfstab. Die etwas widersprüchliche Prämisse mag die Würze sein, die der Serie ihren „realistischen“ und individuellen Touch verleiht. Der Bendis-like Dialogwitz tut sein übriges. Think: Superhelden-Soap für Erwachsene.
Der Morrison-Söldner-Wahn geht mit der für meinen Geschmack etwas zu gut „ausgestattenen“ Buletteer und dem wiederum von Doug Mahnke extrem cool in Szene gesetzten Frankenstein in die Endrunde. Was soll man zu Morrison-Comics noch sagen außer: kaufen, lesen, staunen.
Wir werden noch unseren Enkeln davon erzählen, die Ära Morrison, ach ja…
Winter Men waren der Überraschungshit meiner diesmonatlichen Comiclieferung. John Paul Leons Zeichungen erinnern mich an den frühen Fegredo. Die Geschichte wirkt (bei aller Übertreibung, wenn es um SUPERHELDEN geht) sehr geerdet, das moderne Russland scheint mir gut eingefangen. Insoweit ich das beurteilen kann, natürlich. Immerhin habe ich einen coolen Schimpfausdruck aus dem Rumänischen wiedererkannt. Brett Lewis hat seine Osteuropa-Recherche also gemacht.
Brian Wood zum ersten in diesem Monat. In DMZ entwirft Wood eine in Anbetracht von Katrina erschreckend plausible Zukunftsfantasie. Während Amerikas Streitkräfte in fremden Ländern kämpfen, eröffnet die Miliz in der Heimat eine neue Front. In diesem Bürgerkrieg gerät ein junger Journalist zwischen die Fronten und sieht die Chance seines Lebens gekommen: Kriegsberichterstatter im eigenen Land zu werden.
Aronovskys nächsten Film schon mal als Comic preview-sehen? Für 40 Dollar? Kent Williams hat in der Vergangenheit mit Blood: A Tale und Havok & Wolverine: Meltdown zwei sehr schöne Mini-Serien illustriert. Ob er ein ebenso guter Autor ist, erscheint mir allerdings zweifelhaft. Zumindest lassen die steifen Sätze in der zweiseitigen Preview diesen Schluss zu.
[Beginnt auf Seite 53]
Dementian Comics
Drawn & Quarterly
WIMBLEDON GREEN: THE GREATEST COMIC BOOK COLLECTOR IN THE WORLD (GN, HC, 128 S./19,95)
Fanfare / Ponent Mon
DER amerikanische Edelverlag für Comics aus Japan. In dieser Compilation werden Kurzgeschichten versammelt, die den Blick der Einheimischen sowie der Fremden (um genau zu sein, der französischen Fremden, die für zwei Wochen lang in japanische Städte gesteckt wurden) auf Japan und seine Kultur zum Thema haben. Wieder eine „exquisite“ Preisgestaltung, aber in diesem Fall sollte man dank des Umfangs und der Autorenliste definitiv auf seine Kosten kommen. Namedropping als Kaufanreiz: Frédéric Boilet, Benoît Peeters, François Schuiten, Joann Sfar, Kan Takahama, Jiro Taniguchi etc.
Einige Vorschauseiten findet ihr hier unter „In the making“.
Fantagraphics
THE THREE PARADOXES (GN, 80 S./11,95)
Die neue GN von Paul Hornschemeier. Das einstündige Interview mit diesem sympathischen Herrn wartet immer noch darauf, von mir fertig übersetzt zu werden. In der Zwischenzeit und bis sein geniales „Mother Come Home“ endlich auf Deutsch erscheint, begnügen wir uns mit diesem Kurztrip in Pauls Welt. Ein Autobio-Comic der etwas anderen Art wird uns hier versprochen. Wer Pauls skurrilmenschliche Comics kennt, weiß, dass es sich lohnt, ihm in die Irrationalitäten und in den Zauber des Alltags zu folgen. Für Neueinsteiger wiederum ist das auch angenehm preisgünstig gestaltet, like in „What a great jumping-on point!“
Marvel Comics
BOOKS OF DOOM #1 (6Mini, 32 S./2,99)
FANTASTIC FOUR: THE WEDDING SPECIAL (64 S./4,99)
THE THING #1 (Ongoing, 32 S./2,99)
Dan Slott schreibt nach She-Hulk nun das nächste Power-House im Marvel-Haus und man kann davon ausgehen, dass es gute Unterhaltung wird. Ben ist jetzt ein reicher Don, der sein Geld cool verprasst und BlingBling-mäßig unterwegs ist. Die Frage, ob 7(!) Fantastic Four Comics in einem Monat sein müssen, stellen wir lieber den anderen Titeln. ’CAUSE IT’S CLOBBERIN’ TIME!
Oh je. Muss es denn ‚ne X-Serie sein? Egal, ich weiß ja, dass Peter Davids X-Factor mit einer normalen Buddy-X-Men-Serie etwa so viel zu tun haben wird wie Chuck Austen mit ausgeklügelten Storylines. Im Endeffekt handelt es sich hier um eine Art Noir-Detektiv-Büro, dessen Angestellte ausrangierte C-List-Mutanten sind. So habe ich das zumindest verstanden oder verstehen wollen. Ryan Sook als Zeichner ist auch nicht die schlechteste Wahl. Tipp!
Narwain Publishing
Oni Press
LOCAL (Ongoing, 32 S./2,95)
TPB/TP: Tradepaperback
SC: Softcover
HC: Hardcover
Vol.: Ausgabe
(…): Vorherige Titel des Künstlers
Preisangaben in US-Dollar
W.E.S.T.
Ähnlich gut durchdacht scheint mir die Farbgebung, die auch vom Zeichner Christian Rossi stammt. So dienen Gelbtöne dazu, bestimmte Konfliktsituationen und Gefühle darzustellen. Besonders augenscheinlich wird dies, als Kathryn ihren Vater im zweiten Band anschreit.
Insgesamt sind die beiden Bände „Der Fall Babylons“ und „Century Club“ für mich sehr gelungene Kunst-Werke. Deshalb vergebe ich hier die Höchstnote.
W.E.S.T. 1: Der Fall Babylons
ISBN 3-7704-2894-3
W.E.S.T. 2: Century Club
ISBN 3-7704-2895-1
Egmont Ehapa
Text: Xavier Dorison und Fabien Nury,
Zeichnungen und Farben: Christian Rossi
je 56 Seiten, farbig, Hardcover
je 12,- Euro

